Die aktuelle "Gegenwart" mit ausgewählten Beiträgen

Inhaltsverzeichnis

Editorial:
In eigener Sache

DBSV-Nachrichten:
Wir wollen die Schieflage überwinden

In Kürze:
     Hilfsmittelausstellungen des LHZ
     Hilfsmittelausstellung des VzFB
     Bundesnetzwerk - Bürgerschaftliches Engagement
     Internationales Computer Camp
     Autofahren für Blinde
     Wissen, was im Kino läuft
     DZB auf der Buchmesse
     Can I help you?
     AURA in Georgenthal
     20 Jahre Jugendarbeit im BSV Westfalen
     1, 2, 3 im Walzerschritt
     Heimgesetz in Blindenschrift erhältlich!
     20 Jahre "Das Wartezimmer"
     Fakten aus FOCUS hören

Aus aller Welt:
     Mosaik

Neunzig Jahre "Der Weg"
Briefmarke ehrt Engagement
Ein Medienzentrum in Moskau

Blindengeld
Eine Leistung zur Teilhabe

Elternbriefkasten:
Mutmachworte

Beilagen:
Das Schaufenster 1BEIL0303-2.2/2003
1. Sprechender Videorecorder LGE LV 2786
 2. MP3 Player IMP 150 von iRiver
 3. Fritteusentest

Editorial

In eigener Sache

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

diesmal werden Sie viel darüber hören, mit welchen Geräten man ein DAISY-Hörbuch oder die "Gegenwart" auf CD ROM abspielen kann, wenn man keinen Computer dafür benutzen möchte. Zudem begegnet Ihnen eine Neuerung: die Rubrik "Elternbriefkasten". Damit wollen wir eine Plattform für den Erfahrungsaustausch von Eltern blinder und sehbehinderter Kinder bieten. Ich bin sicher, dass die dort behandelten Themen auch für Großeltern nicht uninteressant sein werden und viele Leserinnen und Leser ansprechen.    

Gewiss vermissen Sie in der März-Ausgabe die Rubrik "Berliner Bezirke", da diese Serie künftig alle zwei Monate kommt. Auch die AURA-Seite ist diesmal nicht dabei, weil diese Standardrubrik nur dann sinnvoll gestaltet werden kann, wenn alle beteiligten Häuser die "Spielregeln" kennen und beachten.    

Gleich zu Beginn erfahren Sie Aktuelles vom DBSV-Präsidium, vom Verwaltungsrat sowie von der Strategiekommission. Die DBSV-Geschäftsstelle wird in diesem Jahr von Bonn nach Berlin verlegt. Ganz klar, dass damit viele neue Überlegungen und viel Arbeit verbunden sein werden. Die "Gegenwart" wird Sie stets auf dem Laufenden halten.    

Geteilte Meinungen ruft die etwas andere Form des "Gegenwart"-Rätsels hervor. Manch erprobtem Rätselknacker sind die Fragen viel zu simpel.    

Auf jeden Fall hat die Zahl der Einsendungen zugenommen. Im nächsten Jahr kann es ja dann wieder ganz andere Rätsel zu lösen geben. Erfreulich viel Leserpost geht bei uns ein; sehr wichtig für die Redaktion, denn darin spiegelt sich wider, wie Sie die "Gegenwart" aufnehmen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass nur ein Teil der Einsendungen veröffentlicht werden kann und das meist nur auszugsweise. Ein Dankeschön aber an alle, die uns schreiben. Ihr Dr. Thomas Nicolai  

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DBSV-Nachrichten

Wir wollen die Schieflage überwinden

Interview mit Jürgen Lubnau

Am 17.1. tagte das DBSV-Präsidium in Berlin; ein Gespräch mit Jürgen Lubnau, Präsident des DBSV:

Was waren die brisanten Themen?
    Jürgen Lubnau: Ein sehr wichtiger Punkt war wieder das Blindengeld. Es gibt in Baden-Württemberg erneut Bestrebungen, die landesrechtliche Regelung abzuschaffen. In anderen Ländern wird über Kürzungen diskutiert. Wir haben einen Resolutionsentwurf vorbereitet. Diese Resolution wird vom außerordentlichen Verwaltungsrat am 6.2. verabschiedet werden, damit wir unsere Position noch einmal nach außen demonstrieren können.

Wie kann man eigentlich politisch wirksam werden, denn es ist ja flächendeckend sparen angesagt, und dabei ist das Blindengeld so ein beliebter Punkt.
    Gewiss ein beliebter Punkt, aber wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir uns auch zur Wehr zu setzen verstehen. Es ist auch davon auszugehen, dass wir uns Verbündete suchen. Die großen Sozialverbände unterstützen uns auch in unseren Forderungen, sodass ich doch ziemlich zuversichtlich bin, dass wir das Schlimmste immer noch abwehren können.

Sparen ist auch ein Thema beim DBSV, auch hier nicht ganz leichte Zeiten. Wie ist die Situation des Verbandes?
    Ich habe im letzten Interview schon berichtet, dass wir durch unsere Beteiligungen in eine finanzielle Schieflage geraten sind. Wir haben Beschlüsse gefasst, um wieder auf den geraden Weg zu kommen. Eine Entscheidung ist, dass wir das Deutsche Blindenbildungswerk schließen. Die Entscheidung der Gesellschafterversammlung ist gefallen. Das Präsidium hat diesen Beschluss noch einmal bekräftigt. Wir haben über andere Gesellschaften gesprochen. Das Ostdeutsche Blindenzentrum, das ja inzwischen Rehabilitations- und Mobilitätszentrum heißt, wird erst einmal zur Ruhe gesetzt, weil das Bauvorhaben in Hirschgarten ja nun eine andere Wende genommen hat. Wir haben über die Situation der Deutschen Hörfilm gGmbH gesprochen, auch darüber, ob die Basis der Gesellschafter ggf. erweitert werden kann oder muss. Darin liegt auch eine Chance, wenn wir mehr Gesellschafter mit hineinholen.

Sparen tangiert aber irgendwie alle Verbandsaufgaben. Droht da nicht die Gefahr, dass man hier und da auch gravierende Einschränkungen in der Arbeit hinnehmen muss?
    Das Präsidium ist schon davon überzeugt, dass wesentliche Einschränkungen vermieden werden können. Wir werden straffen, wir werden uns auch bei unserem internationalen Engagement daran orientieren müssen, dass wir Pflichtveranstaltungen wie Kommissions- und Präsidiumssitzungen oder Generalversammlungen natürlich weiterhin besuchen und uns dort engagieren, aber "Sozialtourismus" vermeiden.

Daneben gab es eine lange Tagesordnung. Was ist daraus besonders hervorzuheben?
    Wir hatten am 15.1. ein lange geplantes Gespräch mit dem IKK-Bundesverband, der für Hilfsmittelfragen federführend ist, darunter auch Führhunde. Wir haben einen Eindruck erhalten, in welche Richtung es gehen könnte, obwohl auch bei den Krankenkassenverbänden eine gewisse Unsicherheit darüber besteht, wie sich die Gesundheitspolitik der Bundesregierung entwickeln wird. Ein weiterer Punkt war die Vorbereitung der außerordentlichen Verwaltungsratssitzung am 6.2., bei der wir uns intensiv mit dem Umzug der Geschäftsstelle nach Berlin beschäftigen.

Schwerpunkt auch im vergangenen Jahr mit neuen Akzenten die PR-Arbeit. Welche Vorhaben gibt es hier? Und wie ist die Entwicklung auf diesem Gebiet einzuschätzen?
    Es gibt dort mehrere Entwicklungen. Über die neue Version der "Gegenwart" im DAISY-Format ist schon berichtet worden. Das wurde vom Präsidium auch noch einmal deutlich unterstützt. Schwerpunkte der Öffentlichkeitsarbeit sind natürlich der Sehbehindertentag und der Tag des weißen Stockes, wobei der Tag des weißen Stockes insofern eine Erweiterung erfahren hat, dass wir uns mit anderen Organisationen zusammentun. Da gibt es sicher noch Verbesserungsnotwendigkeiten, aber der Anfang im letzten Jahr war, glaube ich, nicht schlecht, sondern war gelungen. Es wird im März ein Treffen der Öffentlichkeitsarbeiter geben, um die Arbeit auch noch etwas zu intensivieren, um einen Meinungsaustausch durchzuführen, um Erfahrungen auszutauschen. Und es wird bei diesem Treffen auch darum gehen, die Mitgliederwerbung zu besprechen.

Dringend notwendig, die Kontakte zur neuen Bundesregierung aufzunehmen. Welche Schritte sind hier vorgesehen?
    Das erste Gespräch wird gewiss mit der neuen Bundesjustizministerin stattfinden. Wir werden uns mit dem DVBS zusammentun, um über urheberrechtliche Dinge zu sprechen, um über das zivilrechtliche Antidiskriminierungsgesetz zu reden und über die Einbeziehung des Blindengeldes in Unterhaltsfragen. Das ist ein Punkt, der eigentlich schon geregelt war, sich nun durch die Rechtsprechung in eine andere Richtung entwickelt hat.
    Die anderen für uns wichtigen Minister werden folgen, auch die Kontakte zu den Bundestagsfraktionen müssen neu aufgebaut werden. Da sind wir in der Vorbereitung.

In etlichen Landesvereinen ist ein gewisser Mitgliederschwund zu verzeichnen. Wie kann man hier entgegensteuern?
    Wir haben eine nicht einheitliche Entwicklung. Es gibt Landesverbände, die Zuwächse verzeichnen; es gibt andere, bei denen es über längere Zeit schon rückläufige Entwicklungen gibt. Das muss analysiert werden. Sind die Angebote in allen Landesverbänden ausreichend oder muss da nachgelegt werden? Damit wird sich die kleine Arbeitsgruppe beschäftigen, die über Mitgliederwerbung nachdenken und praktische Vorschläge unterbreiten wird. Da werden wir hoffentlich zu neuen Erkenntnissen kommen.

Zum Abschluss ein Wort des Präsidenten, das - wir haben es zwar lange nicht gehört - den Familiensinn noch einmal bekräftigt. Was kann der Einzelne eigentlich tun, um unsere gemeinsamen Vorhaben weiter voranzubringen?
    Familiensinn ist sicherlich in den letzten Jahren sehr viel in den Mund genommen und auch in vielen Fällen praktiziert worden. Das ist ein dauernder Prozess, das ist ja nicht mit einer Veranstaltung getan. Und das einzelne Mitglied kann sicherlich etwas tun, indem Verständnis geweckt wird für die Belange der Untergliederungen, der Kreisorganisationen, der Bezirksgruppen, aber dass man auch darüber hinausdenkt: Wie geht es dem eigenen Landesverband? Kann da unterstützt werden? Und man sollte auch nicht die Augen davor verschließen: Welche Arbeit kann der DBSV als Spitzenverband leisten, der ja nicht abgehoben agiert, sondern im Verbund.

(Das Gespräch führte Dr. Thomas Nicolai; Kassetten- und DAISY-Version Originalton.)

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In Kürze

Hilfsmittelausstellungen des LHZ

Berlin: 22.3.; 10 bis 18 Uhr beim Allg. Blinden- und Sehbehindertenverein gegr. 1874 e.V. Berlin, Auerbacher Str. 7;

Magdeburg: 30.3.; 10 bis 15 Uhr zum Frühlingsfest der KO Magdeburg des BSVSA im Hotel Herrenkrug.

Nähere Informationen Tel.: (0351) 8090624.

Hilfsmittelausstellung des VzFB

Schwerte, 13.3., 10 bis 17 Uhr, "Tag der offenen Tür" der Firma F.H. Papenmeier.
    Veranstaltungsort: F.H. Papenmeier, Fachbereich Rehatechnik, Im Technopark, Tagungsräume Lohbachstr. 12, 58239 Schwerte.
    Nähere Informationen unter Tel.: (0511) 95465-0

Bundesnetzwerk - Bürgerschaftliches Engagement

Nähere Informationen über das im vorigen Jahr gegründete Bundesnetzwerk erteilt die vorläufige Bundesgeschäftsstelle:
    Am Stockborn 1-3, 60439 Frankfurt/M.;
    Tel.: (069) 95807-6 01;
    E-Mail: klein@deutscher-verein.de
    Internet: www.freiwillig.de

Internationales Computer Camp

Dieses Jahr findet das vom Studienzentrum für Sehgeschädigte der Universität Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Universität Linz veranstaltete 10. ICC in Zollikofen bei Bern statt. Dort treffen sich die 15- bis 17-Jährigen vom 12. bis 19.7. und die 17- bis 20-Jährigen vom 22. bis 29.8.
    Infos und Anmeldeunterlagen:
    Universität Karlsruhe, Studienzentrum für Sehgeschädigte SZS,
    Angelika Scherwitz-Gallegos,
    Engesserstr. 4, 76128 Karlsruhe,
    Tel.: (0721) 608-4832;
    E-Mail: scherwitz@szs.uni-karlsruhe.de
    Internet: www.icc-camp.info

Autofahren für Blinde

Am 29. und 30.3., jeweils von 10 bis 17.30 Uhr, findet eine gemeinsame Veranstaltung des Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin sowie der Fahrlehrer-Verbände Berlins und des Landes Brandenburg auf dem Olympischen Platz vor dem Berliner Olympia-Stadion statt.
    Nähere Informationen bei Dr. Detlef Friedebold;
    Tel.: (030) 3655355;
    E-Mail: dr.friedebold@t-online.de

Am 1.5. veranstaltet der Blinden-und-Sehbehinderten-Verband Sachsen Muldentalkreis sein diesjähriges Autofahren für Blinde auf dem Flugplatz in Waldpolenz.
    Nähere Informationen beim BSVS e.V., Kreisorganisation Muldental;
    Tel./Fax: (034293) 42149.

Wissen, was im Kino läuft

Die akustischen Blinden-Zeitschriften "Anstöße" und "Auslese" informieren ausführlich über die 53. Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Die Extra-Kassette zum Filmfest, Spieldauer 90 Minuten, können Sie jetzt bestellen.
    Nähere Informationen: Arbeitskreis Kultur und Selbsthilfe Sehgeschädigter und ihrer Freunde e.V.,
    Postfach 210540, 10505 Berlin;
    Tel.: (030) 3451828;
    E-Mail: anstoesse@gmx.de

Unter der gleichen Anschrift erhalten Sie auch kostenlose Probeausgaben der beiden Kassetten-Zeitschriften.

DZB auf der Buchmesse

Die DZB wird auf der "Leipziger Buchmesse" (20. bis 23.3.) vertreten sein; Halle 3, Stand 216. U.a. wird die Herstellung von Reliefs demonstriert, und über DAISY kann man sich gründlich informieren;
    Terminabsprachen unter Tel.: (0341) 7113137.

Can I help you?

Englischkurs für fortgeschrittene Anfänger sowie anfängliche Fortgeschrittene (Mittelstufe) vom 16. bis 22.3. im Aura Hotel Osterode.
    Nähere Informationen bei Wolfgang Hrusch;
    Tel.: (02233) 709129.

AURA in Georgenthal

10.-13.3.: Lebenspraktische Hilfen im häuslichen Alltag;
mit Vorstellung von Hilfsmitteln und Beratung.

17.-20.3.: Thüringer Bierwoche;
mit Brauereibesuch und Besichtigung eines Brauereimuseums.

28.-30.3.: Exotische Früchte und Weinverkostung;
mit Verarbeitung und Verkostung von "Exoten" und Ausflug zum Weingut Sonnenburg.

7.-10.4.: Literarische Woche;
mit Vorstellung der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig, insbesondere der neuen DAISY-Bücher, der DAISY-"Gegenwart" und zahlreicher Hörzeitschriften.

15.-23.4.: Osterurlaub;
mit Wanderungen und Ostereier suchen.

Nähere Informationen bei der AURA-Pension "Haus Grünes Herz";
    Tel.: (036253) 305-0,
    Fax: (036253) 305-36,
    E-Mail: gruenes-herz@bsv-thueringen.de

20 Jahre Jugendarbeit im BSV Westfalen

Unter diesem Motto lädt das Leitungsteam der Fachgruppe Jugendliche und junge Erwachsene des Blinden- und Sehbehindertenvereins Westfalen e.V. (BSVW) alle interessierte Jugendliche und junge Erwachsene unter 35 Jahre auch außerhalb des BSVW zum diesjährigen Fachgruppenjubiläum ins Aura-Zentrum Bad Meinberg vom 6. bis 9.6. herzlich ein.
    Nähere Informationen und Anmeldung (bis 4.5.) bei der Fachgruppenleiterin Eva Hoffmann,
    Kesselfuhr 72, 59494 Soest,
    Tel.: (02921) 74618;
    E-Mail: eva.hoffmann2@freenet.de .

1, 2, 3 im Walzerschritt

Unter diesem Motto findet vom 11. bis 16.5. ein Tanzkurs für Paare im Rudolf-Kraemer-Haus in Bad Liebenzell statt.
    Nähere Informationen bei Angelika Moser, Leiterin der Fachgruppe Frauen des BSV Ost-Baden-Württemberg e.V.;
    Tel.: (07138) 813910.

Heimgesetz in Blindenschrift erhältlich!

In den letzten Jahren ist oft über Missstände in Alten- und Pflegeheimen geklagt worden. Seit November vorigen Jahres gibt es daraufhin ein neues Heimgesetz, das helfen soll, solche Missstände von vornherein zu vermeiden oder jedenfalls möglichst schnell wieder zu beseitigen. Die Heimbewohner selbst, aber auch Angehörige und Freunde, die sich für einen Altenheimbewohner verantwortlich fühlen, können viel zu einer bewohnerfreundlichen Führung des Heimbetriebes beitragen, wenn sie wissen, wie dieser nach dem Gesetz gestaltet sein muss und welch weitgehende Befugnisse die Heimaufsicht heute in diesem Rahmen hat. Schließlich können auch die örtlichen Blinden- und Sehbehindertenvereine auf den Heimbetrieb einwirken, indem ihre Mitglieder blinde und sehbehinderte Heimbewohner besuchen und beraten oder - wie das nach der zusätzlich erlassenen "Heimmitwirkungsverordnung" möglich ist - in den Heimbeirat gewählt werden.
    Bestellt werden kann das Heimgesetz und die Mitwirkungsverordnung als Loseblattausgabe bei der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V.,
    Postfach 1160, 35001 Marburg, Bestell-Nr. 4182;
    Tel.: (06421) 606-417,
    E-Mail: bestellservice@blista.de

20 Jahre "Das Wartezimmer"

Ein Team von 20 Experten aus verschiedenen medizinischen Fachgebieten informiert über Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten, gibt Tipps zum Gesund-Bleiben und beantwortet Fragen aus dem Kreis der Abonnenten.
    Dr. Frohmut Friedebold stellt das Material zusammen, ihr Mann Dr. Detlef Friedebold sorgt für die Moderation und technische Gestaltung der Kassette, die von der Aktion Tonband-Zeitung für Blinde e.V. herausgegeben wird;
    Tel.: (05531) 7153.

Fakten aus FOCUS hören

Das Nachrichtenmagazin FOCUS ist eine der erfolgreichsten Neugründungen auf dem Medienmarkt der letzten Jahre. Mit seinen Themen bestimmt es die politische Debatte mit. Auch Blinde können mitreden über die Artikel aus dem aktuellen FOCUS. Sie können die wichtigsten Beiträge auf Kassette hören. Eine Probeausgabe kann ausgeliehen werden bei:
    Aktion Tonband-Zeitung für Blinde e.V.,
    Postfach 1421, 37594 Holzminden;
    Tel.: (05531) 7153,
    Fax: (05531) 71 51,
    E-Mail: atz@atz-blinde.de

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Blindengeld

Eine Leistung zur Teilhabe

Von Dr. Herbert Demmel

Die Diskussion um das Blindengeld nach den Landesblindengeldgesetzen macht es erforderlich, auf Sinn und Zweck dieser Sozialleistung einzugehen.

Nach allen Landesgesetzen ist Sinn und Zweck des Blindengeldes der Ausgleich blindheitsbedingter Mehraufwendungen und Nachteile, um dadurch weitgehende Chancengleichheit gegenüber sehenden Mitmenschen herzustellen. Das ist den Gesetzestexten und -begründungen zu entnehmen. Besonders deutlich kommt dieser Zweck in der Präambel des Landesblindengeldgesetzes für Schleswig-Holstein in der Fassung der Bekanntmachung vom 12.5.1997 zum Ausdruck: "In Erkenntnis der schweren Beeinträchtigung eines Menschen durch Blindheit in seiner gesamten Existenz gewährt das Land Schleswig-Holstein ein Landesblindengeld als Einordnungshilfe in die Gesellschaft." Diese Zweckbestimmung ist vielfach durch die Rechtsprechung der Verwaltungs- und Sozialgerichtsbarkeit bestätigt worden (vgl. z.B. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Bd. 51 S. 281 ff).
    Die Blindengeldgesetze gehen zurecht davon aus, dass die Blindheit Mehraufwendungen und Nachteile unterschiedlichster Art mit sich bringt. Diese können mit Hilfe von Geldleistungen mindestens teilweise ausgeglichen werden. Wegen der unterschiedlichsten Lebenssituationen und Ausgleichsbedürfnisse ist eine pauschalierte Geldleistung sinnvoll, gibt sie dem einzelnen Betroffenen doch die Freiheit, seinen Ausgleichsbedarf am zielgenauesten und zweckmäßigsten zu befriedigen.

Blindheitsbedingte Mehraufwendungen
Mehraufwendungen, die mit der Blindheit oder hochgradigen Sehbehinderung in ursächlichem Zusammenhang stehen, haben ihren Grund vor allem in der Unmöglichkeit, selbst alles in gleicher Weise zu tun, wie dies bei vorhandenem Sehvermögen der Fall ist. Die optische Kontrolle fehlt. Viele Tätigkeiten können deshalb nur nach dem Erwerb angepasster Techniken und gegebenenfalls unter Einsatz spezieller Hilfsmittel selbstständig ausgeführt werden. Wenn dies nicht möglich ist, wird die Unterstützung oder die vollständige Übernahme notwendiger Verrichtungen durch andere Personen erforderlich.
    Die Mehraufwendungen, zu denen jeweils einige Beispiele genannt werden, lassen sich in folgende Gruppen einordnen:

1. Pflege, Wartung, hauswirtschaftliche Versorgung
(das sind die Bereiche, bei denen Überschneidungen mit der Pflegebedürftigkeit im Sinne des SGB XI bestehen).
    Im Bereich der Körperpflege besteht häufig Bedarf auf optische Kontrolle durch Hilfspersonen z.B. bei der Auswahl von Körperpflegemitteln oder hinsichtlich des Zustandes der zu benutzenden Bade- und Toiletteneinrichtungen. Zu denken ist auch an die Hilfe bei der Maniküre. Vielfach ist die mundgerechte Zubereitung der Nahrung, z.B. Schneiden von Speisen, Belegen von Broten, Eingießen von Getränken, notwendig. Häufig ist Hilfe bei der Kleiderauswahl, z.B. farbliche Abstimmung, erforderlich.
    Am umfangreichsten ist in der Regel der Hilfebedarf bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. So ist Hilfe in jedem Fall beim Einkaufen (finden der Einkaufsmöglichkeiten, Auswahl der Waren, Preisvergleich), häufig aber auch beim Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, wechseln und waschen der Wäsche und Kleidung notwendig.
    Beachtet muss ferner werden, dass viele Reparaturen, z.B. Kleinreparaturen oder Schönheitsreparaturen, im häuslichen Bereich vom Blinden selbst nicht ausgeführt werden können. Deshalb entstehen Aufwendungen entweder für Handwerker oder für Gefälligkeiten, wenn diese Arbeiten im Wege der nachbarschaftlichen Hilfe geleistet werden.

2. Mobilität
Weil ein Blinder die zur Orientierung erforderlichen Informationen seiner Umwelt nicht entnehmen kann (Lesen von Plänen, Straßenschildern, Hausnummern, optische Wahrnehmung der aktuellen Umgebung), was effektiv nur durch den Fernsinn Sehen möglich ist, ist im außerhäuslichen Mobilitätsbereich der Hilfebedarf besonders groß. Das gilt selbst dann, wenn ein Blinder eine Orientierungs- und Mobilitätsschulung absolviert hat; denn das ermöglicht ihm im Wesentlichen nur die eigenständige Zurücklegung bekannter Wege. In unbekannter Umgebung ist die Hilfe durch Begleitpersonen, die Inanspruchnahme von Taxen oder von privaten Chauffeuren unerlässlich. Mit fortschreitendem Alter wird der Hilfebedarf auf diesem Gebiet noch zunehmen, weil Wege kaum noch alleine zurückgelegt werden können. Begleitung ist vor allem auch bei Behörden- oder Arztbesuchen notwendig.

3. Information
Die meisten Informationen werden visuell aufgenommen. Da die optische Information beim Blinden ganz oder zum größten Teil ausfällt, kann bei der Blindheit von einer Informationsbehinderung gesprochen werden. Die Information muss akustisch oder taktil gewonnen werden. Dazu ist eine entsprechende Anpassung der optischen Informationen notwendig. Das geschieht durch technische Hilfsmittel wie z.B. Lese-, Sprech-Geräte. Schriftliche Informationen können auch in Blindenschrift umgesetzt oder auf Tonträger aufgelesen werden. Auf diese Weise werden Bücher und Zeitschriften erstellt. Die Kosten sind gegenüber normalen Druckerzeugnissen um ein Vielfaches höher.
    Ein anderer Weg, der häufig unverzichtbar ist, ist das Vorlesen durch eine Hilfskraft. Nicht jedes Schriftstück kann von einem Lesegerät vorgelesen werden. Schlechte Druckqualität, Aufteilung in Spalten oder Tabellen können dafür die Ursache sein. Lesegeräte stehen außerdem nicht überall zur Verfügung. Sie sind nicht transportabel. Die meisten schriftlichen Informationen stehen auch nicht in angepasster Form, sei es in Blindenschrift oder auf Tonträgern, zur Verfügung. Man denke nur an Tageszeitungen, aber auch Speisekarten im Lokal, Fahrpläne, Reiseführer u.v.a.m. Menschen, die im Erwachsenenalter oder im fortgeschrittenen Alter ihr Augenlicht verloren haben - und das sind rund 70 Prozent - beherrschen zum großen Teil die Blindenschrift nicht. Sie sind verstärkt auf Vorlesen angewiesen.
    Besonders hohe Kosten können entstehen, wenn Schriftstücke oder ganze Bücher für den persönlichen Bedarf, z.B. für Lehrgänge und Kurse an einer Volkshochschule, in Blindenschrift oder in akustische Form umgesetzt werden müssen.

4. Kommunikation
Schon aus der eingeschränkten Mobilität ergibt sich, dass zur Kommunikation verstärkt auf Hilfsmittel wie das Telefon zurückgegriffen werden muss. Die erforderlichen Hilfen müssen oft telefonisch angefordert und organisiert sowie Informationen eingeholt werden (Ermittlung von Telefonnummern und Adressen, Fahrplanauskünfte, Ordern von Umsteigehilfen bei Reisen, Anforderung von Taxis oder anderen Dienstleistungen, Erledigung von Bankgeschäften, Aufgabe von Warenbestellungen und selbstverständlich die Pflege persönlicher Kontakte).
    Blinde, die nicht in der Lage sind, mit einem Computer, einer Schreibmaschine oder in Handschrift selbst Briefe oder Mitteilungen in "Normalschrift" abzufassen, sind für die schriftliche Kommunikation auf eine Hilfskraft angewiesen. Ein Blinder, der seine Schriftstücke selbst auf einem Computer anfertigen kann, benötigt zur Kontrolle der ausgeführten Funktionen und des geschriebenen Textes ein Display in Blindenschrift (Braille-Zeile) oder eine Sprachausgabe.

5. Hilfsmittelbedarf für das tägliche Leben
Im täglichen Leben müssen vielfach spezielle Hilfsmittel eingesetzt werden. Häufig geht es darum, optische Anzeigen durch taktile oder akustische zu ersetzen. Beispiele sind: Uhren, Haushaltsgeräte wie Waagen oder andere Messgeräte. Diese müssen mit tastbaren Skalen oder Sprachausgaben versehen werden. Farberkennungsgeräte können beim Sortieren von Kleidung oder Wäsche sowie auch sonst im Haushalt eingesetzt werden. Speziell angepasste Spiele, bei welchen unterschiedlich geformte Spielsteine oder Figuren den verschiedenen Farben zugeordnet sind, ermöglichen die Teilnahme an Gesellschaftsspielen. Die Spielsteine oder Figuren müssen außerdem auf dem Spielplan fixierbar sein, damit ein Abtasten möglich ist. Die taktil angepassten Spielpläne sind dazu entweder mit Magneten versehen, oder die Spielsteine können auf den Spielbrettern aufgesteckt werden. Es handelt sich bei solchen Anpassungen um einen erheblichen Kostenaufwand, der sich notwendigerweise im Preis niederschlägt.
    Zum Schreiben der Blindenschrift sind eigene Schreibgeräte (Schreibtafeln) oder Blindenschriftschreibmaschinen notwendig. Zur Aufnahme von Notizen wird teures Spezialpapier, und zum Markieren von Gegenständen oder Kennzeichnen von Lebensmitteln werden Prägebänder bzw. Prägeetiketten benötigt.

6. Kleider- und Materialverschleiß
Kleider und Schuhwerk unterliegen bei der Benutzung durch blinde Personen einem erhöhten Verschleiß. Hindernissen kann nicht immer ausgewichen werden. Das führt zu überdurchschnittlicher Abnutzung und mitunter auch zu Verschmutzungen.

7. Erhöhter Wohnraumbedarf
Häufig führt Blindheit zu einem erhöhten Wohnraumbedarf. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Blinde in einer Gemeinschaft, z.B. in einer Familie oder zusammen mit Partnern leben. Schon die bisher aufgeführten speziellen Hilfsmittel und Literatur in Blindenschrift erfordern einen erheblichen zusätzlichen Raumbedarf. Aber auch das ungestörte Zusammenleben macht es notwendig, dass der blinde Mitbewohner einen eigenen Raum zur Verfügung hat. Das Lesen mit Hilfe eines Lese-Sprech-Gerätes oder eines Bildschirmlesegerätes würde die übrigen Mitbewohner in unzumutbarer Weise stören. Außerdem muss es einem blinden Gemeinschaftsmitglied möglich sein, wenn es an Freizeitaktivitäten der übrigen Mitbewohner, z. B. am Fernsehen, nicht teilnehmen will, sich in einen anderen Raum zurückzuziehen, um etwa ein Blindenschriftbuch lesen, ein Hörbuch hören oder eine Rundfunksendung verfolgen zu können.

8. Sonstige Assistenzleistungen im Alltag
Auch in bisher noch nicht erwähnten Bereichen kann Bedarf auf Assistenzleistungen entstehen. So muss eine blinde Mutter bei der Erziehung der Kinder, z.B. bei der Überwachung von Hausaufgaben oder der Beaufsichtigung auf einem Spielplatz, auf Hilfskräfte zurückgreifen.
    Der durch die Blindheit hervorgerufene Bewegungsmangel muss, sollen gesundheitliche Schäden vermieden werden, durch regelmäßige Spaziergänge oder sportliche Aktivitäten ausgeglichen werden. Das ist meist nur mit einer Begleitperson möglich.

Diese Beispiele zeigen, dass der erforderliche Mehraufwand je nach Lebenssituation sehr unterschiedlich sein kann. Die Höhe lässt sich nur schwer beziffern. Der Bedarf liegt aber mit Sicherheit über den gesetzlichen Blindengeldbeträgen. (In der nächsten Ausgabe geht es um blindheitsbedingte Nachteile.)

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Elternbriefkasten

Mutmachworte

Unser "Elternbriefkasten" soll ein Forum sein für alle, die sich daran beteiligen möchten, mit Fragen, Ideen oder auch mal mit einfachen Mutmachworten.

"Kleine Kinder, kleine Sorgen ..." Ob der Spruch aus Großmutters Kiste noch gilt, mag jeder für sich entscheiden. Fakt ist, dass Sorgen, Fragen und Probleme mit der Geburt eines behinderten Kindes doppelt und dreifach auf die Eltern einstürmen. Nur allzu gut kann ich mich an den Tag erinnern, als ich die medizinischen Tatsachen auf dem Tisch hatte: mein Sohn, dieses winzige, drei Wochen alte Menschlein war blind, musste behandelt werden, damit er zumindest ein wenig von der Welt würde sehen können. Heute, fast neun Jahre später, ist das Wenige eine ganze Menge geworden. Das kommt wie immer auf den Standpunkt an; für den Einen sind 20 Prozent nichts, für den anderen alles. Wir sind gut dabei "weggekommen", die Sehbehinderung ist nicht problemlos, aber auch nicht mit manch anderer schwerer Behinderung zu vergleichen. Dennoch werde ich wohl niemals den Schock vergessen, dieses Gefühl von abgrundtiefer Verzweiflung, das ich an jenem Tag spürte. Und obwohl viele liebe Menschen um uns waren, habe ich mich niemals so einsam gefühlt wie damals. Dabei dachte ich, ich sei darauf vorbereitet, weil ich es selbst erlebt habe. Heute hilft mir das wirklich, aber ich habe gelernt, dass es Zeit braucht, sich da selbst rauszuholen, Zeit, die auch das Kind ganz dringend benötigt. Darum halte ich diese Rubrik für so wichtig, gerade auch in dieser Zeitschrift. In Gesprächen und aus eigenem Erfahren habe ich gelernt, dass viele Eltern blinder und sehbehinderter Kinder ganz ähnliche Wege gehen, so verschieden die Probleme auch zunächst scheinen. Gleiches gilt für die Probleme, die sehgeschädigte Eltern mit ihren Kindern haben. Zwar sind Dinge, die mit dem Bildungsweg zu tun haben, oft unterschiedlich, da wir im Bildungsbereich ja Länderhoheit haben. Aber gerade das schafft auch eine große Unsicherheit, wo muss ich mich hinwenden, gibt es überhaupt Hilfe, in welchem Alter setzt die Frühförderung ein, muss ich dafür etwas bezahlen?
    Der DBSV wünscht sich das stärkere Engagement jüngerer Mitglieder - das heißt, es müssen auch Themen her, die junge Leute, also unsere Kinder, und uns als junge und junggebliebene Eltern bewegen. Ein paar Ideen haben wir schon in der "Hinterhand"; Tipps zu besonders geeignetem Spielzeug oder zu wichtiger Literatur; Beschreibung der Tätigkeit einer Frühförderstelle oder eines Tages eines integrativ beschulten Kindes. Ganz besonders wichtig ist uns immer Ihre Meinung, weil nichts mehr dem Thema schaden würde, als wieder einmal mehr ein pädagogischer Zeigefinger. Also, wollen wir einfach beginnen? In einer der nächsten Ausgaben mit der Frage: Kann ich die lange Anreise in den Urlaub mit meinem behinderten Kind wagen?

Susanne Siems  

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Aus aller Welt

Mosaik

Neunzig Jahre "Der Weg"

"Der Weg", die deutschsprachige Ausgabe, war die erste Schweizer Zeitschrift in Blindenschrift. Unter widrigsten politisch-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hatten blinde Menschen vor 90 Jahren die erste und von Anfang an mehrsprachige Zeitschrift in Blindenschrift mit dem Titel "Blinden-Bote" als Organ des 1911 gegründeten Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (SBV) ins Leben gerufen.
    Die sehbehinderte Leserschaft schätzt heute die Großschrift und das angepasste Layout der Schwarzschrift-Version, auch auf Kassette, per E-Mail und im Internet ( ausgewählte Beiträge: www.blindenverband.ch ) ist "Der Weg" erhältlich.
    Am 15. Januar wurde die erste Ausgabe des Jahres mit einem großen Jubiläumswettbewerb präsentiert. Zur breiten Leserschaft gehören auch zahlreiche Gönner und Menschen, die sich für diese Sinnesbehinderung interessieren.

Briefmarke ehrt Engagement

Zum ersten Mal trägt eine Schweizer Briefmarke Blindenschrift. Die Prägung auf dem leuchtend roten Wertzeichen lässt Sehende erahnen, was es heißt, blind zu sein. Mit dieser 70-Rappen-Sondermarke ehrt die Schweizer Post - die seit 1905 Blindensendungen kostenlos befördert - das 100-jährige Engagement des Schweizerischen Zentralvereins für das Blindenwesen (SZB) und der Schweizerischen Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte (SBS). Die fühlbare Briefmarke wird von der in Braille-Schrift geprägten Ziffer 70 dominiert.
    Sehende sollen mit dieser sinnlich erfahrbaren Briefmarke für die Thematik Sehbehinderung sensibilisiert werden. Dazu dient auch die Signalfarbe Rot und ein verblüffendes Farbenspiel: Auf den ersten Blick erscheint die Marke dem Betrachter als rotes Rechteck, erst bei genauem Hinschauen kommt eine mittels Lackierung angedeutete Zahl "70" zum Vorschein. Im Kontrast dazu steht der normal lesbare Schriftzug "Helvetia 70".

Ein Medienzentrum in Moskau

Vom 12. bis 15. September 2002 hielt sich eine Delegation des DBSV zu einem Informationsbesuch beim Allrussischen Blindenverband (VOS) in Moskau auf; besonders beeindruckend war LOGOS.

Der Delegation gehörten Vizepräsidentin Renate Reymann, Präsidiumsmitglied Helga Neumann sowie der Referent für internationale Zusammenarbeit Hans Kaltwasser an. Neben einem Informationsaustausch mit dem VOS-Präsidenten Alexandre Neumywakin und Mitgliedern seines Präsidiums, bei dem u.a. verbandspolitische Aktivitäten, die Versorgung mit Hilfsmitteln, die berufliche Rehabilitation und sozialpolitische Themen zur Sprache kamen, stand ein Besuch der VOS-Einrichtung LOGOS auf dem Programm.
    Vladislav Stefanov, Vizepräsident bei VOS und Direktor des Zentrums, stellte Aufgaben und betriebliche Strukturen der Einrichtung vor.
    Sie wurde Mitte der 90er-Jahre gegründet. Das Dienstleistungsunternehmen, das keinerlei staatliche Hilfen erhält, beschäftigt 200 Mitarbeiter; ein Drittel von diesen sind blind oder sehbehindert. Die wichtigste Aufgabe von LOGOS ist die Versorgung der blinden und sehbehinderten Menschen in Russland mit Informationen in einem Format, das diesen zugänglich ist. LOGOS ist also Verlags- und Druckzentrum und Tonkopierstudio zugleich.
    Die Informationsangebote umfassen Zeitschriften und Bücher in Blinden- und Großschrift sowie auf Kassette, Unterrichtsmaterialien, Relief-Kinderbücher, tastbare Darstellungen von Kunstwerken, Tieren, Bauwerken und Transportmitteln wie Flugzeuge, Schiffe. Pro Jahr werden unter Einsatz moderner Druckmaschinen etwa 40.000 bis 50.000 Punktschriftbände gedruckt und zum Versand gebracht. Eine wichtige Verbrauchergruppe, deren Informationsbedarf LOGOS in dieser Weise sicherstellt, sind blinde und sehbehinderte Schüler und Studenten an den verschiedenen Schulen und Universitäten des Landes. Die beiden wichtigsten Zeitschriften sind "Unser Leben" und das Hörmagazin "Dialog". Beide Zeitschriften informieren über drängende sozialpolitische Fragen, Rehabilitationsangebote, berufliche Beschäftigung, Freizeit und Blindensport. Daneben werden auch die Werke blinder Autoren veröffentlicht.
    Dank der Einführung moderner digitaler Technologie, die im Wesentlichen von den LOGOS-Ingenieuren entwickelt wurde, konnte die Produktion sprechender Bücher und Zeitschriften bei wesentlicher Verbesserung der Tonqualität vereinfacht werden. Die Versorgung mit Audio-Angeboten erfolgt in der Regel in der Weise, dass Kopien der im Tonkopierstudio gefertigten Masterbänder an die verschiedenen Einrichtungen geschickt und dort nach Bedarf kopiert und verteilt werden.
    LOGOS besitzt auch eine Radiostation mit eigenem Redaktionsteam. Die Sendungen zu blindheitsspezifischen Themen werden vom Fernsehsender OSTANKINO auf einem zusätzlichen Kanal in Moskau und Umgebung ausgestrahlt und können mit Hilfe eines speziellen von VOS gebauten und vom Staat finanzierten Dekoders empfangen werden. Gesendet wird täglich von 9.00 Uhr bis 21.00 Uhr.
    Neben den Aufgaben im Bereich Informations- und Medienangebote bilden die Entwicklung technischer Hilfsmittel und die Arbeit am digitalen Hörbuch weitere wichtige LOGOS-Aktivitäten.
    Beim Rundgang durch die Abteilungen von LOGOS konnte sich die DBSV-Delegation von der guten Qualität der Dienstleistungen überzeugen. Vor allem die Reliefmedien waren von exzellenter Qualität.

Hans Kaltwasser  

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Das Schaufenster 1/2003

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
auch wenn die große Zeit der Videorecorder allmählich vorbei ist und die DVD's sich zu Wort melden, kann doch die Notwendigkeit auftauchen, einen Videorecorder anzuschaffen. Ein Modell mit Sprachunterstützung bei den wichtigsten Einstellungen soll vorgestellt werden.
    Das Thema MP3 - auch in Zusammenhang mit den neuen DAISY-Büchern - erregt wachsendes Interesse. MP3-fähige portable Spieler (Disc Man) können hier nützlich sein.
    Soll ein neues Küchengerät angeschafft werden, ist die Auswahl nicht immer einfach. Fritteusen sind auf ihre Handhabbarkeit getestet worden.

Lothar Rehdes  

1. Sprechender Videorecorder LGE LV 2786

2. MP3 Player IMP 150 von iRiver

3. Fritteusentest

1. Sprechender Videorecorder LGE LV 2786

Die koreanische Firma LG Electronics hat einen Videorecorder mit sprachunterstützter Menüführung (unverbindliche Preisempfehlung 299 Euro) herausgebracht, was nicht bedeutet, dass sich dieser Umstand in der Deutschen Vertretung schon herumgesprochen hätte. Nach hartnäckigen Bemühungen ist es uns gelungen, ein Testgerät zu bekommen und nach unseren Bedürfnissen auf den Prüfstand zu stellen.
    Wird das Menüsystem aufgerufen, gibt das Gerät über den Fernsehton Anweisungen aus, wie bei den Einstellungen zu verfahren ist und welche Tasten zu drücken sind. Leider beschränken sich die Statusanzeigen nur auf die Ansage der Auswahl im Hauptmenü; in den Untermenüs gibt es keine Statusanzeigen mehr. Das bedeutet, dass man die aktuellen Einstellungen wissen muss, wenn etwas verändert werden soll.
    Die Auswahl - insbesondere in den Untermenüs - muss dann im "Blindflug" erfolgen. Bei Standardeinstellungen - wie z.B. dem Stationssuchlauf - genügt es, wenn ausreichend oft "ok" gedrückt wird. Bei Dialogen (z.B. Timerprogrammierung) wird der zu erledigende Schritt angesagt, sodass man daraus schlussfolgern kann, dass bisher alles richtig gemacht wurde.
    Das Gerät ist äußerlich eher unscheinbar und geizt etwas mit Ausstattungsmerkmalen; so sucht man eine Show-View-Funktion vergeblich, wie sich auch die Bedienungsanleitung über die Sprachfunktion weitgehend ausschweigt.
    Die Fernbedienung ist mäßig strukturiert und könnte übersichtlicher sein.
    Wenngleich der beschriebene Videorecorder in seiner Funktionalität noch manche Komplettierung vertragen könnte, bringt er den blinden und sehbehinderten Nutzern doch ein spürbares Maß an Selbstständigkeit. Die Möglichkeit, die Aufnahmezeiten selber zu programmieren, ist ein Funktionsmerkmal, das immer wieder gefordert wird und besonders zu begrüßen ist. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Beschaffung eines solchen Gerätes nicht allzu schwierig gestaltet.

2. MP3 Player IMP 150 von iRiver

Der DiscMan der koreanischen Firma iRiver mit seinen verchromten Bedienelementen in einem leicht asymmetrischen Gehäuse hinterlässt einen soliden Eindruck. Die Tasten sind gut herausgearbeitet und sehr griffig. Dabei ist gewöhnungsbedürftig, dass die hauptsächlichen Funktionstasten links angeordnet sind und somit auch mit der linken Hand bedient werden müssen.
    Der Player kann außer normalen Audio-CD's nicht nur MP3, sondern noch viele andere Datenformate (z.B. das WMA des Windows Media Player) abspielen.
    Das Navigieren in Titeln und Ordnern ist problemlos möglich; allerdings erscheinen die Zugriffszeiten etwas lang bzw. scheint es gelegentlich Probleme beim Anspringen der Tracks zu geben.
    Multi-Session-CD's - das sind CD's, die in mehreren Schritten gefüllt wurden - werden vollständig abgespielt (z.B. wichtig für selbst erstellte MP3-CD's).
    Der Player verfügt über eine sehr komfortable Resume-Funktion (Wiederauffinden der zuletzt gehörten Stelle). Dies geschieht nicht nur bei Audio-CD's punktgenau, sondern auch bei MP3-CD's, was bisher keineswegs üblicher Standard ist; die meisten Geräte finden lediglich den zuletzt gespielten Track wieder und spielen ihn von vorn, was bei langen Aufnahmen (z.B. bei Hörspielen) unbefriedigend sein kann. Dieses Resume ist wirksam über das Auswerfen der CD hinaus und wird für die 10 zuletzt gespielten CD's gespeichert. Diese Ausstattung lässt das Gerät auch für das Hören von DAISY-Büchern besonders geeignet erscheinen. Es gibt auch die Möglichkeit, auf Tastendruck die letzten Sekunden noch einmal zu hören. Ergänzt wird dieser bemerkenswerte Komfort durch Lesezeichen, die gleich mehrfach für jede CD gesetzt werden können; bei Hörbüchern wird so das Arbeiten mit Anhängen, Glossars u.ä. leicht möglich.
    Die Menüeinstellungen können mit Hilfe eines durchdachten Systems von Quittungstönen gut vorgenommen werden. Wir finden hier viele Optionen, die es gestatten, den Player an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen (Display-Gestaltung, Abspielmodi, Einschlafautomatik u.a.m.).
    Manche Display-Anzeigen - insbesondere in den Menüs - sind sehr klein; sehbehinderte Nutzer könnten damit Schwierigkeiten haben.
    Zur Ausstattung gehören eine komfortable Kabelfernbedienung mit allen wichtigen Steuerfunktionen sowie Knopfkopfhörer.
    Das Gerät wird von der Firma Viersinn mit einer sehr instruktiven, gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Sehgeschädigter Computerbenutzer (ISCB) erstellten Bedienungsanleitung auf CD geliefert (Preis 139 Euro). Auch andere Hilfsmittelanbieter haben den iRiver inzwischen in ihr Programm aufgenommen.
    Die ergänzend angebotene Tasche erscheint für das Handgepäck etwas wuchtig, ermöglicht aber die Unterbringung sowohl des Players mit Zubehör, als auch der CD's für die Unterhaltung unterwegs.

3. Fritteusentest

Das Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest einen Handhabungstest für Fritteusen durchgeführt. Aus einem größeren Feld wurden 5 Modelle ausgewählt und erprobt. Modelle von Bosch bzw. Siemens, Philips und Tefal haben dabei gut abgeschnitten. Da die Veröffentlichung in der "Test" 2/2003 sehr knapp gehalten ist, empfiehlt es sich, die Auswertung auf der Homepage des Förderzentrums www.fzbs.de nachzulesen.

Nähere Informationen zu den vorgestellten Geräten auch unter
Tel.: (0 30) 7 90 13 69-36.

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