"Gegenwart" 03 / 04

Die "Gegenwart" mit ausgewählten Beiträgen im Internet.

Inhaltsverzeichnis

Editorial:
In eigener Sache

DBSV-Nachrichten:
DBSV auf dem richtigen Weg

Persönliches:
Dank und alle guten Wünsche

Aktuelles:

In Kürze:

Leserpost

Im Beruf:

Einrichtungen:
"Helmut-Kreutz-Haus" wieder eröffnet

Bericht:
Kein Labern im Laber-Saal

Kongress:
Die gute 7 in Mainz

Bildung:
Vertrauenspersonen bei BOB

Seminar:
Im Rampenlicht stehen - wen macht das nicht nervös?

Elternbriefkasten:
Spielemuffel oder Spielefreaks?

Berliner Bezirke:
Streifzug durch Mitte

Integration:
Preisverleihung BIENE-Award

Medizin:

Selbst erlebt:
Blindes Blut?

Aus den Ländern:

Rezension:
"Mit anderen Augen sehen"

Persönliches:

Unterwegs:
Grapefruitjuice oder Apfelsaft

Rätsel

Schmunzelecke

Serie:
Blinde Musikerpersönlichkeiten
Louis Victor Jules Vierne

Hörfilm-Forum:
Hörfilm-Sendetermine

Hinweis

Das Schaufenster:
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
1. Test von Mikrowellengeräten mit Grill
2. Neuheiten beim Telefon

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Zu unserem Titelbild:
"Ein Stück Heimat" – Aquarell von Erika Krüger aus dem Kalender "Die kleine Galerie 2004".

Hinweis:
Im Jahrgang 2004 wird die Ausgabe 9/10 der "Gegenwart" als Doppelnummer gestaltet. Die Ausgaben 7 und 8 sind in diesem Jahr Einzelhefte.

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Editorial:

In eigener Sache

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

im Februar 1979 erschien die erste "Gegenwart" unter meiner redaktionellen Leitung. Sind das wirklich schon 25 Jahre, 288 Ausgaben? An erster Stelle steht ein Dankeschön an die treuesten Leserinnen und Leser, die unsere Zeitschrift (und dazu gehören auch die Jahre, in denen es die "Blindenselbsthilfe" gab) über so lange Zeit aufmerksam und kritisch begleitet haben.

Worüber wurde damals eigentlich berichtet? In Erinnerung ist mir noch das Titelbild, eine Stadtansicht von Olsztyn (Polen), wo ein internationales Kulturfestival stattgefunden hatte.

Wie ich beim nachblättern feststellte, dominierten aber die Wahlen in den Kreisorganisationen, die "einen würdigen Beitrag zum 30. Jahrestag der DDR" leisten sollten, wie das im damaligen politischen Sprachgebrauch hieß. Dann war da eine Generalversammlung des Europäischen Regionalkomitees in Prag, es gab einen Elternbriefkasten und einen Konferenzbericht "Betreuung älterer Mitglieder". Vom Schulgartenunterricht an einer Blindenschule, von der Erfindung des Reliefglobus kann man in den alten Heften etwas erfahren.

In der "Blindenselbsthilfe" 2/1979 findet man Überschriften wie:

"Berufsprobleme als zentrale Aufgaben", "Bundestagung des AK EDV", "Befreiung von der Kfz-Steuer für alle Blinden", "Schachcomputer für Blinde", "Bürsten, Besen, Matten" in den Kleinanzeigen.

Manche Themen zogen sich in 25 Jahren durch beinahe alle Ausgaben der Verbandszeitschriften, manche alten Hüte tauchten neu verarbeitet wieder auf und passten erstaunlicherweise zur modernisierten Garderobe. Vielleicht finden wir beim rückwärts blättern genug Futter, um eine Rubrik: Was bewegte uns vor ... Jahren interessant genug gestalten zu können.
Ihr Dr. Thomas Nicolai

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DBSV-Nachrichten:

DBSV auf dem richtigen Weg

Am 6. Februar tagte das DBSV-Präsidium in Berlin. Im Anschluss sprachen wir mit dem Präsidenten:

Was brachte die erste Sitzung des Jahres 2004 an wichtigen Entscheidungen?

Jürgen Lubnau: So sehr viele Entscheidungen haben wir heute nicht getroffen, aber es gibt eine neue personelle Situation, es ist ein Umbruch. Der langjährige Geschäftsführer Hans-Dieter Später wird zum Ende des Monats Februar nach Erreichen der Altersgrenze aus den Diensten des DBSV ausscheiden, und Andreas Bethke tritt am 1. März seine Tätigkeit als Geschäftsführer an. Wir haben drei Prüfungsgremien, eine interne und zwei externe. Das wollen wir straffen. Die interne Prüfkommission soll nicht verpflichtet sein, den umfangreichen Aufgabenbereich des DBSV alle zwei Jahre völlig durchzuprüfen. Das ist mittlerweile auch kaum noch machbar. Sie soll die Chance haben, einzelne Bereiche aufzugreifen, zu prüfen und dem Präsidium Hilfestellung und Hinweise zu geben. Der Entwurf einer neuen Prüfungsrichtlinie wird von den beiden Kommissionsmitgliedern Hans-Werner Lange und Wolfgang Schludermann erstellt werden, sodass das Präsidium dann im März darüber entscheiden kann. Das ist vielleicht für die Hörer nicht so spannend, aber es ist für die verbandsinterne Arbeit schon sehr wichtig.

Inzwischen sind Sozialreformen gesetzlich verankert worden. Gibt es hier Bedarf seitens des DBSV, auf die Politik einzuwirken, auf künftige Entwicklungen oder auch auf die Information der Mitglieder?

Wir sind von einer Gesetzeslawine überrollt worden. Im Gespräch ist natürlich immer wieder: Was wird aus dem Blindengeld? Die Strategiekommission hat sich damit befasst, heute auch das Präsidium. Wir haben die Eckpunkte abgesegnet. Es wird eine Vorlage an den DBSV-Verwaltungsrat geben, um dort endgültig zu sagen: Wir wollen diese Eckpunkte zur Grundlage unserer Arbeit sowohl in den Landesverbänden, als auch für weiterführende gesetzliche Vorhaben, die in der Zukunft noch anzugehen sind, nehmen.

Was ist mit dem Antidiskriminierungsgesetz, das ja mancherorts vehement verlangt wird? Wir haben über das Gespräch mit der Ministerin, die erkennen ließ, dass dergleichen nicht vorgesehen ist, berichtet. Was machen wir nun?

Darüber wird natürlich weiter diskutiert, nicht nur bei uns, sondern auch bei den anderen Behindertenverbänden. Wir werden den Politikern deutlich machen müssen, wo es Bedarf an einer Spezialregelung gibt. Wir werden häufig auf die Generalklauseln z.B. im Bürgerlichen Gesetzbuch verwiesen – Treu und Glauben usw. Aber wir brauchen eine spezialgesetzliche Regelung; daran sind wir weiter interessiert. Wir müssen der Politik eben nachweisen, in welchen Bereichen ein erheblicher Bedarf ist, z.B. bei Versicherungsverträgen, wo Behindertengruppen oder Leute mit gesundheitlichen Handicaps benachteiligt werden, durch Risikozuschläge etwa, oder wo wir als Blinde auf einem Rummel ein Karussell nicht benutzen dürfen, auf Fähren nicht mitgenommen werden usw.

Die Strategiekommission entwickelt Strategien, Papiere. Nun fragen sich manche – wir sind ja beinahe wieder bei der Halbzeit zwischen zwei Verbandstagen – was geschieht mit dem Papier? Ist es geduldig oder wird es in Beschlüsse umgesetzt?

Es ist bereits in mehreren Fällen umgesetzt worden. Es gibt Beschlüsse zur so genannten Fortbildungsoffensive. Wir sind jetzt dabei, die Finanzierung endgültig sicher zu stellen, gehen davon aus, dass im 2. Halbjahr 2004 Fortbildungsveranstaltungen für ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter bei den Landesvereinen und beim DBSV stattfinden werden. Wir wollen das zu einem dauerhaften Prozess machen. Qualifizierung hilft, die Arbeit effizienter zu gestalten und die Qualität zu sichern. Wir wollen ja unsere blinden und sehbehinderten Menschen und die Angehörigen qualitativ hochwertig beraten und informieren. Es wird Anfang nächsten Jahres eine große Veranstaltung zum Bereich Rehabilitation zur Bewältigung des Alltags geben. Das ist ja auch ein Dauerthema, an dem wir dranbleiben müssen. Es wird darüber nachgedacht, ob der Bildungsausschuss wieder aktiviert werden soll, wenn ja, in welcher Weise, in welcher Zusammensetzung. Wir haben beim Verbandstag gesagt: Bildung nicht ohne uns. Und da müssen wir uns jetzt auch einmischen.

Die Beteiligung des DBSV an Tochtergesellschaften stand auf dem Programm. Gibt es dort neue Erkenntnisse? Auch das DBBW war noch mit dabei; das ist doch eigentlich abgeschlossen ...

Es ist eigentlich abgeschlossen. Da wird es demnächst die letzten Arbeiten geben. Es wurde auch über das Rehabilitations- und Mobilitätszentrum gesprochen. Die Leser werden sich entsinnen, da ging es ja um den Neubau in Hirschgarten, der wegen der nicht erteilten Baugenehmigung gescheitert ist. Da geht es auch um Abschlussarbeiten. Es wird vielleicht nicht gleich aufgelöst werden, aber die wesentliche Aufgabe ist entfallen.

Zur Deutschen Hörfilm-Gesellschaft ist zu sagen: Sie hat sehr erfolgreich gearbeitet. Es sind so gut wie keine Zuschüsse durch den DBSV als Gesellschafter geleistet worden, weil es nicht nötig war. Es sind viele Aufträge an Land gezogen worden, sodass man von einem erfolgreichen Arbeiten durchaus sprechen kann. Vielleicht noch eine Information: Es gibt ja eine Jury für die Hörfilmpreisverleihung. Es war notwendig, ein ausgeschiedenes Mitglied zu ersetzen. Wir haben beschlossen, Hans-Werner Lange, dem Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen, den Vorsitz in dieser Jury zu übertragen.

Noch ein Sprung über die Grenzen. Die EBU hat ja getagt und gewählt; wir berichteten darüber. Was sind hier die nächsten konkreten Schritte des DBSV?

Wir werden uns jetzt in die Arbeit heftig einmischen müssen. Es ist uns gelungen, die Kommissionen so zu besetzen, dass wir in den wichtigsten auch vertreten sind, z.B. in der Kommission, die Verbindung zur Europäischen Union hält. Dort sind Ressourcen vorhanden, die wir für unsere Arbeit auch aktivieren müssen. Wir haben unseren Hauptamtler Hans Kaltwasser dorthin entsandt. Die Leserinnen und Leser haben ja bereits erfahren, dass Wolfgang Angermann in das Präsidium der Europäischen Blindenunion gewählt worden ist.

Er muss sich natürlich dort erst einmal einarbeiten, sodass wir über ganz konkrete Vorhaben noch gar nicht sprechen können. Die Kommissionen müssen sich erst einmal etablieren und an die Arbeit gehen.

Ganz zum Schluss, übliche Frage nach den Finanzen. Probleme waren da, sind geschwunden, vielleicht sind sie schon ganz weg. Wie schätzt das Präsidium die derzeitige Lage, da der Jahresabschluss ja noch nicht ganz fertig ist, ein?

Ja, insofern ist es noch ein bisschen zu früh. Aber die Tendenz zeigt: Wir sind auf dem richtigen Wege, uns wieder zu konsolidieren. Wir werden natürlich weiterhin nach finanziellen Ressourcen Ausschau halten müssen, indem wir Personalkosten dadurch zu reduzieren versuchen, dass Projekte angeschoben werden. Das wird sicherlich auch eine Schwerpunktaufgabe des neuen Verbandsgeschäftsführers sein. Wir haben die Mittel, die dem Bundesverband von den Landesvereinen für den Umzug nach Berlin als Darlehen zunächst einmal bereit gestellt wurden, sicherlich sehr sorgsam ausgegeben. Es ist nichts verschwendet worden. Es ist noch nicht alles gelöst, was den Umzug angeht, aber wir gehen davon aus, dass die Summe nicht im vollen Umfang benötigt werden wird. Die Landesverbände können sicher sein, wir gehen sehr sorgsam mit dem bereit gestellten Geld um.

(Das Gespräch führte Dr. Thomas Nicolai; Kassetten und DAISY-Version im Originalton.)

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Persönliches

Dank und alle guten Wünsche

Rund 15 Jahre lang war Hans-Dieter Später als Geschäftsführer des DBSV tätig. Anfang März 2004 ging er in den Ruhestand, nachdem er am 5. Februar seinen 60. Geburtstag gefeiert hat. Wir sprachen mit ihm über gestern, heute und morgen:

Ruhestand klingt so absolut, so endgültig. Was geht Hans-Dieter Später durch den Kopf, wenn er daran denkt?
Hans-Dieter Später: Ich denke erst einmal an eine lange Zeit des Ausschlafens, vielleicht auch an einen etwas längeren Urlaub ...

Ich habe schon die Absicht, mich ehrenamtlich weiter zu betätigen, soweit das Blinden- und Sehbehindertenwesen mich braucht, auf regionaler oder überregionaler Ebene, das wird sich dann zeigen.

15 Jahre in dieser Position; da hat man mit vielen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern zu tun. Was muss man eigentlich mitbringen, um mit all diesen verschiedenen Menschen gut zusammenarbeiten zu können?

Organisationstalent, um überhaupt alles auf die Reihe zu kriegen. Man sollte einen gesunden Menschenverstand haben, die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen und Menschen zuzuhören.

Wie bist Du zur Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe gekommen?

Ich bin Technischer Kaufmann von Beruf und habe mich in dieser Branche betätigt – im Elektrobereich. Mein Wunschberuf war Architekt, aber das konnte ich schon nicht mehr werden. Ich hatte schon einen erheblichen Sehfehler auf dem linken Auge. Ich bin aber noch Auto gefahren; sogar Taxi gefahren. Es gab sogar eine Zeit, da ich an Wochenenden Reisebusse gefahren habe. Passiert ist nie etwas. Ich habe mein eingeschränktes Sehvermögen damals nie so gesehen, wie ich das heute beurteilen würde. Abgesehen davon: Vom Autofahren träume ich heute noch.

Mit 26 Jahren bin ich durch Netzhautablösung erblindet und seinerzeit zur Umschulung nach Düren gekommen. Diese Umschulung habe ich übrigens dem Blindenverein Bonn zu verdanken. Das Arbeitsamt und auch die Krankenkassen, die mich damals betreut hatten, tendierten auf Verrentung. Damals war es noch möglich, dass die Blindenvereine über Erblindungen unterrichtet wurden, und das war für mich ein riesengroßer Vorteil.

In Düren habe ich dann eine zweieinhalbjährige Ausbildung gemacht. Und dort erfuhr ich dann von der Ausschreibung der Geschäftsführerstelle beim Westfälischen Blindenverein und konnte meine Tätigkeit dort am 1. April 1975 aufnehmen.

Diese 14 Jahre beim heutigen BSVW habe ich natürlich auch genutzt, um den DBV kennen zu lernen.

Du bist schon eine lange Zeit mit Edeltraut – einer blinden Frau – verheiratet. Wie regelt Ihr Euren Alltag? Wie klappt das?

Wir sind ja nicht "nur" verheiratet. Wir sind ja auch beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt. Unser Tag ist immer ein gemeinsamer. Wir regeln unseren Alltag, wie man es professionell unter Blinden und Sehbehinderten tut. Wir umgeben uns auch zu Hause mit allerlei Hilfsmitteln, die es meiner Frau erleichtern, die passenden Sachen zusammenzustellen (Farberkennungsgerät). Wir haben eine PC-Ausstattung zu Hause. Ansonsten kämpfen wir uns, vor allem seitdem keine sehenden Kinder mehr im Haus sind, so durch die Landschaft wie alle anderen auch; mit allen Unzulänglichkeiten, die es da gibt, auch mit Erlebnissen, die Leute wie ich haben, denen man die praktische Blindheit nicht gleich ansieht.

Was waren die markanten Einschnitte in diesen 15 Jahren beim DBSV?

Spontan fällt mir ein die Wiedervereinigung Deutschlands und damit die Wiedervereinigung der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe. Das war in dieser Zeit das Highlight überhaupt. Als weitere Höhepunkte möchte ich jeden Verbandstag bezeichnen, ganz besonders den im Jahre 1998, wo erstmals in Arbeitsgruppen gearbeitet wurde, sodass die tatsächliche Mitarbeit der Delegierten gefordert war. Und das war für die Tätigkeit des DBSV sehr fruchtbar. Darüber hinaus hat man auf Grund der beruflichen Tätigkeit auch Kontakt gehabt zu Persönlichkeiten, zu denen man als "normaler Mensch" nie Kontakt bekommt. Ich denke an Politiker, mit denen ich reden konnte, mit denen ich gemeinsam am Tisch gesessen habe, ob das nun Herr Blüm, Herr Riester oder Herr Seehofer war, um nur einige zu nennen, oder Frau Fischer, an die ich mich auch sehr gern erinnere.

Wie wird man mit Rückschlägen fertig, Stichpunkt Hirschgarten oder Finanzprobleme? Wie kann man sich als Geschäftsführer zwischen den Reihen behaupten?

Das ist sicherlich nicht so ganz einfach, zumal dann, wenn man emotional nicht sehr stur ausgerichtet ist. Hirschgarten war ein absolut negatives Beispiel. Man hat ja ungeheuer viel Kraft hinein gesteckt. Ich habe ja auch mit der ehrenamtlichen Geschäftsführung des Ostdeutschen Blindenzentrums zusätzlich eine Aufgabe übernommen, die mich sehr belastet hat. Aber das sind Dinge, die man ja auch nicht alleine trägt: Vorstände, Gesellschafter, DBSV-Präsidium – alle zusammen verarbeiten wir auch einmal solche Niederschläge. Irgendwie gehört so etwas auch zum Leben. Langfristig auch gesundheitlich belastend sind natürlich solche Negativerlebnisse.

Gab es einen Moment, in dem Du gedacht hast: Beim DBSV mache ich jetzt Schluss; ich suche mir doch noch etwas anderes?

Nein. Das hat es eigentlich zu keiner Zeit gegeben. Ich habe mich in den insgesamt nun 29 Jahren mit voller Kraft für die Aufgaben eingesetzt, für die ich bezahlt worden bin.

Nun kennen die Mitarbeiter Hans-Dieter Später als Kollegen, als Chef, als jemanden, der ein Haus am Rhein hat, das auch schon zweimal unter Wasser stand. Über Deine Freizeitinteressen weiß man wenig. Welche Musik liebst Du? Was sind Deine Hobbys?

Meine Hobbys sind Familie, Haus und Garten. Seit einigen Jahren bin ich ein begeisterter Anhänger von Hörbüchern. Ich liebe klassische Musik, vor allem auch Kirchenmusik. Ich habe in verschiedenen Chören gesungen, und es mag auch sein, dass ich in einer Kantorei an meinem Wohnort wieder mitmache. Ich reise sehr gerne. Unsere Urlaubsziele sind so ausgewählt, dass man zu Fuß so viel wie möglich erleben kann.

Gibt es Ratschläge an die weitere Arbeit im DBSV? Welche Gedanken hast Du dazu an diesem Wendepunkt zum Ruhestand?

Wendepunkt ist vielleicht ein gutes Stichwort. Mit Ratschlägen würde ich eher etwas zurückhaltend umgehen wollen. Ich kann einmal nur wünschen, dass das Thema Blindengeld glücklich ausgeht, für diejenigen, für die wir uns als Verbände verantwortlich erklärt haben, dass ein Modell gefunden wird, das die einkommens- und vermögensunabhängige Leistung, die jetzt noch Blindengeld und Sehbehindertengeld heißt, erhalten bleibt.

Ansonsten ist meine Empfehlung bei all dem Großen, das der DBSV tut oder vor hat: Vergesst die einzelnen Mitglieder nicht! Vergesst die Menschen nicht, für die wir da sind, mit ihren sehr unterschiedlichen Anliegen! Nehmt Euch einzelnen Wünschen und Problemen genauso an wie den großen Dingen. Geht auch mit Gegnern menschlich um! Ich denke auch an politische Mandatsträger; ich habe es nie gemocht, aggressiv und ggf. sogar in Form von gehässigen Äußerungen oder von Verunglimpfungen an Politiker heranzugehen. Geht also auch weiterhin respektvoll, höflich und freundlich mit diesen Menschen um!

Wenn dieses Gespräch veröffentlicht wird, ist Hans-Dieter Später 60 Jahre. Damit gehört er ja immer noch zu den jungen Alten. Glückwünsche zum 60. und alle guten Wünsche für beste Gesundheit im Ruhestand, der bestimmt gar nicht so ruhig werden wird.

Dankeschön.

(Das Gespräch führte Dr. Thomas Nicolai, Kassetten- und DAISY-Version Originalton.)

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Aktuelles:

Der neue Geschäftsführer am Start

Seit dem 1. März ist Andreas Bethke Geschäftsführer beim DBSV; wir baten ihn, sich kurz vorzustellen:

Andreas Bethke: Zunächst ein herzliches Willkommen an alle Leserinnen und Leser, alle Hörerinnen und Hörer der "Gegenwart". Ich freue mich, dass ich seit dem 1. März in der DBSV-Geschäftsstelle tätig sein und die Geschäftsführung inne haben darf.

Ich stamme aus der Nähe von München, habe dort die Blindenschule besucht, dann in Marburg Abitur gemacht und Biologie studiert, bin also Diplom-Biologe. Nach dieser Ausbildung bin ich in den sozialen Bereich gewechselt, habe zunächst beim Bayerischen Blindenbund das Textservice-Zentrum BIT geleitet, um dann 1995 die Geschäftsführung des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) in Marburg zu übernehmen.

Ich bin verheiratet, bin 42 Jahre alt. Wir haben eine kleine Tochter, sie ist jetzt neun Monate alt. Ich selbst bin blind seit meiner Geburt, wie man ja dem Lebenslauf mit dem Besuch der Blindenschule schon entnehmen kann.

Wir kommen gleich zu einem wichtigen fachlichen Thema: Die Blindengeldkonferenz des DBSV hat in Osterode stattgefunden; einige aktuelle Informationen dazu aus erster Hand ...

Diese Tagung hat eine außerordentlich große Resonanz gefunden. Etwa 50 Blindengeldexperten aus den Ländern und von den korporativen Mitgliedern des DBSV hatten sich getroffen und haben natürlich zunächst noch einmal festgestellt, dass das Blindengeld die wesentliche Leistung ist, die uns die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht und dass wir alles daran setzen werden, diese Leistung zu erhalten. Wir haben allerdings auch festgestellt, dass inzwischen ein sehr großes Gefälle zwischen den Blindengeldern, die in den einzelnen Ländern gezahlt werden, besteht, dass weitere Ungerechtigkeiten entstanden sind und dass sich die Länder inzwischen austauschen und mittlerweile aufeinander verweisen, wenn sie wieder einmal mit Kürzungsvorschlägen und –forderungen an uns herantreten.

Wir haben daraus gelernt, dass Blindengeld keine Landesangelegenheit mehr ist, sondern dass auch wir uns austauschen, absprechen und gemeinsam planen müssen, dass bundesweit koordiniert werden muss, wenn wir um unser Blindengeld kämpfen.

Die erste Aufgabe - darin waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig – wird es weiterhin sein, die bestehenden Blindengeldsysteme zu verteidigen. Aber wir waren uns auch darin einig, dass wir es als mittelfristiges Ziel wieder schaffen müssen, einheitliche Lebensbedingungen auch hinsichtlich des Blindengeldes bundesweit zurück zu gewinnen. Wir werden uns also darum bemühen, Eckpunkte zu formulieren, wie denn eine Bundesregelung für ein bundesweites Blindengeld aussehen könnte.

Die Konferenz war ja in einer Zeit, da in mehreren Ländern einige Turbulenzen gerade anstanden. Wie verträgt sich das: Berlin verkraftet 20 Prozent, ohne aufzuschreien, Niedersachsen hat im vergangenen Jahr auch einiges hingenommen, Bayern kämpft um 10 Prozent ... Verträgt sich das? Kommen die Länder trotzdem zusammen oder macht dann doch jeder seins?

Die Länder haben ganz unterschiedliche Möglichkeiten genutzt, aktiv zu werden. Die einen haben mehr verhandelt, die anderen sind mehr auf die Straße gegangen. Aber es hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass wir unsere Methoden aneinander angleichen und dass wir natürlich auch bundesweit Ziele formulieren müssen.

Ich glaube schon, dass es heute darum geht, in jedem Fall weitere Kürzungen zu verhindern. Aber das wird nicht das Einzige sein. Wir werden uns auch darum kümmern müssen, Ungerechtigkeiten, die durch die unterschiedlich starken Kürzungen entstanden sind, zu beseitigen und auch ganz neue Akzente zu setzen: Denken wir daran, dass es nur in ganz wenigen Ländern ein Sehbehindertengeld gibt, dass Menschen, die in häuslicher Pflege sind, gegenüber denen in stationärer Pflege benachteiligt sind wie auch junge Menschen in vielen Ländern gegenüber älteren ...

Wo will man sich wiederfinden, auf einem Durchschnittswert, dem man sich annähern will, oder hat man Berechnungen, wie das Blindengeld eigentlich aussehen sollte?

In den Regelungen zur Blindenhilfe wird blinden Menschen ein Bedarf von 585 Euro zugeschrieben. Diesen Bedarf gilt es erst einmal durchzusetzen und mit Argumenten zu belegen. Das wollen wir in den nächsten Monaten zunächst einmal tun. Denn dass wir diesen Bedarf haben, das ist unstrittig.

Wir sind allerdings auch der Meinung, dass wir, wenn blinde Menschen zu uns kommen, und wir ihnen dabei helfen, das Blindengeld zu beantragen, ihnen auch dabei helfen müssen, zu verstehen, warum sie dieses Blindengeld bekommen. Wir müssen sie selbstbewusst genug machen, damit sie dieses Blindengeld auch für ihre blindheitsbedingten Aufwendungen ausgeben ohne Skrupel dabei zu haben, ohne dieses Blindengeld als Almosen zu empfinden. Wir meinen, dass Blindengeld eben kein Luxus ist, sondern ein Nachteilsausgleich, den wir unbedingt brauchen.

Wie lautet die Botschaft der Blindengeldkonferenz an jeden Einzelnen?

Die Botschaft ist: Setzen Sie das Blindengeld selbstbewusst für Ihre blindheitsbedingten Mehraufwendungen ein und berichten Sie darüber Ihren Blinden- und Sehbehindertenorganisationen. Wir wollen diese Erfahrungsberichte zusammenstellen und unsere Argumente damit untermauern. Helfen Sie uns auch, wenn wir Sie dazu aufrufen, Aktionen für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Blindengeldes zu unterstützen. Wir müssen zusammenstehen, um unsere Vorhaben zu verwirklichen. Auch unsere Experten werden dazu ihren Beitrag leisten. Sie werden versuchen, künftig nicht mehr Verband für Verband zu handeln, sondern abgestimmt und organisationsübergreifend.

Soviel für heute zum Thema Blindengeld. Über neue Entwicklungen werden wir in der "Gegenwart" aktuell berichten.

Vielen Dank.

(Das Gespräch führte Dr. Thomas Nicolai; Kassetten- und DAISY-Version im Originalton.)

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Europawahl am 13. Juni 2004

Neben 13 Landtags- und Kommunalwahlen in der Bundesrepublik steht am 13. Juni 2004 die Wahl zum Europäischen Parlament an. Damit blinde und stark sehbehinderte Wählerinnen und Wähler auch bei dieser Wahl wiederum selbstbewusst und selbstbestimmt ihr Wahlrecht mittels Stimmzettelschablone ausüben und damit an wichtigen europäischen Entscheidungen teilhaben können, trafen sich am 4. Februar 2004 in Berlin auf Einladung des DBSV Vertreter der Landesvereine, des Bundesinnenministeriums und dem stellvertretenden Wahlleiter von Berlin zu einer vorbereitenden Besprechung.

Es bestand Konsens bei allen 30 Teilnehmern darüber, dass aufgrund der bei Europawahlen geringeren Anzahl von Wahlkreisen – nur ganze 16 – eine Chance besteht, zu weiteren Vereinheitlichungen für Stimmzettelschablonen zu kommen. Der DBSV wird in Abstimmung mit dem DVBS, Pro Retina Deutschland e.V. und dem Bund der Kriegsblinden Deutschlands bei dieser Wahl wie 2002 die Federführung in Sachen Wahlschablonen übernehmen.

Hans-Karl Peter

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Das Jahrbuch 2004

Mit vielen interessanten Informationen und Berichten ist es noch erhältlich bei:

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.
Rungestr. 19
10179 Berlin
Fax: (0 30) 28 53 87-20
E-Mail: publik@dbsv.org
Greifen Sie zu! Bitte Mindestbestellmenge (50 Exemplare) beachten!

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In Kürze:

Europäischer Protesttag

Zahlreiche Verbände und Selbsthilfegruppen wollen am 5.5. das Thema Sozialreformen in den Mittelpunkt ihrer Aktionen stellen, um damit auf die Rechte, Interessen und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen, ihrer Angehörigen sowie ihrer Organisationen aufmerksam machen.

Die Aktion Mensch wird sich auch in diesem Jahr mit Aktionsmittelpaketen, mit Aktionsvorschlägen sowie durch Fördermöglichkeiten an der Vorbereitung des Protesttages beteiligen.

Nähere Informationen bei der
Aktion Mensch
Tel.: (02 28) 20 92-3 91

Audiodata jetzt in der Baum-Gruppe

Seit 1.1.2004 gehören die Firmen Audiodata und Baum Retec AG zusammen. als 100-prozentige Tochter der Baum Retec AG bleibt die "Audiodata gmbh" eine separate Firma mit ihrer eigenen Produktpalette. Kundenbetreuung und Support für alle bisherigen Produkte werden weiterhin von den langjährigen Mitarbeitern geleistet. Ihr Know-how wird in zukünftige Produkte mit eigenem Profil einfließen, die unter der bewährten Marke Audiodata vertrieben werden. Geschäftsführer der Audiodata gmbh werden ihre bisherigen Vertriebs- und kaufmännischen Leiter, Bardo Hoffmann und Marcel Horvatitsch.

Besonderes Gewicht für die Firmengruppe hat zukünftig die Entwicklung einer Screen-Reader-Software, welche die besten eigenschaften von Blindows und Virgo vereinigen soll.

Audiodata-Gründer Joachim Frank will der Firmengruppe als Berater zur Verfügung stehen und sich insbesondere in firmenübergreifenden Projekten engagieren.

Hilfsmittel- und Dienstleisterausstellung beim ABSV

Der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV) führt seine diesjährige Hilfsmittel- und Dienstleistungsausstellung am 27.3. von 10 bis 17 Uhr im Haus der Berliner Blinden, Auerbacher Str. 7, Berlin-Grunewald, durch.

Als besonderen Service will der Veranstalter mit einem Informationsangebot Klarheit in den Dschungel der Gesundheitsreform bringen sowie letzte Fragen zum Blindengeld und zur Blindenhilfe-Situation klären helfen.

Die Aussteller präsentieren u.a. Hilfsmittel für den täglichen Gebrauch sowie vergrößernde Sehhilfen. Zudem stellen sich Dienstleister aus den Bereichen Haushaltshilfe, Begleitdienst, Renovierungs- und Reparaturservice sowie Einrichtungen aus dem Betreuungs- und Pflegebereich vor.

Nähere Informationen unter Tel.: (0 30) 8 95 88-123

Jugendreise an die polnische Ostseeküste

Vom 16. bis 25.10. findet diese Reise für blinde und sehbehinderte junge Leute nach Kolberg statt (Abreise von Paderborn). Mit dabei ist ein geschultes Betreuerteam.

Anmeldung und Infos auch zu weiteren Reisen für behinderte Jugendliche:
Youth Adventure Tours - Nolte & Nolte Reisen
Gessener Str. 21a
33106 Paderborn
Tel.: (0 52 54) 95 76 47
E-Mail: info@wheelsmeetfeet.de
Internet: www.youthadventuretours.de

Internationale Erlebnis- und Begegnungsfreizeit

Vom 17. bis 31.7. findet in Klingenberg an der Ostsee für insgesamt 20 junge Leute von 16 bis 28 Jahren aus ganz Europa eine Freizeit statt. Die Unterbringung erfolgt in einer behindertengerechten Jugendherberge.

Zum Programm gehören: Segeln, Rudern, Tracking, Autofahren, Klettern, Tandemfahren, Schwimmen, Reiten, Tanzen, Besichtigungen von Städten, Museen und einer Feuerwehrstation. Die Verständigung läuft über Englisch.

Veranstalter und Anmeldung:
Leos - Die Jugendorganisation des Lyonsclub
Clara Sturzenbecher
Tel.: (0 40) 87 08 30 55
E-Mail: clara.st@gmx.de

11. Internationales Computer Camp

Das ICC 2004 in Budapest (Ungarn) für sehgeschädigte Schülerinnen und Schüler findet vom 4. bis 11.7. (für 15- bis 17-jährige) und vom 14. bis 21.7. (für 17- bis 19-jährige) statt. In diesem Jahr werden 100 Teilnehmer aus 20 Ländern erwartet. Workshops und Freizeitprogramm werden in englischer Sprache absolviert.

Informationen und Anmeldungen:
Universität Karlsruhe (TH)
Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS)
Angelika Scherwitz-Gallegos
Engesserstr. 4
76128 Karlsruhe
Tel.: (07 21) 6 08-48 32
E-Mail: scherwitz@szs.uni-karlsruhe.de
Internet: www.szs.uni-karlsruhe.de

Weitere Infos auch unter: http://www.icc-camp.info

Bildungsfreizeit

Die Politische Akademie Biggesee bietet auch 2004 eine Bildungsfreizeit für Blinde und Sehbehinderte an.

Termin: 11. bis 16.7.

Folgende Themen auf dem Programm:

Nähere Informationen und Anmeldung bei:
Helmut Frenz
Jahnstr. 45
32139 Spenge
Tel.: (0 52 25) 93 21 (18 bis 20 Uhr)

Interessiert erholen an der Ostsee

Das verspricht das Jahresprogramm des AURA-Hotels Boltenhagen. Dazu gehören u.a.:

15. bis 19.3. Kulinarische Woche
1. bis 4.4. Wohlfühlwochenende
14. bis 18.4. 6. Bücherfrühling

Weitere Informationen und Anmeldung bei:
AURA-Hotel Boltenhagen
Tel.: (03 88 25) 37 00
Internet: www.ostseeperlen.de

Wandern im Teutoburger Wald

Vom 8. bis 14.5. lädt das AURA-Zentrum Bad Meinberg zur Wanderwoche ein. Erwandert wird eine Strecke von ca. 60 km vom Fuße des Velmerstots bis zur Sparrenburg in Bielefeld. Berührt werden u.a. die Externsteine und das Hermannsdenkmal.

Nähere Informationen und Anmeldung im
AURA-Zentrum Bad Meinberg
Tel.: (0 52 34) 90 40

Fortbildungen im Low Vision Bereich

Fokus e.V. bietet ein Fortbildungskonzept im Bereich Low Vision in fünf Modulen an; drei davon finden im Jahr 2004 statt:

18. bis 20.3. Low Vision erfahren und begreifen
17. bis 19.6. Low Vision Evaluation
4. bis 6.11. Vergrößerung in der Low Vision Rehabilitation

Alle Veranstaltungen finden beim Integrationsfachdienst, Lupusstr. 22 in 50670 Köln, statt.

Nähere Informationen und Anmeldung bei
Fokus e.V.
Ginsterweg 4
35041 Marburg
Tel.: (0 64 21) 3 42 70
E-Mail: info@fokus-ev.de
Online-Anmeldung unter www.fokus-ev.de/fortbild.html

Von Wien nach Jordanien reisen

Eine Reise Ende April nach Jordanien sucht noch Teilnehmer. Das Programm ist auf die Bedürfnisse Blinder abgestimmt, für Assistenz muss aber jeder selbst sorgen. Ausgangspunkt der Reise ist Wien.

Weitere Informationen gibt
Frau Burgi Fuchs
Tel./Fax: (00 43) 22 52 - 25 97 65
E-Mail: blindenheli@hotmail.com

DZB auf Leipziger Buchmesse

Hier feiert die Branche vom 25. bis 28.3. ihr Frühjahrsfest.

Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig freut sich auf Ihren Besuch in Halle 3, am Stand H216.

Nähere Informationen unter Tel.: (03 41) 71 13-137

Helfer für Dunkelrestaurant gesucht

Für den Probebetrieb (Gästebetreuung, Servicebereich) eines Dunkelrestaurants ("Aus:Sicht") in Eßlingen werden blinde Helfer gesucht, die sich zutrauen nach eingehender Schulung im Dunkeln zu arbeiten. Wenn der sechswöchige Test, der Ostern beginnen soll, positiv ausfällt, könnte auch eine ständige "Aus:Sicht" entstehen.

Nähere Informationen beim
Verein "Aus:Sicht"
Barbara Antonin
Tel.: (07 11) 3 16 18 98
oder Peter Ellinger
Tel.: (07 11) 44 53 06

Hörfilme in den City-Kinos München und Hörfilmkino des BBSB

City Kinos, Sonnenstr. 12, München, jeweils 13.00 Uhr:

7.3. Chiken Run - Hennen rennen
4.4. Cinema Paradiso

Hörfilmkino des BBSB, Arnulfstr. 22, München, jeweils 19.00 Uhr:

5.3. Nach fünf im Urwald
2.4. Roula

Malen trotz Handicap

Der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) sucht auch in diesem Jahr Künstler und Freizeitmaler, die den farbigen Kunstkalender "Kleine Galerie 2005" mitgestalten (möglichst Hochformate). Die Maltechnik ist freigestellt.

Eine Jury wählt die 12 Monatsbilder und das Titelbild aus. Jedes veröffentlichte Gemälde wird mit 100 Euro und Freiexemplaren honoriert. Zur Einsendung werden Fotos (auch auf CD) bevorzugt, Originalbilder bitte nur nach Rücksprache versenden. Den Einsendungen sollte eine kurze Vorstellung des Künstlers und des Gemäldes beiliegen sowie Titel und Maltechnik des Bildes.

Einsendeschluss: 16.4. an den
BSK
Kennwort "Kleine Galerie 2005"
Altkrautheimer Str. 20
74238 Krautheim
Weitere Infos: Tel.: (0 62 94) 42 81-36

Service für blinde Kunden

Auf Wunsch werden die über 500 Produkte von B&W Naturpflege mit einer Braille-Beschriftung ausgestattet. Dieser Service ist kostenlos.

An einer barrierefreien Gestaltung des Internet-Shops wird gearbeitet. Die Realisierung wird jedoch bis voraussichtlich 2005 dauern. Dort kann man aber schon jetzt einen gedruckten Katalog anfordern und sich über die Angebote weiter informieren: www.naturpflege.de

Nähere Informationen unter
Tel.: (0 20 52) 9 52 40
Fax: (0 20 52) 95 24 49
E-Mail: wolfgang.becker@naturpflege.de

Museum im Dunkeln

Noch bis zum 4.4. zeigt das Städtische Museum Abteiberg in Mönchengladbach (Montag geschlossen), Kunst im Dunkeln. Zwölf Skulpturen von namhaften Bildhauern sind ausschließlich mit den Händen wahrzunehmen. Sie stehen in einem abgedunkelten Raum. Damit eröffnet die Präsentation nicht nur Blinden Zugang zu Kunst, sondern auch Sehenden einen Bezug zu den Erfahrungsmöglichkeiten von blinden Menschen. Die Ausstellung wird unterstützt durch den Blinden- und Sehbehindertenverein für Mönchengladbach und Viersen.

Auskunft im Museum
Tel.: (0 21 61) 25 26 36

Bit-Tipp

Hardo, Trutz: "Der blinde Dichter"
Erschienen im Selbstverlag 2001.

In Berlin der neunziger Jahre nach dem Fall der Mauer lebt ein blinder Dichter, der sich in die Heimleiterin des Blindenvereins verliebt und sie schließlich heiratet. In seiner Vorstellung ist seine Frau eine Schönheit, welche er in seinen Gedichten mit jener Helenas gleichsetzt. Durch Zufall aber hört er das Gespräch zweier Frauen, die seine Frau als die hässlichste der Welt beschreiben. Nun stürzt für ihn eine Welt der Illusion zusammen. Er fühlt sich als der betrogenste Ehemann der Welt.

Hornef-Blau, Johanna: "Unterwegs mit der Transsibirischen Eisenbahn"
Erschienen beim Fischer Verlag, Frankfurt/Main, 1998.

Von Moskau bis Wladiwostok führt die längsten Eisenbahnstrecke der Welt. Die Reise ist eine Erfahrung von Raum und Zeit, von Ferne und Entfernung.

Bit "Lohnsteuer-Ratgeber 2004"
Erschienen in München, 2003.

Lohnsteuerhilfe für 2004.

(Alle Titel sind auf Hör-Kassetten lieferbar.)

Bit-Katalog - Stand: Januar 2004

Der Katalog des Bit-Zentrums umfasst bereits ca. 1.700 Titel. Er ist auf Diskette (ASCII) käuflich zu erwerben.

Aktuelle themenbezogene Listen gibt es kostenlos in Punktschrift oder in Schwarzschrift sowie per E-Mail: bit-bestellservice@bbsb.org

Nähere Informationen beim
Bit-Zentrum
Frau Elmer
Tel.: (0 89) 5 59 88-134

Unsichtbare Realität - ein Film mit Blinden über Blinde

Auf die Suche nach den Orientierungspunkten im Leben von drei blinden Menschen begibt sich ein Kurzfilm von Jörg Sorge. Die Bedeutung von Blindenhund, Langstock und Reliefbuch sowie der Umgang mit Haushaltsgeräten werden dabei vorgestellt. Das 17 Minuten lange Werk wurde mit zusätzlichen Erläuterungen für Blinde (Audiodeskription) versehen und ist als DVD erhältlich beim

Kom-in-Netzwerk
Ortsstr. 48
07330 Unterloquitz
Tel.: (03 67 31) 2 22 22
E-Mail: info@kom-in.de
Homepage: www.kom-in.de

Neue Adresse BBW Chemnitz in Berlin

Die Geschäftsstelle Berlin der SFZ Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte gGmbH ist umgezogen. Sie befindet sich jetzt in der Georgenstr. 35 in 10117 Berlin (5. Etage), direkt am Bahnhof Friedrichstraße.

Tel.: (0 30) 72 61 68 71 (Frau Dr. Ziethlow)

Tel.: (0 30) 72 61 68 73 (Frau Vollbrecht)

Neben dem bereits erfolgreich laufenden Punktschriftunterricht (Vollschrift, Kurzschrift, Lesetraining und Computer-Braille) für Selbstzahler können blinde und sehbehinderte Interessierte jetzt auch individuelle, kostenpflichtige Beratung zur erfolgreichen Selbstvermarktung (Image und Outfit; individuelle Präsentation; Wege und Möglichkeiten in die wirtschaftliche Selbstständigkeit) erhalten.

Ertastbare Lausbubengeschichten

Die berühmten Lausbubengeschichten von Max und Moritz wurden durch die Grenzenlos gGmbH (ehemals Projekt Rosi) in Erfurt, taktil aufgearbeitet. Die Streiche sind als Gesamtwerk in zwei Bänden erhältlich (Plastikreliefseiten mit unterlegtem Großdruck und farbenfrohen Zeichnungen).

Das Angebot an Lehr- und Lernmaterialien erfuhr eine Erweiterung durch das Buch "Rechnen mit der Zahlenraupe", mit dem den Sprösslingen mathematische Grundlagen spielerisch nahe gebracht werden sollen.

Nähere Informationen und Bestellungen bei der
Grenzenlos gGmbH
Verlag und Druckerei für Blinde und Sehbehinderte
Moskauer Str. 114
99091 Erfurt
Tel.: (03 61) 7 92 09 41
oder per Internet unter www.grenzenlos-ggmbh.de

(auch Online-Bestellung ist möglich).

Korrektur und Hinweis

In der Februar-Ausgabe der "Gegenwart" hatten wir darüber informiert, dass die Broschüre "Mobil trotz Handicap", herausgegeben von der Deutschen Bahn AG, jetzt auch auf 2 CD's erschienen ist. Das ist zwar richtig, nur handelt es sich bei dieser relativ kleinen Auflage zunächst um einen Test. In einer aktuellen Ausgabe, über deren Erscheinen die "Gegenwart" rechtzeitig informieren wird, sollen die Hinweise blinder und sehbehinderter Nutzer zur Testversion berücksichtigt werden. Einige Testexemplare dürften bei den DBSV-Landesvereinen noch erhältlich sein.

Interviewpartner gesucht

"Die Arbeitssituation und das berufliche Umfeld blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland" - das ist der Titel eines aus privatem Interesse durchgeführten Fallstudienprojektes, in dessen Rahmen Eriko Watanabe, eine Studentin aus Japan (selbst blind und seit einiger Zeit in Deutschland lebend) Telefon- bzw. E-Mail-Interviews führt. Gesucht werden weitere Interview-Partner: Blinde oder stark sehbehinderte Berufstätige, die in festen Anstellungen arbeiten. Bis Ende Mai diesen Jahres sollen alle Interviews abgeschlossen sein.

Es ist möglich, dass Ergebnisse des Projektes in einigen Fachzeitschriften des Blindenwesens in Japan veröffentlicht werden.

(Persönliche Daten werden dann anonymisiert und in keinem Fall weitergegeben).

Wer als Interviewpartner zur Verfügung stehen möchte, erreicht Frau Watanabe unter:
Tel.: (08 21) 5 99 98 27
oder per E-Mail: erikow@attglobal.net

Sehhilfe-Bibliothek

Eine virtuelle Beratungsstelle für öffentliche Bibliotheken sowie für blinde und sehbehinderte Menschen soll im Rahmen eines von der EU sowie vom Land Sachsen-Anhalt geförderten Projektes entstehen. Das beim BSV Sachsen-Anhalt angesiedelte Projekt wird an der Stadt- und Kreisbibliothek in Genthin realisiert. Eine informative Web-Site soll einerseits Mitarbeitern öffentlicher Bibliotheken über spezielle Belange von Menschen mit Sehproblemen aufklären, andererseits Veranstaltungshinweise verbreiten sowie sehbehinderte und blinde Nutzer darüber informieren, wo sie Rat und Hilfe sowie geeignete Literatur bekommen. Die Genthiner Bibliothek will ihre Erfahrungen gezielt an andere öffentliche Bibliotheken weitergeben. Der BSV Sachsen-Anhalt sieht in dem Projekt gute Chancen für eine Intensivierung seiner Öffentlichkeitsarbeit.

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