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Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.

Die Gegenwart 01 / 01 im Internet

Inhaltsverzeichnis der Originalausgabe

Ausgewählte Beiträge:

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Editorial:
Freiwillige vortreten!

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
mit dem Jahr 2001 hat nicht nur unwiderruflich das 3. Jahrtausend begonnen. Wir befinden uns im Internationalen Jahr der Freiwilligen; als solches wurde es von den Vereinten Nationen bereits im Herbst 1997 ausgerufen.

Die Ziele müssen wohl so allgemein gehalten sein, damit sich möglichst vieles darunter einordnen lässt. Aber wie sieht es konkret aus mit freiwilliger Arbeit, mit Ehrenamt, mit bürgerschaftlichem Engagement und Selbsthilfe?

Fakt ist, ohne freiwillige Arbeit könnte die Gesellschaft "einpacken", ohne ehrenamtliches Engagement wäre die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe gar nicht erst entstanden oder längst gestorben. Und auf Kommando funktioniert sie überhaupt nicht.

Interessant ist deshalb die Frage, warum und wann Menschen ohne Zwang tätig werden, Zeit "opfern", sich nicht selten Ärger einhandeln und dafür oft nicht einmal Anerkennung erfahren. Die Motive für freiwillige Tätigkeit, die auf das Gemeinwohl gerichtet ist, sind sehr vielschichtig.

Zwischen dem Menschenfreund, der einfach nur für andere da sein will, und dem Karrieristen, der sich - auch wenn er es nicht bezahlt kriegt - bestätigt wissen will und seine Macht - egal auf welcher Ebene - auslebt, spannt sich ein breiter Bogen. Die meisten haben wohl einfach erkannt, dass bestimmte Aufgaben zu erfüllen sind und das dies nur geschieht, wenn man die Dinge selbst in die Hand nimmt. Die Kunst besteht darin, dass jeder auf dem Platz tätig wird, der seinen Fähigkeiten, seiner Motivation und den zu leistenden Arbeiten am besten entspricht.

Oft beklagen wir, dass die "Decke" der ehrenamtlichen Mitarbeiter immer dünner zu werden scheint. Berücksichtigen wir dabei aber die Vorstellungen derjenigen, die wir für eine Mitarbeit gewinnen könnten, schon ausreichend? Oder wollen wir immer alles oder nichts?

Viele Menschen sind zur Mitarbeit bereit, aber nicht unbedingt in einer Wahlfunktion auf vier Jahre. Mancher würde mit seiner Berufs- und Lebenserfahrung viel einbringen, wenn es in die Strukturen des Vereins passte. Oft passt es nicht.

Ich denke, das Jahr der Freiwilligen könnte eine gute Gelegenheit sein, um über neue Möglichkeiten nachzudenken, mehr Menschen an unseren gemeinsamen Aufgaben zu beteiligen. Aber das ist eben eine Kunst für sich. Warum sollte ein jugendliches Mitglied nicht einmal eine Veranstaltung in eigener Regie organisieren und dann auch die Anerkennung "ernten", wenn das Essen geschmeckt und das Kulturprogramm gefallen hat? Warum sollte die kürzlich erblindete Fachverkäuferin aus dem Modegeschäft nicht die Modenschau organisieren, wenn man weiß, dass der Vorsitzende ein Modemuffel ist?

In der "Gegenwart" soll öfter darüber zu lesen sein, wie es gelingt, mehr Menschen für eine qualifizierte Mitarbeit zu begeistern. Freiwillige dürfen uns schreiben.

Ihr Dr. Thomas Nicolai


DBSV-Nachrichten:
Beraten und beschlossen
Der Vorstand des DBSV tagte am 01. Dezember in Bonn. Mit welchen Erwartungen, welchen Aussichten startet eigentlich der Spitzenverband in das Jahr 2001, insbesondere im Bereich Politik und Recht. Die "Gegenwart" fragte den DBSV-Geschäftsführer:

Hans-Dieter Später: Im Bereich Politik und Recht laufen wir so mancher Entwicklung hinterher, weil einfach die Entwicklung im Bereich der Bundesgesetzgebung so viel rascher ist, als dass man mit dem Lesen nachkommt. Mittlerweile gibt es beispielsweise die 14. Variante des Sozialgesetzbuches IX, im Entwurf immer jeweils etwa 300 Seiten Papier. Es sind nicht immer nur unwesentliche Änderungen, die vorgenommen werden, sondern auch Änderungen, die man aus so dicken Papieren herauslesen muss, die sehr wohl auch auf die Sozialgesetzgebung Blinder und Sehbehinderter entscheidenden Einfluss haben.

Auch wir beklagen, dass die Bundesregierung mit einem Gleichstellungsgesetz nicht weiter kommt. Es liegt wohl sehr daran, dass die Bundesjustizministerin eine andere Einstellung zu diesem Gesetz hat als der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Behinderten Karl Hermann Haack.

Ganz aktuell ist, was wir aus den Medien entnommen haben, wonach die Deutsche Bahn AG den Preis für die BahnCard verändern und nur noch einen Rabatt von 25 Prozent gewähren will. Der Brief dazu an den Bahnchef Medorn ist bereits unterwegs. Unterwegs ist auch ein Brief an den Bundesfinanzminister Eichel wegen der Wegstreckenentschädigung. Hier scheint man wohl die Beträge vergessen zu haben, die für Schwerbehinderte gelten.

Ständig am Ball bleiben ist wohl das Wichtigste...

Ja, und wir reagieren u. a. darauf, indem wir die für uns wesentlichen Abgeordneten des Deutschen Bundestages eingeladen haben zu einem parlamentarischen Essen, das wir am 18. Januar in Berlin geben werden.

Nun zu einigen Themen, die intern von Belang sind. Welche Perspektiven stehen im neuen Jahr vor dem Blindenbildungswerk?

Das Bildungsprogramm wird erweitert um Bereiche, die nicht unbedingt direkten Bezug zur Blindheit oder zur Sehbehinderung haben, es wird sich auch mit Bildungsprogrammen beschäftigen, die wir beispielsweise bei Volkshochschulen wiederfinden. Verstärken werden wir den Bereich der EDV-Schulungen, insbesondere hinsichtlich Internet, obwohl wir hier auch in den eigenen Reihen mit erheblicher Konkurrenz zu tun haben, denn das verkauft sich gut.

Wie stellt sich der Vorstand die Beteiligung an der Augenärztlichen Akademie Deutschland sowie an der REHACare vor?

Die Beteiligung an der AAD mit einem Gemeinschaftsstand, an dem auch andere Verbände der Blinden und Sehbehinderten beteiligt werden, ist genehmigt und soll zu einer ständigen Einrichtung werden. Die Arbeit, die mit dieser zusätzlichen Ausstellung verbunden ist, bleibt allerdings im wesentlichen an unserem Öffentlichkeitsreferenten hängen.

Bei der REHACare, die wir, wie früher, nur im Rhythmus von zwei Jahren beschicken wollen, wollen wir uns etwas größer präsentieren als bisher. Neu wird sein: Wir bieten den korrespondierenden Mitgliedern des DBSV einen Gemeinschaftsstand an. Ob das funktioniert, wird sich herausstellen. Wir möchten diese - auch auf Anregung einiger Korrespondierender Mitglieder - einbinden, sodass man die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe und auch die Bildungseinrichtungen nicht verstreut in einer ganzen Halle suchen muss.

Kommen wir noch zum internationalen Bereich. Welche Projekte unterstützt der DBSV, und wo wird er sich vor allem engagieren?

Im November hat in Melbourn die V. Generalversammlung der Weltblindenunion stattgefunden. Auf Konferenzen dieser Art finden natürlich viele Gespräche statt. Jürgen Lubnau hat u. a. mit Vertretern aus Kanada, aus Italien, aus Russland und aus vielen afrikanischen Ländern gesprochen. Wir haben vor, den Präsidenten des Allrussischen Blindenverbandes Alexander Neumywakin zu emfangen. Die Einladung an Thomaso Daniele (Italien) wurde erneuert. Und wir haben vor, mit dem kanadischen Verband ins Gespräch zu kommen.

Aber die Frage zielt ja mehr auch in Richtung Entwicklungshilfe. Es ist vorgesehen, eine "kleine europäische Lösung" herbeizuführen, indem die Bundesrepublik Deutschland mit angrenzenden Ländern im Süden und Westen Gemeinschaftsprojekte zur Förderung von Entwicklungshilfeprojekten, insbesondere südosteuropäischen Projekten, auf die Beine stellt. Gemeinsam sind wir einfach stärker, wirkungsvoller. Das ist schon einmal versucht worden auf "großeuropäischer" Ebene; ist aber leider kläglich gescheitert. Weiterhin steht an: Hilfe für den Kosovo. Hier ist geballte Hilfe nötig, die ein Land wie z. B. Deutschland allein nicht leisten kann.

Die Vorstandssitzung hatte, wie ich hier auf der Tagesordnung noch einmal sehe, 24 Tagesordnungspunkte. Welche Highlights, die für die Leser besonders interessant sind, sollten noch erwähnt werden?

Die Leser können sich freuen auf eine CD, die das Kulturensemble des DBSV herausbringt. Der Preis wurde mit 10 DM festgelegt. Das sind etwa die Selbstkosten.

Auch diese Vorstandssitzung hatte viel Detailarbeit, die den "Gegenwart"-Leser nicht so sehr interessieren. Es sind Anträge zu besprechen. U. a. hat das DAISY-Projekt weiterhin Finanzbedarf. Hier konnte man nicht gleich abschließend entscheiden genauso wie mit Anträgen auf Förderung unserer Landesvereine aus Brandenburg, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Es ist manchmal zu viel und zu kompliziertes Material, als dass man das in einer Sitzung entscheiden kann.

Vielleicht noch eines: in der April-Sitzung werden wir die blinden und sehbehinderten Paralympics-Teilnehmer zu einem kleinen Event nach Bonn einladen, egal, ob sie Medaillen gewonnen haben oder nicht, um ihre Leistungen zu würdigen.

Das Jahr 2001 wird weiterhin im Zeichen des Begriffs "Familiensinn" stehen, und wir hoffen, dass die Arbeit der Strategiekommission zu einem abschließenden Ergebnis geführt wird.

Das Bauvorhaben Berlin: Am 17. Februar wird die endgültige Entscheidung fallen, ob wir gemeinsam mit den anderen Gesellschaftern der OBZ dieses Bauvorhaben errichten werden oder nicht. Am 17. Februar ist Gesellschafterversammlung, auf der man Nägel mit Köpfen machen muss.

Ja, und die ersten, die etwas darüber erfahren, sind natürlich die Leser der "Gegenwart". Ich bedanke mich für das Gespräch und wünsche einen guten Start in das Jahr 2001.

Dankeschön, wünsche ich allen "Gegenwart"-Lesern natürlich auch.

(Das Telefoninterview führte Dr. Thomas Nicolai; Kassetten-Ausgabe Originalton.)

Bild: DBSV-Präsident Jürgen Lubnau, Vizepräsident Armin Kappallo und Rechtsreferent Thomas Drerup bei einer Vorstandssitzung.


In Kürze:

Seminarangebot des DBBW

Das Deutsche Blindenbildungswerk (DBBW) bietet nachfolgende Fortbildungsveranstaltung an:

11. bis 13.05.2001 Erweiterung der sozialen und kommunikativen Kompetenz - Einführung in das NLP (Neuro-Linguistische Programmieren), Bad Liebenzell.
Nähere Auskünfte erteilt: DBBW gGmbH, Hauptstr. 40, 79576 Weil am Rhein; Tel.: (0 76 21) 79 92 30.

Job über´s Internet

Unternehmen, die Blinde und Sehbehinderte einstellen möchten, finden in der Bewerberdatenbank JobSearch Zugang zu Bewerberprofilen von Arbeit suchenden Personen. Die Daten können mit Hilfe einer integrierten Suchfunktion gezielt nach Berufsgruppen abgefragt werden. JobSearch wird regelmäßig aktualisiert. Blinde und Sehbehinderte können ihre Qualifikation in einer Kurzbewerbung darstellen und diese direkt in die Bewerbdatenbank eingeben. Der Zugang erfolgt über www.jobline-rehadat.de . Der Eintrag und die Nutzung des Dienstes sind kostenlos.
Weitere Informationen erteilt Anne Schwindling, Stiftung Blindenanstalt Frankfurt a. M.; Tel.: (0 69) 95 51 24 - 65.

Konzept für blinde und sehbehinderte Patienten

Die Schlossklinik Prösting, Privatklinik für Psychologische Medizin, hat ein spezielles Konzept für blinde und sehbehinderte Patienten entwickelt. Bei der Therapie psychischer und psychiatrischer Krisen sollen Patienten mit Sehproblemen eine Umgebung vorfinden, die ihnen keinen zusätzlichen Stress bereitet. So wurde in vielen Bereichen für eine blinden- und sehbehindertenfreundliche Gestaltung gesorgt (Schulung des Personals sowie akustische und taktile Orientierungshilfen).

Probleme gibt es derzeit noch bei der Kostenübernahme durch gesetzliche Kassen und Ersatzkassen. Nähere Informationen bei:
Schlossklinik Pröbsting, Pröbstinger Allee 14, 46325 Borken-Hoxfeld; Tel.: (0 28 61) 80 00-0.

Brille für Nachtblinde

Die VISYS AG Bad Homburg hat eine neue elektronische Brille für Nachtblinde entwickelt. Die Brille wiegt 170 g, ist kaum größer als eine Taucherbrille und hat eine kleine Infrarot-Kamera auf der Stirn. Das Bild erscheint auf Displays im Innern der Brille. Helligkeit und Kontrast können an einem Taschenteil eingestellt werden, das auch die Akkus enthält. Testergebnisse liegen der Redaktion allerdings noch nicht vor.
Interessenten wenden sich an: VISYS AG Bad Homburg, Frau Margarete Pabst; Tel.: (0 61 72) 96 80 31.

Leipziger Messe REHAVISION

Die REHAVISION 2001 lädt vom 07. bis 09.06. 2001 auf das neue Messegelände ein. Hilfsmittel und Serviceangebote für viele Behindertengruppen werden vorgestellt. Der DBSV wird u. a. durch die Landesvereine aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie das Landeshilfsmittelzentrum Dresden repräsentiert. REHAVISIONsbesucher können von 09 bis 17 Uhr auch die Parallelveranstaltungen Patientenforum und Pflegemesse mit ihrem Ticket besuchen.

Info-Kassette für Führhundinteressenten

Der Arbeitskreis der Blindenführhundhalter des DBSV hat eine Informationskassette zu folgenden Themen zusammengestellt:

Artgerechte Haltung und Pflege, Führhundschule, Einweisungslehrgang, Gespannprüfung, Porträts verschiedener Hunderassen, Probleme zu Hause, Literaturhinweise.

Für jeden, der überlegt, ob er sich einen Führhund anschaffen sollte, ist die Kassette eine nützliche Entscheidungshilfe. Alle, die sich für das Thema interessieren, hören von erfahrenen Führhundhaltern viel Wissenswertes.

Die Kassette zum Preis von 5 DM ist erhältlich beim DBSV, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Rungestr. 19, 10179 Berlin. Die Belieferung mit Einzelexemplaren erfolgt bei Einsendung von 5 DM in Briefmarken, ansonsten mit Rechnung.

Winterserenade in Timmendorfer Strand

Das Veranstaltungsprogramm sieht u. a. ein autogenes Training im Grund- und Aufbaukurs vor, außerdem Führungen durch das Buddenbrookhaus in Lübeck, eine Überseeausstellung auf der MS "Missisippi", und die Hörbücherei bietet Interessantes für lange Winterabende.

Im Angebot sind auch einige Konzerte, zu denen das Hotel (noch bekannt als Alfons-Gottwald-Haus) den Transfer übernimmt. Nähere Informationen und Buchung unter Tel.: (0 45 03) 60 02-0.

Freizeiten

Zahlreiche Freizeitwochen für Blinde mit ihren Begleitern bietet das Pastoralamt der Diözese Linz (Österreich) im Jahr 2001 an, darunter Schilauf, Bergwandern, eine Kulturwanderwoche sowie Tandemtouren. Nähere Auskünfte unter Tel.: (00 43-22 43) 4 04 37 18.

Maierhöfen und Oberreute zum anfassen

Die beiden Gemeinden im Allgäu haben sich gezielt auf blinde und sehbehinderte Urlauber eingestellt. Etliche Ferienwohnungen und Bauernhöfe dürfen sich bereits blinden- und sehbehindertenfreundlich nennen. Touristische Angebote tragen den Belangen von Gästen mit Sehproblemen Rechnung. Jetzt gibt es über die beiden Orte je eine liebevoll gestaltete Informationskassette, die über Urlaubsangebote informieren. Die Kassetten können kostenlos bei den Gästeämtern bestellt werden, Oberreute; Tel.: (0 83 87) 12 33, Maierhöfen; Tel.: (0 83 83) 9 80 40.

Die Bergstraße zum Hören und Fühlen

Die Region Bergstraße, in der Oberrheinischen Tiefebene zwischen Darmstadt und Wiesloch gelegen, wird zu Recht als der "Frühlingsgarten Deutschlands" bezeichnet.

Geschichte und Gegenwart, Natur und Kultur, Wirtschaft und Politik sind an der Bergstraße unmittelbar greifbar. Prägend für diese Landschaft im Südwesten Deutschlands ist der Weinanbau.

Damit blinde und sehbehinderte Menschen diese Landschaft zwischen Rhein und Odenwald auf ihre Weise erkunden können, gibt die Arbeitsgemeinschaft Ferienstraße Bergstraße eine Hörkassette und eine Reliefkarte heraus.

Die 45-minütige Kassette wurde in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk produziert.

Die Reliefkarte im Format 27 x 34 cm verdeutlicht den Verlauf der Bergstraße von Darmstadt bis Wiesloch und kann sowohl von Blinden, Sehbehinderten, als auch von Sehenden gelesen werden.

Kassette und Karte können zum Preis von DM 15,-- (Vorkasse) bezogen werden bei der Arbeitsgemeinschaft Ferienstraße Bergstraße; Tel.: (0 62 52) 15-321.

Punktschriftlehrbuch

Neu beim VzFB: Brailleschrift im Selbststudium
Lehrbuch für Späterblindete

Das neue Lehrbuch wurde auf der Grundlage der bewährten Leseschule von Wilhelm Heimers erarbeitet. . Auf einer herausnehmbaren Beilage sind tastbare Schwarzschrift-Buchstaben den Braille-Schriftzeichen gegenübergestellt.

Hannover: VzFB - Punktdruck: 2000, ref. Vollschrift, DIN A4, flexibler Einband, 1 Band, 116 Seiten, Best.-Nr 500 1733; zu beziehen beim:
Verein zur Förderung der Blindenbildung gegr. 1876 e. V.; Tel.: (0 18 02) 25 83 12.

CD Farbenfroh ist unser Leben

Im Blindenheim des Dominikus - Ringeisen - Werkes wird traditionell hoher Wert auf musikalische Ausbildung und Förderung der blinden und sehbehinderten mehrfachbehinderten Bewohner gelegt. Dieses Engagement zeigt die von Chor, Orchester und verschiedenen Instrumentalgruppen eingespielte CD. Das von den blinden Musikern selbst ausgewählte Programm umfasst traditionelle, klassische und volkstümliche Titel, deren Interpretation natürlich anzuhören ist, dass da keine Superstars am Werke waren. Nähere Informationen bei Dominikus - Ringeisen - Werk, Blindenheim, Regens-Rößle-Straße 2, 87772 Pfaffenhausen; Tel.: (0 82 65) 7 18-223.

Dampf - Radio

In dieser 144-seitigen Wochenzeitschrift werden alle Programme der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten (das sind 52 Sender!) abgedruckt; hinzu kommen Radio Österreich (Ö 1) und deutsche und rätoromanische Schweiz. Für die Musik-Liebhaber (meist Klassikhörer) ist es wichtig, dass alle Komponisten, Interpreten, Solisten etc. stets angegeben sind. Außerdem gibt es ausführliche Hinweise auf Hörspiele.

Mit einem Astra-Digital-Radio Empfänger (ADR) sind fast alle Programme, die im Dampf - Radio aufgeführt sind, europaweit zu empfangen.

Wenn dann der ADR Satellitenempfänger auch noch einen Timer hat, also programmierbar ist, und man diesen an einen Stereo-Videorekorder (dieser ist ein ausgezeichnetes "Tonbandgerät" mit bis zu 10 Stunden Aufzeichnungszeit bei E 300 Videokassetten im Longplay Modus) anschließt, verpasst man keine der vielen interessanten Rundfunksendungen mehr, ob nun Hörspiele, Reportagen, Features oder eine von den zahlreichen Musiksendungen.

Ein Probeexemplar gibt es unter folgender Adresse: Dampf - Radio Marketing, Postfach 0228, 53922 Kall, oder über das Internet: www.dampf-radio.de.

Zudem können sich im Internet neuerdings die "Hörfunkler" im Forum der Dampf - Radio Seite austauschen, ob sie nun ein bestimmtes Hörspiel suchen, ein Feature oder ein Musikstück, - vielleicht hat dies ja ein anderer Hörer aufgezeichnet.

Hier kann man sich auch über Empfangsmöglichkeiten informieren; alles rund ums Radio kann hier "besprochen" werden. Möglicherweise sind die Programme in Kürze auch auf Diskette erhältlich. Nähere Informationen unter Tel.: (0 24 44) 91 13 80.


Rechtsauskunft:
Blindheit "im umgangssprachlichen Sinne" - der "Flintenröhrenblick"- Fall

Von Karl Thomas Drerup

Blind ist nicht gleich blind. Mitunter gibt es darüber auch streit.

Retinitis pigmentosa (RP) ist bekanntlich eine Augenkrankheit, in deren Folge sich beim Betroffenen das Gesichtsfeld immer mehr einengt. Besteht es nur noch in einem kleinen Punkt, so dass man wie durch ein schmales Rohr zu blicken scheint, so spricht man von einem "Flintenröhrenblick". Was der Betreffende an diesem kleinen Punkt sieht, ist unter Umständen noch in aller Schärfe zu erkennen; die Menge des Gesehenen ist jedoch so gering, dass er sozialrechtlich den Blinden gleichgestellt wird: Er erhält das Merkzeichen Bl im Schwerbehindertenausweis zuerkannt und bekommt Blindengeld bewilligt. Der hier zu schildernde Fall, der sich kürzlich ereignet hat und bei dem es um einen solchen RP-Patienten geht, beginnt damit, dass ein Mieter mit seiner Vermieterin in heftigen Streit gerät. Der Streit veranlasst die Vermieterin, ihren Mieter genau zu beobachten. Sie sieht, wie er mit einem Blindenführhund umhergeht, und sie bringt in Erfahrung, dass er in Fußgängerzonen als blinder Drehorgelspieler auftritt. Gleichzeitig fällt ihr auf, dass der Mieter selbst aus beträchtlichen Entfernungen noch kleinste Einzelheiten erkennt: dass die Muster von zwei Tapetenbahnen nicht übereinstimmen, dass in einem Wassereimer Tannennadeln schwimmen, dass auf einem Auto Staub liegt, dass die Schonbezüge auf den Autositzen fehlen. Sie teilt ihre Beobachtungen der für das Blindengeld zuständigen Behörde mit und nennt den Mieter einen Simulanten. Die Behörde ordnet darauf eine neue ärztliche Untersuchung an. Das Ergebnis fällt so aus, dass die Zahlung des Blindengeldes eingestellt wird. Der Mieter erhebt dagegen Klage vor dem Sozialgericht. Dort hat er Erfolg, denn der vom Gericht bestellte Gutachter bestätigt den besagten Flintenröhrenblick und damit das Vorliegen der Voraussetzungen für das Merkzeichen Bl. Eine weitere Klage des Mieters, diesmal vor dem Zivilgericht, ist ebenfalls erfolgreich: Der Vermieterin wird mit Strafandrohung untersagt, den Kläger "einen blinden Simulanten zu nennen oder sonstwie zu beleidigen". Von nun an benutzt die Vermieterin auch nicht mehr das Wort "Simulant", sie behauptet jedoch weiterhin "öffentlich, der Mieter sei "nicht blind". Erneut zieht der Mieter vors Gericht. Er verlangt jetzt, dass auch diese Aussage unterbleibt. Das Amtsgericht aber lehnt die Klage ab. Es stellt fest: In diesem Prozess gehe der Streit nicht darum, ob der Kläger blind im sozialrechtlichen Sinne sei. Es gehe vielmehr ausschließlich um die Behauptung der Beklagten, dass der Kläger nicht "blind im umgangssprachlichen Sinne" sei. In der Umgangssprache bedeute "blind", dass der Betreffende gar nichts mehr sehe. Das aber sei beim Kläger eindeutig nicht der Fall. Die Beklagte habe also keine unwahre Tatsache behauptet. Die Wahrheit zu sagen, könne man ihr nicht verbieten.

Soweit der Fall, den ich vorstehend bewusst nicht in allen Einzelheiten geschildert habe. Es geht mir nicht darum, Sympathie oder Mitleid für die eine oder die andere Partei zu wecken, und ich möchte auch keine Spekulationen darüber entfachen, ob der Kläger vielleicht doch ein Simulant war oder nicht. Mir geht es allein darum, eine Rechtsfrage zu stellen und zu beantworten: Hat jemand, der nach dem Sozialrecht einem Blinden gleichgestellt wird (auch im Sozialrecht ist in diesem Fall nicht direkt die Rede von einem "Blinden"), ein Recht darauf, sich in der Öffentlichkeit als Blinder darzustellen und sich dabei von Privatpersonen nicht stören zu lassen?

Die Antwort auf diese Frage ergibt sich nicht aus dem Sozialrecht: Die vom Versorgungsamt nach dem Schwerbehindertengesetz getroffenen Feststellungen haben nämlich Bindungswirkung ausschließlich im Verhältnis zwischen dem Behinderten und den nach dem Schwerbehindertengesetz Verpflichteten (Behörden, Gerichte, aber auch Arbeitgeber und die Beförderungsunternehmen des ÖPNV), nicht aber gegenüber jedermann. Für das letztgenannte Verhältnis gilt allein das Zivilrecht. Nach dem Zivilrecht hat jeder Mensch gegenüber jedem anderen einen Abwehranspruch gegen Eingriffe in seine absoluten Rechte, und dazu gehört auch das "Allgemeine Persönlichkeitsrecht" (vgl. Palandt Anm. 1 b) bb) zu Paragraph 1004 BGB). Zum Allgemeinen Persönlichkeitsrecht wiederum gehört die in Art. 1 GG garantierte Unantastbarkeit der Menschenwürde und der in Art. 2 GG geschützte Anspruch auf freie Entfaltung der Persönlichkeit.

Wer sich vom Versorgungsamt seine Behinderung feststellen und eine entsprechende Eingruppierung vornehmen lässt, hat, so meine ich, nicht nur gegenüber den oben genannten Verpflichteten, sondern gegenüber jedermann ein Recht darauf, sich mit dieser Eingruppierung zu identifizieren und eine entsprechendes gesellschaftliches Ansehen in Anspruch zu nehmen. Das heißt: Er hat ein berechtigtes persönliches Interesse, dass seine Behinderung in Übereinstimmung mit den amtlichen Feststellungen "gewürdigt" wird, und darf - wenn er dies so will - seine Persönlichkeit auch in der Weise entfalten, dass er sich in der Gesellschaft als Schwerbehinderter mit den zuerkannten Merkmalen positioniert.

 

Im geschilderten Fall wird der Mieter von der Vermieterin in diesen Rechten verletzt. Eine solche Rechtsverletzung kann anerkanntermaßen auch dann vorliegen, wenn "die Wahrheit" gesagt wird. Der Vermieterin ging es nämlich nicht bzw. nur vordergründig um diese Wahrheit, das heißt um die Feststellung, dass der Mieter als ein den Blinden Gleichgestellter nicht zugleich auch "blind im umgangssprachlichen Sinne" ist. Vielmehr ging es ihr - erkennbar - darum, ihren persönlichen Streit mit dem Mieter auszufechten und ihren Gegner gesellschaftlich herabzuwürdigen (der Simulanten-Vorwurf hängt unausgesprochen weiter in der Luft), ihn in seiner Identitätssuche zu stören und ihn psychisch zu quälen. O ja, es kann ihr - trotz des bestehenden Rechts auf Meinungsäußerungsfreiheit - durchaus gerichtlich untersagt werden, zu diesem Zwecke "die Wahrheit" zu sagen! Dass ihr das Amtsgericht im Gegenteil nun gewissermaßen eine Lizenz zur Fortsetzung ihrer Hatz erteilt, zur Fortsetzung ihrer Rechtsverletzungen, ist meines Erachtens ein katastrophaler Fehlgriff.

 

Ich habe diesen Fall hier vorgetragen, um auch noch eine weitere und sehr grundsätzliche Frage anzusprechen: Wer ist berufen, die Behinderung, ihre Art und ihren Grad maßgeblich festzustellen? Gelten hier für das Sozialrecht, für andere Rechtsbereiche und für den gesellschaftlichen Kontext unterschiedliche Antworten? Ich meine nicht. Ausschlaggebend oder zumindest grundlegend ist in allen Fällen die medizinische Begutachtung nach den Maßstäben der AHP. Daran können auch neuere Definitionsmodelle ("Behinderung" als "Behindertwerden"), wie sie beim SGB IX und beim Gleichstellungsgesetz diskutiert werden, nichts ändern.


Kündigung nur schriftlich.
Der am 01.05.2000 in Kraft getretene neue § 623 BGB bestimmt: "Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag sowie die Befristung bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform. "Eine nur mündlich ausgesprochene Kündigung reicht also nicht, ausreichend ist auch nicht die Mitteilung per Fax oder E-Mail. Dies ist insbesondere wichtig im Hinblick auf die zu beachtenden Fristen.


Steuerpflicht beachten.
Nach einem Erlass des bayerischen Finanzministers vom 11.2.2000 (in DB 2000 S. 548) müssen gemeinnützige Organisationen bei ihren Homepages aufpassen: Enthalten diese deutlich hervorgehobene Hinweise auf Sponsoren oder leitet ein solcher Hinweis durch Anklicken zur Homepage des Sponsors, so handelt es sich dabei um einen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb.
(Aus: Mitteilungen der DBSV-Rechtsabteilung)


Rezension:
Sabriye Tenberken
Tashis neue Welt - Ein blinder Junge zeigt uns Tibet

Cecilie Dressler Verlag - Hamburg; ISBN 3-7915-1998-0

Zuerst begegnet der Leser den eindrucksvollen Fotos, die ihn schon einmal mitnehmen in das Hochland von Tibet mit seinen Bergketten und den unendlich scheinenden Weideflächen. Auf dem "Dach der Welt" macht der Betrachter aber bald die Bekanntschaft mit Göttern, Tempeln und Klöstern, mit Nomaden im Himalaya, mit Gesichtern Tibets.

Die Sachtexte informieren knapp, aber tiefgründig über das Land und die Bevölkerung, über Sprache, Schrift, Religion und über das Alltagsleben in diesem abgeschiedenen Land, dessen Bergbewohner Berichte von Pilgern oder Touristen über Telefone, Fernsehen, Eisenbahnen und Autos noch für Legenden halten.

Die Tibetologin Sabriye Tenberken weiß, wovon sie spricht, bei der Realisierung ihres Projektes "Aufbau einer Blindenschule in Lhasa" hat sie Land und Leute eingehend kennen und lieben gelernt.

Die Sachinformationen werden aber auf wunderbare Weise unterbrochen durch Erzählungen des kleinen Tashi. Der versierte Erzähler, der in der Blindenschule sehr oft seine Mitschüler mit phantasievollen Geschichten unterhält, berichtet u. a., wie er den Sommer erlebt, wie er Ziegenhirt wurde, wie der Dämon ihm das Augenlicht raubte und wie er die Blindenschule fand.

Sachinformationen und die ausgeschmückten Erzählungen des blinden Jungen sind lebendig wegen ihrer Authentizität.

Das Buch ist eine Brücke in eine uns fremde Welt, gebaut von der Autorin und dem Fotografen Olaf Schubert (Jahrgang 1974), der mit dem Fahrrad in Tibet unterwegs war.
(Im Ladenpreis 29,80 DM ist eine Spende für das Blindenzentrum Tibet e.V. enthalten.)

Hinweis: Am 07.01.2001 wird der Film über Sabriye Tenberken und über ihr Schulprojekt im Fernsehen ausgestrahlt, N3, 16.00 Uhr. Möglicherweise bekommt der Film "Mit anderen Augen", der beim DBSV-Kongress in Hannover uraufgeführt worden ist, noch einen anderen Titel.

Ein weiteres Buch von Sabriye Tenberken stellen wir in der nächsten Ausgabe vor: "Mein Weg nach Tibet".

Fink, Willi:
85 Jahre Kur- und Erholungsfürsorge an deutschen Küsten

Die Geschichte des Blindenkur- und Erholungsheimes im Ostseebad Boltenhagen.
(12. Sonderheft des Heimatvereins Grevesmühlen e. V.; mit 25 Illustrationen, 56 Seiten)

Seit Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts unternahm Emil Kull, Direktor der Städtischen Blindenanstalt Berlin, Reisen mit Schülerinnen an die Ostsee. Neben der dringend benötigten Erholung durch Bewegung in frischer Luft förderte der Aufenthalt an der See die Mobilität und Geselligkeit. Diese Form der aktiven Erholung eröffnete den blinden Menschen neue Erfahrungs- und Erlebnisbereiche.

Eugen Krohn (Berlin) und Friedrich Walter Vogel (Hamburg) griffen die Anregung von E. Kull auf. Sie begannen gemeinsam um das Jahr 1900 Erholungsfahrten für Blinde zu organisieren, wobei Rügen ein beliebtes Ziel war. Die hierbei gewonnen Erkenntnisse und Erfahrungen brachten sie bei der Gründung des Reichsdeutschen Blindenverbandes 1912 dort ein. Sie gehörten beide zu den führenden Funktionären. Die organisierte Erholung ist seitdem ein Herzstück der deutschen Blindenbewegung. Prof. Dr. Willi Finck leistet mit seinem Büchlein einen Beitrag zu ihrer Erforschung.

Eingeleitet wird das Heft mit einem Vorwort des Herausgebers Eckart Redersborg, biographischen Angaben über den Autor und Vorbemerkungen. Wie bereits der Titel aussagt, besteht die Darstellung aus zwei Teilen, die übersichtlich gegliedert und mit Zwischenüberschriften versehen sind.

Im ersten Abschnitt fasst der Autor auf 13 Seiten "Das Kur- und Erholungswesen deutscher Blindenselbsthilfeorganisationen an der Ost- und Nordsee" zusammen, wobei er zahlreiche bereits vergessene Fakten zusammenträgt. Er arbeitet die Kontinuität über 85 Jahre Erholungspolitik der Blindenselbsthilfeorganisationen heraus. Aus Randbemerkungen kann der Leser jedoch die Schlussfolgerungen ziehen, dass die fünf Rechts- und Sozialsysteme des 20. Jahrhunderts dem

Blindenkur- und Erholungswesen in Deutschland auch ihren besonderen Stempel aufdrückten.

Auf 24 Seiten behandelt Finck die Geschichte des Blindenkur- und Erholungsheimes in Boltenhagen. Dieser Teil kann durchaus als Muster für ähnliche Untersuchungen anderer Heime dienen. In ihm werden die Erwerbung der Grundstücke, das Baugeschehen, die Nutzung des Kur- und Erholungsheimes, die Verwaltung sowie die Anpassung an die neuen Bedingungen nach 1990 u. a. behandelt. An diesem Teil erkennt man aber auch, wie schwer es ein Verfasser hat, die Geschichte der Blindenbewegung der letzten 50 Jahre den Lesern verständlich zu machen. Die "gelernten Ossis" kennen aus eigenem Erleben, dass die prophylaktische Kur häufig als dreiwöchiger kostenloser Ferienaufenthalt an der Ostsee gewertet wurde, während die "gelernten Wessis" sie als eine Art Bäderkur verstehen. Der Begriff "Kur" wurde unterschiedlich in beiden deutschen Staaten gebraucht.

Ein anderes Beispiel über die Rolle von unterschiedlichen Erfahrungen: Jeder ehemalige DDR-Bürger weiß, was es heißt, ein solches Objekt wie das "Seeschlösschen" außerhalb des Volkswirtschaftsplanes auszubauen; das Fehlen beispielsweise von einer Ladung Zement konnte den ganzen Bau gefährden. Für den Bürger der alten Bundesrepublik ist es schwer, die Wirkungen und die Verhaltensweisen in dieser Mangelwirtschaft nachzuvollziehen.

Auf den letzten 14 Seiten bringt Finck Dokumente, die den Hintergrund ausleuchten und manche Schwierigkeiten, die im Text angedeutet werden, näher erklären. Der historisch interessierte Leser lernt anhand der Quellen Zusammenhänge besser verstehen, zu denen er ansonsten kaum Zugang hat. Für ihn ist es fast unmöglich, Einblicke in die Originaldokumente zu erhalten. Hier wäre ein Quellennachweis hilfreich gewesen.

Die Darstellung von Willi Finck ist nicht nur für diejenigen interessant, die bereits in Boltenhagen waren oder die Absicht haben, dort einen Urlaub zu verbringen. Sie bietet auch für diejenigen Anregung, die sich mit der Geschichte des Blindenwesens beschäftigen. Das Büchlein ist nicht zuletzt heimatgeschichtliche Untersuchung mit aufklärender Wirkung bei den Bewohnern von Boltenhagen und Umgebung.

Das Sonderheft kann bestellt werden: Blinden- und Sehbehinderten-Verein Mecklenburg-Vorpommern e. V. ; Tel.: (03 81) 778980.
Dr. Hartmut Mehls

Soziales Lernen

Ein Förderkonzept für sehbehinderte Schüler ist das Ergebnis einer Dissertation, die jetzt auf Tonband-Kassette erhältlich ist.

Eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung bedarf eines ganzheitlichen Lernprozesses. Dabei steht das sehbehinderte Kind mit seinen individuellen Förderbedürfnissen und seinen sozialen Umweltbezügen im Mittelpunkt unserer pädagogischen Erziehungsarbeit, die Personal/emotionales Lernen, sozial-interaktives-integratives Lernen, Lernen durch Erfahrung und Lernen durch Handeln mit einschließt.

Offene Unterrichtsformen (fächerübergreifende Projekte) und variable Methodenauswahl (Gespräche, Rollenspiele, Kooperationsformen u.a.) bestimmen den gesamten Förderprozess an unterschiedlichen Lernorten und je geeigneten Handlungsfeldern. "Ich" -stärkende Kompetenzen, aufbauende Stütz- und Fördermaßnahmen, ein positives Selbstkonzept sowie psychisch-physisches Wohlbefinden, Lebensfreude, eine das Leben bejahende Grundeinstellung und eine autonome Lebensführung mit lebenssinnerfüllenden Zukunftsperspektiven sind zentrale Bausteine eines ganzheitlichen Integrationsprozesses (seh)behinderter Menschen in die Gesellschaft. Der Weg von der "Inneren Mobilität" zur "Äußeren Mobilität" schafft die Voraussetzungen für eine "Gesamtmobilität" des Menschen.

Diese zentralen Ziele sind das Fundament des offenen sonderpädagogischen Förderkonzeptes "Soziales Lernen", das an der Staatl. Schule für Sehbehinderte in Waldkirch in einem nahezu 20-jährigen Erarbeitungsprozess in der Schulpraxis entwickelt und umgesetzt wurde.

Ausgehend von der eigenen Betroffenheit der Autorin, durch eine im Erwachsenenalter aufgetretene, progrediente Sehschädigung und durch den intensiven Umgang mit sehbehinderten Kindern und Jugendlichen sucht sie nach mehrdimensionalen Bewältigungsstrategien, die sie selbst und ebenso ihre Schüler benötigen, um die Auswirkungen einer Sehschädigung (z.B. Lebenserschwernisse im Alltag, Einstellungen und Verhaltensweisen des sozialen Umfeldes, Verhaltensabweichungen des Individuums, negative psycho-physische Befindlichkeiten) zu meistern.

Anhand eines "Blockadenmodells" werden die Erschwernisse sehbehinderter Schüler in unterschiedliche Blockaden strukturiert und ihre Zusammenhänge diskutiert. Anschaulich und modellhaft wird dargestellt, wie sich der individuell differenzierte Förderprozess auf drei Ebenen vollzieht: Blockierte Interaktionsebene - Interventionsebene - Integrationsebene, d. h. wie aus Blockaden Förderbereiche und aus diesen schließlich Kompetenzbereiche werden

können. Dies kann nur in einer Atmosphäre gegenseitigem Verständnisses und Vertrauens gelingen, wo sehbehinderte Jugendliche es lernen, mit ihrer Behinderung selbstsicher, selbstbewusst umzugehen und Beziehungen aufzubauen, die soziale Akzeptanz und eine gleichberechtigte, selbstbestimmte und zugleich mitverantwortliche Partizipation und Integration innerhalb unserer Gesellschaft ermöglichen.

Dieses Werk, in dem die doppelte Randständigkeit von sehbehinderten Menschen auffallend gut beleuchtet wird, wurde zitierfähig mit Signaltönen zum schnellen Auffinden von Kapiteln aufgesprochen (20 Kassetten) und ist beim Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V., Wölflinstraße 13, 79104 Freiburg, Tel.: (07 61) 3 61 22, zum Selbstkostenpreis von 100 DM erhältlich.


Alltag:
Für ihre "Süßen" ist sie immer da

"Die Gegenwart" sprach mit der Diabetesbeauftragten des Blinden- und Sehbehindertenvereins Mecklenburg-Vorpommern, Anne Schirmer.

Was tut sich in Mecklenburg mit und für blinde und sehbehinderte Diabetiker?

Nach der ersten Zusammenkunft aller Bundesländer 1996 wurde beschlossen, dass wir die Diabetikerarbeit in den Ländern aufgreifen, dass wir uns intensiver um die Diabetiker kümmern müssen und auch wollen, weil ja heute die meisten neuen Mitglieder aus dem Kreis der Diabetiker kommen.

Wir haben eine Fachgruppe gegründet, die aus drei Mitgliedern besteht. Den Vorsitz habe ich mir überhelfen lassen. Ich bin selbst betroffen, und ich halte es für eine gute Fügung, wenn sich ein Diabetiker dazu bereit findet, der ja selbst Erfahrungen hat. Ich bin seit 38 Jahren Diabetiker, bin 43.

Wir haben damit angefangen, unsere Kreis- und Gebietsgruppen erst einmal aufzufordern, die Diabetiker herauszusuchen, haben 1997 begonnen mit einer Schulung in unserem Haus in Boltenhagen; über drei Tage ein ausgewogenes Programm mit Arztvorträgen, Freizeit und Kulturangeboten. Das ist zu einer guten Tradition geworden. Außerdem sind wir dazu übergegangen, in allen Kreis- und Gebietsgruppen kleine Gruppen zu gründen. Viele unserer Mitglieder sind ja ältere Herrschaften, denen das Reisen nicht mehr so liegt, die es auch aus gesundheitlichen Gründen nicht können, denn sie haben außer ihrem Diabetes noch andere Gebrechen. Diese betreuen wir vor Ort. Ich fahre dann mit Diätassistent oder auch mit Arzt oder auch ganz alleine zu ihnen, um ihnen die neuesten Hilfsmittel vorzustellen. Wir informieren sie über das, was es Neues gibt. Wir treffen uns auch in den Kreis- und Gebietsgruppen mit sehenden Diabetikern, speziell von den DRK-Seniorengruppen.

Menschen, deren Sehvermögen durch Diabetes beeinträchtigt ist, haben begründetermaßen Angst, blind zu werden. Wie kommt man an die Menschen heran? Wie gehen die Betroffenen mit der Situation um, dass sie von erblindeten Diabetikern beraten werden?

Ich bin gerade in den letzten Tagen vom Krankenhaus angerufen worden. Dort ist eine junge Frau, die sehr schlecht sehen kann, sie ist seit einigen Jahren Diabetiker und hat einen sehr rasanten Anfall von Folgeerkrankungen. Nun hat sie die Bestätigung bekommen; sie wird in Kürze blind werden. Sie hatte sich an den Blindenverband gewandt, und ich bin dann auch so als Feuerwehr ins Krankenhaus gefahren und habe mit ihr einige Gespräche geführt. Ich hoffe, und sie hat auch zu mir gesagt, dass sie eben auch schon beruhigter ist, weil sie das Empfinden hat, sie braucht keine Angst haben, dass das Leben dann zu Ende ist.

Wir müssen einfach auch präsent sein und vermitteln. Es ist sicher schlimm, und jeder fällt in ein ganz ganz tiefes Loch, aber ich denke, wir können sie ein bisschen auffangen und ihnen ein wenig Mut machen.

Dazu dienen ja auch die Seminare, die Zusammenkünfte in Boltenhagen. Kann man dort auch teilnehmen, wenn man nicht in Mecklenburg-Vorpommern wohnt?

Die Mitglieder, die dort hinkommen, sind unsere Multiplikatoren. Sie gehen aus dieser Veranstaltung mit mehr oder weniger neuem Wissen. Wir hatten auch schon Gäste aus anderen Bundesländern, aus Hamburg, aus Berlin. Wir finanzieren die ganze Sache im Augenblick aus drei Quellen. Unsere Mitglieder bezahlen einen Anteil, die medizinische Seite wird von der Krankenkasse unterstützt; von dort bekommen wir ggf. Honorarmittel, wobei die Ärzte sehr entgegenkommend sind. Die dritte Quelle ist das Sozialministerium gewesen.

Wenn eine dieser Quellen wegfällt, wird es so sein, dass unsere Mitglieder einen größeren Anteil zu tragen haben. Oder wir müssen neue Quellen finden.

Hoffen wir, dass es nicht so ein trockenes Jahr wird und die Quellen nicht versiegen. Wer sich näher interessiert, wo kann er sich hinwenden?

Wir haben ein Heft entworfen "Wer, wo, wann, was? Da steht drin, dass man sich bei Anne Schirmer in Schwerin bei Tag und Nacht melden kann, per Telefon (03 85) 4 86 70 14. Ich wünsche unseren "Süßen" alles Gute.

(Das Gespräch führte Dr. Thomas Nicolai, Kassetten-Ausgabe Originalton.)


Schon gewusst?
Was Frau und Mann anzieht (Teil 1)

Von Katharina Regehr

Über Dinge, die verborgen bleiben, wenn man sie nicht sieht.

Die Liebe kommt und geht, heißt es. Die Mode auch. Das Tempo allerdings, in dem sie das tut, wird immer rasanter. Deshalb wollen wir schnell noch einen Blick auf die Mode des Jahres 2000 werfen, bevor sie von neuen Trends abgelöst wird.

Stellen Sie sich eine junge, Frau vor, die wir von Kopf bis Fuß modisch kleiden müssten. Sie sollte, um dem Zeitgeist zu entsprechen, sehr schlank sein, fast schlaksig, mit ellenlangen, dünnen Beinen und einem eher kleinen Busen. Ihr glattes, längeres Haar hat sie seitlich gescheitelt und zu einem Pferdeschwanz gebunden.

Die Figur haben wir. Kommen wir zur Unterwäsche. . Entweder folgen wir dem Girlie-Trend und wählen den Baumwollslip mit Elastananteil, der mit kleinen rotweißen Karos bedruckt ist. Der BH darf ruhig ein bisschen auftragen. Oder wir bevorzugen die eher elegante Variante und greifen zu einem schlicht geschnittenen schwarzen Slip aus durchscheinender Mikrofaser und einem gleich gearteten Trägerhemd mit rundem Ausschnitt.

Nun geht's ans Oberteil. Qual der Wahl. Es hilft nichts, mehr als drei Varianten sind hier einfach nicht drin. Also:

1. Einen Pullover aus dünner Mohairwolle, der so lose gestrickt ist, dass alles, was darunter getragen oder auch nicht getragen wird, sichtbar bleibt. Denn Durchsichtigkeit ist "in." Und sichtbare Haut ist auch "in".

2. Eine tailliert geschnittene Bluse aus Baumwolle und Elastan. Wir können zwischen den Farben weiß, lila, pink, rot, himmelblau, olivgrün oder schwarz wählen und sind damit oben rum immer gut angezogen.

3.Kommen wir nun zu einem einfachen und doch raffinierten Oberteil: dem T-Shirt. Selten hat dieses sonst eher schlichte Stück so eine Artenvielfalt entwickelt. Die schrillsten Farbkombinationen sind hier en vogue, wie z.B. braun-himmelblau, grün-pink, lila-rot, oder gelb-braun. Dazu Gold- oder Silberglimmer, Aufdrucke von Glitzerherzen, Rosen, indischen Göttern oder chinesischen Drachen, und, nicht zu vergessen, auf buntem Grund kontrastierendes, schwarzes Schlangenmuster. Das modische T-Shirt ist eng geschnitten, hat lange, ausgestellte oder kurze Arme, einen gefährlich weiten oder entsetzlich engen Ausschnitt.

Kommen wir nun zu den langen Beinen unserer jungen Frau. Was ziehen wir ihr darüber? Am praktischsten wäre eine Jeans. Ihre modernste Variante ist aus einem dunkelblauen, harten, glatten Stoff und hat viel zu lange Beine, deren Enden umgeschlagen und großzügig nach oben geklappt werden. Manche Exemplare sind an den Beinsäumen mit bunt gewebten, glitzernden Bordüren versehen, die an indische Pracht erinnern. Sie lassen sich gut mit "Indien"-T-Shirts kombinieren.

Keine Modenshow ohne Rock. Besonders modern sind bodenlange Röcke oder solche, die knapp über die Knie reichen. Leicht ausgestellte Röcke aus zotteliger Wolle mit großem Karomuster sind der letzte Schrei. Manche haben Fransen und werden gewickelt. Sie sind gut als Decke zu gebrauchen, sollte die Mode eines Tages andere Wege gehen. Auch Leder ist gefragt: samtweiches Wild-, glattes Nappa- oder noppiges Straußenleder in allen Farben. Manche Röcke sind aus lauter kleinen Lederteilchen zusammengenietet oder -gehäkelt, andere haben Lochmuster oder sind mit blätter- und blütenförmigen Applikationen versehen.

Natürlich gibt es auch schlichte Röcke, aus fliederfarbenem Wollstoff etwa, knielang, mit einem 30 cm langen Schlitz. So was passt gut zur taillierten Bluse.

In der nächsten Folge erfahren Sie etwas über modische Schuhe, Mäntel und Accessoires. Ich würde mich freuen, wenn Sie dann wieder dabei sind.


Aus aller Welt:
Ein Huhn für den Doktor
Von Elke Schweisfurth

Der Siegener Augenarzt Dr. Hans Ulrich Frank operiert und behandelt sehbehinderte und fast erblindete Patienten in Cruzeiro do Sul, einer Stadt im brasilianischen Urwald.

Dr. Frank übernahm die humanitäre Aufgabe von einem Kollegen, der 1991 mit dem Aufbau einer Augenabteilung begonnen hatte. Die soziale Not der Bevölkerung ist groß im Staat Acre - ganz im Norden Brasiliens. Eine Folge der Armut ist die medizinische Unterversorgung. Der nächste Augenarzt in einer größeren, Stadt ist 500 Kilometer entfernt. Die Errichtung der Praxis im Anbau einer Missionsstation, die vom katholischen Spiritanerorden erhalten wird - sowie die nötigste medizinische Ausstattung - wurde durch Förderung von Kirche und Industrie und durch private Hilfe möglich. Eine Deutsche spendete 50.000 Dollar.

Die Patienten werden von Ordensschwestern und Eingeborenen betreut. Sechzehn Betten stehen zur Verfügung. "Ohne die Hilfe der von katholischen Padres geleiteten Station wäre unsere Arbeit nicht möglich", sagt Dr. Frank. "Die Patienten sind oft, viele Tage unterwegs, mit Booten, auch zu Fuß im Urwald, durch Dickicht und Morast", berichtet der Arzt. "Nicht selten bringen sie Schinken, Eier oder ein Huhn als Bezahlung mit." Wer etwas Geld hat, bezahlt: 20 Dollar für die Operation und 5 Dollar für die Behandlung. Auch die kleinste Summe fördert das Hilfsprejekt. Wer nichts hat, wird nicht fortgeschickt.

Der Siegener Mediziner mag seine Urwald-Patienten: "Die Leute stehen immer schon Schlange, wenn wir kommen, und sie sind so dankbar, anders als in Deutschland."

In den jeweils vier Wochen in der Missionsstation untersucht Dr. Frank 600 bis 800 Patienten und operiert bis zu 70 der fast oder ganz Erblindeten am Grauen Star. Dabei assistiert ihm Hannelore Münch, seine OP-Schwester im Siegener Stadtkrankenhaus. Schon am frühen Morgen beginnen die Operationen, nachmittags wird ambulant untersucht und behandelt.

Der Arzt lässt sich von den örtlich bedingten Schwierigkeiten in der medizinisch unterversorgten Stadt nicht entmutigen. Vom Staat bekommt er keinerlei Unterstützung, lediglich eine Sondergenehmigung für die ausländische Hilfsaktion in der Stadt Cruzeiro wurde erteilt. Strom erhält die Stadt nur durch Generatoren. "Wenn der Strom ausfällt", erklärt Dr. Frank, "müssen wir mit Taschenlampen weiterarbeiten. Die hohe Luftfeuchtigkeit schadet den Instrumenten. Trotzdem konnte ein Standard erreicht werden, der mit unserem medizinischen Stand vor 15 Jahren vergleichbar ist." Ein Beispiel für den Fortschritt: "Die erste Operation musste mein Vorgänger, der 1991 mit der Arbeit begann, noch auf dem Küchentisch ausführen." Auch Lid- und Schieloperationen, vor allem bei Jugendlichen und Kindern, stehen auf dem Tagesprogramm. Kompliziertere Eingriffe, zum Beispiel an der Netzhaut oder bei Grünem Star, sind noch nicht realisierbar. Von den Padres (lür Missionsstation erfuhr der Siegener Arzt jetzt, dass zwei brasilianische Kollegen ihn im Januar 2001 beim nächsten Aufenthalt in Cruzeiro du Sol in seiner Arbeit unterstützen wollen. Vielleicht - so hofft Dr. Frank - kann er die Augenstation einmal ganz an brasilianische Ärzte übergeben. Noch bleibt er im Einsatz gegen Not und Unterversorgung. Der Kampf gegen die Blindheit im Urwald geht weiter...

In Siegen arbeitet der bekannte Arzt und. Operateur in einer modernen Gemeinschaftspraxis auf dem neuesten Stand der augenmedizinischen Erkenntnisse. Die ehemalige Familienpraxis war bis 1979 von seinem Vater geleitet und vor über 50 Jahren vom Großvater mütterlicherseits gegründet worden.