"Die Gegenwart" erscheint monatlich (Juli / August als Doppelnummer)
Jahresbezugspreis: 35 Euro (Abonnenten unter 21 Jahren zahlen den halben Preis).
Informationen über die Zahlungsmodalitäten gibt der DBSV- Zeitschriftenverlag
Frau Wolff
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
der 1000ste DAISY-Abonnent der "Gegenwart" ist noch nicht gefunden, es sei denn, die Abonnentenschar ist im Februar, also nach dem Redaktionsschluss für diese Ausgabe, rasch angewachsen.
Trotzdem kann ich heute gratulieren: Die 975. DAISY-Abonnentin ist Frau Angela Fischer aus Wallroda. Sie bekommt die "Gegenwart" jetzt für ein Jahr kostenlos. Bisher hatte Frau Fischer die Punktschrift-Ausgabe abonniert.
Unter weiteren DAISY-Abonnenten, die sich seit September 2005 für die CD-ROM entschieden haben, wurden Gutscheine für Jahresabonnements von Hörzeitschriften verlost, die uns die Aktion Tonband-Zeitung für Blinde (ATZ) sowie die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) zur Verfügung gestellt haben, wofür wir uns recht herzlich bedanken.
Über ein Jahresabonnement der Hörzeitschrift "Das Wartezimmer" oder "Freundinnen" der ATZ kann sich Roland Zier aus Schlaubetal freuen.
Ein Jahresabo der Zeitschrift "Deutschlandrevue" der DZB kann Ulrich Kalweit aus Boltenhagen in Anspruch nehmen. Und ein solches für die Fernseh- und Hörfunk-Programm-Zeitschrift bekommt Andreas Kahnhäuser aus Jessen.
Herzlichen Glückwunsch!
Und vielleicht schon in der nächsten Ausgabe können wir den 1000sten DAISY-Abonnenten der "Gegenwart" beglückwünschen. Er bekommt ein DAISY-Abspielgerät PTN 1, das die Firma Handy Tech Elektronik GmbH zur Verfügung gestellt hat.
Ihr Dr. Thomas Nicolai
In der Januar- und in der Februar-Ausgabe hatte die "Gegenwart" bereits vier Beiträge zu Themen, die auf dem DBSV-Verbandstag im Mai diesen Jahres in Arbeitsgruppen (AG) besprochen werden sollen, veröffentlicht:
In der März-Ausgabe schließen wir diese Serie mit dem Beitrag zur AG 5 ab:
Die Delegierten des Verbandstages werden entscheidende Wegweiser für die Verbandsentwicklung der nächsten Jahre aufstellen.
Sie alle, liebe Leserinnen und Leser, sind aufgerufen, Ihre Meinung zu den vorgestellten Thesen und Fragestellungen zu sagen. Schreiben Sie Ihre Ideen, Vorschläge, Kritiken und Anregungen auf und schicken Sie diese bis spätestens 30.3.2006 an die
Redaktion "Die Gegenwart"
Rungestraße 19, 10179 Berlin
Fax: (0 30) 28 53 87-20
E-Mail: gegenwart@dbsv.org
Vermerken Sie im Betreff bitte das Thema, zu dem Sie sich äußern. Ihre Zuschrift leiten wir dem jeweiligen Moderator der entsprechenden Verbandstagsarbeitsgruppe weiter. Auszüge werden wir ggf. in der Rubrik "Leserpost" veröffentlichen. Wenn Sie eine Veröffentlichung nicht wünschen, so vermerken Sie das bitte ausdrücklich zu Beginn Ihrer Ausführungen.
"Lass mal nah ran da!", dachte die Bedienung der Gaststätte "Zum Durchblick", um das folgende Gespräch zu verfolgen: "Ich fordere die vollkommene Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Häftlinge!", sagte Herr Organwitz. Es folgten Vorschläge, wie der Weg aus den Zellen in die Freiheit aussehen müsste. "Kontrastreich gestaltete Gitter und Stufen", meinte Herr Brilletto. Frau Sehnix malte sich das Leitsystem in den Gefängnisfluren aus. Als Herr Tunnella dann meinte, dass es Wegweiser mit der Aufschrift "Ausgang" geben sollte, warf dessen Frau ein: "Und wie sollen die Deiner Meinung nach aussehen?"
Die bis dahin herrschende Heiterkeit wich einer Diskussion über Hell-Dunkel-Kontraste, Schriftgrößen und -arten. Ebenso wurde darüber gesprochen wie blinde Menschen schnell und sicher den richtigen Weg finden könnten.
Frau Gleichmacher, die bis dahin recht amüsiert der Unterhaltung gelauscht hatte, überraschte plötzlich alle mit der Frage: "Ist es nicht ungerecht, nur den Blinden und Sehbehinderten den Weg in die Freiheit barrierefrei zu gestalten?" "Wieso", meinte Herr Alleswill, "die Übrigen kommen doch dann auf die gleiche Weise aus dem Knast! Das ist ja der Clou an der Sache." - "Ach!", meinte daraufhin Frau Schäfer-Hund, "so einfach ist das mit der Gleichstellung Behinderter!" - "Nee!", erwiderte Herr Gleichmacher, "das ist doch damit nicht gemeint!" - "Sondern, Du Schlaule?", fragte Frau Sehnix. "Damit ist gemeint, dass niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf und dass die Teilhabe behinderter Menschen in allen Lebensbereichen ermöglicht wird." - "Hört! Hört!", meinte Herr Organwitz. "Und wie soll das funktionieren?" - "Wir bekommen dann genügend Geld vom Staat oder von einer Versicherung, damit wir uns all die Hilfe kaufen können, die wir brauchen, um genauso zu leben wie die Nichtbehinderten", gab Herr Alleswill zur Antwort. "Mit Kohle allein kannst Du doch keine Gleichstellung erreichen. Die Berücksichtigung unserer Belange bei Bauten, die Beschäftigung von behinderten Menschen in Betrieben und Verwaltungen, die Zugänglichmachung von Kultur und Bildung, um nur ein paar Beispiele zu nennen, ist doch auch davon abhängig, wie die Gesellschaft bereit ist uns als vollwertige Glieder zu akzeptieren und welche Instrumente uns zur Verfügung stehen, bestehende Missstände zu beseitigen", erläuterte Herr Brilletto in einem Ton, der einem Politiker glich. "Das ist mir alles zu theoretisch", meinte daraufhin Herr Organwitz und fügte hinzu: "Demnächst ist doch Verbandstag des DBSV, und wie ich aus zuverlässiger Quelle weiß, soll dort in einer Arbeitsgruppe über die Themen Gleichstellung und Barrierefreiheit diskutiert werden. Wir kommen ja hier heute doch nicht weiter, aber vielleicht wissen die Experten, die dort zusammen kommen, mehr. Mich würde dabei insbesondere interessieren, wie z.B. der Konflikt zwischen Design und barrierefreier Gestaltung gelöst werden kann, welche Voraussetzungen - sprich Kenntnisse in lebenspraktischen Fähigkeiten sowie Orientierung und Mobilität bei uns selbst benötigt werden, damit wir barrierefreie Produkte und Angebote in Anspruch nehmen können. Auf die Frage, wie erreicht werden kann, dass mehr blinde und sehbehinderte Menschen die bereits vorhandenen Angebote nutzen, habe ich bis heute auch keine Antwort. Ebenso nicht auf die, ob eine all zu sehr auf unsere Belange abgestellte Gestaltung der Umwelt von anderen als Belästigung empfunden wird. Sind wir eigentlich bereit, vorhandene Nachteilsausgleiche in Frage zu stellen oder gar aufzugeben, wenn wir das, wofür wir sie jetzt (noch) erhalten, uneingeschränkt nutzen können?"
"Fragen über Fragen", sagte daraufhin Frau Tunnella. "Aber alles wichtig!", meinten Frau Sehnix und Herr Brilletto gleichzeitig.
Wenn Sie Antworten auf die Fragen wissen oder Anregungen zu den aufgeworfenen Themen geben möchten, dann beteiligen Sie sich in Form von Leserbriefen an der Diskussion oder nehmen Sie als Delegierter am Verbandstag des DBSV teil.
"Wie ich die zuvor zitierte Stammtischgesellschaft kenne, wird sie ebenfalls weiter nach zukunftsweisenden Lösungen suchen und die beim Verbandstag gefundenen Anregungen und Lösungsvorschläge weiter diskutieren", dachte sich die Bedienung und nahm die nächste Bestellung auf.
Hans-Peter Engel
Am 24.1. war es wieder so weit: Unter der Schirmherrschaft von Mario Adorf wurde im Atrium der Deutschen Bank in Berlin der Hörfilmpreis des DBSV nunmehr zum 4. Mal vergeben - diesmal in Kooperation mit der Pfizer Deutschland GmbH.
Für diese begehrte Auszeichnung waren fünf Filme (natürlich mit Audiodeskription) nominiert worden. Die 6-köpfige Jury musste sich entscheiden zwischen "Der Untergang", "Das Gelbe vom Ei", "Gegen die Wand", "Die Blindgänger" und "Sophie Scholl". Aber welcher der fünf genannten Filme hatte die Jurymitglieder dermaßen überzeugt und beeindruckt, dass sie nur diesem den Preis zuerkennen konnten?
Das abwechslungsreiche und informative Programm dauerte 90 Minuten. Die Spannung wuchs - und Geduld war gefordert. Die Moderation hatte Andrea Ballschuh übernommen. Sie verstand es, mit einfühlsamen und verständnisvollen Worten charmant-locker die einzelnen Punkte des Programms zu einem eindrucksvollen und kurzweiligen Ganzen zusammenzufügen.
Als Ohrenschmaus konnten die ca. 300 geladenen Gäste - aus Politik, Medien und Wirtschaft, Vereinen und Verbänden - zu Beginn und als Abschluss der Veranstaltung je ein Lied mit Angelika Milster (Gesang), begleitet von Berthold Matschat (am Flügel) genießen.
Mario Adorf, der Schirmherr dieses Events, begrüßte Frau Ballschuh ganz gentlemanlike mit einem Handkuss und bedankte sich sehr herzlich bei den Förderern und Sponsoren: Pfizer GmbH, Aktion Mensch, Deutsche Bank, Herbert-Funke-Stiftung, quadral GmbH, Blindenstiftung Deutschland, Georg-und-Hanna-Zimmermann-Stiftung, Blindenhilfswerk Berlin und "Kochende Landschaften".
Mario Adorf berichtete sodann von seinen Erfahrungen, die er in der Rolle eines Blinden im Film "Bomber und Paganini" im Jahre 1976 gemacht hat und die er als wichtigen Entwicklungsprozess für sich ansieht. Er erinnerte sich auch gern an seine Aufsprache des Audiodeskriptionstextes für den Film "Faust" mit Gustav Gründgens. Er bot sich an - unter Beifall des Publikums -, wieder einmal den beschreibenden Text zu einem Hörfilm einzusprechen.
Jürgen Lubnau - Präsident des DBSV und Vorsitzender der Blindenstiftung Deutschland, Andreas Bethke - Geschäftsführer des DBSV, der Deutschen Hörfilmgesellschaft (DHG) sowie der Blindenstiftung Deutschland und Hans-Werner Lange - Jury-Vorsitzender, betonten die Bedeutung der Audiodeskription für blinde und sehbehinderte Menschen als Möglichkeit zur gleichberechtigten Teilhabe an Kultur und Gesellschaft. Mit klaren Worten und eindrucksvollen Beispielen erläuterten sie, warum blinde und sehbehinderte Personen fernsehen wollen und - auch mit Freunden und Bekannten oder allein - ins Kino gehen möchten.
Film als wichtiges Medium beeinflusst die Gesellschaft und das menschliche Miteinander in erheblichem Umfang. Filme sind oft Gesprächsstoff am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis. Um die Handlung eines Films nachvollziehen und den Film als Ganzes verstehen zu können, ist für blinde und sehbehinderte Zuschauer eine Audiodeskription zwingend notwendig. 80 Prozent der Menschen mit Sehproblemen schalten regelmäßig zu Unterhaltungszwecken das Fernsehen ein, um Filme zu "sehen".
Um den sehenden Gästen einen Eindruck von der Bedeutung der Audiodeskription zu vermitteln, wurden die ersten Minuten aus dem Film "Der talentierte Mr. Ripley" in drei Versionen vorgeführt: Originalton ohne Bild - Originalton mit AD-Text, aber ohne Bild - und zum Schluss Originalton mit AD-Text und Bild. Zudem wurde das Publikum aufgefordert, die Simulationsbrille zu benutzen und sich den Filmausschnitt mit den "Augen eines Sehbehinderten" anzuschauen.
In Großaufnahme an die Wand projizierte Bilder simulierten zusätzlich visuelle Eindrücke von Menschen mit unterschiedlichen Sehbehinderungen und verdeutlichten die dadurch bedingten Probleme bei der Wahrnehmung ihrer Umwelt.
Michael Klein von der Arzneimittelfirma Pfizer wies auf die gesellschaftliche Verpflichtung der Unternehmen hin. Seine Firma hat als erstes privates Unternehmen die Zielvereinbarung für barrierefreies Internet unterschrieben und wird ihre Internetseite nach diesen Vorgaben gestalten. Internet sollte jeder nutzen können. Und da Film ein Teil unserer Kultur ist, beteiligt sich sein Unternehmen auch an der Finanzierung des Hörfilmpreises.
Herr Fritz von der Firma quadral GmbH aus Hannover berichtete darüber, wie sein Unternehmen geeignete Räumlichkeiten in den Aura-Hotels mit 3-Wege-Lautsprechern und Surround-Anlagen ausgestattet hat und den mit dem DBSV geschlossenen Vertrag, der zunächst auf ein Jahr befristet war, nunmehr verlängert hat. Spontan erklärte Herr Fritz, dass die Firma quadral sich an den Erstellungskosten für die AD-Version eines Berlinale-Films auf DVD beteiligen werde.
Auch dieses Jahr wurde, nunmehr zum 2. Mal, der Sonderpreis für besondere Verdienste um den Hörfilm und seine Verbreitung verliehen. Der Preis in Form einer Bronzeskulptur (von Dario Malkowski) wurde Frau Edeltraut Brakhage vom Lippischen Blindenverein durch Frau Monika Grütters (CDU-Abgeordnete des Bundestages, Mitglied im Kulturausschuss und Mitglied der Jury) überreicht.
Die drei Kilo schwere Kleinplastik mit dem Namen "Die Lauschende" stellt ein Gesicht dar, etwas seitlich gewendet, bei dem eine hinter das linke Ohr gewölbte Hand die Ohrmuschel vergrößert und dadurch das Hinhören unterstützt, während die rechte Hand locker über dem Gesicht liegt und die Augen verdeckt. Symbolisiert wird, na klar, das Lauschen - die Konzentration auf das Gehör, wenn man nichts (mehr) sehen kann.
Endlich war es dann soweit: Mario Adorf kam auf die Bühne und gab den Gewinner des 4. Hörfilmpreises bekannt. Den undotierten Hörfilmpreis des DBSV gewann der Film "Die Blindgänger" von Bernd Salem, ein Beitrag zur Berlinale 2005 der Erfurter Produktionsfirma.
Im Anschluss an den Festakt bot sich im Foyer des Atriums der Deutschen Bank die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und der Aufforderung, den Abend mit den Sinnen blinder Menschen zu erleben, zu folgen: Es roch intensiv nach frischen Kräutern und interessanten Gewürzen. "Die kulinarischen Köstlichkeiten" der Firma "Kochende Landschaften" - in allen Variationen von herzhaft bis süß - schmeckten einfach vorzüglich, dazu gesunde Säfte, ein erfrischendes Bier oder erlesene Weine. Es fehlte an nichts! Daneben bestand die Gelegenheit, auch den Tastsinn zu schulen: an einem Reliefglobus, einem Skat- und einem Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel oder einer Braille-TV. Dem Anlass entsprechend ein würdiger Rahmen!
Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass ein Faltblatt über das neue Projekt "Audiodeskription im Kino" informierte. Darin erklärt Jürgen Lubnau: Filme sind kulturelle Ereignisse, die auch blinde und sehbehinderte Menschen interessieren. Für das Projekt sucht die Blindenstiftung deshalb Paten, die daran mitwirken wollen, die preisgekrönten Filme der Berlinale 2006 für blinde und sehbehinderte Menschen zu erschließen.
Projektträger der Initiative "Audiodeskription im Kino" ist die Deutsche Hörfilm gGmbH. Zielsetzung des Projektes ist es, für die mehr als 650.000 blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland ein barrierefreies Angebot an Filmen im Kino zu schaffen. Die Anzahl von Hörfilmen im Kino ist derzeit noch verschwindend gering. Ursache hierfür war die bisher sehr aufwendige und kostenintensive Umsetzung von Audiodeskription im Kino. Die in den Kinos nun anstehende Umstellung auf digitale Projektion macht es möglich, eine vorproduzierte Audiodeskription zu jeder Aufführung eines Films anzubieten, also aus jeder Kinoaufführung ein integratives Ereignis zu machen. Die blinden Kinobesucher hören; der Filmton kommt über die Saallautsprecher.
Bereits für das Jahr 2006 sind erste Aufführungen mit digitaler Produktion geplant. Die Blindenstiftung Deutschland unterstützt das Projekt nach ihren Kräften, wirbt aber auch ausdrücklich um ergänzende Spenden und um Paten, die bereit sind, mit einer konkreten Förderung von bis zu 5000 Euro die Ausstattung von Filmen mit Audiodeskription zu finanzieren. Als erstes konkretes Projekt soll der Gewinnerfilm des Goldenen Bären der Berlinale 2006 mit Audiodeskription versehen werden.
Weitere Informationen hierzu gibt es bei der
Blindenstiftung Deutschland
Andreas Bethke
Rungestr.19, 10179 Berlin
Tel.: (0 30) 28 53 87-18
Fax: (0 30) 28 53 87-20
Zu hoffen bleibt, dass nicht nur die Audiodeskription in ihrer vielfältigen Anwendung (Fernsehen, Kino, Stadtspaziergänge, Museumsrundgänge usw.) an Bedeutung gewinnt und letztlich selbstverständlich wird, sondern auch, dass alle, die dieses Ziel vor Augen haben und dafür tätig sind, ihre Kräfte bündeln bei der Arbeit für dieses Ziel; denn: Gemeinsam sind wir stark.
Roswitha Röding
Das DBSV-Präsidium tagte am 25.1. in Berlin; u.a. wurde beschlossen:
Das 13. International Camp on Communication & Computers ICC 2006 für blinde und sehbehinderte Schülerinnen und Schüler findet in Königs Wusterhausen bei Berlin statt.
Das ausschließlich englischsprachige Camp ist in ein attraktives Freizeitprogramm eingebettet. Es werden nahezu 200 Teilnehmer aus über 20 Ländern erwartet.
Weitere Informationen und Anmeldung bei:
Universität Karlsruhe (TH)
Studienzentrum für Sehgeschädigte SZS
Angelika Scherwitz-Gallegos
Tel.: (07 21) 608-48 32
Fax: (07 21) 608-20 20
E-Mail: scherwitz@szs.uni-karlsruhe.de
Internet: www.szs.uni-karlsruhe.de
Jungen Malerinnen und -malern bietet der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK) jetzt die Möglichkeit, ihre Werke in einem bundesweit erscheinenden Kunstkalender vorzustellen. Kinder mit Körperbehinderung im Alter von 4 bis 14 Jahren dürfen an diesem Projekt teilnehmen. Das Bildthema lautet: "mein Lieblingstier", "meine Lieblingsblume" oder "mein Lieblingsbaum". Die Maltechnik ist freigestellt, das Bildformat soll A4 groß sein.
Unter allen Einsendungen verlost der BSK e.V. drei wertvolle Sachpreise. Eine Jury wählt die zwölf Monatsbilder und das Titelbild aus. Der Kalender wird im Oktober 2006 in einer Auflage von ca. 20.000 Exemplaren bundesweit verbreitet.
Einsendeschluss ist der 26. April 2006.
Weitere Infos unter der
E-Mail: galerie@bsk-ev.org oder
telefonisch unter: (0 62 94) 42 81-12.
Der BSV Thüringen e.V. lädt vom 21. bis 23.04. zum Sehbehindertenseminar in die AURA Pension Haus "Grünes Herz" nach Georgenthal ein. Das Hauptthema Low-Vision wird durch eine Ausstellung von Sehhilfen ergänzt.
Anmeldung sowie weitere Informationen bei:
Volkmar Dietrich
August-Bebel-Str. 2, 07907 Schleiz
Tel./Fax: (0 36 63) 40 05 32
Handy: (0173) 3 88 34 24
E-Mail: vo.dietrich@web.de
Vom 31.03. bis 02.04. lädt der BSV Thüringen zu einem Führhundhalter-Seminar in die AURA Pension Haus "Grünes Herz" in Georgenthal ein. Was kann und was darf ein Tierheilpraktiker? Wie ernähre ich meinen Hund optimal? Was ist für die Erste Hilfe am Hund wichtig? Diese und viele andere Fragen werden beim Seminar beantwortet.
Nähere Informationen und Anmeldung bei:
AURA Pension Haus "Grünes Herz"
Tel.: (03 62 53) 30 50
Nähere Informationen und Anmeldung bei
Bildung Ohne Barrieren
Tel.: (0 76 21) 79 92 30
E-Mail: info@bob-institut.org
anders-sehn bietet interessante Natur-Wanderurlaube, erstmals auch für Familien. Wattwanderungen, eine Kutterfahrt und Begegnungen mit den Leuten auf der Hallig-Hooge gibt's vom 21. bis 27.05.
Den Schatten alter Buchenwälder genießen, heimisches Wild hautnah ertasten, einen Mönch kennen lernen und einem Eifelkrimi lauschen kann man vom 24.06. bis 01.07.
Familienferien in Oberbayern mit Spaziergängen durch Moor- und Seelandschaften, Tümpelsafari und Einblicke in das Bauernleben in alter Zeit gibt's vom 30.07. bis 05.08.
Weitere Informationen unter
Tel.: (09 51) 2 97 10 80
www.anders-sehn.de
Dieses Angebot findet in Ontario, Kanada statt. Per Kanu und zu Fuß werden Natur und Kultur erlebbar. Termin: 28.08. bis 11.09.
Bereits im Juni führt eine Erlebnistour nach Vancouver Island, Termin: 18.06. bis 02.07.
Informationen und Anmeldung bei:
FrauenOutdoor e.V.
Tel.: (05 21) 16 400 20
E-Mail: info@frauenoutdoor.de
Internet: www.frauenoutdoor.de
Außerdem: Sparwoche oder Supersparwochen zu reduzierten Preisen
Und: Dauerwohnplätze oder Langzeiturlaub auch kurzfristig frei. Bitte fordern Sie unsere Hotelbroschüre für 2006 an!
Hotel-Residenz AURA Zentrum
Telefon (0 52 34) 90 40
Internet: www.aura-zentrum.de
E-Mail: info@aura-zentrum.de
Der Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen bietet vom 17. bis 23.09. eine Wanderung auf dem Bonifatiusweg (Teil 2) von Mainz nach Fulda an. Wir beginnen am Schlusspunkt unserer Wanderung vom vergangenen Jahr in Düdelsheim und wandern in fünf Etappen durch den Vogelsberg nach Fulda.
Das vollständige Programm ist erhältlich beim
Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen
Klaus Meyer
Tel.: (0 69) 15 05 96 72
E-Mail: k.meyer@bsbh.org
Internet: www.bsbh.org
Die AURA-Pension "Villa Rochsburg" lädt ein, den Frühling im schönen sächsischen Muldental zu erleben. Neben individuellen Urlaubsaufenthalten ist auch wieder die Teilnahme an interessant gestalteten Wochen möglich.
Detaillierte Informationen sowie das Jahresprogramm erhalten Sie über
AURA-Pension "Villa Rochsburg"
Tel.: (03 73 83) 8 34 01.
Im Rudolf-Kraemer-Haus in BaLi gibt es allerhand Neues: Der Sprachkurs "Active Conversation in english" vom 24. bis 26.03. richtet sich an alle, welche über Sprachkenntnisse verfügen, diese aber mangels Gelegenheit nicht anwenden können. Die Mitarbeiter des RKH sprechen die Teilnehmer nicht etwa schwäbisch, sondern ausschließlich in der jeweiligen Fremdsprache an. Vom 21. bis 23.04. gibt's das Ganze dann in Französisch.
Vom 31.03. bis 02.04. gibt es wieder einen Trommelkurs, und das Seminar "Nichts oder wenig sehen und trotzdem gut aussehen" ist der Starterkurs einer Stil- und Farbberatung für Frauen im RKH. Termine 21. bis 23.03 und 09. bis 11.06.
Für Familien gibt es vom 28.05. bis 04.06. erstmals eine Familienfreizeit zum günstigen Preis.
Veranstaltungsprogramm 2006 anfordern oder auf der Homepage unter
Informationen unter
Tel.: (0 70 52) 92 04-0.
Hörfilm e.V. bereitet in Kooperation mit dem Theater Osnabrück für den 24. Juni 2006 einen barrierefreien Theaterabend vor. Aufführung der Inszenierung "Cyrano de Bergerac" mit Audiodeskription, Bühnenführung, selbstständige Mobilität im Theatergebäude.
Nähere Informationen bei:
Anke Nicolai
Tel.: (0 30) 29 36 75 17
E-Mail: info@hoerfilmev.de
Weitere Informationen bei:
AURA-Hotel Saulgrub
Kur- und Begegnungszentrum Saulgrub
Tel.: (0 88 45) 99-0
E-Mail: saul-grub@bbsb.org
Internet: www.bbsb.org
Die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift "Deutschlandrevue" ist jetzt auch im DAISY-Format erhältlich. "Deutschlandrevue" wird außerdem in Punktschrift und auf Kassette geliefert.
Die Zeitschrift stellt sehenswerte Regionen, Städte und Landschaftsgebiete Deutschlands vor. Reportagen und Reiseberichte geben Einblicke in Tradition und Kultur, porträtieren große und kleine Städte, erinnern an berühmte Personen aus der Geschichte, machen Sagen und Legenden lebendig, stellen Denkmäler, Museen, lokale Kochrezepte und deutsche Volkslieder vor.
Kostenlose Probenummer unter
Tel.: (03 41) 71 13-1 20 bzw.
E-Mail: verlag@dzb.de
Karl Barth: Wolfgang Amadeus Mozart - 1756/1956. Der große protestantische Theologe über den großen katholischen Musiker. In ref. Kurz- oder Vollschrift erhältlich.
Zu beziehen beim VzFB: Tel. (05 11) 9 54 65 - 32
Das 14-tägige Fernsehprogramm mit neun Programmen der öffentlich rechtlichen und sieben Programmen der privaten Fernsehanstalten wird eingelesen und im DAISY-Format aufbereitet. Dieses Fernsehprogramm kann auch von MP3-Spielern gelesen werden, jedoch sind die Navigationsebenen nicht nutzbar!
Alle Computernutzer finden auf der CD einen Ordner "Software", in dem sich der kostenlose "DAISY-Leser 1.1" der DZB befindet, sowie eine Liesmich.doc. Tonpost TV wird auf CD-RWs, also auf wiederbeschreibbaren CDs produziert; eine kostenlose Probeausgabe kann angefordert werden bei:
Referat Blinde, Sehbehinderte und Trierische Tonpost
Postfach 1340
54203 Trier
Tel.: (06 51) 71 05-430 Frau Krewer oder
71 05-461 Frau Hemmerling
E-Mail: tonpost@bistum-trier.de
Auf der Berlinale liefen viele Kino-Hits der Zukunft schon im Februar. Die akustischen Blinden-Zeitschriften "Anstöße" und "Auslese" informieren ausführlich über die 56. Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Die Extra-Kassette zum Filmfest (Spieldauer 90 Min.) können Sie jetzt bestellen.
Kostenlose Probeausgaben beider Magazine erhalten Sie bei:
Arbeitskreis Kultur und Selbsthilfe Sehgeschädigter und ihrer Freunde e.V.
Tel.: (0 30) 3 45 18 28
E-Mail: anstoesse@gmx.de
Berlin (dpa) - Die schwarz-rote Koalition ist sich bei der überfälligen Umsetzung der europäischen Antidiskriminierungs-Richtlinien uneins. Im Bundestag verteidigten SPD-Abgeordnete in erster Lesung den alten rot-grünen Entwurf, den die Grünen erneut eingebracht hatten. "Ich stehe zu diesem Gesetz", sagte die SPD-Politikerin Christel Humme. Die Union lehnte die Vorlage klar ab, ebenso die FDP. Die Linkspartei will noch mehr Diskriminierungsmerkmale aufnehmen. Das vom Bundestag im Juni 2005 verabschiedete Gesetz war im Bundesrat verzögert worden und wegen der Neuwahl der so genannten Diskontinuität verfallen.
Das rot-grüne Gesetz wollte Diskriminierungen wegen Herkunft, Rasse, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Alter, sexueller Identität und Behinderung verbieten. Union und FDP sagten Nein, weil die Vorlage weit über die Vorgaben der EU hinausgehe. Deutschland ist nun unter Zeitdruck geraten, weil die Frist für die Umsetzung der Richtlinien schon verstrichen ist. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu lediglich: "Die EU-Gleichbehandlungsrichtlinien werden in deutsches Recht umgesetzt."
Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Irmingard Schewe-Gerigk, sagte, der Gesetzentwurf berücksichtigte alle Diskriminierungsgründe, sowohl im Arbeitsrecht wie auch im Zivilrecht. Behinderte, Ältere, Juden, Lesben und Schwule dürften nicht beim Schutz vor Benachteiligungen ausgeschlossen werden. Der alte und wieder eingebrachte Entwurf sei ein gutes, ausgewogenes Gesetz.
Die SPD teilt diese Sicht. Humme sagte, sie sei sehr stolz darauf, dass es der alten Koalition gelungen sei, ein einheitliches Antidiskriminierungsgesetz zu verabschieden. Jetzt müsse in neuer Konstellation beraten werden. Dafür sei der vorgelegte Entwurf eine hervorragende Grundlage. Auch die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer (SPD), stellte sich "uneingeschränkt" hinter den alten Entwurf und sprach von einem guten Gesetz. "Daran ändern auch die neuen Mehrheiten in diesem Hause nichts." Allerdings betonten die SPD-Abgeordneten, dass es nun Aufgabe der neuen Regierung sei, einen Entwurf vorzulegen.
Der rechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Gehb, lehnte die Vorlage aus grundsätzlichen Erwägungen ab. Er kritisierte nicht nur den erneut vorgelegten Entwurf, sondern auch die ihm zu Grunde liegenden europäischen Richtlinien. Diese "stellen den Kern unserer historisch gewachsenen Rechts- und Werteordnung auf den Kopf". Es sei nicht einleuchtend, "warum der Schutz soziokultureller Rechtsgüter wie Weltanschauung oder sexuelle Ausrichtung einen vom Gesetzgeber eingeräumten Vorrang vor solch fundamentalen Rechtsgütern wie Leben, Körper und Gesundheit haben sollen".
Die FDP-Abgeordnete Mechthild Dyckmans kritisierte, der Entwurf enthalte an einigen Stellen nicht zu rechtfertigende Eingriffe in die Vertragsfreiheit. Es gebe keine Notwendigkeit, über eine Eins-zu-Eins-Umsetzung hinauszugehen.
Der Linkspartei ging die Vorlage nicht weit genug. Ihr Abgeordneter Ilja Seifert forderte deutliche Verschärfungen. So sollte es bei Diskriminierungen ein Verbandsklagerecht geben sowie abschreckende Schadensersatz- und Schmerzensgeldregelungen.
Auf Widerspruch bei SPD und Grünen stieß Hamburgs Justizsenator Roger Kusch (CDU). "Ich kenne keine einzige Situation, wo in Deutschland jemand wegen seiner Hautfarbe aus einem Restaurant geschmissen wurde." Unter Anspielung auf das Diskriminierungsmerkmal Hautfarbe fragte Kusch: "Warum nicht auch die Augenfarbe?" Der grüne Rechtspolitiker Jerzy Montag warf Kusch daraufhin vor, blind und taub durch das Leben zu gehen.
Nachbemerkung: Der DBSV setzt sich auch weiterhin mit Nachdruck für ein Antidiskriminierungsgesetz ein, welches Diskriminierung auch wegen einer Behinderung verbietet, denn sonst würden behinderte Menschen weiterhin allein wegen ihrer Behinderung von Bank-, Versicherungs- und Mietverträgen ausgeschlossen werden können. Ebenso willkürlich und diskriminierend ist es, wenn behinderte Menschen wegen grundlos angenommener oder maßlos überschätzter Gefahren im öffentlichen Leben ausgegrenzt werden.
Seit vor gut einem Jahr das Hessische Behindertengleichstellungsgesetz in Kraft trat, sind Landesbehörden verpflichtet, Benachteiligungen von Menschen mit Handicap abzubauen. In der Praxis jedoch stoßen ausgerechnet die eigenen Bediensteten auf neue Barrieren. Das musste jetzt Keyvan Dahesch, bis 2002 Beamter im Landesamt für Versorgung und Soziales, erfahren. Wie gewohnt stellte der in Frankfurt lebende Pensionär im vergangenen November Antrag auf Beihilfe zu seinen Krankheitskosten. Wie immer formlos, denn den Vordruck kann er ohne Hilfe nicht ausfüllen: Der 64-Jährige ist von Geburt an blind. Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte seine Anträge stets akzeptiert und ihm die Auslagen für Arztrechnungen und Medikamente zur Hälfte erstattet. Durch die Zentralisierung der Beihilfestellen ist seit Oktober 2005 jedoch das Regierungspräsidium Kassel zuständig. Von dort wurde Dahesch jetzt mitgeteilt, sein formloser Antrag werde zwar dieses eine Mal "ausnahmsweise" bearbeitet. Künftig aber müsse er die vorgesehenen mehrseitigen Formblätter verwenden.
Da es diese weder in Blindenschrift noch als Tonkassette gibt, müsste Dahesch, dessen Frau ebenfalls sehbehindert ist, eine außenstehende Person bitten, ihm beim Ausfüllen zu helfen. Das Verhalten der Behörde ist für ihn ein klarer Verstoß gegen das neue Behindertengleichstellungsgesetz. Denn nach diesem haben Blinde und Sehbehinderte Anspruch darauf, dass ihnen Formulare "in einer für sie wahrnehmbaren Form" zugänglich gemacht werden. Dagmar Frey, Leiterin der Beihilfestelle beim Regierungspräsidium Kassel, will sich nicht zu Einzelheiten des Falles äußern. Ihr zufolge bestehe man auf der Verwendung der maschinenlesbaren Vordrucke, weil sämtliche Beihilfeanträge nur noch elektronisch bearbeitet würden.
Dahesch, der bis heute als freier Journalist tätig ist, ließ die Sache nicht auf sich beruhen. Er wandte sich an das Innenministerium, das für die Beihilfe zuständig ist. Hier wurde ihm schnelle Abhilfe zugesagt. Abteilungsleiter und Minister hätten bereits eine entsprechende Anordnung herausgegeben, erklärt Karin Gätcke, Referentin von Innenminister Volker Bouffier (CDU). Angestrebt werde nicht nur eine kurzfristige Lösung für Dahesch, sondern einen Weg, wie allen Sehbehinderten "praktisch und unkonventionell das Antragsverfahren erleichtert werden kann". Wie dies in der Praxis aussehen könnte, sei allerdings noch offen. Das Verhalten der Kasseler Beihilfestelle nennt Gätcke "unglücklich und unsensibel". Mit der Umstellung auf elektronische Bearbeitung habe das nichts zu tun. Im Gegenteil bedeute das neue Verfahren eher eine Entlastung für die bearbeitenden Beamten. Offenbar hätten die zuständigen Mitarbeiter "im Eifer des Gefechtes" und im Zuge von Umstrukturierungen falsch reagiert.
Am 18.01. fand ein erstes Gespräch zwischen dem BVN und der neuen niedersächsischen Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann statt. An diesem Gespräch nahmen neben der Staatssekretärin Dr. Hawighorst auch der zuständige Abteilungsleiter und der für den Bereich Blindengeld zuständige Referent teil.
Laut BVN-Geschäftsführer Hans-Werner Lange verlief das Gespräch in einer freundlichen und konstruktiven Atmosphäre. Es wurden alle offenen Punkte diskutiert. Konkrete Ergebnisse sind noch nicht erzielt worden.
Anhand von Beispielen konnte der BVN alle Schwierigkeiten und Probleme darlegen, die sich für die blinden Menschen ergeben haben, nachdem sie durch das Land Niedersachsen größtenteils auf die Blindenhilfe (Sozialhilfe) verwiesen werden. Es wurden alle Möglichkeiten erörtert, die derzeitig prekäre Lebenssituation blinder Menschen zu verbessern und ihnen eine Teilhabe sicherzustellen. Der BVN hat deutlich dargelegt, dass nach wie vor die beste, gerechteste und auch kostengünstigste Lösung die Wiedereinführung des Blindengeldes ist, für die auch weiterhin gekämpft wird.
Gemeinsam hat man sich darauf verständigt, weitere Gespräche zu führen.
(Aus: Pressemitteilung des BVN)
Bei einer Pressekonferenz am 18.01. erklärte der Vorstand des BSV Thüringen, dass die Selbsthilfeorganisation im Freistaat auch nach der Entscheidung des Thüringer Landtages vom 22.12.2005, mit der für ca. 95 Prozent der Betroffenen das einkommens- und vermögensunabhängige Blindengeld abgeschafft wurde, die dadurch entstandene Situation nicht hinnehmen werde. So wurden die Betroffenen ermutigt, gegen die Bescheide über die Einstellung der Blindengeldzahlung Widerspruch zu erheben und notfalls bis hin zur Verfassungsbeschwerde den Instanzenweg zu beschreiten. Für die Verbandsmitglieder wurde ein Musterwiderspruch erarbeitet.
Verbandsvorsitzender Peter Och informierte ferner darüber, dass Gespräche begonnen worden seien, um Bündnispartner für ein mögliches Volksbegehren zu gewinnen.
Der BSVT plant weitere öffentlichkeitswirksame Aktionen. Dabei würden nicht zuletzt die im Mai dieses Jahres stattfindenden Kommunalwahlen, bei denen schließlich auch einige der jetzigen CDU-Landtagsabgeordneten als Bürgermeister oder Landräte kandidierten, genutzt, um die Blindengeldproblematik im öffentlichen Bewusstsein zu halten.
(Aus: Pressemitteilung des BSVT)
Dass in diesen Zeiten vernünftige Regelungen zum Landesblindengeld gefunden werden können, beweist Schleswig-Holstein. "Jahrelang gepflegte Kontakte zur Politik haben sich jetzt ausgezahlt", betont die Vorsitzende des BSV Schleswig-Holstein, Annegret Walter. Von Anfang an habe man gemeinsam - Arbeitskreis Blindengeld und Sozialministerium - konstruktiv nach einer Lösung gesucht. Nie hätte sie dabei das Gefühl gehabt, in die Enge gedrängt zu werden. Ja, das Landesblindengeld ist ab Januar 2006 weniger geworden; statt 450 gibt es jetzt 400 Euro. Neu eingerichtet wurde aber ein Fonds zur Schaffung von Barrierefreiheit. Wofür die jährlich 400.000 Euro dieses Fonds verwendet werden, entscheiden Sozialministerium und Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe gemeinsam. Das Geld soll nicht für Vorhaben ausgegeben werden, für die es ohnehin Finanzierungsgrundlagen gibt.
Bis zum Jahr 2010 ist die Blindengeldregelung in Schleswig-Holstein festgeschrieben - ein schöner Erfolg für selbstbestimmtes Leben blinder und sehbehinderter Menschen.
Als Leiter einer Bürofachgruppe ist Karl-Heinz Emmerich seit längerer Zeit in Verbindung mit blinden Computeranwendern, die in den unterschiedlichsten Büroberufen tätig sind; ein Erfahrungsbericht.
In Gesprächen, Treffen und Fachseminaren habe ich festgestellt, dass es nicht selten vorkommt, dass sich die Anwender für verschiedene berufliche Tätigkeiten, manchmal aber auch für ganz zentrale berufliche Aufgaben eigene Werkzeuge zurechtlegen. Ein typischer Fall ist etwa ein Telefonist, der sich ein eigenes elektronisches Telefonbuch erstellt, um schnell auf die gewünschten Informationen zugreifen zu können, während er jemanden an der Leitung hat. Die Programme, die zusammen mit den Telefonanlagen von den Telefonfirmen ausgeliefert werden, sind häufig von blinden Mitarbeitern praktisch nicht zu bedienen, bzw. können erst durch spezielle Anpassungen der Screenreader bedienbar gemacht werden. Liefert die Firma dann eine neue Version des elektronischen Telefonbuches, hat sich die Bedieneroberfläche u.U. geändert und die Anpassungen der Screenreader sind hinfällig. Not macht da erfinderisch und so hat schon manch ein EDV-mäßig völlig unbedarfter blinder Telefonist nach und nach eine letztlich sehr hilfreiche Lösung für seine Probleme entwickelt. Nicht selten ist festzustellen, dass die blinden Kollegen in der Firma über die besten EDV-Kenntnisse verfügen, ist doch die EDV das Mittel, welches die Nachteile der Blindheit am ehesten ausgleichen kann.
Ich arbeite als Telefonist in einem großen deutschen Industrieunternehmen, welches weltweit tätig ist. Die Arbeit der Telefonisten hat sich über die Jahre sehr geändert. Früher ging es oft nur darum, ankommende Gespräche zu bestimmten Personen durchzustellen. Nach und nach erwartete man dann aber, dass man die Struktur der Firma sehr genau kennt, und weiß, was in den einzelnen Abteilungen gemacht wird. Dieses Wissen ist oft Voraussetzung dafür, dass man die richtigen Leute miteinander in Verbindung bringt.
Besonders bei Anfragen aus dem Ausland kann das entscheidend sein. Von Berufskollegen, die beispielsweise in Telefonzentralen von Stadtverwaltungen arbeiten, habe ich das auch bestätigt gefunden. Es wird heute verlangt, dass ein Telefonist so fit ist, dass er viele Anfragen am Telefon direkt beantworten kann. Eine Telefonzentrale ist heutzutage eine große Auskunftsstelle, die Funktionen von Callcentern übernommen hat.
Die große Frage ist nun, wie blinde Mitarbeiter auf die zunehmenden Anforderungen reagieren und wie sie sich in einem Wust zunehmender Informationen schnell zurecht finden, damit sie wettbewerbsfähig arbeiten können. Fatal wäre es, wenn sie sich im Fall der Telefonzentralen auf das Verbinden zurückziehen würden, während ihre sehenden Kollegen die Auskunftstätigkeiten übernehmen.
Was ich am Beispiel der Telefonisten geschildert habe, gilt auch für Sachbearbeiter, Juristen und für Personen, die recherchieren und Abläufe organisieren müssen. Bei beratenden Tätigkeiten ist es besonders wichtig, dass sich die Berater ihrerseits informieren und auf alle Informationen besonders schnell zugreifen können.
An meinem Arbeitsplatz setze ich seit ca. fünf Jahren ein Auskunftssystem ein, das auf dem textorientierten Volltextdatenbanksystem askSam basiert. askSam ist dafür bekannt, dass man mit ihm die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen finden kann. Dass das wirklich funktioniert, kann ich nur bestätigen. Seit etwa einem Jahr setze ich ein Zusatzprogramm zu askSam ein, welches dafür sorgt, dass die Zugriffe noch einmal schneller werden. Die Geschwindigkeit wird grundsätzlich weniger durch Schnelligkeit von Suchroutinen erledigt, sondern mehr dadurch, dass die Daten geschickt organisiert werden. Das zusätzliche Programm EasyTask, das ich einsetze, hat die Firma Dräger & Lienert entwickelt, die sowohl im Reha-Bereich als auch außerhalb, also auf dem allgemeinen Markt agiert. Die Firma behauptet, zur Zeit die schnellste Schnittstelle zwischen im Kopf gespeicherten Informationen und extern abgelegten Informationen bieten zu können. Ob diese Behauptung letztlich haltbar ist, kann ich selber nicht beurteilen, weil ich dazu sehr viele Programme kennen müsste. Dass der Zugriff aber verblüffend einfach und schnell ist, steht für mich außer Frage. Der Kunstgriff besteht bei EasyTask darin, dass man in seiner beruflichen Tätigkeit so genannte "wiederkehrende Handlungskontexte" herausfindet und diesen Routinetätigkeiten so genannte Jobs zuordnet. Eine derartige wiederkehrende Routinetätigkeit kann z.B. darin bestehen, dass man eine Adresse sucht. Bei EasyTask würde man einen Job anlegen, der etwa "Adresse suchen" heißt.
Der Job kann auf unterschiedliche Arten aktiviert werden, z.B. über sog. Mnemonix. Das sind letztlich Abkürzungen, die man sich im Gegensatz zu Tastenkombinationen gut merken kann, weil sie leicht an den Jobnamen erinnern. "as" wäre eine typische Abkürzung. Indem ich "as Gudrun Bachmann" eingebe, habe ich praktisch sofort die Adresse von Gudrun Bachmann auf der Braillezeile. Was ich davor gemacht habe, spielt keine Rolle. Ich habe davor evtl. im Internet gesurft oder einen Text bearbeitet. EasyTask lauert im Hintergrund und wird blitzschnell aktiv. Wenn ich wissen möchte, ob ich eine Person bereits als Kontakt habe, muss ich den Cursor einfach auf die E-Mail-Adresse stellen und einen Job aktivieren. Mit Hilfe vorgefertigter Jobs kann ich letztlich jede einzelne Information, die ich abgespeichert habe, sofort erreichen. Ob ich Recherchen in verschiedenen Archiven starten möchte, Übersichten starten möchte, oder was auch immer, EasyTask erledigt die Arbeit sofort. Falls ich die Abkürzung für einen Job vergessen habe, kann ich den Job mit Hilfe von Volltextsuche finden. Nehmen wir an, jemand hat Jobs angelegt, um verschiedene Tätigkeiten in Verbindung mit Unterricht erledigen zu können, etwa ein Student oder Schüler, der auf unterschiedliche Bereiche seiner Informationen zugreifen möchte, oder ein Lehrer, der sein Unterrichtsmaterial verwaltet. Jedem Job kann man beliebig viele Merkmale zuordnen. Indem man einem Job also als Beispiel das Merkmal "Unterricht" zuordnet, kann er gefunden werden. Man kann dann beispielsweise nach "Unterricht Englisch" suchen und bekommt alle gefundenen Jobs zu dem Thema angeboten. Es gibt dann möglicherweise Jobs, die Übersichten zu bestimmten Themenbereichen hochbringen oder Recherchen erledigen.
Wenn ich Material- und Ideensammlungen zu verschiedenen Projekten und Vorhaben verwalten möchte, lege ich einen entsprechenden Job an. Praktisch sofort bin ich in dem entsprechenden Dokument und kann Text anhängen oder Dinge nachlesen. Man muss praktisch nie wissen, wo sich die eigentlichen Daten befinden und auch gar nicht, mit welchem Programm die Daten bearbeitet werden. Man kann sich Listen von Hyperlinks für das Internet auflisten lassen, die sich auf ein ganz bestimmtes Thema beziehen oder ein Verzeichnis auf einem FTP Webserver öffnen. In Sachen Zugriff auf Informationsarchive kann ich mir nur schwer vorstellen, was man da noch beschleunigen könnte.
(Detaillierte Erfahrungen gibt Herr Emmerich gern an Interessenten weiter.
Tel.: (0 22 93) 72 89
E-Mail: k.h.emmerich@t-online.de)
Wenn es darum geht, durch technische Innovation den blinden und sehbehinderten Menschen Einstieg und Verbleib in das Berufsleben zu erleichtern ist das Berufsförderungswerk Düren immer ganz vorn dabei.
Das neueste EU-Projekt "E-Learning für visuell geschädigte Personen", abgekürzt E-Learn-ViP" ließ sich der Staatssekretär im Bundesbildungs- und Forschungsministerium, Thomas Rachel, bei seinem ersten offiziellen Termin in der neuen Funktion im BFW von Geschäftsführer Dr. Hans Zeißig und dem Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung, Jürgen Hüllen, demonstrieren. Seit ihrer Gründung 1998 hat die Abteilung Forschung und Entwicklung bereits 14 Projekte, darunter sechs im Auftrag der Europäischen Union, durchgeführt. Beim jetzigen Projekt in Kooperation mit Blindenbildungseinrichtungen in Halle, in Espoo/Finnland, Graz/Österreich, Hellerup/Dänemark, Angers/ Frankreich und Appeldoorn/Niederlande geht es darum, barrierefrei den Umgang und das Lernen mit digitalen Medien zu ermöglichen. Bei der Umsetzung wird auf Methoden-Mix gesetzt: Präsenzunterricht, Telekooperation ergänzen sich. Das Projekt ist auf dem Hintergrund der Feststellung zu sehen, dass in Europa kaum barrierefreie E-Learning-Systeme auf dem Markt sind, wie die Umfrage bei Herstellern, Providern, Anbietern und Hochschulen ergab. Ziele, die teilweise jetzt schon erreicht wurden, sind klar formuliert: Standardisierter Bewertungskatalog, Empfehlungen für die Entwickler und der Aufbau einer Muster-E-Learning-Umgebung sowie letztlich die Etablierung eines Zugänglichkeitssiegels, was einer Zertifizierung entspricht. Die gewonnenen Erkenntnisse sind in einer Datenbank erfasst und werden Interessenten zugänglich gemacht. "Wir wollen insbesondere die Hilflosigkeit der Hersteller beseitigen helfen", betonte Jürgen Hüllen in der Projektpräsentation. Zum Ende des Projektes werden die Ergebnisse zusammengetragen und in vier Sprachen veröffentlicht. "In der Kooperation der sieben Einrichtungen in sechs europäischen Ländern ist ein weiterer Schritt getan, einheitlich in Europa den sehbehinderten Menschen nachhaltig bei der Integration zu helfen", lobte Staatssekretär Rachel die Forschungsarbeit im BFW Düren.
Die heutige Ausgabe widmet sich einem einzigen Thema, nämlich der Diktiertechnik. Wie auch auf anderen Gebieten vollzieht sich der Übergang von analoger zu digitaler Technik. Leider sind die meisten dieser Produkte nur eingeschränkt durch Blinde und Sehbehinderte bedienbar. Um so erfreulicher ist das Erscheinen eines neuen Modells, das unseren Belangen Rechnung trägt.
Lothar Rehdes
Nachdem die Schweizer Firma Bones GmbH vor ca.2 Jahren ihr Diktiergerät Milestone 310 auf den Markt gebracht hat (das Schaufenster hat in der Ausgabe 3/2004 darüber berichtet), ist jetzt das Modell Milestone 311 erschienen, welches gegenüber dem Grundmodell 310 einige zusätzliche Funktionen mitbringt. Beide Modelle verfügen über bemerkenswert gute Aufnahmequalität und eine Akku-Laufzeit von etwa 10 Stunden. Die Aufzeichnungsdauer des internen Speichers beträgt 2 Stunden.
Die beiden Modelle ähneln sich äußerlich; das flach gestaltete Gehäuse liegt gut in der Hand und kann auch auf dem Tisch liegend bedient werden (die meisten Diktiergeräte müssen ständig in der Hand gehalten werden). Der Steuerung dienen 5 große runde Tasten, die kreuzförmig angeordnet sind. Ihr Durchmesser beträgt etwa 1,5 cm. Sie sind in das Gehäuse eingelassen und kontrastreich abgesetzt. Die taktile Kennzeichnung bilden gut tastbare Symbole (Pfeile, Kreuz, Kreis oder glatte Oberfläche). Beim Milestone 311 gibt es zusätzlich eine Auswahltaste (Selektor) an der oberen Stirnseite. Weiterhin verfügt dieses Modell über einen Schacht für SD-Speicherkarten und einen Mini-USB-Anschluss für die Verbindung zum Computer. Leider wird derzeit kein Treiberprogramm für Rechner mit Windows 98 bereitgestellt, wie sie derzeit noch weit verbreitet sind. Zur Kontrolle der Funktionen - z.B. Ladezustand - gibt es beim Milestone 310 Quittungstöne. Das Milestone 311 ist mit einer Sprachführung versehen, was seinem komplexeren Ausstattungsgrad Rechnung trägt.
Mit den Pfeiltasten können die Aufnahmen bequem durchgeblättert werden; ein Spulen in längeren Aufnahmen ist möglich. Für kurze Notizen wird die Aufnahmetaste festgehalten (Speicherplatz sparen); es gibt aber auch eine Schaltung für Daueraufnahmen ohne festhalten zu müssen. Bei der Aufnahme wünschte man sich auch eine Pausenfunktion; so führt jede Unterbrechung zu einer neuen Aufnahme, was beim Blättern und auch beim Löschen erheblichen Aufwand bedeuten kann. Obwohl für die Aufsprachen Nahbesprechen empfohlen wird, gelingen auch Aufnahmen bei großen Sprechabständen; sie sind zwar leiser, aber mit erhöhter Lautstärke abgespielt gut verständlich. Die Aufnahme startet mit leichter Verspätung, was sich insbesondere beim Aufnehmen auf die Speicherkarte bemerkbar macht.
Die neuen Notizen werden nicht automatisch hinten angehängt. Im Interesse einer geordneten Reihenfolge können Aufsprachen an jedem beliebigen Platz in der Kette vorgenommen werden. Das kann aber bedeuten, dass eine Notiz gesucht werden muss, weil sie aus Versehen nicht am Ende, sondern mittendrin angelegt wurde. Da eine Aufnahme stets nach der gerade aktuellen Notiz angelegt wird, ist ein nachträgliches Einfügen an erster Stelle nicht möglich. Wenig gebrauchte Funktionen (z.B. Tastensperre) werden durch Tastenkombinationen bedient. Hier ist leider auch die Lautstärkeregelung eingeordnet, für die man sich ein separates Rädchen wünschte, damit nicht erst mit der Modustaste umgeschaltet werden muss (Pfeiltasten ändern dann die Lautstärke).
Aufbauend auf den Funktionen des Milestone 310 verfügt das Milestone 311 über die Möglichkeit, Ordner zu Verwalten. Sowohl intern, als auch auf einer Speicherkarte, die in das Gerät gesteckt wird, können jeweils 5 Ordner genutzt werden. Sie werden in Kombination mit der Selektortaste direkt über die 5 Bedientasten erreicht. So ist es möglich, die aufgesprochenen Notizen zu strukturieren, z.B. getrennte Termin- oder Telefonlisten anzulegen. Die Ordner können anstelle der Nummern auch mit gesprochenen Namen (z.B. "Termine") versehen werden. Dabei werden diese Namen leider spürbar leiser aufgezeichnet als die Notizen.
Die Kopfhörerbuchse kann zu einem Aufnahmeeingang für externe Quellen umgeschaltet werden. Leider ist die Empfindlichkeit unglücklich dimensioniert; während der Eingang für Mikrofone zu unempfindlich ist, führt ein Line-Pegel (z.B. von der Stereoanlage) zu heftigen Übersteuerungen. So kann die hier verwendete hervorragende MP3-Qualität kaum genutzt werden.
Die externe Karte erweitert den Speicherplatz beträchtlich. Über einen USB-Anschluss oder mittels Kartenleser können die Aufnahmen im MP3-Format auch am Computer weiterverarbeitet werden. Umgekehrt ist es auch möglich, MP3-Dateien (Musik, Hörspiele usw.) vom PC auf die Karte zu kopieren und in der MP3-Playerfunktion des Milestone 311 abzuspielen. Punktgenaues Resume (Wiederauffinden der zuletzt gehörten Stelle) und Verwalten beliebiger Ordnerstrukturen sind möglich. In Kürze wird es auch eine DAISY-Funktion geben, die es erlaubt, Hörbücher in ihrer vollen Funktionalität von der Karte abzuspielen.
Der winzige Lautsprecher erzeugt einen beeindruckend guten Klang, wie er so für Diktiergeräte eher untypisch ist. Sitzen die Tasten etwas lose im Gehäuse, kann es bei größeren Lautstärken zum Klirren kommen. Beim Musik hören über Kopfhörer wirkt der Klang etwas dumpf; die hohen Frequenzen lassen die Brillanz vermissen.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass bereits mit dem Milestone 310, aber erst recht mit dem Milestone 311 komfortable digitale Diktiergeräte zur Verfügung stehen, deren Funktionalität durch Blinde und Sehbehinderte uneingeschränkt genutzt werden kann.
Der Vertrieb:
Landeshilfsmittelzentrum Sachsen (LHZ)
Tel.: (03 51) 8 09 06 24
Verein zur Förderung der Blindenbildung (VzFB)
Tel.: (05 11) 9 54 65 - 0
Das Schaufenster wird gefördert durch die Lotterie "Glücksspirale"