"Die Gegenwart" erscheint monatlich (Juli / August als Doppelnummer)
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die "Aktion Mensch" will, dass wir uns einmischen, unsere Meinung sagen, mitdiskutieren und Anstöße geben für eine bessere Gesellschaft. Alles dreht sich um die Frage:
"In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?" Das größte Aufklärungsprojekt in der Geschichte der "Aktion Mensch" ruft die Bevölkerung auf, sich als "aktive Gesellschafter" zu verstehen.
Auf der Internet-Plattform www.diegesellschafter.de kann jeder seine Meinung äußern, debattieren und Anregungen zum Weiterdenken finden.
Die "Aktion Mensch" selbst wird mit der Kampagne keine Antworten geben, aber sie will helfen, ein Klima des Um- und Neudenkens zu schaffen. Jeder ist aufgerufen, "Gesellschafter" zu werden.
Ab Mai 2006 können gemeinnützige Organisationen Förderanträge stellen; für Projekte, die wesentlich von ehrenamtlichen und freiwilligen Mitarbeitern getragen werden und zu mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft führen sollen. Die Themenpalette für solche Projekte reicht von Arbeit über Behinderung und Bildung bis zu Generationengerechtigkeit und Wirtschaftsethik.
Auch wir sollten uns einmischen, und zwar nicht nur zu "Behindertenthemen".
Ihr Dr. Thomas Nicolai
In dieser Ausgabe veröffentlichen wir einige Zuschriften, die uns zur Diskussion um die Schwerpunktthemen beim DBSV-Verbandstag erreichten.
Mit Interesse habe ich die Themenschwerpunkte des nächsten Verbandstages zur Kenntnis genommen. Zur Teilhabe mit Sehbehinderung, oder besser gesagt, zur Problematik Sehbehinderte im Blindenwesen möchte ich mich mit folgendem Leserbrief beteiligen.
Ich kann den neuen Thesen aus der "Gegenwart" 2/06 mehr oder weniger zustimmen. In der Tat sehen sich aus meiner Erfahrung viele sehbehinderte Menschen in erster Linie als Patienten und wurden daher erst einmal bei "Pro Retina" Mitglied.
Die folgenden Dinge bewegen mich als stark sehbehinderten z.B. selbst:
In der "Gegenwart" haben mir die Serien über Berliner Bezirke oder Konzertsäle sehr gefallen. Aber eigentlich wäre es für mich viel interessanter, dort eine ständige Rubrik Augenheilkunde vorzufinden.
Viele Geburtsblinde können schlecht nachvollziehen, dass man beim Punktschriftlesen nicht auf Geschwindigkeit kommt, weil sich im Kopf eine psychologische Barriere aufbaut.
Dafür kann ich mir als Sehbehinderter wiederum schlecht vorstellen, wenn ein Blinder davon schwärmt, dass man beispielsweise in Osterode alleine durch den Wald gehen konnte.
Also wenn ich im Dunkeln allein einen Weg gehen muss, der keine gleichmäßige Beleuchtung aufweist und nicht in einer geschlossenen Ortschaft liegt, löst es bei mir ein Beklommenheitsgefühl aus. In der Kantine lasse ich mir mein Mittagessen auf meinen Platz bringen, weil ich Angst habe, ich könnte jemanden, bedingt durch meine Makuladegeneration, anstoßen. Ein geburtsblinder Kollege, der es also gar nicht anders kennt, holt sich hingegen sein Essen selbst.
Ich möchte mich vor allem zu den Thesen 4 und 6 äußern, obwohl eine Abgrenzung zu den anderen Thesen nicht ganz einfach ist.
Es ist selbstverständlich, dass Sehbehinderte eine Scheu haben, einer Organisation beizutreten, die das Wort "blind" im Namen hat. Trotzdem darf das nicht dazu führen, dass wir unseren Namen ändern.
Ein gemeinsamer Verband ist nur möglich, wenn zwischen Blinden und Sehbehinderten Solidarität und gegenseitiges Verständnis besteht. Es ist sinnvoll, in den Bezirksgruppen auch sehbehinderte Berater zu haben, die auf spezielle Probleme eingehen können. Auch können die Landesverbände besondere Veranstaltungen anbieten. Die normalen Freizeitangebote sollten aber von allen genutzt werden.
Eine Teilung unserer Organisation in Gruppen und Grüppchen ist vor allem auf örtlicher Ebene nicht zu empfehlen und auch gar nicht durchführbar.
In unserer Bezirksgruppe nehmen viele Sehbehinderte, meist ältere Menschen, an den gemeinsamen Veranstaltungen (Stammtisch, Frauentreffen ect.) teil. Dabei findet auch ein reger Gedankenaustausch statt. Wir haben auch Kontakt zu Optikern, die entsprechende Beratungen durchführen.
Wir müssen besonderen Interessen von Blinden und Sehbehinderten Rechnung tragen, aber die Einheit unserer Selbsthilfeorganisation wahren. Wenn Blinde und Sehbehinderte zwar dem gleichen Verein angehören, aber untereinander nur geringen Kontakt haben, ist der Zweck des Zusammenschlusses nicht erreicht.
Herr Willi Kürpick aus Dortmund überschreibt seine Einsendung: "Die Sprache der Pfeffersäcke und Shareholder":
Nun melde ich mich doch zu Wort, nachdem ich in der "Gegenwart" Nr.2/2006 den Leserbrief von Gisela Pohl gelesen habe.
Auch ich war merkwürdig berührt, als ich die Ausführungen von Jochen Fischer las. Sprach da der von altem Hansegeist getriebene Pfeffersack, der seine Schätze zählt oder gar der Managertyp, der ohne mit der Wimper zu zucken das alte mit Makula behaftete Mitglied einem neuen Gott, dem "Markt" opfert?
Es ist sicherlich eine begrüßenswerte Tat, wenn sich auch unsere hauptamtlich besoldeten Geschäftsführer Gedanken über Weg und Ziel der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe machen. Gut ist es auch, wenn sich diese Gedanken vom alltäglich hergebrachten lösen und versuchen, zukunfts- und wegweisend andere Herangehensweisen deutlich zu machen. Sinn und Zweck von Selbsthilfe ist es aber nicht, Märkte zu erschließen, Service als Selbstzweck zu erachten und möglicherweise noch Gewinne zu erzielen.
Vergessen wir nicht, dass der Begriff der Gemeinnützigkeit und Mildtätigkeit nicht nur im Sinne des Steuerrechtes zu verstehen sind, sondern auch und gerade im Hinblick auf die Menschen, die wir erreichen wollen, mit Leben zu füllen sind. Selbstverständlich bedienen wir uns da nach Möglichkeit neuester Erkenntnisse und modernster Technik, so sie denn finanzierbar ist. Klar ist auch, dass wir uns im Sozialrecht, der Medizin, der Umweltpolitik und was uns sonst noch so auf den Nägeln brennt, um Kompetenz bemühen.
Mein Credo lautet: Wir müssen bemüht sein, bei der Mitgliedergewinnung nicht nur den kurzfristigen Erfolg zu suchen, sondern langfristig dafür zu werben, den Menschen mit seiner Blindheit und hochgradigen Sehbehinderung in den Mittelpunkt zu stellen. Es muss klar sein, dass sich Selbsthilfe von Mediamarktmethoden wohltuend unterscheidet.
Jochen Fischer fragte in seinen Ausführungen, was wir denn machen würden, wenn demnächst ein Medikament auf den Markt kommt, das Makuladegeneration zwar nicht heilt, aber zumindest den Verlauf der Erkrankung stoppt. Meine Antwort: Wir informieren - wie hoffentlich bisher auch - unsere Mitglieder über die neue Erkenntnis, freuen uns für die Betroffenen und kümmern uns nicht um Märkte, sondern um Menschen.
"Typhlo & Tactus" - das ist der Name eines europäischen Preises für Bücher, die speziell auf die Bedürfnisse von blinden und sehbehinderten Kindern zugeschnitten sind. Die Grenzenlos gGmbH, Erfurt, startete kürzlich auf der Bildungsmesse "didacta" in Hannover gemeinsam mit dem DBSV den Wettbewerb 2006.
Ziel der vor einigen Jahren in Frankreich ins Leben gerufenen Initiative, an der mittlerweile 9 Länder beteiligt sind, ist es, mehr Kinderbücher zu kreieren, die den Wahrnehmungsmöglichkeiten blinder und sehbehinderter Kinder entsprechen - kleine Geschichten in Braille- und Großschrift, bei denen die Finger nicht nur lesen, sondern durch eine ideenreiche Gestaltung und Materialvielfalt auf abenteuerliche Entdeckungsreise gehen können, und schwache Augen gefesselt werden.
"Der DBSV unterstützt diese Initiative, weil es viel zu wenige Kinderbücher gibt, die solchen Ansprüchen, wie sie 'Typhlo & Tactus" formuliert, gerecht werden", sagt DBSV-Geschäftsführer Andreas Bethke.
"Jeder kann mitmachen und 'sein' Buch bis Mitte September 2006 einreichen", ermuntert Bethke zu kreativen Ideen.
Im Vorjahr kamen von den 88 Büchern, die sich um einen Preis bewarben, 25 aus Deutschland. Einige davon werden von der Grenzenlos gGmbH produziert und zum Verkauf angeboten. Unter den Büchern für Kinder bis 6 Jahre gewann im Vorjahr die sehbehinderte Erfurter Pädagogin Annett Giebichenstein mit ihrer Geschichte "Vom Huhn Alberta" den ersten Preis.
Zum Mitmachen sind wie gesagt alle aufgerufen. Die Teilnahmebedingungen und alle weiteren Informationen gibt es bei:
Grenzenlos gGmbH
Reißhausstr.5, 99085 Erfurt
Anja Strobach
Tel.: (03 61) 60 20 434
Fax: (03 61) 60 20 410
E-Mail: verlag@grenzenlos-ggmbh.de
Internet: www.grenzenlos-ggmbh.de
Die gewonnenen Jahre bewusst und selbstbestimmt gestalten, neue Facetten des Lebens im Alter kennen lernen und eigene Potenziale entdecken, auf Jüngere zugehen, Verantwortung übernehmen und Partner der Politik sein. Dieses Themenspektrum greift der 8. Deutsche Seniorentag auf, der unter dem Motto "Alter als Chance" vom 16. bis 18. Mai im Congress Centrum Ost der Kölnmesse stattfindet.
Der DBSV ist gemeinsam mit dem DVBS (Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf) an der Ausgestaltung eines Forums beteiligt und wird darüber hinaus am 16.05. den Workshop 6 zum Thema "Spezifische Probleme älterer Menschen mit Behinderung, insbesondere mit Sehbeeinträchtigungen in ambulanter und stationärer Pflege" durchführen. Ein Informationsstand auf der "SenNova" wird u.a. Ratgeber-Broschüren des DBSV bereithalten.
Alle drei Jahre richtet die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) den Deutschen Seniorentag aus, der mit seiner begleitenden Ausstellung SenNova, der größte Senioren-Kongress Deutschlands ist.
Die Koordinationsstelle (KS) der Fachgruppen für Büroberufe hatte zu einem Fortbildungsseminar eingeladen, zu dem am 15.02. 64 Interessenten in Bad Meinberg anreisten. Am 16.02. stand ein Ausflug ins Berufsbildungswerk Soest auf dem Programm. Hier hatten wir die Gelegenheit, interessante Gespräche mit Ausbildern und Auszubildenden zu führen und uns über die verschiedenen Ausbildungsbereiche zu informieren. Referate zu den Themen "Berufsgenossenschaft", "Altersteilzeit" und "Barrierefreier Zugang zu PDF-Dateien" sowie Informationen über die Westdeutsche Blindenhörbücherei fanden am 17.02. reges Interesse.
Am 17.02. fand in Bad Meinberg die Versammlung der Leiter der Fachgruppen für Büroberufe im DBSV mit Neuwahl des Leitungsteams statt. Der bisherige KS-Leiter Willi Homeier und Stellvertreter Helmut Frenz schieden auf eigenen Wunsch aus. Das neue Team besteht aus Tanja Pregler (Bayern), Elisabeth Fackert (Rheinland-Pfalz) und Angela Fischer (Sachsen-Anhalt). Das nächste Fachgruppenseminar findet vom 31.01. bis 04.02.2007 in Bad Liebenzell statt.
Willi Homeier
Internetseiten von Bundesbehörden haben seit Januar 2006 barrierefrei zu sein.
Das schreibt die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) auf Grundlage des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) vor. Wie sich jetzt zeigt, bleibt aber noch viel zu tun, um dieses Ziel tatsächlich zu erreichen.
Mit der Kampagne "BITV umsetzen - jetzt!" für barrierefreies Internet fordern mehrere Verbände gemeinsam die Umsetzung der entsprechenden Verordnung. Der DBSV ist an dieser Initiative maßgeblich beteiligt. Die Kampagne soll dazu beitragen, dass die Vorschriften zur Barrierefreiheit in diesem Jahr vollständig umgesetzt werden. Im ersten Halbjahr wird BIK, das vom DBSV und DVBS initiierte Projekt "Barrierefrei informieren und kommunizieren", prüfen, inwieweit insbesondere die Internetdienstleistungen des Bundes auch tatsächlich für jeden zugänglich sind. Parallel zu den Tests von BIK hat das Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik (AbI) eine Umfrageaktion gestartet, bei der Menschen mit Behinderungen rückmelden können, vor welche individuellen Probleme sie gestellt werden, wenn sie Websites der Bundesbehörden besuchen.
Weitere Informationen zur Kampagne und zum "Test der Woche" sind unter
und zur BITV-Umfrage unter
www.abi-projekt.de/bitvumfrage/
zu finden.
Die Pläne der Deutschen Telekom AG, Call-Center-Standorte und Service- bzw. Störungsannahmen zu schließen und Rechnungs-Hotlines auszugliedern, betrifft auch die dort beschäftigten schwerbehinderten und schwerstbehinderten Menschen. Konkret ist zu befürchten, dass z.B. allein in Bayern acht blinde und zwei sehbehinderte Personen ihren Arbeitsplatz verlieren. Diese alarmierenden Fakten veranlassten den DBSV, sich mit einem eindringlichen Schreiben an Herrn Dr. Heinz Klinkhammer zu wenden, der als Vorstandsmitglied bei der Deutschen Telekom AG für Personalangelegenheiten zuständig ist. Darin heißt es u.a.: "Setzen Sie sich dafür ein, dass für den Personenkreis, der es wegen der Behinderung besonders schwer hat, auf dem Arbeitsmarkt unterzukommen, die bestehenden Arbeitsplätze erhalten bleiben! Wir möchten in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass die Beschäftigung gerade blinder und sehbehinderter Menschen im Telefonbereich einmal eine gute Tradition war, und meinen, dass es richtig ist, diese Tradition zu erneuern und zu beleben."
Der DBSV bot an, seine Erfahrungen bei der beruflichen Eingliederung von Menschen mit Sehproblemen einzubringen, um gemeinsam vernünftige Lösungen zu finden.
Frischer Wind für die Kampagne "Jeder bringt 10".
Rund 700 Unterschriften wurden Ende Januar am Kröpcke in Hannover gesammelt - aktiv unterstützt von dem blinden Pastor Holger Johansen und seiner Mannschaft aus dem Rheinland! Nach der Begrüßung durch den BVN Geschäftsführer Hans Werner Lange sprachen von Seiten der Bündnispartner Frau Ursula Helmhold (Bündnis 90 Die Grünen), Herr Walter Meinhold (SPD) und Herr Uwe Dreier (VERDI) sehr deutliche Worte in Richtung verfehlter Sozialpolitik der Landesregierung und forderten eine Wiedereinführung des ohne Not abgeschafften Landesblindengeldes. Fast alle Bürger zeigten sich betroffen und nachdenklich, warum in Niedersachsen ausgerechnet bei den Blinden gespart werden müsse.
Pastor Johansen verpackte die Blindengeldproblematik vor laufender Kamera in ein Märchen von einer stolzen Prinzessin, die für blinde Mitbürger eine verhängnisvolle Entscheidung getroffen hat.
Während der Kröpcke-Aktion stellten Unterstützer die Motivations-Kampagne in der Aufmachung "Jeder bringt 10" vor.
(Aus einer Pressemitteilung des BVN)
Noch werden viele Unterschriften für das Volksbegehren gebraucht, denn bekanntlich sind reichlich 600.000 gültige Stimmen erforderlich. Noch allerdings wurde die Genehmigung für die Durchführung des Volksbegehrens nicht erteilt, obwohl diese bereits im Oktober 2005 beantragt worden ist. Sobald die Genehmigung vorliegt, bleiben noch sechs Monate, um die erforderlichen Stimmen zu sammeln.
Im Gebiet des Regionalvereins Osnabrück, in Wildeshausen, ist der Wohnsitz von Helmut Schönbrunn, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter in Niedersachsen (LAG SB). Die LAG SB zählt zu den Kooperationspartnern des BVN im Kampf um die Wiedereinführung des Landesblindengeldes. In einem Interview mit der Nordwest-Zeitung macht Helmut Schönbrunn Front gegen die Abschaffung des Blindengeldes durch die Landesregierung.
Der 65-Jährige ist seit seinem 27. Lebensjahr auf einem Auge blind und auf dem anderen in seiner Sehkraft stark eingeschränkt. "25 Prozent der Betroffenen müssen jetzt Sozialhilfe in Anspruch nehmen", sagte Schönbrunn. Und die Anderen? "Die müssen zunächst auf ihre finanziellen Reserven zurückgreifen." Doch Schönbrunn vermutet, dass zahlreiche Blinde ihr Geld in den nächsten Jahren verbraucht haben werden und ihnen der Gang zum Sozialamt nicht erspart bleiben wird.
"Blinde haben auf dem Arbeitsmarkt kaum eine Chance auf Beschäftigung - daher ist eine finanzielle Absicherung kaum möglich", betont der LAG SB-Vorsitzende. Erschwerend komme hinzu, dass der Gesetzgeber zur Berechnung der Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz von den Kindern blinder und sehbehinderter Eltern eine Offenlegung ihrer Vermögensverhältnisse verlange. "Dadurch wenden sich viele Kinder von ihren Eltern ab", sagt der 65-Jährige. Ihm seien mehrere solcher Fälle geschildert worden. "Auch ich muss gerade diese leidvolle Erfahrung machen", gibt Schönbrunn zu. Das sei für ihn und für alle betroffenen Blinden nur schwer zu ertragen. Und: "Es führt uns in die soziale Isolation."
Sein Fazit: "Wir Blinden werden in die Sozialhilfe getrieben." Daher werde weiter für die Wiedereinführung des Blindengeldes gekämpft.
(Aus: Nordwest-Zeitung, 6.2.2006)
Von der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) sind in Deutschland rund 4 Millionen Menschen betroffen; das geht aus einem Artikel in der Wochenzeitung "Die Zeit" vom 9. März d.J. hervor. Der Beitrag berichtet über die bevorstehende Markteinführung des neuen Medikamentes Lucentis im Sommer 2006 in den USA und voraussichtlich 2007 in Deutschland. Etwa ein Viertel der AMD-Patienten könne mit diesem Medikament wirksam behandelt werden, sodass keine weitere Verschlechterung der Sehfähigkeit eintrete.
Dazu Dr. Uwe Kraffel, Vorsitzender des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands: "Es ist wahr, dass mit den Medikamenten zur intravitrealen Injektion erstmals Medikamente zur Behandlung der AMD zur Verfügung stehen. Allerdings nur für gewisse Unterformen der feuchten Makuladegeneration. Es sind daher nicht 'Millionen von Patienten" zu erwarten."
Euphorie scheint also nicht am Platze, aber Hoffnung, die insbesondere durch sehr erfolgreiche klinische Tests in den USA gestützt ist. Hoffnung auf wirksame Bekämpfung der AMD lässt auch neue Erkenntnisse in der Genforschung zu, über die in dem Artikel ebenfalls berichtet wird.
Die Redaktion
Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. führt seinen 77. Deutschen Fürsorgetag vom 3. bis 5.5. in Düsseldorf durch. Der in Fachkreisen viel beachtete Fachkongress im Bereich der sozialen Arbeit steht unter dem Motto "Mut zur sozialen Verantwortung!".
Weitere Informationen gibt es auf den Internetseiten des Deutschen Vereins unter
dft.deutscher-verein.de
oder per
Tel.: (0 30) 6 29 80- 616/617 bzw. per
E-Mail: dft@deutscher-verein.de
Der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin gegr. 1874 e.V. (ABSV) plant einen Reader, eine Art kleines Lesebuch zum Thema "Bewältigung einer Sehbehinderung". Darin soll es ausdrücklich um die emotionale Bewältigung von Frust, Trauer, Einsamkeit und anderen Phänomenen, die viele Betroffene aus eigener Erfahrung kennen, gehen. Es soll angedeutet werden, wie unterschiedlich die emotionalen Probleme sein können, die durch eine Sehbehinderung entstehen. Es wäre sehr hilfreich, wenn möglichst viele sehbehinderte Leserinnen und Leser am Entstehen der Publikation mitwirken, indem sie auf die Frage antworten: Was hat Ihnen bei der Bewältigung Ihrer Sehbehinderung am meisten zu schaffen gemacht?
Ihre möglichst kurze Antwort, die selbstverständlich anonym veröffentlicht wird, senden Sie bitte am besten per E-Mail (aber auch andere Post ist willkommen) bis spätestens 21.4.2006 an:
Allgemeiner Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin gegr. 1874 e.V.
Öffentlichkeitsarbeit
Auerbacher Str. 7, 14193 Berlin
E-Mail: volker.lenk@absv.de
Tel.: (0 30) 895 88 123
Die Studienreisen des Evangelischen Blinden- und Sehbehindertendienstes Westfalen in der Verantwortung von Carla M. Arning werden ab 2006 durch "Biblische Reisen Stuttgart" fortgeführt. Als neuer Reiseleiter bereitet Ingobert Wilke für den September eine Reise nach Marokko vor.
Auskunft und Anmeldungen über
Ingobert Wilke
Am Hirtenbach 35, 91361 Pinzberg
Tel.: (0 91 91) 9 52 95
Fax: (0 91 91) 9 57 51
E-Mail: ingobert.wilke@online.de
Am 29.6. veranstaltet die Kreisorganisation Altenburger Land mit dem Kohlebahnverein Meuselwitz von 11 bis 14 Uhr eine Sonderfahrt für Mitglieder und Freunde des BSV Thüringen. Die Kohlebahn fährt mit offenen und geschlossenen Waggons vorwiegend auf den Gleisen eines ehemaligen Braunkohlenkombinates; Abfahrt und Ankunft am Bahnhof 04610 Meuselwitz.
Anmeldung bis spätestens 31.5. bei
Karola Brunsch
Tel.: (0 34 47) 8 23 89
oder
Johannes Pohl
Tel.: (0 34 48) 70 14 49
E-Mail: pohl-meuselwitz@t-online.de
Vom 9. bis 14.7. führt der BSV Westfalen in Zusammenarbeit mit der Akademie Biggesee in Attendorn wieder eine Freizeitwoche mit interessanten Themen durch.
Weitere Informationen und Anmeldeformulare bei:
Akademie Biggesee
Ewiger Straße 7-9, 57439 Attendorn
Tel.: (0 27 22) 70 90
Aus dem Programm 2006:
Unter dem Motto "Radeln im Teutoburger Wald" stellen wir Ihnen bei individueller Anreise und eigenem Piloten vom 1. April bis 31. Oktober zwanzig ausführliche Tourenbeschreibungen von 15 bis 60 Kilometer sowie auf Wunsch kostenlos unsere Tandem-Räder zur Verfügung.
Jeden Samstag von April bis Oktober bieten wir Ihnen in Verbindung mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) Kreis Lippe e.V. kostenlos geführte Touren von 25 bis 30 km. Auf Wunsch vermitteln wir auch Piloten für Ihren Ausflug. Bitte fordern Sie unsere Hotelbroschüre für 2006 an!
Hotel-Residenz AURA Zentrum
Tel.: (0 52 34) 90 40
Internet: www.aura-zentrum.de
E-Mail: info@aura-zentrum.de
Das Veranstaltungsprogramm der AURA Pension für den Zeitraum April bis September 2006 steht in Braille- und Schwarzschrift zur Verfügung. Auf Wunsch wird es auch als E-Mail versendet. Auf der Homepage www.blindenbund-hessen.de ist das Programm ebenfalls veröffentlicht.
AURA Pension Haus Hubertus/Mündersbach gGmbH
Tel.: (0 26 80) 95 10-0
E-Mail: aura-muendersbach@bsbh.org
AURA-Hotel Saulgrub
Kur- und Begegnungszentrum Saulgrub
Tel.: (0 88 45) 99-0
E-Mail: saulgrub@bbsb.org
Internet: www.bbsb.org
Dieser Seh- und Wahrnehmungstrainingskurs für sehbehinderte Menschen findet vom 3. bis 5.11. in den Ostseeperlen Boltenhagen statt. Das rehabilitative Sehtraining begreift das Sehen als ganzheitliches Geschehen von Körper, Geist und Seele.
Weitere Informationen und Anmeldung bei:
AURA-Hotel "Ostseeperlen" Boltenhagen
Tel.: (03 88 25) 37 00
E-Mail: ostseeperlen@t-online.de
Beide Veranstaltungen finden im Rudolf-Kraemer-Haus Bad Liebenzell statt.
Anmeldung und nähere Informationen bei
Bildung ohne Barrieren
Tel.: (0 76 21) 79 92 30
E-Mail: info@bob-institut.org
Nähere Informationen und Anmeldung bei:
AURA-Pension Haus "Grünes Herz"
Tel.: (03 62 53) 3 05-0
Fax: (03 62 53) 3 05-36
E-Mail: info@aura-pension-georgenthal.de
Internet: www.aura-pension-georgenthal.de
2. bis 7.4.: Grundkurs zum Gedächtnistrainer für Ganzheitliches Gedächtnistraining des Bundesverbandes Gedächtnistraining e.V. (BVGT), Rudolf-Kraemer-Haus.
Nähere Informationen und Anmeldung bei:
Monica Lindenberg-Kaiser
Tel.: (0 71 73) 1 25 45
E-Mail: m-g.kaiser@t-online.de
Internet: www.bv-gedaechtnistraining.de
28.5. bis 4.6.: Woche für Familien - mit gemeinsamen Unternehmungen wie ein Tag auf dem Bauernhof, Reiten, Ausflüge in diverse Erlebnisparks und in den Wald. Für die Eltern wird ein spezielles Wellnessprogramm angeboten, während die Kids Schätze im Waldkindergarten suchen oder unter Anleitung basteln. Ein Familientherapeut bietet Gelegenheit über knifflige Erziehungsfragen zu sprechen.
Anmeldung und Info unter
(0 70 52) 9 20 40 oder unter
www.rudolf-kraemer-haus.de
Nähere Informationen und Anmeldung:
AURA Pension "Brockenblick"
Tel.: (0 39 43) 26 21-0
E-Mail: AURAPENSION.Brockenblick@t-online.de
Die Ferienanlage "Tromper Wiek" in Breege bietet für Menschen mit Handicap erholsamen Urlaub an. Die Ferienwohnungen sind barrierefrei gestaltet worden. Ausflugsfahrten am Bodden, zur Insel Hiddensee oder zum Kap Arkona können als Gruppe ab acht Personen mit Kapitän Böttcher auf der "MS Tromper Wiek" unternommen werden.
Nähere Informationen bei
Kornelia Schlundt
Tel.: (0 25 92) 6 11 13 oder 01 60 - 3 08 92 31
Bildunterschrift: Ferienwohnungen "An der Tromper Wiek".
Ihr seid in Hannover zur Schule gegangen, wollt gern mal wissen, was aus den Schulkameraden geworden ist? So meldet Euch an zum Ehemaligentreffen in Weimar, vom 6. bis 9.7.2006. Anmeldeschluss ist der 1.5.2006.
Anmelden bei:
Birgit Kröger
Tel.: (0 36 43) 90 48 41
Fax: (0 36 43) 77 39 70
E-Mail: fussballbirgit@onlinehome.de
Der Blindenhilfsmittelvertrieb Dresden (BHVD) setzt bei ihm als Mail eingehende Informationen in Braille-Schrift um und versendet diese als Blindensendung an blinde Menschen. Der Service ist kostenlos, wenn es sich um private Briefe handelt. Nutzen hingegen kommerzielle Auftraggeber oder Behörden den Dienst, geht das nur gegen Entgelt.
Man hat die Wahl, Briefe in Voll- oder Kurzschrift versenden zu lassen. Näheres - auch über die sonstigen Angebote des BHVD - erfährt man auf der Homepage www.blindenbrief.de oder unter Tel.: (03 51) 4 04 57 75.
Die von der Informations- und Beratungsstelle des Deutschen Studentenwerks erarbeitete und durch das BMBF geförderte Neuauflage der Broschüre "Studium und Behinderung" kann formlos via E-Mail studium-behinderung@studentenwerke.de oder per Fax unter (0 30) 29 77 27-69 bestellt werden (die eigene Postanschrift bitte vermerken). Der Versand ist kostenfrei. Unter www.studentenwerke.de/behinderung steht der Text zum Download im Internet bereit.
In der DZB sind Bücher der Erfolgsautorin Cornelia Funke in Blindenschrift übertragen worden. Lieferbar sind folgende Titel:
"Die Wilden Hühner. Fuchsalarm" in 3 Bänden Blindenvollschrift und der Roman "Tintenherz" sowie dessen Fortsetzung "Tintenblut" in jeweils 5 Bänden Blindenkurzschrift.
Nähere Auskünfte erhalten Sie unter
Tel.: (03 41) 71 13-119 oder
E-Mail: info@dzb.de
In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. bietet die Maximilians-Klause in der Jesuitengasse 18 in Augsburg jeden letzten Donnerstag im Monat ein "Dinner in the Dark" an.
Anmeldungen unter Tel.: (0 82 37) 73 07, Montag, Dienstag 10 bis 14 Uhr und Donnerstag 16 bis 20 Uhr.
Neues von der Kinderbuchautorin Eva Korhammer: "Fischgeflüster" - 11 * lachen, raten und gewinnen
München 2003: Die Schatzkiste - Punktdruck: 2006, Vollschrift 1998, DIN A4, 1 Band, 108 Seiten, 11 Schwellkopien, Spiralbindung.
Zu beziehen beim
VzFB
Tel.: (05 11) 9 54 65 - 32
Die Werk- und Betreuungsstätte für Körperbehinderte gGmbH hat das neue Leitbild für ihre Einrichtung in einfacher Sprache und auch in Braille-Schrift sowie als Hörfassung herausgebracht.
Interessenten können es beziehen bei:
Werk- und Betreuungsstätte für Körperbehinderte gGmbH
Tel.: (04 31) 5 83 99-0
Aus den Erfahrungen der letzten Jahre mit unseren Angeboten für Behinderte in Hamburgs Museen haben wir ein Gesamtangebot zusammengestellt. Wir können nun in den großen Museen Hamburgs Führungen, in einzelnen Fällen auch Kurse für blinde und sehbehinderte Besucher, für Rollstuhlfahrer, für hörbehinderte und geistig behinderte Interessenten anbieten;
Internet: www.museumsdienst.hamburg.de (Service-Veranstaltungen für Behinderte)
Tel.: (0 40) 4 28 13 10
Seit dem 6.2. ist das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt in Berlin aus dringenden Sanierungsgründen bis Ende Juni 2006 geschlossen. Die Mitarbeiter des Museums sind z.Zt. in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand zu erreichen; Tel.: (0 30) 26 39 23 811. Während der Schließzeit werden weiterhin Veranstaltungen wie Lesungen und Zeitzeugengespräche sowie Rundgänge durch die Spandauer Vorstadt mit Bezug auf die Geschichte der Blindenwerkstatt stattfinden. Die regelmäßigen Führungen durch das Museum an Sonntagen müssen leider während der Sanierungszeit entfallen.
Am 12.8. findet unser diesjähriges Motorrad- und Autofahren für Blinde und Sehbehinderte auf dem Flugplatz in Peenemünde statt, dieses erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Peenemünder Motorsport- & Verkehrschulungsverein e.V. und hiesigen Fahrschulen. Die Veranstaltung beginnt um 12.30 Uhr und für das leibliche Wohl ist auch wieder gesorgt.
Also weitersagen und um unbedingte Anmeldung bei uns wird gebeten (Anreise mit Zug bitte gesondert angeben).
Ina und Dirk Löschke
Tel.: (0 38 36) 60 24 83 ab 18.00 Uhr
Fax: (0 38 36) 20 42 28
E-Mail: Fahrerlebnis@t-online.de
Info: www.fahrerlebnis.org
Bei Fax bitte Telefonnummer wegen eventueller Rückfragen angeben.
Die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft mbH (LVS) Schleswig-Holstein und der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) geben die Broschüre "Mobilität für Alle" gemeinsam heraus, die mobilitätseingeschränkten Personen die Nutzung von Bahnen und Bussen erleichtern soll. Darin enthalten sind Informationen über Verbesserungen beim Fahrzeugeinsatz, beim Tarif und bei der Ausstattung der Stationen.
Nähere Informationen bei
Herrn Schulz
Tel.: (04 31) 6 60 19-29
Wer das Merkzeichen B im Schwerbehindertenausweis stehen hat, findet auf der Vorderseite des Ausweises nicht nur den Großbuchstaben B vor, sondern auch den Satz: "Die Notwendigkeit ständiger Begleitung ist nachgewiesen". Was gut gemeint ist - jeder soll wissen, dass der Betreffende einen Anspruch auf kostenlose Beförderung einer Begleitperson im öffentlichen Nah- und Fernverkehr hat -, hat sich insbesondere für mobilitätsgeschulte Blinde, die allein reisen können und wollen, als Bumerang erwiesen. Aber auch bei ganz anderen Gelegenheiten als auf Reisen, nämlich im Beruf (der Gang zur Kantine) oder bei Freizeitaktivitäten (Benutzung eines Schwimmbads) sind Fälle aufgetreten, in denen die Ausweisaufschrift zu Diskriminierungen führte. Schon vor sechs Jahren hatte der DBSV deshalb eine andere Gestaltung des Schwerbehindertenausweises gefordert, und darüber hinaus auch eine Änderung des §146 Abs.2 SGB IX.
Nach dieser Vorschrift erhalten nur solche Schwerbehinderte das Merkzeichen B, "die bei Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln infolge ihrer Behinderung zur Vermeidung von Gefahren für sich oder andere regelmäßig auf fremde Hilfe angewiesen sind".
Damit aber wird überhaupt nicht berücksichtigt, dass Blinde zum Beispiel während der Bahnfahrt auch ohne Begleitung auskommen, am Zielort jedoch auf eine Begleitperson erheblich angewiesen sein können. Die Forderung des DBSV wurde jedoch abgelehnt mit der Begründung, eine Ausweitung des nach dem geltenden Gesetz anspruchsberechtigten Personenkreises sei nicht zu vertreten.
Nun macht sich seit ein paar Monaten die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Frau Karin Evers-Meyer (SPD), und auch der behindertenpolitische Sprecher der CDU, der Abgeordnete Hubert Hüppe, für eine Änderung des Gesetzes stark.
Diese Initiativen sind sehr zu begrüßen, werden jedoch voraussichtlich auf denselben Widerstand stoßen wie der DBSV.
Aber ein Erfolg wäre es ja schon, wenn wenigstens erreicht würde, dass der ominöse und aus unserer Sicht überflüssige Satz von der Vorderseite des Ausweises gänzlich verschwindet (allein das Wort "ständige" vor "Begleitung" zu streichen, dürfte nicht reichen). Sinnvoll wäre vielleicht auch eine Aufschrift des Inhalts, dass der Ausweis allein dem Inhaber zur Inanspruchnahme von Rechten, jedoch nicht anderen Personen zur Rechtfertigung von Beschränkungen dient.
Thomas Drerup
Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) versendet keine Erinnerungen mehr, wenn die Befreiung von den Rundfunkgebühren abläuft; darüber informierte die "Gegenwart" bereits. Der entsprechende Antrag muss also rechtzeitig gestellt werden.
Die Formulare liegen laut Aussage der GEZ bei den Arbeits- bzw. Sozialämtern vor. Man kann sie auch bei der GEZ downloaden. Die Telefonnummer der GEZ: (02 21) 50 61-0.
Fachlagerist und Fachkraft für Lagerlogistik
Das Berufsbildungswerk (BBW) Stuttgart der Nikolauspflege hat nun sein Ausbildungsangebot um zwei weitere Berufe für sehbehinderte Menschen erweitert.
Der Fachlagerist/die Fachlageristin sowie die Fachkraft für Lagerlogistik sind anerkannte Ausbildungsberufe nach dem Berufsbildungsgesetz sowie der Handwerksordnung.
Die Berufe haben es "in sich": sie umfassen die Arbeit in Industrie-, Handels- und Speditionsbetrieben, vor allem in Lagern, aber auch in großen Fabrikhallen und Kühlhäusern. Sie erfordern von sehbehinderten Menschen ein relativ gutes Orientierungs- und Organisationsvermögen, körperliche Stabilität, eine schnelle Auffassungsgabe und die Fähigkeit, mit Arbeits- und Zeitdruck umgehen zu können.
Das BBW Stuttgart führt die Ausbildung im Verbund durch. Mehr als die Hälfte der praktischen Ausbildung findet in einschlägigen Partnerunternehmen aus dem Großraum Stuttgart statt, der schulische Teil erfolgt in einer Regelberufsschule. Das BBW wiederum bietet die Vor- und Nachbereitung der Ausbildungs- und Schulinhalte, spezielle Förderung in Kernfächern, das Spektrum der sehbehindertenspezifischen Fachdienste sowie berufspädagogische Seminare.
Fachlageristen und Fachlageristinnen arbeiten im Rahmen des Lagersystems an verschiedenen Orten wie im Lager, im Wareneingang sowie im Versand. Sie nehmen eingehende Waren entgegen, prüfen die Art, Menge und Beschaffenheit der Lieferungen, sortieren und lagern ein. Sie erfassen die Artikel, meist per Computer, um anschließend Lagerbestände auch kontrollieren und verfolgen zu können. Ebenso kommissionieren und verpacken sie die Güter, erstellen Begleitpapiere und stellen Ladeeinheiten zusammen. Transportgeräte und Fördermittel sind hierbei wichtige Hilfsinstrumente, die sie nach Möglichkeit bedienen können. Die Ausbildung zum Fachlagerist/zur Fachlageristin dauert zwei Jahre. Der Beruf wird ohne Spezialisierung nach Fachrichtungen oder Schwerpunkten in Handwerk und Handel ausgebildet. Mögliche Arbeits- und Einsatzgebiete nach der Ausbildung finden sich bei Herstellern von Industrie- und Konsumgütern, in Speditionen, in Großmärkten, im Einzelhandel, im Versand oder in Dienstleistungsbetrieben. Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik erstreckt sich über drei Jahre und beinhaltet die oben beschriebenen Schwerpunkte der Ausbildung zum/zur Fachlagerist/in. Zusätzlich werden wichtige logistische Funktionen vermittelt, die bei der Erstellung von Tourenplänen, bei Planungs- und Organisationsprozessen oder bei Berechnung und Auswertung von Lagerkennzahlen relevant sind.
Nach der 2-jährigen Ausbildung zum Fachlageristen kann durch ein drittes Jahr der Abschluss zur Fachkraft für Lagerlogistik erreicht werden. Beide Ausbildungsgänge schließen mit der Prüfung vor der IHK Region Stuttgart ab.
Matthias Kopp
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Matthias Kopp (Ausbildungsleiter BBW Stuttgart)
Tel.: (07 11) 65 64-160
E-Mail: matthias.kopp@nikolauspflege.de
Ein Erfahrungsbericht von Barbara Mergenthaler, eLearnerin am BFW Würzburg
Haben Sie auch schon einmal versucht, in eigener Regie zu lernen? Manchmal gelingt es sehr gut - wenn man einen konkreten Anlass, eine bestimmte Zeitvorgabe und genaue Ergebnisvorstellungen hat. Für einen Traumurlaub die wichtigsten Begriffe in der Sprache des Ziellandes zu lernen, das klappt meistens. Wenn aber die Thematik fremd ist, was dann? - Dann wird das Selbststudium schwierig, weil kein konkretes Ziel formulierbar ist, die Lerninhalte kaum in Lernschritte aufgeteilt werden können und schwer überschaubar sind. Es tauchen Fragen auf, die mit dem derzeitigen Wissensstand nicht zu beantworten sind. Woher kommen die Informationen? Wie viel Ausdauer habe ich dann, diese Hindernisse zu bewältigen? Wie erkenne ich kleine Fortschritte? Und welchen Einfluss hat meine Blindheit oder Sehbehinderung?
Tja, ich lerne gerade HTML-Programmiersprachen und das, obwohl mein Sehrest sehr gering ist und ich erst seit kurzer Zeit den Computer als wichtiges Hilfsmittel für mich entdeckt habe. Ich arbeite bequem von zu Hause an meinem eigenen Rechner, über das Internet, eigenverantwortlich, in meinem eigenen Lerntempo und in meinem ganz persönlichen Lernrhythmus. Manchmal übe ich am Wochenende, manchmal am späten Abend, manche Tage gar nicht ... Wie das geht? Ganz einfach: Ich habe auf BFW online, der eLearning-Plattform des Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg, einen Online-Kurs belegt.
"Was ist ein Browser?", fragt mich mein eLearning-Programm. Keine Ahnung! Schnell ein Blick in die Bibliothek? Oder doch lieber eine E-Mail an den TeleTeacher mit meiner Frage? - Sie sehen, ich lerne doch nicht ganz alleine! Denn auf jeder Seite meines Kurses finde ich einen Link zu meinem TeleTeacher am BFW, der mich durch den Kurs begleitet, meine Fragen beantwortet und mir hilft, Probleme zu lösen. Die Frage "Was ist ein Browser?" ist nicht so schnell für mich zu klären, deshalb wende ich mich an meinen TeleTeacher, an Frau Weigand. Sie ist die Person am anderen Ende der Leitung, also im BFW. Kurze Zeit später ist die E-Mail mit der Antwort bereits da: "Ein Browser ist ein Programm, mit dem man Internetseiten betrachten kann". Aha, mit dem Browser kann ich also die Ergebnisse meiner Programmierarbeit begutachten.
Mein TeleTeacher, sprich Frau Weigand, ist immer dann zur Stelle, wenn es schwierig wird. Sie hilft fachlich und inhaltlich, aber auch mental und persönlich. Sie erforscht technische Probleme und bietet Lösungswege an. Sie kennt als Autor des Online-Kurses jede einzelne Lerneinheit und hat den Wissenskomplex in überschaubare Schritte eingeteilt. Die so genannten Module sind kompakt und stehen immer zur Verfügung, ich kann sie jederzeit wiederholen. Manche Seiten muss ich zweimal durcharbeiten, bevor ich mich an die Übungsaufgabe wage. Diese zeigt mir dann, ob ich das Gelernte auch anwenden kann. Meine erarbeitete Lösung geht per Mail an Frau Weigand und kommt innerhalb weniger Stunden korrigiert und kommentiert zurück.
Probleme mit dem Screenreader und der Braille-Zeile gibt es nicht. An der klaren Struktur und dem einfachen Aufbau der Seiten erkennt man deutlich, dass die Lernplattform und die Kurse speziell auf blinde und sehbehinderte eLearner abgestimmt sind. Die Navigation ist schnell zu erfassen und auf allen Seiten und in allen Kursen gleich, schnell fühlt man sich ganz zu Hause und kann sich zielsicher durch die Lerneinheiten bewegen.
Am Ende meines Kurses werde ich in der Lage sein, eigene Internetseiten zu erstellen bzw. Internetseiten zu pflegen. Die Abschlussprüfung findet vor Ort im BFW Würzburg statt, alles andere wird von zu Hause erarbeitet. Im Erfolgsfall winkt mir ein Zertifikat, mit dem ich meine neu erworbenen Kenntnisse überall, vor allem natürlich bei potentiellen Arbeitgebern, nachweisen kann.
Wie beginnt man einen solchen eLearning-Kurs am BFW Würzburg? Sehr schnell, denn gleich nach der Anmeldung im BFW wird die erste gebuchte Lektion freigeschaltet. Frau Weigand gibt eine Einweisung und überbrückt mit dem eLearner eventuelle Hürden am Computer. Zu Hause benötigt man lediglich einen PC mit Internetzugang - und natürlich, am besten fest eingeplant, genügend Zeit für die Bearbeitung ...
Nun sitze ich also hier und lerne. Es gibt Selbstläufer-Seiten, die ganz schnell bearbeitet sind, aber auch Aufgaben, die schwierig sind. Manchmal macht man kleine Fehler, die nicht so ohne weiteres erkennbar sind. Ich glaube, ich schreibe doch lieber eine kurze E-Mail an Frau Weigand ...
Fazit: Mir bereitet mein Online-Kurs viel Freude! Haben Sie auch Lust bekommen?
Barbara Mergenthaler ist eine ehemalige Teilnehmerin des BFW Würzburg. Sie hat die eLearning-Plattform während ihrer Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten kennen gelernt und arbeitet mittlerweile von zu Hause an ihren Kursen weiter.
Zu erreichen ist das Online-Angebot des BFW Würzburg unter www.bfwonline.de . Im Gastbereich der Homepage können Sie sich auch einen Überblick über die vorhandene Kurspalette des BFW Würzburg verschaffen.