"Die Gegenwart",
Magazin für blinde und sehbehinderte Menschen und ihre Freunde, Organ
des DBSV;
61. Jahrgang.
Redakteur: Dr. Thomas Nicolai
Redaktion "Die Gegenwart"
Rungestr. 19, 10179 Berlin
Tel.: (0 30) 28 53 87-13
Fax: (0 30) 28 53 87-20
E-Mail: gegenwart@dbsv.org (auch für Anzeigen)
Herausgeber:
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV)
Rungestr. 19, 10179 Berlin
Tel.: (0 30) 28 53 87-0
Fax: (0 30) 28 53 87-20
E-Mail: info@dbsv.org
Homepage: www.dbsv.org
Präsidentin: Renate Reymann
Geschäftsführer: Andreas Bethke
"Die Gegenwart" erscheint monatlich (Juli/August als Doppelnummer)
in Punktschrift
in Schwarzschrift
auf Kassette
auf CD ROM im DAISY-Format
im Internet ( ausgewählte Beiträge, www.dbsv.org )
Jahresbezugspreis 2007: 35 Euro für Inhaber der DBSV-Karte,
sonst 40 Euro,
Abonnenten unter 21 Jahren zahlen den halben Preis
Informationen über die Zahlungsmodalitäten gibt der
DBSV-Zeitschriftenverlag
Frau Wolff
Tel.: (0 30) 28 53 87-22
E-Mail: p.wolff@dbsv.org
Einzugsermächtigung wird erbeten.
Hinweis: Kündigung des Abonnements für das Folgejahr sind bis Ende September vorzunehmen.
Bankverbindung:
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ: 100 205 00, Sonderkonto Zeitschriftenverlag
Konto-Nr. 3273301
Anzeigenpreise:
Private Kleinanzeigen bis zu einer Länge von 180 Zeichen
kosten pauschal 5 Euro.
Jedes Wort über diesen Umfang hinaus
kostet zusätzlich 50 Cent.
Kommerzielle Kleinanzeigen kosten 9,00 Euro pro Druckzeile.
Für Großanzeigen und Beilagen bitte Preisliste anfordern.
Redaktionsschluss und damit Anzeigenschluss ist jeweils der 1. des Vormonats (für die Januar-Ausgabe jeweils der 20.11.).
Am 21. März war es wieder einmal so weit: Verleihung des Hörfilmpreises. Wenn auch bereits zum 5. Mal und wie immer im Atrium der Deutschen Bank, Unter den Linden in Berlin und mit Schirmherrn Mario Adorf, der auch von Anfang an dabei ist, so sollte sich in diesem Jahr einiges verändern.
Mit dem Preis zeichnet der DBSV besonders gelungene Hörfilmproduktionen sowie Personen, Institutionen oder Organisationen aus, die sich nachhaltig um das Medium Hörfilm verdient gemacht haben. Das Jubiläum gab den Anlass den Preis, der nun seinen Kinderschuhen entwachsen ist, in ein neues Gewand zu kleiden. So wurde aus dem Hörfilmpreis der Deutsche Hörfilmpreis, ein neues Logo wurde entwickelt, dass zeitgemäß, schlicht und ansprechend die beiden Begriffe "Hören" und "Film" miteinander verbindet, und ein Internetauftritt wurde gestaltet (www.deutscher-hoerfilmpreis.de) .
Mit diesem Rüstzeug und ebenfalls neu gestalteten Informationsflyern und Einladungskarten im Filmstreifenlook ging es daran, die Leute, die eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung des Mediums Hörfilm spielen – Politiker, Filmschaffende, Produzenten, Regisseure, Schauspieler und nicht zuletzt potenzielle Förderer und Sponsoren – für das Thema zu interessieren und zur Verleihung einzuladen.
Als erster kleiner Erfolg kam dann eine sehr fachkundige und prominent besetze Jury zustande. Neben den DBSV-Vertretern Jürgen Lubnau und Dr. Dietrich Plückhahn konnten die Filmproduzentin Regina Ziegler, die Berliner Schauspielerin Brigitte Grothum, rbb-Fernsehdirektor Gabriel Heim, der Leiter des Instituts für Kultur- und Medienmanagement an der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Klaus Siebenhaar, sowie der Programmchef der Zeitschrift TV-Spielfilm, Mark Schlemmermeyer, für die Mitarbeit in der Jury gewonnen werden.
Außerdem sagte eine der bekanntesten und erfolgreichsten Moderatorinnen des Deutschen Fernsehens Bettina Böttinger zu, ganz ohne Gage die Verleihung zu moderieren, und die blinde Sängerin Joana Zimmer übernahm die musikalische Unterhaltung.
Kurze Zeit später konnte der DBSV auch politische Prominenz für den Abend gewinnen. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Kulturstaatsminister Bernd Neumann erklärte sich bereit ein Grußwort zu sprechen und sogar aktiv bei der Preisverleihung mitzuwirken.
Bis zuletzt liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Diesmal sollte alles noch ein wenig professioneller und glanzvoller werden. Auch die Zusage von Bundespräsident Horst Köhler und seiner Frau Eva Luise an der Veranstaltung teilzunehmen, einen Tag vor der Verleihung, sorgte noch mal für ordentlichen Wirbel hinter den Kulissen.
Da der Termin der Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises mit dem Frühlingsbeginn zusammenfiel, wurde das Ambiente im Atrium darauf abgestimmt: pastellfarbene Dekoration, fröhliche Hintergrundmusik sowie frisch-leichtes Essen und Getränke. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit, pünktlich zur Verleihung setzte Schneeregen ein, was die Stimmung aber kein wenig trübte.
Als alle Gäste, bunt gemischt aus Politik, DBSV-Vertretern, Filmwirtschaft, Regie, Schauspiel und TV, u.a. Judy Winter, Elke Bitterhof, Katrin Sass, Matthias Schweighöfer und Heikko Deutschmann, ihre Plätze eingenommen hatten und auch Staatsminister Bernd Neumann sowie Bundespräsident Köhler und seine Frau von der Präsidentin des DBSV Renate Reymann an ihren Platz begleitet waren, begann die Veranstaltung pünktlich um 20.00 Uhr.
Nachdem die Moderatorin Bettina Böttinger und Marc Aurel von Dewitz, Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank, als Hausherr die Gäste begrüßt hatten, sang Joana Zimmer ihren ersten Titel.
Danach sprach Mario Adorf gewohnt charmant und engagiert mit Frau Böttinger über die Wichtigkeit von Hörfilmen für die blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen und nimmt dabei mit seinem ihm ganz eigenen Charisma die Bühne und auch die Gäste ein.
Dem anschließenden Grußwort des Kulturstaatsministers Bernd Neumann folgten locker-unterhaltsame und dennoch informative Gespräche mit DBSV-Präsidentin Renate Reymann, dem Vertreter des Hauptsponsors Pfizer Deutschland GmbH Vice President External Affairs & Recht Michael Klein und DBSV-Geschäftsfüher Andreas Bethke rund um Themen wie die Lebenssituation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland, ihre besonderen Bedürfnisse und Probleme im Alltag, Barrierefreiheit und wie jeder Mensch und auch Unternehmen Unterstützung leisten können u.v.m.
Präsidentin Renate Reymann formulierte die Ziele des DBSV zum Hörfilm so: "Unser Ziel ist, dass in naher Zukunft im Fernsehen jeden Tag ein neuer Film als Hörfilm ausgestrahlt wird und auch ein blinder Mensch am DVD-Regal nichts Besonderes mehr ist, weil fast alle Filme mit der Hörfilmtechnik ausgestattet sind."
Außerdem stellte Geschäftsführer Andreas Bethke ein neues Projekt der gemeinnützige Tochtergesellschaft des DBSV Deutsche Hörfilm gGmbH vor, "Filmklassiker mit Audiodeskription". Hintergrund für die Initiative ist, dass derzeit überwiegend aktuelle Fernsehproduktionen mit Audiodeskription versehen werden, ergänzt durch Kinofilme, die im Fernsehen ausgestrahlt werden. Große Filmklassiker dagegen sind bisher kaum erschlossen. Ziel des Projektes ist es deshalb, den Menschen mit gravierenden Seheinschränkungen in Deutschland innerhalb eines Jahres zehn Filmklassiker zu schenken. Er warb bei den Anwesenden für Unterstützung und gab so offiziell den Startschuss für das Projekt.
Gut informiert und mit einem dennoch unterhaltsamen Einstieg in die Themen Hörfilm, Blindheit und Sehbehinderung konnten die Gäste nun gespannt auf die eigentliche Preisverleihung warten. Hoffentlich werden viele von ihnen die Themen mit hinaus in ihre Familien, Freundes- und Kollegenkreise und nicht zuletzt ihrer tägliche Arbeit am Film nehmen.
Vorab zeigte Joana Zimmer noch mal ihr musikalisches Können mit dem Lied "Bringing down the moon", dass derzeit überall im Radio zu hören ist.
Und dann ging es los. Jürgen Lubnau präsentierte als Vorsitzender der Jury die Nominierungen mit jeweiligen kleinen Ausschnitten. Nominiert waren die Filme "Belissima" (3sat), "Marias letzte Reise" (Arte) und "Netto" (ZDF) sowie die Hörfilm-Engagements des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und des Norddeutschen Rundfunks (NDR).
Nun gab der Juryvorsitzende bekannt, dass die Jury sich entschlossen hat einen Sonderpreis zu vergeben, den Kulturstaatsminister Bernd Neumann überreichen würde. Ganz filmreif übergab er einen silbernen Umschlag an Herrn Neumann und der verkündete den Namen des Preisträgers: der ZDF-Film "Netto". Zur Begründung hieß es, dass die Jury es besonders begrüße, dass ein kleiner Film wie "Netto" mit Audiodeskription zugänglich gemacht wurde. "Die Jury möchte mit ihrer Entscheidung ausdrücklich dazu ermutigen, dass mehr Filme aus den Rändern des Spektrums mit Audiodeskription versehen werden, um Fernsehunterhaltung auch für blinde und sehbehinderte Menschen vielschichtiger, schillernder und überraschender zu gestalten." Der ZDF-Redakteur des kleinen Fernsehspiels Christian Cloos und Netto-Regisseur Robert Thalheim nahmen den Preis, das Bronzerelief "Die Lauschende", und eine Urkunde, auch im Filmstreifenlook, stellvertretend entgegen. Nach Dankesworten und Preisträgerfotos wurde es nun noch spannender.
Der Juryvorsitzende Jürgen Lubnau übergab nun einen goldenen Umschlag an Mario Adorf, und dieser verkündete auf der Bühne: "Der deutsche Hörfilmpreis 2007 geht an: den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR)." In der anschließenden Laudatio begründete Mario Adorf die Entscheidung der Jury damit, "... dass der MDR als eine der kleinen ARD-Sendeanstalten in vorbildlicher Weise einen großen Anteil zum Hörfilm-Angebot beiträgt. Bereits 1999 begann der MDR – nach ZDF, Arte und Bayerischem Rundfunk – mit der Sendung und Produktion von Hörfilmen. Wurden 1999 im MDR zwölf Hörfilme ausgestrahlt, so waren es 2006 bereits über 100 Produktionen. Seit 2002 werden alle aktuellen Fernsehfilme des MDR mit einer Hörfilmfassung versehen. Auf diese Weise sind bis heute rund 100 neue Hörfilme entstanden. Durch die Übernahme von Produktionen anderer Sender gelingt es, durchschnittlich zwei Hörfilme pro Woche anzubieten. Im Vergleich der Sendeanstalten liegt der MDR mit seinen Hörfilm-Ausstrahlungen auf dem zweiten Platz hinter dem ZDF. Die Jury des Deutschen Hörfilmpreises würdigt dieses vorbildliche Engagement und verbindet mit der Auszeichnung den Appell an alle Sendeanstalten, ihre Bestrebungen für ein barrierefreies Programmangebot zu intensivieren." Sichtlich erfreut übernahm Wolfgang Vietze (Fernsehdirektor MDR) den Preis und versicherte auf diesem Weg weiterzumachen. Es folgten auch hier Dankesworte und ein kleines Blitzlichtgewitter.
Auch Präsidentin Renate Reymann gratulierte im Namen des DBSV den Preisträgern.
Bevor die Gäste im Anschluss zum gemütlichen Teil übergingen, Neu-Deutsch Get-together, ging der Dank an all diejenigen, die diesen Abend durch ihre Unterstützung möglich gemacht hatten: Die Deutsche Bank stellte die Räumlichkeiten wieder kostenlos zur Verfügung. Hauptsponsor war – wie 2006 auch – die Pfizer Deutschland GmbH. Weitere Sponsoren, Förderer und Partner waren die Aktion Mensch, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Herbert Funke-Stiftung, die Paul und Charlotte Kniese-Stiftung, die Blindenstiftung Deutschland, die Monatszeitung Das Grundblatt als Medienpartner, die Agentur für digitale Kommunikation Exozet interact für den Internetauftritt, Lexus für den Shuttelservice und Kochende Landschaften für einen Teil des Caterings.
Und gemütlich wurde es, selbst Bundespräsident Köhler und seine Frau blieben sehr viel länger – eigentlich war ihre Abfahrt gleich nach der Verleihung geplant – doch auch eine Stunde später genossen auch sie noch die Atmosphäre. Auch Mario Adorf blieb wesentlich länger als üblich. Alles in allem wohl ein Zeichen, dass sich Arbeit und Mühe gelohnt haben und uns eine jubiläumswürdige Veranstaltung gelungen ist. Aber auch jetzt danach geht die Arbeit weiter, geknüpfte Kontakte müssen gepflegt, die in Gesprächen zahlreich gesammelten Ideen weiterverfolgt und angeschobene Projekte umgesetzt werden.
Anja Schmidt
2002: Bayerischer Rundfunk und das ZDF
2003: Filmfestspiele Berlin, Kinowelt Home Entertainment GmbH und Sat1
2004: Senator Film mit der Umsetzung des Films "Erbsen auf
halb 6",
Sonderpreis der Jury an Evelin Salamfür ihre Leistungen
als blinde Filmbeschreiberin
2006: Kinderfilm GmbH mit der Präsentation und Umsetzung des Films "Die Blindgänger", Sonderpreis der Jury an Edeltraut Brakhage für ihr Engagement als ehrenamtliche Hörfilmbeauftragte
Das rund drei Kilogramm schwere Bronzerelief "Die Lauschende" des blinden Künstlers Dario Malkowski. Ein Frauengesicht, "Die eine Hand liegt hinter dem Ohr, um das Hören deutlich zu machen, die andere Hand bedeckt gedankenvoll die Augen", beschreibt er selbst die Darstellung. Das Kunstwerk symbolisiert, wie blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen einen Hörfilm "sehen".
Der Internetauftritt des Deutschen Hörfilmpreises – www.deutscher-hoerfilmpreis.de – ist nach den Kriterien des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Projektes BIK (barrierefrei informieren und kommunizieren) mit 100 Punkten im BITV-Selbsttest absolut barrierefrei. In dem Test kam die Website als einer von nur wenigen Internetauftritten ohne Abzüge auf die maximale Punktzahl.
Am 30. März tagte das DBSV-Präsidium in Berlin; ein Telefoninterview mit Klaus Hahn – seit einem Jahr Mitglied im Präsidium.
Herr Hahn, was war der Schwerpunkt der Präsidiumssitzung?
Klaus Hahn: Es gab keinen ausgesprochenen Schwerpunkt, aber den wesentlichen Teil hat der Jahresabschluss 2006 eingenommen. Man kann die erfreuliche Nachricht weitergeben, dass der DBSV im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit wohl mehr als zehn Jahren einen finanziellen Überschuss erzielt hat. Mit dem Überschuss sind die Verluste aus den beiden letzten Jahren ausgeglichen, so dass der Verband ungefähr wieder auf dem finanziellen Stand von 2003 ist. Damit ist der DBSV noch lange nicht über den Berg, aber es ist eine positive Entwicklung.
Der Steuerberater hat ausdrücklich betont, dass er die Finanzierung von Aktivitäten des Verbandes durch Drittmittel, also durch Zuschüsse, sehr begrüßt und dass er diesen Politikwechsel für zielführend hält.
Mit diesen zweckgebundenen Geldern kann der Verband zwar keine Überschüsse erzielen, weil sie in bestimmte Projekte fließen, aber mit diesen Projekten werden ja Verbandsaufgaben wahrgenommen.
Was im letzten Jahr auf jeden Fall erst einmal Geld gekostet hat, war die DBSV-Mitgliederkarte. Wie schätzt das Präsidium heute die Auswirkung dieser Mitgliederkarte ein?
Die Auswirkungen sind noch nicht so rund, wie wir uns das vorgestellt haben. Man braucht da sicher noch ein bisschen Geduld. Die Akquise von Geschäftspartnern, die bereit sind, uns Rabatte zu gewähren, ist sehr aufwendig. Das braucht Zeit. Da muss sich jemand intensiv dahinter klemmen. Auf Landesebene geht es uns aber genau so. Mit der Karte haben wir auf jeden Fall schon einmal einen einheitlichen Mitgliedsausweis. In den Landesvereinen sparen wir das Ausstellen eigener Ausweise. Die länderübergreifende Verbundenheit in der DBSV-Familie durch diese Karte wird – so glaube ich – von manchen Mitgliedern gar nicht so erkannt. Da muss man einfach noch mehr Reklame dafür machen.
Andererseits verbessern sich die Bedingungen für das mobile Telefonieren auf der Grundlage des Rahmenvertrages.
Ich beobachte auch, dass einige neue Mitglieder auf Grund der Vorteile dieser Karte gewonnen werden konnten.
Bereits im Februar wurde recht intensiv über die Möglichkeiten der Schulung in lebenspraktischen Fähigkeiten diskutiert. Das Thema begleitet uns bereits über viele Jahre, weil Regelungen zur Finanzierung unzureichend sind. Aber Ansätze gibt es ja. Wie ist da der aktuelle Stand?
Wir haben uns wieder sehr lange mit diesem Thema befassen müssen, allerdings ohne weiterführendes Ergebnis. Die Krankenkassen haben sich jetzt grundsätzlich teilweise bereit erklärt, die Kosten zu übernehmen. Jetzt geht es aber um die Stundensätze, die den Rehalehrkräften erstattet werden sollen. Die Krankenkassen stehen auf dem Standpunkt, dass das eine Qualität ist, die der Ergotherapie entspricht, wo die Sätze deutlich niedriger sind als die Sätze der Rehalehrer. Man muss einfach versuchen, das Bein in der Tür zu haben.
Das heißt, dass blinde und sehbehinderte Menschen, die eine solche Schulung brauchen, sich auch darum bemühen sollten?
Das sollten sie unbedingt tun. Wir dürfen auch nicht in die Situation kommen, dass man dann sagt, wir wissen gar nicht, warum Euer Verband so viel Wind macht, wir haben ja kaum Anträge.
Kürzlich ging durch die Medien eine Erklärung des Deutschen Behindertenrates zur Schulpolitik, in der eine ausschließlich integrative Beschulung gefordert wird. Gab es dazu eine Aussage?
Wir haben bestätigt, dass das nicht unsere Position ist, dass wir diesen etwas polemischen Aufruf nicht unterstützen. Für uns hat Priorität, eine optimale Förderung der betroffenen Menschen zu erreichen; das kann im integrativen System sein, das kann auch im speziellen Fördersystem sein. Man darf da nicht so pauschal herangehen. Ich bin über den BSV in Westfalen auch in der Trägerschaft über eine Einrichtung für schwerst mehrfachbehinderte Menschen. Daher weiß ich, dass es Gruppen gibt, die nicht im Blickfeld der Öffentlichkeit und bei behindertenpolitischen Debatten stehen, die aber einer ganz spezifischen Förderung bedürfen. Wir lassen uns da in unserer Linie nicht beirren.
Noch etwas in eigener Sache. Viel diskutiert im Medienbereich: Wie lange wird es die schöne alte Kassette noch geben? Wie ist die Position des DBSV?
Lassen Sie uns das "schön" einfach streichen bei der Kassette. Das ist ein Medium, das inzwischen überholt ist. Die Kassette hatten wir über 30 Jahre; das Spulentonband taugte für die Hörbüchereien etwa 20 Jahre. Wir haben jetzt etwas Besseres. Mit DAISY gibt es ein sehr gutes System, das sich auch gut handhaben lässt. Meine Erfahrungen sind, dass späterblindete Menschen viel lieber mit der CD arbeiten als mit der Kassette. Viele haben seit Jahren keinen Kassettenrekorder mehr. Den CD-Spieler kennen sie, und die DAISY-Abspielgeräte sind vom Bedienkomfort so hervorragend, so dass der Zugang hier wesentlich leichter ist.
Auf der CD ist auch viel mehr Platz. Die Widerstände kommen von denjenigen, die eine umfangreiche Kassettensammlung haben und jetzt in Sorge sind, was damit werden soll. In der Situation bin ich selber auch und habe durchaus Verständnis dafür. Aber das wird uns nicht daran hindern, uns dem neuen Medium zu verschreiben. MEDIBUS e.V., in dem die Hörbüchereien und die Selbsthilfe vertreten sind, hat festgelegt, dass es ab dem Jahr 2010 keine Ausleihe auf Kassette mehr geben wird. Es gibt schon jetzt keine Ersatzteile mehr für wichtige Kopiergeräte. Zeitschriften der Hörbüchereien gehen nach und nach auf CD über. Ich halte das für richtig und kann unsere Mitglieder nur immer wieder ermuntern: Kümmern Sie sich um die neuen Geräte, sie sind sehr gut zu bedienen. Man kann sie auch ausleihen. Und wer einmal so ein Gerät genutzt hat, möchte es nicht wieder abgeben.
Abschließend zum ersten Jahr im DBSV-Präsidium ... Wie steht der DBSV heute da – ein Jahr nach dem Verbandstag im Mai 2006?
Die Beschlüsse des Verbandstages sind ja ein Programm, das uns über die gesamte Wahlperiode, also vier Jahre lang, begleiten wird. Die Arbeit des Präsidiums ist daneben natürlich maßgeblich auch vom Tagesgeschäft, also von aktuellen Aufgaben bestimmt. Beeindruckend ist die unglaubliche Fülle an Terminen, die wahrzunehmen sind. Es ist längst nicht damit getan, sich fünf oder sechs mal im Jahr zu treffen und einige Telefonkonferenzen abzuhalten. Es ist eine intensive Arbeit. Manches mag sich hin und wieder einmal verzögern, nicht schnell genug gehen, aber die Linie ist klar. Die Präsidiumsmitglieder sind dabei, die Beschlüsse des Verbandstages umsetzen zu helfen.
(Das Gespräch führte Dr. Thomas Nicolai, DAISY- und Kassetten-Version mit Originalton.)
Über die Tagung der Koordinationsstelle der Physiotherapeutischen Berufe in den Landesvereinen informiert Helga Neumann, die als DBSV-Präsidiumsmitglied teilnahm.
Vom 9. bis 11. März trafen sich 27 Teilnehmer sowie Vertreterinnen der Ausbildungsstätten Mainz und Chemnitz im AURA-Hotel "Ostseeperlen" in Boltenhagen. Das Programm sah außer den üblichen Regularien, wie Jahresberichte, berufsbezogene Informationen und Neuwahlen einen sehr interessanten Vortrag über Osteopathie von Herrn Prof. Dr. Joachim Buchmann, Rostock, vor.
Die Neuwahlen ergaben: 1. Vorsitzender: Siegfried Volkert, Stellv.: Engelbert Jost, Schriftführerin: Silke Grundmann, d.h. alle Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Vor den Wahlen wurde angeregt, zwei weitere Beisitzer in den Vorstand zu wählen. Gewählt wurden: Herr Guido Mayer, Hamburg, und Frau Katja Elbrecht, Mecklenburg-Vorpommern.
Leider waren nur zwölf Landesvereine bei dieser Tagung vertreten, obgleich die Themen für Physiotherapeuten und Masseure besonders wichtig sind und der Erfahrungsaustausch eine entscheidende Rolle spielt.
Es wäre empfehlenswert, wenn alle Landesvereine ihre Masseurfachgruppen informieren könnten.
Physiotherapeuten und Masseure aus Bereichen, in denen es keine
Fachgruppen gibt, können sich an den KS-Leiter, Herrn Volkert, wenden;
Tel.: (02 31) 13 40 23,
E-Mail: Volkert-137@aol.com , um mit
Informationen versorgt zu werden. Sie könnten sich aber auch
dafür einsetzen, in ihren Landesvereinen Masseurfachgruppen zu
gründen oder zu aktivieren.
Es soll noch erwähnt werden, dass es ein sehr harmonisches Wochenende war. Geselligkeit und Kommunikation kamen nicht zu kurz. Bei einem Tanzabend waren wir alle sehr gefordert durch einen Quiz mit 30 Fragen über das schöne Land Mecklenburg-Vorpommern. Gewinner waren die beiden Niedersachsen Werner Groen und Karl-Heinz Feyer. Obgleich auch aus Niedersachsen, waren meine Kenntnisse über das schöne Nachbarland nicht besonders gut!
Auf der Jahrestagung der Koordinationsstelle Hilfsmittelberater beim DBSV Ende März im AURA-Hotel Timmendorfer Strand wurde nach erfolgreicher Tagung eine neue Leitung der KS gewählt. Zum Leiter wählten die Anwesenden Gerd Schwesig aus Hannover. Er war bisher bereits in dem alten Leitungsteam engagiert. Bernd Peters aus Magdeburg und Heike Siechau aus Freiburg/Brg. wurden ebenfalls ins Team gewählt.
Die Anwesenden danken Frau Annegret Walter, die für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stand, für ihr hohes Engagement im Rahmen der KS Hilfsmittelberater. Dank ihres Einsatzes konnte eine wesentliche themenbezogene Ausrichtung der Jahrestagungen der KS Hilfsmittelberater beim DBSV erreicht werden.
Eine Umfrage zu den Serviceleistungen für blinde und sehbehinderte Reisende bei der Deutschen Bahn AG; Mitwirkung bis 31.07.2007 erwünscht.
Bei Bahnreisen werden vom blinden bzw. sehbehinderten Reisenden die unterschiedlichsten Unterstützungsleistungen benötigt bzw. angefragt. Um dieser Nachfrage/diesem Bedarf gerecht werden zu können, hat die Deutsche Bahn vor Jahren die Mobilitätsservicezentrale ins Leben gerufen.
Mit einem Fragenkatalog möchten der Gemeinsame Fachausschuss für Umwelt und Verkehr (GFUV) (www.gfuv.de) und das Mobilitätsportal für behinderte Reisende von Seh-Netz (www.mobilitaetsportal.info) herausfinden, inwieweit die Leistungen der Mobilitätsservicezentrale bekannt sind und genutzt werden. Darüber hinaus soll ermittelt werden, wie blinde und sehbehinderte Reisende die vielen Serviceangebote der Deutschen Bahn nutzen, wie sich deren Qualität aus Ihrer Sicht darstellt und welche Verbesserungsmöglichkeiten die betroffenen Reisenden vorschlagen. Diese Erkenntnisse sollen in die künftige Ausrichtung der GFUV-Arbeit einfließen.
An der Umfrage kann man auf verschiedenen Wegen teilnehmen: Am einfachsten hinterlässt man seine Angaben online auf der Internetseite umfrage.mobilitaetsportal.info . Dort können auch Text-, Word- und PDF-Versionen zum Ausfüllen am PC bzw. zum Ausdrucken heruntergeladen werden. Fragebögen in gedruckter Form können bei der Geschäftsstelle des DBSV angefordert werden:
DBSV e.V.
GFUV-Umfrage zum DB-Service
Rungestraße 19, 10179 Berlin
Frau Zucker
Tel.: (0 30) 28 53
87-26
Fax (0 30) 28 53 87-20
E-Mail: a.zucker@dbsv.org
Wolfgang Schmidt-Block (GFUV) und
Marco
Krings (Mobilitätsportal)
14. März 2007, 12.00 Uhr, ein sonniger Vorfrühlingstag, für mich der schönste Augenblick seit langem. Gerade waren im Abgeordnetenbüro von Ministerpräsident Dieter Althaus die Gespräche zwischen der Landesregierung und dem Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen (BSVT) zur Wiedereinführung des einkommens- und vermögensunabhängigen Blindengeldes in Thüringen zu Ende gegangen. In der Landtagskantine, in der ich mir übrigens zur Feier des Tages erstmals ein Bier genehmigte, griff ich als erstes zu meinem Handy.
Ziel meines Anrufes war der Redakteur dieser Zeitschrift, dem ich die Information darüber, dass es ab Januar 2008 in Thüringen ein monatliches einkommens- und vermögensunabhängiges Blindengeld von 220 Euro geben wird, aus erster Hand zukommen lassen wollte, noch bevor die gemeinsame Presseerklärung von Landesregierung und unserem Verband in allen Medien zitiert wird.
Und als ich dann wieder zu Hause angekommen in DBSV-Direkt Nr. 19 las: "heute um 12.10 Uhr erhielt ich an meinem Redaktionsschreibtisch den erfreulichsten Anruf dieses Jahres ...", da wusste ich, dass ich mich mit meinem ersten Anruf genau richtig entschieden hatte.
Nun, danach kam ich selbst kaum noch zum Telefonieren, denn nachdem sich die Nachricht über die Medien wie ein Lauffeuer in ganz Deutschland herumgesprochen hatte, klingelte mein Handy heiß.
Der MDR, die führenden Tageszeitungen des Freistaates, aber auch Internetradiostationen wie www.ohrfunk.de und www.r4h.de wollten gern ein Statement haben.
Und dann kamen die zahlreichen Glückwünsche an den BSVT, in denen vor allem betont wurde, welch wichtiger Erfolg es für die Familie der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe in Deutschland ist, dass es nun wieder in allen 16 Bundesländern ein einkommens- und vermögensunabhängiges Blindengeld gibt.
Hierzu schrieb mir zum Beispiel Dr. Herbert Demmel aus München, der ja der Experte auf dem Gebiet des Blindengeldes ist: "Lieber Herr Och, zu diesem Erfolg ganz herzlichen Glückwunsch. Ich fand es großartig, wie Sie gekämpft haben. Das hat unser Blindengeldsystem gerettet!"
Und Gustav Doubrava, DBSV-Präsidiumsmitglied, der den BSVT seit dessen ersten Stunden als guter Freund begleitet, formulierte: "Ich beglückwünsche Sie und den BSVT zu Ihrem großen Erfolg! Bald wird also die bundesdeutsche Landkarte keinen weißen Fleck mehr haben. Der Einsatz der vielen Menschen bei Mahnwachen und Aktivitäten, die auffälligen Aktionen, die Unterstützung der Medien, der befreundeten Organisationen und der vielen blinden und sehbehinderten Menschen aus ganz Deutschland haben Ihre zielstrebigen Verhandlungen unterstützt. Das Ergebnis ist – wenn auch in der Höhe der Leistungen weniger als ehedem – von bundesweiter Bedeutung. Ich denke und hoffe, dass wir jetzt einige Jahre Ruhe haben werden, was Kahlschläge betrifft. Und das verdanken wir den Niedersachsen und den Thüringern."
So und ähnlich ist der Tenor vieler Glückwünsche, wie z.B. des Vizepräsidenten des DBSV Hans-Werner Lange, des Vorsitzenden des Deutschen Vereins Blinder und Sehbehinderter in Studium und Beruf (DVBS) Uwe Boysen und des ehemaligen DBSV-Präsidenten Jürgen Lubnau.
In der Tat ist ein solcher Freudentag auch Anlass zur Rückschau auf mehr als zwei Jahre Kampf. Dabei meine ich, all unsere Beharrlichkeit hätte nicht den Erfolg gebracht, wenn wir uns nicht der uneingeschränkten Solidarität der gesamten Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe der Bundesrepublik hätten sicher sein können.
Das herausragendste und für viele Thüringer unvergesslichste Ereignis war dabei wohl die Großdemonstration von rund 6.000 Blinden, Sehbehinderten und ihren Freunden am 8. Oktober 2005 vor der Staatskanzlei in Erfurt.
Und auch in den Verhandlungen mit den Regierungsvertretern im Februar und März dieses Jahres war es ein gutes Gefühl, darauf verweisen zu können, dass DBSV, DVBS und alle blinden und sehbehinderten Menschen Deutschlands hinter uns stehen und erforderlichenfalls bereit sind, noch einmal so zahlreich nach Erfurt zu kommen.
Der entscheidende Aufwind für unseren Kampf kam aber letztlich dadurch, dass es gelungen war, im vergangenen Jahr die Niedersächsische Landesregierung zur Umkehr zu bewegen. Und auch dieser Erfolg, der natürlich in erster Linie auf das Konto des dortigen Blinden- und Sehbehindertenverbandes ging, resultierte aus dem festen Zusammenhalt der Betroffenen in ganz Deutschland.
Noch Ende 2005 sagten mir Politiker der hiesigen Regierungspartei hinter vorgehaltener Hand, sie seien davon überzeugt, dass bald weitere Bundesländer dem negativen Beispiel von Niedersachsen und Thüringen folgen würden; die gleichen Persönlichkeiten räumten schon Ende des vergangenen Jahres ein, dass sie sich damit geirrt hatten. Aber hatten sie sich wirklich geirrt oder haben andere Bundesländer vielleicht nur Abstand von solchen Plänen genommen, weil sie ähnliche Protestaktionen wie in Hannover 2004 und Erfurt 2005 vermeiden wollten?
Nun, hierüber könnte man nur spekulieren, aber das ist ja auch nicht entscheidend. Entscheidend ist vielmehr, dass es gelungen ist, die Öffentlichkeit für unser Anliegen so weit zu sensibilisieren, dass die Regierenden das Problem nicht einfach aussitzen konnten.
Bei unserem Wirken in der Öffentlichkeit haben wir auch in hohem Maße von Erfahrungen, Rat und Hilfe bis hin zu materieller Unterstützung des DBSV und seiner Landesvereine und -verbände profitiert. Ein besonderer Dank geht in diesem Zusammenhang an den Vizepräsidenten des DBSV und Landesgeschäftsführer des BVN Hans-Werner Lange, der jederzeit ein verlässlicher Ansprechpartner war.
Ich persönlich – aber insoweit glaube ich, sogar für den gesamten Landesvorstand oder gar den BSVT insgesamt sprechen zu können – freue mich, dass wir im Mai den Verwaltungsrat des DBSV in Gera begrüßen können. Da diesem Gremium neben den Landesvereinen auch die anderen Verbände der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe angehören, haben wir Thüringer damit eine gute Gelegenheit, uns bei all unseren Freunden für die erwiesene Solidarität zu bedanken. Genauso herzlich geht der Dank hiermit aber auch an alle Leser der "Gegenwart".
Peter Och
Nach beschriebenen Theateraufführungen in Kiel, Osnabrück und München präsentiert Hörfilm e.V. im Sommer zum ersten Mal eine Aufführung mit Audiodeskription am Bodensee. Im Stadttheater Konstanz ist am 30. Juni "Was Ihr wollt", eine der bekanntesten Komödien von William Shakespeare, für blinde und sehbehinderte Menschen barrierefrei zu erleben. Ein akustisches Leitsystem wird ein weitgehend unabhängiges Bewegen im Theater möglich machen.
Weitere Informationen, auch über das Rahmenprogramm mit Stadtführung für blinde und sehbehinderte Besucher, Tastplanetarium und Bodenseeschifffahrt, erhalten Sie bei
Elmar Dosch
Hörfilmbeauftragter des Bayer. Blinden-
und
Sehbehindertenbundes e.V. unter
hoerfilm@bbsb.org oder
Tel.: (0
89) 55 98 82 39.
Die Berufsfachschule "Zentrum für Schauspiel und Film Köln-Poll" inszeniert Bertolt Brechts "Kleinbürgerhochzeit" speziell für Blinde; neben dem Gehör soll dabei auch der Geruchssinn angesprochen werden. Damit stellt sich der Trägerverein der Schule erstmals dem neuen Satzungszweck: Er will Theaterkunst gerade auch für blinde und anders behinderte Menschen fördern und entwickeln.
Auskunft und Karten für die Aufführungen am 19. und 20. Mai um 20 Uhr (weitere geplant) gibt es im
Arkadas Theater
Platenstr. 32, Köln
Tel.: (02 21)
9 55 95 10
Internet: www.schauspielschule-koeln.info
Im Kleisthaus, Mauerstraße 53 in Berlin-Mitte, hat am 19. April, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Frau Karin Evers-Meyer die Ausstellung "Get an Angel – ein Engel für Dich" von Jiři Keuthen eröffnet. Die Ausstellung ist bis zum 24. August, Montag bis Freitag von 9.00 bis 18.00 Uhr zugänglich. Jiři Keuthen ist ein sozialkritischer Künstler aus Schleswig-Holstein. In dem 60-seitigen Katalog findet sich ein umfangreiches Interview mit Björn Engholm zur Kulturpolitik und zu Jiři Keuthen. Der Katalog ist kostenlos.
Die Nachbildung der heiligen Stätten in der Grabeskirche zu Jerusalem entstand in Görlitz (Land Brandenburg) vor rund 500 Jahren. Zum architektonischen Ensemble gehören drei Bauwerke: die Doppelkapelle zum Heiligen Kreuz, das Salbhaus und die Grabkapelle. Die Evangelische Kulturstiftung Görlitz hat zu diesem bedeutenden kulturhistorischen Denkmal eine Beschreibung in Punktschrift, ergänzt durch Reliefs, anfertigen lassen, die zur Orientierung und Einstimmung auf den Besuch ausliegt.
Bei Gruppenbesuchen wird um vorherige Anmeldung gebeten. Einzelbesucher können sich auch gern an den öffentlichen Führungen beteiligen, die täglich um 11 Uhr und um 15 Uhr stattfinden. Auf Grund der baulichen Gegebenheiten wird blinden und sehbehinderten Besuchern empfohlen, das Heilige Grab mit Begleitung zu besichtigen.
Weitere Informationen und Anmeldung bei:
Ev.
Kulturstiftung Görlitz
Tel.: (0 35 81) 7 44-205
E-Mail: margit.kempgen@kkvsol.net
oder direkt beim
Heiligen Grab
Tel.: (0 35 81) 31 58
64.
Wir laden ein zur Mini-CeBit am 8. und 9. Juni von 10.00 bis 17.00 Uhr in das Louis-Braille-Center Hamburg. Über 20 Hilfsmittelanbieter zeigen ihre neuesten und bewährten elektronischen Hilfsmittel für den Arbeitsplatz und für zu Hause.
Nähere Informationen beim
BSV Hamburg e.V.
Holsteinischer Kamp 26, Hamburg
Tel.: (0 40) 2 09 40 40.
Am 2. Juni findet im Blindenzentrum Mainz, Untere Zahlbacherstr. 68 von 10.00 bis 17.00 Uhr eine Hilfsmittelausstellung für blinde und sehbehinderte Menschen statt. Firmen für Elektronik, Optik sowie Haushaltsgegenstände zeigen ihre neuen Produkte. Willkommen im Mainzer Blindenzentrum!
Nähere Informationen beim
BSV Rheinhessen
Tel.:
(0 61 31) 22 33 42.
Vom 1. bis 6. Juli findet die Veranstaltung für blinde und sehbehinderte Teilnehmer in der Akademie Biggesee statt.
Zu den Themen gehören: China – die neue Weltmacht?; Maria Callas – Sängerin des Jahrhunderts; Putins Russland – eine ehemalige Weltmacht strebt erneut nach oben?; Die Geschichte des Schlagers; Zur aktuellen Lage in Deutschland.
Es bleibt auch Zeit zur freien Verfügung.
Anmeldung und Informationen bei:
Akademie Biggesee
Ewiger Str. 7-9, Attendorn/Neu-Listernohl
Tel.: (0 27 22) 7 09-0
E-Mail: info@akademie-biggesee.de
www.akademie-biggesee.de
Die beiden herausragenden Baudenkmäler können in Würzburg jetzt am Modell ertastet werden, gestiftet vom Rotary Club Würzburg-Stein und der Diözese Würzburg; bald soll es auch die Residenz zum Anfassen geben. Die Kosten der drei Alu-Gebäude belaufen sich immerhin zusammen auf 30.000 Euro.
Ein Modellbauer aus den Vinzenz-Werkstätten übernahm die Aufgabe, Würzburgs berühmteste Bauwerke abzubilden. In enger Zusammenarbeit mit der Blindeninstitutsstiftung entstanden die 50 x 50 Zentimeter großen Kopien, die nicht jedes Detail enthalten. Eine klare, nüchterne Handschrift war nötig, um die Blinden beim Tasten nicht zu verwirren, betonte Lenssen.
Der Behindertenvertreter der Stadt und Bezirksgruppenleiter des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes, Karl-Heinz Marx, testete das neue Angebot und befand es für gut. "Wir sind die ersten Nutzer, aber auch Sehende können sich so einen guten Überblick über die Bauwerke verschaffen."
Stadtführungen für blinde und sehbehinderte Gäste bietet jetzt die Heidelberg Kongress- und Tourismus GmbH. Heidelberg bzw. den Philosophenweg "... mit Spüren, Riechen, Tasten entdecken" heißen die beiden speziellen Angebote.
Buchungen der jeweils zweistündigen Führungen (auch in Englisch, Französisch und Italienisch) unter
Tel.: (0 62 21) 14 22 23/-25
E-Mail: guide@cvb-heidelberg.de
Internet: www.heidelberg-tourismus.de
Vom 15. bis 22. November bietet "Biblische Reisen" eine Studienreise in die Türkei entlang der lykischen Küste nach Ephesus für blinde, sehbehinderte und sehende Reiselustige an.
Nähere Informationen und Anmeldung bei
Biblische
Reisen
Ingobert Wilke
Tel.: (0 91 91) 9 52 95
E-Mail: Ingobert.Wilke@online.de
Am 12.06. von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr stehen die Türen des Vereins in Freiburg für alle Interessenten offen.
In unserem Informations- und Beratungszentrum möchten wir Ihnen einen aktuellen Überblick über die derzeitig erhältlichen Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen geben.
Wir stellen diesmal wieder unsere kleinen und großen Alltagshelfer für Haushalt, Hobby und Mobilität vor. Des Weiteren geben wir wieder einen Überblick über elektronische Hilfsmittel. Unsere optischen Sehhilfen für sehbehinderte Personen kommen ebenfalls wieder zum Zuge.
Nähere Informationen beim
BSV Südbaden
Wölflinstr. 13, Freiburg/Breisgau
Tel.: (07 61) 36122
E-Mail: info@bsv-suedbaden.org
Internet: www.bsv-suedbaden.org
Vom 17. bis 19. August führt die Fachgruppe Frauen, Familie und selbstständige Lebensführung der nordrhein-westfälischen Blinden- und Sehbehindertenvereine wieder ein Singwochenende durch. Teilnehmen kann jeder, der gern singt. Gesungen werden mehrstimmige Gospels, Volkslieder und sonstiges.
Das Singen findet im Tagungshotel Lichthof in Gelsenkirchen statt.
Nähere Auskünfte gibt
Margret Gajewski
Tel.: (02 09) 81 44 50 bis 20.00 Uhr.
Das Museum im Stift Admont in der Steiermark (Österreich) zeigt im Jahr 2007 "Kunst zum Begreifen". Zahlreiche Werke zeitgenössischer Künstler, die speziell für Admont entstanden sind, können ertastet werden. Ab Mai ist auch der "Unsichtbare Garten" geöffnet, in dem verschiedene Jungbäume aus der Region zu fühlen, zu riechen und auch zu hören sind; Sehende verbinden sich die Augen und lassen sich führen.
Auskunft:
Museum Stift Admont
Tel.: 0043 (0) 3613-23
12-601
E-Mail: kultur@stiftadmont.at
Internet: www.stiftadmont.at
Zwei aktuelle Ausstellungen, die beide bis Mitte Juni in Lübeck gezeigt werden.
Aus Anlass des 80. Geburtstags von Günter Grass: "Der liebe Gott". Otto Pankok. Ein "Lehrer" von Günter Grass. im G-G-Haus und "Pacific Palisades – Der Weg deutschsprachiger Schriftsteller ins kalifornische Exil 1932-1941" im Buddenbrookhaus.
Dietrich Buxtehude (gest. 1707), 40 Jahre Kantor an St. Marien zu Lübeck, wird auch gefeiert: Festwoche 4. bis 13. Mai. Internationales Buxtehudefestival 8. bis 22. September.
Wer einfach nur Spaß und Urlaub haben möchte, ist natürlich auch herzlich willkommen.
Im Spätsommer (24.9. bis 3.10.) treffen sich "Unternehmungslustige um 50" im AURA-Hotel Timmendorfer Strand.
Nähere Informationen:
Katarina Seelhorst
Tel.:
(0 45 03) 6 00 20
E-Mail: timmendorfer-strand@aura-hotels.de
Neben unseren Hotelzimmern verfügt das AURA-Zentrum Bad Meinberg auch über elf Dauerwohnappartements. Aus aktuellem Anlass können wir Ihnen ein Ein-Zimmerappartement inkl. Küche, auch möbliert, bieten. Wohnen Sie dort, wo andere Urlaub machen!
Informieren Sie sich! Bitte fordern Sie unsere Hotelbroschüre für 2007 an!
Hotel-Residenz AURA-Zentrum
Tel.: (0 52 34) 90 40
Internet: www.aura-zentrum.de
E-Mail: info@aura-zentrum.de
Behutsam, liebevoll, mal tastend, mal geradeaus, dem Teenager-Alter selbst kaum entwachsen, erzählt die Autorin die Geschichte von zwei 16-jährigen Mädchen, die die Probleme, Freuden und Unsicherheiten des Heranwachsens miteinander erleben: Ängste und Hoffnungen erster Liebesempfindungen, das Entdecken der eigenen Außen- und Innenwelt.
Valérie und Chloe leben in New York City. In ihren witzig und immer glaubhaft erzählten Erlebnissen auf der faszinierenden Reise des Erwachsenwerdens werden sich junge Leserinnen mit Vergnügen wiederfinden.
Nähere Informationen:
VzFB
Tel.: (05 11) 9 54
65-32.
Die DZB präsentiert auf der SightCity die ersten Karten des neuen Welt-Atlas für blinde und sehbehinderte Menschen. Dieser ist als Relief-Ausgabe, Großdruck-Ausgabe oder in Kombination erhältlich. Darüber hinaus werden eine Auswahl an Punktschriftbüchern, Reliefkarten sowie DAISY-Büchern bereitgehalten.
Informieren Sie sich auch auf der Website www.dzb.de
Vom 22. bis 24.06. findet das Fortbildungsseminar zum Thema Intervention durch barrierefreie Umweltgestaltung – Die Umwelt sehfreundlich gestalten – Modul 3 statt. Das Seminar wendet sich an pädagogische, medizinische und therapeutische Mitarbeiter, die mit sehbehinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen arbeiten. Es ist ein weiterführendes Seminar, dass die Handlungskompetenz bei der Gestaltung der Umwelt für sehbehinderte Menschen erhöhen soll. Seminarinhalte sind u.a. Objektgröße und Sehwinkel, Farbwahrnehmung, Kontrast, Licht und Beleuchtung.
Nähere Informationen und Anmeldung bei
Fokus e.V.
Tel.: (0 64 21) 342 70
Online-Anmeldung
unter
www.fokus-ev.de/fortbild.html
Anmeldeschluss ist der 22.05.
Die Hörspielgemeinschaft Timmendorfer Strand stellt zwei neue Krimis vor.
In einem schleswig-holsteinischen Dorf wird ein Gastwirt erpresst. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, entführen die Erpresser seine Tochter. Der hinzugezogene Detektiv stellt fest: Die Spuren führen nach Venedig und die Gründe liegen in der Vergangenheit des Gastwirts. Doch welches unangenehme Geheimnis versucht er zu verbergen?
Die beiden Hörspielgruppen, die sich im Februar 2007 im AURA-Hotel Timmendorf trafen, haben diese Frage ganz unterschiedlich beantwortet.
In "Das venezianische Komplott" findet der bekannte Harry Jürgens auf seine schnodderige Art eine überraschende Erklärung, in "Einmal Lude – immer Lude" wird der höflich-sanfte Detektiv Kai Janssen erst einmal unterschätzt, ein folgenschwerer Fehler.
Die CD mit beiden Hörspielen ist über den
BSV Hamburg zu beziehen
Tel.: (0 40) 209 40 40 oder
E-Mail: u.backofen@bsvh.org.
Speckstein in Kunst und Gebrauch zeigt eine Ausstellung vom 13.05. bis 12.08. im Stadtmuseum Hofheim/Taunus. Die Stiftung Blindenanstalt Frankfurt a.M. hat dazu Orientierungshilfen und eine Audio-Führung für Blinde und Sehbehinderte erstellt. Ausgewählte Objekte können ertastet werden. Von einem 5.000 Jahre alten Königsrollsiegel aus Anatolien über fernöstliches Kunsthandwerk des 17. bis 19. Jahrhunderts bis zu zeitgenössischen Arbeiten aus aller Welt.
Öffnungszeiten:
Di. 10-13 Uhr
Di. bis Fr. 14-17
Uhr
Sa./So. 11-18 Uhr.
Stadtmuseum
Burgstraße 11, 65719 Hofheim am
Taunus
Tel.: (0 61 92) 90 03 05
E-Mail: stadtmuseum@hofheim.de
Internet: www.hofheim.de
anders-sehn bietet noch freie Plätze für einen spannenden Segeltörn im Wattenmeer (29.07. bis 04.08.), erlebnisreiche Familienferien am Ostseehaff (06. bis 12.08), einen geruhsamen Wanderurlaub auf Hiddensee (16. bis 22.09.) sowie zwei interessante Städtereisen nach Wien (02. bis 07.09.) und Amsterdam (14. bis 19.10.).
Weitere Informationen unter
Tel.: (0 64 21) 16 50 90
Internet: www.anders-sehn.de
Der Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen bietet in Zusammenarbeit mit CG Touristic diese Wanderreise für Blinde, Sehbehinderte und deren sehende Freunde an; Termin: 27.10. bis 10.11.2007
Nähere Informationen bei:
CG Touristic
E-Mail: info@wandern.de
Internet: www.bsbh.org
und beim
BSBH
Tel.: (0 69) 15 05 96 72.
Alleinstehende Blinde und Sehbehinderte sind herzlich zu einem Single-Treffen eingeladen, das vom 29.06. bis 02.07. stattfindet.
Details zu diesem verlängerten Wochenende vermittelt das Villa-Team, bei dem man sich auch anmelden kann;
Tel.: (03 73 83) 83 80-0
E-Mail: villa@bsv-sachsen.de
Das Stadtmuseum Burgdorf (Region Hannover) zeigt vom 6. Mai bis 17. Juni eine Ausstellung zum Gedenken an den Radiokünstler und Komödianten Hermann Hoffmann ("Dachkammermusik", "Sender Zitrone"). Dabei steht das Hören im Vordergrund. Alle Besucher bekommen Kopfhörer und ein Steuergerät; auf dem Rundgang können sie damit Informationen und Originaltöne aus Hoffmanns Leben und Schaffen anhören; blinde Besucher können zusätzlich Informationen zu Fotos und Ausstellungsobjekten abrufen.
Öffnungszeiten: Samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr,
Gruppen (bis zehn blinde Personen) können Sondertermine vereinbaren
mit
Gerhard Bleich
Tel.: (0 51 36) 18 62
Fax: (0 51 36)
87 37 44
E-Mail: vvvburgdorf@aol.com
Am 11. Mai ab 19.30 Uhr veranstaltet der Verein Liederleute in der Osterkirche, Samoastraße 14, 13353 Berlin, ein vielseitiges Konzert, dessen Erlös die Teilnahme eines Jugendlichen aus Kaliningrad (Russland) am 3. Internationalen Tandem-Camp für blinde und sehbehinderte Jugendliche ermöglichen soll, das die private Initiative Tandem-Hilfen Ende September 2007 in Boltenhagen durchführt. Im dortigen AURA-Hotel finden im Herbst auch die 10. Liedertage statt.
Beim Benefizkonzert gibt es Jazz, Folk und engagierte Lieder. Mit dabei sind die Klangbande, die Bluegrass Mountain Band, Joachim Pulpitz, Thomas Vallentin und Pernille Sonne, das Berliner Invalidenorchester und die Gruppe Nordostwind. Der Eintritt ist frei, wobei Spenden natürlich für den guten Zweck erwünscht sind.
Weitere Infos unter:
www.liederleute.de und
www.tandem-hilfen.de
Nach über zwei Jahren Projektzeit wurde das Tastmodell
des Reichstagsgebäudes für blinde und sehbehinderte Menschen am
Dienstag, 20. März, in Anwesenheit der DBSV-Präsidentin Renate
Reymann öffentlich präsentiert.
Im Maßstab 1:100 wurde
das markante Gebäude detailgetreu nachgebildet; zusammengesetzt aus
rund 1.000 Einzelteilen.
"Ich kann nur jedem empfehlen, sich auch einmal an seinen Wahlkreisabgeordneten zu wenden", sagte Peter Rasmussen vom Blinden- und Sehbehindertenverein Iserlohn am Rande der Veranstaltung. Er hatte die Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag kontaktiert, die eine Gruppe von 50 Personen zu einem viertägigen Programm nach Berlin eingeladen hatte. Beim Besuch im Reichstagsgebäude war es schwierig, den blinden Gästen das Aussehen des Gebäudes zu erklären. So kam die Idee auf, man solle ein Modell des Gebäudes anfertigen. Dagmar Freitag versprach, sich darum zu kümmern. Mit Unterstützung der Kommission des Ältestenrates für Innere Angelegenheiten begann sie mit der Umsetzung.
Die Technische Universität Berlin erhielt den Auftrag, ein Tastmodell für blinde und sehbehinderte Besucher zu erstellen. Vier blinde und sehbehinderte Berater wurden vom DBSV zur Beratung des Modellbaus entsandt. In regelmäßigen Treffen erzählten die dozierenden Burkard Lüdtke und Annette Müller und Studierenden viel über Modellbau und zeigten Arbeitsproben. Die DBSV-Vertreter gaben immer wieder Rückmeldungen, wie was darzustellen ist. Es ging um die Gesamtgröße des Modells und darum, wie genau die Verzierungen am Gebäude gestaltet werden können. Interessant waren die Diskussionen über die Materialien. Die TU war bestrebt einen Stoff zu finden, der sich möglichst wie der Sandstein des Gebäudes anfühlt. Dafür wurde eigens ein Kunststoff-Sand-Gemisch entwickelt.
Die TU fertigte auch Arbeitsmodelle vom Regierungsviertel, vom Grundriss des Plenarsaals, vom Querschnitt des Gebäudes und von der Kuppel mit den spindelförmigen Wegen nach oben. Die DBSV-Vertreter waren auch von diesen Modellen begeistert, weil an ihnen die innere Struktur des Gebäudes zu erkennen ist. So wird deutlich, wie die Besucher direkt über den Abgeordneten herumlaufen und über ein Spiegelsystem auch in den Plenarsaal hineinschauen können. Die Symbolik der inneren Architektur, in der das Volk seinen Vertretern gleichsam auf die Finger schauen kann, wird durch solche Modelle deutlich, und der DBSV hat dem Bundestag vorgeschlagen, dass noch ein Querschnittsmodell hergestellt wird.
Ein Relief vom Regierungsviertel konnten die begeisterten blinden und sehbehinderten Gäste der Präsentationsveranstaltung bereits unter ihre Finger nehmen. Es zeigt, wie alle Gebäude, die sonst noch zum Bundestag gehören, im Zentrum Berlins angeordnet sind und sich in die Umgebung mit Spree, Brandenburger Tor, Hauptbahnhof und Charité einfügen.
DBSV-Präsidentin Renate Reymann brachte bei der Präsentation den Dank des DBSV für die sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der TU und mit Rainer Wiebusch vom Besucherdienst des Bundestages zum Ausdruck und dankte auch Dagmar Freitag und der anwesenden Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt für ihr Engagement.
Tastmodell und Umgebungsrelief werden dauerhaft auf der Besucherebene des Deutschen Bundestages an exponierter Stelle stehen und damit sicher zu einer Attraktion für alle Teilnehmer an Führungen durch das hohe Haus werden.
Bis zum 30. März wurde in einer Ausstellung die Entstehung des Modells dokumentiert. Burkard Lüdtke und Annette Müller zeigten am 26. März zwei Gruppen aus Berlin und Aschaffenburg anhand der Exponate, wie das Modell entstanden ist.
Langfristig können Führungen durch das Reichstagsgebäude gebucht werden beim
Besucherdienst des Bundestages
Frau Rosendahl
Tel.:
(0 30) 22 73 27 62
Fax: (0 30) 22 73 00 42
E-Mail: andrea.rosendahl@bundestag.de
Kurzfristigere Führungswünsche können auch über den DBSV vermittelt werden.
Kontakt:
Tel.: (0 30) 28 53 87-24
E-Mail: r.delgado@dbsv.org
Darüber hinaus haben auch Besucher von Plenardebatten Zugang zur Besucherebene. Wie man an einer Plenardebatte teilnehmen kann, ist erklärt unter: www.bundestag.de/interakt/besucherinfo/besgrupp/plen.html
Anmeldung an:
Deutscher Bundestag –
Besucherdienst
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Fax: (0 30) 22 73
00 27
E-Mail: besucherdienst@bundestag.de
Bitte um Angabe von Datum und Uhrzeit des gewünschten Termins und Terminalternativen, Anzahl der Besucher, Postanschrift, Telefonnummer und/oder E-Mail-Adresse.
Reiner Delgado
Immer eine Stocklänge voraus – in Osnabrück auch im Theater "Faust I" mit Audiodeskription.
Am 24. März konnten blinde und sehbehinderte Besucher dank Audiodeskription zum zweiten Mal – eingebunden in ein sehendes Publikum – in Osnabrück einen Theaterabend genießen. 75 blinde und sehbehinderte Besucher und Begleiter waren aus Berlin, Kiel, München und vielen anderen Städten angereist, um ein Theatererlebnis besonderer Art genießen zu können. War es im vergangenen Jahr "Cyrano de Bergerac", konnten wir uns in diesem Jahr mit einer modernen Fassung von "Faust I" vertraut machen.
Lob und Anerkennung gebührt sowohl dem Team des Osnabrücker Theaters unter Intendant Holger Schultze, das sich mit großer Selbstverständlichkeit die Integration behinderter Menschen auf die Fahnen geschrieben hat, als auch dem Hörfilm e.V. unter Anke Nicolai, die in bewährter Weise für die Bereitstellung der erforderlichen Technik sowie mit ihrem Team für die Beschreibung sorgte und die erklärenden Texte selbst live einsprach.
Der eigentlichen Aufführung vorangestellt war ein umfangreiches Rahmenprogramm, das eine taktile Stadtführung, eine Einführung in den Aufbau des Bühnenbildes sowie die Kostüme der Hauptfiguren und einen Theaterworkshop beinhaltete. Im Workshop hatten wir unter der sehr einfühlsamen Leitung des Theaterpädagogen Herrn Jörn Glitzenhirn die Möglichkeit, uns in die Charaktere der Hauptfiguren einzuleben.
Nach der Aushändigung der Ein-Ohr-Clips und der Empfänger war es so weit. Mit akustischen Orientierungshilfen wurden wir in den Zuschauersaal geleitet; und die Vorstellung begann!
Dank der detaillierten Einsprachen konnten wir die Dialoge mit Bildern ergänzen, so dass ein vollständiges abgerundetes Gesamterlebnis des Schauspiels entstand.
Abgeschlossen wurde der Abend durch die Möglichkeit, mit dem Intendanten, den Schauspielern und dem Beschreiberteam unsere Eindrücke Revue passieren zu lassen und Lob und Anerkennung loszuwerden.
Das Theaterprojekt wurde möglich mit Unterstützung durch Fonds Soziokultur, Niedersächsische Lottostiftung, Dr. Georg-Blindenstiftung, BSV Osnabrück und BTL Veranstaltungstechnik Berlin GmbH und Hörfilm e.V.
Besonders dankbar sind wir dafür, dass wir uns schon auf die nächste Darbietung mit Audiodeskription freuen dürfen. Wie schön, dass es so eine geglückte Partnerschaft zwischen dem Theater und dem Hörfilm e.V. gibt.
Weitere Informationen zu Theater-Aufführungen mit Audiodeskription unter www.hoerfilmev.de.
Helga Stübbe, 1. Vorsitzende des Regionalvereins Osnabrück, Emsland-Bentheim
Der Duft- und Tastgarten Papendorf lädt ein zu sinnlichen Begegnungen.
Papendorf liegt bei Lassan – zwischen Wolgast und Anklam – unweit der Insel Usedom.
Mit viel ehrenamtlichem Engagement wurden das Hildegard-von-Bingen-Klostergartenbeet, der Barfußweg, die Kräuterschnecke und das "Pommersche Labyrinth" (nach alter Vorlage aus dem hinterpommerschen Slupsk) neu aufgebaut. Daneben gibt es im Garten weitere Gestaltungselemente, wie z.B. den befestigten barrierefreien Weg, der zu den großen Hochbeeten und dem lebendigen, klingenden Gartenteich führt, den Ausstellungsraum mit regionalen Kräuterprodukten und die Terrasse für unsere Gartengäste und noch vieles andere mehr.
Unsere Gäste betasteten die Blätter, schnupperten den Duft der verschiedenen Blüten, kosteten und schmeckten die süßen, herben und fruchtigen Aromen essbarer Pflanzen.
Ab Mai 2007 ist der "Erlebnisgarten für die Sinne" wieder geöffnet. Die kostbaren Gewürzpflanzen, Heil- und Duftkräuter können Sie mit allen Sinnen genießen. Die Gärtnerinnen werden in die Welt der Pflanzen und Düfte und die geheimnisvollen Wunder der Natur (ein-)führen. Darüber hinaus sind verschiedene Veranstaltungen geplant, wie zum Beispiel monatliche "Kräuternachmittage für die ganze Familie" und ein Sommerfest. Von Mai bis Oktober ist der Duft- und Tastgarten mittwochs bis sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.
Zwecks Kräuterwerkstätten, Betriebsausflügen oder schulunterrichtsbegleitenden Exkursionen sowie für weitere Informationen und Anmeldungen wenden sich Interessenten an das
Büro für Öffentlichkeitsarbeit (Katja
Wellenberg)
Tel.: (03 83 74) 5 59 36
E-Mail: duft@mirabellev.de
Internet: www.mirabellev.de
Über weitere Angebote in der Umgebung informiert
Land und Leute
Touristinformation
Tel.: (03 83 74) 51 11.
"Sie sind eingeladen, auf unseren Wegen eine neue Landschaft mit ihren kleinen Dörfern, mit ihren Gärten und Naturschönheiten zu entdecken", schreibt die BUGA-Gesellschaft. Weiter heißt es: "Unverwechselbar und gewaltig erscheinen sie: die Dimensionen der Neuen Landschaft Ronneburg. In Erinnerung an den einstigen Uranerzbergbau stehen hier die streng geometrischen Formen der Lichtenberger Kanten im spannungsvollen Kontrast zur gefälligen Geländebewegung der über Jahrhunderte entwickelten Kulturlandschaft."
Frau Eva-Maria Strauß organisiert und übernimmt selbst spezielle Führungen für blinde und sehbehinderte Besucher, unter Berücksichtigung spezieller Wünsche. Behinderte Besucher zahlen ermäßigten Eintritt. Für Begleitpersonen ist der Eintritt frei.
Nähere Informationen und Anmeldungen unter
Tel.: (03
65) 7 12 95 50
mobil: 0170-5 75 65 88
E-mail: info@erlebnistouren-gera.de
Mehr Informationen gibt es direkt beim Veranstalter:
Bundesgartenschau Gera und Ronneburg 2007 GmbH
Info-Tel.: (03 65) 55 20
07
E-Mail: info@buga2007.de
www.buga2007.de.