Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.

Die Gegenwart 05 / 01 im Internet

Inhaltsverzeichnis mit Links zu ausgewählten Beiträgen der aktuellen "Gegenwart"

Zu unserem Titel:
Gemälde aus der Nationalgalerie. Zu Sonderführungen für Blinde und Sehbehinderte lesen Sie unseren Beitrag auf Seite 30.

Hinweis:
Sehbehinderung ist das Schwerpunktthema dieser Ausgabe in Vorbereitung auf den Sehbehindertentag am 06. Juni.


Aufruf:
Solidarität mit den Blinden in Bremen!

Aufruf zu einer Demonstration:
voraussichtlich am 09.06.2001 in Bremen

Das Land Bremen will das Blindengeld abschaffen. Das zur Zeit geltende Pflegegeldgesetz, das den Anspruch auf das Landesblindengeld begründet, soll nur noch als Bestandsregelung erhalten werden. Wer neu erblindet, könnte dann lediglich die vermögens- und einkommensabhängige Blindenhilfe beantragen.

Gespräche wurden geführt, Briefe geschrieben, bisher ohne Erfolg.
Die Abschaffung des blindheitsbedingten Nachteilsausgleiches muss verhindert werden.
Die Blinden Bremens brauchen jetzt die Solidarität und die Unterstützung aller.

Und was die Politiker in Bremen vorhaben, könnte ansteckend wirken. Das müssen wir verhindern.

Voraussichtlich am Samstag, dem 09. Juni 2001, gehen die Blinden aus ganz Deutschland, aus Nord, Süd, Ost und West auf die Straße und demonstrieren, damit ihre Solidarität mit den Blinden in Bremen sowie ihren festen Willen, die Streichung von Blindengeld - wo auch immer - nicht zuzulassen.

Alle Blinden und Sehbehinderten sind aufgerufen, sich an dem Protesttag zu beteiligen. Sammelpunkt ist ein noch zu benennender Platz in der Bremer Innenstadt voraussichtlich: 09.06.2001 - 11.00 Uhr

Setzen Sie sich bezüglich organisatorischer Fragen bitte mit Ihrem DBSV-Landesverein in Verbindung.

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.
Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen e. V.


Alltag:
Tage im Nebel

Von Hartmut Berger

Mit einem weißen Schirm begannen meine Tage im Nebel. Ein von
mir erfundenes Hilfsmittel, das mich 1976 zu einer
psychologischen Eignungsprüfung beim
Arbeitsamt begleitete, obwohl die Sonne vom Himmel strahlte.

Etwa 15 weitere Kandidaten warteten in einem Schulungsraum,
drehten sich zu mir und schmunzelten über meinen weißen Schirm.
Bescheiden setzte ich mich in die letzte Bank und legte das im
Einladungsschreiben geforderte Frühstücksbrot und das "HÖRGERÄT",
welches ich mir von meinem Vater geliehen hatte, auf den Tisch.
Der Psychologe kam, unter dem Arm hatte er ein Paket mit Akten.
Er setzte sich an den Präsidententisch und befragte alle Anwesenden,
in der vorderen Reihe beginnend, nach Namen, Beruf und Grund der
Eignungsprüfung.
Da ich in der letzten Reihe saß, wurde ich auch als Letzter
befragt. Ich nannte ihm meinen Namen und hob artig mein
Frühstücksbrot und das Hörgerät hoch und verkündete, dass ich alles
in der Einladung Geforderte mitgebracht habe.
Der Psychologe schaute völlig verwirrt in meine Akte und bat
mich danach vor die Tür. Er erklärte mir dort, das Arbeitsamt hätte
keinen Eignungstest für Blinde und Sehbehinderte und die Sache mit dem
Hörgerät sei ein Versehen.
Ich habe seit meiner Kindheit die Gen gesteuerte "Retinitis
pigmentosa". Im Jahre 1952 war ich sieben Monate in der Uni-Klinik
Frankfurt/Main, wo in einer Studie die Ursachen dieser Krankheit und
deren Verlauf erforscht werden sollten.

Leider war das alles ohne Ergebnis und die Erblindung nahm bei
mir ihren vom Krankheitsbild vorgezeichneten Verlauf. 1976 stellte
ich den Antrag auf Berufsunfähigkeitsrente und Blindengeld. Die BfA
schickte mich zum Eignungstest des Arbeitsamtes und anschließend ins
Reha-Zentrum nach Heidelberg.
Die Tests sollten 5 Tage dauern. Nach Rücksprache mit dem
Abteilungsleiter des Psychologischen Dienstes wurden die Tests
gestrafft und ich konnte nach zwei Tagen Heidelberg wieder verlassen.
Ich übte meinen Job als Baukaufmann weiter aus. Ein elektronisches
Lesegerät, damals noch sehr einfach, habe ich aus eigenen Mitteln
gekauft, und es half mir beträchtlich bei meiner Arbeit. Innerhalb
kurzer Zeit lernte ich wieder lesen und schreiben, auf den Monitor
schauen und auf der Vorlage schreiben, das musste erst mal geübt
werden. In der Firma staunten alle.
Draußen half mir der weiße Schirm, den ich bis heute benutze.
Ich bin jetzt 63 Jahre alt. Mein Beruf ist mein Lebensinhalt.
Als Hobby betreibe ich Sport. Bis vor 10 Jahren bin ich jeden
Morgen um 7.00 Uhr in die Schwimmhalle gegangen. Jetzt mache ich
jeden zweiten Tag Walking auf einem Wanderweg, den ich gut kenne.
Dank der gelben Armbinde respektieren die anderen Leute mich.
Der weiße Schirm bleibt dann zu Hause.
Übrigens haben mich schon viele nach dem weißen Schirm gefragt.
Ein gutes Hilfsmittel, wenn man den Blindenstock noch nicht
braucht.
Wie jeder andere Blinde habe ich mit dreifacher Energie jede
Kleinigkeit erarbeiten müssen. Jeder Blinde weiß, dass
Kleinigkeiten oft sehr hohe Hindernisse bedeuten.
Dennoch habe ich mich immer wieder neu motiviert, einen neuen
Anlauf genommen und das angestrebte Ziel erreicht. Wichtig ist
es, sich das richtige, für die Erblindung passende Umfeld
aufzubauen, sowohl im Beruf wie auch im Privatleben.
Viele Schwellenängste musste ich abbauen, jedoch nicht bei mir,
sondern bei meinen sehenden Mitmenschen. Mein Selbstvertrauen
und meine physische Kraft haben dazu beigetragen, dass alle
Menschen aus meiner Umgebung mit meiner Erblindung umgehen, als
ob die Behinderung nicht existiert.
Ich habe immer an mich selber geglaubt und dabei Eigenschaften
entwickelt, die mir geholfen haben, das Leben zu meistern.
Systematisch habe ich mein Gedächtnis trainiert, mein
Orientierungsvermögen gesteigert und verbessert. Dabei habe ich
ganz simple Techniken verwendet, wie Zahlenreihen von vorn und
hinten üben, das Gleiche mit Namen, bei Treppenstufen zählen.
Bei Straßen und Plätzen habe ich im Gehirn einen Stadtplan
angelegt, so finde ich jedes Haus wieder, wenn ich einmal dort
war. Es geht alles sehr einfach, muss aber immer wieder trainiert
werden. Nach einiger Zeit gehört dieses Training zu den täglichen
Selbstverständlichkeiten.
Als Baukaufmann habe ich in Führungspositionen als Manager Ein-
und Mehrfamilienhäuser, Supermärkte und Einkaufszentren, sowie
in den letzten Jahren Hotels gebaut.
Es geht "fast" alles, auch mit einer Behinderung, wenn nur die
Arbeit Freude macht. Es ist auch eine Frage der eigenen
Motivation.
Nur, wer seine Behinderung akzeptiert, wird auch von den
Mitmenschen trotz Behinderung anerkannt.
Dazu erscheint eine Illustration.


Erfahrungen:
Meine Grenzen setze ich mir selbst

Von Gisela Bechler

Wie war das damals - als sehbehindertes Kind?

Wenn ich heute die einschlägigen Blindenfachzeitschriften aufschlage, so
finde ich viele Beiträge, die sich mit dem Thema "Frühförderung
sehbehinderter und blinder Kinder" beschäftigen. Sicherlich eine
erfreuliche Entwicklung von Maßnahmen für die, die daran teilnehmen.
Allerdings habe ich auch manchmal das Gefühl, dass pädagogisch ein wenig
überzeichnet wird.

Als ich geboren wurde, diskutierte man eher über Euthanasie als über
Frühförderung. Wie verschreckt war meine Mutter, plötzlich einen Säugling
in die Arme gelegt zu bekommen, dessen Pupillen leicht "milchig grau "
aussahen. Die Ärzte - schonend und unkonkret - sagten ihr: "Da sei wohl
etwas nicht in Ordnung" und entließen sie aus dem Wöchnerinnenkrankenhaus
in die beginnenden Kriegswirren und in eine quälende Ungewissheit.
Als jung verheiratetes Paar hatten die Eltern keinen Bezug zu sehschwachen
Menschen. Dass ältere Leute hin und wieder dicke Brillen trugen oder die
Zeitung etwas näher an die Augen führten, war natürlich und wurde nicht
hinterfragt. Mein Vater tat einen Schwur am Kinderbett: "Er wolle immer für
mich sorgen", dann wurde er eingezogen und nach Griechenland als Leiter
einer Reparaturwerkstatt für Militärfahrzeuge abkommandiert. Die Mutter war
nun allein mit ihrem Baby und den vielen neugierigen Fragen der Nachbarn
und Freunde. "Was hat das Kind? Warum schielt es und weicht dem Licht aus?"
Später erzählte sie mir: "Es war ein Spießrutenlaufen, wenn ich mit dem
Kinderwagen unterwegs war. Die hemmungslose Neugier der sogenannten
Mitmenschen trieb mich immer weiter in eine schwere Depression". Hinzu kam,
dass unser Hausarzt meinte: "Nun seien die Augen soweit, dass man sie in
einer Augenklinik fachärztlich untersuchen könne. Das Urteil kam prompt. Es
handelte sich bei mir um einen angeborenen, operabelen grauen Star. Also
wieder Unruhe und Überlegen für die junge Frau: "Wann soll meine Tochter
operiert werden? Mache ich es richtig, das Einverständnis zu geben?"

Ich war indessen, so erzählte man mir später, zu einem lebhaften Kleinkind
herangewachsen, das die Traurigkeit seiner Mutter nicht verstehen konnte.
Stattdessen gewann ich die Aufmerksamkeit und Liebe der späteren
Patentante. Diese Frau wohnte gemeinsam mit uns in einem Mietshaus. Sie war
selbst sehbehindert, trug einen sog. Kneifer auf der Nase und war trotz
sehnlichsten Kinderwunsches nie Mutter geworden. Sie holte mich, so oft sie
konnte, in ihre Wohnung, kroch mit mir auf dem Boden herum, brachte mir
später das Laufen sowie mit 5 Jahren die ersten Buchstaben bei. Nach den
ersten Staroperationen, die für mich ein erträgliches Sehvermögen und für
Mutter und Tante deswegen eine große Erleichterung brachten, erkundete ich
"meine kleine Welt" recht aktiv.

Die Ärzte waren allerdings nicht sonderlich vom Operationsergebnis angetan:
"Ihr Kind wird nie richtig sehen können. Vielleicht überlegen Sie sich
einmal, ob Sie uns einen Schein unterschreiben und ihre Tochter hier
lassen." Die Mutter hat immer wieder von diesem Gespräch berichtet. Sie ist
psychisch nicht darüber hinweggekommen. Die Nenn- und Patentante hingegen
war emotional nur auf mein Wohl bedacht. Sie brachte mir die ersten
sehenden Spielkameraden, meldete mich im Kindergarten an und versuchte,
Schwierigkeiten und Freuden mit mir zu teilen.

Mein erster Auftritt im nationalsozialistischen Kinderhort war nämlich
nicht rühmlich. Als die Spielkameraden heraus hatten, dass ich schlecht
sah, nahmen sie mir das Spielzeug weg und ärgerten mich. Da setzte ich die
Zähne ein und biss einen Jungen so kräftig, dass er blutete und der
Kindergartenplatz gefährdet war. Ich musste nun lernen, meine Aggressionen
anderweitig abzubauen, was mir manchmal schwer fiel. Beim Spiel auf der
Straße oder im angrenzenden Wald waren wir eine muntere Horde. Hier war
ich zwar auch häufig im Hintertreffen, etwa beim Versteckspiel. Da verließ
ich mich mehr auf die Ohren als auf meine Augen. Spielten wir "Deutschland
erklärt den Krieg ...", trat ich garantiert auf alle vorher sorgfältig
gezogenen Kreidestriche und verlor deswegen.
Waren wir im Wald unterwegs und schaukelten auf einem hohen Baum - was
verboten war - stand mit großer Wahrscheinlichkeit der Förster mit seinem
Hund vor mir, während alle anderen Kinder blitzartig verschwunden waren. So
stand ich große Ängste und Demütigungen aus, die mir aber im Nachhinein gut
getan haben. Ich konnte mich auf ein Leben, was nicht nur aus "Schokolade"
bestand, bestens einstellen.

Bald konnte ich mich durch viel Fantasie in unserer "Straßenhorde"
nützlich machen. "Was sollen wir spielen? Heute werden wir mal eine
Beerdigung darstellen. Zunächst müssen wir dazu eine Leiche haben. Fangt
doch eine Fliege und tötet sie." Die Freunde waren begeistert. Auch als ich
meine letzten Ersparnisse für kleine Kerzen als Grabschmuck gab, fühlten
sie sich von mir inspiriert.
Später lernten die Gespielen Fahrrad und Rollschuh fahren. Nur ich bekam
keine Rollschuhe. Der inzwischen aus dem Krieg zurückgekehrte Vater war
sehr streng. "Wenn du hinfällst, weil du so wenig siehst ...." usw. Es war
für mich diskriminierend. Heimlich bin ich natürlich Rollschuh gefahren,
warum auch nicht? Meine Freundinnen liehen sie mir gern. Zum Fahrrad fahren
hätte es mehr Zeit gebraucht, aber Ingrid brauchte ihr Rad selbst.

Ich besuchte als Fahrschülerin - täglich waren es von Mülheim/Ruhr 2 bis 3
Stunden Wegstrecke - die Sehbehindertenschule in Essen-Steele. Ich gehörte
daheim inzwischen einem Turnverein sowie einer Konfirmandengruppe an. Auch
hier war ich die einzige Sehbehinderte. Wenn ich manche Turnübungen nur
zögerlich mitmachen konnte, wurde zwar gespottet, aber so wie im
Kindergarten mit den Zähnen, wehrte ich mich jetzt mit geistigen Waffen.
Die Metzgertochter Uschi war die Gefährtin auf dem sehr gefährlichen Weg
zur Konfirmandenstunde. Sie hatte Schwierigkeiten in der Schule und
begleitete mich gern, wenn ich ihr dafür einen Aufsatz ins Heft diktierte.
Das geschah dann auf einer Autobahnbrücke, weil man hier die Bleistifte so
gut auf der Mauer ablegen konnte.

Zusammenfassend möchte ich sagen, mir hat die "kindliche Integration", die
ohne besonders geschulte Kräfte intuitiv ablief, sehr viel gebracht.
Dadurch, dass mir die "Härten" des Lebens nicht verschlossen blieben und ich
schon recht früh mit ihnen konfrontiert wurde, konnte ich spätere
Herausforderungen besser verkraften. Für mich unverständlich war daher die
Einstellung von Sehbehindertenpädagogen, die es ablehnten, einige
Unterrichtsstunden mit sehenden Kindern gemeinsam zu gestalten. Begründung:
"Die Sehbehinderten könnten gehänselt werden".

Ich kann nur sagen: "Wer überbehütet wird, kann im täglichen Leben nicht
bestehen!"
Dazu erscheint eine Illustration.
 


DBSV-Nachrichten:

Beraten und beschlossen

Der Vorstand des DBSV tagte am 05. und 06. April in Bonn mit einem
umfangreichen Programm; ein Gespräch mit DBSV-Präsident Jürgen Lubnau.

Am Anfang stand ein Rückblick auf das Jahr 2000 - Finanzabschluss und
Tätigkeitsbericht. Wie sieht die Bilanz aus?
Jürgen Lubnau: Die Bilanz für das Jahr 2000 sieht gut aus. Wir haben es zum
ersten Mal seit einigen Jahren wieder geschafft, einen ausgeglichenen
Jahresabschluss hinzukriegen. Das war in den letzten Jahren ja nicht der
Fall; wir haben ja mit großen Defizitbeträgen abgeschlossen. Diesmal ist es
uns gelungen, sicherlich auch dank guter Konstellationen - eine ganz
ordentliche Erbschaft ist eingegangen.

Ein ständiger Punkt ist das Blindengeld, und hier brennt es ja in Bremen.
Welche Position hat der Vorstand dazu eingenommen?
Jürgen Lubnau: Wir haben in den letzten Wochen verschiedene Gespräche in
Bremen geführt, dem Landesverein zur Seite tretend. Die Ergebnisse dieser
Gespräche sind relativ unerfreulich. Die Politik in Bremen ist von uns noch
nicht überzeugt worden, von ihrem Vorsatz abzugehen, das
Landespflegegeldgesetz, so heißt die Regelung in Bremen, abzuschaffen.
Abzuschaffen heißt, es sollen nur die Leute weiter berücksichtigt werden, die
zur Zeit Beträge erhalten. Neufälle werden nicht berücksichtigt. Die haben
dann nur noch die Möglichkeit, nach dem Bundessozialhilfegesetz Blindenhilfe
zu beantragen, die ja dann vermögens- und einkommensabhängig ist.
DBSV-Vorstand und Vorstand des bremischen Landesvereins sind sich einig, dass
wir eine größere Aktion unternehmen sollten. Wir werden alle Landesverbände
und -vereine aufrufen, sich an einer Demonstration für die Beibehaltung der
gesetzlichen Regelung in Bremen zu beteiligen. Die Demonstration soll
voraussichtöich am 09.06. in Bremen stattfinden (siehe Aufruf S. 3).

Das Landespflegegeldgesetz betrifft ja nicht nur Blinde. Wird es auch
Kooperation mit anderen Behindertengruppen geben?
Jürgen Lubnau: Es gibt in Bremen ohnehin Kontakte zur
Landesarbeitsgemeinschaft "Hilfe für Behinderte". Inwieweit das an dem Tag
auch so sein wird, das können wir noch nicht einschätzen. Wir wollen
jedenfalls erreichen, dass möglichst viele blinde Menschen aus ganz
Deutschland nach Bremen reisen. Wir wollen mit dieser Demonstration
deutlich machen, dass diese gesetzliche Regelung für alle
blinden Menschen in Deutschland wichtig ist. Und das soll mit dieser
Solidaritätsveranstaltung auch deutlich unterstrichen werden.

Eine Reihe von Projekten stand im Vorstand zur Diskussion, u. a. auch EVASA.
Wie ist dort der aktuelle Stand?
Jürgen Lubnau: Bei EVASA sind die Erhebungs- und die Auswertungsphasen
abgeschlossen. Es hat Erkenntnisse gegeben, die sicherlich in einem Bericht
noch deutlich gemacht werden. Und die beiden anderen Partner neben dem DBSV,
nämlich das Berufsförderungswerk Düren und die Nikolauspflege Stuttgart
werden jetzt an die praktische Umsetzung gehen.
Ein weiteres Projekt war DBSV-Zukunft. Darüber haben wir schon in mehreren
Ausgaben der "Gegenwart" berichtet. Die ersten drei Arbeitsgruppen haben ihre
Ergebnisse vorgelegt. Der DBSV-Vorstand hat diese Berichte bewertet und
gewürdigt. Und wir haben beschlossen, diese Berichte so dem
DBSV-Verwaltungsrat vorzulegen, der diesen dann hoffentlich auch zustimmt,
damit dann die praktische Umsetzung erfolgen kann. Umsetzung bedeutet: Es
wird ein Grundsatzprogramm formuliert und veröffentlicht werden. Das Gleiche
gilt für das Leitbild und für die Verbandskultur. Und als drittes geht es um
die Öffentlichkeitsarbeit - PR, Sponsoring, Fundraising... Und der
Verwaltungsrat wird dann auch darüber zu entscheiden haben, ob er dem
Vorschlag des Vorstandes folgend, zwei weitere Stellen einrichten wird für
den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

Der Verwaltungsrat wird ja Mitte Mai zusammenkommen in Dortmund. Welche
Schwerpunkte wird es neben diesem Zukunftsprojekt dort noch geben?
Jürgen Lubnau: Neben dem Projekt DBSV-Zukunft wird ein großer Schwerpunkt die
Bildung sein - in allen Bereichen, beginnend mit Frühförderung, Schule,
Fortbildung und Umschulung, einschließlich der Braille-Schrift, in welcher
Weise sie durchgesetzt, umgesetzt wird. Es gibt ja einen Streit, mit welcher
Blindenschrift man beginnen soll, mit der 6-Punkte-Schrift oder mit der 8-
Punkte-Schrift (Computer-Braille). Der DBSV favorisiert die 6-Punkte-Schrift.
Wir haben Vertreter eingeladen aus Schule und Fortbildung.

Was gibt es im internationalen Bereich Neues?
Jürgen Lubnau: Das Projekt Euro ist ja eine ganz große Aktivität des DBSV
gewesen, und wir haben damit auch sehr viel an Informationen verbreiten
können. Der DBSV-Vorstand hat beschlossen, dem Louis-Braille-Museum in
Frankreich mit 3.000 DM unter die Arme zu greifen.
Im Projekt DAISY geht es um neue Datenträger für die Hörbüchereien, also der
Wandel von der Kassette zu einem anderen Medium. Das wird eine Art CD sein
mit vielen Möglichkeiten des Zugriffes auf die gespeicherte Literatur. Der
DBSV hatte 1997 der Arbeitsgemeinschaft der Hörbüchereien zugesichert, sich
da auch sehr stark finanziell zu engagieren. Wir werden auch in diesem und im
nächsten Jahr Mittel bereit stellen, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen
Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf. Und wir hoffen
auch immer noch, dass sich der Bund der Kriegsblinden Deutschlands daran auch
beteiligen wird.

Es gibt ja eine Abkürzung, die noch nicht so geläufig ist - RBA -
Rehabilitation zur Bewältigung des Alltages (eine Präzisierung des Begriffes
Elementarrehabilitation). Wie soll es auf diesem Gebiet weiter gehen?
Jürgen Lubnau: Jahrelange Lobby-Arbeit hat nun Erfolg gehabt. Das
Sozialgesetzbuch IX hat den Bundestag passiert. Nach dem relativ einmütigen
Votum im Bundestag darf man davon ausgehen, dass auch der Bundesrat das SGB
IX passieren lassen wird. Das SGB IX hat ganz besondere Bedeutung für Blinde
und Sehbehinderte, insbesondere für die späterblindeten Menschen, um für den
neuen Lebensabschnitt fit gemacht zu werden durch Rehabilitationsmaßnahmen.
Es muss ja sicher gestellt werden, dass die Rehabilitationsmaßnahmen auch in
qualitativ hohem Standard angeboten und durchgeführt werden. Es werden
sicherlich auch viele andere Anbieter auf den Markt drängen, die diese
Qualität nicht gewährleisten können, und wir müssen Standards entwickeln, die
dann für alle hoffentlich verbindlich sein werden. Wir werden mit den
Krankenkassenverbänden zusammenarbeiten, um das auch durchzusetzen. Der
Vorstand hat eine Kommission eingesetzt, um diesen Bereich zu formulieren und
zu klären, welche Standards sind einzuhalten. Auch ein kleines Regelwerk ist
aufzustellen. Diese Arbeiten werden zügig durchgeführt werden müssen, weil
das SGB IX am 01.07. in Kraft treten wird.

Neben den 31 Tagesordnungspunkten brauchte der Vorstand auch eine besonders
gute Kondition, denn es waren eine Reihe Sportler eingeladen, die
wahrscheinlich mit viel Power nach Bonn gekommen sind in Auswertung der
Paralympics...
Jürgen Lubnau: Wir wollten die Teilnahme unserer blinden und sehbehinderten
Sportlerinnen und Sportler an den Paralympics würdigen. Wir haben sie zu
einem Wochenende nach Bonn eingeladen. Die Sportlerinnen und Sportler hatten
eine Stadtrundfahrt mit Besichtigungen. Abends gab es dann noch ein
zwangloses Beisammensein. Ich glaube, die Sportler haben auch etliches
mitgenommen, zum einen das Vergnügen natürlich, zum anderen aber auch einmal
Kontakt mit dem Vorstand gehabt zu haben. Die Funktionäre sind ja auch keine
abgehobenen Leute, sondern wir sind ja alle auch in die Basisarbeit
eingebunden. Zum Teil haben Vorstandsmitglieder selbst ja auch Sport
getrieben, so dass auch von daher Verbindungen bestanden haben. Ich denke, es
war eine sehr angenehme und lockere Atmosphäre. Vor vier Jahren trafen wir
uns ja das erste Mal mit den Paralympics-Teilnehmern, und ich denke, es wird
eine Tradition bleiben.
Vielen Dank für das Gespräch.
(Das Gespräch führte Dr. Thomas Nicolai; Kassetten-Ausgabe Originalton.)

DBSV-Hilfsmittelberatertagung

Vom 1. bis 4. März hatte der DBSV die ehren- wie hauptamtlichen
Hilfsmittelberater und -beraterinnen eingeladen, an einer bundesweiten
Fortbildungsveranstaltung teilzunehmen. Auf dem straffen Seminarprogramm
standen verschiedene Aspekte und Themen der Beratungstätigkeit wie
Augenerkrankungen und ihre Auswirkungen, optisch vergrößernde Sehhilfen,
Hilfsmittelberatung in der Schweiz, Tupperware (für viele ein echtes
Hilfsmittel) und der "Dschungel der weißen Langstöcke". Besonderes Gewicht
kam wieder dem Erfahrungsaustausch über Hilfsmittel, Beratungssituationen
und erfolgreiche Veranstaltungen zu. Hierzu hatten die anwesenden
Hilfsmittelexperten neue, beliebte oder interessante Hilfsmittel bzw.
Gebrauchsgegenstände aus ihrer Beratungspraxis mitgebracht. Diese reichten
vom orangefarbenen Markierungspunkt bis zur pädagogischen Puppe Mary und
wurden abschließend spontan zu einer Ausstellung für die Hausgäste im
Blindenzentrum Bad Meinberg zusammengestellt. Es bleibt zu hoffen, dass die
seit 1999 steigende Zahl der Teilnehmer und vertretenen Landesverbände auch
für 2001 weiter zunimmt.
Ilona Schlegel
 

Umwelt- und Verkehrsseminar

Vom 23. bis 25. März trafen sich die Delegierten der Landesvereine für Umwelt
und Verkehr zur bundesweiten Fachtagung des DBSV, die alle zwei Jahre
durchgeführt wird. Die Tagesordnung war komplex und vielschichtig: Dennis Cory erläuterte Probleme, Perspektiven und Aspekte des Mobilitätstrainings. Die
Theorie wurde sodann in Workshops mit dem Schwerpunkt Sehbehinderung und
Blindenführhund praktisch vertieft. Professor Echterhoff informierte über die
Normierung von Kontrasten und beschrieb die lichttechnisch-wissenschaftlichen
Grundlagen der Kontrastmessung. Als Mitglieder des GFUV referierten Herr
Schmidt-Block und Herr Böhringer über die für uns wichtigsten Normen und
Vorschriften. Frau Schmid eröffnete als Referentin aus der Schweiz einen Blick
über den nationalen Tellerrand. Es zeigte sich, dass die Probleme im Bereich
des öffentlichen Raums in der Schweiz ähnlich wie in Deutschland sind und dass
auch dort eine engagierte Arbeit vor Ort notwendig ist, um mit kleinen
Schritten langsam, aber stetig auf dem Weg in Richtung Barrierefreiheit
voranzugehen.
Der Erfahrungsaustausch mit Berichten über die Situation in den
Landesvereinen zeigte, dass einerseits das öffentliche Bewusstsein sensibler
für die Belange behinderter Menschen geworden ist, dass aber insbesondere
bei der Bahn und beim ÖPNV noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden
muss. Abgerundet wurde das Seminar von einer Besichtigung des
Verkehrsknotenpunktes Alexanderplatz in Berlin.
Ilona Schlegel
 

Vom Arbeitskreis der Führhundhalter

Die AK-Sitzung der Führhundhalter vom 2. bis 4.3. fand in Petersberg statt.
Wiederum musste mit Bedauern verzeichnet werden, dass seitens der
Leistungsträger (Krankenkassen) nichts unternommen wurde, um die Qualität der
Führhundversorgung zu verbessern. Zwar werden häufiger Gespannprüfungen vor
der Kostenerstattung an die Führhundschulen verlangt, doch zur Verabschiedung
von Zulassungsempfehlungen und damit einer verbindlichen Ausbildungs- und
Prüfungsordnung für Führhundausbilder ist es nicht gekommen, obwohl dies seit
nunmehr acht Jahren hätte der Fall sein müssen, denn bereits 1993 wurden die
Qualitätskriterien Auswahl, Ausbildung und Kostenübernahme für
Blindenführhunde verabschiedet. Um nun aber doch etwas zur Verbesserung der
Führhundversorgung zu erreichen, haben sich die AK-Mitglieder dafür
ausgesprochen, dass sich die Gespannprüfer einer Überprüfung unterziehen
sollten. Es sollten theoretische Kenntnisse über Mobilität und
Orientierungsfähigkeit Blinder bestehen, andererseits dürften Kenntnisse über
die zu erbringende Führleistung eines Hundes, das Wissen über Verhalten von
Hunden außerhalb und während der Führarbeit sowie die Bestimmungen der
Qualitätskriterien usw. nicht fehlen.
Dieser Wunsch auf Fortbildung und damit automatisch auch weiterer
Qualifizierung wurde übrigens auch von den Gespannprüfern während des Seminars
in München selbst geäußert.
Ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Führhundversorgung wäre die gezielte
Ausbildung von Führhundtrainern in einer dafür anerkannten Institution, z.B.
IRIS. In dem Moment wo eine solche Ausbildungsstätte für Führhundtrainer
geschaffen wäre, könnte man evtl. erreichen, dass nur noch an solche
Führhundtrainer zukünftig Versorgungsaufträge erteilt werden. Sicher, dies ist
noch ein langer Weg, aber vielleicht führt er zum Ziel. Mich erreichen z. B.
ständig Anfragen, wo man eine Ausbildung zum Führhundtrainer absolvieren
könne, die Personen sind durchaus bereit, eine dreijährige Ausbildungszeit in
Kauf zu nehmen. Teilweise wird sogar vom Arbeitsamt angeboten, die
Finanzierung hierfür zu übernehmen.
Es standen noch Wahlen der AK-Leitung auf der Tagesordnung. Leider ist es Herrn
Roth aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich, sein Amt als
stellvertretender AK-Leiter wahrzunehmen, was von allen Teilnehmern sehr
bedauert wurde. Frau Kokartis (Schleswig-Holstein) wurde in ihrem Amt als
AK-Leiterin bestätigt, zur Stellvertreterin wurde Frau Andreae-Dorok
(Westfalen) und zur Beisitzerin Frau Böhning (Hessen) gewählt. Herrn Roth und
Frau Schick danken wir für die bisher geleistete Arbeit. Der
Redaktionsausschuss des Hörmagazins "Wir Führhundhalter" ist ebenfalls in
seinem Amt bestätigt worden, er ist nach wie vor mit Herrn Seiler, Frau Gebhard
und Frau Kokartis besetzt.
Bei den Berichten aus den einzelnen Landesarbeitskreisen ist erwähnenswert,
dass der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund eine Vereinbarung mit
allen Leistungsträgern in Bayern über die Handhabung der Gespannprüfungen
erreicht hat. Danach erfolgen die Terminvereinbarungen und die Benennung der
Gespannprüfer durch den BBSB. Der Zeitpunkt der Gespannprüfungen wurde nach
hinten verschoben, dafür erhalten die Führhundschulen bereits bei Beendigung
des Einweisungslehrganges 90 % der in Rechnung gestellten Kosten, den Rest
dann zwangsläufig nach erfolgreich abgelegter Prüfung. Wenn alle vorgenannten
Bemühungen zur Verbesserung der Führhundversorgung scheitern sollten, müsste
überlegt werden, ob nicht eine solche Regelung auf Länderebene angestrebt
werden könnte.
Renate Kokartis
 

Bundesweites Führhundhaltertreffen

Die obligatorischen fünf Jahre sind herum. Vom 12. bis 14.10.2001 findet
wieder ein bundesweites Führhundhaltertreffen statt, diesmal in Bonn. Das
Programm sieht u.a. folgende Punkte vor:
Rechtliche Aspekte bei der Führhundversorgung
Wie aussagekräftig sind Gespannprüfungen?
Verkehrstraining mit dem Hund unter Alltagsbedingungen
Artgerechte Haltung, was ist das? Wie erfülle ich diese Forderung des
Leistungsträgers?
Erfahrungsaustausch, Wünsche, Planungen, Resümee,
Wir sind in der Tagungsstätte "Christliches Jugenddorfwerk Deutschland e.V.",
Graurheindorfer Straße 149, 53117 Bonn, untergebracht. Die Zimmer verfügen
über Dusche und WC. Die Unterbringung im Doppelzimmer inkl. Vollpension
beträgt für die gesamte Dauer des Wochenendseminars pro Person 210,-- DM, im
Einzelzimmer 266,-- DM. Der DBSV hat einen Antrag zur Kostenübernahme beim
BMA gestellt, sollte diesem stattgegeben werden, so können sich die Kosten
bis auf rund 50,-- DM pro Teilnehmer verringern. Haben Sie Lust bekommen?
Dann melden Sie sich bitte möglichst umgehend bei Ihrem Landesverband an,
denn nur über diesen können Reservierungen vorgenommen werden. Ich freue mich
schon jetzt auf dieses Wochenende und hoffe, viele Bekannte zu treffen.
Renate Kokartis


Seminarangebote des DBBW

Das Deutsche Blindenbildungswerk (DBBW) bietet nachfolgende
Fortbildungsveranstaltung an:
07. bis 09.09. Einführung in das Betreuungsrecht, Vorsorgevollmacht und
Betreuungsverfügung, AURA-Pension "Haus Hubertus", Mündersbach, Zielgruppe:
Personen, die haupt- und ehrenamtlich tätig sind,
Schwerbehindertenvertrauensleute, Sozialarbeiter, Eltern und Angehörige
pflegebedürftiger Personen, Mitarbeiter im ambulanten Pflegedienst;
20. bis 23.09. Geschickter Umgang mit Patienten und Ärzten in der
Physiotherapie, AURA HOTEL "Hermann Schimpf", Osterode, Zielgruppe: Masseure,
Krankengymnasten, Physiotherapeuten.

Kursangebot der FernUniversität Hagen

Das spezielle Kursangebot für Blinde und Sehbehinderte wurde in den vergangenen
Jahren um weitere 50 Kurse ausgebaut. Der Schwerpunkt wurde dabei auf die
Lehrgebiete Rechtswissenschaft und Soziologie gelegt.
Die Kurse können in Punktschrift, auf Disketten auf Kassetten oder einige Kurse
auch als Großdruckversion bezogen werden.
Eine ausführliche Informationsbroschüre "Fernstudium für Blinde und
Sehbehinderte" kann ebenfalls in den o. g. Versionen bezogen werden bei:
FernUniversität Hagen, Zentrum für Fernstudienentwicklung, Arbeitsbereich
Audiotaktile Medien, 58084 Hagen; Tel.: (0 23 31) 9 87-42 18.
 

Hilfsmittelausstellung des VzFB

09.05., 10.00 bis 17.00 Uhr beim BSVT, Kreisorganisation Altenburg/Schmölln, im
Lichthof des Landsratsamtes Altenburg,
09.06., 11.00 bis 17.00 Uhr beim Blindenverein für den Kreis Altenkirchen und
Umgebung, Stadthalle Betzdorf,
16.06. 11.00 bis 16.00 Uhr beim BSV für das Saarland, im Haus der Blinden,
Saarbrücken-Eschberg.
Nähere Auskünfte bei VzFB; Telefon: (05 11) 9 54 65-0.
 

Neue Ausbildung zum Informatikkaufmann beginnt

Im August beginnt im Berufsförderungswerk Düren zum dritten Mal die integrative
Ausbildung zum Informatikkaufmann. Der theoretische Teil findet überwiegend im
BFW statt, die praktischen Anteile im nahegelegenen Ausbildungszentrum des
Rheinisch-Westfälischen-Elektrizitätswerkes (RWE). Darüber hinaus absolvieren
die Teilnehmer diverse, mehrwöchige Praktika in benachbarten Industrie- und
Dienstleistungsunternehmen.
Nähere Auskünfte bei: Berufsförderungswerk Düren, Herr Eßer; Tel.:
(0 24 21) 5 98-0.
 

Hilfsmittelausstellung des LHZ

10.05., 10.00 bis 15.00 Uhr Berufsförderungswerk Halle (Saale),
12.05., Berufsbildungswerk Chemnitz sowie 13.30 bis 15.00 Uhr Begegnungsstätte
des Arbeiter-Samariter-Bundes in Leipzig,
05.06., 10.00 bis 17.00 Uhr, Frauenzentrum Louise, Bad Salzungen.
Nähere Auskünfte bei LHZ: (03 51) 8 09 06 21.

Fotoausstellungen

Frau Ursula Hillmann wird die Ausstellungen "Mit anderen Augen" und "Blind, on
the crossroad" in Berlin zeigen.
Eröffnung 15.05., 18.00 Uhr, Ort: Galerie in der Schwartzschen Villa,
Grunewaldstr. 55, 12165 Berlin.
Bild: Ein Motiv der Ausstellung "Mit anderen Augen".
 

REHAVISION-Messe

Vom 7. bis 9. Juni 2001 findet in Leipzig die Messe REHAVISION statt. U. a.
werden dort das BBW Chemnitz, das BFW Halle sowie die DBSV-Landesverbände
Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens auf einem Gemeinschaftsstand vertreten
sein. Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig wird einen eigenen
Messestand unterhalten. Es wird ein umfangreiches Rahmenprogramm angeboten,
insbesondere möchten wir auf folgende Veranstaltung hinweisen: Lebensraum Stadt
für Blinde und Sehbehinderte
Ort: Neue Messe Leipzig, täglich von 10:00 bis 11:30
Nähere Auskünfte bei: Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig; Tel.:
(03 41) 7 11 30.
 

Filmbeschreiber gründen Vereinigung

Im Dezember 2000 haben sich in München Filmbeschreiber, die in den Jahren 1997
bis 1999 vom Deutchen Blinden- und Sehbehindertenverband in
Filmbeschreiberseminaren ausgebildet wurden, zur "Hörfilm e. V.", der
Vereinigung deutscher Filmbeschreiber zusammengeschlossen. Ziel und Zweck des
Vereins ist es, die Integration von blinden und sehbehinderten Menschen zu
fördern und ihnen durch qualitativ hochwertige Filmbeschreibungen einen
wesentlich besseren Zugang zum Medium Fernsehen zu ermöglichen.
Die Mitglieder der Vereinigung verpflichten sich gegenüber ihren Auftraggebern,
nach festgelegten Qualitätskriterien zu arbeiten. Die Aus- und Weiterbildung
von Filmbeschreibern ist somit eine weitere wichtige Zielsetzung des Vereins.
Die Vereinigung strebt an, die Arbeit der Filmbeschreiber als anerkannten Beruf
zu etablieren und den Begriff der Filmbeschreibung bzw. der "Audiodeskription"
in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.
Nähere Auskünfte bei: Anke Nicolai; Tel.: (0 30) 42 85 73 29.

Akustischer Museumsführer

Am 06.06. um 15.00 Uhr lädt die Kreisorganisation Leipzig Stadt des BSVS
gemeinsam mit der DZB und den Naturkundemuseum zu einem Besuch ins Museum ein,
wo ein akustischer Museumsführer präsentiert wird. Auch eine Version in
Großschrift wird vorgestellt. Im Anschluss daran sind Führungen durch das Haus
möglich.
Bei Interesse bitten wir um kurze telefonische Rückmeldung unter Tel.:
(03 41) 98 22 10.
 

Vogelstimmen kennen lernen

Vom 24. bis 27. 05. können Naturliebhaber in Bad Liebenzell lernen, Singvögel
an ihren Stimmen zu erkennen. Die Wanderungen in den nahen Schwarzwald unter
sachkundiger Führung werden im Laufe des Tages durch professionelle
Tonaufnahmen ergänzt.
Weitere Informationen bei: Deutsches Blindenbildungswerk; Tel.:
(0 76 21) 79 92 30.
 

3. Deutsche Kulturtage

Die 3. Deutschen Kulturtage der Taubblinden, Gehörlosen, Hörsehbehinderten,
die vom Deutschen Gehörlosen-Bund und vom Gehörlosenverband München und Umland
veranstaltet werden, finden vom 06. bis 09. 09. in München statt. Auf dem
Programm steht u. a. Lormen, verschiedene Freizeit- und Sportmöglichkeiten
für Taubblinde, Berichte über den Umgang mit taubblinden/hörsehbehinderten
Menschen.
Nähere Informationen bei: Peter Hepp; Fax: (0 74 72) 1 69-6 07.
 

Tastpult erfolgreich im Praxiseinsatz

Im Auftrag der Deutschen Bahn AG hat die infowerk ag ein Tastpult für Blinde
mit einer Wegweisung durch den Hannover-Bahnhof konzipiert und im Hauptbahnhof
Hannover aufgestellt. Das Tastpult konnte in der Praxis sowohl die prominenten
Tester, die blinde Sängerin Corinna May und Gustav Doubrava, Vorsitzender des
Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes, als auch die blinden
Bahnbenutzer positiv überzeugen.
Für weitere Rückfragen steht Herr Jürgen Waellnitz, Tel.: (09 11) 39 00-9 00,
zur Verfügung.
Bild: Gustav Doubrava und Corinna Max beim Test des Reliefplans vom
Hannoveraner Hauptbahnhof.
 

Info-Kassette zum Kirchentag

Vom 13. bis 17.06. findet in Frankfurt/Main der 29. Deutsche Evangelische
Kirchentag statt. Die Kassette mit einem Programmüberblick und
organisatorischen Hinweisen ist speziell für Blinde und Sehbehinderte
zusammengestellt. Sie ist kostenlos zu bestellen beim: Evangelischen Blinden-
und Sehbehindertendienst; Tel.: (0 64 21) 9 48 08-0.

Der WebFormator

Der WebFormator von FRANK AUDIODATA macht das Surfen im Internet für Blinde und
Sehbehinderte kinderleicht. Er öffnet sich automatisch beim Starten des
Microsoft Internet Explorers und zeigt den Inhalt einer Internetseite in einem
separaten, übersichtlich gestalteten Textfenster an. Er "übersetzt" sowohl
grafische Elemente als auch Tabellen sehbehindertengerecht.
Dank der eingebauten Komfortfunktionen des WebFormators sind beispielsweise
Links, Frames und Formularfelder gezielt anwählbar. Die gesuchten Informationen
im Internet können auch von Blinden und Sehbehinderten schnell gefunden werden.
Der WebFormator steht unter der Internetseite www.WebFormator.de zum
kostenlosen Download zur Verfügung.
Er benötigt mindestens Windows98 und den Microsoft Internet Explorer 5.01. Der
WebFormator ist unabhängig vom verwendeten Screenreader einsetzbar.
Nähere Informationen bei: FRANK AUDIODATA; Tel.: (0 72 54) 50 50.
 

Verlagsangebot des VzFB

Karl Barth: Wolfgang Amadeus Mozart
Theologischer Verlag Zürich - Neuauflage in reformierter Vollschrift, 1 Band,
82 Seiten, Best.-Nr. 500 1736.
Bestellungen bei: VzFB; Tel.: (0 18 02) 25 83 12.

BIT-Tipp

"Münchner Vorsorgebroschüre" - Vorsorgevollmacht Betreuungsverfügung
Patientenverfügung. 1999.
Klaus, Dieter/Unsorg, Rolf:
"Bluthochdruck" - Risikofaktoren erkennen und ausschalten, Gesund leben und
aktiv bleiben.
Diese beiden Titel können auf Hörkassetten erworben werden.
Nava, Michael:
"Goldjunge" - Kriminalroman.
Dieser Titel kann auf Hörkassetten und in Punktschrift erworben werden.
Unser neuer Fortsetzungsroman lautet:
Leon Donna: "In Sachen Signora Brunetti", Diogenes Verlag AG, Zürich,2000.
Nähere Auskünfte unter Tel.: (0 89) 5 59 88-134.

Hörtipp

Der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS)
weist auf nachfolgende Hörbücher hin:
Peter Kemper und Ulrich Sonnenschein: Sucht und Sehnsucht: Rauschrisiken in der
Erlebnisgesellschaft. Stuttgart: Reklam, 2000, Buch-Bestell-Nr. 5594,
Elisabeth Mehrmann, Thomas Wirtz: Effizientes Projektmanagement: erfolgreich
Konzepte entwickeln und realisieren. München: Econ, 4. aktualisierte Auflage
2000, Bestell-Nr. 5617,
Hedwig Kellner: Rhetorik - hart verhandeln, erfolgreich argumentieren. München,
Wien: Karl-Hansa Verlag, 1999, Bestell-Nr. 5541.
Bestellungen bei: Aufsprachedienst des DVBS; Tel.: (0 64 21) 9 48 88-22.

Berichtigung

In der Ausgabe 3 der "Gegenwart" unter der Rubrik "In Kürze" berichteten für
über Ausbildungsmöglichen für Blinde und Sehbehinderte im Berufsförderungswerk
Heidelberg nicht ganz korrekt. Richtig ist: Eine Ausbildung für Sehbehinderte
ist möglich als Brürokaufmann/frau, Fachinformatiker/in, Fachrichtung
Anwendungsentwicklung, Dipl.-Informatiker (FH-Abschluss). Eine Ausbildung für
Blinde hingegen ist nur möglich als Fachinformatiker/in Fachrichtung
Anwendungsentwicklung.

Ebenfalls im Heft 3 wurde über das behindertengerechte "Mit-Mensch Hotel"
informiert. Die Rufnummer hat sich geändert. Sie lautet: (0 30) 5 09 69 30.


Mobilität:
Wer bezahlt die Mobilitätsschulung?

Von Ottmar Kappen

Jährlich gegen Ende des Sommers kommen die Krankenversicherungen ins Gespräch,
denn dann können Versicherte ihre Krankenkasse wechseln. Die gesetzlichen
Krankenversicherungen bieten unterschiedliche Tarife und besonders die privaten
Krankenkassen werben mit niedrigen Beiträgen. In diesem Zusammenhang sollten
blinde und sehbehinderte Personen aber unbedingt darauf achten, dass ihre
Bedürfnisse an die medizinische Versorgung und Rehabilitation ausreichend
berücksichtigt sind. Die Schulung der Orientierung und Mobilität (O&M-Schulung)
ist hierfür ein Beispiel:

Rechtssicherheit bei den gesetzlichen Krankenkassen
Zunächst sei gesagt, dass gesetzlich Versicherte (also Mitglieder der AOK, der
DAK, BEK, TKK und anderer Ersatzkassen) bezüglich der Kostenübernahme für eine
O&M-Schulung ausreichend versichert sind. Hier besteht Rechtssicherheit, denn
diese Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, die O&M-Schulungskosten für
blinde und hochgradig sehbehinderte Personen zu übernehmen. Eigenbeteiligungen
sind vom Gesetzgeber hier nicht vorgesehen, aber darauf komme ich später noch
zurück.

Zuzahlungen für Beamte
Anders sieht es schon für die beamteten Blinden und Sehbehinderten aus. Diese
sind teilweise über die vom Arbeitgeber getragene Beihilfe versichert. Den
anderen Teil versichern sie über eine private Krankenkasse. Die Beihilfe zahlt
für die O&M-Schulung lediglich einen Betrag von fünfzig Mark pro
Unterrichtsstunde, was nicht einmal die Hälfte der Gesamtkosten ausmacht.
Dieser Beihilfesatz besteht nun schon seit langen Jahren, ja seit Jahrzehnten
und bedarf dringend der Anpassung, damit blinde und sehbehinderte Beamte für
ihre O&M-Schulung nicht hohe Zuzahlungen leisten müssen. Die privaten
Krankenkassen der Beamten beteiligen sich meistens an den Kosten. Aber auch
hier wird lediglich ein Teilbetrag übernommen. In der Gesamtrechnung müssen
die Beamten dann immer noch draufzahlen. Eine dringend notwendige Änderung ist
hier leider nicht in Sicht; eine Klage in dieser Sache wurde in der ersten
Instanz abgelehnt. Es bleibt abzuwarten, wie das Berufungsverfahren ausgehen
wird.

Private Krankenversicherungen zahlen nur selten
Noch schlechter dran sind Personen, die sich privat versichert haben.
Privatversicherungen haben die Kostenübernahme für eine O&M-Schulung meistens
nicht in ihrem Standardangebot. Hin und wieder beteiligt sich zwar die eine
oder andere private Krankenversicherung auf Kulanzbasis an den Kosten, jedoch
ohne Rechtswirksamkeit für Folgeanträge oder weitere Versicherte.

Vorsicht! Eigenbeteiligung durch die Hintertür
Wer nach der Beantragung einer O&M-Schulung einen Bewilligungsbescheid erhält,
sollte diesen genauestens lesen. Manche gesetzlichen Krankenkassen sprechen
Bewilligungen aus, die bei näherem Hinsehen eine Eigenbeteiligung der
Versicherten beinhalten. Hierauf sollte man sich nicht einlassen, denn diese
Schulung ist, wie schon gesagt, zuzahlungsfrei zu bewilligen. Setzen Sie sich
in einem solchen Fall sofort mit Ihrem/r Mobilitätslehrer/in in Verbindung.
Hier bekommen Sie die nötige Unterstützung und Beistand für die Durchsetzung
Ihrer Rechtsansprüche.

Arbeitsplatz und der Weg dorthin
Endlich eine Anstellung gefunden! Auch dann wird nicht selten eine O&M-Schulung
nötig, damit man selbstständig und sicher seinen neuen Arbeitsplatz erreicht.
In diesem Fall übernimmt das Arbeitsamt die Kosten, sofern es sich nicht um
eine Grundschulung handelt.

Besondere Hinweise für Folgeanträge
Häufig gibt es bei notwendigen Folgeschulungen Probleme bei der Bewilligung.
Die Krankenkassen wollen zurecht wissen, ob eine Folgeschulung in den Bereich
der medizinischen Rehabilitation gehört oder andere Kostenträger zuständig
sind. Der Berufsverband der Orientierung- und MobilitätslehrerInnen (BOMBS)
hat 1998 zusammen mit dem DBSV, der Dt. Blindenstudienanstalt/Marburg, IRIS/
Hamburg und dem VBS Kriterien erstellt, die für eine Zuständigkeit der
Krankenkassen in diesem Fall sprechen. Eine medizinisch begründete
Folgeschulung benötigt man:
- wenn man nicht in der Lage ist, sich die notwendigen Informationen
selbstständig aus der Umwelt zu beschaffen und für die eigene sichere und
selbstständige Fortbewegung auszuwerten,
- wenn neue Umweltsituationen erarbeitet werden müssen, die zuvor nicht
wichtig waren oder im Rahmen der Erstversorgung nicht vermittelt wurden,
z. B. die Benutzung unbekannter öffentlicher Verkehrsmittel oder die sichere
Bewältigung von komplexen Wegen, Kreuzungen, Einkaufszentren u.a.,
- wenn Umweltsituationen, Techniken und Vorgehensweisen während der ersten
Schulung zwar geübt wurden, aber aufgrund fehlender Praxis oder aus anderen
Gründen nicht mehr sicher beherrscht werden,
- wenn eine Sehverschlechterung oder eine zusätzliche Behinderung, z. B. eine
körperliche oder geistige Einschränkung eingetreten ist,
- wenn Mängel in der Anwendung des Langstockes beobachtet werden und die
Sicherheit gefährdet ist.

Was passiert nach einem Umzug?
Immer wieder kommt es vor, dass jemand einen Folgeantrag mit seinem Umzug in
eine andere Wohnung oder Wohnumgebung begründet. Ein Umzug allein ist aber
noch kein ausreichender Grund für eine Folgeversorgung durch die Krankenkasse.
Trotzdem kommt es häufig genau dann zu den oben genannten Orientierungs- und
Mobilitätsproblemen. Plötzlich muss man die Straßenbahn benutzen, wo man früher
alle Wege zu Fuß gehen konnte. Oder der Weg zum Einkaufen stellt sich als sehr
viel schwieriger heraus, als in der alten Wohnumgebung. Solche Anforderungen
müssen in einem Folgeantrag genau geschildert werden, wenn er Aussicht auf
Erfolg haben soll. Nehmen Sie deshalb schon vor der Antragstellung Kontakt mit
Ihrem/r Mobilitätslehrer/in auf. Lassen Sie Ihre Kenntnisse und Techniken
überprüfen und sich eingehend beraten. Dann hat Ihr Folgeantrag ein sachliches
Fundament und Sie eine gute Chance, auch weiterhin orientiert und mobil zu
bleiben.

Weitere Infos bei Ihrem/r Mobilitätslehrer/in oder beim
BOMBS e.V.; Tel.: ( 0 62 03) 6 39 26
2 Bilder: Beim Mobilitätstraining.


Satire:
Eu(ro)phorie

Meine Tante Elfriede hatte sich jedenfalls damals auf das neue Geld gefreut.
Ich hatte sie als pfiffiger (Geld-) Multiplikator geschult, und mein Freund
Spitzfind hilft ihr noch heute beim Ausgeben.
Unser jetzt altes Geld war nämlich vor 11 Jahren für etliche Brüder und
Schwestern (auch für nicht wenige Tanten) ziemlich neu. Deshalb hatte ich
bereits - bevor von einem deutschen Kanzler die Währungsunion verkündet worden
war - begonnen, mit meiner Tante zu trainieren, z. B. den Umrechnungskurs. Wenn
ich zu Besuch nach drüben kam, gab ich ihr 10 DM und - ich war ja großzügig -
bekam 40 Mark der DDR dafür. Irgendwie hatte das Elfriede schnell verstanden.
Quasi als Mustergeld zeigte ich ihr in dieser Zeit auch den einen oder anderen
größeren Schein, aber sie war ja bescheiden. Und mit dem kleinen Übungspäckchen
aus Pfennigen und Groschen hat sie sich nie so ganz anfreunden können. Bis
heute entfernt sie regelmäßig ihr Kleingeld aus der Geldbörse, zufällig meist
in solchen Augenblicken, wenn Spitzfind gerade mal bei ihr vorbeischaut. Dieser
Schlingel geht außerdem jetzt seit 11 Jahren einmal im Monat tapfer zum
Spieleabend zu Elfrieden. Sie hat sich nun mal in den Kopf gesetzt, die
deutschen Münzen noch auseinanderhalten zu lernen, bevor sie abgeschafft
werden. Gut, wenn man immer ein Ziel unter den Fingern hat. Unter diesem
Gesichtspunkt darf man es wohl als die größte Lebensleistung der Ex-Ossis
betrachten, dass sie sich an das neue Geld gewöhnt haben, und das fast wie von
selbst, abgesehen von Spitzfind und mir bezüglich Tante Elfriede natürlich,
grenzt beinahe an ein Wunder.
Diesmal, beim Euro, wird glücklicherweise nichts mehr dem Zufall und der
Kreativität des Geldverbrauchers überlassen, sondern alles gleich richtig
gemacht, kampagnenmäßig versteht sich; die Eu(ro)phorie hat ihren Höhepunkt
sicher noch nicht erreicht. Kürzlich habe ich gehört, dass im Rahmen eines
ABM-Projektes Blinde als Kassierer in Supermärkten ausgebildet werden, weil
sie zu den wenigen gehören, die den Euro bereits im Griff haben, bevor es ihn
gibt: Euroissimo!
Ihr Eurotiker Blasius Stichling


Hörfilm-Forum
von Martina Wiemers

Erste DVD mit akustischer Menüsteuerung

Mit "Dancer in the Dark" liegt erstmals eine DVD vor, deren Menü akustisch steuerbar ist. Dieser neue Service für Blinde und Sehbehinderte wurde von VCL in Zusammenarbeit mit dem Projekt Hörfilm entwickelt.
Nach Einlegen der DVD in den DVD-Player startet automatisch folgende Ansage:

"Diese DVD enthält eine Hörfilm-Fassung für Blinde und Sehbehinderte.
Mit Hilfe Ihrer Fernbedienung können Sie unter drei Varianten auswählen, die DVD Dancer in the Dark zu starten.
Variante 1: Der Hauptfilm mit Audiodeskription für Blinde und Sehbehinderte startet sofort.
Variante 2: Sie gelangen in eine blindengerechte Version des Menüs: Die Haupt- und Unterpunkte sind mit einer Sprachansage unterlegt.
Variante 3: Sie gelangen zum Hauptmenü ohne Audiodeskription.
Wählen Sie die gewünschte Variante mit Hilfe der Pfeiltasten aus und bestätigen Sie Ihre Wahl mit der Enter-Taste."

Der gesamte Film ist in 16 Kapitel eingeteilt, die betitelt sind (etwa "Diebstahl, Lügen und Tod", "Träumen und Vergebung", "Beim Augenarzt" usw.). Diese Kapitel können separat angesteuert werden, ebenso die weiteren Special Features wie z.B. Informationen über die Stars (Björk, Chaterine Deneuve, David Morse, u.a.) sowie die Macher des Films (Regie, Musik, Choreografie u.a.).

Audiodeskription: DBSV, Projekt Hörfilm, mit freundlicher Unterstützung von Sat.1
Auszeichnungen: Goldene Palme in Cannes für den Besten Film, Silberne Palme in Cannes für Björk als Beste Darstellerin, Europäischer Filmpreis für den Besten Film

Die DVD ist ab sofort im Handel erhältlich (VCL, Bestell-Nr. 13888) und kann auch über den Hörfilm-Versand des DBSV bezogen werden (Bestell-Nr. HKD 007, DM 39,95). 

Projekt Hörfilm geht über in die "Deutsche Hörfilm gGmbH"

Das Projekt Hörfilm des DBSV geht nach Ablauf seiner auf drei Jahre konzipierten Projektphase über in die "Deutsche Hörfilm gGmbH", die alle vom Projekt wahrgenommenen Aufgaben fortführen wird. Schwerpunkte werden also neben dem Info-Service für Nutzer die qualitative und technische Weiterentwicklung sowie die Vergrößerung des Hörfilm-Angebots sein. Wie gewohnt erhalten Sie bei uns Unterstützung in allen den Hörfilm betreffenden Fragen. Sie erreichen die Deutsche Hörfilm-gGmbH unter der bekannten Adresse (s.u.).

SOKO 5113 - neue Vorabend-Serie beim ZDF
Nach "Derrick" und "Ein Fall für 2" startet am 16.05.2001 im ZDF eine Staffel der Reihe "SOKO 5113" mit Audiodeskription.
Konfrontiert mit allen Formen der Großstadtkriminalität, stellt das Team der Münchner Sonderkommission um Hauptkommissar Schickl (Wilfried Klaus) seinen Spürsinn unter Beweis - wohlwissend, dass immer eine menschliche Dimension hinter einem Verbrechen steht und dass oft die Grenze zwischen Schwarz und Weiß, zwischen dem vermeintlich Guten und dem anscheinend Bösen, neu definiert werden muss.
(ZDF, 14-tägig, mittwochs, 17.55 Uhr, ab 16.05.01) 

Hörfilm-Sendetermine:

* Do, 03.05.01, 21.45 Uhr, BR
Kinderärztin Leah (6): Kleiner Mensch, großes Herz(D 1999)

* Do, 03.05.01, 22.15 Uhr, SWR
Der Mann mit der Maske (1)
Regie: Peter Schulze-Rohr, Buch: Fred Breinersdorfer
mit Jürgen Hentsch, Sebastian Koch, Nicolette Krebitz u.a.
Eine Vergewaltigungsserie hält eine deutsche Universitätsstadt in Atem. Oberstaatsanwalt Schildt und sein Freund, der Kommissar Gawilek, ermitteln gegen einen Kaplan. Bald taucht ein weiterer Verdächtiger auf: Ein hochbegabter Jurastudent - Schildts Sohn Bernd.

* Fr, 04.05.01, 22.50 Uhr, NDR
Tatort: AE 612 ohne Landeerlaubnis (D 1971)

* Fr, 04.05.01, 23.15 Uhr, ARD
Tatort: AE 612 ohne Landeerlaubnis (D 1971)

* Mi, 09.05.01, 22.05 Uhr, MDR
Tatort: Tod eines Mädchens (D 1991)

* Do, 10.05.01, 20.15 Uhr, 3-sat
Brassed Off (GB / USA 1996)
Die Blasmusik einer Kohlengrube, die von der Schließung bedroht ist, gerät selbst in die Krise. Als die junge Gloria, die heimlich die Wirtschaftlichkeit der Grube abklärt, der Kapelle beitritt, kommt es zu diversen Verwicklungen.

* Do, 10.05.01, 22.15 Uhr, SWR
Der Mann mit der Maske (2)

* Fr, 11.05.01, 22.50 Uhr, NDR
Tatort: Der Richter in Weiß (D 1971)

* Fr, 11.05.01, 23.25 Uhr, ARD
Tatort: Der Richter in Weiß (D 1971)

* Fr. 11.05.01, 00.30 Uhr, ZDF
Ozeanische Gefühle (GB 1985)
Regie: John Irvin, Buch: Harold Pinter, mit Glenda Jackson und Ben Kingsley
Zwei skurrile Menschen, eine Kinderbuchautorin und ein Buchhändler, werden zu Spießgesellen, als sie mit Hilfe eines gutherzigen Wärters die Seeschildkröten des Londoner Zoos aus ihrer Gefangenschaft befreien.

* Mo, 14.05.01, 20.45 Uhr, Arte
Das süße Jenseits (Kanada 1997)
Buch und Regie: Atom Egoyan
Nachdem sie ihre Kinder bei einem tragischen Busunglück verloren haben, verursacht ein findiger Winkeladvokat, die trauernden Eltern zu einer lukrativen Schadenersatz-Klage zu überreden.

* Mi, 16.05.01, 17.55 Uhr, ZDF
SOKO 5113: Lottokönig (D 1999)

* Do, 17.05.01, 22.15 Uhr, SWR
Der große Abgang (D 1995)
Regie: Nico Hoffmann, Buch: Norbert Ehry
Die ehrgeizige Staatsanwältin Gudrun Lambert hat einen dicken Fisch an der Angel. Axel Bode, ein berüchtigter Killer, hat bereits vier Morde gestanden. Doch er weigert sich hartnäckig, seinen Auftraggeber zu nennen. Aber Gudrun Lambert will mehr als die Verurteilung Bodes. Sie will den gefürchteten Geschäftsmann Jakob Glinz, seinen mutmaßlichen Auftraggeber, endlich zur Strecke bringen.

* Sa, 19.05.01, 01.00 Uhr, Arte
Das süße Jenseits (Kanada 1997)
Buch und Regie: Atom Egoyan

* Do, 24.05.01, 21.45 Uhr, BR
Mein unbekannter Ehemann (D 1994)
Regie: Andreas Dresen, Buch: Laila Stieler
Im Baden-Baden, inmitten der Kur-Idylle, bekommt der Schwarzafrikaner Farouk von der Behörde den Bescheid, dass sein Asylantrag auch in der zweiten Instanz abgewiesen ist:

* Sa, 26.05.01,22.35 Uhr, Arte
Der Laden (1) (D 1998)
Regie: Jo Baier, Buch: Jo Baier, Ulrich Plenzdorf, nach der gleichnamigen Romantrilogie von Erwin Strittmatter
Nach dem ersten Weltkrieg eröffnen die Matts im Niederlausitzer Dorf Bossdom ihren Bäcker- und Kramladen, wo neun Personen unter einem Dach wohnen. Der Sohn Esau leidet unter den Spannungen zwischen den Erwachsenen. Neun Jahre ist Esau alt, als er und seine Familie im Juni 1919 mit Sack und Pack in das kleine Niederlausitzer Dorf Bossdom, nahe der deutsch-polnischen Grenze ziehen.

* So, 27.05.01, 22.45 Uhr, BR
Lügen und Geheimnisse (GB 1996)
Regie und Buch: Mike Leigh, mit Brenda Blethyn u.a.
Nach dem Tod ihrer Adoptiveltern macht sich Hortense, eine junge schwarze Optikerin aus London , auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter.

* Mo, 28.05.01, 21.00 Uhr, NDR
Tatort: Nahkampf
Mit Ulrike Folkerts als Kommissarin Lena Odenthal

* Mi, 30.05.01, 17.55 Uhr, ZDF
SOKO 5113: Tödliche Liebe (D 1999)

* Do, 31.05.01, 22.15 Uhr, SWR
Der Totmacher (D 1995)
Regie: Romuald Karmakar, mit Götz George, Jürgen Hentsch u.a.
1924 gesteht der Kaufmann Fritz Haarmann, 24 junge Männer getötet und ihre Leichen zerstückelt zu haben. Vor dem Prozess soll der Psychiater Schultze klären, ob Haarmann zurechnungsfähig ist. - Das beeindruckende Kammerspiel wurde mit 3 Bundesfilmpreisen ausgezeichnet und für den Oscar nominiert.

* Sa, 02.06.01, 22.40 Uhr, Arte
Der Laden (2) (D 1998)
Regie: Jo Baier

* So, 03.06.01, 13.30 Uhr, BR
Ivanhoe, der schwarze Ritter (USA 1952)
Mit Robert Taylor, Elisabeth Taylor u.a.
Ritter Ivanhoe kämpft darum, Richard Löwenherz zurück auf Englands Thron zu bringen. Ivanhoe muss sich nicht nur im Ritterduell bewähren, er muss sich auch entscheiden zwischen der schönen Rebecca (Elisabeth Taylor) und seiner großen Liebe Rowena.

* Mo, 04.06.01, 16.30 Uhr, ZDF
Über den Dächern von Nizza (USA 1955)
Regie: Alfred Hitchcock, mit Cary Grant und Grace Kelly
John Robie, als "die Katze" ein berühmt- berüchtigter Juwelendieb und Fassadenkletterer, hat sich an der Riviera zur Ruhe gesetzt. Nachdem in Cannes eine Reihe von Diebstählen geschehen sind, die seine Handschrift tragen, beginnt sich die Polizei für ihn zu interessieren. Mit Hilfe des Versicherungsvertreters Hughson, dessen Firma für die geraubten Juwelen bezahlen muss, macht John sich an die Aufklärung der mysteriösen Affäre.

* Mo, 04.06.01, 00.20 Uhr, ARD
New York, New York (USA 1977)
Mit Robert de Niro, Liza Minelli
Kriegsende 1945. Während einer rauschenden Siegesfeier in New York beginnt die ungewöhnlich turbulente Love-Story zwischen den Musikern Jimmy und Francine.

* Mi, 06.06.01, 22.25 Uhr, 3-sat
Männer (D 1985)
Regie: Doris Dörrie, mit Heiner Lauterbach und Uwe Ochsenknecht
Ein Werbemanager zieht unerkannt beim flippigen Liebhaber seiner Frau ein, lernt ihn besser und besser kennen und durchschauen, um ihn schließlich mit einem geschickten Plan wieder auszubooten. Hervorragend gespielte Komödie, die besonders durch die von der Filmemacherin heimlich und authentisch recherchierten Dialoge wirkt.

* Fr, 08.06.01, 23.00 Uhr, ARD
Polizeiruf 110: Auskünfte in Blindenschrift (D)

* Sa, 09.06.01, 22.35 Uhr, Arte
Der Laden (3) (D 1998)
Regie: Jo Baier

* Mi, 13.06.01, 17.55 Uhr, ZDF
SOKO 5113: Blutige Strafe (D 1999)

* Do, 21.06.01, 22.15 Uhr, SWR
Enthüllung einer Ehe (D 2000)
Jana Westphal ist eine glücklich verheiratete Frau. Nichts trübt ihre Familienidylle mit den Kindern Timo und Stefanie und ihrem Ehemann Roman, einem Gymnasiallehrer. Allerdings verhält sich Roman seit einiger Zeit merkwürdig. Sie spioniert hinter ihm her und entdeckt, dass er ein Doppelleben führt: Roman ist transsexuell.

* Mi, 27.06.01, 17.55 Uhr, ZDF
SOKO 5113: Mutterliebe (D 1999)

* Do, 28.06.01, 22.15 Uhr, SWR
Der gerechte Richter (D 2000)
nach der Erzählung von Anna Seghers
Eine Parabel über Gerechtigkeit, Willkür und Macht.

* Sa, 30.06.01, 15.45 Uhr, 3-sat
Eine ungewöhnliche Entführung (Dänemark 1988) 

Das Hörfilm- Service-Telefon des DBSV informiert unter 030 - 21 99 77 11 über die aktuellen Sendetermine.
Hörfilme werden im Zweikanalton ausgestrahlt. Zum Empfang sind Stereogeräte erforderlich. Sie hören die Audiodeskriptions-Tonspur, wenn Sie über Fernbedienung oder Display den 2. Tonkanal anwählen.
Über Satellit können nur die Hörfilme von 3-sat, Arte und BR empfangen werden.
Die Hörfilme von B1, MDR, NDR und SWR sind in der Regel nur im unmittelbaren Sendegebiet zu empfangen.
Ein Info-Blatt mit Hinweisen zum Empfang von Hörfilmen ist beim Projekt HÖRFILM erhältlich.

Fragen, Anregungen und Wünsche richten Sie bitte an die Deutsche Hörfilm gGmbH,
Zietenstr. 25 A, 10783 Berlin,
Tel.: (0 30) 23 55 73 40,
Fax : (0 30) 2 35 57 34 33,
E-Mail: info@hoerfilm.de
Internet: www.hoerfilm.de


Integration:
Der Seh-Arrest

Von Hans-Peter Engel

Am 6. Juni ist Sehbehindertentag. Dann versuchen bundesweit Mitglieder von
Blinden- und Sehbehindertenorganisationen auf die Schwierigkeiten von Menschen
mit Sehproblemen aufmerksam zu machen. Doch wie sieht es in den eigenen Reihen
aus? Werden dort die Sehbehinderten verstanden?

Ich habe manchmal den Eindruck, dass das nicht der Fall ist. Vor allem dann
nicht, wenn man als gesetzlich blind gilt. Immer wieder muss man sich anhören:
"Das siehst du noch?" "Für einen Blinden kannst du aber - noch - ganz gut
sehen." Oder: "Dir müsste man das Blindengeld streichen." Schnell werden dann
einige zu "Universitätsaugenärzten" oder "Verwaltungskapazitäten", die glauben,
sie hätten einen "Betrüger" entlarvt. Dieses "Detektivspiel" scheint auch hin
und wieder einigen haupt- oder ehrenamtlich tätigen Mitstreitern in unseren
Selbsthilfeorganisationen zu gefallen. Dabei sollte gerade dieser Personenkreis
wissen, wie unterschiedlich sich Augenerkrankungen auf das "Sehen" auswirken.
Manch einer hat selbst mehrere Phasen der Erblindung hinter sich. Es scheint
aber schwer zu fallen, sich an vorhergehende Stadien dieses Prozesses zu
erinnern.
Einige meiner "Artgenossen" sind, um den eingangs genannten Bemerkungen aus dem
Wege zu gehen, inzwischen dazu übergegangen, zu sagen: "Ich sehe das nicht",
wenn sie aufgefordert werden, etwas vorzulesen oder zu erspähen. Mit diesem
Verhalten ist sicherlich keinem geholfen. Der schlechter Sehende muss sich nach
einem anderen "Guck-Menschen" umschauen und der, der zuvor die Hilfestellung
abgelehnt hat, muss ständig aufpassen, dass er seine Augen nicht bei nächst
bester Gelegenheit außerhalb des selbst auferlegten "Arrestes" einsetzt.
Mir liegt das verbale Begrenzen meines Sehrestes nicht; denn ich bin
stolz darauf, dass ich es gelernt habe, aus dem mir verbliebenen Augenlicht das
Letzte herauszuholen. Begonnen hat meine "Sehlehre" bereits als kleines Kind.
Eine der ersten Weisheiten meines Vaters, der ebenfalls fast blind war,
lautete: Es gibt nichts, was wir nicht können, bevor wir es nicht versucht
haben. Und damit war bei weitem nicht nur ein Versuch gemeint.
Viele Dinge in meinem Leben habe ich mehrfach ausprobiert, bis ich feststellen
konnte: das klappt - oder das geht nicht. Einiges versuche ich heute noch, so
z. B. den Einsatz von Lupe oder Lesegerät beim Nähen oder Löten.
Im Laufe der Zeit stelle ich immer wieder fest, dass man die Welt nicht nur mit
den Augen erleben und erfahren kann. Der Mensch verfügt über weitere Sinne, die
es ihm ermöglichen, einen nicht oder nicht voll funktionsfähig zu unterstützen
oder zu ersetzen. Hierzu gehören insbesondere das Gehör, der Geruchs- und der
Tastsinn. Weitere Hilfen sind ein gutes Gedächtnis und ein guter
Orientierungssinn.
Da meine Augenkrankheiten vornehmlich die Sehschärfe beeinträchtigen,
sind Farb- und Kontrastsehen fast normal. Dies hilft insbesondere bei
der Orientierung in Gebäuden und im Straßenverkehr.
In einem Buch über alternative Behandlungsmethoden von Augenerkrankungen las
ich vor etwa 20 Jahren, dass man ein Objekt, auf das man zum ersten Mal zugeht,
erst sehr spät erkennt. Hat man es aber einmal aus der Nähe betrachtet, hilft
einem ein "Bildspeicher" im Gehirn, dass Objekt früher wieder zu erkennen. Bei
mir funktioniert's.
Logos von Handelsketten, Tankstellen usw. helfen mir in einer fremden
Umgebung als Orientierungspunkte ebenso, wie auffällig gestrichene
Gebäude. Ähnlich wie ich entwickeln viele "Sehrestler" ein System, das ihnen
hilft, ihren Sehrest so optimal wie möglich zu nutzen. Es ist oft nicht nur
"Sehen", sondern die Kombination verschiedener Sinne.
Hoffentlich kann ich mit meinem Sehen anderen und mir noch lange helfen!

Inhaltsverzeichnis (ohne Frames)