Gegenwart 01 / 2008 - ausgewählte Beitträge

"Die Gegenwart",
Magazin für blinde und sehbehinderte Menschen und ihre Freunde, Organ des DBSV;
61. Jahrgang.

Redakteur: Dr. Thomas Nicolai

Redaktion "Die Gegenwart"
Rungestr. 19, 10179 Berlin
Tel.: (0 30) 28 53 87-13
Fax: (0 30) 28 53 87-20
E-Mail: gegenwart@dbsv.org (auch für Anzeigen)

Herausgeber:
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV)
Rungestr. 19, 10179 Berlin
Tel.: (0 30) 28 53 87-0
Fax: (0 30) 28 53 87-20
E-Mail: info@dbsv.org
Homepage: www.dbsv.org

Präsidentin: Renate Reymann
Geschäftsführer: Andreas Bethke

"Die Gegenwart" erscheint monatlich (Juli/August als Doppelnummer)

in Punktschrift
in Schwarzschrift
auf Kassette
auf CD ROM im DAISY-Format
im Internet  ( ausgewählte Beiträge, www.dbsv.org )

Jahresbezugspreis 2007: 35 Euro für Inhaber der DBSV-Karte,
sonst 40 Euro,
Abonnenten unter 21 Jahren zahlen den halben Preis

Informationen über die Zahlungsmodalitäten gibt der DBSV-Zeitschriftenverlag
Frau Wolff
Tel.: (0 30) 28 53 87-22
E-Mail: p.wolff@dbsv.org

Einzugsermächtigung wird erbeten.

Hinweis: Kündigung des Abonnements für das Folgejahr sind bis Ende September vorzunehmen.

Bankverbindung:
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ: 100 205 00, Sonderkonto Zeitschriftenverlag
Konto-Nr. 3273301

Anzeigenpreise:

Private Kleinanzeigen bis zu einer Länge von 180 Zeichen kosten pauschal 5 Euro.
Jedes Wort über diesen Umfang hinaus kostet zusätzlich 50 Cent.

Kommerzielle Kleinanzeigen kosten 9,00 Euro pro Druckzeile.

Für Großanzeigen und Beilagen bitte Preisliste anfordern.

Redaktionsschluss und damit Anzeigenschluss ist jeweils der 1. des Vormonats (für die Januar-Ausgabe jeweils der 20.11.).

Inhaltsverzeichnis

Editorial:

Alles Gute zum neuen Jahr(gang)

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

für das Jahr 2008 wünsche ich Ihnen alles Gute, Gesundheit und persönliches Wohlergehen.

Ich wünsche Ihnen auch einen wiederum interessanten Jahrgang der "Gegenwart" mit vielen Anregungen, mit Informationen, die Ihnen im Alltag weiterhelfen, mit Erfahrungen und kleinen Geschichten, die das Leben widerspiegeln und Mut machen.

Mit der DAISY-"Gegenwart" als Plattform für die Vereinsnachrichten der DBSV-Landesvereine wird sich ja, beginnend mit der Juli/August-Ausgabe, ein neues Feld auftun, das bestellt werden will. Die Ernte fahren Sie ein, liebe Leserinnen und Leser. Einzelheiten dazu lesen und hören Sie in einem Interview mit DBSV-Geschäftsführer Andreas Bethke in dieser Ausgabe.

Was für die DAISY-Hörer  –  wie bereits bisher praktiziert  –  zusätzliche Reportagen und Originalton-Beiträge sind, können für Schwarzdruck-Leser gute Bilder sein. Die Redaktion bleibt der Tradition auch im neuen Jahr treu, die Rückseite der "Gegenwart" mit einer thematischen Fotoserie zu gestalten. Diesmal lockt uns der Fotograf Sebastian Schobbert Monat für Monat nach Berlin-Steglitz  –  ins Deutsche Blinden-Museum. Und vielleicht geht der eine oder andere von Ihnen selbst einmal auf die Zeitreise  –  zurück zu den Anfängen der Blindenbildung und der Selbsthilfebewegung. Das Museum wird den interessierten Besucher staunend und wissender in die Jetztzeit entlassen und ihm die Binsenweisheit vor Augen und Ohren führen, dass all das, was wir heute vorfinden, irgendwann einmal begann. Und dass heutige Museumsstücke einmal das Modernste waren, was es auf dem betreffenden Gebiet gab.

Dr. Thomas Nicolai  

DBSV-Nachrichten:

Deutschlandweit Alle Im System

Ein Interview mit Andreas Bethke über das Projekt DBSV-Inform.


Hörbücher und Zeitschriften der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe wird es ab 2010 nur noch auf CD geben; die Kassette hat damit ausgedient. Mit dem Projekt DBSV-Inform will der Spitzenverband diesen Übergang begleiten. Was das für die Mitglieder, für unsere Leserinnen und Leser der "Gegenwart" bedeutet, darüber spreche ich jetzt mit Andreas Bethke, dem Geschäftsführer des DBSV.


Herr Bethke, was steckt genau hinter dem Projekt DBSV-Inform?

Andreas Bethke: Zunächst einmal die Erkenntnis, dass heute schon keine Ersatzteile mehr für Vervielfältigungsanlagen für Kassetten zu bekommen sind, dann natürlich auch das Wissen, dass DAISY ja eigentlich das viel bessere Medium für uns blinde und sehbehinderte Menschen ist, als die Kassette. Ich darf nur daran erinnern, dass ich in DAISY-Titeln von Absatz zu Absatz, immer zur nächsten Seite, zum nächsten Kapitel, zum nächsten Buch auf einer CD springen kann. Die Geräte, mit denen wir DAISY abspielen, können entweder handelsübliche MP3-Player sein oder eben speziell auf uns zugeschnittene und dafür entwickelte Geräte  –  mit großen Tasten, mit sich selbst erklärenden Menüs, mit akustischen Nutzerführungen, mit der Möglichkeit, Lesezeichen zu setzen. Das ist der Hintergrund, weshalb man sich guten Gewissens entscheiden kann, DAISY einzuführen. Und wenn man DAISY verbreiten will, dann braucht das eine Begleitung durch den Verband, dann muss diese Technologie den Menschen nahegebracht werden. Und dafür haben wir das Projekt DBSV-Inform ins Leben gerufen.

Die Zielstellung des Projektes ist es zunächst einmal, viel, viel mehr Menschen als heute künftig mit Informationen zu versorgen. Wir möchten regelmäßig mit mehr Informationen zu den Mitgliedern kommen. Dafür werden wir im Rahmen des Projektes so genannte Multiplikatorenschulungen machen. Wir werden in unseren Landesvereinen möglichst viele Multiplikatoren, Mitglieder, ehrenamtlich Aktive informieren, welche DAISY-Geräte es denn gibt, wie man DAISY neuen Mitgliedern und denjenigen, die umsteigen wollen, nahe bringen kann. Wir werden die Redakteure unserer Zeitschriften auf der Landesebene oder auch auf der Ortsebene weiterbilden im Gebrauch der Technologie und wir werden unsere Vertriebswege verbessern. Wir werden sehen, dass wir auf der Landes- und auf der Bundesebene Vertriebswege zusammenlegen, um dann tatsächlich auch mehr Menschen mit unseren Informationen zu erreichen. Die Zielstellung des Ganzen könnte man vielleicht so benennen  –  in Abwandlung der Abkürzung für DAISY: Deutschlandweit Alle In einem System.


Und was bedeutet DAISY tatsächlich?

Hinter DAISY verbirgt sich ein englischer Begreff und heißt so viel wie digital zugängliches Informationssystem.


Wie kommt DAISY zum einzelnen Mitglied?

DAISY ist ja jetzt schon recht verbreitet. Ungefähr 1.300 Abonnenten der "Gegenwart" bekommen ihr Magazin schon im DAISY-Format. Ungefähr Dreiviertel unserer Landesvereine bieten die Möglichkeit an, ihre Nachrichten auch im DAISY-Format zu beziehen. Im Bereich der Hörbücher habe ich gerade jetzt erfahren, dass die erste Hörbücherei mittlerweile mehr als 50 Prozent ihrer Ausleihe im DAISY-Format macht. Es wird natürlich wichtig sein, diejenigen, die bisher kein DAISY bekommen, darüber zu informieren, dass es DAISY gibt und ihnen dieses Medium nahe zu bringen. Dafür werden wir Experten in unseren Landesvereinen schulen, die als ehrenamtlich Aktive zu den Mitgliedern gehen können und ihnen Geräte zeigen, ihnen die Technologie erklären können, um so dazu zu kommen, dass dieser Umstieg auf DAISY möglichst alle Mitglieder mitnimmt.


Die DAISY-Ausgabe der "Gegenwart" soll als Informationsplattform ausgebaut werden. Was bedeutet das für die Leserinnen und Leser?

Ein Projekt unterteilt man ja in mehrere Schritte. Und so haben wir es auch mit DBSV-Inform gemacht. Ab Juli/August 2008 haben wir vor, die Möglichkeit zu bieten, dass die "Gegenwart" gemeinsam mit Vereinsnachrichten verschickt wird. Das bedeutet, dass auf der "Gegenwart"-CD künftig neben Beilagen wie dem Schaufenster weitere Bücher zu finden sein werden, die jeweils Landesnachrichten umfassen. Im Gegenzug werden wir es auch so halten, dass die Empfänger von Vereinsnachrichten im DAISY-Format die "Gegenwart" beigefügt bekommen. Das werden wir als Erprobungsphase im 2. Halbjahr 2008 durchführen  –  mit einigen ausgewählten Landesvereinen, die in dieser Erprobungsphase dabei sein wollen.

Ab 2009 möchten wir dann dieses Angebot standardmäßig allen Landesvereinen unterbreiten. Und gleichzeitig möchten wir, dass die "Gegenwart", die bisher ja eine Abonnementzeitschrift ist, dann im DAISY-Format zu einer beitragsfreien Mitgliederzeitschrift werden kann, zu einer Mitgliederzeitschrift ohne Abonnementgebühren. Das heißt, dass Mitglieder unserer Landesvereine dann im DAISY-Format monatlich Informationen bekommen können  –  einmal von der Bundesebene, also das bisherige "Gegenwart"-Format, und zum Zweiten von ihren Landesorganisationen.


Die Kassette wird spätestens Ende 2009 verschwinden. Was ist mit den anderen Versionen? Was passiert mit der Punktschrift-Ausgabe? Was passiert mit der Schwarzschrift-Ausgabe? Wird es die weiterhin geben?

Punktschrift und Schwarzschrift wird es weiterhin im Abonnement geben. Für diese Ausgaben wird weiterhin ein Jahresbezugspreis zu zahlen sein; anders können wir das leider nicht finanzieren. Wir wissen ja auch, dass viele Leserinnen und Leser gerade bei der Punktschrift bleiben wollen, und wir denken, dass das auch gut so ist. Wir denken, dass für diesen Personenkreis die zusätzlichen DAISY-Informationen ein Mehrwert sein könnten, die es dann ohne Aufpreis dazu gibt und dass für diesen Personenkreis die "Gegenwart" im DAISY-Format dann ja auch eine schöne Möglichkeit ist, diese Zeitschrift zu archivieren.


Wird die "Gegenwart" selbst ihr Gesicht verändern?

Das wird sie sicher tun, aber ebenso sicher eben über einen längeren Zeitraum hinweg. Wenn wir Landespublikationen und eine bundesweite Zeitschrift zusammen auf einen Informationsträger bringen, dann bietet es sich natürlich an, sich auch redaktionell abzustimmen. Das wird sicherlich geschehen. Da werden die einzelnen Nachrichtendienste und Informationen sicherlich aufeinander zuwachsen. Das wird ein mehr an Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Redaktionen nötig machen. Aber das sind sicher Dinge, die ganz langsam begonnen werden können und die über Jahre hinweg dann wachsen werden. Und dann werden wir sicher irgendwann ein Format bekommen, das aufeinander abgestimmt bundesweit interessante, landesweit interessante und vielleicht auch mal von einem Land auf ein anderes übertragbare Informationen anbietet.


Das Projekt ist sicherlich mit hohen Kosten verbunden. Haben die Kosten die Mitglieder zu tragen?

Das Projekt wird Drittmittelfinanziert. Das heißt, es werden keine Kosten für die Mitglieder entstehen. Wir machen hier einen neuen Schritt, der mehr Informationen zu den Mitgliedern bringen will, der eine neue Technologie zu den Mitgliedern bringen will. Diesen Schritt wollen wir aber so finanzieren, dass die Mitglieder damit nicht belastet werden. Wie sich die Informationsversorgung später über die Jahre hinweg entwickeln wird, das können wir heute natürlich noch nicht sagen, aber diese Umstellung soll auf jeden Fall nicht zu einer finanziellen Belastung der Mitglieder führen. Und wenn wir eine Abonnementzeitschrift zu einer Mitgliederzeitschrift machen wollen, wie mit der "Gegenwart" im DAISY-Format, dann ist das eher sogar eine Entlastung der Mitglieder.


Werden wir es schaffen, dass bis 2010 wirklich jeder DAISY nutzen kann?

Ob wir wirklich jedes Mitglied erreichen, das wissen wir heute natürlich nicht. Wir gehen davon aus, dass wir das Projekt mit ungefähr 2.000 DAISY-Nutzern starten werden und haben uns mal zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Projektes 20.000 DAISY-Nutzer zu haben. Und jeder DAISY-Bezieher mehr wird uns natürlich sehr freuen.


Der DBSV und die Landesvereine stellen ihre Publikationen bis 2010 komplett auf CD und auf DAISY um. Das war ein Gespräch mit Andreas Bethke. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben. Das Gespräch führte Stefan Müller.
(DAISY- und Kassetten-Ausgabe im Originalton)

Kurzmeldungen

Auf seiner Sitzung am 23.11.2007 in Berlin beschloss das DBSV-Präsidium u.a.:

Diabetes

Der DBSV-Verwaltungsrat wird sich im April u.a. mit dem Thema Diabetes als Ursache für Sehbehinderung und Blindheit beschäftigen.

Lesemarathon

Eine Arbeitsgruppe wurde eingesetzt, die für das Braille-Jahr 2009 einen "Lesemarathon" organisieren soll. Louis Braille, der 1825 die heute gebräuchliche Blindenschrift der Öffentlichkeit vorstellte, wurde am 04. Januar 1809 geboren.

Festival

Das vom DBSV-Verbandstag beschlossene Festival wird vom 28. bis 30. August 2009 in Hannover stattfinden. Gesucht wird noch ein passender Name bzw. ein Motto für die Veranstaltung. Vorschläge können beim DBSV eingereicht werden.

Weitersehen 2009

In Vorbereitung des DBSV-Jahrbuches "Weitersehen 2009" bittet die Redaktion um Themenvorschläge bzw. Manuskript-Angebote bis 1. März 2008.

Vorschläge an den
DBSV
Rungestraße 19, 10179 Berlin

oder unter
E-Mail: gegenwart@dbsv.org

unter dem Stichwort "Jahrbuch 2009".

DBSV-Karte

Reichlich ein Jahr nach Einführung der DBSV-Karte wissen bereits viele Mitglieder die Vorteile ihres "Familienpasses" zu schätzen. Bis auf den Blinden- und Sehbehindertenbund Pfalz e.V.  –  einem selbstständigen Verein im Landesblinden- und Sehbehindertenverband Rheinland-Pfalz  –  ist die Karte bei allen Mitgliedern angekommen. Aber auch Mitglieder dieses Vereins, die die Karte gern haben möchten, bekommen diese und dann auch die "Gegenwart" zum ermäßigten Preis (Bezugspreis 2008: 35 Euro für Inhaber der DBSV-Karte).

Die Redaktion  

Seitenanfang vorige Seite

In Kürze:

BlindSight kommt in die Kinos

Der Dokumentarfilm BlindSight, der auf der Berlinale 2007 den Publikumspreis erhielt, kommt ab 10. Januar 2008 in die Kinos. In ausgewählten Kinos wird der Film mit Audiodeskription aufgeführt. Die betreffenden Kinos sowie die Termine standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Sie werden über den Newsletter dbsv-direkt verbreitet.

BlindSight schildert den spannenden Aufstieg von blinden tibetischen Schülern auf 6.000 Meter Höhe im Himalaja. Mit dabei ist ihre ebenfalls blinde Lehrerin Sabriye Tenberken, die vor acht Jahren begonnen hatte, in Tibet eine Blindenschule aufzubauen.

Nähere Informationen zum Film unter www.blindsight-derfilm.de

Wettbewerb "Ein Pfad für alle"

Die Aktion Mensch startet im Rahmen des Gesellschafter-Projektes gemeinsam mit der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) den Wettbewerb "Ein Pfad für alle". Ziel ist es, die Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderung voranzutreiben. Am Wettbewerb beteiligen können sich Initiativen, die beispielsweise dazu beitragen, Schwimmbäder, Geschäfte oder Kinos für alle zugänglich zu machen. Oder die sich dafür einsetzen, dass die Internetseiten einer Stadt oder eines Kreises barrierefrei programmiert sind. Einsendeschluss ist der 15. April 2008. Zu gewinnen gibt es ein Pfadfinder-Lagerwochenende, einen Besuch bei "Dialog im Dunkeln" und ein Essen im Dunkelcafé. Teilnehmen können Pfadfinderstämme sowie Projekte und Initiativen von Kindern und Jugendlichen zur Integration und Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Eingereicht werden Erlebnisberichte sowie Fotos, Collagen, Zeitungsausschnitte oder Videodokumentationen.

Bei Rückfragen hilft der

Behindertenarbeitskreis der DPSG
behindertenarbeit@dpsg.de
Tel.: (0 21 31) 46 99-87

oder die

Aktion Mensch
pfadfinder@diegesellschafter.de
Tel.: (02 28) 20 92-391)

gerne weiter.

Teilnahmeunterlagen sowie weitere Informationen sind zu finden unter diegesellschafter.de/pfadfinder .

Breakfast mit Wayfinder Acess und Loadstone

Wie bitte? Ganz einfach: Ein gutes Frühstück, das sich nach belieben ausdehnen lässt, eine Navigationssoftware für Handys mit dem Screenreader-Talks und eine Open-Source-Software, die ebenfalls zur Navigation genutzt werden kann und auf Handys mit Talks läuft: 02.02., 11.00 Uhr, beim Blinden- und Sehbehindertenbund

02.02., 11.00 Uhr beim
Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen
Eschersheimer Landstraße 80
60322 Frankfurt a.M.

Die Veranstaltung richtet sich eher an jüngere Mitglieder, aber auch an alle anderen Interessierten, auch Nichtmitglieder, die bei dieser Gelegenheit nebenbei mehr über den BSBH erfahren wollen.

Anmeldung bis 22.01. bei
Sabine Lohner
Tel.: (0 69) 59 79 47 09
E-Mail: sl-mail@gmx.de

DBM in der langen Nacht der Museen

Am 26. Januar 2008 gibt es in Berlin wieder eine "Lange Nacht der Museen"  –  Thema: "Die Zeit". Von 18.00 Uhr bis 2.00 Uhr präsentiert das Deutsche Blinden-Museum (DBM), Rothenburgstr. 14, 12165 Berlin, an diesem Tag eine Sonderausstellung mit drei Themenbereichen:


Vertieft wird diese Thematik in einer Veranstaltung "Zeitempfinden bei Blinden, Sehbehinderten und Sehenden". Leitung und Einführung: Frau Friederike Beyer, Humboldt-Universität zu Berlin. Beginn 20 Uhr.

Einkaufsbegleitung bei Kaufhof

Auf Anregung der Bezirksgruppe Frankfurt a.M. des Blinden- und Sehbehindertenbundes in Hessen e.V. bietet die KAUFHOF WARENHAUS AG in allen ihren Filialen Einkaufsbegleitungen für blinde und sehbehinderte Kunden an. Die Einkaufsbegleitung ist allerdings nur nach vorheriger Terminabstimmung möglich. Außerdem weist Kaufhof darauf hin, dass die Mitarbeiter im Umgang mit blinden und sehbehinderten Kunden nicht gesondert geschult sind.

Kunstprojekt

Eine Bildhauerin bietet blinden und sehbehinderten Menschen die Teilnahme an einem Kunstprojekt im Januar 2008 in Berlin an. Gestaltet werden Skulpturen aus Ton, deren Herstellung gefilmt werden soll. Als Medienpartner wird die Redaktion Radio4Handicaps ( www.radio4handicaps.de ) die Arbeiten ab Mitte 2008 in ihren Studioräumen ausstellen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Kontakt und Auskunft:
Johanna Schmidt
artundweise@yahoo.de
Mobil-Tel.: 0162-38 37 018

Besuchen Sie auch www.myhandicap.de/freizeit.html

Seminar für Schwerbehinderten-Vertrauensleute

24.02. bis 28.02.: Fortbildungsseminar für blinde und sehbehinderte Schwerbehinderten-Vertrauensleute, Bildungszentrum der Arbeitskammer des Saarlandes, Kirkel (Saar), Anmeldeschluss 15.01.2008.

Anmeldung und Informationen bei
Bildungsinstitut für Blinde und Sehbehinderte e.V. (BOB)
Tel.: (0 78 44) 91 87 51
Fax: (0 78 44) 91 87 55
E-Mail: info@bildung-ohne-barrieren.de

AURA-Zentrum Bad Meinberg


Nähere Informationen und unseren Hotelprospekt erhalten Sie unter:

Hotel-Residenz AURA-Zentrum
Tel.: (0 52 34) 90 40
Internet: www.aura-zentrum.de
E-Mail: info@aura-zentrum.de

Wegweiser zur Jobsuche im Internet auf CD-ROM

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung geförderten Projekts JobBSI (Jobsuche für Blinde und Sehbehinderte via Internet) ist von der Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte in Zusammenarbeit mit der Rehabilitationseinrichtung für Blinde und Sehbehinderte der Deutschen Blindenstudienanstalt Marburg die CD-ROM Navigieren  –  Jobs suchen  –  Bewerben  –  Ein Wegweiser für die Jobsuche im Internet mit Braille-Zeile und Sprachausgabe entwickelt worden.

Die CD besteht aus drei Teilen: Das Basismodul zur Navigation im Internet vermittelt dem Nutzer ein umfangreiches Grundwissen zum Umgang mit dem Internet.

Das Aufbaumodul "Jobs suchen" enthält einen allgemeinen Teil zum Thema Jobbörsen und konkrete Anleitungen zur Stellenbörse der Bundesagentur für Arbeit sowie zu drei ausgewählten kommerziellen Jobbörsen.

Als zusätzliche Ergänzung wird mit dem Teil "Bewerben" ein kleiner Bewerbungsratgeber mitgeliefert. Dieser enthält alle wichtigen Informationen zum Thema Bewerben, speziell auch zur Internet-Bewerbung. Daneben werden Tipps zur Darstellung der eigenen Behinderung im Bewerbungsschreiben und zum angemessenen Umgang mit der persönlichen Einschränkung im Vorstellungsgespräch gegeben.

Die Dateien sind auf der CD-ROM im Word-, RTF- und HTML-Format gespeichert.

Die CD kann bei der Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte kostenlos bestellt werden.

Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte
Tel.: (0 69) 95 51 24-0
info@sbs-frankfurt.de
www.sbs-frankfurt.de

IRIS-Lehrgänge


Das Institut für Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter (IRIS) e.V. führt Lehrgänge für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche durch. Der Schwerpunkt der Lehrgänge ist die Anbahnung der selbstständigen Fortbewegung oder die Steigerung der Selbstständigkeit im Bereich der lebenspraktischen Fähigkeiten, die als unabdingbare Voraussetzung für die Integration gelten. Unter Anleitung von Rehabilitationslehrern für Blinde und Sehbehinderte beginnen die Kinder ein Programm in einem der folgenden Fächer: Orientierung und Mobilität oder Lebenspraktische Fähigkeiten.

Die unterrichtsfreie Zeit wird von Betreuerinnen und Betreuern mit entsprechenden Programmen gestaltet.

Die Lehrgänge finden im Laurentiushaus Falkenburg, einer Begegnungsstätte des Diakoniekonventes des Lutherstiftes e.V., statt. Das Haus ist rollstuhlgerecht.

Anmeldung und nähere Informationen bei
Institut für Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter (IRIS) e.V.
Tel.: (0 40) 2 29 30 26
Fax: (040) 22 59 44
E-Mail: sekretariat@iris-hamburg.org

Schülertreffen Ehemaliger der Nikolauspflege

Schülerinnen und Schüler der Nikolauspflege Stuttgart, die vom Frühjahr 1957 bis 1959 dort zur Berufsausbildung waren, wollen sich vom 01. bis 04.04. im Rudolf-Kraemer-Haus Bad Liebenzell treffen.

Bitte meldet Euch bis spätestens 30.01. bei
Sigrid Munk
Tel.: (07 11) 72 44 67 oder
Renate Ratzel
Tel.: (07 11) 7 65 13 44

an.

Ratgeber-Broschüre: ABC Gesundheitsreform

Mit der Gesundheitsreform sind auf Patienten, Ärzte und Apotheker wiederum beträchtliche Änderungen zugekommen. Irmgard Winkler, stellvertretende Bundesvorsitzende im BSK, gibt in der neu aufgelegten Ratgeberbroschüre zahlreiche Tipps und Ratschläge zu den Neuregelungen in der Gesundheitsreform. Auf 200 Seiten erhält der Leser ausführliche Informationen über Zeitpunkte der Gesetzesänderungen, den Gesundheitsfonds und die künftige Rolle privater Krankenversicherungen. In alphabetischer Form werden im Teil 2 der Broschüre die Begriffe erläutert.

Der Ratgeber ist für eine Schutzgebühr in Höhe von 2,50 Euro (einschließlich Porto und Versand) beim BSK erhältlich.

BSK e.V.
Postfach 20, 74238 Krautheim
Tel.: (0 62 94) 42 81-0

Blindenschrift-Zeitschriften als pdf mit JAWS navigierbar

In der Braille-Druckerei der blista ist es nach ausführlichen Testläufen gelungen, Blindenschriftausgaben optimiert für Sprachausgabe und Braille-Zeile als pdf-Dateien herzustellen, die mit so genannten Tags versehen sind, so dass sie sehr gut zum Beispiel mit JAWS navigierbar sind. Dies ermöglicht es den Nutzern, die Dateien am PC mit Sprachausgabe anzuhören oder sie mit der Braille-Zeile zu lesen.

In den neuen, strukturierten pdf-Dateien bewegen Sie sich unter JAWS 6.2 ohne Probleme zwischen den einzelnen Seiten. Sie können in der Registerkarte SEITEN gezielt eine pdf-Seite anspringen. In den LESEZEICHEN können Sie die Struktur des Dokumentes begreifen und zwischen den verfügbaren Überschriften gezielt navigieren.

JAWS 7.10 bietet noch mehr Möglichkeiten. Eine Probeausgabe kann angefordert werden, z.B.: "Das Büro", die Fachzeitschrift für blinde und sehbehinderte Menschen in Büro- und Verwaltungsberufen, erscheint jetzt neben der bekannten Papierfassung in Blindenkurzschrift auch als pdf-Datei.

Die EDV-Beilage wird ebenfalls als pdf-Datei erscheinen, während die Stenobeilage als ASCII-Datei in Blindenkurzschrift herausgegeben wird.

"Prompt", die PC-Zeitschrift mit Artikeln aus verschiedenen Fachzeitschriften, erscheint 2-monatlich (ungerade Monate) in Punktschrift (Großformat) oder/und auf Datenträger.

Nähere Informationen zum Abonnement und über weitere Bücher im pdf-Format finden Sie auf der Homepage der blista ( www.blista.de ) unter Neuigkeiten. Gerne senden wir Ihnen die Informationsliste auch per Mail zu.

Deutsche Blindenstudienanstalt e.V.
E-Mail: info@blista.de

oder per Post an

Deutsche Blindenstudienanstalt e.V.
Postfach 11 60, 35001 Marburg

VzFB-Kalender 2008 in Punktschrift

Taschenkalender, Terminkalender, Kalender-Einlagen sowie Notizblatt-Einlagen für den Terminkalender. Lieferung nur solange der Vorrat reicht!

Nähere Informationen:
VzFB
Tel.: (05 11) 9 54 65  –  32

DZB aktuell

Lieferbar ist der in Kooperation zwischen der DZB und dem Breuer & Wardin Verlagskontor ( www.verlagskontor.com ) entstandene erste Fremdsprachlernkurs "Englisch für Einsteiger" von Vera F. Birkenbihl im DAISY-Format (BNV 5056).

Es handelt sich dabei um einen rein auditiven Sprachlernkurs nach der "Birkenbihl-Methode", die beim Erlernen von Fremdsprachen auf Schriftliches verzichtet und das Erlernen von Vokabeln und Grammatikregeln durch Hören ersetzt. 60 bis 80 Prozent Zeitersparnis gegenüber herkömmlichen Sprachlehrgängen sind so erreichbar. "Rein auditiv" bedeutet zwar, dass zum Absolvieren dieses Kurses keinerlei schriftliche Materialien oder Ausarbeitungen benötigt werden, die verwendeten Texte sind dennoch als pdf-Daten auf der CD vorhanden. Gegen

Gegen Aufpreis zusätzlich zur CD können diese Daten auch gedruckt in Braille- und Großschrift in der DZB, Tel.: (03 41) 71 13-120, bestellt werden.

5. Verleihung des ONCE International R&D Award

Zum 5. Mal wird der ONCE International R&D Award im Bereich Neue Technologien für Blinde und Sehbehinderte vergeben. Mit diesem Preis möchte ONCE einen Anreiz für wissenschaftliche und technologische Forschung im Hinblick auf jede Art technologischer Entwicklung und Innovation schaffen, mit deren Hilfe blinde oder sehbehinderte Menschen, die von ihnen erfahrenen Einschränkungen mindern oder überwinden können, wobei der praktische Nutzen und die positiven Folgen dieser technologischen Innovationen im Mittelpunkt stehen. Projekte können entweder einzeln oder in Gruppen von natürlichen oder juristischen Personen jeder Nationalität vorgestellt werden. Die Frist für die Einreichung endet am 5. September 2008. Die Teilnahmebedingungen sind zum Download unter www.once.es/otros/premios/imasd verfügbar.

Bibeln in Punktschrift kostenlos

Reinhard Mohncke bietet aus vorhandenem Bestand die Bibel in Braille-Schrift kostenlos an. Das komplette Werk besteht aus 29 Büchern in Blindenkurzschrift.

Die einzelnen Bücher sind in unterschiedlicher Menge vorhanden.

Nähere Informationen und Bestellung bei:
Reinhard Mohncke
CSV Verlag
Tel.: (0 21 92) 92 10-15
Fax: (0 21 92) 92 10-23
E-Mail: r.mohncke@csv-verlag.de
Internet: www.csv-verlag.de

Interessante Angebote der "Villa Rochsburg" im Jahr 2008


Natürlich kann man auch nur zum Ausspannen und Erholen nach Rochsburg kommen, wo das Villa-Team die Gäste umsorgt und auch Fahrten zu sächsischen Zielen anbietet.

Anfragen und Anmeldungen bei:
AURA-Pension "Villa Rochsburg"
Tel.: (03 73 83) 8 38 00
E-Mail: villa@bsv-sachsen.de
www.villa-rochsburg.de

Erstmalig Musiktheater mit Audiodeskription

Hörfilm e.V. und das Theater Heidelberg präsentieren erstmalig in Deutschland die barrierefreie Aufführung eines Musiktheaterstücks mit Audiodeskription. Gemeinsam mit sehenden Zuschauern erleben blinde und sehbehinderte Theaterbesucher am Samstag, den 26. April, die Operette "Frau Luna", eine spartenübergreifende Inszenierung von Oper und Schauspiel. Ergänzend zur Veranstaltung bietet Hörfilm e.V. ein Rahmenprogramm mit Stadt- und Bühnenführung sowie ein Nachgespräch zwischen Publikum und Theaterensemble an.

Weitere Informationen und Anmeldungen zum Rahmenprogramm bei der Projektleiterin

Anke Nicolai unter
0176-22 988 703 oder
a.nicolai@hoerfilmev.de

Audiodeskription auf der Berlinale

Im Rahmen der 58. Internationalen Filmfestspiele Berlin (07. bis 17. Februar 2008) wird es wieder einige Filme mit Audiodeskription geben.

Informationen über die ausgewählten Filme und die Termine können bei der Hörfilmbeauftragten des ABSV Roswitha Röding erfragt werden.

Tel.: (0 30) 3 91 27 63
Mobil: (01 73) 2 44 44 19

REHADAT-CD-ROM

Neue und aktualisierte Informationen zum Thema Beruf und Behinderung sind wieder auf der aktuellen REHADAT-CD-ROM veröffentlicht. REHADAT bietet folgende Schwerpunkte an: Hilfsmittel, Praxisbeispiele, Literatur, Forschung, Recht, Adressen, Werkstätten und Seminare.

Ergänzt oder erweitert wurden zum Beispiel folgende Inhalte:


Interessenten können die CD kostenlos unter der

Tel.: (02 21) 49 81-8 44 oder bei
gall@iwkoeln.de

bestellen. REHADAT kann entweder auf CD-ROM, die alle sechs Monate erscheint, genutzt werden oder im Internet unter www.rehadat.de .

Seitenanfang vorige Seite

Aus aller Welt:

EBU mit neuen Zielen

8. Generalversammlung der Europäischen Blindenunion

Vom 23. bis 28. November 2007 fand die 8. Generalversammlung der Europäischen Blindenunion in Antalya in der Türkei statt, an der Vertreter aus 42 Ländern teilnahmen. Der deutschen Delegation gehörten an: Renate Reymann (DBSV), Wolfgang Angermann (DBSV), Dr. Alfred Preuße (DBSV), Hans-Dieter Hain (BKD), Peter Brass (DVBS) und Jacqueline Boy (VBS).

Grußworte sprachen bei der Eröffnung der Präsident des Türkischen Blindenverbandes, Vertreter der türkischen Regierung, die Präsidenten der Europäischen Blindenunion, der Weltblindenunion und des Europäischen Behindertenforums.

EBU-Präsident Lord Colin Low erinnerte in seinem Tätigkeitsbericht an die politischen Erfolge, die die EBU in der vergangenen Legislaturperiode trotz mancher Schwierigkeiten errungen hatte. Wichtige Richtlinien und Verordnungen, die die Rechte blinder und sehbehinderter Menschen stärken, wurden auf den Weg gebracht: die Pharmarichtlinie, die Verordnungen über die Rechte behinderter Reisender im Flugverkehr und grenzüberschreitenden Bahnverkehr sowie die Fernsehrichtlinie, die die schrittweise Verbesserung barrierefreier audiovisueller Medienangebote regelt. Weitere wichtige Lobbyaktivitäten, wie die Sicherung der entgeltfreien Blindensendung, sind in Arbeit. Aufgrund dieser Erfolge konnte die EBU ihre Bekanntheit und ihr Ansehen bei der Europäischen Union wesentlich verbessern.

Deutlicher Ausdruck hierfür sei, dass die EBU regelmäßig zu politischen Gesprächen und Konsultationen von der EU-Kommission eingeladen werde, aber auch die Tatsache, dass die EBU eine der wenigen europäischen Netzwerke sei, die weiterhin finanzielle Mittel von der Europäischen Union für ihre Aktivitäten erhält. Sorge bereite indessen, so Lord Colin Low, die drohende Kluft zwischen den Ländern in der Europäischen Union und jenen, die ihr nicht angehören. Zwischen den Organisationen der Blinden und Sehbehinderten in West- und Osteuropa besteht ein deutliches Entwicklungsgefälle. Hier gelte es, effektivere Mechanismen zu finden, um zu erreichen, dass die EBU-Resourcen gleichmäßiger zwischen Ost- und Westeuropa verteilt werden.

Ein Höhepunkt am zweiten Konferenztag waren die Wahlen zum Präsidium. Keine Überraschung gab es zunächst bei den "Officers", d.h. Präsidiumsmitglieder mit festem Amt. EBU-Präsident Lord Colin Low (Großbritannien), seine beiden Vertreter, Alexandre Neumyvakin (Russland) und Tommasso Daniele (Italien), sowie Schatzmeister Julien Aimie (Frankreich) wurden per Akklamation bestätigt. Bei der Wahl zum Generalsekretär konnte sich Birgitta Blokland (Niederlande) knapp gegen den bisherigen Amtsinhaber Vaclav Polasek (Republik Tschechien) durchsetzen.

Erfreulich für Deutschland: Wolfgang Angermann schaffte mit der zweithöchsten Stimmenzahl erneut den Sprung ins Präsidium. Als Beisitzer wurden ferner gewählt: Sigrun Bessadottir (Finnland), Emin Demirci (Türkei), Unn Ljöner Hagen (Norwegen), Rafael González Millán (Spanien), Vaclav Polasek (Tschechische Republik), Sinan Tafaj (Albanien) und Yannis Vardakastanis (Griechenland). Unmittelbar vor den Wahlen hatten die Delegierten einem Satzungsänderungsantrag auf Erweiterung der Zahl der Beisitzer zugestimmt, so dass die Aktivitäten der EBU jetzt von einem 13-köpfigen Präsidium gelenkt werden.

Neue Wege wollte das EBU-Präsidium bei der Ausrichtung seiner 8. Generalversammlung beschreiten, um die Verhandlungen möglichst lebendig zu machen und um ihre Mitglieder bei der Gestaltung der Verbandspolitik der EBU mit einzubeziehen. In acht parallelen Arbeitskreisen zum Strategieplan der EBU hatten die Delegierten am zweiten Konferenztag deshalb Gelegenheit, die Verbandsarbeit der EBU durch eigene Vorschläge mitzugestalten. Bei der Diskussion des Strategieplans 2007 bis 2013 wurde deutlich, dass es wichtige Schnittmengen mit der Politik des DBSV gibt.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Bereich "Mobilität und Transport". Eines der hier wichtigen operativen Ziele, die in den kommenden Jahren zu verfolgen sind, ist die europaweite Verhinderung der Einführung des "Shared Space"-Konzeptes. Dieses auch in Deutschland kontrovers diskutierte verkehrspolitische Modell sieht die Schaffung eines von allen Verkehrsteilnehmern gemeinsam geteilten Verkehrsraumes vor, in dem sich Fußgänger und Autofahrer durch Handzeichen verständigen, Verkehrsschilder und Fußgängerinsel abgeschafft und Blindenverkehrsampeln durch kreisverkehrsähnliche Gestaltungen ersetzt werden. Überschneidungen mit den verbandspolitischen Interessen und Aktivitäten des DBSV gibt es aber auch in anderen Bereichen. Stichworte sind hier die Definition von Mindeststandards für die Rehabilitation, die Umsetzung der EU-Beschäftigungsrichtlinie auf nationaler Ebene, Projekte in den Bereichen Audiodeskription, digitales Fernsehen, barrierefreier Zugang zum Tourismus und zum Kulturerbe.

Neben den Arbeitskreisen zur Strategie der EBU gab es am dritten Konferenztag Arbeitsgruppen, die sich mit der Thematik der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen befassten. Aufbauend auf bestimmten grundlegenden Prinzipien wie Würde, Nichtdiskriminierung, Respekt vor der Verschiedenheit, Chancengleichheit und Barrierefreiheit regelt die Konvention, welche Rechte behinderte Menschen in der Gesellschaft in Bezug z.B. auf die berufliche Beschäftigung, beim Zugang zu Erziehung und Bildung, Mobilität und Rehabilitation haben. Die EBU-Kommission für Rechte hatte im Vorfeld der Versammlung ein Papier erstellt, das anhand von 15 ausgewählten Artikeln aufzeigte, wie die betreffenden Rechte speziell im Sinne der Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen auszulegen sind und wie das Papier als Instrument für politische Kampagnen genutzt werden kann.

Deutschland gehört zu den Ländern, die die UN-Konvention unterschrieben haben. Die Ratifizierung des Vertragswerks, d.h. die Zustimmung durch den Bundestag, ist noch nicht abgeschlossen und kann noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Hier haben die Arbeitsgruppen wertvolle Erkenntnisse und Argumentationshilfen vermittelt, die bei der kritischen Begleitung der Umsetzung der Konvention, aber auch als politische Unterfütterung der DBSV-Positionen in Bezug auf die Gleichstellungsthematik hilfreich sein dürften.

Der EBU-Generalversammlung ging ein zweitägiges Forum voraus, das unter dem Thema "Der Wert der Vielfalt: Herausforderungen in einem sich wandelnden Europa" die Gleichstellungs- und Vielfaltthematik aus der Verschränkung von drei Perspektiven betrachtete: Geschlecht, Alter und Jugend. In Vorträgen, Präsentationen, parallelen und gemeinsamen Arbeitskreisen diskutierten die Delegierten eine Vielzahl von Problemen und Lösungsmodellen. Am Beispiel der Senioren: Das Weißbuch der EU-Kommission beschreibt die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Bereiche des öffentlichen Handelns und die Lebensverhältnisse der Menschen. Die Zahl älterer Menschen und älterer Menschen mit Behinderung steigt rapide an. In Bezug auf die Altersstruktur der Bevölkerungen liegen schon heute 19 der 20 demographisch ältesten Länder der Welt in Europa. Bis zum Jahre 2030 wird der Anteil der Menschen über 65 Jahre in der Europäischen Union auf 25 Prozent ansteigen. 2050 könnten 20 Prozent der Gesamtbevölkerung der EU 80 Jahre und älter sein. In vier Arbeitskreisen befasste sich das EBU-Seniorenforum mit den Folgerungen, die sich aus diesen Entwicklungstrends in Bezug auf blinde und sehbehinderte ältere Menschen ergeben, und versuchte Antworten auf die künftigen Herausforderungen zu formulieren. Dirk Jarre, Präsident der EURAG, sprach über die neuen Bedürfnisse alternder Menschen in Europa. Peter Verstraten von der niederländischen Organisation SENSIS, moderierte einen Workshop mit dem Thema "Alt und einsam ist nicht das Gleiche".

Besonderes Interesse fanden hier die Erfahrungen mit einem Rehabilitationsmodell in den Niederlanden, das blinden Senioren hilft, Isolation und Vereinsamung zu bewältigen. Alan Suttie aus Großbritannien stellte zum Thema "Die neuen Bedürfnisse blinder und sehbehinderter älterer Menschen verstehen lernen" Beispiele nationaler und lokaler Rehabilitationsangebote vor. "Generationensolidarität  –  Aktivitäten, Lernen, Kooperation"  –  unter diesem Titel luden Senioren und Jugend gemeinsam zu einem Workshop, dessen Ziel die wechselseitige Vermittlung altersbezogener Kompetenzen und Erfahrungen war.

Welche Bilanz ist aus der 8. Generalversammlung zu ziehen? Die deutsche Delegation hat sich sicherlich gut präsentiert und aktiv in die Diskussionen und Veranstaltungen eingebracht. In einem gemeinsamen Arbeitskreis der Frauen und Senioren berichtete Renate Reymann in einem viel beachteten Impulsreferat über ihre persönlichen Erfahrungen und die Bewältigung ihrer Sehbehinderung. Dr. Alfred Preuße leitete eine Sitzung über Gedächtnistraining für blinde Senioren und stand in einem von der Jugend und den Senioren gemeinsam organisierten Informationskiosk als Studienberater zur Verfügung. Peter Brass vom DVBS moderierte einen Workshop über Rehabilitation und Beschäftigung. Der Austausch von Erfahrungen mit wichtigen EBU-Kolleginnen und -Kollegen am Rande der Verhandlungen, das Knüpfen neuer Kontakte wären als weiteres positives Ergebnis zu melden. Sicher: die 8. EBU-Generalversammlung hat keine neuen Visionen formuliert. Der Strategieplan 2007 bis 2013 deutet auf einen vorsichtigen Pragmatismus hin. Manche der Ziele, die sich die 7. EBU-Generalversammlung gesetzt hatte, wurden nicht erreicht. Deshalb stehen diesmal kleinere, machbare Aufgaben im Vordergrund. Eine der großen Herausforderungen, die bestehen bleiben, nannte EBU-Präsident Lord Low in seinem Tätigkeitsbericht, ohne das Wort vom Europa der zwei Geschwindigkeiten zu gebrauchen. Die Stärke der EBU wird sich auch daran bemessen, inwieweit es ihr gelingen wird, das Entwicklungsgefälle zwischen den Organisationen in Ost- und Westeuropa zu vermindern und insbesondere den Beitrittsländern zu helfen, den Anschluss an den Westen zu finden. Die Bildung einer speziellen Task force und die Durchführung einer Machbarkeitsstudie von Projekten sind hier gut gemeinte erste Schritte. Der Herausforderung erfolgreich zu begegnen, liegt indessen nicht in der Hand der EBU, sondern wird letztlich von der politischen und wirtschaftlichen Eigendynamik in den betreffenden Ländern bestimmt.

Hans Kaltwasser  

Seitenanfang vorige Seite

Medien:

Computer oder Gartenarbeit?

Ergebnisse einer Umfrage zur Nutzung moderner Medien

Nach der Schule "chatten" am Computer: Das ist für viele Jugendliche die Fortsetzung des Schulhofgesprächs mit digitalen Mitteln. Für sie ist der Umgang mit "neuen Medien" längst selbstverständlich. Die Generation ihrer Eltern zieht nach: Sie kennt den Computer vom Arbeitsplatz, umgibt sich aber auch gern mit digitaler Heimtechnik. Allenfalls die Generation der Großeltern tut sich noch schwer. Ihnen sollen zum Beispiel spezielle Kurse helfen, zu begeisterten Technik-Nutzern zu werden.

Was aber haben ältere Menschen (oder andere, die immer gut ohne Computer ausgekommen sind) wirklich von der neuen Technik? Wie nutzen sie privat jene Geräte, die in der Arbeitswelt eher Arbeitsplätze vernichtet haben als  –  wie versprochen  –  Papierberge und Bürokratie einzudämmen? Antworten auf diese Frage erbat der Autor dieses Beitrags im Auftrag einer Seniorenzeitschrift. Auch viele Blinde und Sehbehinderte schrieben ihm. Deren Berichte sollen im Folgenden etwas genauer betrachtet werden; ohne repräsentativ zu sein, werfen sie doch Schlaglichter auf unterschiedliche Gewohnheiten der Mediennutzung.

Vor allem fällt auf: Für viele Blinde gehört digitale Technik schon viel länger zu ihrem Alltag als für Sehende. Sie haben den Computer (oder seine Vorgänger) zunächst im Arbeitsleben als Erweiterung ihrer beruflichen Möglichkeiten schätzen gelernt. Wer in den 1980er-Jahren bereits mit einer frühen Braillezeile seine Schreibmaschine steuern durfte, während die Kolleginnen noch mit Kugelkopf schrieben, erlebte einen wesentlichen Fortschritt: Mehr Unabhängigkeit von sehenden Helfern, mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit in der Arbeit waren plötzlich möglich.

Was man vom Arbeitsplatz kennt, will mancher zu Hause nicht missen. Walter und Brigitte, die ein Vierteljahrhundert möglichst jeden Entwicklungsschritt mitgemacht haben, hätten nicht nur Entzugserscheinungen, wenn ihre Informationstechnik total ausfiele; sie sind auch überzeugt, dass der Verlust an Lebensqualität erheblich wäre: Stets aktuelle Nachrichten im Videotext, vertrauliche Online-Bankgeschäfte, Informationsaustausch per E-Mail, informieren und einkaufen via Internet, der sprechende DVD-Recorder  –  das alles ist Teil ihres Alltags.

Diabetiker Horst freut sich, dass er mit dem PC seine Insulinpumpe einfach programmieren und dazu auch noch das Tagebuch problemlos führen kann. Und Masseur Franz schreibt, für ihn habe sich mit der Entdeckung des Computers eine Welt eröffnet: Die Welt der geschriebenen Sprache; nachdem er dreißig Jahre lang nur aus vorgelesenen Texten gelernt hat, kann ihm der Computer jetzt helfen, statt einer sehr individuellen Lautschrift grammatisch richtig schreiben zu lernen.

Doch nicht alle sind nur begeistert. Zwar ist auch für Christa der PC zum täglichen Begleiter geworden, aber Recherchen im Internet empfindet sie als zeitraubend und nervenaufreibend, weshalb sie dabei gerne sehende Hilfe in Anspruch nimmt. Nicht nur technische Barrieren, allein schon die Fülle der Informationen erschwert die Benutzung. Angelika verzichtet deshalb ganz auf Suchmaschinen wie Google und informiert sich im Internet nur gezielt über örtliche Veranstaltungen, Busfahrpläne oder Öffnungszeiten. Die E-Mail-Kommunikation ist unter Blinden deutlich beliebter als das Internet. Vor allem Mailinglisten zu blindenspezifischen Themen werden immer wieder als hilfreiche Informationsquellen genannt.

"Digital"  –  das ist aber nicht nur der PC. Nach drei Jahrzehnten geht die Zeit der analogen Audio-Kassette bald zu Ende; die DAISY-CD, die dicke Bücher auf einer dünnen Scheibe hörbar macht, wird in der genannten Umfrage von mehreren Blinden als Riesenfortschritt gewürdigt, vor allem in Hinblick auf die komfortablen Navigationsmöglichkeiten. Ute hat den DAISY-Player sogar in jeder freien Minute im Einsatz  –  oft auch in der Nacht.

Doch hier gilt wie beim Computer: Wer die neuen Möglichkeiten nicht erlebt hat, der vermisst sie auch nicht. Als vor kurzem ein norddeutscher Blinden- und Sehbehindertenverein seine Mitgliederinformation auf CD verschickte, verstanden einige Mitglieder die Welt nicht mehr: Dass ihr guter alter Audio-CD-Spieler der DAISY-CD keinen Ton entlockt, ärgerte sie. Doch dafür neue Technik anschaffen müssen? Das ist vielen immer noch zu kompliziert, zu teuer, eigentlich überflüssig.

So ähnlich geht es anderen mit dem mobilen Telefon. Dass man von überall einen Arzt rufen oder ein Taxi bestellen kann, ohne erst eine Telefonzelle suchen zu müssen, das freut viele. Elfriede hat ein zehn Jahre altes Handy  –  damals waren die Traglinge noch einfach zum Telefonieren da. Neuere Exemplare sprechen zwar mit ihren Benutzern und führen sie durch die immer komplexeren Fähigkeiten bis hin zur Internetrecherche. Dennoch gibt es standhafte Handy-Verweigerer wie Manfred: Ständig erreichbar sein  –  diese Erwartung will er nicht erfüllen.

Dass die Unterschiede in der Bewertung der Medienentwicklung quer durch die Familien gehen können, berichtet Reiner. Seine sehende Frau findet all die Technik oft eher hinderlich als nützlich, doch ihm als Blinden eröffnet sie viele neue Möglichkeiten. Trotz mancher Probleme überwiegt für ihn der Gewinn an Autonomie und Arbeitserleichterung.

Dass Leben und Arbeiten zugleich für alle schneller und stressiger werden, ist ihm bewusst  –  und so mahnt er sich gelegentlich selbst, nicht den Minicomputer, sondern lieber eine Braillezeitschrift mit in den Park zu nehmen.

Und wie steht es um die Möglichkeiten, mit Hilfe der Medientechnik ganz anders soziale Kontakte zu pflegen als früher? Chats und Foren spielen in den Erfahrungsberichten Sehbehinderter und Blinder eine eher geringe Rolle. Sehende, gerade auch ältere, nutzen das Internet offenbar mehr zur Unterhaltung; sie bekommen Informationen, meist in gedruckter Form, im Überfluss frei Haus. Blinden ist der handfeste Informationsgewinn offenbar wichtiger. So sind es unter ihnen eher wenige, die  –  wie Silja  –  berichten, dass sie tagtäglich über das Internet neue Menschen kennen lernen; und dass sie dabei auch alte Kontakte verloren, die sie nicht auf den traditionellen Wegen weiter pflegten.

Peter nutzt gerne die Möglichkeit des (fast) kostenlosen Telefonierens über das Internet und sucht im Skype-Netzwerk auch das Gespräch mit wildfremden Menschen rund um den Globus. Dabei geriet er auch schon mal in weniger erfreuliche Situationen  –  aber das kann einem beim Tratsch im Treppenhaus auch geschehen. Von angenehmeren Kontakten, die man gerne immer wieder aufgreift, kann er genauso berichten. Und dass man sich beim Surfen im Internet auch schon mal stundenlang an irgendeinem Thema "festliest"  –  auch das ist ihm schon passiert, berichtet er, der seine E-Mails konsequent als Hörbriefe verschickt.

Manfred sitzt jeden Abend im Schnitt eine Stunde am Computer, liest und beantwortet Mails, organisiert ehrenamtliche Arbeit; früher verbrachte er diese Zeit im Garten oder bastelte. Andererseits kann er seine Sendungen für den örtlichen Bürgerfunk von zu Hause gestalten und muss nicht mehr ins Studio fahren.

Die Zeit, die ihnen jeden Tag für Mediennutzung zur Verfügung steht, hat sich für die meisten Menschen kaum verändert; wie man diese kostbare Zeit aber ausfüllt, entscheidet jeder angesichts der wachsenden Möglichkeiten täglich neu, und schon die Auswahl aus der immer größeren Fülle kostet einen Teil dieser Zeit. Daraus ergeben sich neue Herausforderungen auch für die Anbieter von Medien und Medientechnik  –  aber das ist schon eine andere Geschichte ...

Hermann Dremel  

Hörbuch mal ganz anders

Gerhard Frühwald, Blinden- und Sehbehindertenpädagoge aus Nürnberg, war dabei, als blinde Schüler ein Buch hörbar machten.

"... und Bungzo brachte uns eine ..."  –  "Stopp, den Namen musst du etwas anders betonen, bitte lies ab dem letzten Satz noch mal!"  –  "... und Bung-... äh, ach so ...; ich fang noch mal an: Und Bungzo brachte uns eine ..."

Am 1. und 2. Oktober 2007 war es so weit. Nach intensiver Vorbereitungszeit starteten die Aufnahmen für das Hörbuchprojekt "Das siebte Jahr" von Sabriye Tenberken. Hierzu waren wir ins Tonstudio des Verlags Lübbe Audio in Berlin eingeladen.

Wir, das sind: Sabriye Tenberken, die Autorin des Buches und Initiatorin des Hörbuchprojekts, vier blinde Jugendliche, Kristin John (17), Ann-Kathrin Modest (15), Artin Akhavan (12) und Raphael Ammon (14); und ich, der die Jugendlichen bei den Vorbereitungen und während der Tage in Berlin unterstützte und das Projekt mit koordinierte.

"Wie kommt eigentlich ein Hörbuch auf die CD?", dachte ich mir immer wieder, als wir uns für die spannenden Tage im Tonstudio vorbereiteten. "Ist doch eigentlich ganz einfach!" Man sitzt vor einem Mikrofon in einem schallabgedichteten Raum. Hinter dem schalldichten Fenster befindet sich der Regieraum. Hier sind der Tontechniker und die Regisseurin und viel Technik. Klingt einfach, ist es aber nicht! Bevor es überhaupt mit den Aufnahmen losgeht, sind umfangreiche Vorbereitungen nötig. Um den Text, der schließlich mehrere CDs ausfüllen wird, wirklich fehlerfrei und richtig betont aufzusprechen, braucht es ein hohes Maß an Konzentration und Ausdauer. Und bis das gesamte Werk schließlich verkaufsfertig im CD-Regal angeboten wird, ist noch viel zu tun.

Die Regisseurin, Kerstin Kaiser, und ihre Mitarbeiter leiteten die Aufnahmen auf beeindruckend professionelle Weise. Für sie war es auch eine ganz neue und positive Erfahrung. Sie schafften es, die jungen blinden Leserinnen und Leser bei dem Hörbuchprojekt sehr gut zu integrieren. Mein Kompliment!

Die zwei Tage im Tonstudio und die Zeit der Vorbereitung waren für alle Beteiligten spannend und intensiv zugleich. Im Vorfeld sammelten Sabriye und ich einige Hörproben der Jugendlichen, Texte wurden hin und her gemailt, viele Telefonate mussten geführt werden usw. Schließlich befand sich Sabriye während der Vorbereitungen an einem anderen Ende der Welt. Und so waren wir froh, dass die Kommunikation via Internet so gut funktionierte.

Bei diesem Hörbuch, "Das siebte Jahr", handelt es sich um ein ganz besonderes Projekt.

Der Autorin, Sabriye Tenberken, ist es gelungen, eine einzigartige, phantastische Idee zu verwirklichen:

Die spannende Geschichte handelt von blinden Kindern aus der Blindenschule in Tibet, welche Sabriye Tenberken zusammen mit Paul Kronenberg 1998 gründete.

Die Autorin des Buches ist blind, und schließlich wird die Geschichte von blinden Menschen erzählt.

Neben Sabriye Tenberken wurden auch die vier oben genannten Jugendlichen als Leser und Leserinnen engagiert. Es ist auf geniale Weise gelungen, dieses spannende Werk in seiner Gesamtheit, vom ersten Satz bis hin zu den Sprechern, aus einem "besonderen, anderen Blickwinkel"; dem Blickwinkel, aus dem die Geschichte erlebt und geschrieben wurde, dem Hörer zu präsentieren. Darüber hinaus ist es gelungen, junge blinde Menschen in einer besonderen Weise an einem nicht alltäglichen Projekt zu beteiligen.

Dieses Hörbuch ist auch ein Plädoyer für die Brailleschrift! Die Fähigkeit zum Lesen ist neben Sprachausgabe, DAISY-Format, Texterkennung etc. die wichtigste Grundlage für alle weiteren Möglichkeiten der Texterfassung.

Ich könnte mir vorstellen, dass sich hier eine Tür für ein neues Beschäftigungsfeld für blinde und sehbehinderte Menschen auftun wird.

Wir dürfen gespannt sein, wenn das Hörbuch "Das Siebte Jahr" im Januar 2008 zusammen mit dem Dokumentarfilm "BlindSight", der auch als Hörfilm in vielen deutschen Kinos gezeigt wird, erscheinen wird.

Das 2006 erschienene Buch, der Film und das Hörbuch ergeben eine eindrucksvolle Trilogie. Dieses Gesamtwerk vermittelt einen fantastischen Einblick in die vielen Abenteuer und erzählt von kleinen und großen Geschichten des Alltags. Die Hauptpersonen sind Menschen, welche die Welt in einer fernen Kultur und schließlich auch bei uns aus einem anderen Blickwinkel sehen, anders sehend erleben und auf ihre Weise erzählen.

Medibus und Börsenverein im Gespräch

Im Herbst 2007 fand in der DZB Leipzig ein Gespräch zwischen Vertretern der VG Wort, des Börsenvereins, Verlagen und Medibus (Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen) statt.

Medibus arbeitet an der Vision "Jedem Menschen jedes Buch zur gleichen Zeit und zum gleichen Preis verfügbar zu machen". Unter dieser Zielstellung werden Antworten auf folgende Fragen gesucht:


Leider waren neben den Medibus-Vertretern nur vier Vertreter der Verlagsseite etc. erschienen, aber diese zeigten sich außerordentlich interessiert und gesprächsbereit.


Ergebnisse

(Aus einem Bericht von Elke Dittmer)

Speichern als DAISY künftig bei Microsoft Word

Elke Dittmer, Vorsitzende von Medibus, schreibt zu dieser neuen Möglichkeit:

Seit Gründung bemüht sich das DAISY-Consortium, der weltweite Verein aller Blindenbibliotheken, das Interesse von Firmen für den DAISY-Standard zu wecken, um die Verbreitung dieser Technologie zu fördern ... Menschen, die auf Grund einer Behinderung Gedrucktes nicht lesen können, haben durch die DAISY-Bücher einen deutlich verbesserten Zugang zu Informationen und zur Literatur.

Die Firma Microsoft hat sich nun entschlossen, ein Programm zu entwickeln, das die Textverarbeitung Word um die Funktion "Speichern als DAISY" erweitert. Ein in Word geschriebener Text, in dem Überschriften und andere Strukturelemente markiert worden sind, wird mit der Funktion "Speichern als DAISY" in einen DAISY-XML-Datensatz konvertiert. Diese Dateien sind Grundlage einer anschließenden Weiterbearbeitung durch Aufsprache des Textes mit einer menschlichen Stimme oder durch Nutzung synthetischer Sprachsysteme.

Darüber hinaus macht Microsoft im Rahmen einer Open-Source-Lizenzierung den Quellcode öffentlich, so dass auch andere Entwickler darauf basierend Programme dieser Art erstellen können ...

Dr. Thomas Kahlisch, DAISY-Beauftragter des DBSV, kommentiert die entsprechende Pressemeldung von Microsoft: "Wenn man mit den großen Fischen im Karpfenteich schwimmt, kann das für die Sache nur gut sein. Und DAISY, als Marke von Microsoft 'verkauft', ist für zunehmende Bekanntheit weltweit beinahe schon ein Garantieschein. Ich bin sehr froh über diese Entwicklung."

Seitenanfang vorige Seite

Sport:

Fußball

Nationalspieler Christian Pander übernimmt Patenschaft für Blindenfußballer aus Essen

Menschen mit weniger als zwei Prozent Sehkraft können kicken. Das konnten sich die Verantwortlichen des FC Schalke 04 nicht vorstellen, bevor ihnen die Behinderten-Sportgemeinschaft Essen das Projekt "Blindenfußball" vorstellte und die Verantwortlichen bei den Knappen, allen voran den Vorsitzenden Josef Schnusenberg, überzeugten. Künftig werden die BSG und der S04 kooperieren, Nationalspieler Christian Pander übernimmt die Patenschaft für die Auswahl engagierter Fußballer, die sich ganz auf Orientierung, Gehör und Gefühl verlassen muss. "Was dieses Projekt für uns so besonders macht, ist die Tatsache, dass es um Fußball geht und die Faszination, dass er von Menschen ausgeübt werden kann, von denen man das zunächst nicht vermutet", erklärte Manager Andreas Müller. Als Christian Pander erstmals Bilder eines Spiels im Fernsehen sah, zeigte er sich ebenfalls beeindruckt: "Wenn man bedenkt, unter welchen Voraussetzungen sie spielen, war es sehr bewundernswert, wie gut sie mit dem Ball umgehen können. Ich würde gern mithelfen, diese Sportart bekannter zu machen." Genau dieses soll die Kooperation bewirken, in der die Schalker unter anderem den Blindenfußballern ihre Infrastruktur zur Verfügung stellen.

Kegeln

Jubiläumsturnier in Magdeburg

Am 3. November 2007 fand auf der Kegelbahn des Magdeburger Sportverein 90 e.V. das Jubiläumsturnier der Abteilung Behindertensport statt, die ihr 50-jähriges Bestehen feiern konnte. 17 Mannschaften sowie einige Einzelstarter nahmen am Turnier teil. Es wurden auf Classic- und auf Bohlebahnen je 60 Wurf gekegelt.

Nach dem Turnier fand in der Gaststätte "Zur Kegelhalle" die Abendveranstaltung mit Siegerehrung statt, zu der auch einige Gäste begrüßt werden konnten: Herr Horst Pfrommer, Gründer der Abteilung Behindertensport beim MSV 90 (ehemals Motor Mitte Magdeburg), Herr Norbert Block (Präsident des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes Sachsen-Anhalt e.V.) und Herr Jürgen Voß (Vorsitzender des MSV 90 e.V.) richteten einige Worte an die Teilnehmer und Gäste. Herr Mewes von der Landtagsfraktion der Linkspartei überreichte einen Scheck und richtete auch einige Worte an die Teilnehmer.

Horst Pfrommer und Gabriele Meyer wurden für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt.

Den Pokal gewann die erste Mannschaft des MSV 90, gefolgt von der VfL Blau-Weiß Neukloster und der SG Einheit Arnstadt.

Tandem-Fahren

5. Internationales Tandem-Camp

Vom 20. bis 29. Juli 2008 findet in Burg (Spreewald) das 5. Internationale Tandem-Camp für blinde und sehbehinderte Jugendliche statt. Erwartet werden Teilnehmer aus Estland, Lettland, Litauen, Kroatien, Polen, Russland, der Slowakei, aus Tschechien, aus Ungarn und natürlich aus Deutschland.

Die private Initiative Tandem-Hilfen organisiert das Treffen gemeinsam mit dem Behindertenwerk Spremberg e.V. sowie mit dem Blinden-und-Sehbehinderten-Verband Brandenburg e.V.

Anmeldung bis spätestens 1. April 2008 bei Dr. Thomas Nicolai.

TANDEM-TOUR "Blickfang für Blinde"

Vom 26. Juli bis 3. August 2008 findet die TANDEM-TOUR "Blickfang für Blinde" statt. Sie führt von Burg (Spreewald) nach Potsdam und wirbt für die Unterstützung eines Hilfsprojektes zugunsten von Blindenschulen in Osteuropa. Veranstalter ist die private Initiative Tandem-Hilfen in Kooperation mit dem Blinden-und-Sehbehinderten-Verband Brandenburg e.V.

Sieben Touren (jeweils ca. 60 bis 80 km) führen zu landschaftlich und kulturell interessanten Zielen und sind mehrfach verbunden mit Presseterminen. Teilnehmen können Tandem-Teams, die sich für die Ziele von Tandem-Hilfen einsetzen wollen.

Anmeldung bis 1. April 2008 bei Dr. Thomas Nicolai.

Mitfahrtag am 27. Juli 2008

Im Rahmen der TANDEM-TOUR "Blickfang für Blinde" laden die Organisatoren ein zu einem Mitfahrtag am 27. Juli 2008 in Burg (Spreewald). Tandem- und Einzelradfahrer aus der Region und von überall sind eingeladen, eine Tour für einen guten Zweck zu bestreiten.

Die Ausschreibungen und weitere Informationen zum 5. Internationalen Tandem-Camp und zur Tour "Blickfang für Blinde" gibt es auf der Website von

Tandem-Hilfen
www.tandem-hilfen.de

und beim

Initiator von Tandem-Hilfen
Dr. Thomas Nicolai
Tel.: (0 30) 2 08 17 20
Mobil: (01 71) 5 30 71 69
E-Mail: ThomasNicolai@gmx.de

Gemeinsam rollt's in Langenfeld

Unter dem Motto: gemeinsam rollt's messen am 7. September 2008 in Langenfeld/Rheinland von 10 bis 17 Uhr Behinderte und nicht behinderte Tandem-Athleten ihre Leistungen auf Distanzen zwischen zwei und siebzig Kilometern. Neben dem Renngeschehen lockt ein buntes Rahmenprogramm wie Schach und Schießen für blinde Menschen und Hüpfburg, Dreideln und Unterhaltung für die ganze Familie.

Mehr Information unter
www.gemeinsam-csc.de
bei Bernhard Weik
Tel.: (0 21 73) 27 02 33.

Torball

Meister kommt aus München

Groß war der Jubel beim Torballteam des BSV München, als die Sportler im Casino des Berufsförderungswerkes (BFW) Würzburg nach fünf Siegen und zwei Unentschieden ihre Medaillen für die Bayerische Meisterschaft in Empfang nehmen konnten. Der alte und neue Bayerische Meister im Torball stellte auch den Torschützenkönig des Turniers in Veitshöchheim. Erwin Holousch aus München setzte seinen Gegnern den Klingelball in sieben Begegnungen satte 26 Mal ins Netz. Zweiter der Bayerischen Meisterschaft wurde die Mannschaft der SG Mühldorf-Altötting-Landshut vor dem BVSV Nürnberg.

Zufrieden war man auch beim Gastgeber. Das BFW-Team um Thomas Horn, der im September 2007 mit der deutschen Nationalmannschaft den WM-Titel nach Deutschland geholt hatte, landete auf dem vierten Platz.

Immerhin ließ man den SV Reha Augsburg, München 2, den BVS Weiden und Nürnberg 2 hinter sich.

(Aus einem Bericht von Marcus Meier)

Seitenanfang