Gegenwart 03 / 2005 - ausgewählte Beitträge

"Die Gegenwart" erscheint monatlich (Juli / August als Doppelnummer)

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Inhaltsverzeichnis

Editorial

Unser Thema Nr. 1

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

welchen Themen soll man sich eigentlich zuwenden, wenn das eine Thema immer wieder für Unruhe, Empörung und Enttäuschung Anlass gibt - das Thema "Blindengeld".

Das Ringen um die Erhaltung oder - wie in Niedersachsen - Wiedereinführung des blindheitsbedingten Nachteilsausgleiches fordert von der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe ungeheuer viel Kraft und nicht wenig Optimismus.

Wie heißt es doch in einem alten chinesischen Sprichwort: "Gebt den Blinden Geld und sie können sehen!" Viel haben wir schon darüber geschrieben - und jeder Betroffene weiß das am besten, was es bedeutet, wenn man Nichtsehenden das Blindengeld nimmt.

Jetzt spricht auch die CDU-Fraktion im Freistaat Thüringen davon, perspektivisch ein Landesblindengeld nur noch an jüngere Leute zu zahlen und die mehr als 95-prozentige Mehrheit auf die einkommens- und vermögensabhängige Blindenhilfe zu verweisen.

Wie schnell sich Politikermeinungen doch ändern; noch Ende 2004 hatte der Ministerpräsident zwar von notwendigen Kürzungen gesprochen, das "Niedersachsenmodell" jedoch nicht in Erwägung gezogen.

Wie wird es Anfang März aussehen, wenn Sie diese Zeilen lesen?

In der Februar-Ausgabe wurde zur Flutopferhilfe aufgerufen. Und trotz begründeter eigener Sorgen spendeten etliche unserer Leser. Das Sonderkonto der Blindenstiftung Deutschland hatte am 10.02. einen Stand von 11.900 Euro.

Dafür vielen Dank

Ihr Dr. Thomas Nicolai 

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Standpunkte:

Hanna, wir müssen sparen - aber wo?

Heutzutage, da in den Familien und auch bei allein lebenden Menschen alles, aber insbesondere die Euros knapper werden, wird über das Für und Wider von Ausgaben nachgedacht.

Die eine oder andere Gewohnheit wird auf den "Prüfstand" gestellt. Ganz "Kluge" meinen nun, die Ausgaben für Vereinsmitgliedschaften kann ich mir nun sparen, - besonders den Mitgliedsbeitrag für den Blinden- und Sehbehindertenverband kann ich mir "schenken", was kommt denn eigentlich von dort?! - Ersparen Sie, liebe Leser, mir die Aufzählung von Leistungen, die unsere Landesverbände, mehr oder weniger vom einzelnen Mitglied bemerkt, erbringen. Versetzen Sie sich mit mir in die Gedankenwelt unseres fiktiven Mitgliedes A. Mayer, der, wie jeden Donnerstag, am Abend in seiner Stammkneipe vor seinem Bierglas sitzt und auf die Freunde wartet, lesen Sie also mit mir seine Gedanken! Heute ist es recht früh, hört sich an als sei keiner in der Wirtschaft; na ja, es wird alles teurer und da überlegen sich die Leute, ob sie wie gewohnt noch so oft ins Wirtshaus gehen, Hanna hat mir ja auch auf den Weg gegeben, ein Bier weniger zu trinken, weil überall die Preise steigen, gestern waren sie auch da und haben den Jahresbeitrag für den "Blindenverband" kassiert. "Was bringt uns das eigentlich?", diese Frage stellt Hanna jetzt immer, wenn Geld ausgegeben wird.

Ja, was ...? - Da war doch der schöne Urlaub im letzten Jahr in der AURA-Pension, wir waren da toll betreut, und auch Hanna konnte mal so richtig ausspannen, abends die Runden mit anderen Blinden und Sehbehinderten, viel Neues und Hilfreiches hat man da erfahren. Ja und das Treffen in der Selbsthilfegruppe, da gibt es doch immer neue Informationen, man kann auch einfach nur quatschen. Hätte ich doch beinahe vergessen, dass ich ja auch bei der Klage gegen die Ablehnung meiner neuen Braille-Zeile durch die Kasse sogar Beratung und Unterstützung vom Verbandsjuristen hatte, nun habe ich das Ding zu Hause und bin glücklich darüber. Wie war das aber damals, als man mir die Perspektive "blind" eröffnete? Wahrscheinlich hatte ich Glück, dass die Krankenschwester jemanden vom Verband vorbeischickte, als meine Welt zusammengebrochen war. Der war ja selber blind und sogar selbstständiger Physiotherapeut, das hatte mir Mut gemacht.

Mit der Autoschlosserei war es nun vorbei, aber mit der Unterstützung des Verbandes hat es sehr schnell geklappt mit der Umschulung im Berufsförderungswerk, im Praktikum im Call Center hast du auch noch andere Blinde kennen gelernt, und nach der Ausbildung hat es ja auch nicht lange gedauert, dass sie dich bei der Center-Erweiterung eingestellt haben, macht doch Spaß, die Arbeit. Na und was die alles auf die Beine gestellt haben, als es mit der Blindengeldkürzerei los ging, man darf sich ja auch nicht alles gefallen lassen. Wie sagte Günther, die Freifahrten und die Rundfunkgebührenbefreiung wollten uns "die" in Berlin auch streichen, aber da haben wir ihnen ja tüchtig in die "Suppe gespuckt", aber da müssen wir weiter mächtig aufpassen. In Bremen haben wir mit unserer Demo die Streichung des Blindengeldes verhindern können, aber in Niedersachsen hat es trotz der Riesendemo nicht geklappt, war ja ein Superereignis dort, aber aufgeben darf man nicht und gemeinsam werden wir Blinden und Sehbehinderten den Politikern schon "Beine machen"! - Eigentlich wolltest du auch sportlich wieder mehr tun, Günthers Tandem kannst du ja nun doch kaufen. Hanna hat ja das Radfahren im Urlaub nach anfänglichen Schwierigkeiten Spaß gemacht, und nun kann sie, wie sie betont, bestimmen, wo es lang geht! Das Geld für das Rad hat sie schon "bewilligt". Vielleicht fahren wir damit auch zum Sommerfest der Kreisorganisation, da können wir den "Alten" zeigen, dass es mit unserem Verband weitergeht.

Da höre ich Günther und Klaus kommen, vielleicht fällt denen noch etwas ein, was wir vom Verband erwarten ...?! Und was erwarten Sie noch vom Verband, lassen Sie es die "Gegenwart" und mich wissen!

Hans-Joachim Krahl

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Blindengeld

"Ja" zum Volksbegehren der Blindenselbsthilfe!

Wir geben nicht auf! Delegierte des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen e.V. sprachen sich einstimmig für ein Volksbegehren aus.

Mit dem im Dezember 2004 beschlossenen Landesblindengeld-Modell der CDU/FDP geführten Landesregierung fallen mehr als 90 Prozent der bisher anspruchsberechtigten blinden Menschen aus der Leistung heraus.

Damit wurde von der Landesregierung, ohne je bestritten zu haben, dass diese Leistung sinnvoll und für die Betroffenen absolut notwendig ist, eine soziale Errungenschaft von größtem Wert geopfert!

Deswegen war bereits im Dezember ein außerordentlicher Verbandstag des BVN einberufen worden. Am 29.01.2005 trafen die Delegierten aus ganz Niedersachsen in Hannover ein, um das angekündigte Volksbegehren offiziell zu beschließen. Nach drei Stunden intensiver Diskussion folgten die Delegierten dem Vorschlag des BVN-Vorstandes und sprachen sich einstimmig für das Volksbegehren aus. Die Vorsitzende des BVN, Frau Helga Neumann, und der Geschäftsführer, Hans-Werner Lange, erklärten die Rahmenbedingungen und zeigten die "Hürden" auf, die bei diesem Volksbegehren zu meistern sind. Schon jetzt steht fest, dass die Blinden in Niedersachsen hierzu ganz besonders auf die Hilfe aus der Bevölkerung und den großen Sozialverbänden Niedersachsens angewiesen sein werden. Doch die Zuversicht ist groß, weil sich schon im Kampf um das Blindengeld im letzten Jahr mehr als 161.000 Bürger solidarisch erklärt hatten. Allerdings werden jetzt ca. 603.000 Unterschriften nötig sein, um das Volksbegehren erfolgreich durchführen zu können. Voraussichtlich wird im April der Start sein. Dann wird ein besonderer Aufruf an die Bevölkerung Niedersachsens ergehen.

(Aus einer Pressemitteilung des BVN vom 29.01.2005)

Ergänzung:

DBSV-direkt, der Online-Informationsdienst des DBSV, hatte in seiner Ausgabe 06/2005 brandaktuell über die Entscheidung für das Volksbegehren berichtet und zum Verfahren noch einige Erläuterungen gegeben.

Dort heißt es:

"Es müssen innerhalb eines Jahres Unterschriften von 10 Prozent der wahlberechtigten Niedersachsen - das sind rund 603.000 Einwohner dieses Bundeslandes - gesammelt werden. Hat man diese Zahl notwendiger Unterschriften zusammen, kann der Landtag der Wiedereinführung des Blindengeldes innerhalb von 6 Monaten zustimmen. Tut er dies nicht, muss die niedersächsische Bevölkerung in einem Volksentscheid abstimmen. Dann ist die Stimmenmehrheit, mindestens aber die Zustimmung von einem Viertel der Stimmberechtigten, für die Wiedereinführung des Blindengeldes notwendig.

Alle Niedersachsen, ob blind, sehbehindert oder sehend, die bei der Sammlung der Unterschriften mithelfen wollen, werden gebeten, sich unter einer der folgenden Telefonnummern beim BVN zu melden: (05 11) 51 04-224, -225, -226 oder -257."

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DBSV-Nachrichten

Beraten und beschlossen

Am 28. Januar tagte in Berlin das DBSV-Präsidium; über einige Ergebnisse dieser Sitzung bin ich im Gespräch mit dem Geschäftsführer des DBSV, Andreas Bethke:

Wie fühlt man sich nach einem Jahr in der Funktion des Geschäftsführers?

Andreas Bethke: Wirklich gut. Ich habe mich privat mit meiner Familie schon ganz gut in Berlin eingelebt. Ich habe beruflich große Unterstützung durch alle Verbandsgremien und Verbandsmitglieder erfahren, und ich habe mit einem außerordentlich motivierten Team in unserer neuen Geschäftsstelle zusammenarbeiten dürfen. Wir haben ein unglaublich arbeitsreiches Jahr hinter uns, in dem wir eine ganze Menge von Aufgaben bewältigt haben. Wir haben unsere Zusammenarbeit mit anderen Verbänden sehr erfolgreich intensivieren können. Man darf vielleicht den Erhalt der Freifahrtregelungen oder die gemeinsame Verbändeerklärung zum Erhalt des Blindengeldes und anderer Nachteilsausgleiche erinnern. Wir haben den Informationsfluss zu den Mitgliedern schon erheblich verbessert. Ich erinnere an DBSV-direkt, unseren E-Mail-Service, der schon über 1.500 Abonnenten hat. Und wir haben eine ganze Menge inhaltliche Projekte und Vorhaben vorangebracht - z.B. im Bereich Bildung, Richtung Europa, sodass ich eigentlich ein ganz positives Resümee ziehen könnte, wären da nicht die finanziellen Sorgen, die unser Verband weiterhin hat, und die natürlich viele blinde und sehbehinderte Menschen in unserem Land haben, seitdem das Blindengeld ja nach wie vor so unter Beschuss steht.

Der BVN wird ein Volksbegehren gewissermaßen zur Wiedereinführung des Blindengeldes in Niedersachsen anstrengen. Welche Position hat der DBSV dazu?

Das DBSV-Präsidium unterstützt natürlich das Vorhaben des BVN, mit einem Volksbegehren das Blindengeld wieder herzustellen. Zunächst einmal möchten wir damit ein Signal setzen - auch an andere Bundesländer: Blinde Menschen geben nicht auf, selbst wenn ihnen das Blindengeld durch eine Regelung fast vollständig genommen worden ist. Wir möchten das System der Landesblindengelder damit wieder herstellen. Und wir möchten natürlich die Menschen im Lande nicht allein lassen und sehen das als einen notwendigen Schritt an, mit dem wir uns für die Betroffenen einsetzen können.

Auf welchen weiteren Feldern, in welchen Bereichen, muss der DBSV derzeit politisch besonders agieren?

Wir haben ganz aktuell das Vorhaben eines Antidiskriminierungsgesetzes, das sehr viel Gegenwind erfährt. Mit diesem Gesetz möchten wir gerne unsere Situation verbessern, wenn blinde und sehbehinderte Menschen z.B. versuchen, Versicherungen in Anspruch zu nehmen. Je mehr private Vorsorge wir künftig leisten, desto wichtiger wird dieser Bereich ja.
Im letzten Jahr haben wir verstärkt ein Thema angepackt, das uns weiterhin beschäftigen wird - die Finanzierung der Vermittlung von Lebenspraktischen Fähigkeiten für Menschen, die erblinden oder sehbehindert werden. Hier haben wir Ende vorigen Jahres sehr viel politischen Druck erzeugen können - neben unseren Verhandlungen mit den Kassen und dem Ministerium, sodass selbst die Sozialministerin Ulla Schmidt sich ausdrücklich dafür ausgesprochen hat, in diesem Bereich eine Regelung zu schaffen. Und wir hatten vor wenigen Tagen ein Gespräch, das uns ganz optimistisch in dieses Jahr gehen lässt, denn erstmals haben die Krankenkassen zugesichert, dass sie eine Finanzierungsregelung mit uns gemeinsam schaffen wollen, sodass wir hoffen, dass wir künftig Menschen, die erblinden oder sehbehindert werden, eine bessere Ausgangssituation in diese neue Lebenslage schaffen können. Das wird ein elementares Thema sein, an dem wir in diesem Jahr weiter arbeiten werden.

Wie wird es mit dem Sehbehindertentag und mit der Woche des Sehens weitergehen?

Wir werden auch weiterhin diese in die Öffentlichkeit ausstrahlenden Tage und Maßnahmen brauchen. Wir werden auch weiterhin Versuchen, das im Bündnis mit anderen Partnern zusammen durchzuführen, damit wir möglichst verschiedene Bedürfnisse ansprechen, damit wir auch für Sponsoren und Unterstützer interessant werden. Und wir werden die Woche des Sehens in diesem Jahr wieder durchführen, eventuell mit eigenen Veranstaltungen, mit eigenen Vorhaben auf Bundesebene, vor allem aber vor Ort durch die vielen kleinen Aktionen, die von unseren Blinden- und Sehbehindertenvereinen durchgeführt werden - in Kooperation mit den anderen Partnern. Davon lebt ja die Woche des Sehens, und die Vorbereitungen dazu, was in diesem Jahr alles laufen wird, die beginnen jetzt.

Das Thema "Sehbehinderte" soll jetzt ein ständiger Tagesordnungspunkt im Präsidium und möglicherweise auch im Verwaltungsrat werden. Gibt es hier großen Nachholebedarf?

Wir haben die Angelegenheiten und Bedürfnisse sehbehinderter Menschen ja immer gemeinsam mit denen unserer blinden Mitglieder behandelt. Das kann man natürlich so machen. Wir sind allerdings der Auffassung, dass es doch einige spezielle Bedürfnisse gibt und dass es natürlich erst einmal ein größeres Hemmnis sehbehinderter Menschen gibt, sich zu organisieren. Dem müssen wir gerecht werden, indem wir diese speziellen Themen gesondert behandeln. Ich glaube schon, dass wir uns Gedanken machen müssen, wie wir die Aktivitäten, die es in den Ländern dazu gibt, auf Bundesebene besser koordinieren können. Ich denke, dass wir uns noch mehr Gedanken darüber machen, wie wir die sehbehinderten Menschen, die beispielsweise Sehhilfentraining brauchen, erreichen, ohne dass sie vielleicht den Weg zu einem Blindenverein gehen müssen. Es gibt hier einige Initiativen, so genannte Low-Vision-Berater in unseren Landesvereinen zu etablieren u.Ä.m. Das braucht, denke ich schon, extra Themensetzungen auch auf unseren Gremiensitzungen.

Sehbehinderte Menschen nutzen auch Hörfilme. Wird es 2005 wieder eine Hörfilmpreisverleihung geben?

Den Hörfilmpreis 2004 hat ja die Audiodeskription des Filmes "Erbsen auf halb 6" bekommen sowie die Ausstattung der entsprechenden DVD mit einem blindengerechten Menü, mit einer Braille-Beschriftung. Ich kann nur empfehlen, sich im Handel eine DVD mal zu besorgen und sich das anzuschauen.
Und die Hörfilmpreisverleihung ist auf ein so gutes Echo gestoßen - wir haben das Konzept in Richtung einer Unterhaltungsveranstaltung etwas umgebaut -, dass das Präsidium beschlossen hat, die Preisverleihung Ende diesen Jahres oder Anfang nächsten Jahres erneut auszuschreiben. Und die Vorbereitungen beginnen dann schon in den nächsten Wochen.

Wie kann sich der DBSV künftig international angemessen engagieren? Sind die Spenden aus der Mitgliedschaft für die Flutopfer nicht ein Signal für noch mehr Hilfe und Solidarität?

Wenn wir schon eine globale Welt haben, dann müssen wir diese auch mitgestalten, ich denke schon, dass auch das unsere Aufgabe ist, wo immer es geht. Deshalb hat der DBSV natürlich gern mit der Blindenstiftung Deutschland zusammen die Initiative ergriffen, die blinden und sehbehinderten Flutopfer in Asien und insbesondere in Indonesien zu unterstützen. Ich möchte auch an dieser Stelle noch einmal dazu aufrufen, diese Vorhaben auch weiterhin mit finanzieller Hilfe zu fördern; es ist ja an anderer Stelle in dieser Zeitschrift darauf hingewiesen.
Ich denke aber, dass wir insgesamt sehen müssen, wie wir langfristig, also nicht nur im Nothilfebereich, helfen können. Das Präsidium hat sich mit einigen Anträgen befasst, die unsere Vertreter von der Tagung der Weltblindenunion mitgebracht haben. Wir werden sehen, ob wir dafür Partner finden im Entwicklungshilfebereich, sodass wir mit Hilfe von Co-Finanziers und mit Hilfe von Vertrauenspersonen vor Ort noch mehr nachhaltige Hilfe als bisher leisten können. Allein kann der DBSV mit seinen wenigen Mitteln das nicht. Aber er kann vernetzen und mit Partnern eine ganze Menge bewegen.

Denken wir einmal ein Jahr voraus, dann stehen wir kurz vor dem DBSV-Verbandstag. Wann beginnen die Vorbereitungen?

Ja, die Vorbereitungen haben bei der Präsidiumssitzung gerade begonnen. Wir haben als Termin den Mai nächsten Jahres zunächst ins Auge gefasst, bevor unser Land nur noch vom Thema Fußballweltmeisterschaft beherrscht sein wird. Wir haben mit den ersten organisatorischen Vorbereitungen begonnen. Im April wird sich dann unsere Strategiekommission mit thematischen Schwerpunktsetzungen befassen, und dann geht es schon an die inhaltliche Vorbereitung.

Also reichlich zu tun für all diese Vorhaben und auch für all die ungenannten Aufgaben, die vor dem DBSV stehen, viel Erfolg uns allen und vielen Dank für das Gespräch.

(Das Gespräch führte Dr. Thomas Nicolai; DAISY- und Kassetten-Version Originalton.)

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Kurzmeldungen

Sozialversicherungswahlen mit Schablone möglich

Auf Grund mehrerer Anfragen aus der Leserschaft informieren wir nochmals über die Möglichkeit zur Nutzung von Wahlschablonen:

Zur Vorbereitung der zehnten allgemeinen Sozialversicherungswahlen hat der Bundesbeauftragte für Sozialversicherungswahlen in der Bekanntmachung Nr.12 (Möglichkeiten der Wahl mit Wahlschablone für blinde und sehbehinderte Wählerinnen und Wähler, veröffentlicht im Bundesanzeiger Nr.183 vom 23. September 2004) ausdrücklich darauf hingewiesen, dass blinden und sehbehinderten Wählerinnen und Wählern in allen Sozialversicherungszweigen für das Kennzeichnen des Stimmzettels nach § 54 Satz 2 der Wahlordnung für die Sozialversicherung (SVWO) auf Antrag vom Versicherungsträger kostenfrei eine Wahlschablone zur Verfügung gestellt wird, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ohne Hilfe anderer Personen an der Sozialversicherungswahl am 01. Juni 2005 teilzunehmen. Blinde und sehbehinderte Wählerinnen und Wähler können eine Wahl mittels Wahlschablone allerdings nur dann ausführen, wenn sie bei ihrem Versicherungsträger rechtzeitig eine Wahlschablone beantragen. Der Antrag auf Übersendung einer Wahlschablone sollte bis zum 19. Mai 2005 beim zuständigen Sozialversicherungsträger gestellt werden.

Hans-Karl Peter  

Informationen für taubblinde Menschen

Wir möchten noch einmal auf die Informationsangebote des DBSV für taubblinde Menschen hinweisen:

Bestellung ebenfalls beim
DBSV Zeitschriftenverlag
Petra Wolff
Tel.: (0 30) 28 53 87-22
E-Mail: zeitschriftenverlag@dbsv.org

Bestellung beim
DBSV
Christine Prescher
Tel.: (0 30) 28 53 87-21
E-Mail: Braille@dbsv.org

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In Kürze

AudioBooksCologne macht Hören zum Erlebnis

Die Koelnmesse veranstaltet vom 17. bis 20.03. im Gürzenich - im Herzen Kölns - die AudioBooksCologne. Gemeinsames Hören kann dabei zu einer neuen Erfahrung werden, z.B. im ABC-Dolby Surround Hörkino.

An markanten Plätzen werden in Köln zudem Hörinstallationen eingerichtet, die den Passanten manche Überraschung als "akustische Duftmarken" bereiten sollen.

Bereits im Vorfeld veranstaltet die Koelnmesse in Zusammenarbeit mit der Kölner "Hör-Bar", der ersten Bar für Hörspielfans in NRW, einen Wettbewerb für Nachwuchstalente. Hier können sich Nachwuchssprecher präsentieren.

Für das Fachpublikum gibt es Vortragsreihen - von der Technik über die Vermarktung bis hin zu rechtlichen Fragen.

Weitere Infos unter
www.audiobookscologne.de oder unter
Tel.: (02 21) 8 21-30 94 bei
Michael Steiner.

Bürgertelefon des BMGS

Das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) ist ab sofort unter neuen Telefonnummern zu erreichen. Per Telefon oder Fax können Bürger hier Fragen zu einzelnen Themen im Zuständigkeitsbereich des Ministeriums stellen.

Das Bürgertelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 20 Uhr erreichbar:

Neuer Studiengang

Im Sommersemester 2005 beginnt an der Fachhochschule Frankfurt/M. ein neuer interdisziplinärer Masterstudiengang "Barrierefreie Systeme" (BaSys). In ihm werden die Fachdisziplinen Pflege- und Sozialwissenschaften sowie Architektur, Informatik und Ingenieurwissenschaften integriert.

Nähere Informationen bei:
Fachhochschule Frankfurt a.M.
Fachbereich 4 "Soziale Arbeit und Gesundheit"
Tel. (0 69) 15 33 28 07

DZB sowie Thema Hörfilm auf Leipziger Buchmesse

Vom 17. bis 20.03. präsentiert sich die Deutsche Zentralbücherei für Blinde auf der Leipziger Buchmesse; Halle 3, Stand C 209. Direktor Dr. Thomas Kahlisch hält am 17.03. um 12.00 Uhr ein Referat über DAISY.

Weitere Informationen unter
www.dzb.de oder unter
Tel.: (03 41) 71 13-131.


Am 20.03., 11 Uhr, wird vom Erich-Schmidt-Verlag das Buch von Ulla Fix:

Hörfilm. Bildkompensation durch Sprache.
Linguistisch-filmisch-semiotische Untersuchungen zur Leistung der Audiodeskription in Hörfilmen am Beispiel des Films "Laura, meine Engel"

vorgestellt.

Es umfasst 172 Seiten. Anlässlich der Präsentation steht auch ein Vortrag der Hörfilm-Autorin Anke Nicolai zum Thema Audiodeskription auf dem Programm.

Internationales Computer Camp

Das 12. International Camp on Communication & Computers ICC 2005 für blinde und sehbehinderte Schülerinnen und Schüler findet in Brno (Tschechische Republik) statt.

Das ICC vermittelt in Workshops einen praxisbezogenen Zugang zu den modernsten technischen Hilfsmitteln für blinde und sehbehinderte Jugendliche.

Zum ICC werden 100 Teilnehmer aus 20 Ländern erwartet.

Infos und Anmeldung:
Universität Karlsruhe (TH)
Studienzentrum für Sehgeschädigte SZS
Angelika Scherwitz-Gallegos
Engesserstr.4, 76128 Karlsruhe
Tel.: (07 21) 6 08-48 32
Fax: (07 21) 6 08-2020
E-Mail: scherwitz@szs.uni-karlsruhe.de
Internet: www.szs.uni-karlsruhe.de

Weltmeisterschaft "Tastaturschreiben"

Vom 23. bis 29.07. findet in Wien die Weltmeisterschaft "Tastaturschreiben und Stenografie" statt. Erstmals wird die Zusatzveranstaltung "Tastaturschreiben" für blinde und sehbehinderte Menschen durchgeführt. Zur Teilnahme am Zusatzbewerb am 25.07. ist jede blinde bzw. sehbehinderte Person berechtigt.

Es kann zwischen 30-Minuten-Abschrift (auch mit vergrößerter Vorlage) bzw. -Ansage (durch geschultes Personal) gewählt werden. Der Wettbewerb findet am Bundes-Blindenerziehungsinstitut Wien, Wittelsbachstraße 5, A-1020 Wien, statt, das auch Unterkünfte anbietet.

Details zu Programm und Anmeldung (spätestens 30.04. 2005) bei:
Erich Schmid
Tel.: (00 43) 66 44 35 25 38
E-Mail: Erich.Schmid@aon.at

AURA Zentrum Bad Meinberg

08. bis 10.04.: Mit dem Motorrad durchs Lipperland (Ganztageausflug im Gespannseitenwagen),

22. bis 24.04.: Trommelworkshop,

22. bis 24.04.: Gedächtnistraining,

07. bis 13.05.: Wandern im Teutoburger Wald,

05. bis 26.06.: Fitness-Wochen.


Informationen und Anmeldung im
AURA Zentrum Bad Meinberg
Tel.: (0 52 34) 9 04-0
Internet: www.aura-zentrum.de
E-Mail: info@aura-zentrum.de

Milch und Honig in Bad Liebenzell

Im frisch renovierten Rudolf-Kraemer-Haus kann man ab sofort während der Kleopatrawoche in Milch und Honig baden oder bei der Gesundheitswoche ausgiebig Thermalbaden. Beide Pauschalangebote kann man das ganze Jahr über buchen.

Vom 14.05. bis 16.05. wird es einen Didgeridoo- und Trommelworkshop geben und das ganze Jahr über werden in Zusammenarbeit mit BOB PC-Kurse angeboten. Ein Punktschriftkurs findet vom 03. bis 15.07. statt.

Jahresprogramm anfordern unter (0 70 52) 9 20 40.

CD-Wochen und mehr in Mündersbach

Die Freunde schöner Musik treffen sich in diesem Jahr vom 23.04. bis 07.05. zu den traditionellen CD-Wochen, bei denen auch genügend Zeit bleibt, den Frühling in den Wäldern des Westerwaldes zu genießen.

Anregungen und Programmwünsche nimmt Herr Jürgen Quatram entgegen;

Tel.: (0 64 21) 8 14 11 (privat)
bzw. (06 41) 3 03-23 10


Weitere Termine:


Nähere Informationen und Anmeldung:
AURA-Pension unter
Tel.: (0 26 80) 95 10-0
E-Mail: aura-muendersbach@bsbh.org

Das Veranstaltungsprogramm von April bis September 2005 kann angefordert werden.

AURA-Pension "Villa Rochsburg"

03. bis 07.04. Kochkurs für Anfänger,

20. bis 22.05. Elterntreffen, zu dem diesmal speziell Eltern von Babys und Kleinkindern, werdende Eltern und junge Leute, die ein eigenes Kind haben möchten, eingeladen sind.


Anmeldungen und nähere Informationen bei:
AURA-Pension "Villa Rochsburg"
Tel.: (03 73 83) 8 34 01
E-Mail: villa-rochsburg@gmx.de

Seminare bei BOB

29.05 bis 04.06.: Reparaturen im Haushalt und kleine Werkzeugkunde, Hotel SILVERIO (Österreich);

26. bis 29.05: Vogelkundliches Seminar - Kennenlernen von Vogelstimmen, Hotel SILVERIO.

Anmeldeschluss für beide Seminare 30.04.

Nähere Informationen und Anmeldung bei:
Bildung ohne Barrieren,
Bildungsinstitut für Blinde und Sehbehinderte e.V.
Tel.: (0 76 21) 79 92 30.

Begegnungstag mit Autofahren

Die Bezirksgruppe Flensburg des BSV Schleswig-Holstein veranstaltet in Kooperation mit dem Dänischen Blindenverein des Nachbarkreises einen grenzübergreifenden Begegnungstag am 17.04. unter dem Motto "Blinde fahren Auto". Gefahren wird in Fahrschulwagen aus Dänemark und Deutschland. Am Begegnungstag ist für Verpflegung und Unterhaltung gesorgt.

Nähere Informationen und Anmeldung (bis 15.03. erforderlich) bei:
Klaus Heide
Tel.: (04 61) 5 00 31 04
E-Mail: blinde@acvf.de

Jubiläumsball am 16.04.

Gibt es noch einige kurz entschlossene Berlin-Besucher, die den Jubiläumsball des Berliner Blinden-Tanzklubs besuchen möchten? Programm ab 15.30 Uhr, Live-Musik ab 18.00 Uhr.

Information und Anmeldung bei:
Sabine Elsässer
Tel.: (0 30) 788 18 10

VzFB aktuell - Funkwetterstation, der moderne Wetterfrosch

Diese Profi-Wetterstation informiert auf Zuruf präzise über alle wichtigen Wetterdaten. Modernste Wetterbeobachtungs-Elektronik in Verbindung mit perfekter Verarbeitungsqualität machen diese Station zum Gerät für Profis mit höchsten Ansprüchen.

Nähere Informationen:
Tel.: (05 11) 9 54 65 - 32

Menüs zum Hören

Wer seine warme Mahlzeit oder tiefgekühlte Menüs von einem Wohlfahrtsverband vor Ort geliefert bekommt, kann jetzt die gewünschten Speisen aus einem Katalog zum Hören auswählen. Der Mahlzeitendienst des jeweiligen Wohlfahrtsverbandes (Deutsches Rotes Kreuz, Die Johanniter, Caritas, Arbeiterwohlfahrt u.a.) präsentiert seinen Tischgästen das Menüangebot nicht mehr nur anhand eines bebilderten Menüauswahlkataloges, sondern jetzt auch als Audio-CD. Die Kunden können sich die Menüs über einen haushaltsüblichen CD-Player vorlesen lassen. So können Kunden mit einer Sehschwäche auf einfache Art und Weise ihr Essen à la carte bestellen; Hausmannskost, Regionale Spezialitäten, Genießermenüs. Auch Suppen, Desserts und Torten werden angeboten.

Der Mahlzeitendienst bringt das Wunschessen direkt ins Haus. Sieben Kostformen, wie diabetikergeeignete oder cholesterinarme Menüs, stehen zur Verfügung.

Damit können Senioren die vom Arzt verordnete Diät leicht einhalten.

Nähere Informationen zum Mahlzeitendienst des Wohlfahrtsverbandes vor Ort erhalten blinde und sehbehinderte Kunden über die

kostenlose apetito Info-Hotline: (08 00) 5 55 88 11
Mo. bis Do. 08.00 bis 16.30 Uhr,
Fr. 08.00 bis 15.00 Uhr

Wissen, was im Kino läuft

Die akustischen Blinden-Zeitschriften "Anstöße" und "Auslese" informieren ausführlich über die 55. Internationalen Filmfestspiele.

Die Extra-Kassette zum Filmfest, Spieldauer 90 Min. ist zu bestellen bei:

Arbeitskreis Kultur und Selbsthilfe Sehgeschädigter und ihrer Freunde e.V.
Tel.: (0 30) 3 45 18 28
E-Mail: anstoesse@gmx.de

Barrierefreies Reisen mit Weitsprung

Der aktuelle Reisekatalog von Weitsprung-Reisen 2005/2006 ist ab sofort verfügbar. Zur neuen Reisesaison ist wieder ein umfangreiches und interessantes Programm an begleiteten und barrierefreien Gruppenreisen zusammengestellt worden.

Nähere Informationen unter
Tel.: (0 64 21) 68 68 32
E-Mail: mail@weitsprung-reisen.de
Internet: www.weitsprung-reisen.de

Terminänderung

In der Rubrik "Aus den Ländern" der GW 01/05 wurde über die Internetschnupperkurse berichtet, die vom BSV Nordrhein in Zusammenarbeit mit den Firmen Baum und AUDIODATA ausgerichtet werden.

Der Internetschnupperkurs für junge Leute wurde auf den 01. bis 03.10. verschoben.

Anmelden kann man sich bereits jetzt beim
BSV Nordrhein
Frau Münder-Schnabel
Tel.: (0 21 59) 96 55 16

Gitarrenunterricht

Bei entsprechendem Interesse bietet Bernd Jagla spezielle Fernkurse zum elementaren Erlernen des Gitarrespiels an. Grundlage sind eine Übungs-CD (bzw. Kassette) und ein Anleitungsmaterial, das in zugänglicher Form angeboten werden soll. Notenkenntnisse sind nicht erforderlich.

Nähere Informationen bei:
Bernd Jagla
Tel.: (0 51 91) 97 91 71
E-Mail: gitarrentraining@aol.com

Matthäuspassion mit Zusatzinformationen

Eine Vierfach-CD-Box mit diesem außergewöhnlichen Werk von J.S. Bach wird für blinde und sehbehinderte Kunden ergänzt durch eine Gratis-CD mit einem 80-minütigen Vortrag zum Kunstwerk.

Erhältlich ist die CD-Box im Fachhandel oder bei FARAO classics unter
Tel.: (0 89) 3 07 776 16.

Unter dieser Rufnummer gibt es auch weitere Informationen.

Literaturwettbewerb

In Vorbereitung auf das 1. Internationale Tandem-Camp für blinde und sehbehinderte Jugendliche, das von "Tandem-Hilfen" organisiert wird, haben die Initiatoren einen Literaturwettbewerb ausgeschrieben, zu dem 14- bis 16-jährige blinde bzw. sehbehinderte Schülerinnen und Schüler aufgerufen sind. Der Einsendeschluss für die Kurzgeschichten wurde jetzt neu festgelegt auf den 15.04.2005.

Die Autoren der beiden besten Arbeiten gewinnen die kostenlose Teilnahme am Tandem-Camp vom 15. bis 23.07.2005 im Berliner Umland.

Nähere Informationen im Internet unter
www.tandem-hilfen.de
oder bei Jutta Balzert
Tel.: (0 23 02) 5 04 52

BIT-Tipp

Hans Blickensdörfer schildert wichtige Stationen im Leben des Fußballspielers Jürgen Klinsmann.

Auch wenn ihm im Nationaltrikot die großen Triumphe versagt blieben, mit dem FC Bayern München gewann er alle Titel, die eine Vereinsmannschaft nur erringen kann.


Nähere Informationen beim
BIT-Zentrum des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes e.V.
Tel.: (0 89) 5 59 88 - 1 34
E-Mail: bit-bestellservice@bbsb.org

Pfundskur - Lust auf Leben

Die Aktion der AOK Sachsen wird zusammen mit dem mdr RADIO Sachsen und dem mdr SACHSENSPIEGEL im Frühjahr zum 3. Mal durchgeführt. Es helfen dabei zwei Broschüren, die nun erstmals auf Hörkassetten gesprochen wurden:

1.  von Prof. Dr. V. Pudel "Das Fett-weg-Programm" u.a. mit großem Diätenvergleich und einem "Tagebuch Essen und Trinken" sowie

2.  von Prof. W. Schlicht die Broschüre "Das Aktiv-Programm" u.a. mit Motivationshilfen für dauerhafte Lust an der Bewegung, Aktivdiätentabelle und Aktiv-Planer.

Die Hörkassetten sind - in zwei Kassettenbüchern - im LHZ Dresden des BSVS, Tel.: (03 51) 80 90 624 gegen eine Schutzgebühr erhältlich.

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Rechtsauskunft

Blindenführhund und Begleitperson reisen kostenlos

Führhundhalter dürfen bei Inland-Bahnreisen neben dem Führhund weiterhin auch eine Begleitperson kostenlos mitnehmen.

Leider vertreten Bedienstete der Deutschen Bahn immer wieder einmal die mit der Rechtslage nicht übereinstimmende Auffassung, bei Blinden sei nur eine Begleitperson oder ein Führhund unentgeltlich zu befördern, nicht aber beide gleichzeitig. Derartige Fälle kommen gehäuft vor, seit die Darstellung in der DB-Broschüre "Mobil trotz Handicap", Auflage Dezember 2003 insoweit nicht eindeutig bzw. aussagekräftig genug ist. Der DBSV sah sich deshalb veranlasst, bei der DB Personenverkehr GmbH, Kontaktstelle für kundenbezogene Behindertenangelegenheiten, um Klarstellung zu bitten und erhielt folgende Antwort:

"... gern bestätige ich Ihnen, dass keine Änderungen der Bedingungen für die unentgeltliche Beförderung von Blindenführhunden und Begleitpersonen von blinden Menschen eingetreten sind.

Nach §145 Abs.2 1. und 2. SGB IX können gleichzeitig ein Begleiter (Merkzeichen B) und ein Führhund (Merkzeichen Bl) kostenfrei mit einem schwerbehinderten Menschen mit entsprechend gekennzeichnetem Ausweis reisen.

Nach den Beförderungsbedingungen für besondere Personengruppen wird die Beförderung schwerbehinderter Menschen und ihrer Begleitpersonen nach Maßgabe der §§145 ff. SGB IX geregelt. Die genannten Merkzeichen sind somit Voraussetzung für die Gewährung der unentgeltlichen Beförderung einer Begleitperson und/oder eines Blindenführhundes.

In der nächsten Auflage unserer Broschüre "Mobil mit Handicap" werden wir eine Ergänzung zum Punkt 'd', S.79 der Ausgabe Dez. 2003, vornehmen, um Missverständnisse zu vermeiden."

Abschließend weist die Bahn noch auf die abweichende Regelung für Reisen ins europäische Ausland hin. Bei Reisen zu einem Zielort im Ausland und zurück werden nur Begleitperson oder ein Führhund unentgeltlich befördert.

(Mitgeteilt von Erwin Roth)

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Aus aller Welt

Engagement für blinde Iraner

Zwei Vertreter des BFW Würzburg bei einem Projekt in der Islamischen Republik Iran; hohe Wertschätzung blinder und sehbehinderter Menschen.

"Am meisten beeindruckt in Iran die Herzlichkeit und Aufrichtigkeit der Menschen", sagt Petra Baader vom Berufsförderungswerk Würzburg und schwärmt von der erlebten Gastfreundschaft. Zusammen mit Manfred Gerlinger vom BFW Würzburg nahm sie im September 2004 auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit an einem zehntägigen Projekt in Iran teil. Sie besuchten staatliche und nichtstaatliche Blindeneinrichtungen und tauschten sich mit den Verantwortlichen vor Ort ausführlich aus. Den Kontakt zwischen dem BFW Würzburg und der GTZ, einer Organisation des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kam durch internationale Projekte zustande, in denen sich das BFW seit Jahren engagiert.

Vorrangiges Ziel des Aufenthalts in Teheran und Isfahan war es, zusammen mit iranischen Fachkräften die Förderung blinder und sehbehinderter Menschen in beiden Ländern zu vergleichen und konkrete Vorschläge für eine künftige Zusammenarbeit zu erarbeiten. "Sehbehinderte und Blinde haben in Iran bisher nur begrenzte Möglichkeiten der beruflichen Wiedereingliederung", erläutert Manfred Gerlinger die Ausgangsposition der Gespräche unter der Leitung des iranischen Ministeriums für Arbeit und Soziales. Frauen haben es dabei besonders schwer. Dabei liegt die Quote der Studienanfängerinnen im männerdominierten Iran bei erstaunlichen 62 Prozent. Auch die Rate der Analphabeten im Land ist weitaus geringer als in anderen Schwellenstaaten. "Hier ist man zunächst bestrebt, einen Hochschulabschluss zu erzielen", fasst Petra Baader ihre Eindrücke zusammen. Hintergrund: In Iran gibt es, anders als in Deutschland, keine anerkannten Ausbildungsberufe. Entsprechend beschränkt sich die berufliche Förderung der rund 500.000 blinden Menschen meist auf die Vermittlung musischer oder handwerklicher Fertigkeiten, wie etwa Teppichknüpfen oder Intarsienarbeiten.

Der Besichtigung der Redaktions- und Produktionsräume der Blindenzeitung "Iran Sepeed" stellte, neben dem Besuch verschiedener Blindeneinrichtungen, einen der Höhepunkte der Reise dar. Die - zusammen mit einer asiatischen Zeitung - weltweit einzige täglich in Punktschrift erscheinende Publikation wird auf persisch herausgegeben und setzte die Besucher aus dem unterfränkischen Veitshöchheim prompt auf die Titelseite.

Das Fazit von Petra Baader und Manfred Gerlinger ist überaus positiv: Trotz geringer staatlicher Finanzierungsmöglichkeiten sei die Förderung der blinden und sehbehinderten Menschen vorbildlich. "Was das enorme soziale Engagement und den unermüdlichen Einsatz der vielen Ehrenamtlichen anbelangt, können wir Deutschen vom Iran noch viel lernen", fassen sie ihren Gesamteindruck zusammen. Wie das weitere Vorgehen in dem erfolgreich angestoßenen Projekt aussieht, wird nun mit der GTZ abgestimmt. Im nächsten Schritt ist ein Gegenbesuch von Vertretern aus dem Iran in Unterfranken geplant.

Marcus Meier

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Mobilität

O&M-Training für taubblinde Menschen?

Ludger und Michael fachsimpeln: Welche Spitze eignet sich besser für das Gehen mit dem Langstock - eine dicke Kugel oder eine Jumbo-Spitze?

Michael zeigt Ludger den Stock-Jojo, der an Stock und Jacke befestigt werden kann. Braucht man beide Hände zum Lormen oder Gebärden, dann klemmt man den Stock einfach fest. Michael und Ludger sind müde, aber entspannt und zufrieden, stolz auf den Erfolg. Sie haben in den vergangenen Tagen etwas geschafft, das weder sie selbst noch ihre Angehörigen für möglich gehalten hätten.

Am Abend des vierten Trainingstages sitzen die Mobilitätstrainerinnen, die Dolmetscher, Teilnehmer, Angehörigen und Begleiter im Hotel zur Heide zusammen. Es ist eine große und ausgelassene Runde: Entspannung nach einem langen Trainingstag im strömenden und ununterbrochenen Novemberregen. Situationsbilder der vergangenen Tage tauchen auf:

Michael bei ersten Erfahrungen mit Langstock und Kompass in einer Berufsschule. Schüler stehen in einem großen Halbkreis und staunen: Ein weißer Stock, ein taktiler Kompass ... Eine Rothaarige erklärt - ihre Erklärungen werden von einem jungen Mann mit vielen Handbewegungen begleitet. Ein Schnurrbärtiger reagiert seinerseits darauf mit sehr viel Gestik. Was geht hier vor? Die Schüler bringen dem, was da auf dem Gang ihrer Schule geschieht, viel mehr Interesse entgegen als dem, was sie im Klassenzimmer erwartet. Ludger geht am vierten Tag seines Mobilitätstrainings mit seinem Langstock selbstständig eine große Runde in seinem Viertel. Es ist ein Weg von fast 30 Minuten über Bürgersteig und Feldweg - ohne Straßenüberquerung. Den ganzen Tag regnet es ununterbrochen, es haben sich riesige Pfützen auf allen Wegen gebildet. Ludger lässt sich nicht aus der Ruhe und dem Pendeltakt bringen - da spürt er den Wasserwiderstand einer solchen Pfütze, umgeht sie sorgfältig durch geschickte Stockbewegung - und geht am Eingang seines Hauses vorbei. Der Regensee hat ihm den Weg zu seinem Haus versperrt. Ludger bemerkt den Fehler, kehrt um und findet die Haustür. Ludger ist unendlich stolz, dass er diesen langen Rundweg völlig selbstständig zurücklegen kann. Das hätte er sich nicht zugetraut, zu Beginn des Trainings war er in Schweiß gebadet, nun ist er völlig entspannt und zufrieden mit sich selbst. Auch wenn er in Begleitung geht, wird er selbstständig neben seinem Begleiter gehen können.

Jutta Beele berichtet von ihren Erfahrungen als Gebärdendolmetscherin beim Mobilitätstraining: Sie schützt ihre Hände vor der Kälte und zieht weiße Baumwollhandschuhe über die Wolle. So sind ihre Gebärden für Dieter besser erkennbar. Dieter ist nach drei Tagen mit einem Wegeplan unterwegs. Er fühlt sich mit dem Langstock so sicher, dass er während des Gehens den Plan studiert. Als er seinen Langstock im Auto der Trainerin Christine Lossmann vergessen hatte, fühlte er sich - selbst am Tage - ohne den Stock unsicher. Zudem hat er den Eindruck, dass er die Gleichgewichtsstörungen durch den Stock ausgleichen kann. Ludger, Michael und Dieter sind gehörlos von Geburt und ihr Sehvermögen wird zunehmend schlechter, das Gesichtsfeld wird immer enger und bei Dämmerung - im Herbst und Winter ab 16.00 Uhr - sind sie blind. Ludgers Sehvermögen ist auch am Tage auf Hell- und Dunkelsehen geschrumpft - da gibt es kaum noch verwertbare optische Informationen für die Orientierung.

Die Drei hatten sich für einen Intensiv-Lehrgang "Orientierungs- und Mobilitätstraining für gehörlose Sehbehinderte" angemeldet. Geplant war ein Training in Timmendorf und Hamburg, sechs Teilnehmer sollten es sein, für jeden ein Mobilitätstrainer und ein Dolmetscher. Zusätzlich ein Freizeitprogramm zum Auftanken und Entspannen. Leider konnte das Projekt nicht wie geplant stattfinden. Die Krankenkassen ließen sich nicht davon überzeugen, das ein stationäres Training trotz Kosten für Unterkunft und Verpflegung wirtschaftlicher ist als ein ambulantes Training. Ludger, Michael und Dieter haben eine anstrengende Woche hinter sich. Drei Mitarbeiterinnen von IRIS (Institut für Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter) haben sich aufgemacht um im Ruhrgebiet einen O&M-Intensiv-Lehrgang durchzuführen. Zwei Gebärden-Dolmetscher waren mit von der Partie. Die Mobilitätstrainerin Conny Sill-Hansen kann so perfekt lormen, dass einer Verständigung zwischen ihr und Ludger nichts im Wege steht.

Im Herbst 2006 wird ein Intensiv-Lehrgang für gehörlose Sehbehinderte in Hamburg und Timmendorf stattfinden.

Interessenten melden sich bei:

IRIS
Tel.: (0 40) 2 29 36 26
Fax: (0 40) 22 59 44
E-Mail: iris-ev@hamburg.de oder

DBSV
Tel.: (0 30) 28 53 87-24
Fax: (0 30) 28 53 87-20
E-Mail: r.delgado@dbsv.org

Ursula Benard  

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Umwelt/Verkehr

Markt der Generationen

Ein gemeinsames Projekt mit EDEKA in Chemnitz.

Das SFZ Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte gGmbH sowie die Sächsische Blindenschule liegen inmitten eines Chemnitzer Wohngebietes und befinden sich in direkter Nachbarschaft zu einem EDEKA-Einkaufsmarkt. Dieser hat sich schon aufgrund seiner Nähe zu den Einrichtungen als Haupteinkaufsstätte unserer Jugendlichen und Schüler etabliert. Seit dem vergangenen Jahr besteht zwischen SFZ Berufsbildungswerk und EDEKA ein Kooperationsvertrag, der Ausdruck einer fruchtbaren Zusammenarbeit ist.

EDEKA beschloss 2003, den alten Markt abzureißen und einen neuen Markt zu errichten. Aufgrund der Kooperation und dem seit Jahren schon in Nachbarschaft befindlichen SFZ Berufsbildungswerk und der Sächsischen Blindenschule war EDEKA besonders für die Probleme blinder und sehbehinderter Menschen sensibilisiert. Deshalb kam man in Gesprächen schnell dazu, den neuen Einkaufsmarkt gemeinsam zu planen und den Bedürfnissen blinder und sehbehinderter Menschen gerecht zu werden.

Dabei ging man von Anfang an davon aus, dass Dinge, die für Blinde und Sehbehinderte gut sind, auch für ältere Menschen Vorteile bringen. Außerdem sollte der Markt für Rollstuhlfahrer gut nutzbar sein.

Gemeinsam mit den Rehabilitationslehrern der Sächs. Blindenschule und des SFZ Berufsbildungswerkes und der Bauleitung des Marktes wurde eine Arbeitsgruppe gebildet. Durch die Rehabilitationslehrerinnen wurden Empfehlungen für eine blinden- und sehbehindertengerechte Gestaltung des Marktes erarbeitet und Informationen zu elektronischen Einkaufshilfen übergeben. Im Juni 2004 besuchten die beiden Rehabilitationslehrerinnen zwei neu gebaute EDEKA-Märkte und bewerteten die behindertengerechte Gestaltung der Märkte, um für den zu gestaltenden Einkaufsmarkt in Chemnitz weitere Vorschläge zu machen. Gleichzeitig wurden die Auszubildenden des SFZ Berufsbildungswerkes befragt, welche Wünsche sie hinsichtlich der Gestaltung des Marktes haben. In einer intensiven Phase des Austausches zwischen Bauleitung und den beiden Einrichtungen wurden Empfehlungen erarbeitet, die bei der Planung berücksichtigt werden sollten. Zu speziellen Themen wie Grundriss, Gestaltung des Vorplatzes, Notausgänge, Beleuchtung fanden verschiedene Abstimmungen statt. Auch wurden Hinweise für die Beschaffung von Hilfsmitteln von den Rehabilitationslehrern beachtet.

So wurde ein Handscanner (Einkaufsfuchs) von EDEKA beschafft, der die Ware erkennt und sie akustisch wiedergibt. Gleichzeitig fand eine Vorortbegehung mit der Geschäftsführung von EDEKA sowie der Bauleitung unter Simulationsbrillen statt. Die Beteiligten stellten dabei fest, dass Kontraste, Informationstafeln mit großer Schrift und wenig Waren in den Gängen für die behindertengerechte Gestaltung sehr nützlich sind. Für das Personal von EDEKA wurden Mitarbeiterschulungen durch die Rehabilitationslehrerinnen angeboten. Ziel dabei war, den Mitarbeitern zu vermitteln, welche Probleme blinde und sehbehinderte Kunden beim Einkaufen haben. Dies wurde zum Teil mittels Selbsterfahrung und der Augenbinde simuliert. Des Weiteren wurden spezielle Hilfestellungen vermittelt, Hilfsmittel vorgestellt und ausprobiert.

Gleichzeitig erhielten die Auszubildenden des SFZ Berufsbildungswerkes und die Schüler der Sächsischen Blindenschule die Möglichkeit, den Markt vor der Eröffnung zu testen und letzte Hinweise zu geben.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit mit EDEKA kann sich sehen lassen. Die behindertengerechte Gestaltung des Marktes ist gelungen. So wurde ein Fußbodenleitsystem aufgebracht, eine breite übersichtliche Warenpräsentation realisiert, diverse Lupen an den Regalen stationiert, die Beschriftung der Regale mit großen Etiketten vorgenommen, ein taktiler Orientierungsplan, Serviceknöpfe zur Personalanforderung an vier Standorten, am Eingang werden Umhängetaschen bereit gestellt, um beim Einkauf die Hände frei zu haben, und natürlich, der schon beschriebene Einkaufsfuchs steht zur Verfügung. Es wurden noch viele Dinge mehr berücksichtigt, die nicht alle genannt werden können.Mit dem "Markt der Generationen" konnte ein Schritt in Richtung Erhöhung der Lebensqualität für Blinde und Sehbehinderte getan werden. Das Projekt hatte schon vor der Eröffnung am 16.12.04 für eine große Resonanz in Sachsen geführt und zeigt, dass ein partnerschaftliches Agieren für behinderte und ältere Menschen von großem Nutzen ist. Im Jahr 2005 begehen wir das 100-jährige Jubiläum der ehemaligen Sächsischen Blindenanstalt. Dafür werden eine Menge Veranstaltungen und Aktivitäten geplant. Das vorgestellte Projekt ist ein gutes Beispiel für die Verwurzelung der Einrichtungen in Chemnitz und für die gegenseitige Akzeptanz.

Cornelia Knorr  

Aktuell auch nach 12 Monaten

Zur Behandlung eines umfangreichen Themenkataloges trafen sich vom 12. bis zum 15. Februar 2004 die Umwelt- und Verkehrsexperten fast aller Mitgliedsorganisationen des DBSV im AURA-Hotel Saulgrub.

Drei Themenkomplexe versorgten die Seminarteilnehmer mit umfangreichen Informationen und brisantem Diskussionsstoff. An den ersten beiden Referaten nahmen auch die Mitglieder des Fachausschusses für die Belange Sehbehinderter teil, die zeitgleich eine eigene Ausschusssitzung durchführten.

Das Referat von Fritz Buser (Schweizerischer Zentralverein für das Blindenwesen) zum Thema "Verbesserung visueller Kontraste als Orientierungshilfe für Sehbehinderte" sorgte für brisanten Diskussionsstoff. Nach der notwendigen Erläuterung der einschlägigen Begriffe wie Leuchtdichtekontrast, Umfeldleuchtdichte und Farbkontrast stellte Buser Methoden zur lichttechnischen Prüfung anhand praktischer Beispiele dar, um im weiteren Verlauf darauf hinzuweisen, dass die Forderung zur Berücksichtigung visueller Kontraste im Öffentlichen Raum eine gesellschaftliche Frage sei, die als Herausforderung an die Kreativität von Architekten, Bauingenieuren und Designern und nicht als Quelle ständiger Konflikte zu begreifen sei; denn eine verbesserte Wahrnehmung durch Kontrastoptimierung im Öffentlichen Raum bedeute in erster Linie Gefahrvermeidung und mehr Komfort für alle. Große Aufmerksamkeit fanden die Ausführungen zu den visuellen Kontrasten bei Bodenmarkierungen, wonach Leitlinien (z.B. Leitstreifen aus Bodenindikatoren) durch kontrastierende Begleitstreifen eingefasst werden müssten, da bei einseitiger Einfassung anderenfalls der Eindruck von Feldern entstünde. Für die bessere Lesbarkeit von Schrift empfahl der Referent die Verwendung von sog. Frutiger-Schrift.

Der zweite Komplex behandelte das sog. Lüneburger Modell (Referent Winfried Kopp, Lebenshilfe e.V. Lüneburg) sowie Themen aus dem Bereich der Deutschen Bahn AG (Referenten Beate Renneberg und Rainer Hahn). Winfried Kopp stellte in seinem Referat das auf dem Hauptbahnhof Lüneburg eingebaute "Leitsystem für alle" vor, das das Leitsystem für blinde und sehbehinderte Reisende mit speziell entwickelten Piktogrammen für geistig behinderte Menschen kombiniert ( www.leitsystem-fuer-alle.de der Firma Manzke).

Die Diskussion machte deutlich, dass ohne eine Auswertung und Zustimmung aller Betroffenen, also auch der Sehbehinderten, die Weiterverbreitung des Lüneburger Modells nicht empfohlen werden kann.

Die Referate von Beate Renneberg (Koordinatorin für Behindertenangelegenheiten im Bereich Station und Service) und Rainer Hahn (Kontaktstelle für Behindertenangelegenheiten, Tel.: (069) 265 71 60) belegte wiederum den hohen Stellenwert, der die barrierefreie Ausgestaltung von Fahrzeugen und Bahnsteigen bei der DB AG und bei den privaten Anbietern im schienengebundenen Personenverkehr genießt. Im Vordergrund stand die weitgehend barrierefreie Gestaltung des Fahrzeugparks und der Bahnanlagen der DB. Zum Service der DB wurde u.a. kritisch angemerkt:


Hervorgehoben werden sollen an dieser Stelle aber auch die ständigen Bemühungen der DB, z.B. durch Schulung des Personals, durch Einsatz verbesserter Technik und durch schrittweise Umgestaltung ihres Internetauftritts den Service auch für ihre sehbehinderten und blinden Fahrgäste zu verbessern.

Die Referenten konnten neben vielen Kritikpunkten und Verbesserungsvorschlägen auch Anerkennung zu kundenfreundlichen Maßnahmen der letzten Zeit - wie der Wiedereinführung der "alten" Bahncard 50 und der Einführung der Freifahrt für die Begleitperson im Schlafwagen - mit nach Frankfurt nehmen.

Der dritte - und sicher umfangreichste - Themenkomplex war den Bodenindikatoren, dem Verhältnis der Ampelnorm zur RiLSA sowie den Problemstellungen "Kleiner Kreisverkehr" und "Grünpfeilreglung" gewidmet.

Dietmar Böhringer hat in seinem Referat "Wertlos - brauchbar - sehr gut: Über Sinn und Unsinn von Bodenindikatoren" die wichtigsten Ergebnisse aus seinen Tests mit 68 blinden Probanden auf der Teststrecke in der Nikolauspflege Stuttgart vorgestellt:


Dr. Klaus Behling, der als Vertreter des DBSV an der Erarbeitung einer Europäischen Norm (EN) für Bodenindikatoren (CEN/TC 178 "Paving units and kerbs", deutscher Titel: "Pflastersteine, Platten und Bordsteine") mitwirkt, berichtete, dass außer in Deutschland die rillenförmigen Bodenindikatoren in Verbindung mit deren negativem Einbau keine Verbreitung gefunden hätten. Die anderen an der Normung beteiligten europäischen Länder würden ausschließlich positiv verlegte Strukturen in mannigfaltigen Formen von der kugelförmigen Noppe über kegel- und pyramidenförmige Erhebungen bis hin zu den sog. ADIDAS-Streifen verwenden. Allerdings sei die Normungsarbeit des CEN lediglich auf die Zusammenstellung aller in Europa verwendeten Bodenindikatoren gerichtet, ohne dass den Bodenindikatoren durch Verlegevorschriften oder aufgrund der taktilen Strukturen einen festgelegten Inhalt zugeordnet werde. Als Konsequenz u.a. der vorgenannten Referate und der sich anschließenden Diskussionen wird sich der Normenausschuss Medizintechnik (NAMed F4) in einer Arbeitsgruppe mit der Überarbeitung der DIN 32 984 befassen.

Petra Kieburg, die über Erfahrungen mit dem so genannten "Kleinen Kreisverkehr" und der "Grünpfeilreglung" referierte, betonte für den Verkehrsbereich die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Orientierungs- und Mobilitätslehrern und den Trainingspartnern und ihren Organisationen. Ohne einen intensiven Erfahrungsaustausch würde sich der Prozess der internen Meinungsbildung, aber auch das entschlossene Auftreten gegenüber den Kommunen und Länderministerien unnötig verzögern und kompliziert gestalten.

Wichtige Forderungen bei der Einrichtung von Kleinen Kreisverkehren sind:


In Sachen Grüner Pfeil bestand zwischen der Referentin und dem Plenum Einigkeit über die Gefahreneinschätzung und die zu ergreifenden Gegenmaßnahmen. Einer Anbringung des entsprechenden Verkehrsschildes kann nur zugestimmt werden, wenn die durch das Rechtsabbiegen bei Rot entstehende Gefahrensituation durch eine akustische und taktile Signalisierung an der Querungsstelle entschärft wird.

Das letzte Referat, das die Veränderungen in der DIN 32 981, der sog. Ampelnorm, und die Teilfortschreibung der RiLSA von 2003 miteinander verglich (Referent Wolfgang Schmidt-Block), stellte die Neuerungen der DIN und die weitgehende Entkoppelung beider Regelwerke in den Vordergrund. Mit der Novellierung der sog. Ampelnorm sei der jahrelange Streit um die "richtige" Tonfrequenz des Freigabesignals beigelegt worden, indem die Organisationen vor Ort entscheiden, ob sie das reine Sinussignal oder das 3-Frequenz-Signal bevorzugen. Die neue RiLSA enthalte keine Festlegungen zur Art des Freigabe- oder Orientierungssignals und auch nicht zur Bedeutung der Zusatzinformationen auf den Pfeiltasten der Anforderungsgeräte. Zu diesen und weiteren Aspekten der sog. Blindensignalisierung verweise die Teilfortschreibung nunmehr auf die DIN 32 981 vom November 2002. Heftigen Widerspruch erntete allerdings die Regelung in 7.5.2 der RiLSA, wonach taktile Signale in folgenden Ausnahmefällen allein gegeben werden dürfen, "z.B. bei Fußgänger-Lichtsignalanlagen über Fahrbahnen mit nicht mehr als zwei Fahrstreifen, bei der Überquerung besonderer Bahnkörper oder wenn ortskundige Blinde und Sehbehinderte dies im Einzelfall ausdrücklich wünschen". Das erste Beispiel berge nach Auffassung des Referenten und des Plenums die Gefahr, dass bei mehreren Fahrbahnen mit jeweils zwei Fahrstreifen auf die akustische Signalisierung zugunsten des vibrierenden Pfeils verzichtet werden könne. Nach übereinstimmender Auffassung der Seminarteilnehmer werde die akustische Signalisierung nach DIN 32 981 gefährdet, wenn - wie im Beispielsfall drei der von 7.5.2 der RiLSA-Fortschreibung - ortskundige Blinde und Sehbehinderte allein über die ihres Erachtens notwendige Signalisierung entscheiden können. Dass angesichts des Kostenarguments der angesprochene Ortskundige sich für den preiswerteren taktilen Signalgeber ausspricht, dürfte außer Zweifel stehen. Zusätzlich zu den angebotenen Referaten wurden die Seminarteilnehmer von der Vertreterin Schleswig-Holsteins, Frau Roswitha Weinhold, gebeten, eine Stellungnahme zu dem akustischen Kundeninformationssystem APEX abzugeben, das im Freistaat Sachsen mit Unterstützung der Landesregierung erprobt werden soll. Nach teilweiser kontroverser Diskussion gelangte die Mehrzahl im Plenum zu der Auffassung, dass aufgrund des Wissensstandes der Anwesenden über das angebotene System, aber auch aus grundsätzlichen Erwägungen weder vom Seminar noch erst recht nicht vom DBSV eine Empfehlung des angebotenen Produktes ausgesprochen werden sollte.

Die Veranstaltung, die allen Teilnehmern große Konzentration abverlangte, ist in der Abschlussdiskussion von den meisten positiv bewertet worden, weil sie nicht nur in einer guten Arbeitsatmosphäre stattgefunden habe, sondern den Teilnehmern auch qualifizierte Angebote zur Verbesserung ihrer täglichen Arbeit auf Landes- und Kreisebene vermittelt habe.

Wolfgang Schmidt-Block

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Forschung

Elektronischer Blindenführer in Finnland

Finnische Forscher haben Mobilfunktechnik, Satellitennavigation mit GPS und Spracherkennung zu einem elektronischen Blindenführer zusammengeführt.

Das Projekt mit der Bezeichnung "Noppa" wird von dem Technischen Forschungszentrum Finnland (VTT) betrieben, einer nichtkommerziellen Einrichtung der Regierung.

"Die Idee ist, dass der Nutzer sagen kann: 'Ich gehe zu dem und dem Ort", erklärt Projektmitarbeiter Ari Virtanen."

"Das System antwortet dann, welchen Bus man nehmen soll und wie man zur Haltestelle kommt."

Angeschlossen ist der Zugang zu einer Datenbank mit Informationen über aktuelle Baustellen, Fahrpläne und mögliche Verspätungen. Das Mobiltelefon mit Breitbandanschluss übermittelt auch Nachrichten und den Wetterbericht. Jetzt soll das System mit einer Gruppe von Blinden im Großraum Helsinki getestet werden.

Zungenbrille

Blinde könnten in Zukunft mit ihrer Zunge sehen. Forscher haben ein Gerät entwickelt, das Bilder als elektrische Impulse in den Mund und von dort ins Hirn schickt.

Ein leichter Druck genügt, und die Welt liegt dem blinden Benutzer auf der Zunge. Ein kleines Plättchen lässt dort Bilder mit zwölf mal zwölf Punkten entstehen, die zum visuellen Kortex weitergeleitet werden. Mit Hilfe der so genannten Positronen-Emissionstomografie konnten die Forscher zeigen, dass dieser Gehirnabschnitt beim Benutzen der Zungenbrille sogar bei Menschen aktiviert ist, die von Geburt an blind sind.

Entwickelt wurde das Gerät von Paul Bach-y-Rita an der University of Wisconsin (USA). Es könne möglicherweise schon bald die Blindenschrift ersetzen, meint Maurice Ptito, der die Zungenbrille an der University of Montreal in Kanada testet. Es sei bereits möglich, einzelne Buchstaben auf der Zunge abzubilden und so einen Sinn des Menschen durch einen anderen zu ersetzen. Der Mundspeichel ist ein ideales Medium zur Weiterleitung der elektrischen Impulse, erklärt Ptito. Um mit dem Gerät sehen zu können, brauchen Patienten eine Eingewöhnungszeit von nur wenigen Minuten - und keine Operation wie bei anderen Sehprothesen.

Mit weiteren psychophysischen Studien wollen die Wissenschaftler die Grenzen der Möglichkeiten der Zungenbrille testen. Außerdem wollen sie das Gerät so weiterentwickeln, dass sie dann mit einer zusätzlichen Miniatur-Kamera im Auge künftig auch komplexere Bilder über die Zungenbrille für Blinde sichtbar machen können.

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Rezension

Broschüre zu Patientenverfügung in Blindenschrift

Das Erfordernis einer gehörigen Vorsorge gewinnt dadurch an Aktualität, dass die Menschen zwar älter werden, aber vielfach nicht so gesund bleiben, um bis zum Tode ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Davon ausgehend, hat Dr. Otto Kawalle eine Schrift mit dem Titel verfasst: "Vorsorge für Alter, Krankheit oder Unfall durch Vollmacht oder gerichtliche Betreuung und durch Patientenverfügung im Falle eigener Entscheidungs- und Handlungsunfähigkeit". Die Broschüre liegt inzwischen bei der DZB in Punktschrift vor und kann dort käuflich erworben werden.

Wie man in gesunden Tagen vorsorgen kann und sollte, sodass man Hilfe, falls man sie braucht, entsprechend seinen Wünschen und Vorstellungen auch tatsächlich erhält, darauf versucht der Verfasser mit Bezug auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtshofes und mit weiteren Literaturangaben weniger eine Antwort zu geben, als durch viele Hinweise den Leser anzuregen, unter Berücksichtigung seiner Verhältnisse und Belange, selbst eine Lösung zu finden.

Besonderer Wert wurde auf beispielhafte Formulierungen gelegt. Das deshalb, weil die Erfahrung lehrt, dass mancher zwar die Notwendigkeit der Vorsorge erkannt hat, dann aber doch davon absieht, weil er nicht weiß, was er im Einzelnen regeln sollte und wie er seinen Willen ausdrücken könnte oder müsste. Daher ist Grundlage und zugleich Ausgangspunkt der einzelnen Vorsorgemöglichkeiten - Vollmacht, Patientenverfügung, Betreuungsverfügung - jeweils ein Beispiel, das danach kommentiert und durch weitere Aspekte ergänzt wird. Insofern unterscheidet sich die vorliegende Schrift vor allem methodisch von den bisherigen Veröffentlichungen, die es in Punktschrift oder auf Kassette gibt.

Nähere Information und Bestellung unter
Tel.: (03 41) 71 13-119.

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Beilagen

Das Schaufenster 1/2005

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Orientierung und Mobilität - das ist für blinde und sehbehinderte Menschen ein besonders erstrebenswertes, weil mitunter schmerzlich entbehrtes Gut.

Neben den notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten können technische Hilfsmittel hier weiterhelfen. Wenngleich es nicht das Ziel sein kann, Blinde und Sehbehinderte im Straßenverkehr total zu verkabeln, können sinnvoll eingesetzte Orientierungshilfen nützlich sein.
Lothar Rehdes 

1. Mobiltelefon Owasys 22C - Testbericht

2. Ultraschallorientierungshilfe Miniguide

1. Mobiltelefon Owasys 22C - Testbericht

(Auszüge aus einem Testbericht des Förderzentrums für Blinde und Sehbehinderte gGmbH)

Es ist der unbestreitbare Vorzug dieses Mobiltelefons, dass es speziell für blinde Benutzer entwickelt und gestaltet wurde. Die Ergonomie muss unter diesem Aspekt als besonders gelungen gelten.

Durch den Verzicht auf ein Display wurde leider die Gruppe der Sehbehinderten nicht berücksichtigt.

Das Handy bringt eine befriedigende Basisausstattung bei gelungener programmtechnischer Umsetzung mit. Die Sprachausgabe ist gut verständlich, die Menüs sind übersichtlich gegliedert. In einigen Feinheiten (z.B. beim Telefonbuch und den Kurzmeldungen) ist das Konzept leicht gewöhnungsbedürftig. Im Ergebnis des Tests muss festgestellt werden, dass die meisten unserer Testpersonen dieses Handy - trotz seiner noch vorhandenen Schwächen - gern behalten hätten.

Es bleibt deshalb besonders zu hoffen, dass eine attraktive Preisgestaltung dieses gelungene Produkt in die Reichweite der interessierten Kundschaft bringt.

Tastatur: Die Tastatur ist übersichtlich gestaltet und sehr gut zu ertasten. Die Ziffer fünf ist auffällig markiert. Die Tasten für Gesprächsannahme/ Gesprächsende sind gut von den anderen Tasten abgehoben. Die dazwischen angebrachte Wippe ist für die Navigation in den Menüs gut geeignet.
Der Druckpunkt der Tasten ist gut. Die Quittungstöne (z.B. bei der Eingabe der PIN) kommen langsam und das Tippen verzögert sich.
Auch die seitlich angebrachten Tasten für die Lautstärke sind gut fühlbar.
Die Tastatur ist mit Abstand die beste auf dem Markt befindliche und stellt ein besonders herausragendes Merkmal dieses Mobiltelefons dar.

Sprachausgabe: Die Sprachausgabe ist gut verständlich. Sie stottert nicht und ändert auch nicht ihre Lautstärke. Auch im Freisprechmodus ist die Verständlichkeit gut.
Wenn bei Kommandos die nächste Taste gedrückt wird, stoppt die Sprachausgabe nicht sofort; ein schnellerer Abbruch wäre im Interesse eines zügigen Navigierens vorteilhaft.

Menüs: Die Menüs sind übersichtlich und leicht zu bedienen. Die verschiedenen Menüpunkte sind gut verständlich. Das zuletzt gewählte Menü bleibt auch nach Benutzung noch einige Zeit verfügbar.
Der Druck auf die Tasten muss kurz und prägnant sein, da sonst die gewünschte Funktion nicht ausgeführt wird. Das kann für Menschen mit verminderter Fingerfertigkeit ein Problem sein.
Dass zum Menüpunkt die Nummer ertönt kann gelegentlich zu Missverständnissen führen, indem diese Nummer als Status betrachtet wird (z.B. über die Anzahl der entgangenen Anrufe).

Telefonieren: Das Telefonieren bereitet keine Probleme. Auf der Tastatur können Nummern sehr gut eingetippt werden. Der Zugriff auf das Telefonbuch ist leicht möglich. Leider gibt es keine Kurzwahlmöglichkeit.

Lautstärke: Die Lautstärke kann einfach mit speziellen Tasten eingestellt werden; umständliche Tastenkombinationen sind nicht vorgesehen. Wünschenswert wäre eine getrennte Einstellmöglichkeit für Telefonie- und für Freisprechbetrieb. Allgemein wird eine zu geringe Lautstärke beim Telefonieren beklagt.

Telefonbuch: Das Telefonbuch ist leicht bedienbar. Für das Wählen aus dem Telefonbuch gibt es eine separate Taste; es muss nicht erst das entsprechende Untermenü geöffnet werden;

SMS: Für das Editieren gelten die zum Telefonbuch gemachten Angaben entsprechend. Die Bearbeitungsreihenfolge ist insofern ungewöhnlich, als zuerst der Text für die Meldung geschrieben und erst dann der Empfänger eingegeben wird.

2. Ultraschallorientierungshilfe Miniguide

Der Miniguide ist etwas größer als ein Feuerzeug. Ähnlich einer Taschenlampe in der Hand gehalten, tastet er mit seinem Ultraschallkegel den Weg nach Hindernissen ab. Kommt ihm eines "in die Quere", meldet er es mit rhythmischem Vibrieren.

Auf diese Weise können gesuchte Objekte wie Haltestellenschilder genauso aufgespürt werden wie gefährliche Dinge auf dem Gehweg (z.B. Laternenmasten oder Poller).

Insbesondere auch Hindernisse im Oberkörper- und Kopfbereich, die der Langstock unterläuft, werden detektiert. Da das Gerät in der Hand gehalten wird, ist ein gezieltes Abtasten der Umgebung möglich. Das ist zuweilen auch erforderlich, um Echos von Hindernissen - insbesondere von solchen kleinen Hindernissen wie Pollern - von diffusen Echos zu unterscheiden. Die Hand mit dem Miniguide steht allerdings nicht für Gepäck zur Verfügung; die andere Hand ist üblicherweise bereits durch den Stock in Anspruch genommen.

Die Reichweite ist zwischen 4 und 0,5 m umschaltbar; zwei Vorzugsreichweiten - z.B. 4 und 2 m - können für eine einfache Handhabung voreingestellt und umgeschaltet werden. Eine Handschlaufe schützt das Gerätchen vor Verlust im Gedränge.

Die Anforderungen an die Konzentration der Aufmerksamkeit bei der Handhabung des Langstocks einerseits und des Miniguides andererseits sind nicht zu unterschätzen.

Der Miniguide bewährt sich in zwei Standardsituationen besonders.

Wenn zügiges Gehen bei gelegentlich zu befürchtenden Hindernissen abgesichert werden soll, kann er mit großer Reichweite eingesetzt werden. Ist die Verkehrssituation derart turbulent, dass der Langstock nur unter dem Risiko der Beschädigung eingesetzt werden kann (viele Menschen auf der Straße oder auf dem Bahnhof), kann der Miniguide mit geringer Reichweite eine wertvolle Orientierungshilfe bieten, um insbesondere Kollisionen mit anderen Passanten zu vermeiden. Für den Langstock ist er kein Ersatz, sondern lediglich eine wertvolle Ergänzung. Er ist flexibel einsetzbar und kann nach Bedarf zur Hand genommen und auch wieder weggesteckt werden.

Der Miniguide ist zum Preis von 385 Euro erhältlich bei:

Hilfsmittel An- und Verkauf
B. Bergmann
Steinstraße 11, 53604 Bad Honnef
Tel./Fax: (0 22 24) 82 06 94
E-Mail: biggibergmann@web.de

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