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Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. |
Inhaltsverzeichnis der Originalausgabe
Ausgewählte Beiträge:
DBSV-Nachrichten:
Schön, dass Sprache so mehrdeutig sein Euro-Multiplikatoren-Schulung kann und dass sprachliche Vielfalt hilft, Sachverhalte interessant zu machen, wenn sie dies zunächst gar nicht zu sein scheinen. In der Ausstellung "Der im-perfekte Mensch" im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden hängt neben zahlreichen äußerlich gleichen Br³dern der Verbandskasten des DBSV. Verbände hatten die Möglichkeit erhalten, sich auf diese Weise in der Ausstellung zu präsentieren.
Wer den Kasten öffnet, sieht zunächst nicht allzu viel, denn eine Zwischenwand mit 6 etwa 10 cm großen Löchern verhindert direkte Einblicke. Vier dieser Löcher sind beleuchtet, und hinter den immer weniger durchsichtigen Scheiben sind Gegenstände zu erkennen bzw. zu erahnen, denn simuliert werden unterschiedliche Grade von Sehbehinderung.
Die unteren Öffnungen sind mit schwarzem Stoff bespannt, durch den man hineingreifen kann in das unbekannte Innere. Die dort fixierten Gegenstände sind nur durch Ertasten zu identifizieren.
Sehen mit schwachen Augen -
Fühlen mit starken Händen -
Gewinnen mit 6 Richtigen -
das ist das Konzept des DBSV-Verbandskastens. Auf einer Postkarte können nun die als richtig erkannten Objekte angekreuzt und die Lösung in einen Kasten an der Innentür gesteckt werden. Es locken attraktive Preise. Wer sich ein Faltblatt mitnimmt, erfährt etwas über Sehbehinderung und Blindheit, über den DBSV, die Landesverbände und deren Untergliederungen. Die Postkarte "Sehen kann doch jeder..." macht markant auf die bundesweite Rufnummer aufmerksam.
Der Verbandskasten mit ziemlich wenig "Verband" und hoffentlich
viel "Verbundenheit" ist auch für den DBSV ein Experiment. Er
will und kann nur erste Hilfe leisten.
Dr. Thomas Nicolai
EVASA tritt in Phase
II ein
Von Ilona Schlegel
Seit 01. März 2000 ist der DBSV Partner in dem vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung geförderten Projekt zur "Erschließung Von Arbeitsplätzen für Sehgeschädigte Arbeitslose mit geringer fachlicher Qualifikation."
Im Blinden- und Sehbehindertenwesen ist inzwischen bekannt, dass EVASA kein Raketentyp oder Musical ist. Seit Juni wurden für EVASA ca. 1.300 Interviews geführt. Infas befragte 1.000 Unternehmen zu Arbeitsplätzen für Geringqualifizierte und zur Einstellung von bzw. zu Blinden und Sehbehinderten. Beim BFW Düren und bei der Nikolauspflege Stuttgart wurden jeweils über 100 ehemaligen Rehabilitanden bzw. Schüler befragt. Und beim DBSV konnten über den Aufruf in der Maiausgabe der Gegenwart und Öffentlichkeitsarbeit in den Fachgremien 60 Personen gefunden werden, die das Projekt durch ein Interview unterstützten. Die Zahl der Zielgruppeninterviews in Düren, Stuttgart und Bonn überstieg die Erwartungen des Projektteams. Sie und die große Auskunftsbereitschaft im Verlauf des Interviews belegen die erfreuliche Akzeptanz, die EVASA erfährt. Ein Interviewteilnehmer beim DBSV brachte dies auf den Punkt: "Ich finde es gut, dass man nicht nur an die Super-Blinden denkt." In der Tat, und dies ist bei Sehenden nicht anders, treten meist herausragende Leistungen und Menschen in den Blickpunkt des Interesses. Blinde auf dem Kilimandscharo, Sehbehinderte im Olympischen Finallauf, das sind Bilder, die die Öffentlichkeit ebenso interessieren wie die glitzernde Welt der Reichen, Schönen und Erfolgreichen. Und natürlich ist es wichtig, über außergewöhnliche Menschen zu informieren, gerade auch, um unter Beweis zu stellen, dass behinderte Menschen wie Nicht-Behinderte herausragende Talente haben und viel bewegen können. Aber wie bei Nicht-Behinderten ist dies die Minderheit, und gerade wir als Selbsthilfeverband dürfen die Mehrheit nicht vergessen, denen kein überdurchschnittliches Gedächtnis und kein absolutes Gehör hilft, ihre visuelle Behinderung zu kompensieren. Diese Botschaft, die auch in EVASA steckt, kam offenbar gut und richtig an. Die große Interviewbereitschaft und Akzeptanz ist die Basis für den Erfolg des Projekts, das neue Impulse für eine zukunftsweisende, arbeitsmarktorientierte Ausbildung geben will. Die Interviews sind nun abgeschlossen; damit begann ab Januar 2001 Phase II: Aus der Auswertung der Interviews von Arbeitgebern und der Zielgruppe gilt es, Konzeptionen für die Ausbildung von 12 Probanden in Phase III zu erarbeiten. In welche Richtung wird die Reise gehen? Darüber werden wir auch in der Gegenwart weiter berichten. Die Interviews haben (wie die erste Beiratssitzung) viele Aspekte beleuchtet und Fragen aufgeworfen, die Berücksichtigung finden werden. EVASA ist jetzt zehn Monate alt und auf einem guten Weg. Dazu haben ganz wesentlich die Interviewteilnehmer und -teilnehmerinnen beigetragen, denen an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt sei. EVASA kann übrigens auch schon sprechen, nämlich unter www.projekt.evasa.de.
Jürgen Lubnau zu Gast im BFW Halle (Saale)
Der DBSV-Präsident besuchte in den letzten Tagen vor dem Jahreswechsel das Berufsförderungswerk Halle (Saale).
Im Jahr des 10-jährigen Bestehens konnte sich der Präsident davon überzeugen, dass sich aus einer Einrichtung im Aufbruch eine solide und leistungsfähige Spezialeinrichtung für die berufliche Rehabilitation blinder und sehbehinderter Erwachsener der neuen Bundesländer entwickelt hat.
Gespräche über die Bildungsangebote, die Möglichkeiten der Integration im Zusammenhang mit der nach wie vor komplizierten Arbeitsmarktsituation in den neuen Bundesländern, folgte ein reger Meinungsaustausch. Beim anschließenden Rundgang der wegen der Kurzfristigkeit unangekündigt war, konnte sich der Gast (trotz Prüfungssituation und bevorstehendem Jahreswechsel) ein sehr realistisches Bild von der Leistungsfähigkeit und dem Engagement der Mitarbeiter und Rehabilitanden des BFW Halle machen. Neben den unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden der 1898 gebauten Einrichtung faszinierten den Präsidenten besonders der hohe Grad an modernen Hilfsmitteln und die Ausstattung der Räume.
Im Lichtstudio konnte er sich über neue Angebote genauso informieren, wie bei seinem Rundgang im taktilen Erfahrungsraum. Besonderes Interesse äußerte der Besucher bei der Besichtigung des Werkstattbereiches in der Polsterei. Eine Erläuterung der Produktpalette und die Vorstellung einiger Arbeitstechniken der Polsterer gaben anschaulich Auskunft über die Möglichkeiten der Ausbildung von sehbehinderten Polsterern in Halle.
Im Rahmen des Kurzbesuches in Halle konnten leider nur Ausschnitte
aus der Arbeit der Einrichtung dargestellt werden. Dennoch war der
Besuch, der von Aufgeschlossenheit und Optimismus geprägt war,
für die MitarbeiterInnen und RehabilitandInnen des BFW Halle
(Saale) ein motivierendes Signal, dass der Weg auf dem wir uns
befinden, anerkannt wird.
Robert Bonan
Im Herbst 2000 fanden bundesweit über 50 Euro-Multiplikatoren-Schulungen statt. Nachstehend veröffentlichen wir einen Brief, den die Geschäftsführung des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes (BBSB) an den Vorstand des DBSV sandte:
Sehr geehrte Damen und Herren,
nachdem die Euro-Multiplikatoren-Schulung in Bayern mit 16 Unterrichtseinheiten abgeschlossen ist, möchten wir es nicht versäumen, unserem Spitzenverband und persönlich auch Herrn Kaltwasser für dieses ausgezeichnete Fortbildungsangebot zu danken.
Die drei- bis vierstündigen Unterrichtseinheiten haben unseren ehrenamtlichen und hauptberuflich tätigen Beratern sehr viel genutzt. Notwendiges Hintergrundwissen wurde genauso vermittelt wie Hilfen zur Unterscheidung der Euro-Geldscheine und Euro-Münzen.
Wir werden im Jahr 2001 in allen Bezirksgruppen des BBSB und natürlich auch im Kur- und Begegnungszentrum Saulgrub Info-Veranstaltungen zum Euro sowie Gruppenschulungen vornehmen.
Das Projekt Euro-Multiplikatoren-Schulung ist ein "Familienprojekt" im besten Sinne. Man könnte es auf folgenden Nenner bringen: Effiziente Interessenvertretung durch die EBU auf europäischer Ebene zu Fragen der Geld- und Münzengestaltung, Entwicklung eines überzeugenden Schulungskonzepts auf nationaler Ebene für Multiplikatoren in den Landesvereinen und engmaschige Euro-Schulungen Blinder und Sehbehinderter auf regionaler Ebene.
Mit den Euro-Schulungsangeboten werden wir sicher etliche Blinde und Sehbehinderte als neue Mitglieder in unserer Solidargemeinschaft gewinnen können, weil sie erkennen, dass die Blinden- und Sehbehindertenvereine praktische Alltagshilfe leisten.
Darüber hinaus kann erwartet werden, dass wir mit den Euro-Schulungen auch die Medien erreichen werden. In B 5 aktuell wurde zum Beispiel am 07. November ausführlich über die Euro-Multiplikatoren-Schulung in München berichtet. Wir bemühen uns, diesen Beitrag vom Bayerischen Rundfunk zu bekommen.
Abschließend danken wir Vorstand und Geschäftsführung des DBSV nochmals für dieses hervorragende Projekt.
gez. Seuß gez. Schludermann
Landesgeschäftsführer Bevollmächtigter
Landesgeschäftsführer
Erfolgreich bewerben mit "Fit im Beruf"
Die Fähigkeit, einen Computer zu bedienen, gehört heute zum Standardwissen fast aller Berufstätigen in Deutschland. Berufsanfänger und Arbeitsuchende, die nicht mit Computern umgehen können, haben in den meisten Berufen auch ohne Behinderung kaum eine Chance auf Einstellung. Blinde und Sehbehinderte sollten daher gleich bei ihrer Bewerbung deutlich machen, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen auch mit modernster Computertechnologie und grafischen Benutzeroberflächen (mit Windowsprogramm) umgehen können. Die in der Presse oft diskutierten Anfangsprobleme vor allem der blinden Anwender bei der Umstellung auf grafisch orientierte Benutzeroberflächen in den 90er Jahren haben nämlich nicht nur unter den Blinden und Sehbehinderten selbst zu einer gewissen Verunsicherung beigetragen.
Sachliche und ansprechende Aufklärung ist also gefragt.
Die Broschüre "Fit im Beruf", die vom gemeinsamen Fachausschuss für Informations- und Telekommunikationssysteme (FIT) erstellt und im Jahr 2000 vom DBSV herausgegeben wurde, kann dazu dienen, Informationslücken zu schließen und so bei der Stellensuche ganz praktisch helfen.
Neben einer leicht verständlichen Einführung in die Arbeitsweise Blinder und Sehbehinderter am Computer informiert die Publikation auch über weitere Hilfsmittel wie z. B. Kamerasysteme zur Vergrößerung gedruckter oder handgeschriebener Vorlagen. Des Weiteren enthält "Fit im Beruf" eine Anschriftenliste, die Adressen der wichtigsten Ansprechpartner enthält. "Fit im Beruf" ist nicht nur eine Informationsschrift für Schwerbehindertenvertrauensleute oder ehrenamtliche Mitarbeiter im Blinden- und Sehbehindertenwesen. "Fit im Beruf" ist eine empfehlenswerte Ergänzung Ihrer Bewerbungsunterlagen.
"Fit im Beruf" wird kostenlos abgegeben gegen 3 DM in Briefmarken.
Wie alle DBSV-Publikationen ist auch "Fit im Beruf" grundsätzlich beim zuständigen Landesverein zu bestellen, der die Broschüren vom DBSV-Referat Öffentlichkeitsarbeit, Rungestr. 19, 10179 Berlin; Tel.: (0 30) 28 53 87-0, bezieht.
In bin im-perfekt
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wer oder was sind eigentlich "normal"? Welche Muster haben wir im Kopf vom Menschen? Wie sind diese da reingekommen? Und wie kommen sie wieder raus?
Wenn sich jemand darauf einlassen will, sein Bild vom Menschen, sein "Menschenbild" bezüglich "normal", "perfekt" oder "behindert" zu überprüfen und ggf. zu korrigieren, dann sollte er nach Dresden fahren.
Das Deutsche Hygiene-Museum und die Aktion Mensch gehen mit der Ausstellung "Der im-perfekte Mensch" neue Wege.
Perfekt ist der Zugang zum Museum umgestaltet worden. Stufenlos geht oder rollt der Besucher wie auf einem roten Teppich in das Foyer; schon außen also eine einladende Geste.
In der heutigen Medienwelt der Schönen und Erfolgreichen den im-perfekten Menschen zum Thema zu machen und ihn und seine Unvollkommenheit auch noch "auszustellen", ist ein Wagnis, ein mutiger Versuch, der sehr gebraucht wird. Und der Untertitel "Vom Recht auf Unvollkommenheit" bringt den Gegensatz zwischen "Idealen", wie sie die Werbung suggeriert, und Menschlichkeit zum Ausdruck.
Das Tabu-Thema schließt aber nicht nur all das ein, was man unter "Behinderung" im engeren Sinne versteht, sondern es ruft auf zur Diskussion über den Wert menschlichen Lebens und die Unantastbarkeit der menschlichen Persönlichkeit.
Bei der Eröffnungsveranstaltung war der große Saal bis auf den letzten Platz gefällt, und die Mitwirkenden boten Denkanstöße, ohne dabei den belehrenden Zeigefinger zu erheben. Letzteres hätte auch dem Anliegen der Ausstellung widersprochen. Die Umsetzung des Themas geschieht in einer künstlerisch hervorragend gelungenen Art und Weise, die Platz lässt für eigene Reflexionen, für Emotionen und Stellungnahme des Besuchers.
Dass sie weitgehend barrierefrei gestaltet ist, mag selbstverständlich erscheinen. Die Zugänglichkeit - auch für blinde und sehbehinderte Besucher - bezieht etliche neue Formen ein. So wurden bildhafte Darstellungen weitgehend beschrieben und sind über Computer abrufbar. Ein Audio-Guide (früher hätten wir gesagt eine Tonbandkassette), Reliefpläne und unterschiedliche Bodenbeläge geleiten durch die einzelnen Abteilungen.
Nach dem Prolog, der mit Klischees konfrontiert "Schönheit", "Leistung" usw., werden "Grenzen" aufgezeigt, die die Kommunikation zwischen Menschen erschweren; Fazit: Verständnis für den anderen ist nur durch Akzeptanz möglich. Der Erlebnispark spricht die Sinne an. Dieser Raum wird auch für kurze Zeit völlig verdunkelt. Abteilung IV heißt "Die Mauern" und befasst sich auf sehr eindringliche Weise mit dem Thema "Anstalt", bevor der Besucher auf einer "Lichtung" reflektieren und in Meinungsstreit mit Persönlichkeiten treten kann, deren Positionen eingesprochen werden.
Die gesamte Ausstellung ist eine künstlerische Inszenierung, deren "Vorhang" sich mit jedem Besucher auf unterschiedliche Weise hebt, sehr direkt, sehr gewagt, sehr gelungen - sehr menschlich.
Bis zum 12. August 2001 ist die Ausstellung zu erleben. Der museumspädagogische Dienst bietet ein umfangreiches Rahmenprogramm und Sonderführungen an. Schulklassen können Reisekostenzusch³sse bis zu 500 DM erhalten. Nähere Informationen gibt der Besucherservice unter Tel.: (03 51) 48 46-6 70. Öffnungszeiten: Di, Do, Fr: 9 - 17 Uhr, Mi: 9 -20 Uhr, Sa, So:10 -18 Uhr, montags geschlossen. Unter www.im-perfekt.de ist alles über die Ausstellung im Internet zu erfahren.
Ich bin im-perfekt. Das wusste ich auch bereits vor dem Besuch der
Ausstellung. Dass dies aber kein Makel ist, darin wurde ich in
Dresden nachhaltig bestärkt.
Ihr Dr. Thomas Nicolai
In Kürze:
Aus Anlass der Veranstaltung zum Welttag der Behinderten (03.12.) wurden am 04. Dezember 2000 12 Thesen an das Eingangsportal der Berliner Nikolai-Kirche geschlagen, die mit den Worten beginnen: "Die Würde der Menschen mit Behinderungen ist unantastbar."
In Anwesenheit des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung wurden die Grundsätze für ein Gleichstellungsgesetz bekräftigt und Barrierefreiheit in allen öffentlichen Bereichen gefordert. Eingeladen zu der öffentlichen Aussprache hatte der Deutsche Behindertenrat.
Nachstehend informieren wir über Fortbildungsveranstaltungen des Deutschen Blindenbildungswerkes (DBBW). Nähere Auskünfte erteilt: DBBW gGmbH, Hauptstr. 40, 79576 Weil am Rhein; Tel.: (0 76 21) 79 92 30.
24.05. bis 27.05. Bad Liebenzell, Vogelkundliches Seminar - Kennenlernen von Vogelstimmen;
09.03. bis 11.03. Mündersbach, Einführung in das Pflegeversicherungsrecht
Hilfsmittelausstellungen des VzFB
17.03., 15.00 bis 19.00 Uhr, Blinden- und Sehbehindertenverein
Herford, Gastwirtschaft "Schweichelner Krug", Gastwirtschaft
Generotzky;
München 23.03., 10.00 bis 19.00 Uhr; 24.03. 10.00 bis 16./17.00
Uhr.
Nähere Auskünfte bei: VzFB; Tel.: (05 11) 9 54 65-0.
Vom 20. bis 22.03. findet in Nürnberg die "Altenpflege 2001" - 12. Internationale Fachmesse mit Kongress - statt, auf der Produkte und Dienstleistungen für die Altenpflege präsentiert werden. Der DBSV wird auf einem Informationsstand vom Bayer. Blinden- und Sehbehindertenbund repräsentiert. Am 21.03. wird die Altenpflege Gastgeber für den "Welttag der Hauswirtschaft" sein.
1. Symposium: Arbeitsfeld Rehabilitation
Die gemeinsame Fortbildungstagung des Berufsverbandes der
Rehabilitationslehrer/innen für Orientierung und Mobilität
für Blinde und Sehbehinderte und des Berufsverbandes der
Rehabilitationslehrer/innen für Blinde und Sehbehinderte -
Lebenspraktische Fertigkeiten - findet vom 29.03. bis 01.04. im Hotel
"Holiday" in Fulda statt. Nähere Informationen bei:
Jacqueline Boy, Postfach 1126, 33814 Leopoldshöhe; Tel.: (0 52
02) 8 09 47, oder Ottmar Kappen, Mannheimer Str. 14 a, 69198
Schriesheim; Tel.: (0 62 03) 6 39 26.
Die Stiftung Blindenanstalt Frankfurt/Main bietet die Ausbildung "PR-Berater/-Assistenz" für Behinderte an. Die Berufsausbildung dauert zwei Jahre. Praktische Erfahrungen sammeln die Teilnehmer an möglichst wohnortsnahen Ausbildungsplätzen. Die theoretischen Grundlagen werden in jeweils einwöchigen Seminaren vermittelt.
Weitere Informationen und Bewerbungen bei: Stiftung Blindenanstalt Frankfurt am Main, Adlerflychtstr. 8 - 14, 60318 Frankfurt, Ursula Hollerbach; Tel.: (0 69) 95 51 24-61.
Die Gesellschaft zur Förderung der Berufsfortbildung in
Berlin und Brandenburg bietet eine Arbeitsmaßnahme für
"Bürokommunikation, Vertrieb und Kundendienst für Blinde
und hochgradig Sehbehinderte" an.
Beginn: 02.04., Ende: 07.12.
Nähere Auskünfte bei: Herrn Roßberg, Tel.: (0 30) 61
50 13 66.
Am 16.03. wird von 09.00 bis 17.00 Uhr in der Sporthalle der
Carl-Strehl-Schule der Deutschen Blindenstudienanstalt, Am Schlag 8,
35037 Marburg, eine EDV-Ausstellung der Rehabilitationseinrichtung
für Blinde und Sehbehinderte gezeigt.
Weitere Informationen unter Tel.: (0 64 21) 6 06-2 35.
Am 10.03. findet wieder die schon traditionelle Modenschau für Blinde und Sehbehinderte in Gelsenkirchen statt.
Aktuelle Damenmode für das Frühjahr wird präsentiert. Selbstverständlich ist Anfassen erlaubt. Die Models gehen von Tisch zu Tisch, sodass auch Sehbehinderte die Kleidung aus unmittelbarer Nähe betrachten können. Anschließend besteht Kaufmöglichkeit.Anmeldungen und Informationen bei: Blinden- und Sehbehindertenverein Gelsenkirchen; Tel.: (02 09) 58 22 77.
Beim Institut für Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter (IRIS), Hamburg, beginnen im September wieder Ausbildungsgänge zur Rehabilitationsfachkraft für Blinde und Sehbehinderte in den Bereichen Orientierung und Mobilität, Lebenspraktische Fertigkeiten und Kommunikation.
Außerdem bietet IRIS im Jahr 2001 wiederum mehrere Lehrgänge für blinde und sehbehinderte Kinder und für RP-Betroffene an. So können beispielsweise 9- bis 13-Jährige vom 22.07. bis 04.08. an Lehrgängen in LPF bzw. O&M teilnehmen, die in Falkenburg/Ganderkesee stattfinden. Mehrere Workshops für O&M-Lehrer sind geplant. Nähere Informationen bei IRIS; Tel.: (0 40) 2 29 30 26.
Die Stadt Bensheim, Mittelzentrum an der Bergstraße, führt vom 26. bis 29.04. wieder speziell für blinde und sehbehinderte Gäste ein Weinseminar durch. Nähere Informationen bei: Tourist Information der Stadt Bensheim; Tel.: (0 62 51) 1 41 17.
Neuer Signaltongeber strukturiert Textaufsprachen
Fünf verschiedene Signaltöne lassen sich mit einem neuen Signaltongeber erzeugen, der jetzt erhältlich ist. Damit können Kassettenaufsprachen noch besser als bislang mit Marken versehen werden, die mit entsprechend ausgerüsteten Abspielgeräten im schnellen Vorlauf zu hören sind. So kann vor allem wissenschaftliche Literatur auch von Blinden zielgerichtet gelesen und zitierfähig ausgewertet werden. Weitere Informationen über das Gerät mit dem Namen TECO 2000 gibt der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) e. V., Frauenbergstr. 8, 35039 Marburg; Tel: (0 64 21) 94 88 80 heraus.
Schloss Rheydt mit neuem Konzept
Das Städtische Museum Schloss Rheydt in Mönchengladbach will bei seiner Umgestaltung ein ganzheitliches Konzept verwirklichen, das blinden und sehbehinderten Besuchern eine erlebnishafte Teilhabe ermöglicht. Bereits seit einigen Jahren gibt es ein Steinmodell der Anlage. Nähere Auskünfte unter Tel.: (0 21 66) 9 28 90.
"The Green Mile" von King Stephen:
Der Gefängnisaufseher Edgecome erzählt über seine
"Todeskandidaten" ...
Diesen Titel kann man beim BIT-Zentrum auf Hörkassetten
erwerben.
Diverse Themenkataloge in Punkt- oder Schwarzschrift informieren
über lieferbare Titel - z. B. Bedienungsanleitungen,
Belletristik, Musik, Videofilme mit Audiodeskription. Eine
Übersicht sowie die Themenkataloge können sie gerne
anfordern. Den Gesamtkatalog gibt es auf Diskette im
ASCII-Format.
Nähere Angaben unter Tel.: (0 89) 5 59 88-1 34.
Über die Düsseldorfer REHA-Care Messe vom Oktober 2000 hat Jörg Tomzig eine Kassette zusammengestellt. Themen sind neue Hilfsmittel, Studien- und Berufsmöglichkeiten sowie Reisetipps und Blindensport. Das Magazin ist kostenlos erhältlich gegen Einsendung einer C 90-Cassette im Rücksendebeutel bei der Aktion Tonband-Zeitung für Blinde, Postfach 1421, 37594 Holzminden.
Links nur für Textbrowser (z. B. Lynx)
Die Telekom hat zum Jahresende 2000 alle Servicenummern mit der Vorwahl 0130 eingestellt. Dies betrifft auch die ausschließlich für Blinde und Sehbehinderte zugängliche kostenlose Hotline für die Postleitzahlen-Auskunft (01 30) 11 57 41). Leider war es der Post nicht möglich, sofort eine alternative Rufnummer zu schalten. Daher bittet das Unternehmen seine blinden und sehbehinderten Kunden, vorerst auf die allgemeine Servicenummer der Post unter (0 18 02) 33 33 auszuweichen. Die Kosten für diesen Dienst belaufen sich auf 0,12 DM pro Anruf, unabhängig von der Gesprächsdauer.
Einrichtungen:
Tradition zieht in den Neubau
Die Paul-und-Charlotte-Kniese-Schule hat jetzt eine bleibende Adresse: Erich-Kurz-Straße 6, 8 und 10, 10319 Berlin. Der Gebäudekomplex im Bezirk Berlin-Lichtenberg wurde am 20. Dezember 2000 den künftigen Nutzern ³bergeben. Rund 480 Sch³lerinnen und Schüler werden in dem sonderpädagogischen Förderzentrum für Seh- und Mehrfachbehinderte unterrichtet und betreut. Das Anfang der 90er Jahre entwickelte integrative Konzept, das bisher unter provisorischen Bedienungen umgesetzt worden ist, findet damit ein anforderungsgerechtes Zuhause. Wach bleibt die Tradition der ersten Sehschwachenschule in Berlin, gegründet 1919, die nach vielen Umzügen nun ihren Standort gefunden hat.
Rund 42 Millionen Mark hat der Schulkomplex mit Sporthalle und Außenanlagen gekostet, finanziert über ein privatwirtschaftliches Modell der Deutschen Anlagen Leasing GmbH.
Gesang, Instrumentalmusik und Tanz der Schülerinnen und Schüler gaben den Rahmen für die Einweihungsfeier, bei der zahlreiche Redner deutlich machten, dass nur durch das Engagement aller Beteiligten dieses in seiner Art einmalige Projekt realisiert werden konnte. Die Direktorin Uta Moldenhauer spornte alle an, nun die "innere Schönheit" in das gelungene Bauwerk zu bringen.
Nach dem Umzug der Grundschule im Januar und der Oberstufe im
Februar wird sich der Schulalltag in dieser keineswegs
alltäglichen Schule entwickeln.
Die "Gegenwart" wird die Einrichtung noch näher vorstellen.
Sportarten:
Fit - Fun - Faszination
Goalball
Der Star ist die Mannschaft.
Von Klaus Meyer
Die Zuschauer werden gebeten, während des Spiels absolut leise zu sein. Die beiden Mannschaften, je drei Spieler, stehen sich hochkonzentriert und angespannt bis in die Haarspitzen gegenüber. Das Spielfeld - 9 x 18 m - ist in Drittel unterteilt. Die 1,30 Meter hohen Tore nehmen die Grundlinien in ihrer gesamten Breite ein. Die Spieler einer Mannschaft stehen gestaffelt und bilden ein Dreieck. Der Center in der Mittelposition steht vor den beiden Außenspielern. Alle Spieler tragen Augenbinden, um Chancengleichheit zu gewährleisten. Ellbogen- und Knieschützer beugen möglichen Verletzungen vor.
Wer nichts sieht, muss hören und fühlen.
Der Mannschaftsraum unmittelbar vor dem Tor, ist mit taktilen Linien markiert. der 1250 g schwere basketballgroße Ball ist mit Glöckchen präpariert. Damit die Spieler den Ball hören, die Richtung und Geschwindigkeit einschätzen können, muss er als Aufsetzer geworfen werden.
Das Spiel wird angepfiffen. Ein Flügelspieler, sie sind die starken Werfer, wirft den Ball so, dass er in der eigenen und in der mittleren Zone aufsetzt. Die gegnerische Mannschaft erwartet den Wurf, wobei der Center der Chef der Abwehr ist und diese zusammenhält
Die Anspannung in der Halle ist spürbar, fast greifbar. Sie entlädt sich, wenn ein Tor fällt oder das Spiel unterbrochen wird; dann kann die eigene Mannschaft angefeuert werden.
Goalball zählt neben Torball (früher wurde auch Rollball und dies auch auf Rasenplätzen gespielt) zu den traditionellen Ballspielen von Blinden und Sehbehinderten. Goalball ist ein Turniersport. Es finden regelmäßig Einladungs- und Meisterschaftsturniere statt. Die deutsche Goalball-Nationalmannschaft der Herren wurde 1990 im kanadischen Calgary Weltmeister. Bei den Paralympics 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney belegten sie jeweils den 7. Platz.
Die Frauen holten bei der Weltmeisterschaft 1994 in Colorado Silber und bei den Paralympics 1996 Gold.
Innerhalb des Behindertensports gilt Goalball als eine eher unbekannte und exotische Sportart. Anders als beispielsweise beim Sitzvolleyball oder beim Rollstuhlbasketball gibt es für das Goalball-Spiel nämlich keine Entsprechung im Sport der Nichtbehinderten.
Goalball ist fester Bestandteil bei den paralympischen Spielen und zählt zu den beliebtesten Wettkämpfen bei den Zuschauern.
In den letzten Jahren wurde das Spiel immer athletischer und schneller. Die Spitzenmannschaften beherrschen, je nach Spielstand, verschiedene taktische Konzepte und haben ihre jeweiligen Spezialisten.
In Deutschland wird Goalball nur von wenigen Blinden und Sehbehinderten gespielt; bedauerlich, angesichts des Stellenwertes, den Goalball als paralympische Disziplin international einnimmt.
Wünschenswert wäre, wenn sich mehr blinde und
sehbehinderte Sportler, die sich für einen Mannschaftssport
begeistern, Goalball einfach mal ausprobieren und vielleicht dazu
beitragen, dass 2004 Deutschland an alte Erfolge wieder
anknüpfen kann.
Nähere Informationen bei:
Deutscher Behindertensportverband
Hauptabteilung Torball/Goalball
Cornelia Dietz
Rosegger Straße 53
44137 Dortmund
Tel.: (02 31) 7 21 48 80
E-Mail: cornelia.dietz@telekom.de
Internet: www.goalball.de
Gedächtnisschule:
Es liegt mir auf der Zunge (Teil 2)
Unter dieser Überschrift veröffentlichen wir im Jahrgang 2001 eine Serie zur
Schulung des Gedächtnisses (wie hieß doch gleich die Zeitschrift, in der solche
interessanten Beiträge zu lesen sind? Ach ja, "Die Gegenwart"). Als Autorin
haben wir Frau Dr. Sonja Bernard gewonnen:
Übungen zum täglichen Training
Wenn Sie Ihr Gedächtnis trainieren möchten, dann sollten Sie sich Übungen
suchen, die Sie täglich durchführen können. Mit dem Gedächtnistraining ist es
nämlich wie beim Sport: man wird nur besser, wenn man regelmäßig übt. Sobald man
damit aufhört, baut man schnell wieder ab. Durch einmalige Kraftanstrengungen
bekommen Sie höchstens Muskelkater aber keine stärkeren Muskeln.
Wenn Sie Ihr Gehirn überfordern, dann blockiert es, aber wenn Sie es regelmäßig
anstrengen wird es leistungsfähiger und verlässlicher.
Hier sind einige Beispiele für Gedächtnisübungen, die Sie selbständig täglich
durchführen können:
- Merken Sie sich morgens die fünf wichtigsten Ereignisse der Morgennachrichten,
versuchen Sie sich abends an alle fünf zu erinnern.
- Suchen Sie zu einem Buchstaben des Alphabets möglichst viele Städtenamen,
Tiernamen / Blumennamen etc.
- Zählen Sie, wie oft in einer Nachrichtensendung ein bestimmtes Wort vorkommt,
z.B. das Wort "und".
- Versuchen Sie, alltägliche Wörter rückwärts auszusprechen.
- Zählen Sie alle Zahlen, die in einer Nachrichtensendung vorkommen, zusammen.
- Nehmen Sie sich jeden Abend etwas vor, das Sie am nächsten Tag tun wollen und
versuchen Sie sich am nächsten Morgen daran zu erinnern.
- Wenn Sie Bücher aus der Hörbücherei anhören, können Sie versuchen, jedes neue
Kapitel in ein bis zwei Sätzen zusammenzufassen.
- Versuchen Sie, sich möglichst detailliert an vergangene Ereignisse zu
erinnern, z.B. ihr Hochzeitsmenü oder das letzte Weihnachtsfest.
Neben solchen einfachen Übungen, um das Gedächtnis fit zu halten, gibt es auch
viele interessante Informationen über das Gedächtnis und seine normalen
Altersveränderungen, die Ihnen helfen können, sich besser einzuschätzen.
Des weiteren gibt es viele hilfreiche Tricks, wie man sich etwas leichter merken
kann.
Solche zusätzlichen Hilfestellungen finden Sie neben vielen weiteren Übungen in
dem von Dr. Sonja Bernard entwickelten Trainingskurs auf Tonbandkassetten, über
den Sie sich unter (09 41) 99 87 35 informieren können.
Erinnern Sie sich?
Welche Zeitung hat jeweils am 1. des Vormonats Redaktionsschluss?
Richtig: "Die Gegenwart".