

Hier finden Sie die "Gegenwart" mit ausgewählten Beiträgen im Internet. Es folgt das vollständige Inhaltsverzeichnis. Nur die ausgewählten Beiträge sind verlinkt.
Wer mehr lesen will, der muss
Interview:
Ein Jahr des Alltags
DBSV-Nachrichten:
Alte neue Adresse in Berlin
Blindengeld:
Welche Stellung haben die Blindengeldgesetze im
Rechtssystem?
Medien:
Sprechende TV-Programmzeitschrift
In Kürze:
Hilfsmittelausstellung des VzFB
Hörfilm beim Medienfest in Berlin
www.sgb-IX-umsetzen.de
Erlebnisreise im Dunkeln
Ausstellung und Veranstaltung
Sightcity Frankfurt
REHAB 2003
SEE YOU - eine Tanzperformance
MoDe - Montags-Demo im Sommersemester 2003
Dialog im Dunkeln
Hören, riechen, tasten, schmecken und spüren
IGA 2003 - Erste grüne Weltausstellung am
Meer
Durchblick im Beruf
Konferenz Sinneswandel
Niederdeutsch in Braille
Stiftung Blindenanstalt fördert blinde Berufsmusiker
Richtigstellung
Leserpost:
Frau Maria Steding
Frau Hela Michalski
Frau Ute Wesche
Andrea Zimmermann
Jugend:
Frischer Wind in der Jugendarbeit
Listenleser wissen mehr und reden mit
Mobilität:
Fortbildung für Gespannprüfer
Medizin:
Diabetes und Auge
Im Beruf:
Umstrukturierung in den BFW
BFW Würzburg in München präsent
Sport:
Kegeln
Skat
Tandemfahren
Torball
Triathlon
Elternbriefkasten:
Wenn einer eine Reise tut ...
AURA-Hotels:
AURA-Prospekt erhältlich
Internetcafé in Bad Meinberg
Herbstpläne in Timmendorfer Strand
Aura-Hotel "Ostseeperlen"
Förderverein gegründet
Reisemosaik:
Die Welt mit anderen Augen sehen
AURA per Telefon
BSK und mare nostrum
Dresden blind erleben
Gepäck kein Ballast
HausRheinsberg - Hotel am See
Hören, schmecken, riechen, anfassen
Keine Barrieren im "Inndependence"
Literatur
Rabatte für Mitfahrer und Familien
Reise um die Welt - an einem Tag
Reliefkarten
Segeln auf der "Albatros"
Studienreisen
Urlaub zum Anfassen und Weinseminar
Aus den Ländern:
Baden-Württemberg
Glücksfee zieht großes Los!
Hessen
Sehbehindertenseminar: Für jeden war etwas dabei
Saarland
Seniorentreff in Saarbrücken
Schleswig-Holstein
Kieler Ohrenweide?
Thüringen
Zum Ehrentag bunte Primeln und Gedichte
Persönliches:
Hohe Auszeichnungen für Vorsitzende von DBSV-Landesvereinen
Von der Musik fasziniert
Nachruf für Johann Krauß
Unterwegs:
Schön wär's
Rätsel
Schmunzelecke
Serie:
Der duftende Garten
Kranzschlinge (Stephanotis floribunda)
Anzeigen
An alle Anzeigenkunden
Private Kleinanzeigen
Verkaufe
Suche
Partnersuche
Brieffreundschaft
Verschiedenes
Stellengesuche
Gewerbliche Anzeigen
Beilage: Hörfilm-Forum
Aktuelle Hörfilm-Sendetermine
Mai
Juni
Fragen, Anregungen und Wünsche
Nicht über uns ohne uns
muss auch künftig Leitlinie der Behindertenpolitik über dieses Jahr hinaus sein.
Die Behindertenpolitik soll in Zukunft unter die drei Leitforderungen
In einem Interview, das ich mit dem Beauftragten der Bundesregierung für
die Belange von Menschen mit Behinderungen, Karl Hermann Haack, geführt
habe, erfahren Sie mehr zu aktuellen Fragen. Die dort angesprochenen Themen
werden uns auch in den nächsten Ausgaben begleiten.
Ihr Dr. Thomas Nicolai
Im Gespräch mit DBSV-Präsident Jürgen Lubnau nach der Präsidiumssitzung vom 28.03.2003 in Bonn:
In den jüngsten Wochen stand ja häufig die Finanzsituation
des DBSV auf der Tagesordnung. Was sagen die Zahlen des Jahresabschlusses
2002?
Sie weisen – wie erwartet – einen Fehlbetrag auf. Das war
in der Planung drin. Wir müssen jetzt natürlich die Konsequenzen
auch für das laufende Jahr ziehen. Es wird sicher keinen neuen Haushaltsplan
geben, aber wir werden noch sparsamer mit den vorhandenen Mitteln umgehen
müssen als bislang.
Kann man eine Zahl nennen über das Defizit?
Das sind runde 400.000 Euro. Das hört sich sehr massiv an; es hat
Ausdehnungen gegeben bei den Ausgaben aber auch zum Teil Leistungen, die
vorher nicht eingeplant waren. Wenn wir zum Beispiel an den Einsatz der
Wahlschablonen denken, die etwa 250.000 Euro gekostet haben; die sind
aber voll erstattet worden.
Neulich bekam ich einen Anruf von einer Leserin, die meinte, sie lese
nun viel über die Probleme, die der DBSV hat, aber was tue er eigentlich
für das einzelne Mitglied? Was kann ich ihr antworten?
Das einzelne Mitglied hat natürlich in erster Linie als Ansprechpartner
seinen zuständigen Landesverband oder –verein. Das sind ja
die Mitglieder im DBSV. Die Wirkung für das einzelne Mitglied ist
zum Beispiel zu spüren in der Rechtsberatung, die vom DBSV durchgeführt
wird, das sind die Hilfestellungen, die der DBSV den Landesverbänden
gewährt, wenn es um die Verteidigung der Blindengeldansprüche
geht, das sind nicht zuletzt die Hörfilminitiativen des DBSV.
Im Mai wird der Hörfilmpreis zum zweiten Mal vergeben. Was lässt
sich zu diesem Event sagen?
Es wird den gleichen Schirmherrn wie im letzten Jahr geben: Mario Adorf.
Es wird einen Ausschnitt eines Filmes geben, in dem Mario Adorf mitspielt.
Die Audiodeskriptionsfassung wird voraussichtlich von Iris Berben gesprochen
werden. Es wird wieder bei der Deutschen Bank in Berlin stattfinden.
An welche Gäste ist gedacht?
Es sollen natürlich prominente Leute wieder dabei sein. Es geht darum,
unser Anliegen breit zu streuen; es geht um Politik, um Medienmenschen,
um Künstler, die mit unserem Anliegen vertraut gemacht werden sollen.
Reichlich viel Unruhe gab es um die Schließung des Deutschen Blindenbildungswerkes.
Der Punkt steht auch wieder auf der Tagesordnung beim Verwaltungsrat.
Worüber wird man dort sprechen? Gibt es neue Erkenntnisse?
Letztlich geht es aus unserer Sicht darum, zu berichten, was in den letzten
Monaten geschehen ist, dass formale Beschlüsse gefasst worden sind,
die Auflösung des DBBW betreffend. Es gibt Initiativen, ein Angebot
fortzusetzen. Im Augenblick konzentrieren sich diese – soweit wir
wissen – hauptsächlich auf den südwestdeutschen Raum.
Konkret werden wir als DBSV auch erst auf der Verwaltungsratssitzung etwas
darüber erfahren können.
Vor der Tür steht der Umzug des DBSV von Bonn nach Berlin. Wann
wird er erfolgen? Und mit welcher Mannschaft wird die Geschäftsstelle
in Berlin ihre Arbeit antreten?
Der Umzug wird zum 01.07.2003 erfolgen. Die Räume sind angemietet
worden. Die Leserinnen und Leser der „Gegenwart“ werden die
Adresse kennen; es ist nämlich die der bisherigen Außenstelle.
Wir haben dort weitere Räume angemietet. Über die Mannschaft
lässt sich im Augenblick sehr viel noch nicht sagen. Gespräche
mit den Mitarbeitern in Bonn sind im Gange. Es zeichnet sich ab, dass
viele aus persönlichen Gründen nicht nach Berlin mitgehen werden.
Es gibt einen Stamm in Berlin, die Abteilung Verbandskommunikation und
der Referent für internationale Fragen Hans Kaltwasser. Drumherum
muss sicher ein neues Team aufgebaut werden.
Noch zum internationalen Bereich; welche Entwicklung gibt es dort?
Der Schwerpunkt der internationalen Arbeit ist die Generalversammlung
der Europäischen Blindenunion in Athen. Der DBSV hat seine Delegierten
benannt: Vizepräsidentin Renate Reymann und Helga Neumann, die ja
auch die Interessen der blinden und sehbehinderten Frauen vertreten wird.
Der Generalversammlung wird wieder ein Frauenforum vorausgehen.
Die Kommissionsarbeit wird nach der Generalversammlung neue Akzente bekommen.
Es steht zu erwarten, dass der derzeitige Präsident, Sir John Wall,
nicht wieder kandidieren wird. Es geht um seine Nachfolge. Wir überlegen,
ob ein deutscher Kandidat benannt werden soll. Das muss man sich natürlich
auch gut überlegen; das bringt ja auch Verpflichtungen für den
Verband.
Zum Schluss zu den beiden nationalen Aktionstagen Sehbehindertentag und
Tag des weißen Stockes, eingebettet in die Woche des Sehens. Wie
weit sind hier die Vorbereitungen?
Die Woche des Sehens wird zum zweiten Mal in dieser Form durchgeführt
werden, in Zusammenarbeit mit der Christoffel-Blindenmission, mit dem
DVBS. Welche weiteren Organisationen sich beteiligen werden, das wird
sich noch herausstellen. Der Schwerpunkt wird in diesem Jahr im Osten
Deutschlands liegen.
Und wir hoffen ja, dass wir unsere Schwerpunkte – Lesen, Fernsehen,
Surfen im Internet – können Blinde auch!?, dort mit rüberbringen?
Das ist ein wesentliches Anliegen. Wir haben im vorigen Jahr auch unsere
Anliegen zum Tag des weißen Stockes transportieren können.
Eine Gemeinschaftsaktion macht ja auch nur Sinn, wenn Interessen aller
dabei gut zum Zuge kommen.
Lass mich noch ein Wort zum Blindengeld sagen. Das ist ja eine Angelegenheit,
die immer wieder heftig diskutiert wird. Und es gibt ja angesichts der
Probleme in den Haushalten immer wieder Sorgen, dass über Streichungen,
über Kürzungen diskutiert wird. Der DBSV und der DVBS haben
eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingesetzt, die den Landesverbänden
helfen will, diese Schwierigkeiten zu überstehen, Kürzungen,
Streichungen zu vermeiden bzw. zu begrenzen. Wir wollen mit dieser Arbeitsgruppe
nicht nur in akuten Fällen helfen, sondern auch langfristiger Hilfestellung
geben, sodass man auch schon im Vorfeld Dinge begrenzen kann und nicht
erst einen Brand löschen muss, sondern vorbeugenden Brandschutz betreiben
kann.
Noch kurz zum Sehbehindertentag; hier geht es ja um Reisen. Die Zielgruppe
ist diesmal doch eher nicht die Gesamtbevölkerung, sondern vor allem
Reiseveranstalter...
Die sollen natürlich schwerpunktmäßig angesprochen werden:
Reiseveranstalter, Hotels, Transportunternehmen. Da gilt es, Verständnis
zu wecken und diesen Tag zu nutzen, auf die Probleme sehbehinderter Menschen
aufmerksam zu machen.
Vielen Dank. Wir sprechen nach dem Verwaltungsrat im Mai erneut; sicher mit neuen Fakten, neuen Erkenntnissen über die Arbeit im DBSV und seinen Landesvereinen.
Herford, 21.6., 11 bis 17 Uhr Veranstaltungsort: "Haus unter den Linden" Unter den Linden 12 32052 Herford.
Nähere Informationen: Tel.: (05 11) 9 54 65-0.
Im Rahmen von GAGA 3 - Medienfest zum Thema Behinderung wird der Spielfilm "Fahr zur Hölle Schwester" mit Hannelore Elsner und Iris Berben in den Hauptrollen als Hörfilm präsentiert:
Eiszeit Kino
Zeughofstr.20
10997 Berlin
Tel.: (0 30) 6 11 60 16
9.5., 22.00 Uhr, 14.5., 22.15 Uhr
Weitere Informationen bei
EYZ Kino GbR
Andreas Wildfang
Tel.: (0 30) 24 31 30 30
www.gaga-filmfest.de
Nähere Informationen unter Tel.: (02 51) 98 16 48 4.
Die Landesarbeitsgemeinschaft Hilfe für behinderte Menschen Berlin
e.V. (LAGH) wird unter dem Motto "Für eine Welt ohne Barrieren" am
5.5. eine Ausstellung und eine Veranstaltung durchführen. Die Ausstellung
findet in der Zeit von
10 bis 20 Uhr, im Wappensaal, die Veranstaltung von 16 bis 20 Uhr im Festsaal
des Roten Rathauses Berlin, statt.
Nähere Informationen bei der
LAGH
Rungestr. 3-6
10179 Berlin
Tel.: (0 30) 27 59 25 25
E-Mail: Lagh.Berlin@t-online.de
Internet: www.lagh-berlin.de.
Vom 22. bis 24.5. findet auf dem im Sheraton Airport Hotel, die "sightcity Frankfurt", eine Messe für Blinden- und Sehbehindertenhilfsmittel, statt.
Nähere Informationen bei
Blista Brailletec gGmbH
Tel.: (07 11) 6 66 03-0 oder (0 74 51) 55 46 10
Internet: www.sightcity.de
Vom 7. bis 10.5. findet die 12. Internationale Fachmesse für Rehabilitation, Pflege und Integration in Karlruhe statt.
Nähere Informationen unter
Tel.: (02 31) 6 90 35 64 oder
E-Mail: henn-press@aol.com
Lara Kugelmann begibt sich in ihrer Tanzperformance "See You" gemeinsam mit blinden und sehenden Tänzern auf der Suche nach Verdunkelung in unserer medial erleuchteten Welt. Ausgehend von Lara Kugelmanns intensiver Beschäftigung mit dem Thema "Blindheit" hat man sich entschieden, über die Tanzperformance hinaus einen oder mehrere Schritte in "Blinde Welten" zu wagen.
Nächste Termine: Theatrale, Halle, 13./14.5. 20.30 Uhr
Schaubühne Lindenfels Leipzig, 16.5. 22 Uhr, 17.5. 19 Uhr
Dock 11, Berlin 23.,24., 25.5. 20.30 Uhr.
Nähere Informationen
Schaubühne Lindenfels Leipzig
Karl-Heine Str.50, 04229 Leipzig
Tel.: (03 41) 48 46 20,
E-Mail: service@schaubuehne.com
Das Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS) setzt seine Reihe
der MoDe - Montags-Demo weiter fort.
Am 19.5. "Sehbehinderung - die vielfältigen Einschränkungen
der Sehfähigkeit aus augenärztlicher Sicht",
16.6. "Wissenschaftliche Texte und mathematische Formeln für Blinde:
Die Arbeit des SZS und die Diskussion in der Forschung", 21.7. "Grafiken
und bildliche Darstellungen - Möglichkeiten und Grenzen der Zugänglichkeit
für Blinde".
Nähere Informationen beim SZS:
Andrea Gall
Engesserstr.4
76128 Karlsruhe
Tel.: (07 21) 6 08 48 88
E-Mail: gaal@szs.uni-karlsruhe.de
Internet: www.szs.uni-karlsruhe.de
Noch bis 22.6. findet die Erlebnisausstellung Dialog im Dunkeln in Prien am Chiemsee statt. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 9.00 bis 18.00 Uhr. Jeden Freitag ab 19.10 Uhr gibt es ein "Dinner in the Dark", ein 4-Gänge-Menü inkl. Begrüßungscocktail.
Nähere Informationen unter der Tickethotline (0 80 51) 96 19 49 oder
Kur- und Tourismusbüro Prien am Chiemsee
Alte Rathausstr. 11
83209 Prien am Chiemsee
Tel.: (0 80 51) 69 05-0
E-Mail: info@tourismus.prien.de
Internet: www.tourismus.prien.de
Das Bomann-Museum bietet ab dem 6.6. eine Führung, speziell für
Blinde und Sehbehinderte Besucher an. Die Führung steht unter dem Thema
"Leben und Arbeiten in Celle und Umgebung".
An fünf Stationen erfahren die Besucher etwas über
Celle, das Königreich Hannover und Kaiser Wilhelm II, der Weg eines
Bäckergesellen zum Großunternehmer wird beschrieben, die Stellmacher-
und die Schmiedewerkstatt u.v.m.
Nähere Informationen beim
Bomann-Museum
Herrn Uwe Rautenberg
Schlossplatz 7
29221 Celle
Tel.: (0 51 41) 1 25 39
E-Mail: uwe.rautenberg@celle.de
Die internationale Gartenausstellung ist vom 25.4. bis 12.10. in Rostock zu erleben. Über das 100 ha große Ausstellungsgelände führt ein ausgeschilderter, barrierefreier Rundgang. Alle Informationstafeln sind sehbehindertenfreundlich in Großschrift gehalten. Brücken und Stege durchziehen das gesamte Gelände, führen durch naturbelassene Areale, Schilflandschaften sowie Kräuter- und Bienengärten. Einen Überblick aus luftiger Höhe verschafft die Seilbahn, mit der man ca. 15 Minuten unterwegs ist.
Nähere Informationen unter der Servicehotline (0 18 05) 44 24 41.
Am 21.5. findet eine Fachtagung zum o.g. Thema statt. In Kooperation zwischen dem Berufsförderungswerk Hamburg GmbH, dem Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V., der Universität Hamburg und der Universität Halle wird diese Veranstaltung durchgeführt.
Nähere Informationen unter
Tel.: (0 40) 6 45 81-12 92 oder
E-Mail: kissler@bfw-hamburg.de
Diese findet am 22. und 23.5. im Behindertenwerk Spremberg e.V. (BWS) aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Frühförderung in dieser Einrichtung statt. Experten aus Forschung und Praxis sind im Dialog mit Eltern sinnesbehinderter Kinder.
Nähere Informationen und Anmeldung bei
BWS
Wiesenweg 58
03130 Spremberg
Tel.: (0 35 63) 34 22 90
E-Mail: info@bws-spremberg.de
Internet: www.bws-spremberg.de
Ein kostenloses Probeheft der "Quickborn Zeitschrift für niederdeutsche Sprache und Literatur" ist jetzt in Blindenschrift erhältlich. Die Zeitschrift enthält einen Querschnitt durch Lyrik, Prosa und aktueller Information in und über die niederdeutsche Sprache. Bei genügendem Interesse soll sie viermal jährlich erscheinen.
Weitere Informationen erhalten Sie bei
Regine Planer-Regis
Tel.: (0 45 44) 14 58
oder per
E-Mail: regine@regissoftware.de
Seit einigen Jahren hat die Stiftung Blindenanstalt Frankfurt am Main sich
zum Ziel gesetzt, Blinde und Sehbehinderte im musikalischen Bereich zu fördern.
Bezog sich diese Förderung bisher nur auf den privaten
Bereich, soll jetzt auch der berufliche Bereich mit einbezogen werden. Geplant
ist, geeigneten Blinden und Sehbehinderten die Möglichkeit zu bieten,
mit Musik ein adäquates Einkommen zu verdienen, um ihren Lebensunterhalt
zu bestreiten und ein unabhängiges Leben zu führen.
Derzeit wird eine Gruppe von Musikern aufgebaut, die ein musikalisches
Repertoire für verschiedenste Anlässe einstudiert.
Das musikalische Spektrum reicht von klassischer Musik über
Tanzmusik, Jazz und Rock.
Zum weiteren Aufbau der Gruppe suchen wir blinde oder sehbehinderte
Musiker, die mindestens eines der folgenden Instrumente spielen: Blasinstrument,
Tasteninstrument, Akkordeon, Gitarre und andere Saiteninstrumente.
Nähere Auskünfte bei
Direktor F.J. Esch
Stiftung Blindenanstalt Frankfurt am Main
Adlerflychtstr. 8
60318 Frankfurt
Tel.: (0 69) 9 55 12 40
E-Mail: info@stiftung-blindenanstalt.de
Ist für Sie das Europäische Jahr der Menschen mit Behinderungen
(EJMB) ein Jahr der Bilanz oder ein Jahr der Aufgabenstellung?
Für mich ist es ein Jahr des Alltags. Dabei verfolgen wir das Ziel,
dieses Thema in der öffentlichen Diskussion noch mehr nach vorne zu
bringen. Wir haben von 1998 ja grundsätzliche Gesetze verabschiedet
und einen Paradigmenwechsel vollzogen. Die Gesetze stehen auf dem Papier;
sie müssen jetzt mit Alltagsleben erfüllt werden. Insofern ist
uns das Jahr recht, jetzt noch einmal eine gemeinsame Initiative zu gestalten.
Die Eröffnungsveranstaltung in Magdeburg war dazu ein Aufbruch.
Warum ist so ein Jahr überhaupt notwendig?
Die Mediengesellschaft bedarf eines Themas, welches 12 Monate lang stringent
bearbeitet wird. Im UNO Jahr 1981 wurde über die Menschen mit Behinderungen
geredet. Jetzt lautet das Motto "Nichts über uns ohne uns".
Und dies ist sichtbar geworden in Magdeburg. Die Menschen mit Behinderungen,
die die Bewegung mit uns vorangebracht haben, gestalteten repräsentativ
das Programm und legten ihre Probleme dar - im Arbeitsmarkt, im alltäglichen
Leben, beim Reisen, in der Arbeitsassistenz, mit dem persönlichen Budget
usw.
Wird da mit einer Stimme gesprochen?
Wir hatten 1998, als ich mein Amt antrat, eine schwierige Lage vorgefunden.
Zum einen wurde nicht akzeptiert, dass ein Behindertenbeauftragter nicht
behindert ist und aus dem parlamentarischen Bereich kommt.
Aufseiten der Verbände gibt es die traditionellen Verbände wie
die Diakonie, das Rote Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Lebenshilfe,
die den etwas konservativen Teil repräsentieren.
Andererseits gibt es noch die Bewegung, die sich um ISL gruppiert und die
amerikanische Linie vertritt. Es ist uns in gemeinsamer Anstrengung in relativ
kurzer Zeit gelungen, diese Strömungen zu einer Einheit zusammenzuführen.
Die Zersplitterung gibt es heute nicht mehr. Die divergierenden Interessen
werden zu gemeinsamen Schnittmengen organisiert. Mein Wille ist jetzt, diese
strategische Allianz, die zwischen einem Teil der Politik und den Betroffenenorganisationen
zu einer Arbeitseinheit umzuformieren, damit wir das, was in Gesetzen formuliert
ist, im Alltag auch wiederfinden.
Das Behindertengleichstellungsgesetz brachte ja das "Zauberwort"
Zielvereinbarungen hervor. Ist die erste bereits in Sicht?
Es gibt eine Zielvereinbarung des Verbandes der Ersatzkrankenkassen über
Barrierefreiheit in ihren Geschäftsstellen.
Der Deutsche Behindertenrat ist dabei, sich über eine Musterzielvereinbarung
zu verständigen. Mir geht das zu langsam, aber ich habe das nicht zu
kritisieren. Ich habe hier vom Haus aus zwei Projekte in Angriff genommen:
Wir wollen mit der Deutschen Bahn eine Mobilitätskette organisieren.
Das hat zunächst nichts mit einer Zielvereinbarung zu tun. Wenn es
in eine solche aber hineinmündet, würde ich mich freuen. Wir wollen
erreichen, dass mobilitätseingeschränkten Menschen, dazu kann
man beispielsweise auch eine Familie mit Koffern und vielen Kindern zählen,
ein Angebot unterbreitet wird: Wie komme ich von der Hausadresse A zur Hausadresse
B?
Das zweite Projekt soll eine Konferenz auf dem Frankfurter Flughafen mit
allen Luftfahrtgesellschaften und Flughäfen der Bundesrepublik sein;
Thema "Mobiles Fliegen", denn auch der Betreuungsbedarf auf Flughäfen
hat sich in den letzten fünf sechs Jahren verdoppelt.
Viele blinde und sehbehinderte Menschen haben vom SGB IX erwartet, dass
sie nun einen Kostenträger finden, der ihre Rehabilitation zur Bewältigung
des Alltags finanziert. Welche Möglichkeiten sehen Sie, das Gesetz
diesbezüglich mit Leben zu erfüllen?
Wir haben einen Rechtsanspruch auf einen individuellen Eingliederungsplan
durchgesetzt. Die Altersrehabilitation Sehen hat das Problem, dass es da
bisher überhaupt keine Leitlinie gibt. Wir werden alle älter,
unsere Sehkraft lässt nach. Jetzt müsste es eine Vereinbarung
für eine Leitlinie zwischen den großen Organisationen auf der
einen Seite und den Rehabilitationsträgern auf der anderen Seite geben,
um daraus ein therapeutisches Konzept oder ein Behandlungskonzept zu entwickeln:
Wie gehe ich um mit Sehschwächen im Alter, die immer stärker werden?
Ich habe das nicht zu kritisieren, aber man ist da wohl noch nicht so weit.
Dann gibt es sechs Rehabilitationsträger, die ein institutionelles
historisches Selbstverständnis haben und aus ihrem Denken heraus das
SGB IX nicht wollen. Das hat etwas mit struktureller Gewalt zu tun. Es kann
nicht sein, dass wir wieder auf einem Verschiebebahnhof landen, der zu Lasten
der Betroffenen organisiert wird.
Ich glaube, dass der Umbau des Sozialstaates nicht ausschließlich
ein fiskalisches Problem ist, sondern auch ein Akzeptanzproblem. Die Dienstleistung
folgt dem Menschen und nicht der Mensch der Dienstleistung. Die ständestaatliche
Verfasstheit unserer sozialen Sicherung steht einer chancengleichen Inanspruchnahme
von sozialen Leistungen entgegen. Hier gilt es den Tabubruch zu organisieren.
Wie können Sie diesen Prozess beeinflussen? Und wo können Sie
auf den Tisch klopfen und sagen: Auch nicht ohne mich?
Viele stellen sich vor, dass der Behindertenbeauftragte so ein Erzengel
Gabriel wäre, der mit Feuer und Schwert die Verhältnisse ändert.
Das ist natürlich nicht der Fall. Wir haben drei Ebenen, die organisiert
werden müssen: erstens die staatsferne Sozialverwaltung. Wenn die BfA
nicht will, kann sie nicht gezwungen werden, ihr Alltagsverhalten zu verändern.
Gleiches gilt auch für Krankenversicherung, Sozialhilfe und Jugendhilfe.
Ein zweites Widerlager ist der Föderalismus; hier erinnere ich einmal
an das Thema Blindengeld. Der Beauftragte kann Kürzungen kritisch zur
Kenntnis nehmen und kann protestierende Briefe schreiben; er kann aber nicht
zu jedem Arbeits- und Sozialminister gehen, ihn an der Krawatte packen,
damit er sein Verhalten ändert.
Die dritte Ebene ist das Verbändestaatswesen, in dem die großen
Verbände auch ihr Eigenleben führen.
Diese drei Konstanten muss man als gegeben nehmen, und man muss dann versuchen,
sie in einem kommunikativen Prozess zu gemeinsamen Schnittmengen zu führen.
Das ist meine Aufgabe.
Das Blindengeld haben Sie angesprochen. Sind Kürzungen nicht die falschen
Signale, gerade im Europäischen Jahr?
Da haben Sie recht, das passt überhaupt nicht zum Geist des Europäischen
Jahres und zum Paradigmenwechsel in der Politik für Menschen mit Behinderungen.
Es hängt damit zusammen, dass in den letzten 10 bis 15 Jahren Sozialpolitiker
in den Verbänden, aber auch auf den politischen Ebenen durch die neoliberale
Wirtschaftsphilosophie in die Defensive gedrängt worden sind - Entstaatlichung,
keine Etatisierung, keine Alimentation - all das sei angeblich des Teufels.
Die Sozialpolitiker haben kein plausibles Gegenmodell erarbeitet, deshalb
agieren Sozialpolitiker heute aus der Defensive heraus.
Das SGB IX ist daher bewusst als ein Gegengewicht gegen den Reduktionismus
von sozialpolitischen Fragestellungen auf rein fiskalische Angelegenheiten
konzipiert worden.
(Das Gespräch führte Dr. Thomas Nicolai; Kassetten- und DAISY-Version
Originalton.)
Die Stellung der Blindengeldgesetze im Rechtssystem ist für ihre Anwendung, aber auch für ihren Bestandsschutz von praktischer Bedeutung.
Die Antwort lässt sich aus der Zweckbestimmung des Blindengeldes herleiten.
Aus ihr ergibt sich, dass es sich um eine Sozialleistung handelt, dass wir
es also mit Sozialrecht zu tun haben. Sozialrecht ist nämlich nicht
nur das, was im Sozialgesetzbuch steht. Zum Sozialrecht im materiellen Sinn
gehören auch alle anderen Leistungen, die ihrer Zweckbestimmung nach
für Chancen- und Bedarfsgerechtigkeit sorgen sollen. Das Sozialrecht
dient nämlich in besonderem Maße der Verwirklichung des in Art.
20 Abs. 1 und 28 Abs. 1 Satz 1 unseres Grundgesetzes verankerten Sozialstaatsprinzips.
Die beiden Hauptziele des Sozialstaates sind soziale Gerechtigkeit und soziale
Sicherheit. Dazu gehören:
- die Gewährung des Existenzminimums und elementarer personaler Dienste
(Erziehung, Betreuung, Pflege),
- Minderung und Kontrolle von Abhängigkeiten,
- Ausgleich von Wohlstandsunterschieden,
- Sicherung des Lebensstandards gegen wesentliche ökonomische
Verschlechterungen,
- Ausgestaltung der Rechtsordnung dahin, dass der Einzelne nicht
Objekt der staatlichen Sozialpolitik, sondern Träger von Rechten
ist, die auf Teilhabe an der vom Staat geleisteten sozialen
Förderung und Sicherheit gerichtet sind (vgl. dazu auch § 1 des
ersten Buches des Sozialgesetzbuches).
Dass die Blindengeldgesetze zum Sozialrecht gehören, zeigt sich auch
daran, dass in allen Landesgesetzen mit Ausnahme derjenigen für Baden-Württemberg,
Hamburg und Hessen das erste Buch des Sozialgesetzbuches (SGB I - allgemeiner
Teil) und das zehnte Buch des Sozialgesetzbuches (SGB X - Sozialverwaltungsverfahren
und Sozialdatenschutz) für anwendbar erklärt werden.
Die Einordnung als Sozialrecht ist wichtig nicht nur für die Auslegung
der Gesetzesbestimmungen, sondern auch für die Frage, unter welchen
Voraussetzungen und in welchem Umfang in das Blindengeldrecht eingegriffen
werden darf.
Üblicherweise wird das Sozialrecht in vier Bereiche aufgeteilt:
1. Das Recht der Sozialen Sicherheit. Das ist der Bereich der Sozialversicherungen.
Hierher gehören die gesetzliche Kranken-, Unfall, Arbeitslosen-, Renten-
und die soziale Pflegeversicherung. Ein allgemeines Lebensrisiko soll durch
die Versichertengemeinschaft abgedeckt werden. Deshalb werden diese Versicherungen
überwiegend durch Beiträge finanziert. Für die Leistungen
kommt es auf den Grund des Bedarfes an. Wer z. B. sein Augenlicht infolge
eines Berufsunfalls einbüßt, erhält aus diesem Grund Entschädigungsleistungen
aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Dazu gehören auch Leistungen
zum Ausgleich der durch die Erblindung bedingten Mehraufwendungen und Nachteile.
2. Das Recht der sozialen Entschädigung. In den einschlägigen
Gesetzen wird die Entschädigung von Kriegs-, Wehrdienst- oder Zivildienstopfern,
von Impfgeschädigten oder von Opfern eines Gewaltverbrechens geregelt.
Entschädigungsgrund ist ein Sonderopfer, das durch Schadensersatz ausgeglichen
werden soll. Die Leistungen werden aus Steuermitteln finanziert. Ist die
Erblindung z. B. durch Kriegseinwirkungen, durch einen Impfschaden oder
durch eine Gewalttat verursacht worden, werden neben der Entschädigung
auch die Leistungen zum Ausgleich der blindheitsbedingten Mehraufwendungen
und Nachteile im Rahmen des jeweils einschlägigen Entschädigungsgesetzes
erbracht.
3. Soziale Fürsorge. Die Aufgabe dieses Zweiges ist die Existenzsicherung,
wenn dafür eigene Mittel oder Mittel vorrangig Verpflichteter, wie
z. B. zum Unterhalt verpflichteter Angehöriger nicht zur Verfügung
stehen. Die Leistungen werden zur Abwehr konkreter Notlagen gewährt.
Sie sind deshalb subsidiär und werden in der Regel als Ermessensleistungen
nach dem individuellen Bedarf zugemessen. Es handelt sich um das soziale
Auffangnetz, also im Wesentlichen um die Hilfe zum Lebensunterhalt nach
dem Bundessozialhilfegesetz oder um die soziale Grundsicherung nach dem
Gesetz über eine bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei
Erwerbsminderung. Die Leistungen werden aus Steuermitteln finanziert.
4. Das Recht der sozialen Förderung. Hierher zählen die Gesetze,
die Benachteiligungen ausgleichen und Chancengleichheit herstellen sollen.
Die Problemlagen sind gesellschaftlich oder schicksalhaft bedingt. Als Beispiele
sind der Familienlastenausgleich (Kindergeld, Erziehungsgeld), die Ausbildungs-
und Berufsförderung und die Wohnungsförderung zu nennen. Der alleinige
Einsatz eigener Mittel zur Befriedigung der Bedürfnisse in diesem Bereich
würde eine unzumutbare Benachteiligung mit sich bringen und die Teilhabe
am Gemeinschaftsleben erschweren. Die im Rahmen der sozialen Förderung
vorgenommene "Umverteilung" zugunsten benachteiligter Kreise wird
aus Steuermitteln finanziert.
Aus der Zweckbestimmung ergibt sich, dass das Blindengeld nach den Landesblindengeldgesetzen
aber auch die Blindenhilfe nach § 67 BSHG dem Bereich der sozialen
Förderung zuzurechnen sind.
Leistungen der sozialen Förderung dienen in besonderem Maße der
sozialen Gerechtigkeit. Es darf nicht übersehen werden, dass Kürzungen
oder gar die Beseitigung von Leistungen auf diesem Gebiet die Betroffenen
doppelt belasten.
Anmerkung: Vgl. dazu im Einzelnen mit zahlreichen Quellennachweisen das
zweite Kapitel im zweiten Teil meiner Dissertation mit dem Titel: "Die
Entwicklung und Bedeutung der öffentlich-rechtlichen Blindengeldleistungen
als Sozialleistung". Sie ist bei Duncker & Humblot in Berlin erschienen.
Dr. Herbert Demmel
Der Verein zur Förderung der Blindenbildung gegründet 1876 e.V.
(VzFB) plant, ab Juni 2003 eine sprechende TV-Programmzeitschrift für
Blinde und Sehbehinderte herauszugeben.
Mit dieser Zeitschrift auf Basis der neuen DATASOUND( Technologie wird Betroffenen
eine einfache Möglichkeit an die Hand gegeben, sich schnell und umfangreich
über das aktuelle TV-Programm zu informieren. Das Konzept der Zeitschrift
entstand in enger Zusammenarbeit mit Blinden und Sehbehinderten und spiegelt
deren Wünsche und Anregungen im Hinblick auf eine Alternative zu den
vorhandenen Möglichkeiten, sich über das aktuelle TV-Programm
zu informieren, wider.
Die Zeitschrift wird alle 14 Tage erscheinen und auf jeweils knapp 100 Seiten
über 1.000 sogenannte DATASOUND Strips beinhalten, auf denen das eingesprochene
TV-Programm (inklusive ShowView-Kennzahlen zur Videorekorderprogrammierung
für Spielfilme) für die von Blinden und Sehbehinderten am häufigsten
genutzten 23 Kanäle (10 Haupt-, 9 Regional- und 4 Spartensender) abgelegt
ist. Insgesamt werden ca. 8 Stunden Programmhinweise in natürlicher
Sprache kodiert.
Die einfache und logische Struktur der Zeitschrift ermöglicht Blinden
und Sehbehinderten ein schnelles und gezieltes Zugreifen auf die Inhalte.
Die einzelnen DATASOUND Strips sind hierbei sowohl durch Braille-Punkte
als auch durch einen fett gedruckten Rahmen gekennzeichnet. Auf jeder Seite
sind zusätzlich die Tage, Sendeanstalten und Hinweise auf Hörfilme
in Großbuchstaben aufgedruckt bzw. mittels Prägedruck in Braille
kodiert.
Die sprechende Programmzeitschrift und auch das dafür erforderliche
Lesegerät können direkt über den VzFB (http://www.vzfb.de)
bezogen werden.
Markus Deckert
Verreisen mit Kindern ist ein Kapitel für sich. So sehr man sich auf den Urlaub freut, die Angst vor einer komplizierten An- und Abreise kann die Vorfreude trüben:
Gut vorstellbar, das man noch mehr Probleme sieht, wenn einer aus der Familie
blind ist. Bekanntlich führen viele Wege nach Rom: Bus, Bahn, Auto, Flugzeug
(alternative Reisepläne seien hier einmal ausgenommen). Wenn es um das
Gepäck geht, und das hat man mit Kindern ja immer reichlich, ist das
Auto sicher die bequemste Art zu reisen. Man kann von Haus zu Haus fahren
und auch zumindest die Abfahrtszeit selbst bestimmen. Gerade mit Kindern,
ob nun sehend oder blind bietet das Reisen mit der Eisenbahn aber oft entscheidende
Vorteile - man hat Platz und auch mal als ganze Familie Zeit für einander.
Kinder, und nicht wenige Erwachsene, sind oft begeistert davon, was es unterwegs
und in den Bahnhöfen alles zu sehen gibt. Über die Modelleisenbahn
ist diese Erlebniswelt auch für blinde Kinder leicht erfahrbar. Auch
die Landschaft, Orte, die Kühe auf der Wiese, sind oft besser zu beobachten.
Für sehbehinderte Kinder, bei denen jeder visuell aufgenommene Reiz doppelt
wertvoll erscheint, ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt. Die Platzreservierung
ist meist kein Problem, man kann dort nicht nur Raucher und Nichtraucher angeben,
sondern auch, ob man einen Tisch möchte, was sich für Reisen mit
Kindern als günstig erweist. Für schwerbehinderte Reisende mit dem
Merkzeichen "H" im Ausweis sowie für deren Begleitung ist die
Reservierung kostenlos. In den meisten ICE-Zügen gibt es ein Spiel- oder
Kinderabteil. Erwachsene mit einem Anspruch auf Begleitung können von
Kindern ab vier Jahren begleitet werden. Umsteigehilfen über den Mobilitätsservice
oder durch die Bahnhofsmission können für blinde oder sehbehinderte
Eltern sehr hilfreich sein.
Für die gesamte Reise ist ein ausreichender Zeitplan wichtig. Darum,
ruhig auch einen Anschlusszug später einplanen. Vielleicht sogar einen
Zwischenbesuch bei Freunden machen. Das Abenteuer für die Kinder, einmal
nachts mit dem Zug zu fahren, ist ein guter Urlaubsstart. In Verbindung mit
einer Fahrkarte gibt es einen Gepäckkurierdienst. Zu Hause wird das Gepäck
von einem Bahn-Mitarbeiter abgeholt und man kann es direkt im Haus am Urlaubsort
wieder in Empfang nehmen.
Mit dem Flugzeug reist es sich bequem und schnell fast in die ganze Welt.
Man erspart sich viel Schlepperei mit dem Gepäck und bekommt auch jede
Menge Hilfe. Nachteil für behinderte Eltern: wenn man nicht die Hilfe
Dritter in Anspruch nehmen will, muss man sich auf jedem Flughafen neu orientieren
und das fällt, meist schwerer als auf einem Bahnhof. Es kann durchaus
knapp zum nächsten Flug werden. Im Flugzeug selbst ist der Service meist
vorbildlich, den Kindern wird oft besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Allerdings
sollte man sich schon vorher klar machen, dass man sein Kind die ganze Flugzeit
am Platz halten muss. Wenn man als Mutter oder Vater selbst behindert ist
oder ein behindertes Kind hat, lohnt der Urlaub im "Südlichen Paradies"
nicht die vielen Mehrfachbelastungen.
Wenn möglich, sollte man sich schon vor der Urlaubsreise einen Tag Ruhe
gönnen. Nichts ist aufreibender, als gestresst mit Kindern auf Reisen
zu gehen.
In einer der nächsten Folgen des "Elternbriefkastens" werden
wir darüber sprechen, wie man sich in Bahn, Auto oder Flugzeug, die lange
Reise recht angenehm vertreiben kann.
Susanne Siems
Nachbemerkung der Redaktion: Zahlreiche Leser begrüßten den Neustart
des "Elternbriefkasten", und viele freuen sich, dass diese Serie,
die in den 80er Jahren so erfolgreich in der "Gegenwart" lief, nun
wieder in unserem Magazin zu finden ist. Themenvorschläge sind willkommen.
Die meisten Menschen nennen als eines ihrer Hobbys das Reisen.
Sehbehinderte und Blinde machen da keine Ausnahme.
Da Reisen gern aber in direktem Zusammenhang mit Spaß, Erholung,
Bildung und Erlebnissen betrachtet wird, müssen die Bedingungen für
ein angenehmes Reisen auch stimmen.
Der DBSV wird in diesem Jahr den Sehbehindertentag am 06.06.
nutzen, um auf spezielle Bedürfnisse und Probleme von Menschen mit
Sehproblemen aufmerksam zu machen. Unser kleines Reisemosaik kann nur einige
wenige Anregungen geben:
Urlaub in einem AURA-Hotel oder in einer AURA-Pension führt in jedem
Fall in eine landschaftlich reizvolle Gegend. Und blind oder sehbehindert
zu sein, ist dort alltäglich. Per Telefon wird man viel über die
Angebote der einzelnen Häuser erfahren können. Deshalb veröffentlichen
wir nachstehend die Rufnummern der 9 Häuser.
Finden Sie selbst heraus, welche zu welchem gehört oder rufen Sie einfach
mal dort an, wo Sie noch nie waren. wählen Sie eine der nachstehenden
Rufnummern und ein AURA-Hotel oder eine AURA-Pension wird sich melden:
(0 45 03) 60 02-0
(03 88 25) 37 00
(0 88 45) 99-0
(03 62 53) 3 05-0
(0 26 80) 95 10-0
(03 73 83) 8 34 01
(0 39 43) 26 21-0
(0 52 34) 9 04-0
(0 55 22) 5 00 80
Zwei Spezialisten auf dem Gebiet "Reisen für Menschen mit Behinderungen"
präsentieren erstmals 2003 ihre Angebote in einem gemeinsamen Katalog.
Der Reiseservice des BSK (Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter)
organisiert bereits seit über 30 Jahren barrierefreie Reisen und vermittelt
Hotels und Pensionen für individuelle Ferien an leicht erreichbaren
europäischen Zielen.
Beim Reiseveranstalter mare nostrum liegt der Schwerpunkt auf anspruchsvollen
Pauschalreisen rund um den Globus.
Kataloge und Informationen bei BSK-Reiseservice, Postfach 20,
74236 Krautheim/Jagst,
Tel.: (0 62 94) 6 83 04,
E-Mail: reiseservice@bsk-ev.de
Internet: www.bsk-ev.de
In einer aufwendig vorbereiteten Individualführung lernt der blinde
und sehbehinderte Gast mit seinem sehenden Begleiter Dresden kennen. Obwohl
die Gästeführerin sich auf den Sehbehinderten konzentriert und
ihm neben ihren bildhaften Erläuterungen viele interessante Eindrücke
und Erlebnisse vermittelt. Ausgewählte Objekte ertasten, erproben,
dabei seinen Körper nach eigenem Ermessen und Zutrauen einsetzen, innere
Bilder formen, fragen, verweilen, auch ausschweifen, wenn er möchte
und sein eigenes Wissen in die Führung einbringen. Die Führung
wird mit Plastikmodellen, wie Frauenkirche, Elbdampfer usw. sowie mit Reliefbüchern
unterstützt, um die Vorstellungskraft und den Erlebniseffekt zu verstärken.
Nähere Informationen unter Dresdner Tourenservice,
Christine Fischer,
Wachbergstr. 3, 01326 Dresden;
Tel.: (03 51) 2 68 07 06,
E-Mail: kontakt@dresdner-tourenservice.de
Internet: www.dresdner-tourenservice.de
Hier bietet die DB AG die Haus-Haus-Beförderung an. Dafür muss man aber eine Fahrkarte vorlegen. Wenig bekannt ist aber, dass auch die Deutsche Post AG praktisch alles befördert, was man als Reisegepäck befördert haben möchte. Der Post ist die Fahrkarte gleichgültig. Wenig bekannt: auch die Post holt Gepäck unter bestimmten Bedingungen ab. Manchmal ist die Post billiger als die DB, und wenn der Paketbote der Post den Empfänger nicht antrifft, kann man die Sendung am nächsten Tag selbst beim Postamt abholen. Es lohnt sich, die Konditionen zu vergleichen.
Nur 500 Meter entfernt vom Schloss Rheinsberg wurde direkt am Grienericksee
eine barrierefreie Hotelanlage für Menschen mit Behinderungen erbaut.
Das Haus, nördlich von Berlin gelegen, verfügt über 108 Zimmer
und ist seit Juni 2001 für Menschen mit Behinderungen geöffnet.
Das Besondere von HausRheinsberg ist die Vielfalt der Freizeit-, Seminar-
und Sportangebote mit allen Möglichkeiten, sich zu erholen und zu erproben.
Der gesamte Hotelbereich bietet rollstuhlgerechte und großzügige
Aufenthalts- und Freizeitbereiche.
Nähere Informationen HausRheinsberg,
Donnersmarckweg 1, 16831 Rheinsberg;
Tel.: (03 39 31) 34 40,
E-Mail: post@hausrheinsberg.de
Internet: www.hausrheinsberg.de
"Hand in Hand Reisen" bietet Reisen für Senioren und Behinderte an.
Als spezieller Service können insbesondere in der näheren Umgebung
von Chemnitz (Sachsen) Hausbesuche bei Blinden und Sehbehinderten verabredet
werden, um persönliche Wünsche berücksichtigen zu können.
In der Region ist auch die Abholung der Urlaubsgäste von zu Hause möglich.
Hören, schmecken, riechen, anfassen - diese Elemente sollen in der
Urlaubsgestaltung eine besondere Rolle spielen. Neben der Beteiligung an
Gruppenreisen ist auch eine individuelle Reisebetreuung für Blinde
und Sehbehinderte möglich. Kataloge auf Kassette mit Hinweisen zur
Reisevorbereitung werden angeboten.
Nähere Informationen bei: "Hand in Hand Reisen",
Am Tor 9, 09212 Limbach;
Tel.: (0 37 22) 81 69 27
E-Mail: mail@hand-in-hand-reisen.de
Internet: www.hand-in-hand-reisen.de
Seinen Namen hat das Inndependence in Mainz nicht von ungefähr. Es
bietet nicht nur behinderten Reisenden barrierefreie Hotelzimmer, in denen
sie sich weitgehend selbstständig bewegen können, sondern stellt
Arbeitsplätze für Behinderte zur Verfügung und sorgt damit
auch dort für ein Stück Unabhängigkeit. Für so viel
Engagement wurde das Gästehaus mit einem Preis ausgezeichnet. Gleich
doppelte Unabhängigkeit bietet das zwölf Doppelzimmer und vier
Einzelzimmer umfassende Hotel, weil es als anerkannter Integrationsbetrieb
zur Hälfte auch Behinderte als Mitarbeiter beschäftigt.
Als "Projekt mit wegweisenden Konzepten für das Gesundheitswesen" ist
das Mainzer Inndependence inzwischen mit dem Zukunftspreis eines pharmazeutischen
Unternehmens ausgezeichnet worden.
Nähere Informationen: Inndependence,
Gleiwitzer Str. 4, 55131 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 2 50 53 80,
Internet: www.inndependence.de
Reiche Auswahl an Reiseliteratur bieten die Blindenhörbüchereien
bzw. die Punktschriftbibliotheken. Nützlich für die Reisevorbereitung
sowie für die geographische Orientierung rund um die Erde bieten Reliefkarten
und Reliefgloben.
Nähere Informationen hierzu sind bei den Blindenbüchereien sowie
bei den Hilfsmittelzentralen erhältlich.
Mitreisende Kinder bis 14 Jahre, auch Enkelkinder, fahren künftig kostenlos, sie müssen allerdings auf der Fahrkarte vorher eingetragen werden. Die Platzreservierung muss extra bezahlt werden. Andere Mitfahrer erhalten 50 % Rabatt. Diese 50 % Rabatt werden auch auf die ermäßigten Frühbucher-Tarife gewährt. Die kostenlose Mitnahme einer Begleitperson aufgrund des Eintrages im Schwerbehindertenausweis bleibt jedoch davon unberührt.
In der Saison 2001 hatte die Miniwelt Sachsen GmbH Führungen für
blinde und sehbehinderte Besucher getestet und eine sehr gute Resonanz erhalten.
Durch das Ertasten und entsprechende Erläuterungen "sehen" die Blinden
die Baugeschichte in Deutschland und der Welt. In der Schauwerkstatt erhalten
blinde Besucher zur Entstehung der Modelle und zum Modellbau umfangreiche
Erläuterungen. Die technologischen Schritte für die Herstellung
von Figuren können direkt ertastet werden, von aus dem Holz geschnitzten
Muster über die Silikonform bis hin zum fertigen Gussteil.
Bedeutsam sind die verwendeten Originalmaterialien und die hohe detailgetreue
der Monumente in die Miniwelt. So entstehen durch das Ertasten reale Bildvorstellungen
von Fassaden, Reliefs, Säulen, Türmen, Dacheindeckungen usw.
Einzigartig ist der Nachbau der 7 antiken Weltwunder. Die Miniwelt erweitert
sich jährlich mit neuen Modellen und wird in der Endphase ca. 160 bis
180 Bauwerke und technische Modelle umfassen. Derzeit sind auf dem Gelände
der Miniwelt in Lichtenstein (zwischen Chemnitz und Zwickau gelegen) bereits
über 90 Modelle erlebbar, von denen 32 auch ertastet werden können.
Nähere Informationen: Miniwelt Sachsen GmbH,
Obere Hauptstr. 40 a, 09232 Hartmannsdorf;
Tel.: (0 37 22) 81 66 27,
E-Mail: marketing@miniwelt.de
Internet: www.miniwelt.de
Blinde Beifahrer wissen während Autobahnfahrten, wie die nächsten
Abfahrten heißen und wie weit es bis zu ihnen ist, wenn sie im Besitz
der einzelnen Autobahnanschlussverzeichnisse aus der DZB sind. Im handlichen
Format von 135 * 170 mm (Ringbindung) geben diese in Braille-Schrift Auskunft
über die Anschlussstellen bundesdeutscher Autobahnen. Ein Relief auf
dem Deckblatt zeigt die Konturen der Autobahnen. Ebenfalls im Angebot sind
Atlanten z.B. Erdteile, Länder usw. im Format 420 * 350 mm. Nähere
Informationen:
DZB Leipzig
Tel.: (03 41) 7 1 31 19.
Bei der "Albatros" handelt es sich um einen gutmütigen 32 Tonnen schweren
Motorsegler aus den 70ger Jahren mit zwei Motoren. Mit einer Länge
über Alles von 13,50 m bietet sie genug Raum für 5 Gästekojen.
Durch zwei Steuerstände ist bei jedem Wetter für Bequemlichkeit
gesorgt. Man kann sich den Wind um die Nase wehen lassen oder sich geschützt
im Innensteuerstand aufhalten. Während des gesamten Törns werden
die Mitsegler vom Eigner der "Albatros" sowie einem Coskipper betreut.
In Zusammenarbeit mit dem Aura-Hotel in Osterode am Harz kann die Segelschule
Roloff Nautique bereits seit 9 Jahren auf eine gute Erfahrung im Blindensegeln
zurückblicken.
Nähere Informationen unter
Tel.: (0 53 27) 55 42.
Seit über 50 Jahren veranstaltet die Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen
e.V. Studienreisen. Immer wieder arbeitet sie auch spezielle Reisen aus,
die inhaltlich auf die Bedürfnisse von Sehbehinderten und Blinden ausgerichtet
sind. Für 2003 sind Reisen nach Indien, in den Iran und nach Vietnam/Kambodscha/Thailand
geplant. Nähere Informationen und Programmbeschreibungen bei:
Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V.,
Steinstr. 48, 44147 Dortmund;
Tel.: (02 31) 8 38 00 33,
Fax: (02 31) 8 38 00 40,
E-Mail: reisen@agnrw.de
Internet: www.auslandsgesellschaft.de
Die Arbeitsgemeinschaft Ferienstraße Bergstraße gibt eine Reliefkarte
heraus, auf der die 60 km lange Straße zwischen Darmstadt und Wiesloch
in der Oberrheinischen Tiefebene dargestellt ist (Format 27 * 34 cm). Eine
Legende gibt nützliche Informationen auch in Braille-Schrift. Die Karte
kann sowohl von Blinden, Sehbehinderten als auch von Sehenden genutzt werden.
Informationen und Bestellung unter
Tel.: (0 62 51) 58 62 53,
Fax: (0 62 51) 58 62 55,
Internet: www.ferienstrasse-bergstrasse.de
Schon seit mehreren Jahren wird in Bensheim an der Bergstraße ein
Weinseminar speziell für blinde und sehbehinderte Gäste angeboten.
Nähere Informationen darüber bei:
Tourist-Information Bensheim;
Tel.: (0 62 51) 5 82 63 14,
E-Mail: touristinfo@bensheim.de
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