Gegenwart 06 / 2005 - ausgewählte Beitträge

"Die Gegenwart" erscheint monatlich (Juli / August als Doppelnummer)

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Inhaltsverzeichnis


Zu unserem Titelbild:
Viel Interesse für das Volksbegehren in Niedersachsen beim Maifest.

Editorial

6.6. zum 7. Mal

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nach sieben Jahren muss sich wohl entscheiden, wie es weitergehen soll mit dem Sehbehindertentag. Noch steht er in den wenigsten Terminkalendern von Journalisten. Noch wird er nicht überall angenommen und gestaltet. Brauchen wir ihn vielleicht gar nicht mehr, nachdem die "Woche des Sehens" längst viel mehr bietet als früher allein der "Tag des weißen Stockes", der sich fast ausschließlich auf "Blindenthemen" konzentrierte?

Ja, es stimmt, dass wohl beinahe jeder Tag im Jahr einem Thema gewidmet ist. Und so bleibt es mühevoll, die Bevölkerung und die Medien stets aufs Neue für unsere Anliegen zu interessieren. Aber bedenkt man, dass hunderttausende Menschen mit ihren Sehproblemen weitgehend allein dastehen und selbst für den kleinsten Rat, für medizinische Aufklärung, Hilfsmittelberatung sowie für den Gedankenaustausch mit gleich Betroffenen dankbar sind, bietet der Sehbehindertentag zahlreiche bisher zumeist ungenutzte Chancen.

Dort, wo Selbsthilfe, Augenärzte, Augenoptiker, Low Vision-Trainer, Hilfsmittelanbieter und weitere Partner gemeinsam etwas auf die Beine stellen, fehlt es an Resonanz nicht.

Es ist klar, dass der Sehbehindertentag von den Vereinen neues Denken und Handeln verlangt, denn ein Dunkelerlebnis und traditionelle Blindenhilfsmittel sind nicht das, was den Tag beleben könnte und ihn von anderen Informationsveranstaltungen unterscheiden würde. Wenn wir an diesem Tag Menschen mit Sehproblemen erreichen wollen, dann sollte das Wort "blind" - außer im Vereinsnamen - nicht auftauchen, denn wer noch sehen kann, will sein Sehvermögen nutzen. Wenn es der Selbsthilfe gelingt, den Betroffenen dabei zu helfen, werden sie auch den Weg zu den Vereinen finden - am Sehbehindertentag und darüber hinaus.

Ihr Dr. Thomas Nicolai 

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Standpunkte

Sehbehindert im Blindenverband?

Nachdem nur noch ganz wenige Vereine des DBSV das "sehbehindert" nicht in ihren Namen haben, stellt sich die Frage, welche Veränderungen diese Umbenennung auch im Vereinsleben mit sich gebracht haben.

Der erhoffte Zustrom neuer sehbehinderter Mitglieder ist nach meiner Kenntnis ja wohl bisher ausgeblieben. Woran liegt's? Machen wir die richtigen Angebote oder zu wenig Werbung für die neue alte Zuständigkeit? Ist es überhaupt sinnvoll, sich als Sehbehinderter in einem ehemaligen Blindenverein zu organisieren? Ja, das ist es, und dafür gibt es aus meiner Sicht sehr viele Gründe, z.B.:


Gibt es denn überhaupt gemeinsame Ziele und Interessen von blinden und sehbehinderten Menschen? Ja, z.B. Ampeln mit taktiler/akustischer Signalisierung, die Ansagen in Verkehrsmitteln sowie die Leitstreifen an Haltestellen des ÖPNV und an anderen Orten. Wann und wie soll man sich als Sehbehinderter kennzeichnen? Und wie geht man mit der eigenen Behinderung um? Alles Fragen, die sich am besten im Gespräch mit ähnlich Betroffenen klären lassen.

Welche Hürden es dabei manchmal zu bewältigen gilt, zeigt die sehr eindrucksvolle Schilderung der sehbehinderten Notburga K. auf ihrer Internetseite, auf der sie beschreibt, wie sie ihren Wunsch, ohne Begleitung in einem Sportstudio zu trainieren, in die Tat umgesetzt hat.

In den Vereinen gibt es inzwischen eine fast unüberschaubare Zahl von Angeboten, die sowohl von sehbehinderten als auch von blinden Personen genutzt werden. Aber auch Projekte, die sich gezielt an sehbehinderte Nutzer richten, sind entstanden: z.B. wurden in Zusammenarbeit mit großen Bibliotheken in Berlin in deren Räume Recherche- und Internet-PCs mit ZoomText zur kostenlosen Nutzung durch sehbehinderte Besucher eingerichtet und Bildschirmlesegeräte aufgestellt. Inzwischen entstand dadurch auch ein Literaturtreff für Sehbehinderte.

Festgestellt werden muss, dass es, bedingt durch die Altersstruktur, in Zukunft immer mehr sehbehinderte Menschen geben wird, für die weitere Angebote erforderlich sein werden. Die rechtzeitige Erkennung von Augenerkrankungen mit den dann erforderlichen Maßnahmen sind hier sehr wichtig, ebenso wie die Zusammenarbeit zwischen Selbsthilfe und den Augenärzten, Kliniken, Fachoptikern etc.

Die vielfältigen Veränderungen im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung haben gezeigt, dass unsere Selbsthilfeorganisationen auch im politischen Bereich weiter aktiv sein müssen, um die Versorgung mit den erforderlichen Hilfsmitteln und Therapien zu erhalten und auszubauen.

Um nochmals auf die eingangs gestellte Frage zurückzukommen: Machen wir in den Vereinen überhaupt die richtigen Angebote? Wenn Sie diese Zeilen lesen, wissen wir sicher mehr, denn vom 26. bis 29.05. trafen sich die Sehbehindertenbeauftragten der Landesvereine.

Franz Rebele 

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Blindengeld

Niedersachsen

Trommeln für das Volksbegehren

Fünf vor Zwölf am 15.04.; eine Samba-Gruppe sorgt in Hannover am Kröpcke für den nötigen Trommelwirbel zum Auftakt des Volksbegehrens. Die Unterschriftenlisten für alle Bürger Niedersachsens wurden so bekannt gemacht. Jetzt hat jeder Wahlberechtigte aus Niedersachsen die Möglichkeit und das Recht, das Instrument Volksbegehren zu nutzen.

Der zunehmende Trend der Landesregierung bei Alten, Kranken und Behinderten noch weiter zu sparen, wirkt sich negativ auf die gesamte Gesellschaft aus.

Immer mehr Bürger fürchten, dass, für den Fall, wenn es ihnen z.B. gesundheitlich schlecht gehen sollte, sie allein gelassen sind, aber trotzdem ihren Lebensalltag bewältigen müssen. Wir sagen der Landesregierung: So darf es nicht weitergehen!

Wir rufen mit diesem Volksbegehren alle Bürger auf, ein deutliches Zeichen zu setzen, denn wir Niedersachsen erwarten von unserer Landesregierung, dass sie Behinderte, Alte und Kranke nicht noch weiter an den Rand der Gesellschaft drängt. Denn wer schon bei Blinden spart, wird auch vor anderen Gruppen nicht zurückschrecken. So ist es landauf, landab zu hören. Deshalb auch dieses Volksbegehren gegen den sozialen Kahlschlag. Es soll damit erreicht werden, blinden Menschen auch in Zukunft ein eigenverantwortliches und selbstständiges Leben zu sichern.

Die Verantwortlichen des Volksbegehrens/Blindengeld: "Helfen Sie mit, dass alle blinden Menschen wieder Anspruch auf ein Landesblindengeld haben!"

Nähere Informationen zum Volksbegehren und zu den Möglichkeiten, dieses Vorhaben zu unterstützen unter

Tel.: (05 11) 51 04-224 -225 oder -226,

E-Mail: volksbegehren@blindenverband.org

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Schleswig-Holstein

Aussagen im Koalitionsvertrag

Ein einkommens- und vermögensunabhängiges Blindengeld soll in Schleswig-Holstein erhalten bleiben, so sieht es der Koalitionsvertrag von CDU und SPD vor. Unter der Überschrift "Menschen mit Behinderungen" ist dort u.a. zu lesen: "Wir wollen ein Land des Miteinanders, in dem Menschen mit Behinderung neben dem Anspruch auf einen besonderen Schutz vor Benachteiligung einen Anspruch auf selbstbestimmte Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft haben. Wir sehen in der Verwirklichung dieses wichtigen sozialpolitischen Auftrags einen besonderen Schwerpunkt für die nächsten Jahre. Wir werden in enger Kooperation mit allen Beteiligten ein behindertenpolitisches Gesamtkonzept entwickeln und abstimmen. Dazu werden wir eine Bestandsaufnahme der Zielgruppen, Leistungen und Kosten durchführen, um daraus fachliche und finanzielle Handlungsbedarfe präzisieren zu können. Integration und Selbstbestimmung unter Zuhilfenahme von Förderung und Hilfsmöglichkeiten haben hierbei Priorität. Wir werden dabei eng mit den Interessenvertretungen der Behindertenverbände zusammenarbeiten. Wir werden weiterhin das einkommens- und vermögensunabhängige Landesblindengeld gewähren ..."

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Thüringen

Unterschriften gegen Abschaffung

Als bislang sehr erfolgreich schätzt der Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen e.V. (BSVT) die Mitte März gestartete Unterschriftensammlung für den Erhalt des einkommens- und vermögensunabhängigen Blindengeldes in Thüringen ein.

Bis zum 26.04. gingen 460 Listen mit 5126 Unterschriften bei der Geschäftsstelle des Verbandes ein.

Bei den Vorständen der 23 Kreisorganisationen des BSVT sind ebenso wie in der Landesgeschäftsstelle und den Beratungsstellen sowie über die Homepage des Verbandes www.bsv-thueringen.de Unterschriftenlisten erhältlich.

Nach Angaben des Verbandes soll die Unterschriftenaktion zunächst ohne zeitliche Begrenzung weitergeführt werden; für die erste Maihälfte war allerdings die Übergabe der bis dahin vorliegenden Unterschriftenlisten in der Staatskanzlei vorgesehen.

(Aus einer Pressemitteilung des BSVT)

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DBSV-Nachrichten

Beraten und beschlossen

Belange sehbehinderter Menschen - ein Schwerpunkt auf der Tagung des DBSV-Präsidiums.

Am 22.04. tagte das DBSV-Präsidium in Berlin. Abends zuvor waren Abgeordnete des Deutschen Bundestages sowie leitende Mitarbeiter in Bundesministerien der Einladung zu einer informellen Begegnung in der DBSV-Geschäftsstelle gefolgt, bei der es zwar keine Tagesordnung, aber dennoch viele Gespräche zu behindertenpolitischen Themen gab, so auch Nachfragen des DBSV-Präsidenten zu jüngsten Schwierigkeiten im Bereich der beruflichen Rehabilitation, denen der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung, Franz Thönnes, nachgehen wird.

Oberste Priorität hatte wiederum die Blindengeldsituation in mehreren Bundesländern (Aktuelles dazu haben wir in der Rubrik Blindengeld zusammengefasst.).

Kontrovers diskutiert wurde die Tatsache, dass der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen mit dem Volksbegehren die Einführung eines Blindengeldes von (nur) 320 € erreichen will da der wirkliche Bedarf wesentlich höher sei.

Das Präsidium bestätigte ferner einen Entwurf zur Einführung eines Bundesbehindertengeldes, der jetzt DBSV-intern diskutiert und möglichst bald auch mit anderen Verbänden abgestimmt werden soll.

Wieder einmal ging es um den Berufsstand der Masseure, nachdem in einem Gutachten die Sinnhaftigkeit von Massagen in Zweifel gezogen worden war. Der DBSV will sich energisch dafür einsetzen, dass der Berufsstand des Masseurs keinen Schaden nimmt.

Zur Diskussion standen auch brisante Themenvorschläge für die Rubrik "Standpunkte" in der "Gegenwart". Hier sollen neben Mitgliedern des Präsidiums und Referenten der Geschäftsstelle weitere Experten zu Wort kommen.

Die DAISY-Gegenwart auf CD-ROM bietet auf Beschluss des Präsidiums zusätzliche akustische Werbemöglichkeiten. Diese Werbebeilagen - so sich Kunden dafür interessieren - erscheinen ausschließlich auf der CD und nur in akustischer Form.

Breiten Raum nahm der Finanzabschluss 2004 ein, den Steuerberater Dustert erläuterte und kommentierte. Nach seinen Worten sei eine erfreuliche Tendenz hin zu einem ausgeglichenen Haushalt zu erkennen, wenngleich rund 124.000 Euro Verlust festgestellt werden mussten. Insbesondere bei Spenden und Erbschaften sowie bei Zinserträgen sind die Einnahmen stark rückläufig. Herr Dustert appellierte an ein weiter auszuprägendes Kostenbewusstsein. Zu den Belangen sehbehinderter Mitglieder war Herr Franz Rebele vom FBS (Gemeinsamer Fachausschuss für die Belange Sehbehinderter) zu Gast. Es wurde beschlossen, vorbehaltlich der Zustimmung des Verwaltungsrates eine Koordinationsstelle für die Belange sehbehinderter Menschen einzurichten.

Dr. Thomas Nicolai

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Woche des Sehens 2005

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Vom 10. bis 15.10.2005 findet zum vierten Mal die "Woche des Sehens - Blindheit verhüten, Blindheit verstehen" statt, in die traditionell der "Welttag des Sehens" und der "Tag des weißen Stocks" integriert sind. Auch in diesem Jahr wollen die neun Partner der Kampagne die etablierte Marke dafür nutzen, die Probleme und die Leistungsfähigkeit blinder Menschen deutlich zu machen und auf das Problem der armutsbedingten Blindheit in Entwicklungsländern hinzuweisen.

Die diesjährigen Großveranstaltungen der bundesweiten Aktionswoche werden in Deutschlands Norden, in Hannover, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg stattfinden. Bundesweit werden zudem kostenlose Sehtestaktionen der Augenoptiker, eine Beratungsoffensive zum Thema Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) und eine Fachtagung zur Blindheitsverhütung in Deutschland und in den Entwicklungsländern feste Bestandteile der Kampagne sein. Eine aktuelle Übersicht der Veranstaltungen ist ab sofort im Internet unter www.woche-des-sehens.de zu finden.

Ein weiteres wesentliches Standbein der "Woche des Sehens" sind die regionalen Veranstaltungen. Sie bieten gerade den regional gegliederten Vereinen der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe eine ideale Möglichkeit, die Anliegen von Menschen ohne Augenlicht deutlich zu machen.

Der DBSV und die anderen acht Partner der "Woche des Sehens" laden deshalb alle Landes-, Bezirks- und Ortsvereine der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe ein, sich mit eigenen Veranstaltungen an der "Woche des Sehens" zu beteiligen.

"Gerade in Zeiten der Kürzung und Abschaffung des Blindengeldes und vieler weiterer sozialer Leistungen müssen wir sehenden Menschen klarmachen, wo unsere Probleme im Alltag liegen und warum wir die Unterstützung der Gemeinschaft benötigen. Unser diesjähriges Motto zum "Tag des weißen Stockes" 'Blind sein, wie ist das - In einer Welt von Farben, Grafiken und Automaten' ist dafür ein sehr guter Aufhänger", so Andreas Bethke, Geschäftsführer des DBSV.

Veranstaltungsideen, Tipps für die Organisation und Durchführung von Aktionen sowie für deren finanzielle Förderung sind auch in diesem Jahr wieder in einem Aktionsleitfaden zu finden, der im Internet unter www.woche-des-sehens.de bzw. beim Projektkoordinator der Kampagne erhältlich ist. Für Informationen, Anfragen und die Unterstützung bei der Organisation von Veranstaltungen steht Projektkoordinator Dr. Roland Zimmermann zur Verfügung;

Tel.: (0 30) 28 53 87-28,
E-Mail: r.zimmermann@woche-des-sehens.de .

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Gesetz mit Nebenwirkungen

Am 26. April 2005 trat ein Änderungsgesetz zu arzneirechtlichen Vorschriften in Kraft, das eine Konkretisierung der 12. Novelle des Arzneimittelgesetzes vom 30. Juli 2004 hinsichtlich der in dieses Gesetz aufgenommenen Regelung im § 10 Abs. 1b vornimmt. In diesem Abs. 1b wurde festgeschrieben, dass auf den äußeren Umhüllungen von Arzneimitteln, die zur Anwendung bei Menschen bestimmt sind, der Name des Arzneimittels auch in Blindenschrift anzugeben ist. Diese Regelung, die für alle Arzneimittel unabhängig von ihrer Stärke, Darreichungsform und Abpackungsmenge galt, wurde durch Insistieren von Teilen der Pharmaindustrie für Abpackungen unter 20 g bzw. 20 ml mit dem nunmehr in Kraft getretenen Änderungsgesetz ausgehebelt. Der DBSV hatte sowohl bei einer Anhörung vor dem Bundestagsausschuss für Gesundheit und Soziale Sicherung am 19. Januar 2005 als auch in einer schriftlichen Stellungnahme vom 28. Januar 2005 gegen diese beabsichtigte Änderung vehement Einspruch erhoben. Auch und gerade aus dem Grunde, weil viele blinde und sehbehinderte Menschen dieses Landes auf die Anwendung von Augentropfen jeglicher Art angewiesen sind. Augentropfen werden bekanntermaßen in Abfüllmengen von 5 bis 10 ml verschrieben und gehandelt. Leider führte der Einspruch des DBSV in diesem Gesetzgebungsverfahren nicht zu dem nötigen Erfolg. Daher bleibt zurzeit nur die Möglichkeit, in Gesprächen mit Vertretern von Verbänden der pharmazeutischen Industrie beharrlich auf diesen unsäglichen Zustand aufmerksam zu machen und nach Kulanzlösungen zu suchen.

Durch eine Regelung auf EU-Ebene ist es für die Hersteller von homöopathischen Arzneimitteln nicht erforderlich, den Namen des Arzneimittels in Punktschrift auf der äußeren Umhüllung anzubringen. Das deutsche Recht folgt dieser Regelung. Der DBSV ist aber der Meinung, dass es dem Hersteller nicht untersagt ist, den Namen in Blindenschrift anzugeben und hat die Hersteller ersucht, von der Option der Angabe des Namens in Punktschrift im Interesse der vielen blinden und sehbehinderten Anwender Gebrauch zu machen.

Am 27.04. trafen in der Geschäftsstelle auf Einladung des DBSV Vertreter von führenden Verbänden der Pharmaindustrie und der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe zu einem ersten Gespräch über den derzeit vorliegenden Entwurf eines 14. Gesetzes zur Änderung des Arzneimittelgesetzes zusammen. Mit diesem neuen Gesetz wird nun auch geregelt werden, dass auf Ersuchen von Patientenorganisationen der Inhaber der Zulassung von Arzneimitteln dafür zu sorgen hat, dass die Packungsbeilage (Beipackzettel) in Formaten verfügbar ist, die für blinde und sehbehinderte Personen geeignet sind. Der GFaH hatte sich bereits im vergangenen Jahr mit Lösungsansätzen für geeignete Formate beschäftigt und hat die erarbeiteten Ansätze bei dieser Zusammenkunft zur Diskussion gestellt. Auch dieses Gespräch brachte nicht die erwartete Bereitschaft und das notwendige Verständnis der anderen Seite, sodass für den September 2005 ein weiteres Gespräch vereinbart wurde. Zwischenzeitlich hat der DBSV eine weitere ausführliche Stellungnahme zum derzeit vorliegenden Entwurf erarbeitet, die am 11. Mai 2005 bei einer weiteren Anhörung vor dem Bundestagsausschuss mündlich begründet werden wird.

In diesem Zusammenhang wird der Gesetzgeber mit Nachdruck aufgefordert, nach Regelungen für Lösungsansätze im Zusammenhang mit den Kleinabpackungen zu suchen und diesem im 14. Änderungsgesetz im Interesse der betroffenen Menschen zu verankern.

Hans-Karl Peter

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Kurzmeldungen

Neue Broschüren des DBSV:

Lebensperspektiven für Menschen mit weiteren Behinderungen

Mit der Broschüre "Lebensperspektiven ..." wird der DBSV einer vielfach geäußerten Bitte gerecht, kompakte Informationen für Eltern und Angehörige von blinden und sehbehinderten Menschen mit weiteren Behinderungen anzubieten. Die 44-seitige, farbige Broschüre im Format DIN A4 kostet 1,70 € pro Stück.

Die Mindestbestellmenge beim DBSV beträgt 35 Exemplare.

Augenerkrankungen als Ursache für Sehbehinderung und Blindheit

In enger Zusammenarbeit mit Prof. Ulrich Kellner entstand die Broschüre "Augenerkrankungen ...". Sie erläutert sehr detailliert Ursachen, Verlauf und Therapiemöglichkeiten bei einzelnen Augenerkrankungen, die zu einer Sehbehinderung oder zur Erblindung führen. Gleich im Anschluss an den medizinischen Teil haben wir einen Beitrag von DBSV-Präsidiumsmitglied Susanne Siems integriert, der in die Rehabilitationsmöglichkeiten für von Augenerkrankungen betroffene Menschen einführt. Die 56-seitige, farbige Broschüre im Format DIN A4 kostet 1,80 € pro Stück; Mindestbestellmenge beim DBSV: 35 Exemplare.

Bestellungen sind schriftlich zu richten an: Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.

Ilona Nicolai
Rungestraße 19, 10179 Berlin
Fax: (0 30) 28 53 87-20
E-Mail: gegenwart@dbsv.org

Jahrbuch 2006 jetzt bestellen

Das DBSV-Jahrbuch 2006 steht kurz vor seiner redaktionellen Endbearbeitung und wird Ende August 2005 für die Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung stehen. Mehrere Beiträge in der 96-seitigen Broschüre befassen sich mit lebenssituationen von blinden und sehbehinderten Menschen mit weiteren Behinderungen. Ein interessiertes Leserpublikum werden auch die Aufsätze über den Begründer der Blindenbildung in Deutschland, Johann August Zeune sowie über die Entwicklung der Blindenschrift finden. Daneben gibt es wiederum Porträts, Reiseberichte, Erlebnisse bei Sport und Freizeit, Kurzgeschichten, Humor, Wissenswertes von A bis Z und ein umfangreiches Anschriftenverzeichnis. Das Grußwort hat übrigens der Vorsitzende der Aktion Mensch, ZDF-Intendant Markus Schächter geschrieben. Das DBSV-Jahrbuch hat seinen Wert für eine nachhaltige Information und Aufklärung der Öffentlichkeit auch im modernen Medienzeitalter behauptet und wird von Menschen, die sich sonst eher weniger mit dem Thema blind/sehbehindert befassen, gern gelesen.

Auch das Jahrbuch 2006 soll mit Unterstützung der DBSV-Landesvereine und ihrer Untergliederungen, der Korporativen Mitglieder des DBSV und durch eine aktive Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache, die jeder einzelne leisten kann, indem er das Jahrbuch weitergibt an Freunde, Kollegen, Nachbarn, an Personen, denen man im Alltag begegnet, Apotheker, Friseure, Ärzte u.a.m. Größere Mengen sollten Landesvereine und ihre Untergliederungen, Korporative Mitglieder, Einrichtungen und Einzelpersonen bereits jetzt beim DBSV bestellen, damit die Auflagenhöhe entsprechend bestimmt werden kann. Das Jahrbuch 2006 kostet 1,70 €, DBSV-Landesvereine und deren Untergliederungen erhalten es für 1,15 €. Mindestbestellmenge beim DBSV: 50 Exemplare.

Jahrbuch auf CD-ROM

Bei ausreichend Interesse wird das Jahrbuch 2006 wiederum auf CD ROM im DAISY-Format angeboten. Diese Version enthält alle Beiträge - von professionellen Sprechern aufgelesen (Wiedergabe mit DAISY-Abspielgeräten, MP3-Playern bzw. mit Computer), alle Texte für Computernutzer im HTML-Format und die gestaltete Publikation mit Bild und Text digital als PDF-Datei. Die vielseitig einsetzbare CD wird vom DBSV für 8 € abgegeben. Vorbestellungen werden bis zum 10.07. entgegengenommen. Die Produktion kommt nur dann zu Stande, wenn mindestens 250 Vorbestellungen vorliegen.

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In Kürze

Tandem-Hilfen wurde Globetrotter des Jahres

Globetrotter Ausrüstung verlieh dem Projekt Tandem-Hilfen den Preis "Globetrotter des Jahres 2005". Damit würdigt das Unternehmen die sportliche Leistung auf der 3.000 Kilometer langen Tandem-Tour von Berlin nach Athen anlässlich der Paralympics sowie das soziale Engagement und den völkerverbindenden Ansatz der privaten Initiative von Albert und Jutta Balzert (Witten) sowie Ilona und Dr. Thomas Nicolai (Berlin). In neun Ländern hatten die Initiatoren Hilfsmittel im Wert von 25.000 € an die nationalen Blinden- und Sehbehindertenverbände übergeben (die "Gegenwart" berichtete). Jetzt erschien eine 48-seitige Broschüre (Format A4, Farbdruck) über die Tour, die zum Selbstkostenpreis abgegeben wird.

Nähere Informationen bei
Jutta Balzert
Tel. (0 23 02) 5 04 52
E-Mail: balzert-witten@t-online.de

Umfrage zum Thema Barrierefreiheit

Im Rahmen eines EU-Projektes wird in mehreren europäischen Ländern eine Umfrage zum Thema Barrierefreiheit durchgeführt. Die Erhebung ist aufgeteilt in einen Fragebogen für Web-Entwickler und einen Fragebogen für Betreiber von Websites, das Ausfüllen dauert max. 5 bis 10 Minuten.

Mehr dazu unter:
http://www.einfach-fuer-alle.de/blog/index.php?id=D20050330

"Erlebnis im Dunkeln" auf der BUGA

Im Rahmen der Bundesgartenschau 2005 in München veranstalten die Blindeninstitutsstiftung Würzburg und der BBSB das "Erlebnis im Dunkeln" noch bis zum 21.08. In zwei speziell ausgebauten Dunkelcontainern erfahren Besucher einen kleinen Ausschnitt aus der Welt blinder Menschen.

Die Container sind geöffnet:
werktags außerhalb der Schulferien 9.30 bis 15 Uhr
werktags in den Schulferien 11 bis 17.30 Uhr
Wochenenden und Feiertage 12 bis 17 Uhr

Angebote in Hamburgs Museen

In den großen Museen Hamburgs werden jetzt spezielle Führungen, in einzelnen Fällen auch Kurse für blinde und sehbehinderte Besucher, für Rollstuhlfahrer, für Hörbehinderte und geistig Behinderte angeboten.

Nähere Informationen beim Museumsdienst;
Telefon: (0 40) 42 85 58 27 (Bildtelefon)
E-Mail: Martina.Bergmann@kb.hamburg.de
Internet: www.museumsdienst.hamburg.de

BOB-Seminare

11. bis 15.09.: Die richtige Verbindung entscheidet! - Gesprächsführung und Stressmanagement für Telefonistinnen und Telefonisten.

18. bis 23.09.: Einführung in das Internet, Anmeldeschluss 15.08.

23. bis 28.10.: Arbeiten mit Word, Anmeldeschluss 30.09.

Alle Seminare finden im Rudolf-Kraemer-Haus in Bad Liebenzell statt.

Anmeldung und nähere Informationen bei
Bildung ohne Barrieren
Tel.: (0 76 21) 79 92 30
E-Mail: info@bob-institut.org

Tanz-Festival

Vom 26. bis 28.08. bietet im Haus des Behindertensports Winterberg-Langewiese die Abteilung Tanz im Behinderten-Sportverband Nordrhein-Westfalen, in enger Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Sport des Blinden- und Sehbehindertenvereins Westfalen, ein Tanz-Festival für Blinde und Sehbehinderte an.

Anmeldungen (schriftlich) und weitere Informationen bei:
Helmut Jürgen
Am Bentenskamp 27, 44143 Dortmund
Tel.: (02 31) 55 32 62
Fax: (02 31) 95 98 2 98
E-Mail: helmut-juergen@t-online.de

Anmeldeschluss ist der 30.07.

Tastführungen in Bonn

In den Monaten Juni, September und Dezember werden an je einem Sonntag im jeweiligen Monat um 11 Uhr einstündige Tastführungen angeboten.

Ausgewählte Exponate zu immer neuen Themen werden zunächst in kleinen Vorträgen bzw. Gesprächen in ihrem thematischen Zusammenhang erklärt und beschrieben.

Nähere Informationen und Anmeldungen bei:
Akademisches Kunstmuseum
Am Hofgarten 21, 53113 Bonn
Tel.: (02 28) 65 56 72, 2 80 99 05

Das Rheinische Landesmuseum Bonn hält für blinde und sehbehinderte Besucher als zusätzliches Angebot Tastführungen bereit.

08.06, 18 Uhr: Den Geheimnissen auf der Spur - Antike Metallverarbeitung, wir geben Ihnen einen Einblick in verschiedene Techniken antiker Metallverarbeitung. Die Führung dauert eine Stunde.

Informationen und Anmeldung über
Kulturinfo Rheinland
Tel.: 01805-74 34 65

Bei Rückfragen melden Sie sich bitte an Frau Willer, Tel.: (02 28) 2 07 01 51.

Weiterbildung

Für blinde und sehbehinderte Telefonisten bietet das Berufsförderungswerk Düren vom 7. bis 18.11. eine Weiterbildung zum Thema "Kundenorientierung am Telefon" an. Dabei werden kundenorientiertes Verhalten in Standard- und Problemsituationen vermittelt und in Rollenspielen mit Audio-Aufzeichnung eingeübt - von der guten Meldetechnik bis hin zu Tipps für den besseren Umgang mit Ärger und Stress.

Schwerpunkte der Weiterbildung sind Stimm- und Sprechtechnik, erfolgsorientierte Informationsverarbeitung sowie Stressbewältigung und Selbstmotivation. Zuständiger Kostenträger für angestellte Telefonisten sind die örtlichen Integrationsämter.

Weitere Informationen und Anmeldung:
BFW Düren
Helmut Stahl
Tel.: (0 24 21) 598-203

Ferien für Kids mit und ohne Rollstuhl/Ausbildung zum Rolli-Reiseassistenten

Drei barrierefreie Reisen für Kids und Jugendliche hat der Reiseservice des Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK) in diesem Jahr in sein Programm aufgenommen. Das besondere an den BSK-Reisen: Jugendliche mit und ohne Rollstuhl können an den Reisen teilnehmen. Eltern müssen sich zu Hause erholen.

Die Reiseziele:

Ostsee-Strandurlaub:
01. bis 14.08. für 14 bis 18-Jährige

Sauerland-Adventure:
12. bis 25.08. für 8 bis 14-Jährige

Toskana-Strandurlaub:
27.08. - 09.09. für 16 bis 18-Jährige

Der BSK bildet auch in diesem Jahr Reiseassistenten als Begleitpersonen für Menschen mit Körperbehinderung aus.

Weitere Infos erteilt der
BSK-Reiseservice
Tel.: (0 62 94) 42 81 50 oder
per E-Mail: reiseservice@bsk-ev.org

Hilfsmittelausstellung und Grillfest

Der BSV Rheinhessen lädt alle Blinden und Sehbehinderten und ihre Freunde

am 25.06. von 10 bis 17.30 Uhr
im Mainzer Blindenzentrum,
Untere Zahlbacherstr. 68, 55131 Mainz,
Tel./Fax: (0 61 31) 22 33 42,
E-Mail: w.friedrich@bsv-rheinhessen-mainz.de ,

zu einer Hilfsmittelausstellung und einem Grillfest ein.

Zukunft der AURA-Pension Haus "Grünes Herz"?

Der Landesvorstand des BSV Thüringen befasste sich auf seiner Tagung am 09.04. mit der Zukunft der AURA-Pension Haus "Grünes Herz" in Georgenthal. Da es sich der Verband nicht leisten kann, die Einrichtung weiter zu bezuschussen, wurde beschlossen, das Haus zum 10.01.2006 zu schließen, sofern nicht bis zu diesem Zeitpunkt eine Unterverpachtung an die jetzige Leiterin, Frau Dagmar Pihan, oder einen anderen Interessenten erfolgen kann. Die Angebote im laufenden Jahr sind vielfältig.

Nähere Informationen über das umfangreiche Programm unter
Tel.: (03 62 53) 3 05-0.

5. Internationales Kurzfilmfestival

Vom 02. bis 05.11. findet im Filmmuseum München das 5. Internationale Filmfestival statt. Die arbeitsgemeinschaft behinderung und medien lädt unter dem Motto "WIE WIR LEBEN" ein. "Wie wir leben" fördert nicht nur die Produktion, Aufführung und Verbreitung authentischer Filme von, mit oder über Menschen mit Behinderung. Es bringt vor allem auch professionelle Filmemacher und Betroffene miteinander in Kontakt und will sie zur Zusammenarbeit anregen.

Nähere Informationen bei
Gregor Kern
Tel.: (0 89) 30 79 92-20
E-Mail: info@abm-festival.de

Keyvan Dahesch erneut zum ehrenamtlichen Richter berufen

Keyvan Dahesch wurde erneut bis 2010 beim Sozialgericht Frankfurt a.M. zum ehrenamtlichen Richter berufen.

Die Mitwirkung als ehrenamtlicher Richter erfolgt in den Kammern für Angelegenheiten der Sozialversicherung und Arbeitsförderung.

Schnupperstudium

Vom 05. bis 06.10. kann man an der Universität Dortmund das Schnupperstudium "Studieren mit Behinderung/chronischer Krankheit" besuchen. Themen sind unter anderem: Der Dortmunder Campus - wo finde ich das? Leben und Studieren mit Assistenz/Umgang mit Studienhelfer u.v.m.

Nähere Informationen bei:
Universität Dortmund
Fakultät Rehabilitationswissenschaften
Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium
Birgit Rothenberg
Tel./Fax: (02 31) 7 55-28 48
Schreibtelefon: (02 31) 7 55-53 50
E-Mail: birgit.rothenberg@uni-dortmund.de

Anmeldeschluss ist der 23.09.

Blinden-Theater-Gruppen gesucht

Die "Königskinder", eine Gruppe blinder und sehbehinderter Theaterspieler des Ambulanten BehindertenZentrums der Diakonie Dresden, möchten ein Festival bzw. ein Treffen von gleich Gesinnten und interessierten Theatergruppen ins Leben rufen. Angedacht sind für diese Veranstaltung vor allem Aufführungen von Inszenierungen, gespielt von blinden und sehbehinderten Menschen. Eingeplant werden soll außerdem genügend Zeit für Erfahrungsaustausch und Kennenlernen von anderen Herangehensweisen an diese besondere Form des Theaters.

Wer sich also in irgendeiner Weise angesprochen fühlt als Schauspieler, Leiter einer solchen Gruppe oder nur Interesse an der Mithilfe bei der Umsetzung dieser Idee hat, erhält nähere Informationen telefonisch bei

Rosemarie Härtling (03 51) 4 41 33 85 oder
Sabine Fuhrmann (03 51) 4 59 24 12.

Patientensprechstunde in der Universitäts-Augenklinik Bonn

Seit Juni 2004 besteht dieses Modellprojekt der Pro Retina Deutschland unterstützt von Prof. Dr. Frank Holz, dem Leiter der Universitäts-Augenklinik Bonn. Zweimal wöchentlich bietet die Selbsthilfevereinigung Menschen mit Netzhauterkrankungen, insbesondere Altersbezogene Makuladegeneration (AMD) und Retinitis pigmentosa (RP), Beratung in einer Patientensprechstunde an. Geschulte ehrenamtliche Mitglieder informieren als selbst Betroffene dienstags und donnerstags von 11 bis 14 Uhr über Hilfsmittel, Sozialrecht, medizinische Fragen und Ansprechpartner.

Die Patientensprechstunde wird von der Betriebskrankenkasse BKK Landesverband Nordrhein-Westfalen finanziell unterstützt. Eine Diplom-Pädagogin begleitet und dokumentiert das Modellprojekt sozialwissenschaftlich. Inzwischen haben über 120 Beratungen stattgefunden. Außerhalb der Beratungszeiten besteht die Möglichkeit, unter Tel.: (02 28) 2 87 56 13 oder (02 28) 56 18 einen Termin zu vereinbaren.

Leicht durch Münster

In einem von der Aktion Mensch geförderten Projekt soll ein Stadtbesuch in Münster zukünftig auch für behinderte Menschen leichter gemacht werden. Hierfür sollen unter anderem Stadtinformationen auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten modellhaft in einfacher Sprache barrierefrei gestaltet werden.

Vertreter des Netzwerk People First Deutschland aus dem hessischen Hofgeismar und Kaufungen sowie aus dem thüringischen Leinefelde und des in Münster ansässigen Vereins Zugvogel e.V. machten sich am 22.03. in diesem Sinne zu einer Stadterkundung auf und sind nach den ersten Erfahrungen sicher, dass das Vorhaben Erfolg haben wird.

Nähere Informationen unter
Tel.: (02 51) 9 87 96 87

Sehbehindertentag und Makula-Stammtisch

Am 6.6. veranstalten der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV) und die Beratungsstelle für Sehbehinderte im Roten Rathaus den diesjährigen Sehbehindertentag. "Makuladegeneration - was nun?" - eine Augenärztin referiert dazu um 16 Uhr. Von 16 bis 20 Uhr werden von Augenärzten, Optikern und Sozialarbeitern Beratungsgespräche angeboten. Der ABSV präsentiert Hilfsmittel wie Großdruckartikel und sprechende Uhren.

Am 22.06. gibt es beim ABSV erstmals einen Makula-Stammtisch.

Information und Anmeldung unter
(0 30) 895 88-0

AURA-Pension Haus Hubertus Mündersbach

Nähere Informationen unter
Tel.: (0 26 80) 95 10-0
E-Mail: aura-muendersbach@bsbh.org

Massage und Kosmetik im AURA-Hotel Timmendorfer Strand

Seit März 2005 können Gäste sich ganz bequem und entspannt im Haus behandeln lassen.

Massagen: Teilkörper-, Fußreflex- oder Aromamassage für Gesicht und Körper. Heißluft, Fango. d.h. auch für eine offene Badekur müssen Sie keine langen Wege bewältigen.

Kosmetik: Gesichtskosmetik, Maniküre, med. Fußpflege

Wellness: Aroma- oder Thalassowellness, entspannende und entschlackende Ganzkörperbehandlung,

außerdem: Viele Konzerte des Schleswig-Holstein Musikfestivals finden ab 19.07. in unserer Nähe statt.

Nähere Informationen und Anmeldung unter
Tel.: (0 45 03) 60 02-0

Angebote im AURA-Zentrum Bad Meinberg

Weitere Auskünfte zum Jahresprogramm unter
Tel.: (0 52 34) 9 04-0

Ausstellung

Vom 28.05. bis 02.10. kann man im Gohliser Schlösschen in Leipzig eine Sonderausstellung mit dem Thema "Altes Ägypten" (be)greifen. Gezeigt werden neben Repliken und eigens angefertigten Modellen auch Originale, die alle ertastbar und begreifbar sind. Themenschwerpunkte sind der Alltag, die Schrift, das Königtum, die Götterwelt und der Totenkult im alten Ägypten.

Öffnungszeiten:
dienstags bis freitags: 14 bis 18 Uhr,
samstags und sonntags: 10 bis 18 Uhr.

Nähere Informationen unter
Tel.: (03 41) 9 73 70 15 oder (03 41) 9 62 58 49
E-Mail: chris-nelke@web.de

Testpersonen gesucht

Die TU Ilmenau sucht blinde Testpersonen. Sie will herausfinden, wie Screenreader-Nutzer im Internet arbeiten.

Einzelheiten im Internet:
www.stud.tu-ilmenau.de/~heich/diss/

Fortbildung

Interessante Fortbildungsmöglichkeiten bietet die Deutsche Blindenstudienanstalt (Blista) in Marburg. Ihr Fortbildungskalender 2005 weist auch zwei Seminare zum Sozialgesetzbuch XII aus. Dozent ist in beiden Fällen DVBS-Geschäftsführer Michael Richter. Auch in anderen Seminaren sind noch Plätze frei.

Nähere Informationen unter
www.blista.de/fortbildung

Neu im BIT-Zentrum: Jubiläum beim Fortsetzungsroman


Anlässlich des 25. Fortsetzungsromans verlost das BIT-Zentrum wertvolle Preise zum Jubiläum und bietet dazu gleich drei aktuelle, preisgünstige Bestseller zur Auswahl an; je nach Wunsch in Kurz- oder Vollschrift. Kostenlose Leseprobe und weitere Informationen auf Anfrage.

Weitere Informationen und Bestellungen beim
BIT-Zentrum des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes e.V.
Tel. (0 89) 5 59 88 - 1 34
E-Mail: bit-bestellservice@bbsb.org

VzFB aktuell - Lassen Sie Ihr Handy sprechen!

Mobile Speak - die Sprachsoftware für Ihr Handy. Mobile Speak ist eine Sprachausgabe für Handys, die alles vorliest, was im Display angezeigt wird.

Nähere Informationen:
Tel.: (05 11) 9 54 65 - 32

DZB aktuell

Länderkarte "Deutschland" aus dem "Europa-Atlas"; 2 Karten geben Auskunft über Verwaltung und Oberflächengestalt.

Lieferbar ist die Länderkarte in drei Versionen:


Informationen bei:
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig
Tel.: (03 41) 71 13-119

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Konferenz

VISION 2005

2.500 Experten aus 69 Ländern kamen vom 4. bis 8. April 2005 in London zusammen, um an der international hoch renommierten Konferenz "vision 2005" teilzunehmen.

Gastgeber der seit 1986 alle drei Jahre stattfindenden Veranstaltung war in diesem Jahr das Royal National Institute of the Blind, das mit dem im Schatten von Big Ben und der Westminster Abbey gelegenen postmodernen Queen Elizabeth II Conference Centre (QEIICC) kaum einen geeigneteren Konferenzort für die rund 300 parallel stattfindenden Vorträge, Seminare und Workshops hätte wählen können.

Das fast schon überdimensionierte Informationsangebot machte dem Delegierten die Auswahl der zu besuchenden Veranstaltungen nicht immer einfach. Die Vielfalt der Themen reichte dabei von neuen Verfahren der Augenchirurgie, bewährten Rehabilitationsansätzen für Neuerblindete aus aller Welt, über Verfahren zur Maximierung des Sehrestes, die barrierefreie Gestaltung von Informationen, Fachvorträgen über die Behandlung bestimmter Augenerkrankungen bis hin zu Sozialisationsbedingungen blinder und sehbehinderter Kinder und Jugendlicher. Weitere Schwerpunkte waren Probleme blinder und sehbehinderter Menschen beim Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt, Low Vision und Rehabilitation und psychosoziale Unterstützungsangebote.

Dabei zeigte dem erfahrenen Besucher schon ein flüchtiger Blick in das Konferenzprogramm, dass sich etwas bewegt hat bei der "vision". Ursprünglich und lange Jahre eine Forschern, Augenmedizinern und Augenoptikern vorbehaltene Veranstaltung, hat sich die "vision 2005" erstmalig erfreulicherweise der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe geöffnet, indem sie ein gutes Drittel ihrer Veranstaltungen Themen widmete, die für Rehabilitationsexperten, Sozialarbeiter und Funktionäre des Blinden- und Sehbehindertenwesens unmittelbar relevant waren. Jeder Versuch, der Vielfalt der vielen Einzelveranstaltungen und Vorträge in einem kleinen Artikel für die "Gegenwart" gerecht zu werden, ist notwendigerweise von vornherein zum Scheitern verurteilt. Deshalb beschränken wir uns hier auf ein persönliches Kurzprotokoll der Vorträge und Workshops, die wir besucht haben und aus denen wir manche Anregungen mit nach Hause genommen haben.

4. April: Die "vision 2005" wurde mit lauten Fanfarenstößen der rot gewandten Grenadier Guards offiziell eröffnet, die den Einzug der politischen Ehrengäste, Festredner und Vertreter der gastgebenden Organisationen ankündigten. Grußworte sprachen u.a. der Duke of Westminster und Präsident des RNIB, Aries Arditi, Präsident der Internationalen Gesellschaft für Low Vision-Forschung und -Rehabilitation, RNIB-Vorsitzender Colin Low, WBU-Präsident William Rowland und die britische Gesundheitsministerin Rosie Winterton, der blinde britische Motivationstrainer Miles Hilton-Barber und der blinde BBC-Korrespondent Peter White. Eine festliche Note erhielt die feierliche Eröffnungsveranstaltung durch die junge blinde britische Sängerin Denise Leigh, die am Klavier begleitet, u.a. Summertime von Gershwin vortrug.

Der DBSV präsentierte am Nachmittag in einem Workshop das "EVASA"-Projekt. Die Situation für blinde und sehbehinderte Menschen bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz ist wie in Deutschland auch in anderen Ländern äußerst schwierig. DBSV-Vizepräsidentin Renate Reymann fasste die Schlussfolgerungen aus dem Projekt zusammen und gab unsere Erfahrungen mit den Projektteilnehmern an eine interessierte Hörerschaft weiter.

5. April: Den Tag eröffnete Prof. Hugh Taylor mit einem bedenklich stimmenden Vortrag über die gewaltigen Kosten, die Wirtschaft und Gesellschaft durch Erblindung und Low Vision entstehen und sich allein in Australien auf knapp 8 Milliarden Euro jährlich belaufen. Schon aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus, so Taylor, bilde die Verhütung von Blindheit durch Auflage geeigneter Präventionsmaßnahmen auch und gerade in den durch steigende Lebenserwartung und demographisches Altern gekennzeichneten westlichen Industriestaaten eine prioritäre Aufgabe.

Dr. Fred Reid, RNIB und Mitglied der EBU-Kommission für Sozialpolitik, machte in einem gelungenen polemischen Beitrag seinem Ärger darüber Luft, dass 75 Prozent der blinden und sehbehinderten Menschen im Erwerbsalter im Vereinigten Königreich arbeitslos sind und äußerte begründete Zweifel an der Effizienz der britischen "Arbeitsmarktphilosophie", die blinde und sehbehinderte Arbeitssuchende aus der Fürsorge heraus in den allgemeinen Arbeitsmarkt eingliedern will.

6. April: Adrian Mole und John Keats unterstützten Stephen King vom RNIB, der in seinem Vortrag anschaulich die Vorteile der Nutzung des DAISY-Formats beschrieb. Das Angebot der britischen Hörbüchereien wird derzeit von 25.000 blinden Menschen genutzt, die bislang über 2 Millionen digitale Hörbücher beim RNIB entliehen haben. Die Zufriedenheit auch der älteren Nutzer mit dem neuen Format ist ungleich größer als mit dem traditionellen Hörkassettenformat oder Spulentonbändern.

Gregg Vanderheiden sprach in seinem optimistisch gestimmten Vortrag über die gewaltigen Fortschritte der vergangenen Jahre in der Hilfsmitteltechnologie für Blinde und Sehbehinderte, wobei er seine Zuhörer u.a. in die Geheimnisse der unterstützenden virtuellen Technologie einführte. Bei diesen Entwicklungen gehe es indessen nicht so sehr um die nachträgliche Anwendung der neuen Wissenschaft im Dienste behinderter Menschen, so Vanderheiden - Stichwort die Blindentechnologie als "Abfallprodukt" von Forschungen mit ursprünglich anderen Zielen - sondern umgekehrt darum, den wissenschaftlich-technischen Fortschritt voranzutreiben, indem die Wissenschaft die Probleme und Herausforderungen anpackt, vor denen blinde und sehbehinderte Menschen stehen.

Die Wörter "blinde Flecken" und "Beifahrer" bekamen einen völlig anderen Sinn in der "Fahrstunde", die Ian Bailey, Bart Melis-Dankers und Eli Peli gaben. Die Referenten erkundeten das soziale Dilemma, ob Menschen mit Sehproblemen, das Autofahren erlaubt sein soll. Der Einsatz von bioptischen Teleskopen, die den Sehwinkel erweitern, ist in den meisten Staaten in den USA erlaubt, aber in Europa nach wie vor verboten.

7. April: Bert Massie, Vorsitzender der Kommission für Behindertenrechte im Vereinigten Königreich sprach über das Recht und wie es im Kampf für die Gleichstellung behinderter Menschen genutzt werden könnte. Diskriminierung stelle nach wie vor eine elementare Erfahrung für Menschen mit Behinderungen dar. Der Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt, so Massie, sei der Schlüssel für Verbesserungen im Alltag. Die Änderung des britischen Antidiskriminierungsgesetz sei ein wichtiger Schritt für die Teilhabe an der Gesellschaft und den Abbau von Barrieren, einen Beitrag zur Lösung der Arbeitsmarktproblematik für blinde und sehbehinderte Menschen habe es indessen nicht gebracht. 7 von 10 blinden Menschen im erwerbsfähigen Alter seien arbeitslos.

Dr. John Gill, Leiter der RNIB-Abteilung für Wissenschaft und Forschung, beschrieb in seinem Vortrag eine Zukunft, in der die barrierefreie Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen diese für einen großen Nutzerkreis, nicht nur für Blinde und Sehbehinderte, zugänglich macht. Dabei müssen die behinderten Verbraucher Druck auf die Entwickler ausüben, sagte Gill. Denn die Entwicklung barrierefreier Produkte sei kein Automatismus, der für ein ausreichendes Angebot der jeweils benötigten Produkte sorge. Hier wachse den Interessenverbänden eine wichtige politische Aufgabe zu, indem den Gestaltern von Produkten die Bedürfnisse behinderter Verbraucher deutlich gemacht werden müssten.

Einen besonderen Höhepunkt bot dann der Auftritt des Unternehmers und Erfinders Dr. Raymond Kurzweil, der per Satellitenschaltung aus seinem Büro in New York in die "vision 2005" geschaltet wurde. Er erschien auf einer Leinwand als lebensgroßes Hologramm und versuchte gleichsam, Augenkontakt zu seinen Zuhörern herzustellen. In einem faszinierenden, fast einstündigen Vortrag wagte Kurzweil einen Blick auf die Zukunft von Blindheit und Behinderungen in einem Zeitalter sich immer schneller entwickelnder Technologien. Zunächst erklärte er die Anfänge des von ihm erfundenen Synthesizers, der Texte in Sprache umwandelt. Ein "blinder Passagier" habe ihn vor Jahren während eines Flugs nach Europa zu dieser Entwicklung inspiriert. Kurzweil sprach dann über künftige Entwicklungen, über die in unsere Umwelt eingebettete Mikroelektronik, Kleidung und Brillen, die Bilder auf die Retina "schreiben" würden. Kurzweil zeigte sich optimistisch, dass diese Elektronik nicht nur in der Lage sein wird, Gedrucktes zu lesen, sondern alle optischen Informationen zu beschreiben, wobei sie wie ein persönlicher Assistent arbeiten würde.

Höhepunkt der Abschlussveranstaltung war die Rede des blinden britischen Abgeordneten und ehemaligen Innenministers David Blunkett, der die Delegierten aufrief, zur Änderung der Einstellungen der Gesellschaft gegenüber Blindheit beizutragen und zu kommunizieren, dass der Verlust des Augenlichts kein Unglück, sondern eine Herausforderung darstelle. Die Gleichstellung behinderter Menschen darf kein Slogan bleiben, sondern muss Realität werden, betonte Blunkett.

Die "vision 2005" war eine Veranstaltung, bei der die Menschen aufeinander zugingen, zuhörten, Meinungen und Erfahrungen austauschten und voneinander lernten. Zugleich wurde ihr für vier Tage die ungeteilte Aufmerksamkeit der normative Leitbilder vermittelnden Medien zuteil.

In diesem Sinne hat die "vision 2005" ganz sicherlich in vorbildlicher Weise zu der von David Blunkett eingeforderten notwendigen Veränderung gesellschaftlicher Einstellungen beigetragen.

Renate Reymann und Hans Kaltwasser

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Das Schaufenster 2/2005

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute soll es einmal mehr um die kleinen elektronischen Helferlein im Haushalt gehen. Wer blind oder sehbehindert ist und bei der Haushaltsführung meist ohne sehende Hilfe auskommen muss, weiß es zu schätzen, wenn findige Köpfe neue praktische Lösungen ausklügeln und daraus Hilfsmittel entwickeln. Besonders wird das bei unserem Beitrag über die elektronische Etikettierung deutlich.

Lothar Rehdes

1. Elektronische Etikettierung mit RFID-Chips

2. IR-Stirnthermometer MV 3000-F

1. Elektronische Etikettierung mit RFID-Chips

Eine technische Entwicklung kommt in die Massenanwendung und beginnt auch im Hilfsmittelbereich ihre Früchte zu tragen.

Ein Effekt, den wir von Diebstahlsicherungen an Waren kennen - gewöhnlich nicht aus eigener Erfahrung - funktioniert so, dass ein elektronisches Teil mittels Funkwellen erkannt und angezeigt wird. Diese Entwicklung hat zu sog. RFID-Chips geführt (Radio Frequency Identification). Hier wird nicht einfach die Anwesenheit des Chips bemerkt, sondern der einzelne Chip wird anhand einer eingespeicherten Nummer unverwechselbar erkannt.

Dabei kommt der Chip selbst ohne Stromversorgung aus, denn er bekommt seine Energie von dem Sender, der ihn überprüft und sendet seinerseits seine Kennung. Das funktioniert wenigstens über Entfernungen im Zentimeterbereich.

Werden diese Chips als briefmarkengroße Klebeetiketten gefertigt, können sie zur Kennzeichnung mannigfacher Gegenstände dienen. Dies machen sich Hilfsmittel zunutze, die inzwischen auf dem Markt angeboten werden. Vielen Warenverpackungen ist nicht anzumerken, - kann man die Beschriftung nicht mehr lesen - was sich darin befindet; so entsteht der Wunsch einer Kennzeichnung. Nun ist es nahe liegend, eine Kennzeichnung in Punktschrift anzubringen; doch nicht alle blinden Menschen verfügen über ausreichende Blindenschriftfertigkeiten. Somit ist eine Alternative gefragt. Dafür gibt es handliche Geräte, die den Namen "Nosco" oder "Sherlock" tragen. Für die Kennzeichnung wird ein Etikett (z.B. auf eine Teepackung) aufgeklebt, das etwa handygroße Lesegerät für die Erkennung darangehalten und dann wird eine kurze Beschreibung in das Gerät gesprochen. Wird das Etikett künftig vom Leser erkannt, spielt er die Notiz vor.

Die Speicherkapazität der Geräte ist begrenzt (Nosco 60 Minuten für 1000 Etiketten, Sherlock 140 Minuten für 1900 Etiketten); man sollte sich deshalb beim Aufsprechen kurz fassen. Es ist aber durchaus praktikabel, nicht nur die Bezeichnung zu vermerken, sondern auch Gebrauchsanweisungen zu geben (z.B. bei Medikamenten, wie oft sie zu nehmen sind).

Die Kapazitätsgrenzen der genannten Geräte spielen bei einer computerbasierten Lösung keine Rolle. Beim System "TagIt" können beliebig viele Etiketten mit praktisch unbegrenzten Informationsmengen verknüpft werden.

So kann es z.B. eingerichtet werden, dass zu einem markierten Haushaltsgerät die Bedienungsanleitung abgerufen werden kann. Auch lassen sich Sammlungen (CD's, Bücher) besonders übersichtlich verwalten.

Einer massenhaften Verwendung der Funketiketten steht heute noch ihr Preis, der je nach Ausführung zwischen 50 Cent und 2 Euro schwankt, entgegen.

Bezugsmöglichkeiten:

Nosco - Preis 299 Euro
VzFB
Tel.: (05 11) 9 54 65 - 0
Landeshilfsmittelzentrum Sachsen
Tel.: (03 51) 8 09 06 24

Sherlock - Preis 299 Euro
Marland Versand
Tel.: (0 75 25) 92 05 - 0

TagIt - Preis abhängig von Ausstattung
Dräger & Lienert
Tel.: (0 64 21) 16 55 55

2. IR-Stirnthermometer MV 3000-F

Fieber Messen ist üblicherweise ein langwieriger Vorgang; ungeduldig müssen mehrere Minuten abgewartet werden, bis ein Messergebnis vorliegt. Abhilfe schafft hier die Messung der Körpertemperatur mittels Infrarotsensor. Die Messung erfolgt dann - je nach Thermometerform - im Ohr oder auch an der Stirn. Für letztere Methode gibt es jetzt das Modell MV 3000-F, das mit einer Sprachausgabe ausgestattet ist, sodass auch Blinde es nutzen können.

Äußerlich erinnert das Gerät mit seinem ovalen Querschnitt an eine kleine abgeflachte Flasche oder einen kleinen Rasierapparat (Länge 110 mm, Breite 35 mm, Dicke 27 mm, Masse 65 g). Der "Flaschenhals" ist etwas geneigt. Auf der einen Seite befindet sich ein annähernd quadratisches Display. Diesem gegenüber auf der anderen Seite befindet sich die Abfragetaste. Auf der einen Schmalseite gibt es noch zwei Tasten für die Steuerung der Sprachausgabe und des Speichers (Messwerte können rückwirkend aus dem Speicher abgerufen werden). Vor der Temperaturmessung wird die Schutzkappe gegen eine oben offene und mit einem elastischen Ring versehene Kappe ausgetauscht (aus hygienischen Gründen gehören drei solcher Kappen zum Lieferumfang).

Bei der Handhabung darf keinesfalls auf die Messoptik gefasst werden, da kleinste Verunreinigungen das Messergebnis verfälschen.

Das Thermometer wird nun mit der Öffnung auf die Stirn gesetzt. Mit der Abfragetaste wird das Messergebnis abgerufen.

Als besonderer Vorteil dieses Thermometers muss die schnelle Messung gelten - Eltern unruhiger Kinder werden dies zu schätzen wissen. Problematisch hingegen ist, dass der Messwert an der Stirn üblicherweise niedriger ausfällt, als z.B. die Messung mit konventionellem Fieberthermometer in der Achselhöhle. Auch sind die Ergebnisse nur bedingt zuverlässig, da die Messwerte variieren.

Abschließend kann gesagt werden, dass es sich beim Stirnthermometer um ein zweckmäßiges Hilfsmittel handelt; es dürfen aber keine allzu strengen Maßstäbe angelegt werden. Es ist zum Preis von 59,00 Euro bei folgenden Anbietern erhältlich:

NOON-Versand
Tel.: (05 11) 2 15 43 24

Marschall Versand
Tel.: (0 93 52) 8 96 71

Landeshilfsmittelzentrum Sachsen
Tel.: (03 51) 8 09 06 24

Viersinn gGmbH
Tel.: (0 75 84) 92 28-0

"Das Schaufenster" wird gefördert durch die Lotterie "GlücksSpirale".

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