Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.

Die Gegenwart 03 / 02 mit ausgewählten Beiträgen

Editorial:
Die "Gegenwart" lässt grüßen

DBSV-Nachrichten:

In Kürze

Ausstellung:
Der (im-)perfekte Mensch

Haushalt:
Humor statt Frust - Edgar, der Fleischklopfer

Rechtsauskunft:

Sport:

Aus aller Welt:
Mosaik

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Editorial:

Die "Gegenwart" lässt grüßen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die "Familie" der "Gegenwart"-Leser ist eine gut informierte Gemeinschaft. Egal, wo der einzelne wohnt, die "Gegenwart" kommt immer an. Sie, liebe Leserinnen und Leser, wissen das zu schätzen, denn Sie können mitreden, wenn es um aktuelle Fragen in der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe geht, Sie erfahren aus erster Hand etwas über wichtige rechtliche Regelungen, haben teil an den Erfahrungen anderer und sind bestens informiert über Fortbildungs- und Urlaubsangebote, über neue Medien, über Produkte der Hilfsmittelfirmen und können über manche "Unterwegs"-Geschichte schmunzeln.
Noch immer kennen zu wenige Mitglieder von Landesvereinen bzw. blinde und sehbehinderte Menschen, die in keinem Verein sind, geschweige denn deren Angehörige die "Gegenwart". Das soll sich ändern durch gezielte Information und Werbung sowie durch eine noch vielseitigere Gestaltung unserer Zeitschrift. Und ein wenig können auch Sie dazu beitragen.
Ich habe immer wieder festgestellt, dass selbst langjährige Mitglieder in DBSV-Landesvereinen noch nie auf die "Gegenwart" aufmerksam gemacht worden sind. Nachdem Sie dann ein Probeexemplar erhalten hatten, wurden sie Abonnenten, und nicht wenige schrieben der Redaktion, dass sie die "Gegenwart" nun nicht mehr missen möchten. Das freut uns natürlich sehr.
Werben Sie in Ihrem Bekanntenkreis, bei Vereinstreffen und bei jeder passenden Gelegenheit für die "Gegenwart". Erzählen Sie anderen, was Ihnen in unserem Magazin am besten gefällt. Begeistern Sie andere für das DBSV-Verbandsorgan, so dass neue Interessenten ein kostenloses Probeexemplar anfordern.
In dieser und in den nächsten Heften der Schwarzdruck-Ausgabe werden Bestellkarten eingeheftet sein, die die DBSV-Landesvereine und Einrichtungen im Blinden- und Sehbehindertenwesens auch separat erhalten. Das Postkarten-Motiv ist ein Haus mit vielen Fenstern. Hinter einem wohnt ein gut informierter Abonnent der "Gegenwart". Es grüßt
Ihr Dr. Thomas Nicolai
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DBSV-Nachrichten:

Verbandstag mit Vorzeichen

Der Verbandstag des DBSV findet vom 19. bis 22. Juni diesen Jahres in Bonn statt, Die "Gegenwart" sprach mit dem Leiter der AG zur Vorbereitung, Herrn Gustav Doubrava:
Ein Verbandstag mit besonderen Vorzeichen?
Ja, das kann man schon sagen. Der diesjährige Verbandstag ist der erste nach dem Aufbruch-Signal 1998, als vieles angestoßen wurde. Und jetzt gilt es natürlich auch zu berichten und vorzustellen, was aus den Anregungen geworden ist. Ich sage nur Leitbild, Grundsatzprogramm. Zudem ist unsere Zeit sehr schnelllebig, die Dinge sind im Fluss; es entwickelt sich vielen; es gibt also mit Sicherheit viel zu besprechen, zu überdenken und vielleicht auch neue Anregungen zu bekommen. Beim Verbandstag ist viel Sachverstand beieinander, die Delegierten aus den Landesvereinen und die Vertreter der Korrespondierenden Mitglieder, die sich beteiligen; alle stehen in der praktischen Arbeit und bringen viel Erfahrung mit. Das ist ein Potential, das man auf jeden Fall alle vier Jahre nutzen sollte. Wenn beim Verbandstag dieses Potential nicht ohnehin zusammen käme, müsste man es extra gezielt "zusammentrommeln".
Diese Kompetenz wird sich ja auch in Arbeitsgruppen wiederfinden. Um welche Schwerpunktthemen geht es im Einzelnen?
Wir haben die vier Themen, die vom Vorstand grob vorgegeben waren, ein bisschen modifiziert. Das erste Thema ist "Die Eigenständigkeit und die Vernetzung von Verbänden", das wird Hans-Werner Lange aus Hannover moderieren. Dabei geht es natürlich um die Diskussion, wie eigenständig ist man heute in der pluralistischen Verbandslandschaft und welche Vor- oder Nachteile hat Vernetzung?
Das zweite Thema ist "Rehabilitation zur Bewältigung des Alltags - eine neue Chance?". Hier geht es um die Möglichkeiten, die sich auftun mit dem Sozialgesetzbuch IX. Im weiteren Sinne geht es natürlich auch um die Fortführung der Seniorenarbeit; Moderation Dr. Alfred Preuße.
"Der DBSV in Europa; unsere Ziele, unser Beitrag", so lautet das dritte Thema. Hier geht es also um die Beziehungen zur Europäischen Blindenunion, das Umfeld EU. Hier muss man die Position bestimmen, die wir haben und die wir haben wollen, Moderation Wolfgang Angermann.
Sicher auch etwas im Vorfeld des Europäischen Jahres der Behinderten...
Das ist ein Unterpunkt dieses Themenkreises, wie wir diese Chance auch nutzen und uns daran beteiligen können.
Das vierte Thema ist "Erziehung und Bildung - nicht ohne uns". Hier geht es um schulische Themen, aber insbesondere um unsere Rolle als Interessenvertretung gegenüber den Bildungseinrichtungen und der Politik; auch als Unterstützung für Eltern und Schüler gedacht. Die Moderation hat Renate Reymann.
Beim Verbandstag können die Delegierten intensiv über diese vier Themen diskutieren. Wie kann sich jeder Einzelne, auch wenn er im Juni nicht in Bonn dabei sein kann, mit diesem Stoff auseinander setzen?
Alle Leser und Hörer der "Gegenwart" sind - wie vor vier Jahren - aufgerufen, sich bei Interesse an diesen Themen zu beteiligen, indem sie an die Redaktion schreiben.
In den Ausgaben April und Mai werden die Moderatoren ihre Themen noch detaillierter darstellen.
Alle Zuschriften, die bis Ende Mai vorliegen, gehen dann in die jeweiligen Arbeitsgruppen mit ein...
Das ist eine Chance, die alle haben, denn wir wollen ja möglichst breit diskutieren, und unsere Meinungsbildung soll auf möglichst breiter Basis stehen.
Vielen Dank an Gustav Doubrava, und an Sie, liebe Leserinnen und Leser, der Aufruf: Schreiben Sie Ihre Meinung an die Redaktion "Die Gegenwart", Rungestr. 19, 10179 Berlin; Fax: (0 30) 28 53 87-20, E-Mail: gegenwart@dbsv.org.
(Das Telefoninterview führte Dr. Thomas Nicolai; Kassetten-Ausgabe Originalton.)

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DBSV-Vorstand tagte

Von Thomas Krieger
Auf der ersten Sitzung des DBSV-Vorstandes im neuen Jahr war der Präsident gleichzeitig Gastgeber. Denn man tagte in den Räumlichkeiten des Blindenhilfswerkes Berlin, dessen Geschäftsführer Jürgen Lubnau ist. Konzentriert machten sich die neun Vorstandsmitglieder an die Arbeit und behandelten die 20 Tagesordnungspunkte in rund 7 Sitzungsstunden. Ausführlichster Besprechungspunkt war auch dieses Mal der Stand des Behindertengleichstellungsgesetzes. Der Gesetzentwurf, mit dem der DBSV im Großen und Ganzen zufrieden ist, liegt nach der Verabschiedung durch den Bundestag jetzt den Ländern im Bundesrat zur Zustimmung vor. Besonders das für den DBSV so wichtige Verbandsklagerecht wird dabei voraussichtlich noch einmal heiß diskutiert werden. Der Vorstand beschloss, die Landesverbände zu bitten, mit ihren Landesregierungen das Gespräch zu suchen und auf eine Beibehaltung oder Verbesserung der für Blinde und Sehbehinderte wichtigen Punkte zu drängen.
Doch auch die weniger politischen Punkte der Tagesordnung fanden große Aufmerksamkeit. Herr Müller machte darauf aufmerksam, dass das Deutsche Blindenbildungswerk (DBBW) vom 01. bis 03. März seinen 30. Geburtstag feiert und einige Feierlichkeiten stattfinden werden. Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit wurde beschlossen, ab diesem Jahr jährlich an der Düsseldorfer Messe für Rehabilitation (RehaCare) teilzunehmen. Zudem wurde entschieden, noch dieses Jahr den aus dem Jahr 1986 stammenden Informationsfilm "Blinde im Beruf" in Form einer DVD und unter Einbeziehung der Arbeitsplatzmöglichkeiten für Sehbehinderte neu zu produzieren.
Für Aufregung sorgte Hans Kaltwasser, DBSV-Referent für internationale Beziehungen, der kurz vor der Vorstandssitzung einen Hinweis bekommen hatte, dass in Italien und Spanien falsch geprägte Euro-Münzen aufgetaucht seien, die Blinden und Sehbehinderten den Umgang mit dem neuen Geld schwer machen könnten. So seien in Italien 20-Cent-Stücke im Umlauf, die keine Ränderung aufwiesen, und in Spanien 2 Euro-Stücke, die dünner und leichter seien als von den Euro-Mitgliedsstaaten vereinbart. Der Vorstand beschloss, die Partnerverbände in Italien und Spanien zu diesem Sachverhalt zu befragen, um gegebenenfalls gemeinsam bei den Ländern Italien und Spanien sowie bei der Europäischen Zentralbank die festgelegten Standards einzufordern.
Als Gäste referierten Martina Wiemers von der Hörfilm gGmbH und Adolf Jänchen vom Ostdeutschen Blindenzentrum. Frau Wiemers konnte sehr erfolgreiche Zahlen von der Entwicklung des Hörfilms im Jahr 2001 vermelden. So stieg die Zahl der Sendetermine von 150 im Jahr 2000 auf 223 im letzten Jahr . Einen großen Schritt vorwärts gekommen im Jahr 2001 ist auch Herr Jänchen. Für das geplante Blinden- und Sehbehindertenzentrum in Berlin-Hirschgarten ist der Bauantrag genehmigt worden. Jetzt gilt es, die letzten Fragen der Finanzierung zu klären, bevor der erste Spatenstich gesetzt werden kann. Einen schönen Abschluss der Vorstandssitzung bildete der Punkt "Verschiedenes". Hier wurde noch einmal dem langjährigen Leiter der Koordinationsstelle der Fachgruppen für Industrie und Handwerker, Herrn Hubert Pützfeld, für seinen unermüdlichen Einsatz persönlich gedankt.

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In Kürze:

Reliefs und Punktschrift auf der Buchmesse

Vom 21. bis 24. März findet die Leipziger Buchmesse statt. Auch dieses Jahr wird die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) mit einem Stand vertreten sein, günstig gelegen in Halle 3 neben den großen Hörbuchverlagen und dem Hörbuchcafè. Zu sehen sein werden Neuerscheinungen und besondere Editionen wie Europaatlas und Reliefbücher. Ein Schwerpunkt ist die Präsentation von Hörbuch- und Punktschrifttiteln des kürzlich verstorbenen Schriftstellers Stefan Heym. Mit Lesungen aus einem Blindenschrifttitel und der Möglichkeit, das Schreiben auf einer Blindenschriftmaschine selbst zu probieren, soll es gelingen, das Publikum auf den Stand aufmerksam zu machen. Nähere Informationen, zum Beispiel die genaue Standnummer, unter Tel.: (03 41) 71 13-115 oder auf den Internetseiten www.dzb.de

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DZB: Tage der offenen Tür

Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) lädt für den 14.05 zu einem Tag der offenen Tür ein. Von 10 bis 17 Uhr ist Gelegenheit, bei Führungen die Produktions- und Servicebereiche des Hauses kennen zu lernen. Dieser Tag ist vor allem für größere Gruppen und Nichtberufstätige gedacht. Es wird einen 2. Tag der offenen Tür an einem Samstag im September geben. Anmeldungen sind erwünscht unter Tel.: (03 41) 71 13-148.
Bild: In den Räumen der DZB Leipzig.

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Modenschau in Koblenz

Die Frauengruppe im Landesblindenverband Rheinland-Pfalz e. V. lädt ein zu
einer Modenschau. Sie findet statt am Samstag, den 20.04. im Mode- und
Textilhaus Pollack in Koblenz. Beginn ist um 10.00 Uhr.
Nähere Informationen bei Klaudia Kohlmann; Tel: (0 26 31) 5 38 88.

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Molly Sweeney - Ein Theaterstück

Nach einer Fallstudie des amerikanischen Neurologen und Bestsellerautors Oliver Sacks greift der Autor Brian Friel eine jener rätselhaften Biographien auf. Friels Titelheldin Molly ist in frühester Kindheit erblindet. Für ihren Ehemann Frank, dessen Leben aus einer Kette gescheiterter Unternehmungen besteht, und für den auf der Karriereleiter abgestürzten Augenarzt Rice ist Mollys Fall eine Herausforderung ihres Ehrgeizes. Molly unterzieht sich bei Rice einer Augenoperation. Sie kann wieder sehen.
Til Ufers Inszenierung konzentriert sich auf das Wesentliche des Frielschen Dramas, die Sprache. In drei Monologen, die sich in wenigen Momenten berühren, entsteht eine Geschichte, die sich mit der brüchigen Grenze von Norm und Normalität auseinandersetzt.
Spieltermine im März: 01., 02., 03., 15., 17., April: 27. und 28.04. jeweils 20.00 Uhr im Freies Werkstatt Theater, Zugweg 10, 50677 Köln; Tel.: (02 21) 32 78 17.
Bild: Szenenbild aus "Molly Sweeney".

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Frauenseminar in Osterode

Vom 03. bis 06.10. findet im Aura-Hotel "Hermann Schimpf" in Osterode das offene Frauenseminar des DBSV statt. Einige interessante Referate stehen auch diesmal auf dem Programm wie z. B. Das Recht auf Unvollkommenheit, Was können wir durch unsere Hände wahrnehmen, Kinder trotz Blindheit oder Sehbehinderung. Anmeldeschluss ist der 30. 08. Anmeldungen sind an den jeweiligen Landesverein zu richten.

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Orientierungsphase der Universität Karlsruhe

Vom 27. bis 29.05. bietet die Universität Karlsruhe eine Orientierungsphase des Studienzentrums zum Thema Sehgeschädigt - Abitur: Was Nun? an. Das gesamte Programm ist im Internet unter http://szswww.ira.uka.de zu entnehmen. Weitere Informationen bei Ludger Hamann, Tel.: (07 21) 6 08 48 88.
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Punkt-Spiele: Theaterfestival für Blinde

Im November 2002 soll in Marburg Deutschlands erstes Theater-Festival für Sehbehinderte und Blinde stattfinden. Mit 6.000 Euro fördert der Kulturfonds der Stadt Marburg das Vorhaben.
Unter dem Titel "Punkt-Spiele" möchte die Deutsche Blindenstudienanstalt (BliStA) ein internationales Blinden-Theaterfestival durchführen. Karin Winkelsträter, Lehrerin an der Carl-Strehl-Schule (CSS), möchte dazu Theatergruppen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch aus Spanien und anderen europäischen Ländern einladen. Lesungen sollen ebenfalls im Programm angeboten werden. Beteiligen sollen sich an dem Festival Akteure mit Sehbeeinträchtigungen.
Nachdem beim Europäischen Integrativen Tanz- und Theaterfestival EUCREA Ende November 2001 fast alle Vorstellungen ausverkauft waren, möchte das städtische Kulturamt mit den "Punkt-Spielen" an diesen Erfolg anknüpfen.
 

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Fortbildung für Masseure und Physiotherapeuten

Das Frühjahrstreffen aller interessierten Masseure und Physiotherapeuten in Sachsen findet am 06.04. in Chemnitz zum Thema "Rückenschule"
Fortbildungsmöglichkeiten für Masseure in der Bewegungstherapie (Veranstaltung des VPT) gibt es ab November 2002 in Dresden.
Interessenten wenden sich bitte bis spätestens 22.3.2002 an Romy Sommer, Tel.
(03 52 43) 5 19 50.
Ein Kurs für "Konservative Bandscheibenbehandlung nach Mekenzi" soll in der Fachschule Chemnitz organisiert werden. Nähere Informationen bei Olaf Schmidt (Fachgruppenleiter in Sachsen; Tel.: (0 37 24) 32 25.

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Förderpreis des DBHW

Für das Jahr 2002 ist - wie berichtet - vom Deutschen Blindenhilfswerk ein Förderpreis für Engagement im Bereich "Blinde Menschen und Mobilität" ausgeschrieben. Der Bewerbungszeitraum wurde verlängert und ist jetzt der 31.03.
Nähere Informationen erteilt das DBHW, Tel.: (02 03) 35 53 77.

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Qigong-Kurs

Der im Haus der Stiftung Blindenanstalt Frankfurt am Main stattfindende Kurs, der in der Februar-Ausgabe der "Gegenwart" angekündigt worden ist, beginnt am 04. April.
Nähere Informationen bei Monika Preuß; Tel.: (0 61 74) 20 94 67.

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Informationspool

INCOBS - Informationspool Computerhilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte - informiert über elektronische Hilfen für die Arbeitsplatzausstattung. Im Internet bekommen Anwender und Berater nützliche Hilfen für die Auswahl geeigneter Produkte. Unter www.incobs.de findet man:
* Aktuelle Marktübersichten und Produktbeschreibungen
* Ergebnisse vergleichender Produkttests
* Tipps und Checklisten "Auf was zu achten ist"
* Informationen zur Arbeitsplatzausstattung
* wichtige Adressen und Ansprechpartner
Basis der Angaben sind Gebrauchstauglichkeitstests der gängigen Soft- und Hardwarelösungen. In praktischen Tests ermittelt INCOBS die Zugänglichkeit wichtiger Anwendungsprogramme, z.B. Word und Excel, sowie die Bedienbarkeit und Ergonomie von Hilfsmitteln. Wichtige Tipps und Hinweise werden zudem aus Anwendererfahrungen und Experteninterviews gewonnen.
In Vorbereitung sind zur Zeit die Testreihen Webtools und Bildschirmlesegeräte.
INCOBS wird von der DIAS GmbH, Hamburg, in Zusammenarbeit mit Experten, Anbietern und Anwendern aufgebaut. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung zunächst bis Ende 2003 gefördert.
Nähere Intormationen unter Tel.: (0 40) 43 18 75-0,
Internet: www.incobs.de

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www.planetenlehrpfad-marburg.de

"Man muss die Sonne auf die Erde herunterholen, damit man sie betasten kann", erklärt Hans Junker. Im September 1995 hatte der Lehrer an der Carl-Strehl-Schule (CSS) in Marburg genau das getan: Seitdem verläuft Deutschlands erster blindengerechter Planetenlehrpfad in Nord-Süd-Richtung durch Marburg. Jetzt kann man diese - im wahrsten Sinne - handgreifliche Darstellung des Sonnensystems auch im Internet finden. Bei einer Pressekonferenz stellten Hans Junker und Wolfgang Ruhland in der Deutschen Blindenstudienanstalt (BliStA) die neue Webseite www.planetenlehrpfad-marburg.de vor.
Ruhland, Webdesigner bei der Firma Marburg-Internet, hat alle wichtigen Informationen zum Lehrpfad und zum Thema Astronomie in einer blindengerechten Textversion und einer - mit vielen Bildeffekten garnierten - Frames-Version ins Netz gestellt. Wer die Himmelskörper betrachtet und die beigefügten Angaben aufmerksam gelesen hat, kann anschließend bei einem Quiz ein Hörbuch gewinnen.
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Weißer Ring in Braille-Schrift

Die bundesweite Opferschutz-Organisation informiert blinde und sehbehinderte Menschen jetzt in Braille-Schrift. Das Info-Blatt stellt den Verein kurz vor und gibt einen Überblick über seine wichtigsten Leistungen für Kriminalitätsopfer und ihre Familien. Bundesweites Infotelefon (0 18 03) 34 34 34.

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Berlinale-Kassette

Eine Sonderausgabe der Berliner Hörmagazine "Anstöße" und "Auslese" informiert über Filme, die während der 52. Internationalen Filmfestspiele Premiere haben. Die Kassette ist 90 Minuten lang und kostet 2,50 Euro. Zu bestellen beim Arbeitskreis Kultur & Selbsthilfe Sehgeschädigter und ihrer Freunde, Postfach 21 05 40, 10505 Berlin, Tel.: (0 30) 3 45 18 28.

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Freundinnen - Hörmagazin für die informierte Frau

Beruf und Familie, Küche und Karriere; wie in den Frauenmagazinen am Kiosk
geht auch die Hörzeitschrift "Freundinnen" weit
über die Themen Mode und Haushalt hinaus. Beruf
und Gesundheit, Liebe und Politik sind ebenso
beliebte Themen. Außerdem gibt das Magazin seinen
Hörerinnen ein Forum zum Gedankenaustausch. Eine
Probekassette kann ausgeliehen werden bei der
Aktion Tonband-Zeitung für Blinde e.V., Postfach
1421, 37603 Holzminden; Tel.: (0 55 31) 71 53.

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Verlagsangebot des VzFB

Das Pferd - Verstehen und reiten lernen
Ein Buch für blinde Pferdefreunde und Reitlehrer, die blinde Reiter ausbilden. Erhältlich in Punktschrift (reformierte Voll- und Kurzschrift) und Schwarzschrift beim
Verein zur Förderung der Blindenbildung gegr. 1876 e. V., Bestellservice (0 18 02) 25 83 12 (für 0,06 Euro pro Anruf); Onlineshop im Internet: www.vzfb.de.

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BIT-Tipp

"Rätsel-Kalender 2000 - auszugsweise"
Erschienen bei Bassermann, 2000.
Es werden zuerst alle waagerechten und alle senkrechten Suchbegriffe angesagt. Die nicht besetzten Felder werden angegeben.

Mennes, Rudi:
"Square Dancing Deutsch"
Erschienen in Penzing, 1994.
Anleitung zum Squaredance.
(Diese beiden Titel sind auf Hör-Kassette lieferbar.)

Huba, Karl-Heinz:
"Fußball Weltgeschichte"
Erschienen bei Copress, München, 1999.
"Die Geschichte der Weltmeisterschaften", "Die Geschichte der Europameisterschaften".
(Diese beiden Titel sind in Punktschrift erhältlich.)
Nähere Informationen unter Tel.: (0 89) 5 59 88-134.

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DBSV-Jahrbuch auf CD

Einige Exemplare von der CD zum Zuhören sind noch vorhanden.
71 Minuten Information und Unterhaltung, aufgelesen von Carola Ulmer und Karlheinz Gabor in der Süddeutschen Blindenhör- und Punktschrift-Bücherei Stuttgart. Die Jahrbuch-CD ist zu haben beim DBSV-Referat Öffentlichkeitsarbeit, Rungestr. 19, 10179 Berlin; Tel.: (0 30) 28 53 87-0. Sie wird für 3 Euro zzgl. Versandkosten abgegeben.

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Ausstellung:

Der (im-)perfekte Mensch

Vom 16. März bis zum 02. Juni 2002 ist diese Ausstellung, die im vergangenen Jahr mit großer Besucherresonanz in Dresden lief, in zu erleben. Der DBSV ist wiederum mit einem "Verbandskasten" vertreten.
Bei der Berliner Präsentation handelt es sich nicht um eine identische Übernahme, sondern um eine inhaltliche Aktualisierung der Dresdener Ausstellung und eine gestalterische Adaption an die Situation im Martin-Gropius-Bau.
Das Thema "Behinderung" wird in sehr unterschiedlich gestalteten Abteilungen aus kulturhistorischen, sozialen und künstlerischen Blickwinkeln gezeigt. Die dramaturgisch einprägsame museale Inszenierung des Berliner Bühnenbildners und Regisseurs Fred-W. Berndt zeigt "behinderte" Menschen als selbstbewusste Akteure ihres eigenen Schicksals. Interaktive Installationen ermöglichen den Zugang zu ungewohnten Erlebniswelten, historische und aktuelle Objekte zeigen die Traditionslinien der Sicht auf Menschen mit Behinderungen.
Schirmherr der Ausstellung ist Bundespräsident Johannes Rau; er wird die Ausstellung am 15. März 2002 im Berliner Abgeordnetenhaus eröffnen.
Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt nicht in den Bereichen Politik, Gesundheit oder Soziales, vielmehr wird die Kategorie "behindert" als integraler Bestandteil von Kultur interpretiert, als Kehrseite unserer Vorstellungen vom "Normalen" oder "Perfekten". Der historische und aktuelle Umgang mit behinderten Menschen ist Ausgangspunkt und roter Faden einer Auseinandersetzung mit dem herrschenden Begriff von "Normalität" und mit aktuellen und historischen Vorstellungen menschlicher Perfektion.
Die Ausstellung "Der (im-)perfekte Mensch" wird von einem wissenschaftlichen und kulturellen Rahmenprogramm begleitet. Differenzierte museumspädagogische Angebote, insbesondere für Schulklassen, wurden erarbeitet.

Angebote für Besucher mit Behinderungen
Die Gestaltung der Ausstellung und der Einsatz spezifischer Medien sollen Besuchern mit Behinderungen einen weitgehend barrierefreien Zugang ermöglichen:
keine Stufen, Aufzüge, breite Wege.
Die Präsentation von Objekten und Medien berücksichtigt die Sichthöhe von Rollstuhlfahrern. In vielen Ausstellungsabteilungen gibt es Sitzmöglichkeiten.
Blinde und sehbehinderte Besucher können sich anhand von Infoterminals mit tastbaren Plänen und anhand eines taktilen Bodenleitsystems in den Räumen orientieren. Ein besonderes Audioführungssystem vermittelt ihnen nicht nur die Hintergrundinformationen, sondern gibt auch auf plastische Weise die Atmosphäre der Ausstellungsräume, Inszenierungen und Exponate wieder. Wo es von den Leihgebern erlaubt und konservatorisch möglich ist, können Exponate betastet werden. Das Begleitbuch zur Ausstellung, das bereits in Dresden vorlag, wurde mit Bildbeschreibungen auf eine CD aufgesprochen.
Die allgemeine Audioführung, die in maximal neunzig Minuten Hintergrundinformationen anbietet, ist auch für schwerhörige Besucher mit Hörgerät benutzbar. Für gehörlose Besucher sind die audiovisuellen Medieneinspielungen untertitelt und, wo dies möglich war, auch in Gebärdensprache übersetzt. Der Inhalt der Audio-Installationen ist über eine Textversion verfügbar.
Unter Berücksichtigung der Dresdener Erfahrungen und dort erstmalig in der deutschen Museumslandschaft, wurde von der Firma Linon Medien ein umfassendes und differenziertes Audioführungssystem für Menschen mit Behinderungen entwickelt. Neben der allgemeinen Version in deutscher und englischer Sprache steht die oben erwähnte Führung für blinde und sehbehinderte Besucher sowie eine weitere Audioführung in "leichter Sprache" zur verfügbar, das heißt, sie arbeitet mit besonders anschaulichem Vokabular und ganz einfachen Satzstrukturen und beschränkt sich auf die wichtigsten Informationen. Diese Führung sowie die Präsentation der wichtigsten Ausstellungstexte in leichter Sprache und zahlreiche Medien- und interaktive Installationen bieten auch vielen Besuchern mit Lern- oder geistiger Behinderung die Möglichkeit, die Ausstellung ohne Führungspersonal selbständig zu erfahren.
An den Sonn- und Feiertagen um 15 Uhr werden öffentliche Führungen in Gebärdensprache angeboten. Auch Gruppenführungen in Gebärdensprache können telefonisch vereinbart werden: (0 30) 2 54 86-7 77.

Ausstellungsort:
Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, Obergeschoss
Eingang Stresemannstraße (Südeingang), 10963 Berlin (S-Bahnhof Anhalter Bahnhof).
Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch bis Freitag und Sonntag 10-20 Uhr, Samstags 10 bis 22 Uhr, Dienstags geschlossen
Eintrittspreise 5,00 Euro
Ermäßigt 3,50 Euro
Jugendliche unter 12 Jahren haben freien Eintritt.
Im Rahmen der Ausstellung findet jeweils samstags ab 19 Uhr im 1. OG im Martin-Gropius-Bau eine Filmvorführung statt: Eintritt Euro 3,--
Das Begleitbuch zur Ausstellung ist erschienen im Hatje-Cantz Verlag und kostet im Buchhandel und in der Ausstellung Euro 19,80.
Zur Berliner Ausstellung erscheint zusätzlich ein ausführlicher Wegweiser, der im Preis inbegriffen ist.
Informationen und Anmeldung unter (0 30) 2 54 86-7 77
(Rufnummer kann sich noch einmal ändern).
Bild: Der "Verbandskasten" des DBSV.

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Haushalt:

Humor statt Frust
Edgar, der Fleischklopfer

Von Daniela Opitz
Edgar - mein Fleischklopfer - ist ein echter Holzkopf. Dabei hat er ein gutes Leben. Jeden Tag steht er nur da, ruht sich aus und sieht mir zu, wie ich koche und brate. Und wenn mir etwas misslingt, kann ich ihn sogar lachen hören.
Doch an einem Sonntag hatte er nichts mehr zu lachen. Er mußte arbeiten. Als Gewerkschaftsmitglied wies er mich darauf hin, dass Sonntagsarbeit in seinem Berufszweig unzulässig sei. Und das sagte jemand, der die ganze Woche blau macht. Ja, Edgar legte mir ein Attest seines Arztes vor, natürlich eine plumpe Fälschung. Also ergab sich mein Fleischklopfer in sein Schicksal.
Doch kaum hatte ich einen Schlag getan, schleuderte er mir seinen Kopf um die Ohren. In der Hand hielt ich nur noch den Stiel; eine versehentliche Enthauptung.
Wütend nahm ich seinen Holzschädel in die Hand, und er mußte die Schnitzel ohne Stiel klopfen. Ich hatte das Gefühl, Edgar machte es mir extra schwer, um sich zu rächen. Und ich sah ihn höhnisch die Mundwinkel verziehen. Jetzt war er seiner Meinung nach endlich arbeitsunfähig und beantragte Invalidenrente. Ich lehnte aber seinen Antrag ab und leimte seinen Stiel wieder an. Und seitdem streiten wir uns jeden Sonntag, an dem es Schnitzel oder Steaks gibt. Ich klopfe eine Weile, dann fällt er kraftlos auseinander: Rentenantrag, Leim...
Unsere Streitereien werden erst an meinem nächsten Geburtstag ein Ende haben. Dann schicke ich Edgar in den Ruhestand, weil hoffentlich ein engagierter Klopfer auf mich wartet. Vielleicht ist ja doch Verlass auf das Arbeitsamt.

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Rechtsauskunft:

Blindengeldgesetze geändert

In Schleswig-Holstein und in Sachsen wurden die Blindengeldgesetze geändert. Darüber informiert Karl Thomas Drerup in den Mitteilungen der DBSV-Rechtsabteilung 3/2002:

Am 01.01.2002 in Kraft getreten ist die umstrittene Kürzung des Blindengeldes in Schleswig-Holstein. Der erwachsene Blinde erhält jetzt 450 Euro, der Minderjährige 225 Euro. Eine Erhöhung soll erst nach 4 Jahren möglich sein. Der Blinden- und Sehbehindertenverein Schleswig-Holstein, der den Erhalt des Landesblindgeldes durchsetzen konnte - geplant war ursprünglich wie in Bremen dessen Streichung -, hatte sich bis zuletzt intensiv darum bemüht, die Kürzung möglichst klein zu halten.

In Sachsen wurde das Gesetz über die Gewährung eines Landesblindengeldes und anderer Nachteilsausgleiche mit Wirkung ab 1.1.2002 geändert und im Gesetzblatt neu veröffentlicht. Die Änderungen haben ausschließlich Verbesserungen für die Betroffenen zum Gegenstand, worüber man angesichts der bundesweiten negativen Entwicklung in den letzten Jahren ausgesprochen gerne berichtet, auch wenn die Verbesserungen manchem vielleicht als zu bescheiden vorkommen mögen. Immerhin:

Der Entwurf des Landesgesetzes hatte vorgesehen, dass die gesetzliche Definition der Blindheit abweichend von den Bundesgesetzen und abweichend von den Gesetzen in den anderen Bundesländern gekoppelt wird an die vom BMA herausgegebenen "Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit" (AHP). Das hätte bedeutet: Wir hätten dann innerhalb Deutschlands keinen einheitlichen Blindheitsbegriff mehr gehabt. Man muss dazu wissen, dass die Rechtsprechung in der Vergangenheit schon mehrmals Blindheit abweichend von den AHP festgestellt hat, und diese Rechtsprechung hätte dann in Sachsen, und allein dort, nicht mehr gegolten. Der BSV Sachsen konnte die Regierung davon überzeugen, die Regelung nicht in das Gesetz zu übernehmen.

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Hund ist nicht durch Stock ersetzbar

In den Mitteilungen der DBSV-Rechtsabteilung 4/2002 wird eine gutachterliche Stellungnahme zur Erforderlichkeit des Blindenführhundes veröffentlicht, denn es mehren sich die Fälle, in denen Krankenkassen den beantragten Blindenführhund mit der Begründung ablehnen, ein Mobilitätstraining sei eine mögliche Alternative und ausreichend.
Verfasser ist Erwin Roth, Mitglied des DBSV-Vorstandes.
Das Gutachten, welches ausgezeichnete Argumentationshilfen gibt, kann über den jeweiligen Landesverein angefordert werden.

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Sport:

Viel Erfolg in Salt Lake City!

Von Dr. Thomas Nicolai
Bei den Paralympics vom 07. bis 16. März in den USA sind fünf blinde bzw. sehbehinderte Sportler aus Deutschland am Start. Die Leserinnen und Leser der "Gegenwart" drücken ihnen die Daumen:
Längst ist auch bei den Paralympics nicht mehr nur die Teilnahme entscheidend. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hat knallharte Leistungskriterien aufgestellt. Qualifizieren kann sich nur derjenige, der berechtigte Chancen auf eine Medaille nachweist. Der Trainingsaufwand der Aktiven ist ungeheuer hoch. So sind die Paralympioniken im Vorfeld rund 100 Tage bei offiziellen Wettkämpfen und Trainingsmaßnahmen unterwegs. Das Heimtraining kommt noch hinzu.
"In anderen Ländern herrscht zum Teil Professionalismus; der DBS setzt darauf, das Umfeld zu professionalisieren, wenn wir schon nicht wirkliche Profi-Sportler haben", sagt Dr. Karl Quade, Vizepräsident Sport des DBS.
Wir fragten Dr. Quade speziell nach den blinden und sehbehinderten Sportlern...
Es starten fünf Sportlerinnen und Sportler in den verschiedenen Klassen der Blinden und Sehbehinderten: Bei den Vollblinden (BI) sind das Verena und Michael Bentele sowie Wilhelm Brem, dazu kommen Frank Höfle (BII) und Alexander Schwarz (BIII). Alle fünf Sportler starten im Biathlon und in den anderen nordischen Disziplinen.
Für diese Paralympics konnten sich keine Sehgeschädigten im Alpinenbereich qualifizieren.
Wie viele Medaillen werden die fünf Sportler erringen?
Ich sage nichts zu Medaillen. Wir haben sicherlich gute Chancen, gerade bei den Sportlern mit Sehbehinderung, wobei man berücksichtigen muss, dass sie im Biathlon alle auch gegeneinander starten.
Liefen die Vorbereitungen der fünf gemeinsam oder hat sich jeder einzeln präpariert?
Teils teils, natürlich waren sie gemeinsam bei den zentralen Trainingsmaßnahmen, bei Europa- und Weltcup-Rennen. Das Heimtraining wird natürlich auch allein durchgeführt, allerdings auch unterschiedlich von der Quantität.
Generell verwies Dr. Quade bei der Jahrespressekonferenz des DBS auf erste Erfolge bei der Umsetzung des neuen Leistungssportkonzeptes. Er hob das sehr gute Abschneiden der einzelnen Nationalmannschaften im vergangenen Jahr hervor und machte noch einmal deutlich, dass sich die neuen Qualifikationskriterien unmittelbar auf die Nominierung der deutschen Mannschaft bei den Paralympics in Salt Lake City ausgewirkt haben.
Der DBS entsendet 27 Athletinnen und Athleten (13 Alpin und 14 Nordisch und Biathlon), dazu kommen 5 Begleitläufer für sehgeschädigte Sportlerinnen und Sportler und 27 Betreuer (bei den letzten Winter-Paralympics waren 43 Aktive am Start). "Wir haben uns mit dieser Auswahl auf die aussichtsreichsten Spitzensportlerinnen und Spitzensportler aus Deutschland konzentriert. Durch diese Nominierung erreichen wir eine bessere Konzentration der Trainer und Betreuer auf die absoluten Top-Athleten.", begründet Dr. Karl Quade.
Eine Prognose zum Abschneiden der deutschen Mannschaft wollte Dr. Quade nicht abgeben, nachdem in Sydney nicht alle Blütenträume gereift waren und zudem in etlichen Disziplinen im sogenannten Prozentsystem Sportler verschiedener Behinderungsgrade um eine Medaille kämpfen.
ARD und ZDF berichten über die Paralympics jeweils im Wechsel. Die ARD sendet von 10.03 bis 10.30 Uhr. Das ZDF wird in "Sportextra", "Sportstudio" und in "Sportreportagen" zu den jeweiligen Sendezeiten berichten. Die Eröffnungs- sowie die Abschlussveranstaltung sollen live übertragen werden. Im BR gibt es am 17.03. einen 30-minütigen Film zum Abschluss.

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Kegeln

EBU-CUP. Vom 25. bis 29.09. findet im Leopoldshof, Ried 8, St. Wolfgang, Österreich der 3. EBU-CUP im Kegeln für Blinde und Sehbehinderte statt. Anmeldeschluss ist der 31. 08. Weitere Informationen bei Wilfried Schwellnus, Tel.: (0 28 41) 7 12 66.

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Skat

Lehrgang. Vom 17. bis 20.05. finden in der Aura-Pension "Villa Rochsburg" der 4. DBSV-Skatlehrgang für Anfänger und der 2. Lehrgang für Fortgeschrittene statt.
Weitere Informationen bei Wilfried Schwellnus, Tel.: (0 28 41) 7 12 66.

Weimarer Turnier. Gereizt und gestochen wurde in der Weimarer Traditionsgaststätte "Zum Siechenbräu" am 12. und 13.01. beim ersten Weimarer Skatturnier für Blinde und Sehbehinderte. 23 Skatfreaks aus allen Teilen Deutschlands hatten sich auf Einladung des Weimarers Volker Seidel und seiner Lebensgefährtin Birgit Kröger beteiligt.
Nach drei Spielrunden zu je 48 Spielen stand die Turniersiegerin fest: Monika Kiese aus dem Raum Bonn mit 3862 Zählern. Den zweiten Platz belegte der Gastgeber Volker Seidel mit 3820 Punkten, und Dritter wurde der Jenaer Andre Schlirf mit 3675 Zählern.
Bernd Schade

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Torball

Meisterschaften. Zum neunten Mal konnte die SG Mühldorf-Altötting-Landshut infolge die süddeutsche Meisterschaft erringen. Für die deutsche Meisterschaft in Kassel qualifizierten sich weiterhin Karlsruhe und Nürnberg I.
Werner Grünauer

Der Magdeburger Sportverein 90 e. V. gewann die Landesmeisterschaft im Torball des Landes Sachsen-Anhalt in der Sporthalle des Berufsförderungswerkes Halle (Saale) gGmbH. Jürgen Bethge

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Aus aller Welt:

Mosaik

Europäisches Jahr der Behinderten
Der Europäische Ministerrat nahm am 3. Dezember 2001 einstimmig eine Empfehlung der EU-Kommission an, das Jahr 2003 zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen auszurufen. Zweck des Europäischen Jahres ist es, Politik und Öffentlichkeit für die Rechte behinderter Menschen und den positiven Beitrag, den sie für die Gesellschaft erbringen, zu sensibilisieren. Einen besonderen Schwerpunkt der rund 10.000 Events, die die Europäische Union plant, wird das Thema Schutz vor Diskriminierung bilden. Auch wenn im Bereich der Behindertenpolitik in den letzten zehn Jahren unbestreitbare Fortschritte zu verzeichnen sind, sehen sich die rund 38 Millionen behinderten Menschen in der Europäischen Union - unter ihnen 7, 4 Mio. Blinde und Sehbehinderte - vielfach nach wie vor mit Barrieren konfrontiert, die eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft und am Arbeitsleben erschweren. Das Europäische Jahr bietet insoweit eine gute Möglichkeit, in geeigneter Weise auf die Lage behinderter Menschen und ihre berechtigten Forderungen aufmerksam zu machen. Der DBSV wird sich auf seinem diesjährigen Verbandstag im Rahmen einer speziellen Arbeitsgruppe mit dem Thema befassen.

Regelung der Rechte von Fluggästen
Die Europäische Union will die Ansprüche von Fluggästen in Bezug auf Ausgleichs- und Betreuungsleistungen im Fall der Nichtbeförderung und bei Annullierung oder großen Verspätungen von Flügen regeln. Den Entwurf einer entsprechenden Verordnung hat die Europäische Kommission am 7. Januar 2002 unterbreitet. Die vorgeschlagene Regelung enthält auch spezielle Verweise auf die Rechte behinderter Flugreisender. So schützt Art. 6 behinderte und anderweitig hilfsbedürftige Fluggäste vor Nichtbeförderung. Art. 11 bestimmt, dass "Fluggäste mit besonderen Bedürfnissen" Anspruch auf eine Reihe von Betreuungsleistungen haben. Über Art und Umfang angemessener Betreuungsleistungen hat die Europäische Blindenunion ein Papier erstellt, an dessen Formulierung sich auch der DBSV beteiligt hat und das der EU-Kommission zugeleitet wurde.
(Zusammengestellt von Hans Kaltwasser)
 

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