Gegenwart 02 / 2006 - ausgewählte Beitträge

"Die Gegenwart" erscheint monatlich (Juli / August als Doppelnummer)

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Inhaltsverzeichnis

Editorial:

Blind ohne Blindengeld

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

als "späte Verlierer der deutschen Einheit" hat Peter Och, der Vorsitzende des BSV Thüringen, die blinden Menschen im Freistaat bezeichnet, nachdem die faktische Streichung des Landesblindengeldes Ende 2005 per Gesetz besiegelt worden war.

Das mag für die blinden Menschen in Thüringen sicher zutreffen, doch wissen wir, dass sich die Begierde der Politiker nach Abschaffung des Blindengeldes nicht nach Ost, West, Süd oder Nord richtet. Einkommensunabhängige Nachteilsausgleiche sind - das haben wir nun seit Jahren erfahren müssen - ernsthaft bedroht. In Gefahr ist die selbstbestimmte Entscheidungsmöglichkeit blinder Menschen, insbesondere Hilfsmittel und unterstützende Dienstleistungen zu kaufen, um ein annähernd "normales" - das heißt in diesem Fall vor allen Dingen selbstständiges - Leben führen zu können.

Wie sieht die Lebensqualität blinder Menschen aus, wenn sie kein Blindengeld mehr bekommen? Werden sich Helfer - und dazu zählen auch Bekannte und Verwandte -, deren Unterstützung bisher mit Euros vergolten wurde, zurückziehen, wenn die hilfsbedürftige Person nicht mehr zahlen kann? Wie viele werden und können auf die Blindenhilfe zurückgreifen, die ja nur gezahlt wird, wenn lediglich geringfügige Ersparnisse vorhanden sind und das Einkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet?

Fragen ganz elementarer Art; denen die "Gegenwart" mit Ihrer Hilfe, liebe Leserinnen und Leser, nachgehen will. Schreiben Sie unserer Redaktion, wie der Wegfall des Blindengeldes Ihr Leben verändert bzw. verändern würde. Wenn Sie keine Veröffentlichung Ihrer Einsendung wünschen, vermerken Sie das bitte ausdrücklich.

Ihr Dr. Thomas Nicolai  

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Verbandstag:

Fragen warten auf Antworten

In der Januar-Ausgabe hatte die "Gegenwart" bereits zwei Beiträge zu Themen, die auf dem DBSV-Verbandstag im Mai diesen Jahres in fünf Arbeitsgruppen (AG) besprochen werden sollen, veröffentlicht:


In dieser Ausgabe führen wir die Veröffentlichungen zu zwei weiteren Themen fort:


In der März-Ausgabe finden Sie dann den Beitrag zur AG 5.


Die Delegierten des Verbandstages werden entscheidende Wegweiser für die Verbandsentwicklung der nächsten Jahre aufstellen.

Sie alle, liebe Leserinnen und Leser, sind aufgerufen, Ihre Meinung zu den vorgestellten Thesen und Fragestellungen zu sagen. Schreiben Sie Ihre Ideen, Vorschläge, Kritiken und Anregungen auf und schicken Sie diese bis spätestens 30.3.2006 an die

Redaktion "Die Gegenwart"
Rungestraße 19, 10179 Berlin
Fax: (0 30) 28 53 87-20
E-Mail: gegenwart@dbsv.org

Vermerken Sie im Betreff bitte das Thema, zu dem Sie sich äußern. Ihre Zuschrift leiten wir dem jeweiligen Moderator der entsprechenden Verbandstagsarbeitsgruppe weiter. Auszüge werden wir ggf. in der Rubrik "Leserpost" veröffentlichen. Wenn Sie eine Veröffentlichung nicht wünschen, so vermerken Sie das bitte ausdrücklich zu Beginn Ihrer Ausführungen.

"Teilhabe mit Sehbehinderung" - eine Aufgabe zum Programm machen (AG 3)

Der DBSV nimmt für sich in Anspruch, die Interessen blinder und sehbehinderter Menschen, die Mitglieder in mehr als 20 angeschlossenen Selbsthilfeorganisationen sind, zu vertreten. Blinde und sehbehinderte Personen dürfen daher von ihrem Spitzenverband gleichermaßen die Erhaltung und Verbesserung ihrer sozialen Stellung, die Förderung ihrer Selbstbestimmung und das Schaffen der Voraussetzungen für eine gleichwertige Teilhabe am Leben der Gesellschaft erwarten.

Doch dies ist scheinbar bisher nicht in ausreichendem Maße gelungen. Deshalb brauchen wir eine nüchterne Bestandsaufnahme. Wir müssen uns fragen: Passen blinde und sehbehinderte Menschen überhaupt zusammen, müssen wir uns ändern oder gar teilen? Was bleibt zu tun, damit eine kompetente und schlagkräftige "Sehbehindertenvertretung" in Deutschland entsteht? Die folgenden Aussagen kann man öffentlich, manchmal auch nur hinter vorgehaltener Hand, aber immer wieder hören.

Nicht wenige blinde Mitglieder hatten große Befürchtungen, als es darum ging, die Blindenorganisationen schrittweise für die Menschen mit Sehbehinderung (bis Visus 0,3) zu öffnen. Diese Befürchtungen haben sich nicht bestätigt. Im Gegenteil, man hört jetzt des Öfteren den Vorwurf, dass Menschen mit Sehbehinderung ihre Chance, dem Spitzenverband und seinen Mitgliedsorganisationen ihren Stempel aufzudrücken und ihre Forderungen klar zu formulieren, nicht ausreichend nutzen. Andererseits haben sehbehinderte Personen in unseren Organisationen nicht selten den Eindruck, dass sie als Mitglieder "zweiter Klasse" angesehen werden. Als Begleiter oder Bedienpersonal sind sie herzlich willkommen und werden dankend eingesetzt, aber Forderungen im Bezug auf ihre speziellen Bedürfnisse sind nicht sonderlich erwünscht. Sehbehinderung ist eine eigenständige Behinderung, wenngleich sie in manchen Ausprägungen "gesetzlicher" Blindheit entspricht. Die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen können deshalb durchaus unterschiedlich sein. Was muss sich im Interesse sehbehinderter Menschen in den nächsten Jahren ändern? Ihre Meinung ist gefragt!!!

Melden Sie sich bitte zu Wort! (Geben Sie die Nummer der These an, zu der Sie etwas zu sagen haben und begründen Sie bitte Ihre Meinung - vielen Dank im Voraus!)

  1. Wer um die 30 Prozent sieht, lebt wie "sehend", wenngleich mit gewissen Einschränkungen - Kontakt zu Selbsthilfeorganisationen ist nicht gefragt.
  2. Sehbehinderte Menschen haben es schwerer als blinde, am Leben der Gesellschaft teilzunehmen. Ihre Behinderung wird meist unterschätzt und sie fühlen sich sowohl von Blinden als auch von Sehenden gleichermaßen unverstanden.
  3. Menschen mit Sehbehinderung suchen den Austausch über medizinische Aspekte ihres Augenleidens. Sie fühlen sich nicht als Menschen mit Behinderung, sondern als Patienten mit Hoffnung auf Heilung.
  4. Sehbehinderte Menschen lehnen rein gefühlsmäßig die Hilfe von Vereinen ab, die in ihrem Namen das Wort "blind" haben. Der DBSV und seine Landesvereine brauchen einen "neutralen" Namen!
  5. Sehbehinderte Mitglieder möchten auch innerhalb gemeinsamer Selbsthilfeorganisationen nicht von blinden Menschen beraten werden - sie fühlen sich nicht verstanden.
  6. Für Sehbehinderte Menschen müssen eigene Angebote in den Organisationen geschaffen werden (Beratung, Erfahrungsaustausch, Freizeitangebote usw.).
  7. Wahrnehmung und Durchsetzung ihres behinderungsbedingten Mehraufwands durch die Selbsthilfeorganisationen.
  8. Barrierefreiheit für sehbehinderte Bürger ist angesichts der großen Spanne der Sehschärfe und der Palette von Störungen des Sehens schier unerreichbar.
  9. Die Organisationen müssen künftig in der Arbeit für sehbehinderte Menschen ihr Hauptaugenmerk richten auf ... (bitte Stichworte angeben!).

Wir freuen uns auf Ihre zahlreichen und aussagekräftigen Einsendungen!

Irmgard Badura und Rudi Ulrich  

Der "Mitgliedergewinnungstrichter" (AG 4)

Die Mitgliedergewinnung lässt sich mit einem Trichter vergleichen. Oben, am Rand des Trichters, finden wir Menschen, die unseren Verein wahrnehmen. Auf halber Höhe finden wir diejenigen, die mit unserem Verein Kontakt aufnehmen, beispielsweise bei uns anrufen. Unten, kurz über dem Trichterschlund, finden wir Menschen, die Beratungs- und Freizeitangebote unseres Vereins nutzen.

Wer durch den Trichterschlund gleitet, landet in der Mitgliederwanne. Ab dann geht es nicht mehr darum, Mitglieder zu gewinnen, sondern sie zu halten ("die Wanne abzudichten").

Wenn wir die Mitgliederzahl erhöhen wollen, gibt es mehrere Möglichkeiten. In der AG konzentrieren wir uns auf zwei davon:

  1. Man kann dafür sorgen, dass mehr Leute vom Rand in Richtung Schlund rutschen, also Hindernisse aus dem Weg räumen, den Trichter schmieren, so dass eine Rutschbahn Richtung Mitgliedschaft entsteht.
  2. Man kann einen weiteren Trichter aufstellen, weil an unserem bisherigen Trichter zu viel vorbeirauscht.

Teil I: Wie machen wir den Trichter zur Rutschbahn?

Zwischen einem Mitgliedergewinnungstrichter und einem normalen Trichter gibt es einen entscheidenden Unterschied: Das Innere des Mitgliedergewinnungstrichters ist von rauer Beschaffenheit - viele kleine Widerhaken verhindern, dass uns die neuen Mitglieder reihenweise und automatisch durch den Trichterschlund sausen. Wer also am Trichterrand landet (unseren Verein lediglich wahrnimmt), wird in den seltensten Fällen ein neues Mitglied werden. Wer dagegen Angebote unseres Vereins nutzt, hat nur noch einen kurzen Weg zum Trichterschlund zurückzulegen. Trotzdem kann die Mitgliedschaft noch an vielen kleinen Widerhaken scheitern. Versetzen wir uns mal in einen Menschen, der im Radio von unserem Verein hört und sich das Vereinskürzel merkt, also beispielsweise in Berlin das Kürzel "ABSV". Hat es dieser Mensch leicht, den ABSV zu finden, z.B. über die Suchmaschine Google? Steht das Kürzel im Telefonbuch? Oder, anderes Beispiel: Wie einladend ist unser Aufnahmeantrag? Stehen da vielleicht Fragen drin, die wir selbst auch nicht gern beantworten würden?

Die Strategie ist ganz einfach: Wir stellen unsere Abläufe auf den Prüfstand, mit dem Ziel, dass uns kein Mitglied durch die Lappen geht, das wir hätten haben können. Ziel der AG für den Teil I ist die Entwicklung einer Checkliste, mit der jeder Verein überprüfen kann, wo es in seinem Trichter hakt.

Teil II: Wir brauchen einen zweiten Trichter

Spätestens seit der Namensänderung (Verbandstag 1998) hat sich der DBSV den sehbehinderten Menschen geöffnet. Seitdem gehen wir also offiziell auf die Menschen mit Sehbehinderung zu - nur haben die es irgendwie noch nicht gemerkt. Woran liegt das? Um im Bild zu bleiben: Wir müssen die sehbehinderten Menschen auf den richtigen Trichter bringen! Unser lieber alter Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe-Trichter versagt beim Einsammeln dieser Zielgruppe, wir brauchen einen weiteren Trichter. Dazu drei Thesen, die wir im Teil II der AG diskutieren wollen:

These 1 betrifft den Rand dieses neuen Trichters, es geht darum, überhaupt erst einmal wahrgenommen zu werden. Die These lautet: Wir können sehbehinderte Menschen nicht pauschal ansprechen. Hauptgrund: Die Betroffenen sehen sich selbst nicht als "Sehbehinderte", sondern als Erkrankte, wir müssen sie bei ihrer Diagnose abholen. Konsequenz: Die Diagnose muss die Kommunikation dominieren, wir müssen also beispielsweise einen "Makula-Stammtisch" bewerben und ganz bewusst nur zweitrangig die Tatsache, dass dieser bei unserem Verein stattfindet.

These 2 betrifft Menschen in der Nähe des Trichterschlunds, die also Beratungs- und Freizeitangebote unserer Vereine nutzen. Sie lautet: Wir müssen uns ändern, damit sich die sehbehinderten Menschen bei uns wohl und kompetent betreut fühlen. Wenn wir Mitglieder wollen, die in einer frühen Phase ihrer Sehbehinderung stecken, müssen wir für diese Gruppe relevante Angebote entwickeln, beispielsweise Kooperationen mit Ärzten und Optikern, aber auch Angebote, die dem immensen Bedarf an Austausch und Bewältigungshilfe entgegenkommen, also Stammtische, psychologische Beratung etc. Diese Neumitglieder sind in einer Phase des Sich-nicht-Abfindens, das heißt, wir müssen unbedingt auch unsere Kompetenz im Bereich der Behandlungsmethoden ausbauen.

Achtung, diese These 2 bedeutet ein Umdenken, denn wir sehen uns bisher in keiner Art und Weise als "Patientenorganisation", sondern ganz im Gegenteil als Organisation von Menschen, die sich mit ihrer Blindheit arrangieren, ein Verhalten, das wir bislang automatisch auch den Sehbehinderten abverlangen.

These 3 betrifft die Wanne, in der sich frisch gewonnene und alte Mitglieder treffen. Sie lautet: Wir brauchen Unterorganisationen. Denn unsere Stamm-Mitgliedschaft wird sich gegen einen "Umbau" Richtung Patientenorganisation sträuben. Und die angelockten sehbehinderten Menschen wollen sowieso nicht in einen Blindenverein.

Wir haben also zwei Gruppen mit sehr unterschiedlichen Interessen, die in ein und derselben Wanne nicht zwangsläufig glücklich werden. Man muss deshalb über Bade-Inseln in unserer Wanne nachdenken. Mögliche Konsequenz: Wir entwickeln unter der "Dachmarke" DBSV einzelne Untermarken, also sehbehinderungsspezifische Unterorganisationen, Beispiel: "Pro Makula" powered by DBSV. (Dies ist natürlich nur ein Arbeitstitel!)

Manfred Scharbach und Volker Lenk  

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DBSV-Nachrichten:

DBSV-Taubblindenfreizeit 2006

Die Taubblindenfreizeit 2006 des DBSV findet vom 21.8. bis 4.9. im Gästehaus Stubenberg des Steiermärkischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, Dorfstraße 140, A-8223 Stubenberg am See, statt. Stubenberg liegt etwa 50 km östlich von Graz. Über die Anmeldeformalitäten informierte der DBSV die Landesvereine in einem Rundschreiben Anfang des Jahres.

DBSV-Ensemble begeisterte

In der "Gegenwart" 9/2005 wurde darüber berichtet, dass in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück Tastmodelle zur Verfügung stehen, die blinden Menschen einen Eindruck vom ehemaligen Konzentrationslager vermitteln. Diese Modelle bieten zugleich allen Besuchern neue Einblicke.

Die Präsentation der Tastmodelle war Anlass für ein begeistert aufgenommenes Konzert des DBSV-Kulturensembles am 8. Oktober vorigen Jahres. Die zahlreichen Besucher konnten die Modelle ertasten und sehen, die nicht in professioneller Herstellung, sondern in zeithistorisch-pädagogischem Engagement entstanden, hergestellt von Schülern aus Gransee und Fürstenberg. Das Projekt soll fortgeführt werden.

Fortbildung Gemeinnützigkeit

Am 29. und 30.11.2005 hatten Geschäftsführer und für finanzielle Angelegenheiten zuständige Mitarbeiter von DBSV-Landesvereinen in Hannover und Würzburg Gelegenheit, sich fachkundig in Sachen Gemeinnützigkeitsrecht weiterzubilden.

Als Referent konnte der bundesweit anerkannte Experte für Gemeinnützigkeit Rechtsanwalt Thomas von Holt aus Bonn gewonnen werden. Das sehr informative und ausführliche Referat von Holts regte die Teilnehmer zu konkreten und detaillierten Fragen aus der alltäglichen Praxis an.

Der Bogen spannte sich über Spenden bis hin zur gemeinnützigen GmbH. Auf Grund eines sich ständig ändernden Steuerrechts wurde vereinbart, zu gegebener Zeit erneut unter dieser Thematik zusammenzutreffen.

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In Kürze:

Wieder Hörtheater in München

Am 05.05. um 20.00 Uhr soll es im Münchner Residenztheater wieder eine Aufführung mit Audiodeskription geben: Warten auf Godot von Samuel Beckett (Einführung 19.15 Uhr).

Nähere Informationen bei:
Franzis Anne Cramer
Kurfürstenstr. 28, 80801 München
Tel.: (0 89) 33 04 08 75
E-Mail: franzis.cramer@gmx.de

Hilfsmittelausstellung in Trier

Am 25.03. findet von 10 bis 16 Uhr in den Räumen des Bischöflichen Generalvikariates Trier eine große Hilfsmittelausstellung statt. Über 30 Aussteller aus ganz Deutschland präsentieren Hilfsmittel für Haushalt, Freizeit und Beruf.

Nähere Informationen und Anmeldung zum Mittagessen unter
Blindenseelsorge/Tonpost
Tel.: (06 51) 71 05 - 430 Frau Krewer oder
Tel.: (06 51) 71 05 - 461 Frau Hemmerling für den Blindenverein
Tel.: (06 51) 4 41 00 Frau Staudt und
Tel.: (0 65 81) 9 95 69 20 Pro Retina

Abitur: Was nun?

Eine bundesweite Orientierungsveranstaltung für blinde und sehbehinderte Studieninteressierte findet vom 22. bis 24.05. beim Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS) der Universität Karlsruhe statt. Für interessierte Eltern, die ihre Tochter/ihren Sohn begleiten möchten, wird ein gesondertes Programm angeboten.

Anmeldung und nähere Informationen bei:
Universität Karlsruhe (TH)
Studienzentrum für Sehgeschädigte
Andrea Gaal
Engesserstr. 4, 76128 Karlsruhe
Tel.: (07 21) 6 08-27 60
E-Mail: gaal@szs.uni-karlsruhe.de
Internet: www.szs.uni-karlsruhe.de

Seminare für Studierende

Die Informations- und Beratungsstelle für Studierende mit Behinderungen des Deutschen Studentenwerkes bietet 2006 u.a. folgende Seminare an: 24. und 25.03.: Info-studieren - zum Studieneinstieg mit Behinderung und chronischer Krankheit.

25. bis 28.07.: Info.karriere - zum Berufseinstieg.

Anmeldung und Information unter
Tel.: (0 30) 29 77 27-64
Fax: (030) 29 77 27-69 oder
E-Mail: studium-behinderung@studentenwerke.de

AURA-Hotel Timmendorfer Strand

06. bis 09.02. Hans Christian Andersen, der dänische Märchendichter

10. bis 13.02. Franz Schubert - Legenden und Wahrheit

14. bis 20.02. Frauen in der Lübecker Geschichte

Mehr Information unter
Tel.: (0 45 03) 6 00 20
timmendorfer-strand@aura-hotels.de
www.aura-timmendorf.de

Noch freie Plätze in Saulgrub

25.02. bis 04.03. Winterfreizeit für Familien

04. bis 11.03. Skilanglauf für Einsteiger

18. bis 21.03. EDV-Kurs speziell für Sehbehinderte

Nähere Informationen bei:
AURA-Hotel Saulgrub
Tel.: (0 88 45) 99-0
E-Mail: saulgrub@bbsb.org

CD-Wochen in Mündersbach

Vom 18.03. bis 01.04. finden die CD-Wochen in der AURA Pension "Haus Hubertus" Mündersbach statt.

Nähere Informationen und Anmeldung bei:
AURA Pension "Haus Hubertus"/Mündersbach gGmbH
Tel.: (0 26 80) 95 10-0
E-Mail: aura-muendersbach@bsbh.org

Rudolf-Kraemer-Haus Bad Liebenzell

Eine Frühjahrs-Wohlfühlwoche für Frauen findet vom 12. bis 17.03. im RKH statt. Das Pauschalangebot beinhaltet 5 Übernachtungen mit Vollpension, 2 Thermalbadbesuche, 1 Kosmetikbehandlung, 1 Schminkberatung, 1 Fußpflege, 1 Fußreflexzonenmassage, 1 mal 30 Minuten-Massage, tägliche Infrarotbeleuchtungen gegen Verspannungen sowie 2 Yogastunden mit Entspannungstraining.

Das große Walking-Wochenende ist vom 31.03. bis 02.04. Im Kurs sind eine Einweisung in die Haltung und die Technik des Walkings, sowie das Walking mit einer Begleitperson und eine Abschlussentspannung enthalten. Anmeldungen bis zum 15.03. direkt im RKH unter (0 70 52) 9 20 40 oder info@rudolf-kraemer-haus.de

Das Jahresprogramm des Rudolf-Kraemer-Hauses in Bad Liebenzell steht in Maxi- und Braille-Druck sowie im DAISY-Format auf CD ROM und auf Kassette zur Verfügung.

Auf der Homepage unter www.rudolf-kraemer-haus.de steht das Programm zum Herunterladen bereit.

AURA-Hotel "Ostseeperlen" Boltenhagen

01. bis 06.04.: Gedächtnistraining für Menschen über 50

Trainiert werden Wahrnehmung, Konzentration, Merkfähigkeit, Wortfindung, logisches Denken, Phantasie, Kreativität ...

Weitere Informationen und Anmeldung:
AURA-Hotel "Ostseeperlen" Boltenhagen
Strandpromenade 53
21946 Ostseebad Boltenhagen
Tel : (03 88 25) 37 00
E-Mail: ostseeperlen@t-online.de
Internet: www.ostseeperlen.de

Esperanto-Ferienwoche in Österreich

Vom 19. bis 26.08. findet im Erholungsheim des Österreichischen Blindenverbandes "Pension zur Waldquelle", St. Georgen am Reith (Niederösterreich) eine Esperanto-Ferienwoche mit Sprachkurs für Anfänger und Fortgeschrittene statt. Grundkenntnisse sind nicht erforderlich.

Interessenten wenden sich bitte bis Ende Februar 2006 an
Harald Rader
Paracelsusstr. 13, A-9560
Feldkirchen in Kärnten
Tel.: 0043-4276-27 06
E-Mail: Harald.rader@aon.at

IRIS-Lehrgänge für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche

Vom 23.07. bis 05.08. sowie 06. bis 19.08. bietet das Institut für Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter (IRIS) Lehrgänge für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche an. Der Schwerpunkt der Lehrgänge ist die Anbahnung der selbstständigen Fortbewegung oder die Steigerung der Selbstständigkeit im Bereich Lebenspraktischer Fähigkeiten, die als unabdingbare Voraussetzung für die Integration gelten. Unter Anleitung von Rehabilitationslehrern für Blinde und Sehbehinderte beginnen die Kinder ein Programm in einem der folgenden Fächer: Orientierung und Mobilität oder Lebenspraktische Fähigkeiten.

Nähere Informationen und Anmeldung bei:
IRIS
Marschnerstr. 26, 22081 Hamburg
Tel.: (0 40) 2 29 30 26
E-Mail: iris-ev@hamburg.de

Haus Storchennest lädt ein

07. bis 09.03. und 31.10. bis 02.11.: Seminar "Der duftende Garten" (für Landschaftsplaner, -gärtner und Interessierte)

08. bis 15.05.: Seminar "Gartenfreunde treffen sich" (für taubblinde, blinde und sehbehinderte Pflanzenfreunde)

23. bis 25.06.: Erstes bundesweites Treffen für blinde und sehbehinderte Gartenfreunde

03.09.: 15. Gartenfest

Nähere Informationen und Anmeldung bei
Haus Storchennest Radeberg
Tel.: (0 35 28) 43 97-0
E-Mail: info@taubblindendienst.de

Erlebnisreisen in Kanada

FrauenOutdoor bietet in diesem Sommer zwei Programme für blinde und sehbehinderte Männer und Frauen in Kanada an.

Naturerfahrungen wie Strand- und Meererkundungen, wassersportliche Aktivitäten, kulturelle Einblicke und ein Besuch der schönen Städte Victoria und Vancouver gibt es vom 18.06. bis 02.07.

Bei einer Natursporttour kann man per Kanu und zu Fuß auf Erkundungstour gehen und so Land, Natur und Leute kennen lernen - 28.08. bis 11.09.

Weitere Informationen unter
Tel.: (05 21) 1 64 00 20
Internet: www.frauenoutdoor.de/wildnisfuerblinde.html

Was sieht mein blinder Freund?

Im Rollstuhl aufs Klo? Geht denn das? Wie unterhalte ich mich, wenn die anderen um mich rum nichts hören? Ist Gebärdensprache so etwas wie geheime Zeichensprache, mit der man im Unterricht heimlich reden kann? Was und wie sieht ein Blinder? Um all diese Fragen, Erwartungen und Vorstellungen über ein Leben mit Behinderung geht es im neuen Zugvogel-Projekt für Kinder und Jugendliche. Das Projekt bietet einen unverkrampften, spielerischen Zugang zum Thema Leben mit Behinderung. Es richtet sich an Arbeitsgemeinschaften in Schulen, Pfadfindergruppen und andere Jugendgruppen in Pfarrheimen und Jugendzentren. Das Angebot ist dank einer Förderung von Aktion Mensch kostenlos.

Mehr Informationen bei
Zugvogel e.V.
Tel.: (02 51) 987 96 88
E-Mail: zugvogel@muenster.de

AURA Zentrum Bad Meinberg

13. bis 19.02. Lipperland - Winterland

22. bis 26.02. Kommunikationsseminar

03. bis 05.03. Die Hand als Kommunikationsmittel

05. bis 11.03. Hör mal zu! Woche für das Ohr
Behandelt werden Hörspiele, Hörbücher, Hörzeitschriften und das gesprochene Wort

19. bis 24.03. Englisch Kurs

26.03. bis 01.04. Französisch Kurs

Schon vormerken!!!!
06. bis 12.05. Wandern im Teutoburger Wald


Bitte fordern Sie unsere Hotelbroschüre für 2006 an!
Hotel-Residenz AURA Zentrum
Oberförster-Feige-Weg 1
Telefon 05234 - 9040
Internet: www.aura-zentrum.de
E-Mail: info@aura-zentrum.de

Braille-Karten-System

Bausteine zum Punktschriftlernen. Sie erinnern an Dominosteine aus klarem Acryl: Die 70 Module des Braille-Karten-Systems tragen die Buchstaben unseres Alphabets jeweils in Schwarzschrift und Blinden-Vollschrift; beide Zeichen sind jeweils zum Tasten erhaben angeordnet, so dass Blinde und Sehende gemeinsam Wörter legen und die andere Schrift erlernen können.

Informationen über die Neuentwicklung bei
Monique Schreiber
Tel.: (03 42 97) 1 45 59
E-Mail: info@braks-online.de

Bei einer Bestellung bis zum 31.03. erfolgt die Lieferung ohne Versandkosten.

Sonderbriefmarke

Am 02.03.2006 kommt eine neue Briefmarke heraus; Titel "Mit Händen Sehen", es geht um das Doppeljubiläum Blindenbildung und Nikolauspflege Stuttgart.

Die Marke hat den Wert 0,55 Cent und kann ab dem Erscheinungstag bei jedem Postamt erworben werden.

VzFB aktuell

Kostenlos abzugeben!

Heiter-besinnliches Vierzeiler-Allerlei von Gabriel Mertens. Neue Reimereien über dies und das und die Wechselfälle des Lebens.

Punktdruck: 1995, reformierte Kurzschrift, DIN A4, Drahtheftung, 1 Band, 76 Seiten.

Erhältlich beim
VzFB
Tel.: (05 11) 9 54 65 - 32

DZB aktuell

Buchpate werden!

Patenschaft für etwas zu übernehmen heißt, einer Person oder einem Gegenstand besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Bücherfreunde können seit Herbst 2005 in der DZB die Produktion von Punktschrift- und Hörbüchern durch die Übernahme einer Buchpatenschaft unterstützen.

Eine Liste von 40 Titeln steht zur Auswahl, je nach Literaturinteresse und den eigenen finanziellen Möglichkeiten ist man schon ab 100 Buchpate, anonym, als "heimlicher" Wohltäter für ein bestimmtes Buch oder mit namentlicher Nennung des Spenders im Werk selbst und auf den Internetseiten.

Informationen zur Buchpatenschaft gibt es unter
www.buch-patenschaft.de oder
telefonisch - (03 41) 71 13-115.

Die edition bentheim informiert

Der Spurbuchverlag hat für die edition bentheim die Auslieferung von Büchern und Medien übernommen. Bestellungen sind per Fax oder Mail an die folgende Adresse zu richten:

Spurbuchverlag
Am Eichenhügel 4, 96148 Baunach
Tel.: (0 95 44) 15 61
Fax: (0 95 44) 8 09
Mobil 0171-54 83 06 67
E-Mail: info@spurbuch.de
www.spurbuch.de

Unter www.edition-bentheim.de kann man sich über Neuerscheinungen, Angebote etc. informieren.

edition bentheim
Ohmstr. 14, 97076 Würzburg
Tel.: (09 31) 2 30 09 23 91
E-Mail: info@edition-bentheim.de

BIT-Tipp

Koalitionsvertrag in Punktschrift

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD ist in Punktschrift erhältlich; Bestell-Nr.: P 14350, 349 Seiten, 2 Ordner, 49,00 EUR

BIT-Zentrum
Arnulfstraße 22, 80335 München
Tel.: (0 89) 5 59 88 - 1 34
Fax: (0 89) 5 59 88 - 3 34
E-Mail: bit-bestellservice@bbsb.org

Abstrakte Bilder in konkretem Raum

Der Künstler e.j. schoo spendete dem BFW Würzburg vier seiner mit Öl, Acryl und Sand gestalteten Werke. Diese haben ihren Platz im umgebauten und neu gestalteten Speisesaal der Einrichtung gefunden. "Je länger man die Bilder anschaut, um so mehr gibt es darauf zu entdecken", ermuntert schoo den Betrachter, die Werke intensiv auf sich wirken zu lassen. (Ob die Mittagspausen deshalb jetzt verlängert werden, ist der Redaktion nicht bekannt.)


Bildunterschrift

Vor den abstrakten Kunstwerken im BFW Würzburg: (v.l.n.r.) Thomas Abersfelder, Leiterin Essen und Wohnen Lotte Will, Künstler e.j. schoo und BFW-Geschäftsführer Alfred Schulz.

Anzeigen auf der Pinwand

Die seit 3 Jahren existierende Anzeigenseite www.pinwand-online.de wurde jetzt überarbeitet. Ab sofort kann jeder hier kostenlos private Anzeigen aufgeben ohne Registrierung. Die Anzeigen werden sofort nach der Eingabe für jedermann sichtbar.

Dialogmuseum eröffnet

Ein Dialogmuseum soll in Frankfurt die Vorurteile gegenüber Behinderten abbauen helfen. Besucher des Museums werden in völliger Dunkelheit von blinden Menschen durch sechs Erlebnisräume geführt, in denen die Alltagssituation nicht sehender Menschen simuliert wird.

In den Räumen hört man Straßenlärm, geht durch den Wald spazieren, vernimmt Vogelgezwitscher, fühlt stehende Autos, Hauswände oder Automaten. In einem Klangraum entstehen die unterschiedlichsten Musiktöne. Durch Vibration kann ebenfalls die Musik gespürt werden.

Das Museum beschäftigt nach Angaben von Geschäftsführerin Klara Kletzka zur Zeit 32 Mitarbeiter, darunter zwölf Blinde. Ziel sei es, mindestens 60 behinderte Menschen zu beschäftigen, deren Arbeitsplätze sich aus den Einnahmen voll finanzieren sollen. Auch Unternehmen wollen Führungskräfte in den Dunkelräumen trainieren, damit sie ihre kommunikativen Fähigkeiten ohne optische Ablenkung entfalten können.

Neben den Dunkelräumen gibt es ein Dunkelrestaurant, in dem blinde Servicekräfte den Besuchern ein Viergang-Menü reichen. Das Angebot ergänzt ein so genanntes Kommunikationskasino, in dem Menschen mit und ohne Augenbinde miteinander basteln und knifflige Aufgaben lösen. Das Museum wurde größtenteils finanziert aus der Ausgleichsabgabe von Arbeitgebern, die nicht oder nicht genug Schwerbehinderte beschäftigen.

Dialogmuseum
Hanauer Landstr. 145, 60314 Frankfurt a.M.
Kostenlose Informations-Hotline: (07 00) 44 55 60 00
www.dialogmuseum.de

Keyvan Dahesch  

Reisen

Skandinavien-Reise vom 04. bis 16.07.

Schweden - Norwegen - Finnland

Nur noch wenige Plätze frei

Auskünfte unter
Tel.: (07 11) 37 88 95 oder
0173-6 42 77 72 bzw. unter
E-Mail: hans.mildenberger@web.de

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Im Beruf:

Mit festem Willen zu neuen Perspektiven

Volker Mooz auf dem Weg zurück an den Arbeitsplatz

Plötzlich fällt Volker Mooz eine Kleinigkeit auf. "Momentle ...", erkennt der Württemberger seinen kleinen Fehler beim Fotoshooting und geht zwei Schritte zurück, "... mein Platz isch ja jetzt hier!" Prompt nimmt er am hinteren Sattel des neu angeschafften Tandems Aufstellung für die Kamera: "Vorne lenkt meine Frau!"

Nach einer Hüftoperation und einem anschließenden Verschluss des Sehnervs muss der gelernte Mechanikermeister aus Sulzbach an der Murr seit August 2004 mit zwei Prozent seines einstigen Sehvermögens klarkommen. Damit ist er nahezu blind. Ans Aufgeben denkt er nicht. Um möglichst rasch zu seinem angestammten Arbeitgeber zurückzukehren, erlernt er zur Zeit am Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg die Punktschrift.

In den letzten zwanzig Jahren fuhr Volker Mooz häufig mit dem Fahrrad durch die grünen Sulzbacher Auen zur Arbeit. Mit der hochgradigen Seheinschränkung geht das nicht mehr. "Tandemfahren macht auch Spaß", freut er sich über die fast gleichwertige Alternative. Selbst das geliebte Bergwandern musste der drahtige Sportler stark einschränken. "Ich habe auf Nordic Walking umgestellt", trotzt Volker Mooz auch hier der plötzlich aufgetretenen Behinderung. Dass die erste Zeit sehr schwer war, verschweigt er nicht. "Die Familie ist enorm wichtig", gibt er einen vagen Einblick in sein Seelenleben. Seine vierköpfige Familie zieht allerdings voll mit, unterstützt das Familienoberhaupt, wo immer nötig, und achtet andererseits auch darauf, den sehbehinderten Vater nicht "mit Samthandschuhen" anzufassen.

"Man muss die Situation akzeptieren, das Beste daraus machen", sagt Volker Mooz, der seine Worte bereits wenige Wochen nach dem Schicksalsschlag in die Tat umsetzt. Noch während eines Rehabilitationsaufenthalts im Schwarzwald nimmt er Kontakt mit Engelbert Lohmann, dem zuständigen Fachberater der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, damals noch LVA genannt, auf. Schon Anfang Dezember 2004 findet dann ein gemeinsames Gespräch mit seinem Arbeitgeber, der HES-Präzisionsteile Hermann Erkert GmbH, statt. Erfreuliches Ergebnis: Trotz der beinahen Blindheit zeichnen sich für den ehemaligen Abteilungsleiter der Werkzeugschärferei vielversprechende berufliche Perspektiven ab. "Damals kamen zwei entscheidende Dinge zusammen", erinnert sich Engelbert Lohmann an die Ausgangslage: "Einerseits der unbedingte Wille von Herrn Mooz, möglichst bald zurück in den Beruf zu gehen, andererseits die sehr kooperative Haltung des Arbeitgebers."

"Auf das langjährige Know-how von Herrn Mooz möchten wir auch in Zukunft nicht verzichten", betont Klaus Schittenhelm, der plant, den 47-Jährigen künftig mit der Warenannahme und der Werkzeugausgabe des Automobilzulieferers zu betrauen. Bis es so weit ist, wird Volker Mooz im BFW Würzburg "fit" für seinen neuen Arbeitsplatz gemacht. Die blindentechnische Grundrehabilitation wird rund zwölf Monate dauern. Eine Zeit, in der der gebürtige Württemberger die Punktschrift erlernen wird, EDV-Training erhält und im Rahmen von Praktika mit seinem neuen Arbeitsplatz vertraut gemacht wird. Zudem auch eine Zeit, in der er seine Familie nur alle vierzehn Tage am Wochenende sehen kann.

"Ich bin sicher, dass es Herrn Mooz bei uns in Veitshöchheim gefällt", zeigt sich Simone Schubert, Fachkraft für Sehhilfenerprobung am BFW Würzburg, optimistisch. Sie betreute Volker Mooz bereits während einer zweiwöchigen Abklärung des Anforderungsprofils im BFW. Darüber hinaus nahm sie auch den zukünftigen Arbeitsplatz von Volker Mooz in Augenschein, um eine sinnvolle Ausstattung wie Bildschirmlesegerät oder Computerbraillezeile zu empfehlen. "Zuhause ist ein sehbehinderter oder blinder Mensch ein Einzelfall, hier im BFW Würzburg ist er einer von vielen", erläutert sie die wichtige zwischenmenschliche Funktion der Spezialeinrichtung: "Den BFW-Teilnehmern tut es gut, sich mit anderen Betroffenen über ihre Sehbehinderung auszutauschen und festzustellen 'Ich bin nicht der Einzige"."

Volker Mooz kann fürs Erste zufrieden sein. Durch sein schnelles Handeln, seinen unermüdlichen Optimismus und das nahtlose Zusammenspiel von Deutscher Rentenversicherung Baden-Würrtemberg, Arbeitgeber und BFW Würzburg hat er sich sehr gute berufliche Perspektiven verschafft. Privat stellt ihm seine Frau Barbara, die als Kinderkrankenschwester tätig ist, ein gutes Zeugnis aus. "Volker hat den Haushalt - Sehbehinderung hin oder her - in den letzten Monaten praktisch alleine geschmissen", erzählt sie anerkennend. Auch der Moozsche Tierpark mit zwei Hunden, zwei Laufenten und 21 Hühnern wurde deswegen nicht verkleinert. Lob gibt's abschließend aber auch von Volker Mooz: "Dass meine Familie und mein Arbeitgeber so massiv hinter mir stehen, ist alles andere als selbstverständlich. Das macht mir Mut für die Zukunft." Spricht's, setzt sich auf sein Tandem und radelt mit seiner Frau durch die herrliche Sulzbacher Landschaft davon ...

Marcus Meier  +

Gute Berufschancen im IT-Bereich

Interessenten müssen sich jetzt bewerben

Seit 20 Jahren bildet die Deutsche Blindenstudienanstalt (blista) in Marburg sehbehinderte und blinde Menschen zu Informatikkaufleuten aus. Wie eine jüngste Umfrage zeigt, sind die Berufschancen der Absolventen nach wie vor gut.

Für den nächsten Ausbildungskurs, der am 1.9.2006 beginnt, stehen insgesamt 7 Plätze zur Verfügung. Bewerber, die sich für diese dreijährige Ausbildung interessieren, benötigen einen guten mittleren Bildungsabschluss und ein besonderes Interesse an moderner Informations- und Kommunikationstechnik. Eine weitere Voraussetzung ist die Teilnahme an der Arbeitserprobung vom 10.4. bis 13.4.2006. Der zuständige Kostenträger für die Arbeitserprobung und die Ausbildung ist in der Regel die örtliche Agentur für Arbeit. Da es unter Umständen mehrere Wochen dauern kann, bis eine Kostenzusage erfolgt, sollten sich Interessierte umgehend an ihren zuständigen Kostenträger wenden und sich mit dem Ausbildungsbetrieb in Verbindung setzen.

Kontakt:
Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. (blista)
IK-Ausbildung, Rainer Datzer
Postfach 1160
35001 Marburg
Tel.: (0 64 21) 1 21 39
E-Mail: datzer@blista.de

Weitere Informationen zur Ausbildung unter www.blista.de/ausbildung .

E-Learning-Methoden wollen erlernt sein

Das neueste EU-Projekt, an dem das BFW Düren beteiligt ist, "E-Learning für visuell geschädigte Personen", abgekürzt E-Learn-ViP", ließ sich der Staatsekretär im Bundesbildungs- und Forschungsministerium, Thomas Rachel, bei seinem ersten offiziellen Termin in der neuen Funktion im Berufsförderungswerk von Geschäftsführer Dr. Hans Zeißig und dem Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung, Jürgen Hüllen, demonstrieren.

Seit ihrer Gründung 1998 hat die Abteilung Forschung und Entwicklung bereits 14 Projekte, darunter sechs im Auftrag der Europäischen Union, durchgeführt. Beim jetzigen Projekt in Kooperation mit Blindenbildungseinrichtungen in Halle, in Espoo/Finnland, Graz/Österreich, Hellerup/Dänemark, Angers/Frankreich und Appeldoorn/Niederlande geht es darum, blinden und sehbehinderten Menschen barrierefrei den Umgang und das Lernen mit digitalen Medien zu ermöglichen. Bei der Umsetzung wird auf Methoden-Mix gesetzt: Präsenzunterricht, Teleteaching, Teletutoring und Telekooperation ergänzen sich.

Die gewonnenen Erkenntnisse sind in einer Datenbank erfasst und werden Interessenten zugänglich gemacht. "Wir wollen insbesondere die Hilflosigkeit der Hersteller beseitigen helfen", betonte Jürgen Hüllen in der Projektpräsentation. Gleichzeitig sieht Hüllen die Chance der Anbietung von E-Learn-Kursen für den Personenkreis der blinden und sehbehinderten Menschen durch Bildungsträger und -einrichtungen wie auch die Möglichkeit, die Beratungen der Selbsthilfeorganisationen auf breitere Basis zu stellen.

Zum Ende des Projektes im August 2006 werden die Ergebnisse zusammen getragen und in vier Sprachen veröffentlicht. "In der Kooperation der sieben Einrichtungen in sechs europäischen Ländern ist ein weiterer Schritt getan, einheitlich in Europa den sehbehinderten Menschen nachhaltig bei der Integration in Beruf und Gesellschaft zu helfen", lobte Staatsekretär Rachel die Forschungsarbeit im BFW Düren.

Vom 6. bis 8.10.2005 war das Berufsförderungswerk Halle/Saale Gastgeber für den zweiten Workshop im Rahmen des Projektes.

Auf der Hallenser Konferenz verständigten sich die Projektpartner darüber, das Bewertungssystem auch für andere Nutzergruppen aus dem Behindertenbereich zu öffnen.

Dies ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Schaffung eines offenen, interdisziplinären Konsortiums für Barrierefreiheit von E-Learning-Produkten.

Bildunterschrift: Herr Jens Gafke (r.) BFW Halle, erläutert Krista Hanski (l.) vom Arla-Institut in Finnland und Dennis van der Heijden (M.) von Visio aus den Niederlanden den barrierefreien Zugriff auf ein Lernsystem.

Metallausbildung faszinierte am meisten

Schüler der 8. Klasse der Würzburger Dr.-Karl-Kroiß-Schule für Hörgeschädigte informierten sich im BFW Würzburg über berufliche Perspektiven für behinderte Menschen. Der Rundgang beinhaltete Hospitationen bei angehenden Informatikkaufleuten, Kaufleuten im Gesundheitswesen und in der gewerblich-technischen Qualifizierung. "Besonders die Ausbildung im gewerblich-technischen Bereich, also den Metallberufen, hat unsere Schüler beeindruckt", betonen die beiden begleitenden Lehrer Eduard Rambacher und Peter Reich. Zudem ergeben sich, so die Erfahrung des BFW, nach der Metallausbildung sehr gute Berufschancen.

Marcus Meier  

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Rechtsauskunft:

Zum so genannten "Hausarztvertrag"

Zu diesem Thema äußert sich DBSV-Rechtsreferent Karl Thomas Drerup in den Mitteilungen der DBSV-Rechtsabteilung wie folgt:

Seit Inkrafttreten der §§ 140a ff SGB V am 1.1.2000 haben die gesetzlichen Krankenkassen die Möglichkeit, ihren Versicherten Verträge über eine "integrierte Versorgung" anzubieten. Im Kommentar von Peters heißt es dazu: "Integrierte Versorgung (ist eine) für den Versicherten freiwillige Versorgungsform, die (...) die bisher scharfe Trennung zwischen der ambulanten und der stationären Versorgung gezielt durchbrechen soll, um die Voraussetzungen für eine stärker an den Versorgungsbedürfnissen des Patienten orientierte Behandlung zu verbessern. Von der Kooperation zwischen Haus- und Fachärzten, zwischen ärztlichen und nichtärztlichen Leistungserbringern sowie zwischen dem ambulanten und dem stationären Bereich unter gebührender Berücksichtigung der medizinischen Rehabilitation erwartet der Gesetzgeber nicht nur eine Aktivierung von Produktionsfortschritten im Rahmen der vertragsärztlichen, sondern vor allem - speziell durch Vermeidung von Doppeluntersuchungen - auch die Mobilisierung von Einsparmöglichkeiten bzw. Wirtschaftlichkeitsreserven."

Vereinfacht gesagt: Der Patient geht nicht mehr zu einzelnen Ärzten, sondern zu einem Ärztezentrum oder zumindest zu einem vertraglich verbundenen Kollektiv von Ärzten und anderen Leistungserbringern. Der Patient verpflichtet sich - freiwillig -, sich ausschließlich von diesem Kollektiv ärztlich versorgen zu lassen und erhält als Gegenleistung Vergünstigungen bei den Zuzahlungen.

Ein paar Jahre später ist man auf die Idee gekommen, dass man dieselben Ziele zumindest teilweise auch auf eine etwas einfachere Weise erreichen kann: Mit dem ab 1.1.2004 geltenden § 73b SGB V wurde den Krankenkassen die Möglichkeit eröffnet, ihren Versicherten Verträge über eine "hausarztzentrierte Versorgung" anzubieten. Darin kann sich der Versicherte - freiwillig - auf mindestens 1 Jahr verpflichten, für jede medizinische Leistung, wenn es nicht gerade ein Notfall ist, erst einen bestimmten vertraglich festgelegten Hausarzt aufzusuchen, der dann erforderlichenfalls den Patienten an den richtigen Facharzt überweist. Der Hausarzt wiederum verpflichtet sich gegenüber der Krankenkasse, eine ganze Reihe bestimmter Voraussetzungen zu erfüllen, die ich hier nicht darstellen kann.

Mit dem Angebot solcher Verträge nach § 73b SGB V hat sich vor allem die Barmer Ersatzkasse (BEK) als Vorreiter profiliert. Sie hat laut eigenen Angaben bis Dezember 2005 bereits 1,4 Millionen Barmer-Versicherte für den von ihr angebotenen Hausarztvertrag gewonnen. Aber was haben diese 1,4 Millionen Versicherten da unterschrieben?

Der Vertrag der BEK sieht Folgendes vor:

Auf der einen Seite braucht der Versicherte die Praxisgebühr nur einmal im Jahr zu entrichten. Er spart also, wenn er in jedem Quartal ärztliche Leistungen in Anspruch nimmt, im Höchstfall 30 Euro im Jahr.

Auf der anderen Seite steht: "Sie geben die Wahlfreiheit ihres Arztes auf und müssen künftig immer erst Ihren Hausarzt aufsuchen (Ausnahme: Augenarzt, Gynäkologe). Dieser entscheidet dann über die weiteren einzuleitenden Maßnahmen."

Darüber hinaus hat der Versicherte die folgenden "drei Einsparmaßnahmen" hinzunehmen:

  1. Optimierung des indikationsbezogenen Heilmitteleinsatzes,
  2. Reduktion der Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalls bei teilnehmenden Versicherten,
  3. Reduktion der Heilmittelverordnungen insbesondere bei Maßnahmen der Physikalischen Therapie im Hinblick auf den Einsatz von passiven Hilfsmitteln, Vereinbarung von Empfehlungslisten mit dem Ziel, den Vorrang aktiver vor passiver Heilmittel umzusetzen; hierbei kommt in geeigneten Fällen eine stärkere Wahrnehmung von eigenverantwortlichen Maßnahmen zum Tragen.

Was bedeutet das? Der Hausarzt, zu dem der Versicherte geht, hat sich gegenüber der BEK verpflichtet, Heilmittel nur noch sehr zurückhaltend zu verordnen, und so genannte passive Heilmittel wie Massagen und Warmpackungen am besten erst gar nicht. (Dies wird oben in der Nr. 3 angesprochen). "Optimierung" \ des Heilmitteleinsatzes (Nr. 1) heißt dann, dass des Heilmitteleinsatzes (Nr.1) heißt dann, dass die wenigen dann noch verordneten Heilmittel besser aufeinander abgestimmt werden.

"Reduktion der Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalls" (Nr. 2) bedeutet, dass bei Patienten, die eigentlich über das übliche Maß hinaus Heilmittel bräuchten - dies kann insbesondere bei älteren Patienten der Fall sein, dieser Sonderbedarf nicht mehr berücksichtigt wird. So jedenfalls verstehe ich die Erläuterungen, die BEK zu ihren "drei Einsparmaßnahmen" gibt.

Mit diesen Einsparmaßnahmen tritt die BEK den Leistungsanbietern im Bereich der Physikalischen Therapie, insbesondere den Masseuren (und natürlich auch unseren blinden Masseuren) heftig auf die Zehen.

Der Berufsverband VPT ist deshalb mit Handblättern, in denen sie von den BEK-Verträgen abrät, zum Gegenangriff übergegangen. Wie es scheint, nicht mit großem Erfolg. Was hat die 1,4 Millionen Versicherten bewogen, den Vertrag zu unterschreiben?

Gewiss unterschiedliche Gründe: Es gibt Versicherte, die so knapp bei Kasse sind, dass sie den Nachlass von 30 Euro im Jahr, auch wenn es nicht viel ist, sich nicht entgehen lassen wollen, ferner solche, die bei solchen Angeboten wie unter Zwang handeln und die sich beispielsweise auch auf Steuerersparnisse stürzen, selbst wenn sie dafür unnütz Geld ausgeben müssen.

Nicht auszuschließen ist, dass es unter den Versicherten auch Idealisten gibt, die den Vertrag unterschrieben haben, um zur Senkung der Ausgaben der Krankenversicherung beizutragen. Die meisten aber, so schätze ich, gehen den Vertrag nur deshalb ein, weil sie es so haben wollen wie früher, als der Gang zum Arzt nicht mit dem Griff ins Portemonnaie verbunden war.

Das ist alles verständlich. Aber der Vorgang hinterlässt bei objektiver Betrachtung keinen guten Beigeschmack. Die Verordnung von Heilmitteln ist nämlich schon längst bis ins Kleinste hinein und unter strenger Beachtung der Wirtschaftlichkeit in den vom Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen beschlossenen Heilmittel-Richtlinien geregelt.

Die BEK-Vertragsbedingungen aber, und darauf weist der VPT mit Recht hin, untergraben diese Heilmittel-Richtlinien bzw. stellen sie in Frage.

Darüber hinaus, so meine Auffassung, war es auch nicht die Absicht des Gesetzgebers, über das Mittel der neuen Verträge und somit durch die Hintertür die bestehenden gesetzlichen Leistungsansprüche zu verringern. In § 140b Abs.3 SGB V heißt es ausdrücklich: "Die Vertragspartner haben die Erfüllung der Leistungsansprüche der Versicherten nach den §§ 2 und 11 bis 62 in dem Maße zu gewährleisten, zu dem die Leistungserbringer nach diesem Kapitel verpflichtet sind." - also auch zu den Heilmittel-Leistungen gemäß § 32 SGB V.

Dass es auch anders geht, belegt der im Internet unter www.aok-gesundheitspartner.de zugängliche Hausarztvertrag der AOK Bayern, der die in den BEK-Verträgen enthaltenen Einschränkungen nicht vorsieht. Es sei deshalb allen Versicherten geraten, einen Hausarztvertrag nur dann zu unterschreiben, wenn sie sicher sind, dass sie weder sich noch anderen damit Nachteile bescheren.

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