Gegenwart 02 / 2005 - ausgewählte Beitträge

"Die Gegenwart" erscheint monatlich (Juli / August als Doppelnummer)

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Inhaltsverzeichnis

Zu unserem Titelbild:
Ein Wandteppich in Kapstadt; aufgenommen während des Frauenforums und der Generalversammlung der WBU.

Aufruf:

Blindenstiftung bittet um Hilfe für Flutopfer

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

unsere Sorgen sind klein angesichts der verheerenden Flutkatastrophe in Asien. Die Natur hat die Menschheit in bisher nicht gekanntem Maße in die Schranken gewiesen - unvorbereitet, gewaltsam, niederschmetternd. Sie machte keinen Unterschied zwischen arm und reich, gesund und krank, behindert oder nicht. Hilfe ist dringend nötig! Vom Präsidenten der Indonesischen Blindenunion, Herrn Tarsidi, erfuhr der DBSV am 7.1.2005, dass mehrere Blindenschulen und Rehabilitationseinrichtungen von der Naturkatastrophe betroffen sind und dringend der Hilfe bedürfen.

Zu einer Hilfeaktion für Not leidende blinde und sehbehinderte Menschen und ihre Bildungsstätten insbesondere in Indonesien, ruft die Blindenstiftung Deutschland auf!

Die Stiftung wurde vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) errichtet. Sie wird von blinden und sehbehinderten Menschen in Kooperation mit Finanz- und Nachlassexperten geführt. Stiftungsvorsitzender ist DBSV-Präsident Jürgen Lubnau. Nähere Auskünfte über die Stiftung erteilen der Stiftungsvorsitzende und der DBSV-Geschäftsführer, Andreas Bethke, gern auch persönlich. Schriftliche Informationen sind in der DBSV-Geschäftsstelle erhältlich.

Die "Gegenwart", Magazin für Blinde, Sehbehinderte und ihre Freunde, und DBSV-direkt, der Online-Informationsdienst des DBSV, werden über die Hilfeaktion berichten.

Spenden erbitten die Blindenstiftung Deutschland und der DBSV auf das Stiftungskonto bei der Deutschen Bank:

BLZ: 100 700 00
Konto-Nr.: 015803003
Stichwort: Flutopferhilfe


Dr. Thomas Nicolai  

Unser Standpunkt:

Großfamilie oder Einzelkämpfer?

Der Verbandstag 1998 beauftragte den DBSV und seine Mitglieder sich familiär stärker zu engagieren.


Dass die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe eine große verlässliche Familie ist, haben wir Jahre später in Bremen und Hannover eindrucksvoll bewiesen. Im Kampf um den Erhalt des Blindengeldes verbündeten sich alle blinden und sehbehinderten Menschen solidarisch. Eine unglaubliche Welle gemeinsamer Aktionen erfasste die Mitglieder vom Bodensee bis zur Insel Rügen. Ob jung oder reif an Jahren, jeder war gefordert den Begriff der Selbsthilfe buchstäblich umzusetzen und selbst aktiv zu sein. Wut und Empörung über den sozialen Kahlschlag haben uns und viele Verbündete quer durch Deutschland mit Bussen und Bahnen nach Bremen und Hannover gebracht. Wer auf den Demonstrationen dabei war hat das Gefühl der tiefen Verbundenheit gespürt und sich dem Ruf angeschlossen: "Wir kommen wieder!".

Die Niedersächsische Regierung hat sich in ihrer unsozialen Politik trotz der vielen und eindrucksvollen Aktivitäten im wohl härtesten Kampf unserer Verbandsgeschichte nicht umstimmen lassen. Mit der Streichung des Blindengeldes für 95 Prozent der blinden Menschen ist das Land in die Zeit der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück gefallen. Den Kampfplatz in Niedersachsen haben wir nicht aufgegeben. Wir konnten weitere Bündnispartner unter den Behindertenorganisationen finden. Die Verbändeerklärung steht für eine neue Qualität der Großfamilie. Sie ist zugleich eine Kampfansage an politische Entscheidungsträger. Mit dieser geballten Kraft konnten wir im vergangenen Jahr einige "soziale Brandherde", wie die Freifahrtregelung und die R/F-Gebührenbefreiung für behinderte Menschen löschen.

Der Umbau des Sozialstaates verlangt von uns großes Engagement und ein hohes Maß an Präsenz. Wollen wir diesen Anforderungen auch künftig gerecht werden, sind stabile finanzielle Ressourcen ebenso wichtig wie qualifizierte Mitstreiter. Zum Erhalt der Leistungsfähigkeit muss die Familie - DBSV und Landesvereine - die unter den Familienmitgliedern vereinbarten finanziellen Verpflichtungen einhalten. Beitragsdisziplin ist auch in finanziell angespannten Situationen für das Funktionieren eines Haushaltes von großer Bedeutung. Für finanzielle Notsituationen einzelner Familienmitglieder steht der BSSH-Fonds zur Verfügung.

Wir wollen auf Reformen nicht nur reagieren, sondern agierend in gesellschaftliche Prozesse eingreifen. Nur die Großfamilie mit vielen Mitgliedern kann umfassend die Interessen blinder und sehbehinderter Menschen vertreten. Es muss uns gelingen bis an die Basis zu den Mitgliedern und zu denen, die sich bislang noch nicht für uns entscheiden konnten, das Gefühl der gemeinsamen Stärke und Verbundenheit zu tragen. Mitglieder, die sich vom Verein abwenden, weil sie nicht Leistungen im Wert ihres Beitrages erhalten, dürfen mit dieser Einstellung nicht allein gelassen werden. Der von der CDU in Niedersachsen geschürte soziale Brandherd kann sich schnell zum Flächenbrand in ganz Deutschland ausbreiten. Vor diesem Hintergrund gibt es aus meiner Sicht im Blinden- und Sehbehindertenwesen nichts Trennendes. Wir sitzen in einem Boot und können nur manövrierfähig bleiben, wenn alle kräftig in die gleiche Richtung rudern. Lassen Sie uns mit einer geschlossen und schlagkräftig auftretenden Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe gemeinsam im Kanon mit den anderen Behindertenverbänden die Behindertenpolitik in Deutschland positiv mitgestalten.

Renate Reymann  

Blindengeld:

Ein Gefecht verloren, aber nicht die gesamte Schlacht

Der Kampf um das Blindengeld geht weiter! DBSV-Präsident Jürgen Lubnau ruft auf zu Entschlossenheit und Solidarität:


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das Jahr 2004 endete für die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe mit einer schweren Enttäuschung; denn der niedersächsische Landtag beschloss auf Vorschlag der CDU-geführten Landesregierung die praktische Streichung des Landesblindengeldes. Damit wird unseren niedersächsischen Freunden die Möglichkeit genommen, gleichberechtigt am beruflichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilzunehmen. Das bedeutet für viele Menschen Isolation, Ausgrenzung und abgeschoben werden an den Rand der Gesellschaft.

Eine arrogante Landesregierung unter Führung des Ministerpräsidenten und der Sozialministerin hat sich allen sachlichen Argumenten verschlossen, die von der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe sowie vielen Behinderten- und Sozialverbänden in eindrucksvoller Solidarität vorgetragen wurden; denn alle wissen, wenn erst einmal das Blindengeld beseitigt worden ist, werden alle anderen behinderungsbedingten Nachteilsausgleiche einer maßlosen Sparpolitik zum Opfer fallen.

Es ist ein nicht hoch genug zu wertender Erfolg unserer Selbsthilfe ein Bündnis geschmiedet zu haben, das die Interessen mehrerer Millionen Bürgerinnen und Bürger vertritt. Alle beteiligten Verbände sind sich einig, einer ungerechten und unsozialen Sparpolitik Widerstand zu leisten. Die Gewährung behinderungsbedingter Nachteilsausgleiche darf nicht von der jeweiligen Kassenlage abhängig gemacht werden.

Es gilt nun, den Kampf um die Wiedereinführung des Blindengeldes in Niedersachsen entschlossen fortzusetzen. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband wird mit all seinen Mitgliedsverbänden die Bemühungen des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen auch in Zukunft mit allen Kräften unterstützen, die Landesregierung und Regierungsparteien davon zu überzeugen, die getroffene Fehlentscheidung zu korrigieren.

Blinde Menschen sind wie viele andere Behindertengruppen auf die Solidarität der Gesellschaft angewiesen, soll die gleichberechtigte Teilhabe an Leben Wirklichkeit werden.

Deshalb werden wir den Kampf für die Wiedereinführung des Blindengeldes in Niedersachsen und den Erhalt des Blindengeldes in allen anderen Bundesländern mutig fortsetzen.

Ich rufe alle Leserinnen und Leser auf, mit gleicher Entschlossenheit und Solidarität wie im Jahre 2004 unseren gemeinsamen Kampf zu unterstützen; denn nur wenn wir zusammen stehen, werden wir erfolgreich sein können!

Jürgen Lubnau  

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DBSV-Nachrichten:

Hörfilmpreis die Dritte

Am 13.12.2004 vergab der DBSV zum dritten Mal den Hörfilmpreis.

Die Jury hatte es sich wiederum nicht leicht gemacht, dafür sorgte sie mit der Nominierung mehrerer Kandidaten für gebührende Spannung, bevor Schirmherr Mario Adorf den Preisträger 2004 nennen und würdigen konnte. Hörfilme sind etwas Großartiges für blinde und sehbehinderte Menschen. Und der Hörfilmpreis des DBSV rückt dieses außergewöhnliche Medium in außergewöhnlich grelles Rampenlicht. Denn was im Atrium der Deutschen Bank stattfindet, kann nichts Gewöhnliches sein, und auch die Häppchen hatten keine alltäglichen Bezeichnungen. Dennoch wäre es nicht richtig, von einer Promi-Veranstaltung zu sprechen, obwohl Prominenz zur Zielgruppe Nummer 1 gehört.

Im Mittelpunkt des Events stand diesmal - und das war gut so - der blinde bzw. sehbehinderte Mensch. Nachdem Kim Fisher als Moderatorin, wie sie gestand, in den zurückliegenden Wochen Erstaunliches über das Leben blinder Menschen gelernt hat und jetzt auch weiß, was ein Hörfilm ist, gelang es ihr auf lockere Weise, manchmal vielleicht ein wenig zu schnoddrig, dem Publikum vieles davon zu vermitteln.

Erfreulich, dass die Redner nicht an ein Manuskript gefesselt waren, sondern von der Moderatorin recht launig interviewt wurden. Das hat der Veranstaltung sehr gut getan. Etwas länger hätte man gern Mario Adorf zuhören wollen, wegen seiner angenehmen Stimme und wegen seines Engagements für den Hörfilm. Demnächst wird man ihm einen Hörfilm lang lauschen können, denn was er an gleicher Stelle seinerzeit versprach, hat er gehalten: Die Aufsprache eines Audiodeskriptionstextes, und zwar zum Film "Faust". Dabei sei es für ihn eine völlig neue und interessante Erfahrung gewesen, wie er sich als Schauspieler "zurücknehmen" musste, damit der beschreibende Text nicht in den Vordergrund rückt.

Sehr anschaulich waren in Großaufnahme projizierte Bilder, die visuelle Eindrücke von Menschen mit unterschiedlichen Sehbehinderungen simulierten und das Angebot, einmal eine Simulationsbrille aufzusetzen, die mit dem Programm auf jedem Sitzplatz zu finden war.

Mit Renate Reymann plauderte Kim Fisher über den Sprachgebrauch des Wortes "sehen" unter blinden Menschen und darüber, wie das eigentlich funktioniert, wenn Blinde Filme sehen bzw. hören. Erlebbar wurde das sehr anhörlich durch das Einspiel einer Filmszene mit Originalton und schwarzem Bild, mit schwarzem Bild, Originalton und Beschreibung sowie mit Bild, Ton und Beschreibung.

Spätestens seit dem 13.12.2004 weiß die Mitwelt, dass der DBSV-Geschäftsführer Andreas Bethke begeisterter Schialpinensportler ist, denn das war der Aufhänger für die Moderatorin und hat ja auch mit Beschreibung etwas zu tun, denn eine solche braucht ein blinder Sportler auch bei einer rasanten Abfahrt.

Als Nahziel nannte Bethke: Ein Hörfilm pro Tag im Fernsehen. In der Perspektive sollte es zum Standard werden, dass Filme auch blinden und sehbehinderten Menschen entsprechend aufbereitet zugänglich sind, und zwar auch im Kino.

Die Schauspielerin Gudrun Landgrebe sprach über die Arbeit der Hörfilmpreis-Jury, in der sie mitwirkt, aber vor allem über Erlebnisse und Erfahrungen, die sie machte, als sie einmal eine blinde Frau spielte: "Während man sich auf eine solche Rolle vorbereitet, merkt man sehr deutlich, wie ausgeliefert man ist als blinder Mensch, wie einsam man sein kann und wie abgegrenzt. Und ich glaube, dafür sind wir alle hier, dass wir das, was in unserer Macht steht, tun können, dass wir gemeinsam erleben, und nicht der Sehende für sich und der Nichtsehende."

Vier Kandidaten hatte die Jury für die Preisverleihung nominiert, und der Jury-Vorsitzende Hans-Werner Lange begründete auch, warum diese Beiträge in die engere Wahl gekommen waren:


Nach der Präsentation dieser Projekte übernahm Mario Adorf erneut das Mikrofon, und nun wurde es tatsächlich spannend, denn er verlas die Entscheidung der Jury:

"Mit dem Hörfilmpreis des DBSV sind in den ersten beiden Jahren seines Bestehens Leistungen ausgezeichnet worden, die dem Medium Hörfilm in besonderem Maße zu mehr Präsenz verholfen haben. In diesem Sinne ging der Preis im Jahr 2002 an die Sender ZDF und Bayerischer Rundfunk, die als erste Audiodeskription fest in ihr Programm integriert hatten. Es folgte im Jahr 2003 die Auszeichnung von zwei Initiativen, die die weitere Verbreitung des Hörfilms sehr gefördert hatten, an die Berlinale, die seit 1999 regelmäßig Filme mit Audiodeskription anbietet, und an Kinowelt und Sat 1, denen die ersten DVDs mit Audiodeskription zu verdanken sind.

Auch in diesem Jahr soll wieder eine Leistung gewürdigt werden, die dem Hörfilm neue Perspektiven eröffnet hat. Der Hörfilmpreis 2004 des DBSV geht an Senator Film und zeichnet die vorbildliche barrierefreie Aufbereitung des Films "Erbsen auf halb 6" im Kino und als DVD aus."

Der DBSV möchte mit der Verleihung des Hörfilmpreises 2004 Senator Film und allen weiteren Beteiligten für das besondere Engagement danken, das diesem Projekt gewidmet wurde. Am Beispiel des Films "Erbsen auf halb 6" wurde erfahrbar gemacht, wie die barrierefreie Zukunft des Kinos und der DVD für blinde und sehbehinderte Menschen aussehen kann."

Der Geschäftsführer von Senator Film, Frank Beune, nahm den Preis entgegen und gab Dank und Lob gleich weiter an alle Beteiligten, insbesondere auch an diejenigen, die die Audiodeskription erstellt haben, denn das sei ja eine Kunst für sich. Für das Pressefoto kam auch die Hauptdarstellerin im Film "Erbsen auf halb 6", Frizi Haberland, auf die Bühne.

Einen Sonderpreis der Jury gab es 2004 zum ersten Mal, und die Jury will damit die Filmbeschreiber würdigen. Gudrun Landgrebe trug die Laudatio für die Sonderpreisträgerin Evelyn Salam vor:

"... Ein Filmbeschreiber erschafft Bilder mit dem Ziel, hinter ihnen zurück zu treten. Was sich im Ergebnis so organisch anhört, was so leicht daher kommt, entsteht aus harter Arbeit. Was sich so treffsicher und scheinbar aufs Einfachste in die Dialogpausen einfügt, bereitet manchmal Kopfzerbrechen.

In einer Audiodeskription steckt der Wille zur sprachlichen Genauigkeit, zur treffendsten und knappsten Formulierung eines wo möglich sehr komplexen Sachverhaltes, zur genauen Fixierung einer Szene auf kleinstem Raum. Die Arbeit mit und an der Sprache erschafft die Bilderwelt des Films neu; sie rekonstruiert den Film in der gesprochenen Sprache und verschafft ihm damit Zugang zur Vorstellungswelt derer, die nicht mit den Augen sehen. An diesem Prozess sind sehende und nichtsehende Menschen gleichsam beteiligt ...

Evelyn Salam ist Germanistin. Sie arbeitet für den Rundfunk als Lektorin und als Filmbeschreiberin für die Deutsche Hörfilm "gGmbH.

Wegen ihres subtilen sprachlichen Gespürs, ihrer sehr differenzierten Einfühlung in Charaktere und Szenen und ihrer Liebe zum Medium Film ist sie an vielen großen Hörfilmproduktionen als blinde Filmbeschreiberin beteiligt gewesen. Sie hat u.a. mitgearbeitet an den Produktionen "Halbe Treppe", "Faust", "Berlin is in Germany", "Luther" sowie "Erbsen auf halb 6".

Wir danken Frau Salam für ihr besonderes Engagement für die Audiodeskription, mit dem sie dazu beigetragen hat, dass die Technik der Filmbeschreibung sich weiter entwickelt und sich auch anderen Künsten wie Theater und Tanz öffnet."

Schade, dass Frau Salam nicht die Gelegenheit erhielt, selbst ein paar Worte zu sagen; ärgerlich, dass die Sponsoren nicht genannt, sondern erst nach dem offiziellen Teil eingeblendet wurden. Verpasst auch die Gelegenheit, den vielen Hörfilm-Aktivisten im Lande gebührend zu danken. Ungewöhnlich, dass nicht die Repräsentantin des DBSV die Preisträger auf der Bühne beglückwünschen konnte.

Erfreulich normal aber an diesem Abend der Umgang mit dem Thema Blindheit und launig oder pläneschmiedend die Gespräche in gemischten Grüppchen. Bereichernd die Auftritte von Jocelyn B. Smith, die nicht nur mit ihrer Soulstimme begeisterte, sondern mit Ray Charles einen blinden Musiker würdigte und für einen ganz normalen Umgang zwischen blinden und sehenden Menschen plädierte.

Dr. Thomas Nicolai

Sponsoren der Hörfilmpreisverleihung 2004:


(Kassetten- und DAISY-Version mit Originalton; ein kompletter Mitschnitt der Veranstaltung ist auf der DAISY-CD zu hören.)

Bildunterschriften:

Schirmherr Mario Adorf, Jury-Mitglied Gudrun Landgrebe und Andreas Bethke.

Die Jury mit dem Preisträgern Frank Beune von Senator Film und Evelyn Salam, blinde Filmbeschreiberin.

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Kurzmeldungen:

Internationaler Tag der Muttersprache

Weltblindenunion und Europäische Blindenunion (EBU) unterstützen gemeinsam die UNESCO bei der Vorbereitung des Internationalen Tages der Muttersprache, der seit dem Jahre 2000 alljährlich weltweit am 21. Februar begangen wird. Sinn des UNESCO-Tages ist es, die Vielfalt der Sprachen und Kulturen zu fördern. Um die Braille-Schrift bekannt zu machen und ihre Verbreitung zu fördern, veranstalten Blindenschulen in zahlreichen Teilen der Welt Vorlesewettbewerbe. Ähnliches könnte auf örtlicher Ebene auch in Bibliotheken hierzulande stattfinden.

Taubblindenfreizeit

Die Taubblindenfreizeit des DBSV findet im Jahr 2005 vom 22.8. bis 5.9. in Bad Meinberg statt. Nähere Informationen und Anmeldung beim:

DBSV-Sozialreferat
Tel.: (0 30) 28 53 87-24
E-Mail: r.delgado@dbsv.org

Wahl in den Verbandsrat

Der Präsident des DBSV, Jürgen Lubnau, wurde am 10.12.2004 in den Verbandsrat des Paritätischen gewählt. Herzlichen Glückwunsch! Das Gremium umfasst 15 Landesvertreter und 15 Personen der überregional tätigen Mitgliedsorganisationen.

Aktiv im Deutschen Behindertenrat

Am 3.12.2004 wurde der Geschäftsführer des DBSV, Andreas Bethke, in den Arbeitsausschuss des Deutschen Behindertenrates gewählt. Herzlichen Glückwunsch!

Mitstreiter für Musical-Projekt gesucht

Im September 2006 feiert die Blindenbildung in Deutschland ihren 200. Geburtstag. Aus diesem Anlass wird unter Federführung des VBS (Verband der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen und -pädagoginnen) ein Symposium in Berlin stattfinden, zu dem namhafte Vertreter von Pädagogik und Selbsthilfe erwartet werden.

Der DBSV möchte auch junge Leute dazu einladen, sich mit der Geschichte der Blindenbildung auseinander zu setzen, und plant daher ein Musical, dass im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten 2006 erstmals aufgeführt werden soll.

Wir wünschen uns, dass dieses Musical als Koproduktion verschiedenster Musikschaffender erstellt und zur Aufführung gebracht wird.

Wir suchen daher zunächst fachkundige Personen, die Texte und Musik des Musicals mit schreiben wollen.

Das fertige Musical soll ab Frühjahr 2006 von blinden und sehbehinderten Schülerinnen und Schülern aus dem ganzen Bundesgebiet einstudiert und aufgeführt werden. Ein erstes Planungstreffen soll voraussichtlich Anfang Mai dieses Jahres stattfinden (den Teilnehmern dieses Treffens werden Fahrkosten erstattet).

Wer an diesem interessanten Projekt mitwirken möchte, melde sich bitte bis 31.3. bei:

Reiner Delgado
Sozialreferent des DBSV
Rungestr. 19, 10179 Berlin
Tel.: (0 30) 28 53 87-24
Fax: (0 30) 28 53 87-20
E-Mail: r.delgado@dbsv.org

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In Kürze:

REHAB 2005

Vom 28. bis 30.4. findet die 13. Internationale Fachmesse für Rehabilitation, Pflege und Integration in Karlsruhe statt.

Nähere Informationen beim
Pressebüro Christiane Hennemeann
Tel.: (02 31) 6 90 35 64
E-Mail: hennPress@aol.com

Dahesch im "Zeitlexikon"

Der Beitrag "Justitia und andre Blinde" des blinden Journalisten Keyvan Dahesch ist in das zwanzigbändige Zeitlexikon aufgenommen worden. Dahesch beschreibt darin die historische Entwicklung der Behinderten-Politik in Deutschland und erläutert anschaulich die Situation der Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen hier, in Europa, den USA und anderen Ländern. Der Zeitverlag bezeichnete den Essay in einem Brief an den Autor als "einen ausgezeichneten Beitrag, den wir in unser Lexikon aufnehmen wollen." Am 18.11.2004 ist nun die Darstellung im zweiten Band des Lexikons erschienen. Laut Zeitverlag enthält das Lexikon die besten Artikel aus dieser Wochenzeitung seit ihrem Bestehen. Für Christian Schmitz von der Pressestelle der Aktion Mensch kommt die Aufnahme in das angesehene Zeitlexikon in etwa der Auszeichnung mit dem seit 1917 in Amerika verliehenen Pulitzer-Preis gleich.

Abenteuer-Taxi hat Plätze frei

Diesmal bieten Sebastian Burger und Pablo Quiros sogar zwei Plätze auf ihren Tandems für den Weg von Frankfurt am Main nach Singapur an. Das Team versucht möglichst viele Blinde aus den Ländern mitzunehmen, die durchfahren werden. Es sollen aber auch interessierte europäische Blinde die Gelegenheit erhalten, ein Stück mitzukommen. Im September 2004 hat Burger diese Art mit Blinden zu reisen, nämlich mit Zelt und Benzinkocher, bereits mit drei deutschen Blinden in Frankreich getestet. Die Erfahrungsberichte der Blinden und mehr Informationen zur Reise finden Sie unter www.globetreter.de/blind

Folgende Länder werden durchfahren: Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Iran, Pakistan, Indien, Thailand und Malaysia.

Telefon: (04 21) 5 96 37 65
E-Mail: sebastianburger@web.de
Internet: www.Sebastian-Burger.de

BIT-Tipp

Der packende Bestseller-Thriller "Roter Engel" von Tess Gerritsen. - Rätselhafte Todesfälle im Altersheim Brant Hill. Ärztin Toby Harper beginnt mit ihren Nachforschungen und in der Chef-Etage wird man sehr, sehr nervös ...

"P.S. Ich liebe Dich" von Cecilia Ahern. - Ein bewegender Roman über die Irin Holly, deren Leben nach dem Tod ihres Mannes Gerry schon mit 29 zu Ende scheint. Doch Gerry hat ihr Briefe hinterlassen mit Aufgaben für jeden Monat, die Holly zurück ins Leben holen ...

Hörspielprogramm des Bayerischen Rundfunks (auf Kassette mit Punktschriftbeilage) und des Südwestrundfunks (in Punktschrift).

Jetzt auch auf Kassette - das Gesellschaftsmagazin "Das Neue Blatt".

Nähere Informationen beim
BIT-Zentrum des BBSB
Tel.: (0 89) 5 59 88 - 1 34
E-Mail: bit-bestellservice@bbsb.org

AURA Hotel Osterode geschlossen

Am 10.1.2005 wurde das AURA-Hotel in Osterode geschlossen. Vorstand und Geschäftsführung des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen sowie die Gesellschafter der Betreibergesellschaft ProSENIS Service gem. GmbH sahen sich wegen permanent rückläufiger Belegungszahlen zu dieser Entscheidung gezwungen. Als wesentliche Gründe für den Belegungsrückgang werden in der Zeitschrift "gemeinsam" des BVN die Altersstruktur der Gäste und die Einschnitte beim Blindengeld genannt.

VII. Boltenhagener Bücherfrühling

Das von Blinden nicht nur für Blinde organisierte Literaturfestival lockt vom 8. bis 12.4. mit Autorenlesungen, Gesprächen und Verlagsporträts zum Thema "Literarisch Reisen".

Matthias Jendis (Göttingen) stellt seine Übersetzungen des "Moby Dick" und weiterer Mythen der Meere vor. Wolfgang Büscher liest aus seinem viel beachteten Buch "Berlin - Moskau: eine Reise zu Fuß". Sein "Grünes Herzbeben" stellt der Irland-Liebhaber Harald Jüngst (Duisburg) vor. "Rum und Revolution" ist das Thema von Ursula Voß (Hamburg). Der blinde Ethnologe Horst Cain (einer der besten Kenner der polynesischen Kulturen), der mehrere Jahre auf der Osterinsel und Samoa geforscht hat, ist einer der Gesprächspartner. Die DZB Leipzig stellt nicht nur ihre Karten und Atlanten vor.

Anmeldungen bei:
AURA-Hotel Ostseeperlen Boltenhagen
Tel.: (03 88 25) 3700
E-Mail: ostseeperlen@t-online.de
Detaillierte Informationen im Internet:
www.klangkontext.de

Sehbehindertenseminar

Die Arbeitsgruppe Belange Sehbehinderter des BSV Sachsen e.V. führt vom 18. bis 20.3. in der AURA Pension "Villa Rochsburg" sein Sehbehindertenseminar durch. Themen sind Rechte Behinderter im Alltag und auf Reisen, Erbrecht und Testament.

Anmeldungen bis zum 10.3. bei der
AURA Pension "Villa Rochsburg"
Tel.: (03 73 83) 8 34 01

Seminare im Haus Storchennest

"Blinde Gartenfreunde treffen sich" - 2. bis 9.5.

"Der duftende Garten"; für Gärtner, Landschaftsplaner und -gärtner und andere Interessierte - 18. bis 20.4 und 1. bis 3.11.

"Mit drei Sinnen leben"; Taubblindheit und ihre Folgen - 4. bis 6.11.

Nähere Auskünfte unter
Tel.: (0 35 28) 43 97 0
E-Mail: info@taubblindendienst.de

Saulgruber Kulturtage

Vom 27.3. bis 8.4. finden im AURA-Hotel Saulgrub die "Saulgruber Kulturtage" statt.

Nähere Informationen beim
Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen, Frau Cäcilie Orterer
Tel.: (0 80 41) 50 52 87
E-Mail: caecilie.orterer@lra-toelz.de

Improvisationswochenende für Hobby-Musiker

Vom 1. bis 3.4. wird ein Improvisationswochenende für blinde und sehbehinderte Hobby-Musiker im Rudolf-Kraemer-Haus in Bad Liebenzell stattfinden. Die Einladung richtet sich an alle, die auf einem Musikinstrument ohne Notenkenntnisse eine Melodie oder Begleitung improvisieren können. Es werden Stücke aus den Bereichen Liedermacherei, Irish Volk, Pop und Rock, je nach Interesse der Teilnehmer, gespielt.

Anmeldung bei
Michael Haaga unter
info@michael-haaga.de
Tel.: (0 77 21) 96 22 19

AURA Zentrum Bad Meinberg

21. bis 25.3. Fit zu Ostern mit Spaßolympiade, Fitnessbäder und Langstreckenwandern,

8. bis 10.4. Mit dem Motorrad durchs Lipperland,

22. bis 24.4. Trommelworkshop,

22. bis 24.4. Gedächtnistraining,

7. bis 13.5. Wandern im Teutoburger Wald.

Informationen und Anmeldung im
AURA Zentrum Bad Meinberg
Tel.: (0 52 34) 90 40
E-Mail: info@aura-zentrum.de
Internet: www.aura-zentrum.de

Boltenhagen für Kurzentschlossene

4. bis 6.2. Trommel-Workshop; auf afrikanischen Djemben werden Anschlagtechniken und einfache Rhythmen erlernt und im gemeinsamen Spiel erlebt.

13. bis 18.2. Punktschrift I - Vollschrift für Anfänger.

21. bis 25.2. RBA - Rehabilitation zur Bewältigung des Alltags: Informationswoche für blinde und sehbehinderte Menschen sowie ihre Bezugspersonen.

25.2. bis 3.3. PC - Windows - Aufbaukurs

6. bis 10.3. Werkstatt-Tage für blinde und sehbehinderte Laienkünstler - das Ergebnis ist eine eigene CD.

6. bis 11.3. Autogenes Training/Aufbaukurs

6. bis 11.3. Schnäppchen-Schnupper-Tage im "Seeschlösschen".

10. bis 13.3. "Blind ins Internet".

12. bis 17.3. Interessantes und Amüsantes aus dem alten und neuen Mecklenburg - Vorlese-Tage in kleinem Kreis.

1. bis 3.4. Singletreffen.

Nähere Informationen bei:
AURA-Hotel Ostseeperlen Boltenhagen
Tel.: (03 88 25) 37 00
E-Mail: ostseeperlen@t-online.de

Seminare für Studienanfänger

Die Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung des Deutschen Studentenwerks bietet im Frühjahr 2005 Seminare für behinderte und chronisch kranke Studieninteressierte sowie Studierende zur Vorbereitung eines Studiums oder Berufseinstiegs an:

info.studieren - Seminar für Studieninteressierte und Studierende in den ersten Semestern mit Behinderungen und chronischen Krankheiten 4. bis 5.3. in Dresden.

info.karriere - Seminar zum Berufseinstieg mit Behinderung und chronischen Krankheiten, 21. bis 23.3. in Bonn.

Nähere Informationen beim
Deutschen Studentenwerk
Informations- und Beratungsstelle
Tel.: (0 30) 29 77 27 - 61
E-Mail: jonas@studentenwerke.de
Internet: www.studentenwerke.de

Workshop

Ein Workshop für blinde und sehbehinderte Menschen zu Studium und Berufsausbildung im Land Brandenburg findet am 17.2. in Potsdam statt.

Noch nicht angemeldete Schüler oder andere Personen, die sich wegen ihres Sehverlustes beruflich umorientieren müssen, können sich bis 10.2. beim

Sozialwerk Potsdam unter
Tel.: (03 31) 29 51 84 oder
E-Mail: stephani-seidel@gmx.de melden.

Tore im Märchen - Märchen als Tor

Unter diesem Motto findet ein Märchenseminar vom 25. bis 27.2. in Bad Karlshafen statt, bei dem es besonders um Eingänge, Türen, Durchgangspforten und Zugängen zu Märchen geht. Dabei wird gehört, erzählt und gestaltet. Auf Wunsch steht alleinreisenden Blinden vor Ort eine Begleitperson für 35,00 € zur Verfügung.

Nähere Informationen und Anmeldung bei:
Susanne Hahn
Tel.: (09 51) 2 97 10 80
E-Mail: su-hahn@web.de
Internet: www.anders-sehn.de

Schulungsangebote für REHADAT

REHADAT, das Informationssystem zur beruflichen Rehabilitation, erweitert im Jahr 2005 seine Schulungsveranstaltungen. Zukünftig werden aufgrund der großen Nachfrage eigene Termine für Schwerbehindertenvertreter in Köln durchgeführt. Außerdem werden Schulungen in Berlin angeboten.

Weitere Informationen und Termine zu den kostenlosen Schulungen unter
www.rehadat.de
unter dem Punkt "Service" oder direkt bei
Frau Görgens
Tel.: (02 21) 49 81-802 (montags bis freitags von 8.30 bis 14.00 Uhr)
E-Mail: goergens@iwkoeln.de

Broschüre über Leistungen an Arbeitgeber

Die Broschüre des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) informiert über die Leistungen an Arbeitgeber durch die Bundesagentur für Arbeit, die Integrationsämter und anderer Rehabilitationsträger, wenn behinderte oder schwerbehinderte Menschen ausgebildet oder beschäftigt werden. Hierbei werden auch die Ländersonderprogramme vorgestellt.

www.bmgs.bund.de/deu/gra/publikationen/p_6.cfm
Bestellung Fax: (02 21) 97 66 83 44
E-Mail: parlament@bundesanzeiger.de

Wörterbuch für leichte Sprache

Mit dem Wörterbuch für leichte Sprache hat das Netzwerk People First Deutschland eine Reihe von Tipps, wie man Dinge auch einfach sagen kann, herausgegeben. Das Buch soll nun neu aufgelegt werden. Hierfür sucht das Netzwerk nach Anregungen, wie man das Wörterbuch noch besser machen kann. Das Wörterbuch, das entscheidend von Menschen mit Lernschwierigkeiten selbst erarbeitet wurde, erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit.

Es kann beim Netzwerk People First Deutschland
Kölnische Str. 99, 34119 Kassel
Tel.: (05 61) 7 28 85-55
E-Mail: susanne.goebel@people1.de oder im
Internet unter www.people1.de/buecher.html bestellt werden.

VzFB aktuell - Reliefwandkalender 2005 für Blinde und Sehende

Einen ganz besonderen Reliefwandkalender für 2005 bietet der VzFB an: Er enthält Reliefs von Kräutern und Gewürzen sowie den entsprechenden Duft zu jeder Pflanze. Ausführung in Farbe, mit Ringbindung und Aufhänger im Hochformat. Dazu ein Beiheft im DIN-A4-Format mit Erläuterungen zu den Pflanzen.

Nähere Informationen:
Tel.: (05 11) 9 54 65 - 32

DZB aktuell

Ostergrußkarten mit farbigen Reliefs und Punktschrift bietet die DZB in Leipzig an. Und eine Broschüre in Vollschrift beinhaltet die Geschichte vom "Eihörnchen". Das Eichhörnchen möchte "Eihörnchen" sein und die Ostereier bemalen. Natürlich hat der Osterhase etwas dagegen.

Nähere Informationen und Bestellung bei der
DZB Leipzig
Tel.: (03 41) 71 13-119

Barrierefreie Reiseangebote

Der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. hat seinen neuen Reisekatalog für Menschen mit und ohne Behinderung herausgegeben. Städtereisen nach Prag, Studienreisen durch die Toskana und Irland oder die Bregenzer Festspiele, Fernreisen führen bis nach Australien, Neuseeland u.v.m.

Der Katalog kann bestellt werden, indem man einen mit 1,44 Euro-Marke frankierten und adressierten Umschlag (DIN A4) sendet an:

BSK e.V., Reiseservice
Altkrautheimer Str. 20, 74238 Krautheim
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Tel.: (0 62 94) 42 81-51

Baudenkmäler Lübecks

In der Reliefbuchreihe über die Baudenkmäler Lübecks ist der dritte band erschienen. Diesmal wird der südwestliche teil der Lübecker Altstadt zwischen Holstentor und Dom beschrieben. Im bekannten Schwarzweiß-Druck überdeckt mit einer durchsichtigen Folie, auf der Punktschrift und Abbildungen fühlbar sind, werden in diesem Band mit Hilfe von Ansichten, Detaildarstellungen, Grundrissen und Beschreibung des Gebäudes und seiner Baugeschichte gezeigt.

Gegen eine Schutzgebühr zu bestellen bei
Birgit Below
Tel./Fax: (0 45 09) 27 12

Hörmagazin für besseres Wissen

Der Audio-Media-Verlag bietet ein sehr interessantes Hörmagazin an. CD WISSEN ist das erste zweimonatlich erscheinende Wissensmagazin zum Hören, das sich an ein breites Publikum richtet. Interessante Geschichtsthemen und Biographien werden speziell für diese Produktionen von renommierten Rundfunk-Autoren recherchiert und professionell vertont. Bekannte Sprecher, viel Musik und Originaltöne machen diese CD"s zu einem unterhaltsamen und lehrreichen Hörerlebnis. Bisher sind u.a. erschienen: "Kaiserin Sisi - Romy Schneider", "Adolf Hitler - Joseph Stalin", "John F. Kennedy - Marilyn Monroe", "Faszination Olympia".

Diese Hörreihe gibt es im Einzelverkauf oder im Jahresabonnement. Zur Bestellung des Abos schreiben Sie einfach eine E-Mail an abo@CD-wissen.de und geben dort Ihren Namen und Ihre Anschrift an. Neben der Bestellbestätigung können Sie auch die Rechnung auf Wunsch per E-Mail erhalten. Auch eine telefonische Bestellung möglich unter (0 89) 59 94 39 30.

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Neu: Zwei weitere DBSV-Zeitschriften auf CD ROM

Die DBSV-Zeitschriften "Wir Führhundhalter" und "RITA" - Ratschläge, Informationen, Tipps und Anregungen für blinde und sehbehinderte Frauen - gibt es jetzt auf CD ROM im DAISY-Format (gesprochene Version; keine Text-Dateien). Die CD"s bleiben allerdings nicht im Besitz der Abonnenten, sondern müssen an die Aktion Tonband-Zeitung zurückgeschickt werden, da es sich um wieder bespielbare Tonträger handelt.

Die Redaktion

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LowVision:

Kongress Nachlese

Fast 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, 50 spezialisierte Referentinnen und Referenten, 30 ausstellende Hilfsmittelfirmen, Selbsthilfeverbände und -gruppen und Institutionen für sehbehinderte Menschen trafen sich zum 2. Interdisziplinären LowVision-Kongress am 01. und 02.10.2004 in Würzburg im KongressCentrum.

Unter dem Motto Diagnostik, Therapie und Rehabilitation sehbehinderter Menschen ging es insbesondere um angeborene und erworbene Sehstörungen im Kindesalter sowie erworbene Seheinbußen bei Erwachsenen.

Streiflichter

Herr Prof. Krause und Herr Prof. Rohrschneider stellten verschiedene Kantenfilter und eine Ausstattung zur sinnvollen Erprobung vor und gingen auf den Einsatz bei verschiedenen Augenerkrankungen zur Verbesserung der Kontrastwahrnehmung und auf Grenzen der Verordnungsfähigkeit ein.

Neben den verschiedenen Lichtschutzgläsern, insbesondere Kantenfiltergläser, stellten Herr Plum und Herr Dr. Gerull unterschiedliche Möglichkeiten zur Vermeidung des seitlichen Lichteinfalls vor.

Das Seminar von Frau Dr. med. Hoeft über "Cerebrale Sehschädigungen im Kindesalter" und der Vortrag von Frank Laemers über die "Bedeutung aktueller Ergebnisse aus der Wahrnehmungs- und Gehirnforschung für die Unterstützung des kindlichen Sehvermögens" waren aufgrund der Aktualität dieser Themen stark besucht. Auch hier wurde ganz deutlich, wie hilfreich und wichtig ein gegenseitiger berufsübergreifender Austausch ist.

Unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. med. Dipl. Ing. (FH) Grein und Herrn Prof. Dr. Ing. Schreck wurden in einem Seminar 16 wissenschaftliche Studien zum Thema LowVision präsentiert. Dieses Seminar war sehr lebhaft, da die Arbeiten aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammengestellt waren und sehr zum interdisziplinären Charakter des Kongresses beigetragen haben. Zu diesem Seminar wurde ein Supplement herausgegeben, das in der Stiftung angefordert oder als Datei heruntergeladen werden kann.

Ein besonderes Ereignis war das Hauptreferat von Frau Prof. Dr. med. Lea Hyvärinen über die "Qualität der visuellen Rehabilitation im Kindesalter". Durch ihren Vortrag setzte sie einen wichtigen Impuls für die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit und der damit geforderten Qualität.

Längere Pausenzeiten gewährleisteten, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit hatten, sich kennen zu lernen, auszutauschen und sich über die vielen Möglichkeiten der Versorgung in der Industrieausstellung zu informieren.

Eine Überraschung und für viele Kongressbesucher etwas "ganz anderes" war ein "Spaziergang" durch die Black Box, ausgerichtet von den Südbayerischen Wohn- und Werkstätten für Blinde und Sehbehinderte aus München.

In nächtlicher Aktion und mit viel Enthusiasmus wurde die Black Box von den Mitarbeitern aufgebaut, und bot am Tag Sehenden unter der Simulationsbrille, aber auch sehbehinderten Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine faszinierende "visuelle Welt".

In einer völlig abgedunkelten Box konnte bei ausschließlicher Schwarzlichtbeleuchtung nur das erkannt werden, was weiß oder neonfarben ist. Somit entstanden faszinierende Lichteffekte, wenn neonfarbene Gegenstände gerollt oder geschleudert wurden. In weißen Handschuhen schienen die Hände körperlos durch den Raum zu schweben, denn das Übrige war kaum sichtbar. Durch die verschiedenen Gerüche, die durch einen "botanischen Garten" erzeugt wurden, kam der Geruchsinn auch nicht zu kurz.

Mit der Ausstellung "anders sehen" wurde anhand einer Bild-Ton-Schau, aber auch durch eine Bilderausstellung der Alltag von sehbehinderten und blinden Menschen anschaulich dargestellt und faszinierte Kleine und Große.

Der 2. LowVision-Kongress hat sich im Vergleich zum Ersten, der im Jahr 2002 stattfand, an Teilnehmenden verdoppelt. Dem Anspruch auf interdisziplinären Dialog wurde in verschiedenen Formen gerecht. Durch die thematisch interdisziplinäre Ausrichtung der Vorträge konnten diese von den anderen Berufsgruppen besucht werden und führten im Anschluss daran zu Diskussionen, die für die eigene Arbeit neue Impulse setzt.

Die Öffnung der einzelnen Fachgruppen zum Thema LowVision und die daraus entstandene Kooperation spiegelte sich beim Kongress deutlich wieder.

"Sehen" ist etwas sehr komplexes, sodass neben der Diagnostik, Therapie und Einleitung individueller Rehabilitationsmaßnahmen die Aufklärung, Beratung und Weiterleitung zu den Fachdisziplinen einen gleichwertigen Stellenwert einnimmt.

Im Hinblick auf die steigende Zahl sehbehinderter Menschen, aber auch aus dem Blickwinkel der Finanzierbarkeit, ist es umso dringender, dass das Miteinander zwischen den Berufsgruppen gefördert und vereinfacht wird.

Sabine Kampmann

Bildunterschrift:
Dieser Kongressband ist eine Zusammenfassung der Vorträge des 2. Interdisziplinären LowVision-Kongress 2004 und kann bestellt werden unter www.lowvision-stiftung.de.

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Im Beruf:

Berufliche Rehabilitation darf wegen Hartz IV nicht leiden

Bei der Umsetzung der Hartz-Gesetze dürfen die Interessen der Menschen mit Behinderung nicht hinten angestellt werden. Das bekräftigte Regina Schmidt-Zadel, die Behindertenbeauftragte der Landesregierung NRW, bei einem Besuch des Berufsförderungswerkes Düren.

"Die Arbeitsmarktpolitik befindet sich im Umbruch. Notwendige Anpassungsprozesse können da nicht ausbleiben. Aber natürlich dürfen ungeklärte Fragen, weil die berufliche Rehabilitation bei der Formulierung der Hartz-Gesetze einfach übersehen wurde, nicht zu einem Stillstand bei diesbezüglichen Maßnahmen führen. Und es darf keinen Unterschied geben, ob ein behinderter Mensch dort wohnt, wo die Verantwortung für die berufliche Reha weiterhin bei der Agentur für Arbeit liegt oder dort, wo die Verantwortung zukünftig von Arbeitsgemeinschaften von Sozialamt und Arbeitsagentur oder aber von optierenden Kommunen wahrgenommen wird", erklärte BFW-Geschäftsführer Dr. Zeißig, und fand darin die Zustimmung der Landesbehindertenbeauftragten.

Regina Schmidt-Zadel versprach, sich auch in Zukunft für die Sicherung der beruflichen Rehabilitation stark zu machen. Die optierenden Kommunen müssten sich ihrer Verantwortung als Reha-Träger bewusst sein.

Bildunterschrift:
Die Landesbehindertenbeauftragte im Gespräch mit einem zukünftigen Verwaltungsfachangestellten.

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EDV:

Kurzreferate und Präsentationen

Vom 19. bis 21.11.2004 veranstaltete die Bundesfachgruppe für Informationstechnologie des DBSV (BFG-IT) ihre 26. Bundestagung in Petersberg.

Der Leiter der Fachgruppe, Lothar Huge, konnte rund 30 Tagungsteilnehmer begrüßen. Zu Beginn präsentierten Hilfsmittelhersteller Neuheiten und Weiterentwicklungen ihrer Produkte. Dann gab es einen zweitägigen ACCESS-Workshop für Fortgeschrittene. Der Referent, Herr Kalman aus Wien, verstand es, den sechs Teilnehmern einen tieferen Einblick in das Datenbanksystem von Microsoft zu geben. Am Ende erhielt jeder ein Zertifikat. Gedankt sei den Firmen Handytech und Papenmeier für die Arbeitsplatzausstattungen und die Assistenz im Workshop.

Im abwechslungsreichen Vortragsprogramm stellte Frau Weigand vom BFW Würzburg die vom BFW entwickelte eLearning-Plattform vor. In einer während der Präsentation aufgebauten Internetkonferenz mit dem BFW wurde den Zuhörern erklärt, wie Kursteilnehmer online betreut und unterstützt, gecoacht, werden können. Die modulare Gestaltung der einzelnen Kurse lässt hoffen, dass sich das Aus- und Weiterbildungsangebot der eLearning-Schiene stetig erweitert und die einzelnen Komponenten bedarfsgerecht eingesetzt werden können.

Herr Pinns, Vice-Präsident der weltweit agierenden Software-Firma SAP, setzte eine im letzten Jahr begonnene Reihe zum Thema SAP-GUI und NetWeaver fort. Insbesondere Accessibility und Usabilitiy zogen sich dabei wie ein roter Faden durch die Ausführungen. Da auch aus dem Kreis der Tagungsteilnehmer mittlerweile viele Softwareentwickler mit den Produktlösungen des Unternehmens aus Walldorf arbeiten, wurden die Informationen und Tipps des Referenten und seines blinden Mitarbeiters mit regem Interesse verfolgt.

Von der Abbildung von Geschäftsprozessen mit dem Microsoft Office System handelte das Referat von Herrn Kersting, Business Productivity Advisor bei Microsoft Deutschland. Er beschrieb den Share-Point-Server-2003 und zeigte Lösungsansätze für Prozessabläufe auf. Ein Ausblick auf das voraussichtlich Ende 2006 erscheinende Betriebssystem 'Longhorn' sollte nicht fehlen. Das neue Betriebssystem war auch Thema des Vortrages von Herrn Friehoff, Chefentwickler bei der Firma Baum.

Ein Schwerpunkt seiner Ausführungen galt den verschiedenen Softwareschnittstellen sowie den Möglichkeiten, diese für Screenreader und Großschriften nutzen zu können. Die Probleme der blinden und sehbehinderten Entwickler und Anwender von Systemen wie z.B. Linux, KDE, Java und OpenSource kamen dabei nicht zu kurz. In weiteren Kurzreferaten und Präsentationen konnten sich die Teilnehmer über die von Herrn Kalman entwickelte 'Schulungstafel' informieren. Dabei handelt es sich um eine Software, die es blinden und sehbehinderten Schulungsteilnehmern ermöglicht, den Referentenbildschirm an seinem PC per Braille-Zeile bzw. Screenreader zu verfolgen.

Über das Projekt BIK (Barrierefrei Informieren und Kommunizieren) berichtete Jan Eric Hellbusch und Heiko Folckerts informierte aus dem F.I.T. Der Direktor der DZB Leipzig, Herr Dr. Thomas Kahlisch, informierte über neue Entwicklungen und Projekte zu DAISY und digitalisierten Büchern.

Herr Frank stellte die Kommunikationssoftware Klick-Blick vor, die es einem blinden oder sehbehinderten Menschen ermöglicht, mit einem Sehenden via Internet in einem geschlossenen Netzwerk Kontakt aufzunehmen und die über WEBCam bzw. Scanner übermittelten Informationen erklärt zu bekommen.

Die 27. Jahrestagung der Fachgruppe findet vom 11. bis 13.11.2005 statt. Infos zur BFG-IT finden Interessierte auf der Homepage www.bfg-it.de .

Gregor Cordes

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