Gegenwart 01 / 2006 - ausgewählte Beitträge

"Die Gegenwart" erscheint monatlich (Juli / August als Doppelnummer)

Jahresbezugspreis: 35 Euro (Abonnenten unter 21 Jahren zahlen den halben Preis).

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Frau Wolff
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Inhaltsverzeichnis

Editorial:

Bild, Bilder, Bildung

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

zum Start in das Jahr 2006 wünsche ich Ihnen im Namen all derer, die am Entstehen der "Gegenwart" beteiligt sind, Gesundheit und Wohlergehen.

200 Jahre Blindenbildung in Deutschland - dieses Jubiläum ist für den DBSV Anlass und Verpflichtung, sich für die Verbesserung der Bildungschancen blinder und sehbehinderter Kinder und Jugendlicher einzusetzen. Über einige Vorhaben berichteten wir bereits in der Dezember-Ausgabe 2005.

Für die Abonnenten der Schwarzdruck-Ausgabe wird Bildung in diesem Jahrgang besonders anschaulich, denn jeweils auf der Rückseite werden künstlerische Arbeiten von sehbehinderten Schülern der Berliner Paul und Charlotte Kniese-Schule abgebildet. Die Bilder sprechen für Lebensfreude und bewusste Wahrnehmung der Wirklichkeit. Man kann sich darauf freuen und bei der Weitergabe der Schwarzschrift-"Gegenwart" auf die Fähigkeiten sehbehinderter junger Menschen zur künstlerischen Gestaltung hinweisen.

In einigen Ausgaben wird es zudem Anekdoten aus dem Leben des Begründers der Blindenbildung in Deutschland, Johann August Zeune geben, dazu natürlich auch ein gebührendes Maß an Sachinformationen. So will die "Gegenwart" dazu beitragen, dass Sie sich ein möglichst umfassendes Bild vom Stand der Bildung blinder und sehbehinderter junger Menschen machen können.

Die "Gegenwart" wird Sie auch im Jahr 2006 Monat für Monat begleiten, mit aktuellen Themen aus der Verbandsarbeit und mit hilfreichen Tipps und Erfahrungen für Ihren Alltag. Die Redaktion nimmt Ihre Hinweise, Anregungen und Kritiken gern entgegen.

Ihr Dr. Thomas Nicolai 

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Verbandstag:

Fragen warten auf Antworten

Wie in der Dezember-Ausgabe angekündigt, veröffentlicht die "Gegenwart" in dieser und in den nächsten beiden Ausgaben Beiträge zu den Themen, die auf dem DBSV-Verbandstag im Mai diesen Jahres in fünf Arbeitsgruppen (AG) besprochen werden sollen. Die Delegierten des Verbandstages werden entscheidende Wegweiser für die Verbandsentwicklung der nächsten Jahre aufstellen.

Sie alle, liebe Leserinnen und Leser, sind aufgerufen, Ihre Meinung zu den vorgestellten Thesen und Fragestellungen zu sagen. Schreiben Sie Ihre Ideen, Vorschläge, Kritiken und Anregungen auf und schicken Sie diese bis spätestens 30.03.2006 an die

Redaktion "Die Gegenwart"
Rungestraße 19
10179 Berlin,
Fax: (0 30) 28 53 87-15
E-Mail: gegenwart@dbsv.org

Vermerken Sie im Betreff bitte das Thema zu dem Sie sich äußern. Ihre Zuschrift leiten wir dem jeweiligen Moderator der entsprechenden Verbandstagsarbeitsgruppe weiter.

Auszüge werden wir ggf. in der Rubrik "Leserpost" veröffentlichen.

Wenn Sie eine Veröffentlichung nicht wünschen, so vermerken Sie das bitte ausdrücklich zu Beginn Ihrer Ausführungen.

Zu folgenden Themen wird es in der "Gegenwart" Artikel geben:

Qualitätssicherung

bei Rehabilitation zur Bewältigung des Alltags (RBA) und anderen Dienstleistungen (AG 1)

Qualitätssicherung, was ist das überhaupt?

Vereinfacht gesagt ist es das schriftliche Fixieren dessen was (Produkte) für wen (Zielgruppen) angeboten wird bzw. werden soll, wie (Ausführung), wo (Räumlichkeiten) und wer (Qualifikation) es anbietet. An diesen Aussagen wird der Anbieter von Anderen, also Nutzern, Mitbewerbern oder Kostenträger, gemessen und verglichen. Das Versprochene muss also in der angegebenen Qualität auch geleistet werden. Damit trägt Qualitätssicherung auch zur internen Verbesserung bei.

Ist das für einen Blinden- und Sehbehindertenverein überhaupt notwendig?

War das Interview von Herrn Delgado (Gegenwart 11/05) so wie für Herrn Simon (siehe Leserbrief in dieser Gegenwart) eine Herausforderung?

Herr Simon und ich haben Gedanken schriftlich fixiert und damit stellen wir uns anderen, nämlich Ihnen! Es geht nicht darum, wer Recht hat, sondern um die Frage, wird das was wir anbieten - der "reine" Blindenverein von Herrn Simon oder der "qualitätsgesicherte" Blinden- und Sehbehinderten - intensiv nachgefragt?

Könnte es sein, dass eine Ursache für Mitgliederverlust fehlende Qualitätssicherung ist? Wo kann ein Interessent nachlesen, was wir anbieten? "In unseren Broschüren oder im Internet", werden Sie sagen. Doch darin stehen nur kurz gehaltene Informationen, also ein kleiner Ausschnitt aus einem Qualitätshandbuch. In der Broschüre werben Sie sicher mit qualifizierten MitarbeiterInnen, wie sieht diese Qualifikation aber tatsächlich aus?

Wenn die Verbände das Ziel haben, Anbieter nach SGB IX werden zu wollen, ist der Nachweis einer Qualitätssicherung Voraussetzung, weil vom Gesetzgeber vorgeschrieben. In der Arbeitsgruppe wollen wir deshalb auch unbegründete Furcht vor einer Qualitätssicherung abbauen, um sich positiv der damit verbundenen Arbeit stellen zu können.

Und was schreiben Sie auf, wenn Sie das Ihnen Wichtige im Verein schriftlich fixieren sollen?

Die Arbeitsgruppe "Qualitätssicherung bei RBA und anderen Dienstleistungen" macht Ihnen folgendes Angebot:

1. Welche Qualitätsstandards haben unsere bisherigen RBA-Angebote?

Der wahrscheinlich sehr unterschiedliche Ist-Stand in den 20 Landesverbänden des DBSV wird zurzeit in einer bundesweiten Interviewbefragung ermittelt, eine Auswertung wird der Arbeitsgruppe als Grundlagenmaterial verfügbar sein. Welche Schwankungsbreite hat die Angebotspalette innerhalb Deutschlands? Ist diese Schwankungsbreite gegenüber den Nutzern - noch - zu rechtfertigen oder sollte ein bundesweiter Standard gewährleistet werden, der nicht mehr unterschritten werden darf? Gibt es bereits qualitätsgesicherte Angebote in Deutschland? Wo, wer, wie? Was kann davon für Alle nutzbringend übernommen werden? Dies sind Fragen, auf die wir Antwort finden wollen.

2. Qualitätssicherung im DBSV bis zum Jahr 2010

Wir wollen uns, gestützt auf Ihre Erfahrungen, auf einen bundesweiten Standard (Angebote, Qualität, erforderliche Qualifikationen) für RBA-Angebote und andere Dienstleistungen verständigen. Gemeint ist ein Soll-Stand im Jahr 2010 und nicht der gemeinsame kleinste Nenner des heutigen Ist-Stands. Dafür sind Antworten zu finden auf folgende Fragen:

Wie kommen wir dahin, ohne "Lücken" zu lassen?

Wie helfen diejenigen, die schon weiter sind, denen, die "Nachholbedarf" haben? Was vom Bisherigen kann übernommen werden, was von Anderen? Kritisch zu fragen ist auch nach "Ballast" (Denkblockaden, Vereinsstrukturen, Finanzstrukturen), der über Bord geworfen werden muss.

Unser Ziel: Spätestens im Jahr 2010 veröffentlicht der DBSV ein RBA-Qualitätshandbuch, das bundesweit von Allen überzeugt getragen wird und gewährleistet, dass jeder sehbehinderte oder blinde Mensch ein qualitativ hochwertiges RBA-Angebot erhält, unabhängig vom Wohnort.

Wollen Sie beim Start für dieses Handbuch dabei sein und an seiner Gestaltung mitwirken? Dann freuen sich auf Ihre aufgeschriebenen Gedanken (bis 30. März 2006) und auf Ihre aktive Teilnahme im Mai in Berlin die Moderatoren Dr. Alfred Preuße, Annette Schacht und Jochen Fischer.

DBSV 2010 - 2020

Organisationsentwicklung in der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe (AG 2)

1. Vorbemerkung

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) ist der Spitzenverband der blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland; der DBSV umfasst in den 16 Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland 20 Landesblinden- und -sehbehindertenverbände. Er hat eine Vielzahl Korporativer Mitglieder aus dem Blinden- und Sehbehindertenwesen; u.a. andere bundesweit tätige Selbsthilfeverbände und potente Bildungseinrichtungen.

Die Strukturen der Landesverbände und die Dienstleistungsangebote sind unterschiedlich ausgestaltet.

Die Finanziellen Möglichkeiten der Landesverbände, aber auch die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind in den Bundesländern unterschiedlich.

Die gewachsenen Verbandsstrukturen ergeben heute auf der bundesdeutschen Landkarte ein uneinheitliches Bild.

Menschen, die erblinden oder sehbehindert werden, finden je nach Bundesland qualitativ und quantitativ sehr unterschiedliche Hilfsangebote vor. Im Interesse gleicher Teilhabe-Chancen für blinde und sehbehinderte Menschen in Deutschland ist über die Weiterentwicklung des derzeitigen Systems und über die verstärkte Nutzung von Synergie-Effekten zu diskutieren.

Mit meinen nachfolgenden Fragen und Vorschlägen möchte ich mit Blick auf den DBSV-Verbandstag 2006 hierzu Anstöße geben; ich freue mich auf Ihre Diskussionsbeiträge.

2. Wo gibt es konkret "Schwächen im System"?

Nach meinen Beobachtungen stelle ich u.a. folgende Schwachpunkte fest:

3. Wo wollen wir hin? Was können wir schrittweise voranbringen?

Mir ist klar, dass die finanziellen Rahmenbedingungen nicht besser werden; Zuschüsse der Öffentlichen Hand werden eher weniger als mehr.

Wir müssen also Kräfte bündeln und mögliche Ressourcen nutzen (z.B. Fördermöglichkeiten der Deutschen Behindertenhilfe "Aktion Mensch" oder von Stiftungen mit entsprechender Zwecksetzung).

Was bedeutet das konkret?


Solche Entwicklungen geschehen nicht von heute auf morgen; wir brauchen freilich Zukunftspläne, damit wir uns Schritt für Schritt in die richtige Richtung vorwärts bewegen. Zusammenschlüsse von Vereinen benötigen Annäherung und vertrauensbildende Maßnahmen; eine übergreifende Zusammenarbeit muss gewagt und gelebt werden. Manche "Denkblockade", aber auch eingefahrene Verhaltensweisen müssen über Bord geworfen werden.

4. Ziel muss es sein, dass wir auf allen Ebenen, von Europa, über den Bund, die Länder bis in die Landkreise und Städte gut aufgestellt und erreichbar sind.

Hierzu mache ich einen ganz konkreten Vorschlag: Unsere bundesweite DBSV-Servicenummer - wer kann Sie spontan aufsagen? - 01805-666456 könnte über einen bundesweiten Dienstleister durch geschulte blinde und sehbehinderte Tele-Berater bundesweit kompetent besetzt werden.

Sicher gibt es noch viele andere Ideen.

Christian Seuß  

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DBSV-Nachrichten:

Beraten und beschlossen

Schwerpunkt der DBSV-Präsidiumssitzung am 25.11.2005 war die Vorbereitung politischer Gespräche mit der neuen Bundesregierung. Baldmöglichst wird die neu berufene Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer (SPD), um ein Gespräch gebeten.

Dabei soll es insbesondere um die Initiativen für ein Bundesbehindertengeld und für ein Antidiskriminierungsgesetz gehen.

Mehrere Bundesminister werden vom DBSV zunächst schriftlich über aktuelle Belange informiert, zum Beispiel: Finanzierung der Schulungen in Lebenspraktischen Fähigkeiten, Zuständigkeiten bei beruflicher Rehabilitation, Wahlschablonen, Assistenz für Eltern mit Behinderungen.

Vor dem Hintergrund der neuen EU-Postrichtlinie, die eine weitere Liberalisierung im Postverkehr vorsieht, wird sich der DBSV dafür einsetzen, dass die kostenfreie Beförderung von Blindensendungen unbedingt erhalten bleibt.

Es wurde darüber informiert, dass sich die Hörfilmbeauftragten der Landesvereine zu einem Fachgespräch am 24. Januar in Berlin treffen. Am gleichen Tag wird der Hörfilm-Preis des DBSV zum 4. Mal verliehen.

Das Jahrbuch 2007 ist in Vorbereitung. Themenvorschläge sowie Manuskripte nimmt das Redaktionsteam bis März 2006 entgegen.

Medibus - die Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen wurde als Korporatives Mitglied des DBSV aufgenommen.

Für die Instandsetzung einer Stromleitung in einer Blindenschule in Kamerun stellt der DBSV 3000 EUR zur Verfügung (die "Gegenwart" wird über das Projekt berichten).

Gespräch ohne Ergebnis

Mit der Hoffnung, dass in letzter Minute der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Dieter Althaus, von dieser Kahlschlagpolitik abweicht, fuhren DBSV-Präsident Jürgen Lubnau und der Vorsitzende des BSV Thüringen, Peter Och, am 02.12.2005 nach Erfurt zu einem persönlichen Gespräch mit dem Landesvater, an dem auch Sozialminister Zeh teilnahm.

Mit den einführenden Worten des Ministerpräsidenten, die CDU-Fraktion habe es ja schon beschlossen - war klar, dass das Gespräch mehr oder weniger eine Formsache bleiben würde. Nachteilsausgleiche dieser Art stammten aus der Zeit von Norbert Blüm; das könne man sich nicht mehr leisten. Möglicherweise werde es ja mit der Reform der Pflegeversicherung neue Ansätze geben, so Althaus.

Ab 2006 sollen nur noch blinde Menschen, die das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, Landesblindengeld in Höhe von 300 EUR erhalten. Eine entsprechende Novellierung des Thüringer Blindengeldgesetzes wurde mit Artikel 14 des Haushaltsbegleitgesetzes in den Landtag eingebracht. Wenn diese Ausgabe der "Gegenwart" erscheint, ist die Entscheidung über den Doppelhaushalt 2006-2007 (Termin: 22.12.2005) gefallen.

Man könnte von einer wirklichen Weihnachtsüberraschung sprechen, wenn sich Herz und Verstand einzelner CDU-Abgeordneter dem Fraktionszwang widersetzt hätten.

Der BSV Thüringen jedenfalls will seine Anstrengungen zum Erhalt eines einkommens- und vermögensunabhängigen Blindengeldes fortsetzen, und der DBSV gibt hierfür jede nur mögliche Unterstützung.

Dr. Thomas Nicolai 

Aktuelle Informationen zum Blindengeld und zu anderen brisanten Themen gibt es im kostenlos erhältlichen E-Mail-Newsletter des DBSV dbsv-direkt.

Wer dbsv-direkt beziehen möchte, braucht lediglich eine E-Mail ohne Inhalt und Betreff an folgende Adresse zu schicken: join-dbsv-direkt@kbx.de

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In Kürze:

Aktualisierte REHADAT-CD-ROM erschienen

Über 80.000 Informationen zu Behinderung, Integration und beruflicher Teilhabe veröffentlicht REHADAT, das Informationssystem zur beruflichen Rehabilitation. Aktualisiert wurden Hilfsmittel, Praxisbeispiele, Literatur, Forschung, Recht, Adressen, Werkstätten und Seminare.

Neu auf dieser CD sind beispielsweise verbesserte Suchmöglichkeiten im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung, das REHADAT in Verbindung mit der Hilfsmitteldatenbank (23.000 Produkte) anbietet. Dort kann man nun nach Herstellernamen, Produktbezeichnung und Positionsnummer suchen, auch Kombinationen sind möglich. Die im Hilfsmittelverzeichnis enthaltenen Produkte mit dazugehörigen Definitionen, Indikationen und Festbetragsregelungen entsprechen dem Stand des Bundesanzeigers Herbst 2005.

Interessenten können die CD unter der
Tel.: (02 21) 49 81-8 44 oder bei
gall@iwkoeln.de bestellen.

REHADAT kann entweder auf CD-ROM, die alle sechs Monate erscheint, genutzt werden oder im Internet unter www.rehadat.de

Künstleragentur

Mit Handicap Event Management hat sich eine Agentur gegründet, die behinderte Künstler nicht nur an Veranstalter vermittelt, sondern ihnen den Weg umfassend durch die verwirrenden Pfade der Branche ebnen will. Am 07. und 08.05. findet eine große, von Handicap Event Management initiierte Veranstaltung mit sehbehinderten und blinden Künstlern in Hof statt. Behinderte Künstler können sich gern bei der Agentur melden.

Weitere Infos unter
www.handicap-event-management.de

Autofahren

Das nächste Autofahren für Blinde in Sachsen, organisiert durch die Kreisorganisation Muldental des BSV Sachen in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Fahrlehrerverband, findet am 13.05. auf dem Gelände der neuen Leipziger Messe statt.

Weitere Informationen unter
Tel.: (03 42 93) 42 14 9
Internet: www.bsvs-muldental.de

Weiterbildung "Kundenorientierung am Telefon"

Noch einige Plätze sind beim Weiterbildungsseminar "Kundenorientierung am Telefon" frei, das vom 12. bis 24.03. im BFW Düren angeboten wird. In dem zweiwöchigen Intensivtraining geht es von A wie Aussprache bis Z wie Zufriedenheit um das ABC des kundenorientierten Verhaltens in Standard- und Problemsituationen. Schwerpunkte des Seminars sind: Stimm- und Sprechtechnik, erfolgsorientierte Gesprächsführung, Arbeitstechniken zur Informationsverarbeitung, Stressbewältigung und Selbstmotivation.

Weitere Informationen und Anmeldung:
BFW Düren
Helmut Stahl
Tel.: (0 24 21) 59 82 03

Schnupperstudium

Das Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium (DoBuS) veranstaltet am 14. und 15.02. erneut ein zweitägiges Schnupperstudium zum Thema "Studieren mit Behinderung/chronischer Krankheit". Die Veranstaltung richtet sich zum einen an alle sehbehinderten und blinden, körperbehinderten und hörgeschädigten sowie chronisch kranken studieninteressierten Schüler und Schülerinnen, für die ein Studium an der Universität Dortmund möglicherweise in Frage kommt. Zum anderen sind auch behinderte und chronisch kranke Studienanfänger/innen herzlich zu der Veranstaltung eingeladen; Anmeldeschluss: 20.01.

Nähere Informationen bei:
Universität Dortmund
Fakultät Rehabilitationswissenschaften
Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium
z.Hd. Birgit Rothenberg
Emil-Figge-Str. 50, 44221 Dortmund
Tel. und Fax: (02 31) 755-28 48
Schreibtelefon: (02 31) 7 55-53 50
E-Mail: birgit.rothenberg@uni-dortmund.de
Internet: www.unidortmund.de/dobus/schnupp/schnupp.htm

Schulung zum DAISY-Gerät PTR 1

Vom 10. bis 12.03. bietet die Firma Baum Retec AG auf Anregung des BSV Mecklenburg-Vorpommern für die Benutzer des DAISY-Geräts PTR 1 einen Wochenendlehrgang im AURA- Hotel "Ostseeperlen" Boltenhagen an. Jeder Teilnehmer muss sein PTR1-Gerät mitbringen.

Anmeldung bei:
AURA- Hotel "Ostseeperlen" Boltenhagen
Tel.: (03 88 25) 37 00
E-Mail: ostseeperlen@t-online.de

Singwoche in Bad Liebenzell

Vom 04. bis 12.03. veranstaltet der Blinden- und Sehbehindertenverband Ost-Baden-Württemberg e.V. wieder eine Singwoche im Rudolf-Kraemer-Haus. Wer Freude am Chorsingen hat, ist herzlich dazu eingeladen.

Bei Ihrer Anmeldung geben Sie bitte Ihre Stimmlage an.

Nähere Informationen und Anmeldung bei:
Rudolf-Kraemer-Haus
Tel.: (0 70 52) 9 20 40

AURA-Pension Haus "Grünes Herz"

Attraktionen in Georgenthal im 1. Quartal 2006:

01. bis 04.02. Schneeschuhwanderungen rund um Oberhof

05. bis 13.02. Wintererlebnis pur im Thüringer Wald; mit Bobfahren, Pferdeschlitten-Tour und Spaßbad-Besuch; beliebt auch bei Familien mit Kindern, Skilanglauf mit Einzel- oder Gruppentraining

18. bis 22.03. Bachwoche u.a. mit Führung durch Arnstadt auf den Spuren Bachs, kennen lernen der Orgel in der Bachkirche durch hören und ertasten des Instruments

18. bis 21.05. Vogelstimmen-Seminar

Weitere Informationen bei:
AURA-Pension Haus "Grünes Herz"
Schwimmbachstr. 4, 99887 Georgenthal/Thür.
Tel.: (03 62 53) 3 05-0
Fax: (03 62 53) 305-36
E-Mail: gruenes-herz@bsv-thueringen.de
Internet: www.bsv-thueringen.de

neu ab Januar 2006:
Internet: www.aura-pension-georgenthal.de
E-Mail: info@aura-pension-georgenthal.de

Angebote im Hotel-Residenz AURA Zentrum Bad Meinberg

13. bis 19.02. Lipperland - Winterland

22. bis 26.02. Kommunikationsseminar

03. bis 05.03. Die Hand als Kommunikationsmittel

05. bis 11.03. Hör mal zu! Woche für das Ohr
Behandelt werden Hörspiele, Hörbücher, Hörzeitschriften und das gesprochene Wort

19. bis 24.03. Englisch Kurs

26.03. bis 01.04. Französisch Kurs

Schon vormerken!!!!

06. bis 12.05. Wandern im Teutoburger Wald

Bitte fordern Sie unsere Hotelbroschüre an!

Hotel-Residenz AURA Zentrum
Tel.: (0 52 34) 90 40
Internet: www.aura-zentrum.de
E-Mail: info@aura-zentrum.de

AURA-Hotel Saulgrub mit freien Plätzen

04. bis 07.03. Qi Gong Yang Sheng und Wing Chun

04. bis 11.03. Skilanglauf für Einsteiger

04. bis 11.03. EDV-Kurs MS Word für Fortgeschrittene

18. bis 21.03. EDV-Kurs speziell für Sehbehinderte

Der Veranstaltungskalender 2006 kann angefordert werden unter:
AURA-Hotel Saulgrub Kur- und Begegnungszentrum Saulgrub
Tel.: (0 88 45) 99-0
E-Mail: saulgrub@bbsb.org
Internet: www.bbsb.org

AURA Pension Haus Hubertus/Mündersbach gGmbH

22. bis 27.01.: "Frisch wie der Wind" Urlaub im Westerwald

23. bis 28.01.: Sparangebot, 5 Tage reisen zum 3 Tage Preis

29.01. bis 03.02.: Kochen für Gourmets - Herren an den Herd

03. bis 05.02.: Orientalische Träume aus 1001 Nacht

05. bis 10.02.: Hier geht's um die Wurst

Weitere Informationen und Anmeldung:
AURA Pension Haus Hubertus/Mündersbach gGmbH
Tel.: (0 26 80) 9 51 00
E-Mail: aura-muendersbach@bsbh.org

Sehbehindertenseminar in Rochsburg

Die Arbeitsgruppe Belange Sehbehinderter des BSV Sachsen e.V. lädt seine Mitglieder in die AURA-Pension "Villa Rochsburg" vom 15. bis 17.03. und vom 17.03. bis 19.03. zu einem Sehbehindertenseminar ein. Die Themen sind Alternative Behandlungen bei Augenerkrankungen und Motivation der Selbstheilungskräfte.

Weitere Informationen und Anmeldung bei
AURA-Pension "Villa Rochsburg" unter
Tel.: (03 73 83) 8 34 01 oder nur Informationen bei
Gerold Böhme
Tel.: (03 50 55) 6 95 91 oder (03 50 55) 6 17 30

AURA-Hotel Timmendorfer Strand

10. bis 12.03. Der Erfahrbare Atem nach Prof. Ilse Middendorf
Durch das Üben mit diesen Atemweisen wird das Empfindungsbewusstsein im Innen und Außen geweckt.

12. bis 17.03. Thomas Mann und Buddenbrooks. Vormittags gibt es einführende Vorträge, nachmittags wird in Lübeck im Buddenbrookhaus der Roman greifbar.

18. bis 25.03. Wohlfühlmomente. Massierende Hände genießen, Entspannungstechniken lernen, Wellenrauschen am Strand hören ...

26. bis 31.03. Backsteingotik an der Ostseeküste.

Mehr Information:
Tel.: (0 45 03) 6 00 20
E-Mail: timmendorfer-strand@aura-hotels.de
Internet: www.aura-timmendorf.de

Krimitage in Timmendorfer Strand

Der 5. Mord in Timmendorf wird ein Fall für die Gerichtsmedizin. Dr. Anders, Rechtsmediziner aus Hamburg, wird während des Krimiwochenendes (03. bis 05.02.) aus seinem Berufsalltag berichten.

Anmeldung im
AURA-Hotel Timmendorfer Strand
Tel.: (0 45 03) 6 00 20

Skilanglauf in Finnland

Skilanglauf erlernen und genießen, Schneeschuhwandern und eine Hundeschlittenfarm besuchen - das sind Programmpunkte eines natursportlichen Urlaubsangebotes in Finnland vom 29.03. bis 08.04.

Weitere Informationen unter
www.frauenoutdoor.de oder telefonisch unter
(05 21) 1 64 00 20

Geschichte hören und fühlen

Diese Führung auf dem Schloss Hohenlimburg ist speziell für blinde Kinder konzipiert, aber durchaus auch für Erwachsene interessant. Über das Leben auf einer mittelalterlichen Burg gibt es spannende Geschichten zu hören, aber auch Töne wie das Echo im tiefen Brunnen, die Burgglocke auf dem Dachboden und Musik im Fürstensaal. Viele Gegenstände und Gebäudeteile können auch ertastet werden. Gruppen sollten sich anmelden.

Nähere Informationen unter
Tel.: (0 23 34) 27 71

Hörtipp: Das Küchenkarussell

Hier dreht sich alles um Essen und Trinken. Zeitschriftenbeiträge über internationale Esskultur und Warenkunde über Lebensmittel wechseln sich ab mit Kochrezepten, Medientipps und praktischen Anregungen, die Blinden bei ihrer Arbeit in der Küche helfen. Das "Küchenkarussell" kann von Kassette oder DAISY-CD gehört werden.

Probekassette bei
Aktion Tonband-Zeitung für Blinde e.V.
Tel.: (0 55 31)71 53
E-Mail: atz@blindenzeitung.de

Ausstellung

Noch bis zum 17.02. ist die Ausstellung "Handzeichen" und "Lichte(e)Momente" mit Bildern und Texten von Claudia C. Strauß und Karin Rüttimann im Kleisthaus, Mauerstr. 53 in Berlin-Mitte zu sehen.

Zwei Kunstprojekte von zwei Frauen, die sich in ihrer Form klar unterscheiden und deren Inhalt sich voneinander abzugrenzen scheinen, bei anderer Betrachtung auch ergänzen könnten.

Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 9 bis 18 Uhr

Zentraler Karten-Sperr-Notruf

Jetzt ist die offiziell einheitliche Rufnummer 116 116 zum Sperren von EC- und Kreditkarten, Handys, Mitarbeiterausweisen und anderen elektronischen Berechtigungen wirksam. Die mit dem Systembetrieb beauftragte Frankfurter "Sperr-Notruf 116 116 GmbH" sperrt Medien nicht selbst, sondern leitet Anrufer über zwei Call-Center an die jeweiligen Herausgeber der elektronischen Berechtigungen weiter. Innerhalb Deutschlands ist die Nutzung der Nummer gebührenfrei.

Bei Anrufen aus dem Ausland fallen providerabhängige Verbindungskosten an.

"Hören, was andere sehen"

Kopfhörerplätze für blinde und sehbehinderte Stadionbesucher - das ist eine Gemeinschaftsaktion der Spielvereinigung Greuther-Fürth und der Sportfreunde Ronhof. Zum ersten Mal wurden im Herbst 2005 blinde Kleeblatt-Anhänger ins Playmobil-Stadion eingeladen und mit Hilfe modernster Technik über Kopfhörer über den aktuellen Spielverlauf informiert. Bei Heimspielen wurde für dieses Projekt gesammelt.

Weiterhin haben Spieler wertvolle Trikots aus der Nationalmannschaft und/oder Bundesliga zugunsten dieser Aktion versteigert. Bei allen Heimspielen sollen blinde und sehbehinderte Fans (auch die Fans der Gastmannschaften) nun den Extra-Service bekommen.

Tickets können per
E-Mail: kirchner@greuther-fuerth.de oder per
Fax: (09 11) 97 67 68 15
bestellt werden.

Bei Vorlage eines entsprechenden Schwerbehindertenausweises ist eine Begleitperson frei.

Interessierte, die keine verfügbare Begleitung haben, können gerne auf das ehrenamtliche Angebot der Sportfreunde Ronhof zurückgreifen;

E-Mail: kopfhoerer@sportfreunde-ronhof.de
Tel.: (09 11) 9 80 39 08

DZB aktuell

Wir gratulieren dem 111. Abonnenten der DAISY-TV, Herrn Horst Zinnert aus Erlangen, zum Gewinn eines DAISY-Players "Victor Wave", der anlässlich des 111. Geburtstages der DZB am 11.11.2005 vom Förderverein der DZB gesponsert wurde.

VzFB aktuell

"Das kleine Horoskop für alle Sternzeichen" zusammengestellt von Hademar Bankhofer. Hannover: VzFB - Punktdruck: 2003, Kurzschrift 1998, DIN A4, flexibler Einband, auch auf Diskette lieferbar.

Zu beziehen beim
VzFB
Tel.: (05 11) 9 54 65-80/-85

Mit leichter Sprache durch Münster

Mit einem vom Verein Zugvogel e.V. speziell für die Stadt Münster entwickelten Reiseführer in leichter Sprache gibt es nun ein neues Angebot, mit dem die Sehenswürdigkeiten der Stadt Münster leichter erkundet werden können.

Dieser ist für alle gedacht, die nicht gut schwierige Texte lesen und verstehen können. Für Menschen mit Lernschwierigkeiten, die allein oder in einer kleinen Gruppe reisen möchten. Für Menschen, die nicht gut lesen können, aber auch für Kinder, die ihre Eltern einmal durch Münster führen wollen. Mit diesem Reiseführer kann jeder selbst den Weg finden.

Nähere Informationen und Bestellung bei:
Zugvogel e.V.
Achtermannstr. 12, 48143 Münster
Tel.: (02 51) 9 87 96 88
Fax: (02 51) 9 87 96 89
E-Mail: zugvogel@muenster.de
Internet: www.muenster.org/zugvogel

Lokale Hörzeitung für Kassel

Ab Januar 2006 gibt es endlich auch Lokalnachrichten für den Raum Kassel zum Hören. Wöchentlich lesen Ehrenamtliche 90 Minuten Auszüge aus der "Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen", der Nordhessenseite der "Frankfurter Rundschau" und aus dem "Kulturmagazin Kassel".

Die Hörzeitung erscheint als DAISY-CD und als Kassette zum Selbstkostenbeitrag. Eine Probeausgabe ist kostenlos.

Auskunft gibt die
Aktion Tonband-Zeitung für Blinde e.V. (ATZ)
Postfach 1421, 37594 Holzminden
Tel.: (0 55 31) 71 53
E-Mail: atz@blindenzeitung.de

Die ATZ informiert mit einer kostenlosen Hör-Info auch über ihr Gesamtangebot und die Möglichkeiten, weitere Lokalzeitungen zu gründen.

Wer kennt sie alle?

Die Auskunft über Hörzeitungen, bessere Informationen über das Angebot an Hörzeitungen bietet eine Internet-Auskunft, die nicht zuletzt Beraterinnen und Berater der Blindenselbsthilfe unterstützen soll. Die Aktion Tonband-Zeitung für Blinde hat mit dem Aufbau dieser Datenbank begonnen, die alle in Deutschland verfügbaren Blinden-Hörzeitungen aufnehmen soll, auch wenn sie nur örtlich oder in Fachkreisen zugänglich sind.

Die ATZ bittet um Hinweise, damit dieses Ziel erreicht werden kann.

Hinweise an:
Hermann Dremel
Tel.: (0 55 31) 71 53
E-Mail: hd@blindenzeitung.de
Internet: www.blindenzeitung.de/ztg/

Vorlesedienst für blinde und sehbehinderte Mitglieder

Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) bietet seinen blinden und sehbehinderten Mitgliedern einen Vorlesedienst für seine Zeitschrift Humanes Leben - Humanes Sterben an. Ausgewählte Texte kann man per Tonbandkassette bekommen. Die Kopie des Schwerbehindertenausweises berechtigt zur kostenlosen Ausleihe der Zeitschrift.

Nähere Informationen und Bestellung bei
DGHS
Tel.: (0 30) 4 16 99 19

"Lichtblick" als DAISY-Buch

Das Buch "Lichtblick" von Kurt Schorn, das in der "Gegenwart" 10/2005 rezensiert worden ist, steht als DAISY-Buch auf CD-ROM in der Westdeutschen Blindenhörbücherei Münster sowie in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig zur Ausleihe zur Verfügung.

Kundendialog der DB

Unter der Nummer 01805-19 41 95 (12 Cent pro Minute) erreicht man eine Hotline der Deutschen Bahn für Fragen, Anregungen, Wünsche und Kritiken.

Berichtigung

In der Ausgabe 11/2005 hatten wir über das Mobilitätsportal ÖPNV-Info des Vereins Seh-Netz e.V. informiert.

Die direkte ÖPNV-Hotline hat die
Rufnummer 01803-6 84 39 89 00 (9 Cent/Min.)
E-Mail-Kontakt: post@oepnv-info.de

BIT-TIPP: Gauner und Schurken

Wie führt man ein ganzes Königreich an der Nase herum? Zwei legendäre Betrüger präsentieren die Sensation des Jahrhunderts und sind bald ihres Lebens nicht mehr sicher ...

Mit Robert Löhrs schlitzohrigem Ganovenstück "Der Schachautomat" startet das BIT-Zentrum seine neuen Fortsetzungsromane für 2006.

Ebenfalls aktuell fertig gestellt: "Schmetterlingstage" von Eileen Ramsay. Eine Erbschaft, ein malerisches Cottage in Schottland und eine geheimnisvolle Liebesgeschichte, die "ebenso mitreißt wie berührt" (Wortgestöber).

Beide Romane erscheinen preisreduziert in Kurz- und in Vollschrift.

Kostenlose Leseproben erhalten Sie beim
BIT-Zentrum
Tel.: (0 89) 5 59 88-134 (Frau Elmer) oder -144 (AB)
E-Mail: bit@bbsb.org

Fische zum Anfassen

Wie sieht eigentlich ein Barsch, eine Meerforelle - in Gegensatz dazu eine Bachforelle - wie gar ein Seeteufel aus?

Diese Fragen wird Ihnen Frau Kempf auf der Düsseldorfer Messe "Boot", Sportfischer-Center, Halle 2, vom 21.01. bis 29.01., zum Thema "Präparierte Fische zum Anfassen" übermitteln.

Nähere Informationen und Anmeldung bei
Anja Kempf
Tel.: (04 71) 7 73 82
Internet www.blindengalerie.de

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Aus aller Welt:

EBU-Arbeitsgruppe für Erziehung und Bildung tagte in Premantura

Zu ihrer 2. Sitzung in der laufenden Legislaturperiode trat die EBU-Arbeitsgruppe für Erziehung und Bildung vom 15. bis 18.9.2005 in Premantura (Kroatien) zusammen. Auf der Tagesordnung standen u.a. die Beratung der Ergebnisse wichtiger Konferenzen und Veranstaltungen zum Thema Blinden- und Sehbehindertenbildung seit dem letzten Treffen der Arbeitsgruppe, Informationen über die Situation des Blinden- und Sehbehindertenbildungswesens in den vertretenen EBU-Mitgliedsländern sowie die Erstellung eines europäischen Verzeichnisses der Hilfsmittel im Bildungsbereich. Hier wurde vereinbart, dass eine entsprechende Anfrage an die EBU-Mitgliedsorganisationen sowie an den ICEVI (Internationaler Verband der blinden- und Sehbehindertenpädagogen) ergehen soll. Zusätzlich soll auf den Webseiten der Blinden- und Sehbehindertenorganisationen nach möglichen Informationen gesucht werden. Das Hilfsmittelverzeichnis soll bis Ende kommenden Jahres fertig gestellt und in die Homepage der EBU eingestellt werden. Einen weiteren Schwerpunkt der Beratungen bildete schließlich der Entwurf eines Fragebogens zu blinden und sehbehinderten Schülern in der integrativen und seggregierten Beschulung, den der DBSV vorgelegt hatte. Der Fragebogen gliedert sich in vier Abschnitte mit 32 überwiegend geschlossenen Fragen, mit denen u.a. nach dem Mobilitäts- und Freizeitverhalten, nach dem Vorhandensein von Bezugspersonen und Hilfsangeboten, nach der sozialen Integration und Selbstachtung gefragt wird. Auf Vorschlag von Italien soll der Fragebogen noch um weitere Fragen ergänzt werden (Zugang zu Schulbüchern, Spielen und Notenschriften, Qualität der Produkte, Zuständigkeit für die Bereitstellung der Schulbücher). Der Fragebogen soll mit einem Begleitschreiben, das u.a. Informationen über den Hintergrund der Befragung enthält, über das EBU-Büro an die EBU-Mitgliedsorganisationen versandt werden.

Helga Neumann und Hans Kaltwasser  

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Jubiläum:

Von der Erziehung blinder Kinder zur bürgerlichen Brauchbarkeit

150 Jahre Nikolauspflege. Ein Streifzug durch die Stiftungsgeschichte.

"Nikolauspflege - das ist doch die Blindenschule oben am Kräherwald", so hat es sich bei manch älterem Stuttgarter eingeprägt. Und tatsächlich, der Gebäudekomplex existiert bis heute. Aber nicht mehr als Blindenanstalt, sondern als Teil eines modernen Kompetenzzentrums, das mit seinen Einrichtungen und Angeboten für blinde und sehbehinderte Menschen über die Landesgrenzen hinaus weit verzweigt ist. 2006 feiert die Stiftung 150-jähriges Jubiläum.

Mit einem Brief aus dem Jahre 1847 fing alles an. Die Absenderin war keine geringere als Kronprinzessin Olga, spätere Königin von Württemberg. Das Schreiben ging an einen gewissen Gottlieb Friedrich Wagner, der als Gründungsvater in die Geschichte der Nikolauspflege eingegangen ist. Sie wünsche seine ehrenwerten Absichten fortan unter ihren persönlichen Schutz zu stellen, teilt die Monarchin dem einfachen Privatlehrer mit, worüber dieser mehr als erleichtert gewesen sein dürfte. 20 Jahre hatte Wagner bis dahin bereits in die Erziehung und den Unterricht blinder Kinder investiert, zunächst weitgehend auf eigene Faust und aus eigener Tasche. Sein aufopferndes Bemühen muss sich rasch herumgesprochen haben, denn die Zahl "armer und verwahrloster Kinder", die verzweifelte Mütter und Kirchendiener vor seiner Tür abluden, stieg von Jahr zu Jahr.

Es war die Zeit der beginnenden staatlichen Armenfürsorge und der vom Bildungsbürgertum wie auch vom Königshaus getragenen Wohlfahrt, in der Wagner - ganz in der Tradition der frühen Rettungs- und Erziehungshäuser - ein privates Wohnhaus als so genanntes "Kosthaus" für sich und seine Schützlinge anmietete.

Schon bald war der Umzug in ein größeres Domizil erforderlich. Doch gemessen an der Zahl der Aufnahmegesuche reichte der Platz wieder nicht lange aus.

Gründung der "Nikolaus-Pflege für blinde Kinder" im Jahre 1856

Am 15. Oktober 1856 eröffnete Kronprinzessin Olga die neu errichtete Blindenanstalt in der Forststraße 18 in Stuttgart und benannte sie nach ihrem verstorbenen Vater Zar Nikolaus I. von Russland. Während Wagner bis dahin kaum mehr ausrichten konnte, als die ihm anvertrauten Mündel mit bescheidensten Mitteln "für ihre bürgerliche Brauchbarkeit zu bilden und dadurch ihren bedauernswerthen Zustand zu erleichtern", trägt die neu gegründete Blindenanstalt, die nun überwiegend von "Staatszöglingen" besucht wird, bereits Züge einer zeitgemäßen Bildungseinrichtung.

Die Nikolauspflege:
Eine Großfamilie platzt aus allen Nähten

1863 war das Haus mit 34 blinden Schülern abermals bis unters Dach voll. Aus alten Rechenschaftsberichten wissen wir, dass die Nikolauspflege bis 1900 nur knapp die Hälfte aller württembergischen Blinden zwischen fünf und 18 Jahren aufnehmen konnte. Ein wachsendes Dilemma bahnte sich an, denn wir wissen auch, dass dem starken Zustrom das Ideal überschaubarer bürgerlicher Familienstrukturen entgegenstand, das wegen seines positiven "sittlichen Einflusses" nicht angetastet werden sollte. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein begriffen sich alle Anstalts- und Einrichtungsleiter in diesem Sinne als Familienoberhäupter der Nikolauspflege, die auch als Hausväter der großen Blindenfamilie auf dem Gelände wohnten.

Zwischen 1906 und 1908 wurde dennoch, damals außerhalb der Stadtgrenze Stuttgarts, die Nikolauspflege am Kräherwald erbaut. Das neue Haupthaus war für 80 bis 100 Personen, das Gelände auf die Möglichkeit räumlicher Erweiterung angelegt. 1939 lag die Belegungszahl mit 107 Personen erneut über dem Limit, 1956 war sie auf 193 angewachsen. Ein halbes Jahrhundert später betreut die Nikolauspflege alles in allem rund 1800 Menschen - zum Glück jedoch nicht nur am Kräherwald und auch nicht allein in Form stationärer Angebote.

Das langsame Ende der Asyle und Versorgungsanstalten

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts prägte Direktor Decker das Bild der Nikolauspflege mit einer Maxime, die bis heute richtungsweisend ist. Die Blindenanstalten, so Decker in einem Rechenschaftsbericht von 1901, seien nicht allein Asyle oder Versorgungsanstalten, "sondern Häuser, welche in ernster Erziehungsarbeit bestrebt sind, ihre Zöglinge so nahe als möglich dahin zu bringen, dass sie in intellektueller und in wirtschaftlicher Hinsicht im Leben gleichwertig neben ihren sehenden Mitmenschen zu stellen vermögen". Decker war überzeugt, dass dies von zwei zentralen Fragen abhing: Der Ausdifferenzierung der schulischen und beruflichen Bildungsangebote einerseits, und einer strengen, auf die Anpassung an bürgerliche Werte und Normen ausgerichteten Erziehung andererseits.

Öffnung für sehbehinderte und mehrfachbehinderte Menschen

Im Rückblick könnte man meinen, die Nikolauspflege sei lange Zeit eine reine Blindenanstalt gewesen. Tatsächlich gab es bereits vor hundert Jahren erste Ansätze, die mehrfachbehinderte Kinder einschlossen. 1912 wurde eine Hilfsklasse für "geistige und körperliche schwache und gebrechliche Schüler" eingerichtet. Häufig werden Lernschwäche, Verhaltensauffälligkeiten, körperliche Beeinträchtigungen und Epilepsie als Grund für die Notwendigkeit genannt. Ab 1927/28 wurde die erste "Sonderklasse für Sehschwache" geführt. Als einer der erklärten Schwerpunkte der Nikolauspflege tauchen Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit mehreren Behinderungen allerdings erst seit Kurzem wieder auf.

Die Nikolauspflege zur Zeit des Nationalsozialismus

Es gibt Belege, dass an der Nikolauspflege "rassehygienische Maßnahmen" wie Zwangssterilisationen durchgeführt wurden und der Geist des Nationalsozialismus in allen Ritzen des Gemäuers steckte. Alte Aufnahmen zeigen nicht nur einschlägige Symbole wie Hitlergruß und Hakenkreuze; wir haben zudem konkrete Kenntnis von der üblen Behandlung der ukrainischen Zwangsarbeiterinnen Sina und Maria und dem Schicksal von "Tante Tilly". Über zwanzig Jahre hatte die Jüdin Tilly Lahnstein der Nikolauspflege als ehrenamtliche Helferin treue Dienste geleistet. Ihre Spur verliert sich im August 1942 im Konzentrationslager in Theresienstadt.

Räumliche Ausdehnung und innere Reformen

Die Geschichte der Meilensteine in der Entwicklung der Nikolauspflege ist lang und wird mit jedem Jahr länger. Angefangen von der Einrichtung der Korbwerkstatt 1860 über die Gründung des Berufsbildungswerks Stuttgart 1976 bis zum Umzug der Stiftung ins "Louis-Braille-Haus" in Stuttgart Mitte im Jahr 2005 und den damit verbundenen inhaltlichen Neuerungen ließen sich noch viele interessante Details nachzeichnen.

Der Tübinger Historiker Oliver Häuser hat den Weg für die Aufarbeitung des reichhaltigen Materials bereitet. Es findet seinen Platz in einer Chronik, die im Mai 2006 erscheinen wird.

Über die heutige Ausrichtung des Kompetenzzentrums Nikolauspflege wird in der "Gegenwart" noch mehr zu lesen sein.

Stefanie Krug 

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200 Jahre Blindenbildung in Deutschland

Zu den wenigen Bauten Altberlins, die das letzte Jahrhundert fast unbeschadet überstanden haben, zählt das Haus Gipsstraße Nr.11 in Berlin-Mitte. Eine kleine Bronzetafel erinnert den Besucher daran, dass Johann August Zeune hier vor 200 Jahren die erste staatliche Blindenanstalt Deutschlands eröffnet hat. Dies geschah im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelms III., der das Schicksal einer verachteten, häufig verspotteten Randgruppe verbessern wollte. An diesem Ort sollten blinde Kinder nicht nur Aufnahme und Unterhalt finden, sondern vor allem erzogen und unterrichtet werden. Neu war der Gedanke nicht.

Mehr als zwanzig Jahre zuvor hatte der Philanthrop Valentin Haüy in Paris eine solche Anstalt ins Leben gerufen und fast zwei Jahrzehnte erfolgreich geleitet; er war es auch, der dem König von Preußen die Gründung einer ähnlichen Einrichtung in dessen Hauptstadt nahe legte.

Im Jahrbuch 2006 schreibt Dr. Hartmut Mehlitz über Johann August Zeune und die Anfänge der Blindenbildung in Preußen. In einigen Ausgaben der "Gegenwart" werden wir von ihm Streiflichter aus den Anfängen der Blindenbildung veröffentlichen.

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Low Vision:

13 Augenoptiker erhalten spezielles Low Vision Zertifikat

Die ersten 13 Augenoptiker haben mit Unterstützung des DBSV das Zertifikat "Spezialisierter Augenoptiker in der Low Vision Rehabilitation" erhalten. Nach einem 9-tägigen Intensivkurs mit Seminarleiter Fritz Buser (Schweizerischer Zentralverband für Blinde SZB)/den Blinden- und Sehbehinderten-Institutionen in Marburg, Soest und München, schlossen die Teilnehmer mit einer Abschlussarbeit erfolgreich ab.

Der nächste Kurs beginnt im Januar 2006 in Soest.

Infos und Anmeldeunterlagen bei der
WVAO Geschäftstelle
Tel.: (0 61 31) 61 30 61
E-Mail: info@wvao.org

Die WVAO und der DBSV gratulieren den besonders qualifizierten Augenoptikern:

Siegfried Armbruster, 79312 Emmendingen - Uwe Becker, 63571 Gelnhausen - Ralf Emminger, 80333 München - Robert Fetzer jr., 85368 Mossburg - Waltraud Fräßdorf, 12623 Berlin - Ulrich Fülling, 55118 Mainz - Jürgen Glumm, 90443 Nürnberg - Thorsten Hoge, 45894 Gelsenkirchen - Eberhard Luckas, 42551 Velbert - Dieter Mattern, 69168 Wiesloch - Clemens Montkau, 65812 Bad Soden - Gregor Mumpro, 28209 Bremen - Ulrike Sommerfeld, 91054 Erlangen - Iris Weiskamp, 42555 Velbert, Jörg Windler, 27318 Hoya/Weser

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Integration:

Blindheit und die "Lange Nacht der Berliner Museen"

Auch im Jahr 2005 hatte sich das Deutsche Blinden-Museum (DBM) wiederum an der "Langen Nacht der Berliner Museen" beteiligt; ein Erfahrungsbericht von Dr. Hartmut Mehls:

Die Dauerausstellung war für dieses Ereignis in zwei Richtungen verändert bzw. ergänzt worden. Zum einen rückten wir die Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg, der vor 60 Jahren sein Ende fand, ins Blickfeld der Besucher, indem Ausstellungsstücke von und über Kriegsblinde gezeigt wurden. So hatte zum Beispiel Marga Gärtner dem Museum eine selbst gestrickte Tischdecke, Rudolf Schoring einen Wandteppich, Dario Malkowski mehrere Plastiken und Frau Pogorni die Kunsthände ihres verstorbenen Mannes, der als blinder Ohnhänder das Leben meisterte, übereignet. Trotz dieser und beeindruckender Exponate von taubblinden Kriegsverwundeten berührte das Thema des Krieges die Mehrzahl der Besucher relativ gering, was eine erschreckende Gleichgültigkeit unserer Bürger gegenüber den Auswirkungen des Krieges und des ihn begleitenden Elends vermuten lässt. Oder werden hier nur Schwächen der Öffentlichkeitsarbeit der Medien in der Bundesrepublik deutlich?

Ganz anders wirkte die zweite Veränderung der Ausstellung. Sieben Blinde bzw. stark Sehbehinderte und sieben sehende Kollegen führten (unentgeltlich und ohne Aufwandsentschädigung) während der neun Abend- und Nachtstunden die Arbeit mit dem Computer vor, zeigten, wie Besen gebunden und Körbe geflochten werden, wie Blinde schreiben, lesen und sich ein Bild von der Welt durch Betrachtung von Reliefs machen. Nicht zu unterschätzen für das Wecken von Emotionen ist auch das "Mensch ärgere dich nicht"-, Schach- und Mühle-Spiel unter der dunklen Brille. Wir führten diesmal kein Mobilitätstraining durch, das im vergangenen Jahr großen Anklang fand; es schien aber auch nicht vermisst worden zu sein.

Auch in diesem Jahr hatte das Museum etwa 350 Besucher, aber im Gegensatz zum Jahre 2004 waren es in der Mehrzahl viele junge Menschen, die sich oft zwei bis drei Stunden schauend und fragend in den Räumen aufhielten. Zum Beispiel hatte sich ein etwa 16-jähriges Mädchen als Geburtstagsgeschenk von ihren Eltern gewünscht, mit der ganzen Geburtstagsgesellschaft (21 Personen) das Museum besuchen zu dürfen.

Aus den Fragen der Besucher waren vier Themenkreise zu erkennen, die sehr nachdrücklich hinterfragt wurden, wobei echtes Engagement zu erkennen war:

1. Wie hat sich die soziale Lage der Blinden im Laufe der Geschichte verändert? Wie geht es den blinden und sehbehinderten Menschen dazu im Vergleich heute?

2. Wie und was können die blinden Menschen heute arbeiten?

Diese beiden Komplexe zielten auf die soziale Stellung der Blinden und Sehbehinderten heute. Die nächsten beiden Fragenkreise wurden überwiegend von Frauen gestellt und offenbarten deren emotionale Ansprechbarkeit.

3. Wie meistern die Blinden (vor allem auch Frauen) den Alltag?

4. Wie und was lernen die Blinden? Wobei die Anschauungsmaterialien und deren Entwicklung eine große Rolle spielten.

Alles in allem war die "Lange Nacht der Museen" ein Erfolg für das Deutsche Blindenmuseum, mit dem der Förderverein des Museums - und damit auch der ABSV, das Blindenhilfswerk Berlin und die Johann-August-Zeune-Schule als Hauptunterstützer des Museums sowie die 14 ehrenamtlichen Helfer - sehr zufrieden sein konnten.

Die "Lange Nacht der Museen" klärte vor allem junge Menschen über Leben und Wirken von blinden und sehbehinderten Menschen auf, wobei die letzteren noch stärker ins Blickfeld von Ausstellungen gerückt werden müssen. Ist es aber nicht an der Zeit, dass der DBSV und der Landesverband Berlin-Brandenburg des Bundes der Kriegsblinden die Möglichkeiten und die Vorzüge von Ausstellungen nutzt, um die Öffentlichkeit über Blindheit und Sehbehinderung im Rahmen solcher großen Ereignisse aufzuklären? (Es geht um Veranstaltungen, die nicht nur für Behinderte durchgeführt werden.) Der Vergleich mit anderen Museen und Ausstellungen unterstrich die Besonderheiten unserer Ausstellung und erhöhte ihre Wirksamkeit durch den Vergleich. Ein historisches Museum wie das DBM kann und sollte auch nicht schwerpunktmäßig die Fragen der Gegenwart und Zukunft des Blinden- und Sehbehindertenwesens behandeln. Es ist also durchaus vorstellbar, dass diese Akzente der Blinden- und Sehbehindertenproblematik in einer Ausstellung im Rahmen der "Langen Nacht der Museen" - oder ähnlicher Ereignisse - von den hierfür zuständigen Mitarbeitern der Einrichtungen des Blinden- und Sehbehindertenwesens behandelt werden.

Anschrift:
Deutsches Blindenmuseum
Rothenburgstraße 14
12165 Berlin
Tel./Fax: (0 30) 63 21 20 23.

Anregende Finsternis im "Café Dunkelheit"

"Kommen Sie herein, denn es gibt hier nichts zu sehen" heißt es neuerdings in einem Lokal in Fürth. Vor kurzem hat dort das "Café Dunkelheit" aufgemacht. Ein spannendes Projekt, bei dem Blinde und Sehende in absoluter Finsternis ihre Gäste auf die sinnliche Probe stellen. Wer sich in dem dunklen Kellergewölbe zurecht finden will, sollte etwas Zeit mitbringen.

Einer der Initiatoren des Projekts ist der 39-jährige Thomas Irion, der vor zehn Jahren durch den Grünen Star sein Augenlicht verlor. Irion und seine zum Teil ebenfalls blinden Kolleg(inn)en haben sich viel vorgenommen: "Wir wollen durch das Café Berührungsängste und Vorurteile abbauen und zeigen, dass wir trotz Behinderung leistungsfähig sind. Außerdem wollen wir Arbeitsplätze für Behinderte schaffen. Noch wird das Projekt von den Einrichtungen Lokales Kapital für soziale Zwecke (LOS) und "Agenda 21" finanziell unterstützt. Doch Ziel soll sein, dass sich das Café bald selbst trägt.

Momentan bietet die Mannschaft drei Veranstaltungsarten für bis zu 50 Gäste an: An Donnerstagvormittagen können Schulklassen sich über das Thema Blindheit informieren (nach vorheriger Anmeldung). Es werden Hilfsmittel von Blinden vorgeführt, Interessierte können mit Simulationsbrille und Blindenstock Gehversuche wagen.

Im Café werden außerdem kleine Snacks gereicht, ohne dass die Schüler vorher wissen, was sie vorgesetzt bekommen. Dann ist Tasten und Schmecken angesagt.

An einem Freitag pro Monat gibt es auch so genannte Event-Abende. Für 20 Euro wird bei einem geheimen (und falls gewünscht vegetarischen) Drei-Gänge-Menü Livemusik geboten. An weiteren Abenden sind Kabarett, Podiumsdiskussionen und Karaokeveranstaltungen vorgesehen - natürlich alles in völliger Dunkelheit. Gerade am Karaokeabend glaubt Irion, "werden die Leute sich deshalb mehr trauen, schließlich sieht sie ja keiner," fügt er lächelnd hinzu. Als drittes Angebot haben sich die Veranstalter noch Erlebnisnachmittage ausgedacht. An einem Sonntag pro Monat gibt es neben Kaffee, Kuchen und Getränken auch Märchen zu hören und Musik sowie Geräusche zu erraten. Für die Gewinner des Ratespiels sucht die Dunkelheit-Mannschaft noch nach Sponsoren, die kleine Geschenke für die Preisträger stiften.

Udo Erhart  

"Café Dunkelheit", Ratskeller
Wasserstr. 4
Tel.: (09 11) 9 28 68 42
E-mail: info@goettlein.de

(Aus: Nürnberger Nachrichten vom 10.10.2005)

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Rezension:

Claudia Franziska Bruner: KörperSpuren

Zur Dekonstruktion von Körper und Behinderung in biografischen Erzählungen von Frauen.

transcript, Bielefeld 2005
Reihe KörperKulturen; ISBN: 3-89942-298-8

Als "behindert" geltende Körper werden sozial und kulturell hervorgebracht. Welche Texte schreiben aber den behinderten Körper - einen Körper, der stets auch vergeschlechtlicht, sozial klassifiziert und kulturell entworfen ist?

Diskursanalytische Interpretationen narrativ-biografischer Interviews mit Frauen verweisen auf strategische Lesarten des behinderten Körpers. Dabei werden Ambivalenzen in der Identitätsarbeit sichtbar und Verschiebungen der Schnittfelder von race, class, gender und body offen gelegt. Dem Diskursfeld Behinderung in Deutschland wird so eine kulturwissenschaftliche Perspektive mit behinderungspolitischer Brisanz nahe gelegt.

Die Autorin: Claudia Franziska Bruner (geb. 06.03.1959, gest. 18.12.2004) (Dr. phil.), Erziehungs- und Sozialwissenschaftlerin, langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Jugendinstitut in München, Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Landshut und Gründungsmitglied der AG "Disability Studies in Deutschland".

Clemens Dannenbeck  

IWP Sonderheft Barrierefreies Internet

Ende des Jahres 2005 erschien das Sonderheft "Barrierefreies Internet" der Zeitschrift "Information - Wissenschaft & Praxis" (IWP), betreut von Werner Schweibenz (Universität Saarbrücken) und Brigitte Bornemann-Jeske (BIT GmbH, Hamburg). Damit gibt es wieder eine deutschsprachige Veröffentlichung auf dem aktuellen Stand der Technik und der aktuellen Gesetzgebung, die erste seit dem Standardwerk von Jan Eric Hellbusch und anderen vom Herbst 2004.

Ein Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:


Zu beziehen ist das Sonderheft über den Buchhandel.

Bibliografische Angaben:
IWP 56 (8/2005)
Sonderheft "Barrierefreies Internet".
Wiesbaden: Dinges & Frick. ISSN 1434-4653.

ZUGhören

So heißt ein neues Projekt mit Hör-Reportagen aus der Eisenbahn-Welt. Die erste Audio-CD der Reihe berichtet aus dem Rhein-Main-Gebiet, von der Bergstraße und dem Odenwald, die zweite CD von Köln und dem Rhein-Sieg-Gebiet, die dritte aus Thüringen. Weitere CDs sind geplant.

Internet: www.ZUGhoeren.de .

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