Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.

Die Gegenwart 07 / 01 im Internet

Inhaltsverzeichnis mit Links zu ausgewählten Beiträgen der aktuellen "Gegenwart"

Titelbild:
Demonstration am 9. Juni 2001 in Bremen - lesen Sie dazu unseren Bericht auf Seite 3. 


Hände weg vom Blindengeld!

Vom Weserstadion bis zum Goetheplatz beherrschte diese Forderung die Freie und Hanse-Stadt Bremen am 09. Juni zwischen 11 und 14 Uhr. Über 4.000 blinde und sehbehinderte Demonstranten sowie Begleiter, Angehörige und Freunde aus allen Teilen Deutschlands riefen, sangen und trommelten diese vier Worte, auf das sie den Bremischen Senat und die Bürgerschaft "5 vor 12" noch erreichen:

Unzählige Gespräche mit der SPD-CDU-Regierung in Bremen waren geführt, die guten Argumente der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe für den Erhalt eines einkommens- und vermögensunabhängigen Blindengeldes lagen auf den Tischen der Politiker: Kein Einsehen, keine Bewegung, keine soziale Regung im Bremer Rathaus.
"Bremen soll sich schämen, uns das Blindengeld zu nehmen!". Der Aufruf des DBSV und des BSV Bremen zu einer Demonstration wurde zu einem offenbar längst erwarteten Signal in der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe.
Ein überraschendes, in dieser Form selten erlebtes Gefühl verbreitete sich, als die einzeln eintreffenden Gruppen allmählich und dann ziemlich schnell den Platz am Weserstadion füllten: Zusammengehörigkeit, Gemeinschaft, Entschlossenheit, Familiensinn. Große Luftballons, Spruchbänder und Losungen auf Bauch oder Rücken angebracht, Tausende weiße Stöcke und gelbe Armbinden, nicht gezählte Blindenführhunde - ein buntes Bild, das noch nie vorher so zu sehen war und das trotz der sozialpolitischen Brisanz des traurigen Anlasses überwältigende Lebensfreude widerspiegelte.
Mit Polizeieskorte, Lautsprecherwagen und Samba-Gruppe voraus setzte sich der kilometerlange Demonstrationszug in Bewegung.
Viele Passanten in den Geschäftsstraßen glaubten wohl ihren Augen nicht, einen solch ungewöhnlichen Aufzug zu erleben. Ganz unvorbereitet dürften sie allerdings nicht gewesen sein, denn Presse, Hörfunk und Fernsehen hatten in den Tagen zuvor auf die Problematik aufmerksam gemacht. Zudem wurden Flugblätter verteilt, die darüber aufklärten, was es bedeutete, würde das Landespflegegeldgesetz in Bremen - wie vorgesehen - abgeschafft.

Die Abschlusskundgebung begann mit einem Stromausfall, so dass die ersten Redner durch eine "Flüstertüte" schreien mussten, um wenigstens in nächster Nähe verstanden zu werden. Moderator Uwe Boysen sagte mir als alles gelaufen war, dass er eine der aufregendsten Stunden seines Lebens hinter sich habe. Mit Bravour und unter Aufbietung all seiner Stimmkraft überbrückte er die technische Panne. Seine sieben Fragen an den Bremischen Senat, die er pointiert einstreute, fanden bei den 4.000 ein begeistertes Echo. Eine Frage lautete: "Warum, Frau Senatorin Adolf, verbringen Sie nicht einmal die nächste Woche unter der Augenbinde, um zu erfahren, was es bedeutet, seine Umwelt nur akustisch wahrzunehmen und um zu verstehen, warum wir auch finanzielle Hilfe zum Ausgleich dieser Nachteile brauchen?"...
Mit herzlichen Worten begrüßte der Vorsitzende des BSV Bremen, Karl-Heinz Weiser, die Teilnehmer, von denen einige bereits am Abend zuvor mit dem Bus ihre Reise angetreten hatten, um rechtzeitig in Bremen sein zu können; unsere Hochachtung. "Die Solidarität mit den Blinden Bremens gibt uns Kraft für weitere Aktionen", erklärte er sichtlich beeindruckt. Bei der Organisation der Demonstration hatte der BSV Bremen als kleiner Verein viele Hürden zu nehmen. Um so mehr freute sich der Vorsitzende, dass im Großen und Ganzen alles so gut geklappt hat. Sein Dank geht an die vielen Helfer in Bremen und an den DBSV sowie an den Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen und alle anderen Landesvereine, die tatkräftige Unterstützung gaben.

Sachlich und zugleich kämpferisch der Auftritt des DBSV-Präsidenten Jürgen Lubnau: "Was geht hier in Bremen eigentlich vor? Der Senat und die Koalitionsparteien SPD und CDU sind entschlossen, den behindertenbedingten Nachteilsausgleich, der im Landespflegegeldgesetz festgelegt ist, nur noch für die sogenannten `Bestandsfälle` zu gewähren. Neuerblindete haben dann keinen Anspruch mehr. Wir haben dann zwei Klassen von Blinden: diejenigen die das `Glück` haben, jetzt schon blind zu sein, diejenigen, die das Pech haben, erst später blind zu werden. Der Nachteilsausgleich ist Voraussetzung für blinde Menschen, Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben zu erreichen und unsere Integration zu ermöglichen. In allen Bundesländern sind in den letzten 50 Jahren Blinden- bzw. Pflegegeldgesetze verabschiedet worden; auch in den ostdeutschen Ländern, die nun wahrlich nicht auf Rosen gebettet sind. Fällt das Blinden- bzw. Pflegegeld weg, zerplatzen die Begriffe Teilhabe und Integration wie Seifenblasen. Dass ein Anspruch auf Blindenhilfe nach dem Bundessozialhilfegesetz besteht, selbstverständlich einkommens- und vermögensabhängig, ist bekannt. Wir wollen aber nicht zum Sozialamt, um unsere monatliche Fürsorge oder `Stütze` abholen... Was in Bremen geplant ist, ist nicht Umbau, sondern Abbau des Sozialstaates. Es sind keine Einschnitte in das soziale Netz, sondern das soziale Netz, das in den letzten Jahrzehnten begründet worden ist, soll in Bremen zerrissen werden... Es soll keine pauschalierten Leistungen mehr geben, diese seien nicht mehr zeitgemäß. Das ist lachhaft...
Ist etwa Missgunst oder Neid im Spiel, weil eine Hand voll blinder Menschen ein relativ gutes Einkommen erzielen? Auch diese haben gegenüber ihren sehenden Kollegen den blindheitsbedingten Mehraufwand zu bestreiten...
Anfang des vorigen Jahrhunderts existierte in Deutschland die USPD, eine Abspaltung von der SPD. Ist die Bremische SPD auch zu einer USPD, zu einer Unsozialdemokratischen Partei geworden? Und führt die CDU, wenn sie ein solch unsoziales Vorhaben unterstützt, noch zurecht das C in ihrem Namen?...
Haben Sie den Mut, den falschen Schritt zurück zu ziehen! Haben Sie den Mut nicht, und gehen den eingeschlagenen falschen Weg weiter und verstecken sich; wir sind zwar blind, aber wir werden Sie finden! Und wir werden Sie immer wieder zur Rede stellen und Sie mit unseren Argumenten konfrontieren!
Wir sind froh, dass wir Verbündete an unserer Seite haben, die unsere Forderungen unterstützen, ich nenne beispielhaft die BAGH, den Bund der Kriegsblinden Deutschlands, den Sozialverband (ehemals Reichsbund) den VdK, andere Verbände werden noch folgen...
Ich appelliere eindringlich an Senat und Bürgerschaft: "Hände weg vom Blindengeld! Wir werden unnachgiebig für das Pflegegeld in Bremen und für andere Landesgesetze kämpfen, und dass wir bereit zum Kampf sind, beweist unsere heutige Demo, Dankeschön.
Erfreulich, dass auch weitere Verbände ihre Solidarität mit den Forderungen der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe erklärten.
Mit viel Sympathie und Kooperationswille wurden daher auch die Ansprachen des Vorsitzenden der BAGH Friedel Rinn und der LAGH, Dieter Stegmann, aufgenommen; Resümee: Gemeinsam sind wir stark. Angemessene Nachteilsausgleiche muss es für alle Behindertengruppen geben, und zwar unabhängig von Einkommen und Vermögen der Betroffenen.
Die Abgeordnete der Grünen in der Bremischen Bürgerschaft, Karoline Linnerd brachte anschauliche Beispiele dafür, dass Bremen das Geld, dass durch die Abschaffung des Landespflegegeldes vermeintlich eingespart werden soll, mit vollen Händen in umstrittene Projekte stecken will.
Den Schlusspunkt setzte Joachim Steinbrück, dessen Stimme bereits aus dem Lautsprecherwagen zu hören war. Unmissverständlich seine Ankündigung: Sollte auch die Demonstration die Politiker nicht umgestimmt haben, so dass das Pflegegeldgesetz in Bremen tatsächlich abgeschafft wird (die Entscheidung in der Bürgerschaft sollte am 20./21. Juni fallen), sagen wir "Jetzt erst recht".
Joachim Steinbrück: "Wir werden eine neue Form der politischen Öffentlichkeitsarbeit entwickeln, indem wir eigene spektakuläre Aktionen machen... Wir werden nach der Verabschiedung des Gesetzes (gemeint ist das Aufhebungsgesetz) erst recht zusammen mit allen Behindertengruppierungen und allen anderen von der Sozialpolitik negativ Betroffenen arbeiten und auf die Entwicklung einer außerparlamentarischen Kraft hinwirken, die möglicherweise auch den Ausgang der nächsten Bürgerschaftswahlen mit entscheiden kann. Sie geben uns Kraft mit Ihrer Präsenz... Ich persönlich plädiere, wie der Luftballon hier zeigt, für eine Politik mit Herz und wünsche dies auch dem Senat und der Bürgerschaft: "Hände weg vom Blindengeld!"
(Die Luftballons steigen in den zu dieser Zeit blauen Himmel über Bremen.)

Der 09. Juni 2001 ist schon jetzt zu einem historischen Datum geworden. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gab es eine bundesweit organisierte Demonstration Blinder und Sehbehinderter. Die Bereitschaft der Betroffenen, selbst für ihre Rechte einzutreten, fand überzeugenden Ausdruck. Wenn es darauf ankommt, steht die "Familie" zusammen. Das ist gut zu wissen, denn es kommt in der Zukunft wohl öfter darauf an...
(Kassetten-Ausgabe Originalton)

Bild: Verschiedene Bilder des Demonstrationszuges.
 

Eingefangene Stimmen

"Die Gegenwart" fragte im Demonstrationszug nach den Gründen für die Beteiligung und danach, warum das Blindengeld so wichtig ist, hier einige Antworten:

"Meine Mutter ist blind, und da hab ich mir gedacht, protestiere ich mal mit."

"Man würde wesentlich unmobiler werden. Man könnte sich Sachen, die andere als selbstverständlich ansehen, nicht mehr leisten."

"Es geht eigentlich sehr scharf um unsere Zukunft. Wenn das Blindengeld nicht mehr da ist, dann bedeutet das für uns, dass wir wesentlich weniger Möglichkeiten haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, weil wir z. B. keinen Ausgleich mehr haben, um Dinge zu finanzieren, die uns mehr kosten als nichtbehinderten Menschen."

"Meppen ist ja nun sehr ländlich, ich brauche Taxis, wer bezahlt das, kostet ja ein Schweinegeld, auch Hilfen, Begleitung, man braucht ja auch Betreuung, das muss ja auch bezahlt werden. Und das kann man vom Gehalt sicher nicht alles bestreiten."

"Wir kommen vom Ostalpkreis, Schwäbisch-Gmünd. Wir wollen, dass auch hier den Blinden das Geld, die Unterstützung erhalten bleibt. Ich bin auch stark sehbehindert, und wenn irgendwie das Gesetz greift, dann muss man damit rechnen, dass es auch in anderen Bundesländern durchgesetzt werden könnte. Blinde und Sehbehinderte sind aber darauf angewiesen, sie brauchen eine Begleitperson und zum Vorlesen oder wenn sie zum Einkaufen gehen. Viele können das nicht allein machen."

"Wir kommen aus Augsburg, gestern abend um halb neun sind wir losgefahren. Um eins haben wir angefangen zu schlafen. Solidarität wollen wir üben. Wenn das Blindengeld wegfiele, wäre das in der Tat dramatisch. Wenn jemand mit mir einkaufen geht in die Stadt, dann geht man ja auch Essen, und das zahle ich natürlich. Oder wenn jemand mit mir wegfährt, muss ich ihm die Reise zahlen und das Essen. Laufen Sie mal mit Ihrem Mikrophon und zugebundenen Augen, was meinen Sie, wie schnell Sie Ihre Schuhe kaputt haben. Oder laufen Sie mal über einen Fußweg, wo die Autos geparkt sind, da haben Sie bald Ihre Kleidung versaut."

"Wenn die in Bremen hier anfangen, dann wird der Rest ja kommen; das dürfen wir nicht zulassen. Ich brauche das Geld für rechnische Hilfsmittel, die Sachen sind halt sehr teuer."

"Wir wollen die Aktion unterstützen. Wenn das Blindengeld wegfällt, sind die Blinden wesentlich schlechter gestellt als andere gesellschaftliche Gruppen. Das Landespflegegeld ist auch in Potsdam gekürzt worden um 150 Mark, und hier soll es ganz wegfallen. Ich denke, das ist ganz schlimm."

"Wir sind aus Thüringen gekommen, um mit den Bremern Solidarität zu üben, damit das Blindengeld für die Neuerblindeten nicht gestrichen wird, denn das könnte auch für unsere blinden Mitbürger eines Tages zum Schaden gereichen."

"Wir sind acht Leute, wir mussten leider alles selber organisieren, weil unser Blindenverein Südbaden hat es überhaupt nicht für nötig befunden, etwas zu organisieren. Es gab nicht mal ein Rundschreiben, es gab keinen Bus. Es wäre zu aufwendig, so eine Fahrt zu organisieren, hieß es."
 

Blinde öffnen Politikern die Augen!
Landespflegegeldgesetz bleibt bestehen

Am 18.06. konnte der DBSV mit folgender Presseerklärung der Öffentlichkeit mitteilen, dass die Demonstration in Bremen nicht ohne Wirkung geblieben ist:

Der Bremer Senat hat am 18.06. seine Pläne fallen lassen, das Landespflegegeldgesetz aufzuheben. Beeindruckt von der überzeugenden Demonstration am 09. Juni, bei der mehr als 4.000 blinde und sehbehinderte Menschen aus allen Teilen Deutschlands in der Hanse-Stadt die Forderung bekräftigten "Hände weg vom Blindengeld!", sah sich der Bremische Senat gezwungen, seinen behindertenfeindlichen Beschluss zu revidieren.
Solidarität und Geschlossenheit, mit der die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe in Bremen auftrat, und die stichhaltigen Argumente für den Erhalt des Landespflegegeldgesetzes haben den Verantwortlichen in letzter Minute die Augen geöffnet.
Den blindheitsbedingten Nachteilsausgleich gibt es - wie in allen anderen Bundesländern - also auch in Bremen weiterhin; und zwar unabhängig von der Höhe des Einkommens und des Vermögens der Betroffenen. "Das ist ein riesengroßer Erfolg", erklärt Jürgen Lubnau, Präsident des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, der auch nach der Bremer Demo mit den Politikern im Gespräch geblieben war. Den Ausschlag gab letztlich die Intervention des CDU-Landesvorsitzenden Bernd Neumann.
"Die Kürzung der Leistung um 100 DM ist unser solidarischer Beitrag für Staat und Gesellschaft", betont Lubnau, wohl wissend, dass damit die Bremer Blinden wie Brandenburg und Sachsen mit 650 DM am unteren Ende der Blindengeldskala stehen.
Die Blinden und Sehbehinderten in Deutschland lassen keinen Zweifel daran, auch künftig für ihre Rechte selbst einzutreten; der Bremer Erfolg gibt neue Kraft. Und es bleibt dabei: "Hände weg vom Blindengeld!"
 

Licht für besseren Durchblick

Ein Seminar mit den Sehbehindertenbeauftragten der DBSV-Landesvereine fand vom 25. bis 27. Mai in Osterode statt. Im Anschluss sprachen wir mit Hans-Peter Engel, der als DBSV-Vorstandsmitglied das Seminar leitete:

Ein Sehbehindertenseminar des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes - Hans-Peter Engel, ist das eigentlich notwendig? Machen wir nicht ständig etwas für Sehbehinderte?
Sicher machen wir ständig auch etwas für Sehbehinderte. Aber es gibt trotzdem Unterschiede zwischen blind und sehbehindert, und diese werden herausgearbeitet und natürlich auch spezielle Angebote für Sehbehinderte gemacht. Leider ist es so, dass man die eigentlich Betroffenen oft selten erreicht, weil sie in unseren Verbänden und Vereinen noch zu wenig vertreten sind.
Es waren 13 Landesvereine vertreten, 7 haben gefehlt. Das zeigt, dass immer noch nicht flächendeckend Sehbehindertenbeauftragte vorhanden sind.

Nun hat dieses Seminar ja schon eine gewisse Tradition. Was war diesmal das Schwerpunktthema?
Das war diesmal vor allem das Licht. Licht brauchen wir ja alle. Und gerade Sehbehinderte brauchen gutes Licht und ausgewogenes Licht, damit die Farben und auch die Kontraste erhalten bleiben.

Was ist denn nun eigentlich das richtige Licht?
Das richtige Licht muss letzten Endes jeder doch für sich auch finden. Aber wir haben Anregungen dazu bekommen, wie man das macht. Ob man gelbes, weißes oder blau eingefärbtes Licht benutzen sollte, muss jeder allein entscheiden. Entscheiden muss man auch die Helligkeit. Viele Menschen meinen, wer schlecht sieht, braucht einfach nur hell; und genau das ist falsch. Ein optimales Licht ist ein Licht, welches das Farbenspektrum relativ natürlich wiedergibt. Da muss man eventuell mit zwei oder drei verschiedenen Lampen gleichzeitig arbeiten.

Wo kann ich das nun eigentlich ausprobieren? Wenn ich in einen großen Lampenladen gehe, flimmert mir überall reichlich Licht entgegen...
Der Referent, Herr Eikhorst aus Hamburg, hat uns gesagt, im normalen Lampenladen hat man kaum eine Chance, das auszuprobieren. Gerade wenn man spezielles Licht zum Arbeiten braucht, muss man sich schon eines Lichttechnikers bedienen.
Man sehe sich nur einmal die Auslagen in Kaufhäusern an oder gerade mal beim Metzger. Da wird Lichttechnik so eingesetzt, um die Ware zu präsentieren, dass sie dem Kunden auch gefällt. Nehmen sie das Stück Fleisch mal mit nach Hause, dann werden sie schon sehen, dass es nicht mehr so rot ist, wie es im Metzgerladen war.
Wiederum brauchen Zahnärzte, Zahntechniker, Graveure, Uhrmacher für ihre kleinen Arbeiten natürlich auch spezielles Licht. Und so braucht der Sehbehinderte für das, was er tun möchte, das ist ja oft das Lesen, spezielles Licht. Der Kontrast muss einfach wieder da sein, Licht und Schatten.

Was kann ich jetzt meinem Arbeitgeber sagen, wenn ich der Meinung bin, ich habe an meinem Arbeitsplatz nicht das richtige Licht? Kann man da überhaupt etwas machen? Und wer bezahlt so etwas dann?
Wer das bezahlt, kann ich nicht beantworten. Aber letzten Endes kann man schon etwas tun. Manchmal genügt auch schon, dass man den Schreibtisch oder auch den Monitor um 90 Grad dreht, damit eben kein indirektes Licht oder Fensterlicht darauf fällt, was viele ja auch verkehrt machen; mit dem Rücken zum Fenster sitzen, oder viele machen sich selber Schatten. Also diese Dinge kommen ja alle noch dazu.

Wo finde ich eigentlich diesen Lichttechniker, von dem gesprochen wurde? Wer kann mich da wirklich beraten?
Wahrscheinlich im Branchenbuch; Elektrotechnik, Lichttechnik; eventuell auch in Zusammenarbeit mit Optikern.

Low-Vision-Zentren, wo es die schon geben mag, haben sicher auch solche Angebote. Soviel zum Licht. Grünes Licht sollte es ja auch schon geben für den Sehbehindertentag 2002. In welche Richtung könnte es denn mit dem Sehbehindertentag gehen?
Fest steht, dass alle inzwischen erkannt haben, dass dieser Tag nötig ist. Alle möchten ihn auch erhalten. Schwieriger wird es wohl werden, immer ein Motto zu finden, unter dem man spezielle Sehbehindertenthemen ausarbeitet. Vieles ist eben fließend zwischen sehbehindert und blind.
Wir haben in den letzten zwei Jahren die Kontraste gehabt. Das Thema kam gut an, kommt gut an. Für 2002 wollten wir ein Motto finden, sind aber noch ein bisschen in den Kinderschuhen. Ich möchte gleich zu einem Ideenwettbewerb aufrufen: Wer einen Vorschlag hat, sollte sich an uns oder an die "Gegenwart" wenden.

Etwas Zeit verbleibt ja noch, bis der Verwaltungsrat im Oktober dieses Motto beschließen muss, damit man noch alles gut organisiert kriegt.
Ja, das war das Seminar 2001. Wann gibt es das nächste?
Wir haben uns darauf verständigt, dass wir im Jahr 2003 das nächste Seminar für die Sehbehindertenbeauftragten machen wollen, und zwar in Boltenhagen.

Vielen Dank für das Gespräch, für die Seminarleitung. Wünschen wir allen, dass sie die Erfahrungen von hier mit nach Hause tragen und dann auch an die Sehbehinderten in ihren Vereinen weitergeben.
(Das Gespräch führte Dr. Thomas Nicolai; Kassetten-Ausgabe Originalton.)

Abbildung einer Leuchte.
 

Kontraste halfen auch starken Augen

Ein erstes Resümee des Sehbehindertentages 2001 fällt außerordentlich positiv aus. Das Referat Öffentlichkeitsarbeit des DBSV hatte im Vorfeld eine breit angelegte Pressekampagne gestartet. Rund 450 Redaktionen erhielten ein vorzüglich handhabbares Medienpaket, das gern aufgegriffen worden ist. Die Präsentation im Internet erlaubte den Medien professionellen Zugriff auf alle wichtigen Informationen. Diese Angebote führten zu vermehrten Recherche-Rückfragen von Journalisten beim Referat Öffentlichkeitsarbeit. Mit drei Fernsehbeiträgen (ZDF, B1) ist es gelungen, den Sehbehindertentag und sein Anliegen in der Öffentlichkeit wesentlich bekannter zu machen. Das Thema "Kontraste" half also auch "starken" Augen zu mehr Verständnis und Sensibilität. Drei Fernsehbeiträge (ZDF und SFB) brachten das Anliegen des Sehbehindertentages deutlich zum Ausdruck.
Bei der Pressekonferenz im Restaurant LÖWENBRÄU in Berlins Mitte fanden auch die vielfältigen Bemühungen des DBSV um die Vorbereitung blinder und sehbehinderter Menschen auf den Euro starkes Interesse. Ein herzliches Dankeschön an das Restaurant, welches Speisen und Getränke während der Pressekonferenz kostenlos zur Verfügung stellte. Mit einer Speisekarte in Punktschrift bietet das Restaurant jetzt zusätzlichen Service.
Großer Nachfrage erfreute sich auch die Ausgabe 5/2001 der "Gegenwart" und insbesondere die Beilage "Kontraste helfen schwachen Augen", die auch nach dem Sehbehindertentag als qualifiziertes Informationsmaterial zur Verfügung steht.
Über Aktionen der DBSV-Landesvereine zum Sehbehindertentag informieren wir in der nächsten Ausgabe.
Dr. Thomas Nicolai
 

680 mal 6 Richtige

Die DBSV-Rätselkarte, herausgegeben anlässlich der Aktion "Sechs Richtige" stellte kaum jemanden vor Probleme. Auf den 680 eingegangenen Karten waren die in Punktschrift dargestellten Worte richtig "übersetzt" worden: "Sechs Richtige".
Auf der DBSV-Pressekonferenz am 06.06. in Berlin wurden die drei Hauptpreise und danach weitere 100 Kleinpreise ausgelost.
1. Preis: Reise für zwei Personen nach Mallorca, gesponsert von TUI auf dem DBSV-Kongress "Sechs Richtige" in Hannover:
A. Wallbrecht, Heeßen
2. Preis: Gutschein für einen DVD-Player im Wert von 800 DM:
Horst Moeller, Stendal
3. Preis: 2 Hörfilme (DVD oder VHS-Videokassette):
Jessica v. d. Heidt, Wiesbaden

Als Kleinpreise wurden vergeben:
15 mal CD "LUST", gesponsert von John-Silver-Prodaction
70 mal CD "Lebenslust" (Aufnahmen mit dem DBSV-Ensemble)
15 mal Handtuch mit tastbarer Punktschriftzeile "Sechs Richtige"

Wir gratulieren den Preisträgern und danken allen, die mitgemacht haben. Manchen hat die Rätselkarte, die auch im Jahrbuch 2001 enthalten war, erstmals angeregt, sich mit der Punktschrift zu beschäftigen.
Die Redaktion
 

Jahrbuch 2002

Das Grußwort des Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse stimmt die Leser auf das DBSV-Jahrbuch 2002 ein und empfiehlt den Leserinnen und Lesern die Lektüre der abwechslungsreichen Publikation. Porträts, Erfahrungsberichte, ein informatives Mosaik, literarische Arbeiten und überraschende Begebenheiten blinder und sehbehinderter Menschen machen die 96-seitige Broschüre zu einem kurzweiligen und sensibilisierenden Begleiter. Das umfangreiche Anschriftenverzeichnis hilft Ratsuchenden weiter.
Das DBSV-Jahrbuch wird Anfang September 2001 ausgeliefert und steht dann wieder für eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. Die DBSV-Landesvereine sind aufgerufen, Sammelbestellungen aufzugeben. Einzelexemplare sollten über die jeweilige Bezirksgruppe, den Ortsverein bzw. die Kreisorganisation erworben werden. Das Jahrbuch kostet 3 DM (LV und Untergliederungen 2 DM). Der Text ist ab September beim Referat Öffentlichkeitsarbeit auch auf Diskette erhältlich (Preis: 3 DM).
Eine Kassetten-Ausgabe wird in den Blindenhörbüchereien zur kostenlosen Ausleihe bereitstehen. Auch in den Erholungseinrichtungen (Aura-Hotels und Pensionen) der DBSV-Landesvereine kann ein "Gesprochenes Jahrbuch" ausgeliehen werden.
Viel Spaß mit dem bald erscheinenden Jahrbuch 2002 und gute Ideen für die Verbreitung dieser Publikation wünscht die Redaktion.
 

Lebenslust

Das ist der Titel der gerade fertig gestellten CD des DBSV-Kulturensembles. Die Titelauswahl zeigt die Breite des Repertoires der Sänger und Instrumentalisten unter Leitung von Reinhard Tschache.
Experimentierfreudig wie immer präsentiert sich das Ensemble mit interessanten Arrangements von "besinnlich" bis "heiter", ja "ausgelassen".
Aufgenommen und abgemischt wurde alles von Reinhard Walter, der (selbst blind) seine Erfahrungen und sein Können aus jahrelanger qualifizierter Arbeit als Toningenieur beim Rundfunk einbringen konnte.
Die CD kostet 10 DM zzgl. Versandkosten (bei Einzelversand jeweils 5 DM) und ist beim Referat Öffentlichkeitsarbeit des DBSV, Rungestr. 19, 10179 Berlin, erhältlich. Sammelbestellungen verringern Versandkosten.
(Kassetten-Ausgabe mit Hörbeispiel)

Bild: Interessante Arrangements bietet das DBSV-Kulturensemble auf seiner neuen CD.


In Kürze:

Seminarangebote des DBBW

Das Deutsche Blindenbildungswerk (DBBW) bietet nachfolgende
Fortbildungsveranstaltungen an:
04. bis 10.11.: Elektrizität und Elektronik, Hotel Silverio,
Gallspach,/Österreich, Zielgruppe: Funkamateure, Blinde und Sehbehinderte, die
ihre Sachkompetenz auf diesem Gebiet erhöhen möchten;
Fernkurs "Living English" (lebendiges Englisch) - Englisch für Anfänger - ab
sofort verfügbar, Kurs für Einsteiger.
Nähere Auskünfte erteilt: DBBW gGmbH; Tel.: (0 76 21) 79 92 30.

Seminar Gedächtnistraining

Nützlich für den beruflichen und privaten Alltag sind Übungen zum
Gedächtnistraining. Der Blindenbund in Hessen bietet dazu ein Seminar an: 07.
bis 09.12. im Haus Hubertus (Aura-Pension).
Weitere Informationen und Anmeldung bei: BBH, Eschersheimer Landstraße 80, 60322
Frankfurt a. M.; Tel.: (0 69) 15 05 96-6.

Tipps und Tricks zum schnelleren Lesen für Sehbehinderte

Unter diesem Motto findet vom 27.10. - 01.11. in Saulgrub ein Seminar statt. Es
richtet sich an Sehbehinderte, denen das Lesen mit optischen Hilfsmitteln (noch)
möglich ist und die in Beruf, Ausbildung oder im Alltag mit viel Text
zurechtkommen müssen.
Nähere Informationen und Anmeldung bei: Kur- und Begegnungszentrum Saulgrub;
Tel.: (0 88 45) 9 90.
 

Lehrgänge

Das Institut für Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter (IRIS) Hamburg
bietet auch in diesem Jahr verschiedene Lehrgänge für Blinde und Sehbehinderte
an, u. a. Ausbildung zur Rehabilitationsfachkraft für Blinde und Sehbehinderte
im Bereich Orientierung und Mobilität sowie Lebenspraktische Fertigkeiten und
Kommunikation vom 17.09.2001 bis 16.05.2003.;
Lehrgang zur Förderung der Orientierung und Mobilität für RP-betroffene
Schüler/innen vom 28.10. bis 04.11.
Nähere Auskünfte bei: IRIS; Tel.: (0 40) 2 29 30 26.

Leipzig zum Hören, Tasten und Lesen
Tag der offenen Tür

Editionen der DZB (Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig), die nützlich
für einen Stadtbummel sein können:
Hauptbahnhof Leipzig, Reliefkarte + Kassette oder Großdruck;
- Autobahnanschlüsse A9, 1 Broschüre mit 1 Relief, Vollschrift, Miniformat;
- Citykarte, 1 Reliefkarte mit Legenden + Kassette + 1
Schwarzschriftkarte;
- LVB (Leipziger Verkehrsbetriebe)Orientierungsplan, Reliefkarte mit Legenden
und Schwarzschriftkarte
14 Straßenbahnlinien und 5 Stadtbuslinien der LVB, je 1 Heft in Vollschrift
- Blindenpark Leipzig, ein akustischer Parkführer, 1 Broschüre + 5 Reliefs + 2
Kassetten;

Einige dieser Produkte sind auch ausleihbar. Und vieles ist zu erleben beim Tag
der offenen Tür der DZB am 08.09., von 10 bis 17 Uhr. An diesem Tag werden u. a.
Führungen durch die DZB, eine kleine Hilfsmittelausstellung und eine Diskussion
mit Leitern von Blindenbibliotheken und Mitgliedern des DBSV-Vorstandes zu
Gegenwart und Zukunft der Blindenbüchereien angeboten.
Weitere Informationen unter (03 41) 71 13-0 oder info@dzb.de.
DZB, PSF 100245, 04002 Leipzig.
Susanne Siems

Jubiläumsfeier

Der Blindenbund in Hessen feiert am 24. August ab 15.00 Uhr das 50-jährige
Bestehen des Hauses Hubertus - Ferien- und Tagungsstätte in Mündersbach mit
einem Tag der offenen Tür.
Neben Essen, Trinken und Musik sind im und um das Haus interessante Dinge zu
erleben u. a. eine Dunkelbar.
Alle sind recht herzlich eingeladen!

Hilfsmittelausstellung des VzFB

12.09., 09.00 bis 17.00 Uhr in Nümbrecht im Blindenaltenheim der CBM, Ernst-
Christoffel-Haus, Höhenweg 4, 51588 Nümbrecht.
Nähere Auskünfte unter Tel.: (05 11) 9 54 65-0.

Hilfsmittelausstellung

Der Braunschweiger-Blinden-Hilfsmittel-Versand veranstaltet am 07.07. von 11.00
bis 17.00 Uhr in Berlin, Auerbacher Str. 7, gemeinsam mit der Fa. Tieman GmbH
eine Hilfsmittelverkaufsausstellung aus den Bereichen Beruf, Haushalt und
Freizeit.
Weitere Informationen unter Tel.: (05 31) 2 84 24 12.

Führung

Der "Große Garten" in Hannover-Herrenhausen ist ein Barockgarten. Martin Rembeck
bietet für Blinde und Sehbehinderte Führungen durch den Garten an und stellt den
Garten als Gesamtkunstwerk vor.
Der Garten ist (be-)greifbar durch das Ertasten von Skulpturen, durch die
Orientierung mittels tastbarer Karten.
Anmeldungen bei: Martin Rembeck; Tel.: (05 11) 55 04 17.

"Ostseeperlen"-Kultur-Termine

04. bis 07.10. : III. Tage für akustische Medien, Thema: Rundfunkfernempfang im
Wandel;
21. bis 25.11.: Liedertage, Thema: Dorn im Ohr;
06. bis 09.12.: Boltenhagener Audioklub, Hörvergnügen aus erster Hand;
09. bis12.05.2002 : IV Boltenhagener Bücherfrühling.
Details über alle Veranstaltungen finden Sie ständig aktualisiert im Internet
unter www.ostseeperlen.de

Modenschau

Aktuelle Damenmoden für den Herbst bietet wieder eine Modenschau für blinde und
sehbehinderte Modeinteressierte am 08.09. Natürlich können die Modelle wie immer
betastet und auch aus der Nähe betrachtet werden. Einkaufsmöglichkeit wird
geboten.
Anmeldungen und Informationen bei: Blinden- und Sehbehindertenverein
Gelsenkirchen; Tel.: (02 09) 5 8 22 77.

Gartenfest

Am 02.09. feiert der Taubblindendienst in Radeberg - Storchennest - von 11.00
bis 17.00 Uhr das 10. Gartenfest unter dem Thema "Kleine Galerie der Sinne". Es
gibt viele Aktivitäten unter dem genannten Thema.
Nähere Informationen bei: Storchennest; Tel.: (0 35 28) 43 97-0.

Tarife per Telefon

Ab sofort hat der Verein der Telefonfreunde e. V. eine Telefontarif-Infobox
geschaltet, auf dieser Box werden der günstigste aktuelle Telefontarif im
offenen Call-by-Call angesagt. Die Box erreichen Sie unter der Rufnummer: (05
11) 55 93 58. Wer sich für weitere günstige Tarife interessiert, sollte den
Verein beitreten, der Jahresbeitrag beträgt für 2001 12 DM und ab 2002 7 Euro.
Nähere Informationen bei: Detlev Jost; Tel.: (05 11) 5 51 03 64.

Audiokassette

Der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg hat die Diabetes-Leitlinien der
Deutschen Diabetes Gesellschaft auf Audiokassette lesen lassen.
Interessierte wenden sich an: BSV Hamburg; Tel.: (0 40) 2 09 40 40.

BIT-Tipp

"Herzensweisheiten" - erschienen bei Knaur, München 1991
Pütz, Jean/Kirschner Monika: "Ayurveda - Lebenselixiere aus Indien" - erschienen
bei Verlagsgesellschaft, Köln 2000;
Ravensburger: "Das Goldene Spielemagazin", Erklärungen der Regeln von
Würfelspielen.
Diese Titel können Sie auf Hörkassetten erwerben.
Nähere Auskünfte unter Tel.: (0 89) 5 59 88-1 34.

Neue REHADAT-CD-ROM

Die aktuelle Version der REHADAT-CD-ROM - das Informationssystem zur beruflichen
Rehabilitation behinderter Menschen - kann von allen Interessenten kostenfrei
angefordert werden. Sie bietet Betroffenen als auch Mitwirkenden auf dem Gebiet
der Rehabilitation umfassende Hilfestellung im beruflichen und persönlichen
Alltag.
Die CD-ROM kann unter Tel.: (02 21) 49 81-8 44 (Frau Gall) bestellt werden.

Kalender für das Jahr 2002

Der Verband der Behinderten - Projekt ROSI - bietet für das Jahr 2002 taktile
Kalender für blinde und sehbehinderte Menschen in drei Motiven an:
Blumenkalender, Kinderkalender mit Tiermotiven und Hauptstädte Europas.
Nähere Auskünfte und Bestellungen bei: Verband der Behinderten; Tel.: (03 61) 7
92 09 41.
Abbildung der Kalender.
 

Deutsche Volkslieder

Die schönsten deutschen Volkslieder - ein Liederbuch mit CDs zum Hören und
Mitsingen erhalten Sie bei: Readers Digest Deutschland, Verlag Das Beste GmbH,
70160 Stuttgart; Tel.: (0 18 05) 61 99 81.

Abbildung des Covers der CD.

Rathausplan

Im Hamburger Rathaus liegen für sehbehinderte Touristen tastbare Pläne aus, die
leihweise im Rahmen der Führungen durch das Rathaus zur Verfügung gestellt
werden.
Informationen unter Tel.: (0 40) 4 28 31-0.


Rechtsauskunft:

Muss die Krankenkasse zahlen?

Ein "Videotextlesegerät" ist ein von der Krankenkasse zu gewährendes Hilfsmittel; ein "Notebook" dagegen nicht. In den Mitteilungen der DBSV-Rechtsabteilung 10/2001 kommentiert Karl Thomas Drerup zwei Urteile:

Videotextlesegerät

Das Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen vom 21.2.2001 - L 4 KR 9/99 habe ich vom Blindenverein Ostfriesland zugeschickt bekommen. Der Kläger beantragte bei seiner Krankenkasse, von der er bereits ein Farberkennungsgerät und ein Blindenlesegerät (Reading Edge) erhalten hatte, Gewährung eines "Videotextlesegerätes" der Firma Novotech, was die Krankenkasse ablehnte. Die dagegen erhobene Klage hatte in der ersten Instanz keinen Erfolg. Die zweite Instanz kam jedoch mit dem hier vorliegenden Urteil zu einer positiven Entscheidung. Das LSG hält das Videotextlesegerät für "erforderlich, denn durch das vom Kläger derzeit von der Beklagten zur Verfügung gestellte Lesegerät wird sein Grundbedürfnis auf umfassende Information nicht in ausreichendem Maße befriedigt... Nach seinen Ausführungen in der mündlichen Verhandlung kann der Kläger mit dem von der Krankenkasse zur Verfügung gestellten Lesegerät nur großgeschriebene DIN-A-4 Texte in Originalschrift, aber keine Arzneibeipackzettel oder Kopien lesen. Es ist ihm nach seinem schriftlichen Vorbringen auch nicht möglich, die Tageszeitung zu lesen, da das vorhandene Lesegerät bereits eine üblicherweise formatierte Tageszeitung nicht bewältigen kann. Dieser Vortrag des Klägers wird durch das vom BSG zitierte Rundschreiben des Bundesministers für Arbeit und Soziales vom 9. August 1994 bestätigt. Das Lesen der Tageszeitung ist jedoch elementarer Bestandteil des oben geschilderten Grundbedürfnisses auf Information (BSG SozR 3 3-2500 § 33 Nr. 26 S 152). Mit Hilfe des Videotextlesegerätes ist es dem Kläger jedoch möglich, Informationen und Nachrichten, wie sie sonst in Tageszeitungen zu lesen sind, abzurufen. Auf die Hilfe anderer Personen, die ihm vorlesen würden, kann der Kläger nach der Rechtsprechung des BSG nicht verwiesen werden. ... Auch der Verweis auf Rundfunk ist nicht zulässig. ... Das begehrte Videotextlesegerät ist
auch wirtschaftlich im Sinne einer begründbaren Relation zwischen Kosten und Gebrauchsvorteil des Hilfsmittels. ... Der Kläger benötigt das Videotextlesegerät, um Informationen und Nachrichten aus allen Bereichen (u. a. Politik, Sport, Kultur, Wirtschaft, Produktinformationen, Kochrezepte etc) zu erhalten, die Sehende aus der Tageszeitung entnehmen können. Darüber hinaus ist der zeitliche Umfang der beabsichtigten Nutzung und die Bedeutung der jeweils erschließbaren Informationen maßgebend. ... Dazu hat der Kläger in der mündlichen Verhandlung vor dem Senat glaubhaft dargelegt, dass er das Videotextlesegerät durchschnittlich 3 Stunden täglich benutzen werde und er auch bereits schon Erfahrungen damit habe, da ihm schon heute Videotexte von einem Freund vorgelesen würden."

Kommentar: Mit diesem Urteil wird das LSG der zunehmenden Bedeutung der elektronischen Medien gerecht. Das LSG hält ein Hilfsmittel für (medizinisch) erforderlich, das allein dem Zugang zum Videotext dient und den fehlenden Zugang zu Tageszeitungen kompensiert. Mindestens ebenso erforderlich müssten Hilfsmittel sein, mit denen der Blinde Zugang zum Internet findet, wobei dies allein schon den Anspruch auf das Gerät ausreichend begründen würde. Bedenklich stimmt hingegen die Darstellung der geringen Brauchbarkeit des bereits vorhandenen Lesegeräts. Ist dies tatsächlich so wie beschrieben, so können die Krankenkassen demnächst die bisher gewährten Lesegeräte als unwirtschaftlich ablehnen.

Notebook

Dem Urteil des Bundessozialgerichts vom 30.1.2001 - B 3 KR 10/00 R (das ich von Herrn Demmel bekommen habe) lag ein Fall zugrunde, in dem ein hochgradig Sehbehinderter mit zusätzlichen schweren körperlichen Behinderungen bei seiner Krankenkasse ein "Diktiergerät inklusive einem Konferenzmikrofon sowie einem sehbehindertengerechten
Notebook inklusive Zubehör" beantragt hatte. Nachdem die Krankenkasse abgelehnt hatte, erhielt der Behinderte die gewünschten Geräte als Vorleistung von der Sozialhilfe,
die nun ihrerseits die Krankenkasse auf Regress verklagte. An diesem Prozess nahm der betroffene Behinderte als Beigeladener teil. Das Sozialgericht gab der Klage im Hinblick auf das Diktiergerät statt. Das Notebook hielt es jedoch für unwirtschaftlich. Dagegen legte der Beigeladene (und nur dieser) Berufung ein, und da diese keinen Erfolg hatte, ging er in die Revision. Doch auch das BSG lehnte die Finanzierung des Notebooks durch die Krankenkasse ab. In seiner Begründung geht das BSG kurz auf die Frage ein, ob das Notebook ein "allgemeiner Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens" ist. Es lässt diese Frage dann jedoch offen, weil die Beklagte eindeutig aus anderen Gründen nicht leistungspflichtig sei. Diese anderen Gründe sind: "Das LSG hat zutreffend erkannt, dass der Beigeladene das von ihm benutzte sehbehindertengerecht ausgestattete Notebook nicht benötigt, um etwa das allgemeine Grundbedürfnis des täglichen Lebens auf Kommunikation mit
anderen Menschen sicherzustellen oder wesentlich zu erleichtern. Nach den Feststellungen des LSG steht dem Beigeladenen für diesen Zweck ein behindertengerecht ausgestatteter stationärer PC zur Verfügung. ... Der Beigeladene ist zur Verständigung nicht auf den Einsatz eines Notebooks angewiesen. Es dient dem Beigeladenen vielmehr allein der Organisation seines Jurastudiums. Das Aufzeichnen des Inhalts von Vorlesungen oder die schnelle Verfügbarkeit juristischer oder spezieller studienrelevanter Texte mit Hilfe eines Notebooks ist, worauf das LSG bereits hingewiesen hat, für den mehrfach behinderten Kläger eine erhebliche Erleichterung. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Grundbedürfnisse eines Menschen, sondern um die Ermöglichung einer Ausbildung, die der Ausbildung qualifizierter Berufe dient und nicht jedermann zugänglich ist."

Kommentar: Das BSG setzt hier konsequent seine schon Jahrzehnte alte Rechtsprechung fort, wonach das Beschaffen, nicht aber das Speichern von Informationen ein elementares Grundbedürfnis darstellt, so dass die Krankenkasse zwar Lesegeräte, aber keine Hilfsmittel zum Schreiben (und zu anderen Formen der Textspeicherung) gewähren muss. Die letztgenannten Geräte fallen ausnahmsweise nur dann in die Leistungspflicht der
Krankenkasse, wenn der (auch sprachlich) Behinderte sie braucht, um überhaupt eine Verständigung mit anderen Menschen führen zu können. Dieser Fall war hier nicht
gegeben. Insoweit ist das vorliegende Urteil auch nicht weiter interessant. Für uns von Bedeutung sind jedoch die Ausführungen zum Begriff des "Gebrauchsgegenstands". Ich
verweise zunächst auf das in den Mitteilungen der DBSV-Rechtsabteilung 8/2001 besprochene neue Urteil des BSG. Danach ist nicht nur ein PC, sondern sind auch andere Komponenten eines offenen Lesesystems Gebrauchsgegenstände und sind daher von der Krankenkasse nicht zu finanzieren. Das BSG geht jetzt noch einen Schritt weiter (obwohl auch dieser Schritt durchaus auf der Linie schon älterer Rechtsprechung liegt, zum Beispiel der zum "orthopädischen Schuh"). Jetzt nämlich lässt das BSG erkennen, dass auch Komponenten eines geschlossenen (!) Systems Gebrauchsgegenstände sein können und vom Versicherten anteilmäßig zu zahlen sind. Konkret heißt es: "Auch wenn das vom Kläger benutzte Notebook über zusätzliche Ausstattungen verfügt, die speziell auf die Bedürfnisse erheblich Sehbehinderter abgestellt sind, so enthält es doch als wesentlicher Bestandteil wie jedes andere handelsübliche Notebook einen in kompakter Bauweise zusammengesetzten PC." Daraus folgt: Die Blinden und Sehbehinderten werden sich generell darauf einstellen müssen, dass sich die Hilfsmittelversorgung auf die behindertenspezifischen Elemente ihrer elektronischen Ausstattung beschränken wird.
 


 

Im Beruf:

Dreisprung zur Karriere

Von Simone Tolle

Simone Tolle sprach mit Bruno Kuhn, Integrationsberater im BFW Würzburg, über Ergebnisse einer Stellenanalyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB):

Die Studie fand heraus, dass Arbeitgeber den größten Wert auf Qualifikationen wie Leistungsbereitschaft, Motivation, Engagement, Selbständigkeit und Belastbarkeit legen. Können Sie diese Erfahrungen bestätigen?
Bruno Kuhn: Ja, denn Bewerber, die diese Eigenschaften aufweisen, werden sehr schnell vermittelt. Gerade bei Blinden und Sehbehinderten mache ich immer wieder die Erfahrung, dass Leistungsbereitschaft und Engagement Handicaps kompensieren können.
Für sehr bedeutend halte ich auch die persönliche Motivation. Die landläufige Meinung ist ja oft, dass sich Arbeitgeber - wenn sie die Wahl haben - den Bewerber aussuchen, der keine Behinderung hat, oder dessen Behinderung ihnen am geringsten erscheint. Meine Erfahrung ist eine andere: Arbeitgeber stellen den ein, der - hohe Fachkompetenz vorausgesetzt - die stärkste Motivation aufweist.

Die Studie sagt auch, dass bestimmte emotionale Grundhaltungen wie "freundlich", "gewinnend" sowie Aussehen und Attraktivität von Bewerbern eine große Rolle spielt. Wie sehen Sie diese Ergebnisse vor allem im Hinblick auf die Bewerbungschancen von blinden und sehbehinderten Menschen für die alles Visuelle eher von untergeordneter Bedeutung ist?
Bruno Kuhn: Ich denke mit "Aussehen" und "Attraktivität" ist nicht gemeint, dass Bewerber bzw. Bewerberinnen aussehen müssen wie Claudia Schiffer. Wichtig ist aus meiner Sicht die Ausstrahlung der Gesamtpersönlichkeit: z. B. ein Blinder mit einer "attraktiven" Stimme, der ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen beim Bewerbungsgespräch z . B. um eine Stelle als Call-Center-Agent rüberbringt. Oder einer, der nach einem Unfall spät erblindet ist und sich seinen neuen Beruf mit Konsequenz und Durchhaltevermögen erarbeitet hat - solche Menschen können im Vorstellungsgespräch überzeugen.

Arbeitgeber legen laut der Studie auch großen Wert auf Teamfähigkeit, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit. Was muss in der Ausbildung in den Berufsförderungswerken geleistet werden, damit auch diese Fähigkeiten optimal trainiert werden?
Bruno Kuhn: Wir haben im Berufsförderungswerk Würzburg auf diese veränderten Anforderungen durch Einführung der handlungsorientierten Ausbildung reagiert. Wichtig ist, dass der Anteil des Frontalunterrichtes zurückgeht und die Teilnehmer sich Lerninhalte selbständig und in der Gruppe erarbeiten und Ergebnisse entsprechend präsentieren. Dies muss gerade in der Ausbildung von Anfang an berücksichtigt werden.

Auch auf Fremdsprachenkenntnisse wird - laut Studie - verstärkt Wert gelegt. Entspricht das Ihren Erfahrungen?
Bruno Kuhn: Ich halte je nach Berufsbild Grundlagen in Englisch für wichtig. Ein Bewerber sollte allerdings, falls es der Arbeitgeber wünscht, seine Bereitschaft bekunden, seine Kenntnisse zu erweitern.

Das BiBB kommt auch noch zu einem weiteren interessanten Ergebnis: Frauen müssen im Beruf besser sein als Männer. Sehen Sie das genauso?
Bruno Kuhn: Ja, auch diese Aussage kann ich voll bestätigen. Meine Erfahrung sagt mir aber, dass Frauen mindestens genauso belastbar, motiviert und leistungsbereit sind, wie Männer. In der Kommunikation sind sie aus meiner Sicht sogar verbindlicher und geschickter.

Sie betreuen in der Qualifizierungsmaßnahme "IBS" (Integration Blinder und Sehbehinderter in den Beruf") einen Personenkreis, der als schwer vermittelbar gilt, weil die Teilnehmer schon lange arbeitslos sind. Wie gelingt es Ihnen dort, die Teilnehmer optimal auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten?
Bruno Kuhn: Neben der fachlichen Qualifikation - wie die Auffrischung der EDV-Kenntnisse - haben wir einen wöchentlichen Jour fix mit Integrationsberatern, Psychologen und den Teilnehmern. Dort werden die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer abgefragt und ernstgenommen. Wir bieten auch ein spezielles Kommunikationstraining an, das vor allem die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch zum Ziel hat. Wichtig ist es auch, bei jedem Einzelnen die Kritikfähigkeit zu erhöhen: d.h. Kritik angemessen und konstruktiv zu äußern, aber auch annehmen zu können.

Was raten Sie blinden und sehbehinderten Bewerbern aufgrund der Ergebnisse der Studie und Ihren eigenen Erfahrungen?
Bruno Kuhn: Zunächst einmal gilt hinsichtlich der Bewerbung ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit. Eine Top-Bewerbungsmappe ist unerlässlich und das Bewusstsein, dass jeder mit seinen Unterlagen im wahrsten Sinne des Wortes für sich selbst werben muss. Im Bewerbungsgespräch selbst gilt es, authentisch aufzutreten und sich und seine Stärken gut zu verkaufen.
Viele Bewerber denken leider nur bis zu den Prüfungen, berufliche Integration ist jedoch mehr. Ich vergleiche das immer mit dem Dreisprung im Sport: Der erste Sprung ist die fachliche Qualifikation. Gute Prüfungsergebnisse , also ein hohes Maß an Fachlichkeit, sind Voraussetzung für den zweiten Sprung: Die berufliche Integration. Hierzu gehört vor allem ein intensives Bewerbungstraining. Und der dritte Sprung schließlich ist die dauerhafte berufliche Integration - die Karriere!

Bild: Frau Tolle und Herr Kuhn
 

Reha-Berater der BfA in Halle

Von Paul Schuster

Rund 90 Rehabilitationsberater der BfA von Beratungsstellen aus dem gesamten Bundesgebiet waren zu einer zweitägigen Weiterbildungsveranstaltung zum Thema "Berufliche Rehabilitation von Blinden und Sehbehinderten" in das
Berufsförderungswerk Halle (Saale) gekommen. Für einen großen Teil der Gäste war es die erste Gelegenheit, sich spezielle Kenntnisse über dieses Thema zu erarbeiten.
Ein anspruchsvolles Tagungsprogramm, das von Rehabilitanden, Mitarbeitern, Arbeitgebern und verschiedenen Kooperationspartnern des Berufsförderungswerkes gestaltet wurde, bot zahlreiche Einblicke in die verschiedensten Tätigkeitsbereiche. Aspekte des Mobilitätsunterrichts, Blindenführhundtraining, Sehhilfen und Hilfsmittelvorführungen erweiterten das Wissensspektrum der interessierten Gäste.
Einen besonderen Schwerpunkt der Schulungsveranstaltung bildeten die Erfahrungsberichte zur gutachterlichen Tätigkeit der Universitäts-Augenklinik Halle, Tendenzen in der Entwicklung neuer Bildungsleitlinien und die Problematik beruflicher Integration von Absolventen des BFW Halle. In einem regen Meinungsaustausch, in den neben den Partnern BfA und BFW auch Vertreter von Arbeitgebern einbezogen waren, konnten zahlreiche Vorschläge für die zukünftige Zusammenarbeit unterbreitet werden.
Die Teilnehmer brachten zum Abschluss der Tagung ihre
Überzeugung zum Ausdruck, mit dem speziellen Wissen über die Möglichkeiten
der beruflichen Rehabilitation blinder und sehbehinderter Antragsteller, die Bearbeitung in Zukunft noch zielgerichteter zu realisieren.


Integration:

LUFT oder LUST?

Eine CD mit Punktschrift auf der Hülle macht Lust zum Hören; Dieter Kindl, ehrenamtlicher Redakteur der Sendung Liederleute im offenen Kanal Kassel, sprach mit Herrn Zebisch, der die CD kürzlich herausbrachte:

Ich habe seit 20 Jahren einen Freund, der ist blind, der steht eigentlich so auf diese Musik. Und ich hab` mir gesagt, normalerweise müsste man an diese Jungs und Mädels ein bisschen denken. So entstand die Idee, dort Blindenschrift einprägen zu lassen, so dass auch Nichtsehende sofort erkennen, was sie in der Hand haben.
Natürlich musste ich mir von meinem Freund Jürgen Trinkus erst die Blindenschrift schicken lassen, und dann haben wir das raufgeprägt. Dabei ist übrigens noch ein schöner Spaß entstanden. Als mein Freund das erste Muster in der Hand hielt, rief er mich an und fragte, warum die CD LUFT heißt; ich sollte es ihm erklären. Sie heißt aber nicht LUFT, sie heißt LUST (was ein Pünktchen so ausmacht).

Können Sie noch etwas zu der Gruppe sagen, die man auf der CD hört...
"Der wilde Garten", gegründet vor vier Jahren von drei relativ bekannten Musikern: Tino Eisbrenner, Sänger und Texter; Tobias Morgenstern, ein genialer Akkordeonspieler; Georgi Gogow, der "Teufelsgeiger" von City, als Komponist und Mitspieler, Multiinstrumentalist und Sänger Matthias (Felix) Lauschus, Manfred Henning, Keyboard.
Die fünf Leute machen Musik, bei der wir immer Schwierigkeiten haben, sie einzuordnen, ob das nun Soft-Rock ist oder Deutsch-Pop oder eben Weltmusik. Auf jeden Fall machen sie etwas Neues, und wenn wir damit Erfolg haben, werden sie damit die Ersten sein. Sie verarbeiten so scheinbar kubanische und bulgarische Einflüsse. Sie haben für mich erfolgreich eine deutsche Version des Chan Chan von Buena Vista Social Club gemacht.

Wie kann man nähere Informationen bekommen?
"Der-wilde-Garten.de" ist im Internet zu finden. Unter www.John-Silver.com haben wir eine eigene Seite, und es war für uns natürlich selbstverständlich, dass wir auch eine von allem Schnick-Schnack bereinigte Seite machen, die auch so angelegt ist, dass sie zugänglich ist; das haben wir auch abgestimmt mit dem DBSV, mit dem wir auch zusammenarbeiten inzwischen, von dem wir hoffen, dass wir auch weitere Anregungen bekommen.

(Kassetten-Ausgabe Originalton mit Musikbeispiel.)

Nachbemerkung:
Von der vorgestellten CD stellte Herr Zebisch dem DBSV 15 Exemplare kostenlos zur Verfügung, die als Preise für richtige Einsendungen der Rätselkarte "Sechs Richtige" verlost werden; vielen Dank.

Bestellungen bei: John Silver Production; Tel.: (0 30) 44 37 35 29.
Bild: Eine Abbildung des Covers der CD.   


Hörfilm-Forum
von Martina Wiemers

Neu auf DVD:"Die Stille nach dem Schuss"
Regie: Volker Schlöndorff (D 2000)
Zum Inhalt:
Deutschland in den 70er Jahren. Über die heitere Anarchie kommt Rita Vogt zum Terrorismus, verführt durch ihren Gerechtigkeitssinn und durch die Liebe zu Andi. Als sie das Scheitern der Bewegung erkennt, taucht sie in der DDR unter. Mit Hilfe der Stasi-Mitarbeiters Hull beginnt für sie dort unter falschem Namen eine neue Existenz.
Rita führt ein normales Leben als Arbeiterin. Sie will ankommen, während ihre junge Kollegin Tatjana weg will, in den Westen. Zwischen beiden beginnt eine Freundschaft, der eine Fahndungsmeldung im Westfernsehen ein abruptes Ende setzt. Wieder muss Rita untertauchen. Mit einem neuen Namen in einer neuen Stadt scheint sie mehr Glück zu haben. Doch dann wird Rita von ihrer Vergangenheit eingeholt, es ist das Jahr 1989 - die Mauer fällt, die DDR hört auf zu bestehen ...
Mit Bibiana Beglau (Rita Vogt), Martin Wuttke (Erwin Hull), Nadja Uhl (Tatjana), Alexander Beyer (Jochen), Jenny Schily (Friederike)
Audiodeskription: DBSV / Projekt Hörfilm mit freundlicher Unterstützung von Media Markt.
Kinowelt Home Entertainment, Bestell-Nr. 500 182, DM 49,95. Auch erhältlich beim Hörfilm-Versand des DBSV, Bestell-Nr. HKD 00 09.

DVD und DVD-Player - Was ist wichtig?

Eine DVD (Digital Versatile Disc) ist ein digitaler Bild-Ton-Datenspeicher. Sie sieht aus wie eine CD, hat aber eine ca. zehnfache Speicherkapazität. Auf einer DVD kann man einen ganzen Spielfilm mit einer aufwändigen Tonabmischung (z.B. Dolby-Digital) unterbringen, außerdem weitere Tonspuren für die Originalsprache etwa oder die Audiodeskription. Hinzu kommt in der Regel zusätzliches Material zum Film wie z. B. Hintergrundberichte, Interviews mit den Machern, biografische Informationen usw.
Nutzer prophezeien dem DVD-Player einen baldigen Siegeszug bei Blinden und Sehbehinderten, ähnlich dem Erfolg des CD-Players, der bei Nichtsehenden im Handumdrehen den Plattenspieler verdrängte.
Derzeit gibt es 8 DVDs mit Audiodeskription - jeder Titel kann als Blindenhilfsmittel angesehen werden, das im regulären Handel erhältlich ist. Neben der blindengerechten Version ist immer auch die gesamte Originalversion zu hören und zu sehen.
Derzeit ist eine erste DVD mit akustischer Menüsteuerung auf dem Markt ("Dancer in the Dark", VCL) - ein wichtiger Schritt in Richtung einer blindengerechten Bedienbarkeit, die nur digital erreicht werden kann.

Lothar Rhedes vom Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte gibt Basis-Tips zum Kauf eines DVD-Players
DVD-Player werden inzwischen in großer Vielfalt und erstaunlich preiswert angeboten. Markengeräte erhalten Sie zu Angebotspreisen bereits um die 600 DM.
Die derzeit im Handel befindlichen DVD-Player sind reine Abspielgeräte, erste Recorder sind erst seit kurzem auf dem Markt und noch sehr teuer.
DVD-Player sind auch zum Abspielen von CDs geeignet, einige können sogar CDs im MP3-Format wiedergeben. Ein besonderer Bedienkomfort im Vergleich zum Video: Man kann - ähnlich wie beim Übergang von der Tonbandkassette zur CD - sich das Spulen sparen und von Szene zu Szene springen. Manche DVD-Player geben beim langsamen Suchlauf auch den Ton wieder, was für Blinde besonders günstig ist.

Wenn sich auch die Ausstattungsmerkmale ähneln, so können die Bedienkonzepte spürbar voneinander abweichen. Eine übersichtlich strukturierte Fernbedienung erleichtert die Handhabung.
Es wird kaum einen DVD-Player geben, der ohne Menüs bei den Einstellungen auskommt. Bei manchen DVD-Playern (z. B. Panasonic DVD-RV 20) wurde die Möglichkeit vorgesehen, anstelle der Menüauswahl auch eine Einstellung mittels Zahlencodes vorzunehmen, die auf der Fernbedienung eingetippt werden.

Weitere Auskünfte erhalten Sie beim Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte gGmbH, Tel. 030 - 79 01 369 36, oder bei der Deutschen Hörfilm gGmbH i.G., Tel. 030 - 23 55 73 40.

Alle derzeit erhältlichen DVDs mit Audiodeskription können bei der Deutschen Hörfilm gGmbH i.G. zum Preis von je 39,95 DM bestellt werden:

Alles über meine Mutter (HKD 00 04)
Dancer in the Dark (HKD 00 07)
Der Dritte Mann (HKD 00 003)
Der talentierte Mr. Ripley (HKD 00 05)
Die Stille nach dem Schuss (HKD 00 09)
Frequency (HKD 00 08)
La Strada (HKD 00 02)
Leoparden küsst man nicht (HKD 00 06)

"Hörfilme auf DVD" - Seminar für Multiplikatoren
Audiodeskription auf DVD ist Gegenstand eines Seminars, das vom 26. bis 28. Oktober in Bad Meinberg stattfindet. Die Veranstaltung richtet sich an Interessierte, die das neue Medium DVD als Multiplikatoren innerhalb der Blindenselbsthilfe bekannt machen wollen. Die Themen: 1. Wie funktioniert eine DVD, was bietet sie? 2. Zur Handhabbarkeit von DVD-Playern
3. Blinde Hörfilm-Multiplikatoren berichten aus ihrer Arbeit. 4. Kontakt zu lokalen Sponsoren. - Die Teilnahme am Seminar ist kostenlos. Fahrtkosten sowie die Kosten für Unterbringung und Verpflegung (ca. 200.- DM) sind von den Entsendestellen zu tragen. Den Teilnehmern werden für geplante Info-Veranstaltungen DVDs mit Audiodeskription zur Verfügung gestellt.
Veranstalter ist die Deutsche Hörfilm gGmbH i.G.. Anmeldungen werden nach der Reihenfolge des Eingangs angenommen unter Tel. 030 - 23 55 73 40 (Anmeldeschluss: 30. August 2001).
 

Hörfilm-Sendetermine:

* So, 08.07.01, 20.45 Uhr, Arte
Jenseits der Stille (D 1995)
Regie: Caroline Link, mit Sylvie Testud u. a.
Die junge Lara übersetzt für ihre gehörlosen Eltern in allen möglichen Lebenslagen. Als sie eine Klarinette geschenkt bekommt und so in die Wunderwelt der Musik eingeführt wird, zeigt der Vater wenig Verständnis für die Musikbegeisterung seiner Tochter. Lara muss sich entscheiden, für die Welt der Stille oder die der Musik.

* Mi, 11.07.01, 18.00 Uhr, ZDF
SOKO 5113: Todessprung (D 1999)
WH 03.30 Uhr
Aufregung am Bungee-Point: Das Raver-Event rund um den erstmaligen Sprung aus 140 m Höhe nimmt ein tragisches Ende, als das Bungee-Seil reißt.

* Mo, 16.07.01, 00.55 Uhr, Arte
Jenseits der Stille (D 1995)

* So, 22. 07.01, 22.30 Uhr, BR
Die Volksschule (CR 1991)

* Mi, 25.07.01, 18.00 Uhr, ZDF
SOKO 5113: Das Münchner Madl (D 1999)
WH 03.10 Uhr
Die attraktive Studentin Cynthia ist in ihrer Wohnung ermordet worden. Sie trug ein Hochzeitskleid aus dem vorigen Jahrhundert. Bald wird eine weitere Schönheit ermordet ...

* Mo, 30.07.01, 20.45 Uhr, Arte
Bullets over Broadway (USA 1994)
Regie: Woody Allen, mit John Cusack u. a.
New York in den wilden 20ern. Ein miserabler Stückeschreiber will ein sozialkritisches Drama am Broadway aufführen. Als Geldgeber fungiert ein Mafiaboss, der als Gegenleistung die Besetzung der Hauptrolle mit seiner Geliebten verlangt.
Woody Allen inszeniert mit leichter Hand eine Komödie mit geschliffenen Dialogen um Kunst und Künstler, Verbrechen und Verbrecher, Moral und Liebe.

* Mi, 08.08.01, 18.00 Uhr, ZDF
SOKO 5113: Verwischte Spuren (D 1999)
WH 03.05 Uhr
Gert Klinger verliert seine Frau durch einen Autounfall. Einiges spricht für ein Fremdverschulden, aber wer könnte ein Motiv haben?

* Mi, 15.08.01, 22.30 Uhr, 3-sat
Kinderspiele (D 1992)
Regie: Wolfgang Becker
Micha, ein aufgeweckter elfjähriger Junge, wächst in einem von Lieblosigkeit und Gewalt geprägten Elternhaus auf. Als die Mutter mit dem jüngeren Bruder die Familie verläßt, bahnt sich ein Drama an. - Mit dieser im Arbeitermilieu der sechziger Jahre angesiedelten Geschichte einer schwierigen Jugend zeichnet Wolfgang Becker ein stimmiges und differenziertes Bild von jenen fatalen Macht- und Gewaltverhältnissen, welche Opfer zu Tätern werden lassen.

* So, 19.08.01, 22.30 Uhr, BR
Kleine Haie (D 1992)
Regie: Sönke Wortmann, mit Jürgen Vogel, Merit Becker u.a.
"Kleine Haie", das sind all die Jungs und Mädels, die sich alljährlich aufmachen, die Aufnahmeprüfung an einer der wenigen staatlichen deutschen Schauspielschulen zu bestehen. Es ist eine Geschichte über Freundschaft zwischen Hoffnung, Bangen und zerstörter Illusion.

* Mi, 22.08.01, 18.00 Uhr, ZDF
SOKO 5113: Die Jäger (D 2000)
WH 03.10 Uhr

* Mi, 29.08.01, 22.25 Uhr, 3-sat
Bella Block - Die Kommissarin (D 1993)
Regie: Max Färberböck, mit Hannelore Hoger als Bella Block
Bella Block, Kommissarin der Hamburger Mordkommission, fährt in den wohlverdienten Urlaub aufs Land. Doch hier wird Kommissarin Block in die Tragödie ihrer Nachbarn hineingezogen. Bauer Petersen musste seinen Hof verkaufen. Er vermutet, dass Schatthauer, ein Freund der Familie, dahintersteckt. Doch niemand glaubt ihm. Petersen läuft Amok. Für die örtliche Polizei ist der Fall klar: Affekthandlung, aufgrund von Depressionen. Aber Block weiß aus Erfahrung, dass mehr hinter der ganzen Sache steckt. Die Ermittlungen beginnen.

* So, 02.09.01, 22.30 Uhr, BR
Die unteren Zehntausend (USA 1961)
Regie: Frank Capra, mit Bette Davis, Glenn Ford, Peter Falk u.a.
Die unansehnliche und schlampige Broadway-Obsthändlerin Annie hat ausgezeichnete Beziehungen zur New Yorker Unterwelt. Ihre Tochter Louise weiß davon nichts. Sie wird in einer europäischen Klosterschule erzogen und kennt ihre Mutter nur aus Briefen, in denen diese sich als elegante Gesellschaftsdame dargestellt hat. Nun aber droht der ganze Schwindel aufzufliegen, denn Louise will heiraten. Kurzentschlossen bittet Annie den Gangsterboss David um Hilfe.

* Mi, 05.09.01, 18.00 Uhr, ZDF
SOKO 5113: Eine Nummer zu groß (D 2000)
WH 02.55 Uhr

* Do, 20.09.01, 23.00 Uhr, NDR
Ein Mann steht auf (1) (D 1999)
Regie: Michael Lähn, mit Robert Atzorn
Kommissar Stein führt von seinem Rollstuhl aus einen verzweifelten Kampf gegen den Waffenhändler Janot, der immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Doch dann erscheint aus dem Nichts ein Konkurrent Janots und zwingt die beiden zu einer schweren Entscheidung: Sie müssen miteinander kooperieren.

* So, 23.09.01, 23.45 Uhr, NDR
Ein Mann steht auf (2) (D 1999)
 

Das Hörfilm- Service-Telefon des DBSV informiert unter 030 - 21 99 77 11 über die aktuellen Sendetermine.
Hörfilme werden in Zweikanalton ausgestrahlt. Zum Empfang sind Stereogeräte erforderlich. Sie hören die Audiodeskriptions-Tonspur, wenn Sie über Fernbedienung oder Display den 2. Tonkanal anwählen.
Über Satellit können nur die Hörfilme von 3-sat, Arte und BR empfangen werden.
Die Hörfilme von B1, MDR, NDR, ORB und SWR sind in der Regel nur im unmittelbaren Sendegebiet zu empfangen.
Ein Info-Blatt mit Hinweisen zum Empfang von Hörfilmen ist bei der Deutschen Hörfilm gGmbH i.G. erhältlich.

Fragen, Anregungen und Wünsche richten Sie bitte an die
Deutsche Hörfilm gGmbH i. G.
Zietenstr. 25 A,
10783 Berlin,
Tel. 030 / 23 55 73 40,
Fax 030 / 23 55 73 433,
e-mail: info@hoerfilm.de,
Internet: www.hoerfilm.de
 

Zum 01.05.2001 ist das Projekt Hörfilm des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes übergegangen in die Deutsche Hörfilm gGmbH i.G.

Bildunterschriften:

1. Micha (Jonas Kipp, l.) und Kalli (Oliver Bröcker) liegen auf der Lauer und versuchen, den Frauen auf die Schliche zu kommen ("Kinderspiele", Mi, 15.08., 22.30 Uhr, 3-sat).

2. Bella Block (Hannelore Hoger) richtet ihre Dienstwaffe auf den Bauern Petersen, der mit seinem Gewehr in das Gemeindehaus eingedrungen ist. Seine Tochter Lissi (Lisa Karlström, re.) wird unfreiwillig Zeugin beim Amoklauf ihres Vaters. ("Bella Block - Die Kommissarin", Mi, 29.08., 22.25 Uhr, 3-sat)

3. Die Stille nach dem Schuss (Regie: Volker Schlöndorff)

4. Der Star ist nicht bei Laune (Woody Allens "Bullets over Broadway" (Mo, 30.07., 20.45 Uhr, Arte).


 Beilage zur Gegenwart 7/8/2001

Tätigkeitsbericht
des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e.V.
für das Jahr 2000

Präsident: Jürgen Lubnau
Geschäftsführer: Hans-Dieter Später
 

Zunächst einige Abkürzungen, die im Text des Öfteren gebraucht werden:

________________________________________________________________________
Verbände und Vereine, die im Text mit Abkürzungen genannt werden:

AGQ - Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Qualitätskriterien der
Krankenkassen für Blindenführhunde
AGTB - Arbeitsgemeinschaft der Taubblindeneirichtungen Deutschlands
AK EDV - Arbeitskreis Elektronische Datenverarbeitung
AK ER - Arbeitskreis Elementarrehabilitation
BAR - Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation
BFS - Bund zur Förderung Sehbehinderter
BEBSK - Bundeselternvertretung
BKD - Bund der Kriegsblinden
BMFSFJ - Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
BOMBS - Berufsverband der Rehabilitationslehrer/innen für Orientierung
Und Mobilität für Blinde und Sehbehinderte
DBS - Deutscher Behindertensportverband
DBBW - Deutsches Blindenbildungswerk
DIN - Deutsches Institut für Normung
DTW - Deutsches Taubblindenwerk
DVBS - Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und
Beruf
EDbN - Europäisches Taubblindennetzwerk
ER - Elementarrehabilitation
EVASA - Erschließung von Arbeitsplätzen für sehgeschädigte Arbeitslose
mit geringer fachlicher Qualifikation
FBJJ - Forum behinderter Juristinnen und Juristen
FBS - Gemeinsamer Fachausschuss für die Belange Sehbehinderter
ISCB - Interessengemeinschaft Sehgeschädigter Computernutzer
GFaH - Gemeinsamer Fachausschuss für allgemeine Hilfsmittel
GFTB - Gemeinsamer Fachausschuss für die Belange taubblinder und
hörsehbehinderter Menschen
GFUU - Gemeinsamer Fachausschuss für Umwelt und Verkehr
KS - Koordinationsstelle
OBZ - Ostdeutsches Blindenzentrum gGmbH
PRD - Pro Retina Deutschland
RBA - Rehabilitation zur Bewältigung des Alltags
VBS - Verband der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen
________________________________________________________________________
 Einleitung

Das mit fast mystischer Spannung erwartete Millenniumsjahr 2000 (oder war es doch erst das Jahr vor dem Millennium?) war für den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) im Hinblick auf die zu bewältigenden Aufgaben ein Jahr der Superlative. Verbandspolitisch war deutlich zu spüren, dass das Tempo von Veränderungen im 21. Jahrhundert zugenommen hat, dass nicht nur die Datenautobahn rasant ausgebaut wird, sondern das olympische Motto "schneller, höher, weiter" nicht nur für den Leistungssport gilt. Die Anforderungen, die eine kurzlebige Leistungs-, Multimedia- und Freizeitgesellschaft an einen Spitzenverband der Behindertenselbsthilfe stellt, sind immens. Sie stellen uns aber nicht nur vor neue Aufgaben, ohne dass die alten an Bedeutung verlören, sondern zeigen auch, dass der DBSV als Partner von Politik, Medien, Verbänden und Mitgliedern gefragt und gefordert ist. Das Sozialgesetzbuch IX, Projekt "DBSV Zukunft", Familiensinn, Sechs Richtige, EVASA, Hörfilm und Antidiskriminierung sind nur einige Schlagworte, welche die Verbandsarbeit 2000 prägten. Blindheit und Sehbehinderung berühren alle Lebensbereiche vom Einkaufen über das Internetcafe bis zur Arbeitssuche. Dementsprechend vielfältig und komplex sind die Aufgaben, denen sich der DBSV verpflichtet fühlt und von denen in diesem Tätigkeitsbericht bei weitem nicht alle genannt werden können. Die Änderung des SGB IX und das geplante Antidiskriminierungsgesetz sind wichtige gesetzliche Grundlagen, bei denen die Interessen blinder und sehbehinderter Menschen Berücksichtigung finden müssen. Aber auch die Etablierung des Hörfilms im Fernsehen, die immer mehr ins Medieninteresse rückenden Paralympics und das Jubiläum der Blindenschrift, die 1825, also vor 175 Jahren von Louis Braille entwickelt wurde, sind wichtige Meilensteine für Blinde und Sehbehinderte. Die teils mit Skepsis, teils mit Euphorie erwartete Weltausstellung in Hannover konnte auch der DBSV für seine Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Als Partner der EXPO wurde ein Begleitservice für blinde und sehbehinderte Expo-Besucher organisiert, die Eintrittskarten waren mit Braille-Schrift versehen, und auch der große Kongress "Sechs Richtige" zum Tag des weißen Stockes, dem 15. Oktober, fand hier einen würdigen Rahmen. Personell und räumlich gerieten die DBSV-Büros in Bonn, Berlin und Weil immer mehr an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer Zusammenführung in dem neu zu errichtenden Mobilitätszentrum für Blinde und Sehbehinderte in Berlin-Hirschgarten. Die Weichen für diese vielseitige Einrichtung wurden 2000 gestellt, um in der Metropole Berlin ein Zentrum zu schaffen, in dem Hotelbetrieb und Erholung, Veranstaltungen und Seminare, Mobilitäts- und LPF (Lebenspraktische Fertigkeiten)-Training, Administration, Beratung und Geselligkeit für Blinde, Sehbehinderte und Nichtbehinderte angeboten werden.
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. ist ein Verband der freien Wohlfahrtspflege im Sinne des § 23 Umsatzsteuerdurchführungsverordnung (UstDV) und Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband, Gesamtverband Frankfurt e. V., sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte e. V., Düsseldorf. Der Verband hat die Erhaltung und Verbesserung der sozialen Stellung sowie die gesellschaftliche und berufliche Eingliederung der Blinden und Sehbehinderten zum Ziel. Diese Aufgaben erfüllt er insbesondere durch:
a ) Einflussnahme auf die Gesetzgebung und Gesetzesanwendung,
b ) Rechtsberatung und Rechtsvertretung in behinderungsbedingten Angelegenheiten im zulässigen Umfang,c ) Förderung der sozialen Rehabilitation,
d ) Förderung der beruflichen Rehabilitation und Mitwirkung bei der Erschließung neuer Berufsmöglichkeiten,
e ) Förderung der medizinischen Rehabilitation und von Maßnahmen zur Verhütung von Blindheit und Sehbehinderung, Förderung, Entwicklung und Bereitstellung geeigneter Blinden- und Sehbehindertenhilfsmittel,
f ) Förderung der Erziehung und Bildung blinder und sehbehinderter Kinder und Jugendlicher, Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit von Blinden und Sehbehinderten im öffentlichen Verkehr,
g ) Unterstützung kultureller und sportlicher Bestrebungen für Blinde und Sehbehinderte, Unterhaltung von Einrichtungen bzw. Beteiligung an deren Trägerschaft,
h ) Erstattung von Gutachten und Erteilung von Auskünften in allen Angelegenheiten, die Blinde und Sehbehinderte betreffen,
i ) Herausgabe von Zeitschriften und anderen Publikationen,
j ) Öffentlichkeitsarbeit unter Benutzung aller geeigneten Medien,
k ) Zusammenarbeit mit anderen Organisationen im In- und Ausland.

Im Berichtszeitraum fanden folgende Sitzungen von Verbandsorganen statt:
Verwaltungsrat: 12. - 13. Mai in Osterode, 20. - 21. Oktober in Heidelberg
Vorstand: 21. - 22. Januar in Bonn,
07. - 08. April in Bonn, 15. - 16. Juni in Berlin, 08. - 09. September in Bonn, 01. - 02. Dezember in Bonn
 

Rechtspolitische Aktivitäten

a) Blindengeld
Der Plan des Bremer Senats, das Landespflegegeldgesetz abzuschaffen, und die Absicht der Thüringer Landesregierung, das Landesblindengeld radikal zu kürzen, machten es notwendig, dass nicht nur die betroffenen Landesvereine des DBSV tätig wurden, sondern dass auch der DBSV selbst wegen der bundesweiten Bedeutung unmittelbar eingriff. In Bremen nahmen vom DBSV die Herren Demmel und Drerup an Gesprächen mit Vertretern aus Politik und Verwaltung teil. In Thüringen wandte sich der DBSV schriftlich an den Petitionsausschuss. Während in Thüringen erreicht werden konnte, dass das Ausmaß der Kürzung deutlich gemindert wurde, wurden in Bremen im Berichtsjahr keine Fortschritte erzielt.

b) Schwerbehindertengesetz und Ausführungsregelungen
Das Schwerbehindertengesetz wurde durch das sog. "Vorschaltgesetz" geändert. Abgesehen von der heiß diskutierten Neuregelung der Ausgleichsabgabe lagen die Probleme hier weniger beim Gesetzestext als bei der konkreten Anwendung des Gesetzes bzw. bei den Ausführungsbestimmungen - was dann zum Teil auch erst später sichtbar wurde. Der DBSV forderte
* eine Neuregelung der Finanzierung von (internen) Arbeitsassistenzen,
* die Berücksichtigung des speziellen Beratungsbedarfs Blinder und Sehbehinderter im Rahmen der neu einzurichtenden Integrationsfachdienste und
* die Klärung von Auslegungsfragen im Zusammenhang mit der Anwendung der neuen Regelungen zu den Eingliederungszuschüssen für besonders betroffene Schwerbehinderte. Zu all diesen Punkten gab es jeweils einen Briefwechsel mit den zuständigen Stellen.
Der DBSV nahm ferner Stellung zum Entwurf der Gesamtvereinbarung der Reha-Träger über trägerübergreifend vernetzte Auskunft und Beratung für Rehabilitation.

c) SGB IX
Die Arbeiten am SGB IX, das die Regelungen über die medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation Behinderter und die Regelungen des Schwerbehindertengesetzes in einer neuen Kodifikation zusammenfassen und modernisieren soll, zogen sich über das ganze Jahr hin. Alle paar Wochen legte das BMA einen neuen Vorentwurf zur Diskussion vor. Der DBSV setzte sich in einem Werkstattgespräch mit Abgeordneten des Bundestags für eine Regelung der Elementarrehabilitation ein (siehe dazu unten den Bericht des AK Elementarrehabilitation), und nahm auf verschiedenen Wegen, zuletzt in der Anhörung des BMA zum Referentenentwurf, auf eine Reihe von Formulierungen Einfluss. Konkret verhindert werden konnten Verschlechterungen bei den Regelungen zur Hilfsmittelversorgung und zu den Blindenwerkstätten.

d) Artikel 3 Grundgesetz/Gleichstellungsgesetz
Zum Gleichstellungsgesetz siehe unten den Bericht des AK Antidiskriminierung.

Der DBSV
- veranlasste die Regierungsparteien, ihre Beschlussempfehlung "Teilhabe von Gehörlosen und Ertaubten an der Informationsgesellschaft" zu erweitern und Blinde und Sehbehinderte einzubeziehen; entsprechend dieser Empfehlung beschloss der Bundestag, dass Bund und Länder aufgefordert sind, sich u.a. für die Erweiterung des Hörfilmangebots der öffentlich-rechtlichen Sender einzusetzen,
- forderte in einem Schreiben an die Arbeitsgruppe der EU-Kommission zur Verbesserung des Verbraucherschutzes im Flugverkehr die Aufhebung diskriminierender Sicherheitsvorschriften,
- übersetzte und versandte die Stellungnahmen der EBU zur Antidiskriminierungs-Richtlinie der EU und zum Antidiskriminierungs-Aktionsprogramm der EU an die deutschen Mitglieder in den betreffenden EU-Ausschüssen.

e) Gesundheitswesen
Aus Anlass des Streites zwischen Augenärzten und Krankenkassen über die Finanzierung der Glaukom-Früherkennung wies der DBSV in einer Presseerklärung eindringlich auf die Notwendigkeit einer Glaukom-Prävention hin und forderte die Krankenkassen zur Finanzierung der notwendigen Maßnahmen auf.

f) Steuerrecht
Aus Anlass der gestiegenen Benzinpreise forderte der DBSV in einem Schreiben an den Bundesfinanzminister die Anhebung der für die Schwerbehinderten geltenden Kilometer-Pauschalen, die kurz darauf auch vorgenommen wurde. Der DBSV nahm ferner Stellung zur Neuregelung der Lohnsteuertabellen.

g) Urheberrecht
Die EBU-Verbindungskommission setzte sich erfolgversprechend für Verbesserungen im Entwurf der EU-Urheberrechts-Richtlinie ein. Der DBSV unterstützte diese Aktivitäten mit Briefen an die deutschen Mitglieder in den beteiligten EU-Gremien.
 

h) Sonstiges
Der DBSV
- nahm Stellung zum Entwurf eines 33. Änderungsgesetzes zur Straßenverkehrsordnung,
- nahm teil an Diskussionen zur Reform des Sozialgerichtsgesetzes,
- erinnerte an die Forderung nach Einführung eines international geltenden Behindertenausweises und
- führte erneut Gespräche mit Bundesministern (u.a. mit Kanzleramtsminister Bury), Abgeordneten des Deutschen Bundestages und leitenden Beamten der Bundesministerien.
Zu den Aktionen des DBSV gegen den Maulkorb- und Anleinzwang für Blindenführhunde im Zusammenhang mit der Gesetzgebung zum Schutz vor Kampfhunden siehe unten den Bericht des AK der Führhundhalter.
Rechtsberatung und -vertretung wurde in einer Vielzahl von Einzelfällen den Landesvereinen und ihren Mitgliedern gewährt. Fachauskünfte wurden erteilt unter anderem an Gerichte, Verwaltungsbehörden und Rechtsanwälte.
 

Arbeitskreis "Antidiskriminierung"

Für den AK gab es im Jahr 2000 zwei Arbeitsschwerpunkte:
- Stellungnahme zum Entwurf eines Bundesgleichstellungsgesetzes
des Forums behinderter Juristinnen und Juristen (FBJJ),
- Teilnahme am Kongress "Gleichstellungsgesetze jetzt" in Düsseldorf.
Dem AK war es auf Grund massiver Terminschwierigkeiten zwar nicht gelungen, sich im Jahr 2000 zu einer Sitzung zu treffen; dank intensiver Nutzung moderner Kommunikationsmedien konnte er aber seine Aufgabe fortsetzen und einen intensiven Informationsaustausch pflegen. Es gab eine Fülle interessanten Materials aus verschiedenen Bereichen, die zu bewältigen war.
Auf Grund der bestehenden Beschlusslage, keinen eigenen Entwurf für ein Gleichstellungsgesetz zu erarbeiten, prüfte der AK im Frühjahr den Entwurf des FBJJ. Er beschloss, diesen Entwurf zu unterstützen und gab eine qualifizierte Stellungnahme hierzu ab. Sie floss in den im Herbst vorgelegten FBJJ-Entwurf ein.
Am 20. und 21.10.2000 fand im Rahmen der Messe "Reha-Care" in Düsseldorf der Kongress "Gleichstellungsgesetze jetzt" statt. Initiator war der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Behinderten, Karl Hermann Haack. Auf diesem Kongress wurde vor allem der Entwurf des FBJJ in seinen Einzelheiten beraten. Wegen des gleichzeitig in Heidelberg tagenden Verwaltungsrats konnte nicht der gesamte AK an dem Kongress teilnehmen; er wurde durch die Herren Hahn und Seuß vertreten. Dank intensiver Zusammenarbeit mit dem DVBS und guter Koordination durch die DVBS-Geschäftsstelle waren Expertinnen und Experten aus dem Blindenwesen in allen fünf Diskussionsforen auf dem Podium und im Plenum vertreten. Der AK hat einen ausführlichen Bericht über den Kongress in der "Gegenwart" veröffentlicht.
Der AK-Leiter Klaus Hahn wurde wiederum zur Sitzung des Arbeitskreises "Nachteilsausgleiche" des DVBS eingeladen, konnte aus Termingründen jedoch nicht teilnehmen. Dennoch hat sich die Zusammenarbeit mit der DVBS-Geschäftsstelle und dem AK Nachteilsausgleiche intensiviert. Insbesondere der DVBS-Geschäftsstelle gebührt Dank für ihre sehr sorgfältige und umfassende Informationsversorgung auch des AK "Antidiskriminierung".
 

Sicherung von Arbeitsplätzen und Findung neuer Beruf

Der Stellenwert von Arbeitsplätzen wächst in der modernen Industrie- und Leistungsgesellschaft stetig, und gerade für schwerbehinderte Menschen haben eine Ausbildung und eine berufliche Laufbahn hohen integrativen Stellenwert. Anerkennung, soziale Kontakte, finanzielle Sicherheit hängen oft am Arbeitsplatz, der jedoch für Blinde und Sehbehinderte immer schwerer zu finden und zu halten ist. Obgleich der Gesetzgeber durch finanzielle Unterstützung wie durch Sanktionen (Pflichtquote) die Beschäftigung Schwerbehinderter zu fördern sucht, ist die Arbeitsmarktlage für Blinde und Sehbehinderte schlecht. Wachsende Anforderungen an die Flexibilität des Arbeitnehmers, hohes Qualifikationsprofil und Veränderungsprozesse erschweren die Situation für viele. Besonders dramatisch wirkt sich für Blinde und Sehbehinderte die Entwicklung der Informations- und Telekommunikationstechnik im Büro aus. Behinderungsbedingt ist das Spektrum möglicher Berufsfelder stark eingeschränkt, und gerade der Telefon- und Schreibdienst bot als Büroarbeitsplatz bislang eine solide Berufsperspektive. Mit dem Multimediazeitalter sind die Anforderungen an diese Arbeitsplätze jedoch immens gewachsen: Call-Center-Agents bedienen den Telefonkunden schnell und PC-gestützt, hohe Belastbarkeit und Stressresistenz sind Voraussetzungen. Die Datentypisten von einst sind heute Sachbearbeiter, die weit mehr können müssen als schreiben: Die stets zu aktualisierende Kenntnis der gegenwärtigen Generation von Windows-Programmen ist die mindeste Voraussetzung, die Bereitschaft, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, wird vorausgesetzt. Diese Entwicklung bietet denjenigen Blinden und Sehbehinderten, die über gute PC-Kenntnisse verfügen und beständige Lernbereitschaft mitbringen, neue Berufs- und Qualifikationsperspektiven, doch nicht jeder und jede kann mit dem rasanten Fortschritt der Bürotechnik Schritt halten. So klafft derzeit eine Lücke zwischen High-Tech-Büro und Werkstatt für Behinderte, für die es auf dem Arbeitsmarkt keine passenden Berufsbilder gibt. Um dieses Problemfeld zu untersuchen, ist der DBSV seit 2000 gemeinsam mit dem BFW Düren und der Nikolauspflege Stuttgart Partner im Projekt EVASA (Erschließung von Arbeitsplätzen für sehgeschädigte Arbeitslose mit geringer fachlicher Qualifikation). Das vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung für 30 Monate geförderte Projekt untersucht die Arbeitsmarktsituation wissenschaftlich und sucht nach neuen Impulsen und Konzepten für die Ausbildung blinder und sehbehinderter Menschen.
Durch den Geschäftsführer des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes, Herrn Christian Seuß, ist der DBSV im Beratenden Ausschuss der Bundesanstalt für Arbeit vertreten. Ferner besteht regelmäßiger Kontakt zum Institut für Berufsbildung in Bonn. Außerdem haben der DBSV und das Deutsche Blindenbildungswerk beim Projekt "NESIS-Jobline" der Stiftung Blindenanstalt Frankfurt mitgewirkt.
Um den verschiedenartigen Bedürfnissen und Anforderungen der Berufsgruppen, in denen Blinde und Sehbehinderte überwiegend beschäftigt sind, Rechnung zu tragen, unterhält der DBSV den Arbeitskreis EDV, drei Koordinationsstellen und den Gemeinsamen Fachausschuss für Informationsverarbeitungs- und Telekommunikationssysteme. Die Koordinationsstellen bündeln als bundesweite Anlaufstellen die Arbeit der Fachgruppen in den einzelnen Landesvereinen und bieten neben dem Erfahrungsaustausch auch eine Vernetzung der regionalen Zusammenschlüsse der Berufsgruppen. In den gemeinsamen Fachausschüssen sind neben dem DBSV auch andere Bundesverbände des Blinden- und Sehbehindertenwesens vertreten. Ihre Aufgabe ist die verbandsübergreifende, sachkundige Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Fachgebiet, um Beschlussgrundlagen zu liefern und auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können.
Im Arbeitskreis Elektronische Datenverarbeitung (AK EDV, Leitung: Lothar Huge) sind blinde und sehbehinderte Programmierer und Datenverarbeitungskaufleute vertreten. Er gibt monatlich die Kassettenzeitschrift "DV-Report" heraus, pflegt eine Präsenzbibliothek auf Kassette mit ausleihbarem Fachbuchbestand und redigiert die EDV-Beilage zur Fachzeitschrift "Das Büro". Der AK EDV fördert den Erfahrungsaustausch und informiert seine Mitglieder über aktuelle Entwicklungen und Hilfsmittel im IT-Bereich. Hierzu führt er jährlich eine Fachtagung durch, die mit Workshops und Fachreferaten Einblick in EDV-Programme oder Neuheiten gibt. 2000 standen neben einer Hilfsmittelausstellung Informationen über das Projekt DAISY (die neue, digitale Hörbuchgeneration), Programmieren in Pascal unter Windows, Windows 2000 und die Gestaltung von HTML-Seiten im Mittelpunkt.
Die Koordinationsstelle der Fachgruppen für Büroberufe (KS Büro, Leitung: Willi Homeier) in den Landesvereinen im DBSV vertritt die Belange der blinden und sehbehinderten Telefonisten, Schreibkräfte und Sachbearbeiter. Als berufsbezogenes Netzwerk fördert die Koordinationsstelle den Erfahrungsaustausch und den Informationsfluss über Veränderungen im Bereich der Büroarbeitsplätze. Blinde und sehbehinderte Telefonisten und Schreibkräfte haben behinderungsbedingt einen spezifischen Schulungs- und Informationsbedarf. Die ständige Anpassung der Kenntnisse an die aktuelle Informationstechnik und die aktuelle Generation der Hilfsmittel wie Braille-Zeile, Screenreader oder Vergrößerungssoftware sind Voraussetzung, um den Arbeitsplatz zu erhalten. Über die Herausgabe des Kassettenmagazins "Bürojournal", das im zweimonatigen Turnus erscheint und über alle Aspekte der Entwicklungen im Bürobereich informiert, wird gewährleistet, dass Blinde und Sehbehinderte gegenüber ihren sehenden Kollegen nicht ins Hintertreffen geraten. 2000 führte die Koordinationsstelle wieder eine bundesweite Fortbildung durch, die über Projekte zur beruflichen Integration, Internet und Intranet, Umschulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen und neue Berufsbilder wie die Fachkraft für Telefonmarketing und den Disponenten in einer Taxizentrale informierte.
Die Belange der in technisch-gewerblichen Berufen tätigen Blinden und Sehbehinderten vertritt die Koordinationsstelle (KS) der Fachgruppen für Industriearbeiter und Handwerker der Landesvereine im DBSV (Leitung: Hubert Pützfeld). Die zunehmende Rationalisierung im Industriebereich und der Mangel an qualifizierten Blindenhandwerkern waren auch 2000 wieder das zentrale Thema für die Fachgruppenarbeit. Auf der Fachgruppenleitertagung wurde offen über die Problematik und die Entwicklungen auf dem technisch-handwerklichen Arbeitsmarkt diskutiert. Durch Fachreferate informierten sich die Fachgruppenleiter über Projekte, die sich um bessere Berufschancen für Blinde und Sehbehinderte bemühen. Das Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte in Berlin berichtete über die Initiative zur Förderung neuer Berufsperspektiven. Man versucht, individuell jeweils passende Arbeits- oder Ausbildungsplätze zu finden und Kontakte zu Arbeitgebern zu knüpfen. Auch das Projekt EVASA (s. o.) stellte seine Aufgaben und den derzeitigen Stand der Untersuchungen vor.
Die Koordinationsstelle (KS) der Fachgruppen für physiotherapeutische Berufe der Landesvereine im DBSV (Leitung: Siegfried Volkert) vertritt die Belange blinder und sehbehinderter medizinischer Bademeister, Masseure und Physiotherapeuten. Neben dem fachlichen Erfahrungsaustausch und der Organisation von Fortbildungsveranstaltungen über neue Methoden in der physiotherapeutischen Behandlungspraxis stehen auch die Gesundheitsreform und ihre Auswirkungen für die physiotherapeutischen Anwendungen im Mittelpunkt der Fachgruppenarbeit. Eine Verunsicherung bei den Ärzten führt nicht selten zu einer restriktiven Verschreibung von Massagen, was für viele Physiotherapeuten existenzbedrohende Folgen hat. Zudem trifft man immer wieder auf die falsche Vorstellung, Massagen dienen lediglich dem Wohlbefinden und hätten keinen medizinischen Wert. Die Koordinationsstelle sieht es auch als Aufgabe, durch Öffentlichkeitsarbeit und Information über nachweisbare Heilerfolge von Massagetherapien diesem populistischen Vorurteil entgegenzuwirken. Höhepunkt der Fachgruppenarbeit war die Planung und Durchführung des 6. Mainzer Kongresses vom 1. bis 3. Dezember in Zusammenarbeit mit der Elisabeth-Dicke-Schule, der unter der Thematik "Periphere Gefäßerkrankungen" stand.
Im Gemeinsamen Fachausschuss für Informations- und Telekommunikationssystem (FIT, Leiter: Karsten Warnke, DVBS) sind neben dem DBSV Vertreter des DVBS, des VBS (Verband der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen), des Bundes der Kriegsblinden Deutschlands (BKD), der Interessengemeinschaft Sehgeschädigter Computernutzer (ISCB) und von Pro Retina Deutschland e. V. (PRD) vertreten. Der Fachausschuss befasst sich mit allen relevanten Entwicklungen, die mit der rasant voranschreitenden Computertechnologie zusammenhängen. Er ist bemüht, Trends und Innovationen auf ihre Anwendbarkeit für Blinde und Sehbehinderte hin zu überprüfen. Die Problematik der Bedienbarkeit von EDV-Technik gewinnt im Multimediazeitalter immer mehr an Bedeutung. Der Computer wird als Schnittstelle für Information und Kommunikation zum Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe und immer mehr Selbstverständlichkeit für die Arbeitswelt. Der FIT setzt sich dafür ein, dass Blinde und Sehbehinderte die Möglichkeit haben, mit der neuen IT-Welt, mit Multimedia und Netzen Schritt zu halten. Der FIT vertritt hierbei die Auffassung, dass es keine Sonderlösungen für Blinde und Sehbehinderte geben darf, sondern dass diese insbesondere im Hinblick auf den Erhalt von Arbeitsplätzen im Bürobereich durch die geeigneten Hilfsmittel in die Lage versetzt werden müssen, die Windowsprogramme und den heutigen PC-Standard zu bedienen. Der FIT erarbeitete im Jahr 2000 daher drei Papiere, die Anforderungen an die technische Zugänglichkeit nennen, nämlich Anforderungen an Internetseiten (Webanforderungen), Anforderungen an grafische Benutzeroberflächen wie CD-ROMs (GUI-Anforderungen) und Anforderungen an die Software, die Blinden und Sehbehinderten die Bildschirmoberfläche erschließt (Screenreader-Anforderungen). Darüber hinaus befasste sich der FIT mit dem Thema "Qualität von EDV-Schulungen".
 

Hilfsmittel und Mobilität

Eine weitere wesentliche Aufgabe, der sich der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband verpflichtet fühlt, ist, sich dafür einzusetzen, dass blinde und sehbehinderte Menschen ein weitgehend selbstständiges Leben führen können. Hierzu sind Hilfsmittel und eine barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raums notwendig. Hilfsmittel und Mobilität sind ein fundamentaler Bereich, dem sich insbesondere die Gemeinsamen Fachausschüsse für allgemeine Hilfsmittel sowie für Umwelt und Verkehr annehmen. Neben der Beobachtung des Marktes bzw. der Normungsarbeit der fachkundigen Ausschussarbeit erfordert dieser Aufgabenbereich auch eine enge Kooperation mit Herstellern, Forschungs- und Bildungseinrichtungen, Verkehrsträgern, anderen Behindertenverbänden und nicht zuletzt mit den Anwendern.
Der Gemeinsame Fachausschuss für Umwelt und Verkehr (GFUV, Leitung: Joachim Haar, DBSV), setzt sich aus Vertretern des DBSV, DVBS, VBS, der PRD und des Berufsverbandes der Rehabilitationslehrer/-Innen für Orientierungs und Mobilität für Blinde und Sehbehinderte (BOMBS) zusammen. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit Fragen, welche die Sicherheit und Mobilität im Verkehr und im öffentlichen Raum berühren. Hierbei waren bestehende oder in Überarbeitung befindliche Normen, Ampeln, Rillenplatten, die Deutsche Bahn und der Öffentliche Personennahverkehr wichtige Themen. Der GFUV stellte eine Bibliographie zur blinden- und sehbehindertengerechten Gestaltung des öffentlichen Bereichs zusammen. Diese nennt als Nachschlagewerk Normen, Handbücher und wichtige Schriften aus dem Bereich barrierefreie Umwelt- und Verkehrsraumgestaltung. Auch die inhaltliche und konzeptionelle Vorbereitung des alle zwei Jahre stattfindenden Umwelt-und-Verkehrs-Seminars des DBSV war ein Arbeitsschwerpunkt.
Der Gemeinsame Fachausschuss für allgemeine Hilfsmittel (GFaH, Leiter: Ernst-Dietrich Lorenz, DVBS), ist mit Vertretern der Bundesverbände DBSV, DVBS, VBS und BKD besetzt. Der Ausschuss setzt sich mit den verschiedensten technischen und nichttechnischen Hilfsmitteln und Produkten auseinander, sofern sie nicht (unmittelbar) mit dem Computer zusammenhängen. Die Einforderung der Ansprüche, die Blinde und Sehbehinderte an Design, Ausstattung und Bedienbarkeit von Geräten stellen, ist eine Aufgabe, die der GFaH gegenüber Herstellern und Entwicklern wahrnimmt. Hierzu sind stetige Marktbeobachtung und die produktspezifische Formulierung der Anforderungen beständige Aufgabe. Auch im Jahr 2000 gab es zahlreiche Informationen und Vorführungen von Hilfsmitteln und nützlichen Gebrauchsgegenständen aus den verschiedensten Bereichen. Viele Erfinder oder Entwickler von Hilfsmitteln wenden sich an den DBSV, um Auskunft über den Nutzen ihrer Idee oder ihres Produkts für blinde und sehbehinderte Menschen zu erhalten. Hier gibt der GFaH als zuständiges Expertengremium Hinweise oder Anregungen. Weiße Stöcke, die taktile und kontrastreiche Markierung von Chipkarten, DVD-Player, Landkarten und elektronische Orientierungshilfen waren nur einige der vielen Themen, denen sich der Ausschuss annahm. Mit dem "Schaufenster" (Redaktion: Regina Haar, DBSV) gibt der GFaH alle drei Monate eine Beilage zur "Gegenwart" heraus, in der blinde und sehbehinderte Leser und Leserinnen eine Auswahl nützlicher Gebrauchsgegenstände finden.
Über das Deutsche Institut für Normung (DIN) sind DBSV-Vertreter auch in Normenausschüssen auf europäischer und Weltebene tätig (CEN und ISO).
Durch das Vorstandsmitglied Hans-Peter Engel ist der DBSV in der Arbeitsgruppe "Behindertengerechte Umweltgestaltung" der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) vertreten. Dieses Gremium beschäftigte sich vor allem mit Fragen zur behindertengerechten Gestaltung von Bahnanlagen und Reisezugwagen. Vertreter der Arbeitsgruppe wurden in die Arbeitsgruppe "Behinderte im Bahnverkehr" und in die Projektgruppe "Informationsgestaltung in Bahnhöfen" bei der Deutschen Bahn AG in Frankfurt eingebunden. Die Interessen unseres Verbandes werden hier ebenfalls von Herrn Engel vertreten.
Durch Werner Schend ist der DBSV im Sachverständigenrat der BAR vertreten. Die zeitaufwendige Mitwirkung des DBSV in Gremien der BAR ist zwingende Voraussetzung dafür, dass bei der Koordinierung von Forderungen und Wünschen aller Behindertengruppen die spezifischen Interessen Blinder und Sehbehinderter Berücksichtigung finden.
 

Arbeitskreis der Führhundhalter

Diesem Arbeitskreis gehören Leiterinnen bzw. Leiter der entsprechenden Arbeitskreise, Fach- oder Sondergruppen und deren Stellvertreter oder Führhundbeauftragte der DBSV-Landesvereine an.
Nachdem die vom IKK-Bundesverband 1999 auf nachhaltiges Drängen des DBSV vorgelegten Entwürfe von gemeinsamen Zulassungsempfehlungen der Spitzenverbände der Krankenkassen für Blindenführhundausbilder den Forderungen des DBSV nicht gerecht werden konnten, hatte dieser bereits im Oktober 1999 eine in wesentlichen Punkten ablehnende schriftliche Stellungnahme abgegeben verbunden mit der Forderung nach Wiederaufnahme der Beratungen in der "Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Qualitätskriterien der Krankenkassen für Blindenführhunde" (AGQ), in der der DBSV durch Renate Kokartis sowie Vorstandsmitglied Erwin Roth vertreten ist. Gleichwohl ist es auch im Jahre 2000 nicht gelungen, in dieser Frage mit den Krankenkassen wieder ins Gespräch zu kommen.
Die Initiative des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes (BBSB), die Regelungen in den Qualitätskriterien über die nach Durchführung der Einarbeitungslehrgänge von Führhundhaltern und ihren Hunden abzulegenden "Gespannprüfungen" wenigstens auf Landesebene zu konkretisieren und zu modifizieren, unterstützte der DBSV durch im Frühjahr 2000 abgegebene Stellungnahmen.
Die Jahrestagung des Arbeitskreises der Blindenführhundhalter im DBSV fand vom 31.3. bis 2.4.2000 in Valbert statt. Kynologisches Fachthema waren Augenerkrankungen beim Hund. Der Arbeitskreis erhob unter anderem folgende Forderungen, die der DBSV-Vorstand in seiner Aprilsitzung billigte:
* Die bundes- und möglichst auch landesrechtlichen Bestimmungen betreffend Blindenführhunde (weißes Führgeschirr als Verkehrsschutzzeichen, kostenfreie Mitnahme des Führhundes im öffentlichen Verkehr, Zutritt zu Geschäften etc.) sollen in einer Art "Führhundausweis" zusammengefasst werden, der mitgeführt und im Bedarfsfall vorgelegt werden kann.
* Alle Führhunde sollen künftig seitens der Führhundschulen mit einem zur Identifizierung dienenden Mikrochip versehen werden, der u.a. für die Einreise nach Großbritannien, Norwegen und Schweden erforderlich ist.
* Die immer noch ausstehenden gemeinsamen Zulassungsempfehlungen der Krankenkassen für Blindenführhundausbilder sollen mit Nachdruck angemahnt werden.
* Im Rahmen der Bestrebungen nach einem Antidiskriminierungsgesetz soll auch das Recht auf Haltung eines Blindenführhundes in der Mietwohnung berücksichtigt werden.
Im Hinblick auf die vom DBSV-Vorstand im Dezember 1999 verabschiedeten "Voraussetzungen für die Tätigkeit als Gespannprüfer/in" wurden im Juni 2000 die Absolventen früherer Gespannprüferlehrgänge des DBSV angeschrieben.
Die im Sommer 2000 auf Grund mehrerer tragischer Zwischenfälle mit Kampfhunden wieder verstärkt aufgeflammte Diskussion über geeignete Sicherungsmaßnahmen hat auch zu - zwar von der Zielrichtung her verständlichen - Aktivitäten von Verordnungs- und Gesetzgebern sowie Ordnungsbehörden auf verschiedenen Ebenen geführt, deren Resultat aber zum Teil Regelungen oder Regelungsentwürfe waren, die nicht nur berechtigte, sondern elementare Interessen von Blindenführhundhaltern verletzten oder zu verletzen drohten. Im Schreiben vom 10.7.2000 wandte sich deshalb der DBSV mit der Forderung "Kein Maulkorb- und Leinenzwang für Blindenführhunde" an den Bundesinnenminister sowie an die Bundesverbände der Landkreise und Kommunen und unterstützte ein entsprechendes Vorgehen der DBSV-Mitgliedsorganisationen auf der Landesebene durch das Zurverfügungstellen von Musterschreiben. Diese Aktivitäten waren überwiegend erfolgreich; soweit nicht, werden sie weiter verfolgt.
Die Arbeitskreisleitung setzte im Berichtszeitraum in Zusammenarbeit mit den übrigen Arbeitskreismitgliedern die umfangreiche Beratungstätigkeit für Blindenführhundhalter und -interessenten sowie Krankenkassen, andere Kostenträger und Führhundschulen fort. Auch waren nationale sowie internationale Anfragen zu beantworten.
Die DBSV-interne und -externe Öffentlichkeitsarbeit in verschiedenen Medien nahm auch im Berichtszeitraum einen wichtigen Platz ein.
Die Kassettenzeitschrift "Wir Führhundhalter" erschien wiederum sechsmal jährlich im Umfang von neun Kassetten (jeweils drei Einzel- und Doppelausgaben im Wechsel) unter der redaktionellen Leitung von Hans-Dieter Seiler, dem als weitere Mitglieder des Redaktionsausschusses Hannelore Gebhardt und Renate Kokartis zur Seite standen.
Dieser Redaktionsausschuss - ergänzt durch Erwin Roth - stellte auch eine vom DBSV im Oktober 2000 publizierte Informationskassette zusammen, die in erster Linie für Blinde und Sehbehinderte bestimmt ist, die sich erstmals für die Anschaffung eines Führhundes interessieren.
Erwin Roth vertrat - wie in den Vorjahren - den Bereich Orientierung und Mobilität und damit auch die Belange der Führhundhalter weiter im Verbandsvorstand, im gemeinsamen Fachausschuss für Umwelt und Verkehr sowie auf internationaler Ebene in der EBU-Kommission für Mobilität und Blindenführhunde.
 

Förderung sehbehinderter Menschen

Besonderes Gewicht kommt der Interessenvertretung sehbehinderter Menschen zu. Im Gegensatz zur Blindheit ist die Sehbehinderung in der Öffentlichkeit kaum als Behinderung bekannt. Sehbehinderten sieht man ihre Behinderung oft nicht an, und es ist noch zu wenig bekannt, dass es Beeinträchtigungen des Sehvermögens gibt, die nicht durch Brillen oder Operationen zu korrigieren sind und eine Behinderung darstellen. Das Sehvermögen und die Beeinträchtigungen können sehr verschieden sein; einige sehen verschwommen, andere haben ein kleines, aber noch scharfes Gesichtsfeld, oft wechselt die Orientierungsfähigkeit mit den Lichtverhältnissen oder den örtlichen Gegebenheiten. Um diese Situation zwischen Sehen und Blindheit bewusster zu machen und so eine Sensibilisierung gegenüber Sehbehinderten zu erzielen, arbeiten mehrere Bundesverbände im Gemeinsamen Fachausschuss für die Belange Sehbehinderter (FBS, Leitung: Rita Schwörer, DVBS) zusammen. Im FBS sind neben dem DBSV die Bundesverbände DVBS, VBS, BFS und die PRD vertreten. Der Ausschuss sieht seine Hauptaufgabe im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Ein wichtiges Forum hierfür ist der "Tag der Sehbehinderten", der auf Anregung des FBS jedes Jahr am 6. Juni begangen wird, um vor Ort durch Workshops, Aktionen, Infostände oder Pressemitteilungen auf das Thema Sehbehinderung aufmerksam zu machen. Im Jahre 2000 konnte der FBS über die Präsenz auf dem Kongress der Augenärztlichen Akademie den Kontakt zu den Augenärzten als wichtige Ansprechpartner festigen. Ein weiteres zentrales Ausschussthema waren Kontraste. Diese waren nicht nur Motto für den Sehbehindertentag 2000 (und werden es auch 2001 sein), sondern sollen auch in einer Norm "Kontraste im öffentlich zugänglichen Bereich" basierend auf den wissenschaftlichen Untersuchungen von Professor Echterhoff festgeschrieben werden. Der FBS wird diese Norm begleiten und ist durch seine Vorsitzende im zuständigen Normenausschuss vertreten.
 

Arbeitskreis Elementarrehabilitation

Im Zentrum der Tätigkeit des Arbeitskreises standen in Übereinstimmung mit den entsprechenden Beschlüssen des DBSV-Vorstandes umfangreiche Aktivitäten auf Grund des Vorhabens der Bundesregierung, in überschaubarer Zeit ein Sozialgesetzbuch IX auf den parlamentarischen Weg zu bringen.
Es musste gelingen, die uns bewegenden Probleme im Hinblick auf die Rehabilitation neuerblindeter Menschen - und hier insbesondere jener, für die weder eine schulische noch eine berufliche Rehabilitation infrage kommt - mit größtmöglicher Eindeutigkeit zu benennen und zum Gegenstand gesetzlicher Regelungen zu machen.
Im Prozess dieser Anstrengungen wurde zunehmend deutlich, dass der traditionelle Begriff "Elementarrehabilitation" (ER) allein deshalb nicht mehr den Anforderungen entsprach, weil er in der Diskussion mit der Politik, mit Krankenkassen, Rententrägern, Behörden u.a. zu viel zusätzlichen Erklärungsbedarf benötigte. In vielfältigen Beratungen innerhalb des Arbeitskreises, im Verwaltungsrat und im DBSV-Vorstand kristallisierte sich der Begriff "Rehabilitation zur Bewältigung des Alltags" (RBA) als am zutreffendsten heraus.
Zugleich ist darauf zu verweisen, dass sich an den grundsätzlichen Inhalten der ER nichts geändert hat - die Inhalte werden durch die veränderte Begriffswahl auf alle Fälle deutlicher sichtbar. Insofern war auch für den Arbeitskreis klar, dass die Arbeit mit dem Handbuch der ER nach wie vor Bestandteil der Arbeit auf diesem bedeutsamen Gebiet sein muss.
In zwei Beratungen im Juni und Dezember 2000 hat der AK eingehend die Schritte beraten, die gegangen werden müssen, um die o.a. Zielstellung zu erreichen.
Diese Schritte lassen sich mit ihren Ergebnissen wie folgt zusammenfassen:
1. In enger Zusammenarbeit mit dem Büro des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Behinderten wurden vor allem die inhaltlichen Probleme beraten, die in entsprechenden Gesetzestexten auch ihren Niederschlag finden müssen. Das Interesse der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe, der Ausbildungseinrichtungen für Orientierungs- und Mobiltätstrainer bzw. RehabilitationslehrerInnen musste darin bestehen, Wege zu finden, die die Rehabilitation zur Bewältigung des Alltags so nahe wie irgend möglich an den Bereich der medizinischen Rehabilitation heranführt. Zugleich erwies es sich als erforderlich, die soziale Rehabilitation inhaltlich so genau wie möglich zu bestimmen und sie dort - wo irgend möglich - auch zu quantifizieren.
2. Mitglieder des Arbeitskreises nahmen aktiv - und auch hier mit entsprechender Unterstützung des Büros des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Behinderten - an mehreren Anhörungen auf der parlamentarischen Ebene bzw. auf der Ebene des BMA im Prozess der vielschichtigen Arbeit am SGB IX teil. Es wurde verdeutlicht, dass es uns um Rechtssicherheit für alle Gruppen neu erblindeter Bürger geht, unabhängig vom Alter, von der Ursache der Erblindung oder der hochgradigen Sehschwäche oder von Einkommen und Vermögen. Dabei wurde immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass von den etwa 28.000 jährlich in Deutschland neu erblindenden Menschen immerhin 72 Prozent 60 Jahre und älter
sind, dass es sich also um eine ernst zu nehmende Zahl von Personen handelt, die hier betroffen
ist.

3. Breiten Raum in der Arbeit des AK nahm die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung der für März 2001 vorgesehenen 6. Arbeitstagung (vormals: Seminar) zur RBA ein. Im Zentrum standen dabei zwei Themenkomplexe, die ebenfalls unmittelbar unserer Mitwirkung am Zustandekommen des SGB IX dienen sollten:
a) Qualitätssicherung der RBA unter Berücksichtigung folgender Überlegungen:
Die Leistungen der RBA erfolgen je nach Leistungsinhalt im Rahmen einer von einem öffentlichen Träger oder einer privat (vom Betroffenen selbst oder vom Verein) finanzierten Maßnahme. Leistungserbringer sind je nach Fachgebiet speziell ausgebildete Fachkräfte (O&M, LPF) sowie erfahrene Personen aus der Selbsthilfe (Erstberatung, Punktschrift und Hauswirtschaftslehrgänge u.a.). Es muss darum gehen, bestehende Standards genauer zu beschreiben und fehlende zu entwickeln, um das gesetzliche Gebot der Qualitätssicherung umfassend erfüllen zu können.
b) RBA in Alten- und Pflegeheimen:
Blinde und Sehbehinderte in Alten- und Pflegeheimen das bedeutet: In einem spezifischen Heim-Umfeld (Heimpersonal, Mitbewohner, bauliche Gegebenheiten) leben Menschen mit spezifischen Problemen auf Grund eingeschränkten oder verlorenen Sehvermögens. Wie ist unter diesen besonderen Bedingungen RBA möglich? Mit welchen Besonderheiten sind die Betroffenen (Blinde, Sehbehinderte, Angehörige, Mitbewohner, Heimpersonal) konfrontiert? Welche typischen Probleme gibt es, und wie können sie gelöst werden?
Zu diesen Fragen sollen Fachreferenten - insbesondere auch Vertreter der Fachgruppe Ruhestand im DVBS - gehört werden.
4. Schließlich war es das Anliegen des AK, gemeinsam mit dem DBBW die Arbeit mit dem ER- Handbuch weiter zu aktivieren. Es ist im Grunde für die Weiterbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch für hauptberufliche Tätige im Bereich der RBA ein wertvolles Material für die Fort- und Weiterbildung. Das Deutsche Blindenbildungswerk und der Arbeitskreis werden sich mit der Notwendigkeit, das Handbuch zu überarbeiten und zu ergänzen, zu beschäftigen haben.
 

Hilfen für blinde und sehbehinderte Frauen

Auch im Jahre 2000 hat der DBSV unter der Leitung seiner Beauftragten für die Belange blinder und sehbehinderter Frauen, Helga Neumann, die Aktivitäten zu Gunsten dieses Personenkreises fortgesetzt. Ziel der vielfältigen Angebote ist die Unterstützung blinder und sehbehinderter Frauen bei der Bewältigung ihrer besonderen Lebensumstände und somit eine Verbesserung der gesellschaftlichen und beruflichen Integrationsbedingungen. Dabei erfolgt die von Frau Neumann geleistete Arbeit stets in enger Kooperation mit den Frauenbeauftragten der Landesvereine im DBSV. Folgende Schwerpunkte sind im Berichtszeitraum zu nennen:
* Durchführung des offenen bundesweiten Frauenseminars vom 2. bis 5. November in Saulgrub. Eingeladen waren in diesem Jahr nicht nur die Leiterinnen der Frauenfachgruppen in den DBSV-Landesvereinen, sondern alle in der Frauenarbeit tätigen Personen der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe. Die insgesamt 62 Teilnehmerinnen aus 15 Landesvereinen beschäftigten sich u. a. mit den Themenschwerpunkten: Psychosomatik von Wahrnehmung und Sehen, Angebote des BIT-Zentrums für blinde und sehbehinderte Frauen, Zeitmanagement, Low-Vision Rehabilitation für sehbehinderte Frauen, ehrenamtlicher Einsatz in der EBU und in der WBU. Die Veranstaltungsreihe wurde auch in diesem Jahr vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) finanziell gefördert.
* Redaktion und Herausgabe der in Punktschrift und auf Kassette erscheinenden Verbandszeitschrift "RITA" mit Tipps und Informationen für blinde und sehbehinderte Frauen.
* Herausgabe der Handarbeitsbeilage zur "RITA" in Punktschrift.
* Einflussnahme auf die Entwicklung von Hilfsmitteln für den Haushalt durch den gemeinsamen Fachausschuss für allgemeine Hilfsmittel und Berichterstattung in der Beilage zur "Gegenwart" "Das Schaufenster" durch die Redakteurin Regina Haar.
* Unterstützung blinder und sehbehinderter Frauen durch Teilnahme von Frau Neumann an Frauenseminaren der Landesvereine, Beantwortung unterschiedlichster Anfragen sowie durch Einzelberatung in persönlichen Anliegen.
 

Aktivitäten für blinde Kinder und Jugendliche

Die Förderung der Bildung und Erziehung blinder und sehbehinderter Kinder und Jugendlicher gehört zu den wichtigsten und satzungsgemäß verankerten Aufgaben des DBSV. Mit dem Ziel, die Interessen dieser Personengruppe innerhalb der Selbsthilfe zu vertreten und Vorschläge zur Ausgestaltung der künftigen Verbandsarbeit auf diesem Gebiet zu unterbreiten, unterhält der DBSV eine z. Z. zweiköpfige ehrenamtliche Jugendvertretung, die von den Jugendsprechern der Landesvereine gewählt und abberufen wird. Für das Engagement zu Gunsten der Betroffenen von besonders großer Bedeutung ist außerdem die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen des Blinden- und Sehbehindertenwesens. Die verbandsübergreifende Kooperation findet vor allem im "DBSV-Ausschuss für Bildungsfragen" statt, dem Vertreter des DVBS, der BEBSK (Bundeselternvertretung), des VBS, der universitären Ausbildungsstätten für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik sowie des DBBW und des DBSV angehören. Darüber hinaus ist der Verband auch in Gremien anderer Verbände und Einrichtungen vertreten, die Angebote für junge blinde und sehbehinderte Menschen vorhalten. Schließlich sind die verbandseigenen nationalen und internationalen Jugendprogramme für junge Erwachsene mit überwiegendem Begegnungscharakter zu nennen, die sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit erfreuen.
Im Berichtszeitraum wurden u. a. die folgenden Aktivitäten durchgeführt:
* Der DBSV-Ausschuss für Bildungsfragen beschäftigte sich in seinen Sitzungen am 10. Februar in Soest und 4. Oktober in Marburg u. a. mit den Themen "Wohnortnahe Berufsausbildung" und der aktuellen Situation im Bereich der gymnasialen Ausbildung Blinder und Sehbehinderter in Deutschland. Zum erstgenannten Themenkomplex wurden den Ausschussmitgliedern die Inhalte des entsprechenden Projekts des BBW Soest erläutert und zur Diskussion gestellt. Da zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch keine Praxiserfahrungen vorlagen, wird sich das Gremium zu einem späteren Zeitpunkt erneut mit dem Vorhaben eingehend befassen.
* Die aktuelle Situation blinder und sehbehinderter Gymnasialschüler stand in der Herbstsitzung in Marburg im Mittelpunkt. Dabei zeichneten die Vertreter der Deutschen Blindenstudienanstalt für die Zukunft ein insgesamt eher negatives Bild vor allem hinsichtlich der Vermittlung der blinden- und sehbehindertenspezifischen Kultur- und Kommunikationstechniken im Bereich der Integration. Der in einigen Regionen zu beobachtenden Tendenz, die Frage nach Ausbildungsort und -form auf rein ökonomische Gesichtspunkte zu reduzieren, müsse dringend entgegengewirkt werden. Nicht das Grundsatzkonzept der Integration sei zu diskutieren, sondern Qualitätsstandards und -kontrollen ausgehend von den individuellen Erfordernissen im Einzelfall. Auf Vorschlag des Bildungsausschusses wird das Thema im DBSV-Verwaltungsrat im Mai 2001 mit dem Ziel behandelt, den Einfluss der Selbsthilfe auf Länderebene zu verstärken.
* In der Zeit vom 15. bis 29. Juli fand im oberbayerischen Inzell eine bundesweite Jugendbegegnung statt. An der Veranstaltung, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) finanziell gefördert wurde, nahmen 17 blinde und sehbehinderte junge Erwachsene im Alter von 18 bis 26 Jahren teil. Die Gruppe wurde von fünf sehenden Personen im Alter der Teilnehmer begleitet. Das umfangreiche Kultur-, Sport- und Freizeitangebot, das große Engagement der Begleiter und die Kommunikations- und Kontaktfreudigkeit aller Teilnehmer sorgten für einen erfolgreichen und harmonischen Verlauf der Jugendbegegnung. Selbst das Interesse an den obligatorischen Diskussionsrunden zu blinden- und sehbehindertenspezifischen Fachthemen war außergewöhnlich groß.
* Die Ende September vorgesehene Arbeitstagung für die Jugendvertreter der Landesvereine im DBSV musste abgesagt werden. Die Zahl der Anmeldungen war zu gering, um die Ziele der Veranstaltungsreihe erreichen zu können. Vor diesem Hintergrund wurde die Frage nach der Zukunft der Jugendarbeit innerhalb der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe auf der Herbstsitzung des DBSV-Verwaltungsrates eingehend diskutiert. Dabei waren sich die Verwaltungsratsmitglieder einig darüber, dass dem Aufbau bzw. Erhalt von Jugendgruppen eine große Bedeutung beizumessen ist und dazu auch die modernen Kommunikationswege über E-Mail und Internet stärker einbezogen werden müssen.
* Förderung des europäischen Projekts "Low Vision in der Frühförderung blinder, mehrfachbehinderter und sehbehinderter Kinder". Ziel des vom VBS initiierten und unter der Federführung der Universität Dortmund durchgeführten EU-Projektes ist die Standardisierung und Verbesserung der Frühförderangebote in Europa sowie die Vernetzung der Frühförderzentren über das Internet. Zu dem auf die Projektträger entfallenden Eigenkostenanteil gewährte der DBSV auch im Jahr 2000 einen beträchtlichen Zuschuss.
* Finanzielle Beteiligung des DBSV an den Erstellungskosten der Zeitschrift "Die Brücke", die von der Arbeitsgemeinschaft "Jugendschrifttum für Blinde" beim VzFB in Punktschrift erscheint. Aufgabe dieser Publikation ist es, die besonderen Informationsbedürfnisse blinder und hochgradig sehbehinderter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener zu befriedigen.
 

Taubblindenbetreuung

Taubblindheit und Hörsehbehinderung sind völlig eigenständige Behinderungsarten, die sich nicht allein aus der Addition von Blindheit und Gehörlosigkeit herleiten lassen. Zur Beurteilung der Interessen und Belange der einzelnen Betroffenen ist es erforderlich, zunächst die Frage nach dem Eintritt der Erblindung bzw. Sehbehinderung und der Gehörlosigkeit bzw. Schwerhörigkeit zu stellen; denn nur in den seltensten Fällen liegt Geburts-Taubblindheit vor. Früherblindeten Personen, deren Hörvermögen im Laufe ihres Lebens nachlässt, sind i. d. R. die blindenspezifischen Techniken vertraut. Sie lesen und schreiben die Blindenschrift und kommunizieren über das Lorm-Alphabet. Frühertaubte, späterblindete Menschen orientieren sich hingegen eher an den Techniken der Gehörlosen und kommunizieren mittels Gebärdensprache.
Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse muss das Angebot für Taubblinde und Hörsehbehinderte ein breites Spektrum umfassen. Ein wesentlicher Teil der inhaltlichen Arbeit konnte in die Hände des im Mai 2000 gegründeten "Gemeinsamen Fachausschusses für die Belange taubblinder und hörsehbehinderter Menschen" (GFTB) gelegt werden. Über Zusammensetzung und Ziele des Gremiums sowie die im Berichtszeitraum durchgeführten Aktivitäten wird an anderer Stelle berichtet.
Selbstverständlich wurden die vielfältigen Dienstleistungen des DBSV für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen auch im Berichtszeitraum angeboten. Hervorzuheben sind die speziell für diesen Personenkreis produzierten und kostenlos abgegebenen Publikationen, die der verbesserten Informationsvermittlung dienen. Außerdem wurden die Angebote der selbst betroffenen Taubblindensprecherin des DBSV, Frau Annette Simmet, fortgesetzt. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Aktivitäten:
* An der Taubblindenfreizeit des DBSV vom 2. bis 16. Oktober in Bad Meinberg nahmen insgesamt 50 Personen aus ganz Deutschland teil. Die Vorbereitung und Durchführung des Kultur- und Freizeitprogramms wurde von Annette Simmet und den Eheleuten Wilma und Günter Großeberkenbusch übernommen. Ziel der Veranstaltung war es, unter den taubblinden und hörsehbehinderten Vereinsmitgliedern den Zusammenhalt zu festigen und freundschaftliche Beziehungen zu fördern. Darüber hinaus stand die Kommunikation über behinderungsbedingte Alltagsprobleme im Mittelpunkt. Zu den Unterbringungs- und Verpflegungskosten der Teilnehmer gewährte der DBSV - wie in den Vorjahren - einen beträchtlichen Zuschuss und übernahm die Programmkosten.
* In der Zeit vom 10. bis 12. November fand in Bad Meinberg die Arbeitstagung für die Taubblindenbeauftragten der Landesvereine im DBSV statt. Teilgenommen haben insgesamt 20 Personen aus neun Verbänden. Ziel des Angebotes ist es, die vielfältigen Aktivitäten zu Gunsten taubblinder und hörsehbehinderter Menschen auf Landesebene zu koordinieren und die Beauftragten durch Fachreferate und Diskussionsforen weiterzubilden. Auf dem Programm der diesjährigen Tagung standen u. a. die Frage nach der Bewältigung psychischer Probleme bei nachlassendem Seh- und/oder Hörvermögen, Informationen über das Patiententestament sowie die Vermittlung von Kommunikationstechniken an die Betroffenen. Außerdem fand turnusgemäß die Neuwahl der DBSV-Taubblindenvertretung statt mit dem Ergebnis, dass Frau Annette Simmet, die selbst taubblind ist, für weitere vier Jahre in ihrem Amt als DBSV-Taubblindensprecherin bestätigt wurde. Zu ihrem Stellvertreter wählten die Tagungsteilnehmer Herrn Andreas Schenk aus München. Die bisherige Stellvertreterin, Frau Wilma Großeberkenbusch, schied auf eigenen Wunsch aus dem Amt aus. Für ihr jahrzehntelanges Engagement für den DBSV sei ihr und ihrem Ehemann auch an dieser Stelle nochmals gedankt.
* Redaktion und Herausgabe des "Tagesnachrichtenblattes für Taubblinde" in Blindenschrift. Dabei handelt es sich um die Punktschriftübertragung von aktuellen Nachrichten aus Tageszeitungen, den Videotext-Seiten von ARD und ZDF sowie dem Internet. Das Tagesnachrichtenblatt wird von Montag bis Freitag - wahlweise in Voll- oder Kurzschrift - an taubblinde Punktschriftleser kostenlos abgegeben.
* Kostenloser Versand des von Annette Simmet redigierten Fachblattes "Der Taubblinde". Die alle zwei Monate erscheinende Publikation wird in Punktschrift, für Sehrestler und Taubblindenberater in Schwarzschrift herausgegeben und informiert über aktuelle Themen aus dem Taubblinden- und Hörsehbehindertenwesen.
* Kostenlose Bereitstellung der Verbandszeitschrift "Die Gegenwart" in Punktschrift für taubblinde Mitglieder der DBSV-Landesvereine.
 
 

Förderung blinder und sehbehinderter Diabetiker

Unter der Leitung der seit dem 1. Januar 2000 offiziell durch den DBSV-Vorstand eingesetzten ehrenamtlichen Diabetesbeauftragten, Frau Diana Droßel, hat der Verband die Arbeit auf diesem Gebiet weiter intensiviert. Ziel der Aktivitäten ist die Förderung der Belange blinder, von Blindheit bedrohter und sehbehinderter Diabetiker, insbesondere durch Einflussnahme auf die Hersteller von Geräten und Medikamenten zur Blutzuckerregulierung sowie auf die Herausgeber von Fachinformationen zum Diabetes. Durch die Bereitstellung von blinden- und sehbehindertengerechten Hilfsmitteln (z. B. Blutzuckermessgeräte mit Sprachausgabe, Insulinpumpen, Pens usw.) und von Zeitschriften und Büchern in Punktschrift oder auf Kassette kann sichergestellt werden, dass die Betroffenen zu einer eigenständigen Versorgung in der Lage sind und sich damit ihre Lebensqualität entscheidend verbessert.
Das ehrenamtliche Engagement von Frau Droßel erfolgt in enger Kooperation mit den Diabetesbeauftragten der Landesvereine im DBSV. Zur Verbesserung der Kommunikation zwischen der Mehrzahl dieser Ansprechpartner steht seit Anfang des Jahres eine Mailing-Liste zur Verfügung, über die aktuelle Informationen ohne Zeitverlust verbreitet werden können. Außerdem wird das umfangreiche Literaturverzeichnis des DBSV mit Fachzeitschriften und -büchern, die in blinden- und sehbehindertengerechter Form erhältlich sind, regelmäßig aktualisiert.
Vom 18. bis 20. Februar fand im "Haus Hubertus" in Mündersbach die dritte Arbeitstagung für die Diabetesbeauftragten der Landesvereine im DBSV statt. Teilgenommen haben 28 Personen aus 12 Landesverbänden. Seit Beginn der Arbeit speziell für diesen Personenkreis im Jahre 1996 hat sich die Zahl der Beauftragten damit kontinuierlich erhöht. Zu den Schwerpunktthemen gehörten u. a. die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Diabetikerbund, Bluthochdruck bei Diabetikern und spezielle Hilfsmittel für diesen Personenkreis. Da sich die Arbeit zu Gunsten blinder und sehbehinderter Diabetiker noch im Aufbau befindet und der persönliche Austausch unter den Beauftragten als außerordentlich wertvoll erachtet wird, soll die Tagungsreihe künftig nicht mehr im Zweijahres-Rhythmus, sondern jährlich durchgeführt werden.
Auf der Verwaltungsratssitzung im Oktober 2000 war das Problem der Förderung blinder und sehbehinderter Diabetiker eines der Schwerpunktthemen.
 

Kultur, Freizeit, Sport

Der DBSV veranstaltet und fördert zahlreiche Aktivitäten, die es blinden und sehbehinderten Menschen erleichtern bzw. ermöglichen ihren individuellen Interessen und Neigungen in den Bereichen Kultur, Freizeit und Sport nachzugehen. Dabei liegt einer der Aufgabenschwerpunkte auf Programmen, die durch das Zusammenkommen blinder, sehbehinderter und sehender Menschen einen wesentlichen Beitrag zur Integration der Betroffenen in die Gesellschaft leisten. Im Berichtszeitraum sind folgende Aktivitäten hervorzuheben:
* Zusammenarbeit mit dem Deutschen Behindertensportverband (DBS): Der DBSV ist u. a. durch seine ehrenamtlichen Sportbeauftragten Heinz Beier, Wilfried Schwellnus und Olaf Schmiedeck im DBS-Beirat sowie in den Ausschüssen Leistungs-, Breiten- und Rehabilitationssport vertreten, um die Interessen blinder und sehbehinderter Sportler wahrzunehmen. Der DBS-Beirat, der am 15. März in Duisburg und am14. Dezember in Frankfurt zusammentrat, hat überwiegend politische Aufgaben und soll auf dieser Ebene den Behindertensport insgesamt fördern. Er fungiert außerdem als Plattform für die vertretenen Verbände, um aktuelle Fragen und Probleme der Einzelmitglieder zu behandeln. Die letztjährigen Beiratssitzungen standen im Zeichen der Paralympics 2000 in Sydney und der EXPO in Hannover.
* Durchführung der 29. Bundespokal-Kegelmeisterschaft für Blinde und Sehbehinderte vom 12.. bis 14. Mai in Gelsenkirchen. An der Veranstaltung nahmen 150 aktive Keglerinnen und Kegler aus den Schadensklassen B1 = blind, B2 = praktisch blind und B3 = sehbehindert teil. Spielberechtigt waren diejenigen Sportler, die sich im Rahmen der Landeskegelmeisterschaften für die Teilnahme an der Endausscheidung qualifiziert hatten. Die Schirmherrschaft wurde vom Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen Oliver Wittke übernommen, der die Siegerehrung gemeinsam mit dem DBSV-Kegelwart Norbert Stolte und dem DBSV-Sozialreferenten Martin Altmaier vornahm.
* Förderung des ersten EBU-CUP im Kegeln. Vom 29. Oktober bis 1. November fand in St. Wolfgang-Ried/Österreich das erste internationale Kegelturnier der EBU für Blinde und Sehbehinderte statt. An der Veranstaltung, die auf Initiative und unter der Leitung von Wilfried Schwellnus durchgeführt wurde, nahmen 36 aktive Kegler aus Österreich und Deutschland teil. Zukünftig soll das Turnier als regelmäßige Veranstaltung unter Beteiligung weiterer EBU-Mitgliedsländer angeboten werden.
* Durchführung des 3. "Skat-Marathons für Blinde, Sehbehinderte und ihrer sehenden Freunde" vom 25. bis 31. März in Boltenhagen. An der Veranstaltung nahmen insgesamt 26 Skatspieler teil. Organisation und Leitung lagen in Händen des DBSV-Skatwartes Wilfried Schwellnus.
* Durchführung des 2. Skatturniers für Anfänger vom 4. bis 6. August in Moers. Im Rahmen dieser Veranstaltung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, das Skatspiel unter blinden- und sehbehindertengerechten Bedingungen zu erlernen und zu trainieren. Mit dem Angebot, das in den nächsten Jahren fortgesetzt werden soll, kommt der DBSV dem Wunsch einer immer größer werdenden Zahl von Interessenten nach.
* Durchführung der 7. Deutschen Pokalskatmeisterschaft des DBSV vom 17. bis 19. November in Osterode. Teilgenommen haben 52 Skatspieler aus der gesamten Bundesrepublik, die sich zuvor im Rahmen der Vorrundenturniere in den vier Spielbezirken Nord, Ost, West und Süd im Frühjahr qualifizieren mussten.
* Förderung der vom Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen ausgerichteten 10. bundesweiten Tandemwoche des DBSV im Rahmen der EXPO 2000 in Hannover. An der Veranstaltung, die in der Zeit vom 26. August bis 3. September stattfand, nahmen insgesamt 26 Tandemteams, die sich aus jeweils einem sehendem Fahrer und einem blinden bzw. sehbehinderten Beifahrer zusammensetzen, teil. Neben den obligatorischen Halb- und Ganztags-Touren standen in diesem Jahr Besuche der Weltausstellung einschließlich eines offiziellen Empfangs- und Pressetermins auf dem Programm.
* Förderung des DBSV-Kulturensembles zur Herausgabe einer Musik-CD mit Auszügen aus dem umfangreichen Repertoire des Chores. Auf Initiative der Ensemble-Mitglieder hat der DBSV die Produktion der CD ermöglicht, um das seit Jahrzehnten erfolgreiche Wirken der blinden und sehbehinderten Vokalisten und Instrumentalisten dauerhaft zu dokumentieren und ausgewählte Musikstücke einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu im Rupprecht-Tonstudio ging eine Probewoche vom 15. bis 20. November in Berlin voraus.
 

Förderung der Braille-Schrift

Im 175. Jahr nach der Erfindung der Blindenschrift durch den Franzosen Louis Braille hat der DBSV der Förderung dieses wichtigsten Kommunikationsmittels blinder und hochgradig sehbehinderter Menschen wiederum höchste Priorität beigemessen. Dabei lag neben der Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich das Hauptaugenmerk auf der Fertigstellung des Projektantrags zur Darstellung von 6-Punkte-Basisbraille, Voll- und Kurzschrift auf Braille-Zeilen, der im Mai beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung eingereicht und im Oktober als vollfinanziertes Vorhaben bewilligt wurde. Ziel des Projekts, das zum 31.05.2001 abgeschlossen sein wird, ist es, das bisher in der EDV verwendete 8-Punkte-Eurobraille für Standardanwendungen überflüssig zu machen und durch die Schriftsysteme der traditionellen 6-Punkte-Blindenschrift zu ersetzen.
Als Ergebnis des Vorhabens soll eine kostenlose Software zur Verfügung stehen, die in alle heute verwendeten Hilfsmittelprogramme für blinde und sehbehinderte Computerbenutzer integrierbar ist und die Punktschrift auf der Braille-Zeile nach den Regeln des "Systems der deutschen Blindenschrift" abbildet. Dabei sollen zum Schreiben von Texten die sogenannte Basis-Braille-Schrift (Vollschrift ohne jede Kürzung) und zusätzlich zum Lesen wahlweise die Voll- und Kurzschrift bereit stehen. Die Vorteile für den PC-Anwender im beruflichen und schulischen Alltag liegen in der Erhöhung der Lesegeschwindigkeit und der Verwendung eines einheitlichen, in sich geschlossenen Blindenschriftsystems auf Papier und Braille-Zeile. Der Vorteil des Euro-Braille, dass sehende Personen die Texteingabe am Bildschirm unmittelbar nachvollziehen machen. Den Aufnahmen können, bleibt bei der neuen Software in vollem Umfang erhalten.
Am 6. September fand auf Einladung des DBSV-Präsidenten Jürgen Lubnau ein Expertengespräch zur Braille-Schrift und insbesondere zum Thema Mathematikschrift für Blinde in Bonn statt. Dabei wurde u. a. nochmals die Frage nach einer Vereinheitlichung der unterschiedlichen Mathematik-Schriftsysteme diskutiert. Der Braille-Experte der Deutschen Blindenstudienanstalt, Volker Hahn, unterstrich die Bedeutung des Marburger 6-Punkt-Mathematikschrift-Systems in der schulischen Ausbildung und präferierte das Computer-Programm und Schriftsystem "Latex" für den Hochschulbereich. Letzteres kann im Gegensatz zu anderen Lösungen ebenfalls mit sechs Punkten auf der Braille-Zeile dargestellt werden. Die Besprechungsergebnisse haben den DBSV-Vorstand in seiner Sitzung am 8./9. September veranlasst, sich den Vorschlägen von Herrn Hahn anzuschließen und künftig für die Verbreitung beider Schriftsysteme einzutreten.
Auf Initiative des DBBW wurde eine Expertengruppe eingesetzt, die einen Qualifikationstest für Punktschriftlehrer erarbeitet hat. Der DBSV hat das erste und entscheidende Treffen finanziert. Der Test selbst soll im Jahr 2001 erprobt und endgültig abgefasst werden.

Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Institutionen

Dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband gehören als korrespondierende Mitglieder an:
1) Arbeitsgemeinschaft der Einrichtungen für taubblinde Menschen,
2) Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte Chemnitz GmbH,
3) Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte Soest,
4) Berufsförderungswerk Düren gGmbH,
5) Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH,
6) Berufsförderungswerk Würzburg gGmbH,
7) Berufsverband der Rehabilitationslehrer/innen für Orientierung und Mobilität für Blinde und Sehbehinderte e. V.,
8) Berufsverband der RehabilitationslehrerInnen für Blinde und Sehbehinderte e. V.
- Lebenspraktische Fertigkeiten -,
9) Blista-Brailletec gGmbH für Blinden- und Sehbehindertentechnik,
10) Bund zur Förderung Sehbehinderter e. V.,
11) Bundesverband der Eltern blinder und sehbehinderter Kinder e. V.,
12) Deutsche Blindenstudienanstalt e. V.,
13) Deutscher Verein der Blinden- und Sehbehinderten in Studium und Beruf e. V.,
14) Deutsches Katholisches Blindenwerk e. V.,
15) Deutsches Taubblindenwerk gGmbH,
16) Esperanto Blindenverband Deutschlands e. V.,
17) Evangelischer Blinden- und Sehbehindertendienst in Deutschland e. V.,
18) Hamburger Blindenstiftung,
19) Institut für Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter e. V.,
20) Interessengemeinschaft Sehgeschädigter Computernutzer e. V.,
21) Nikolauspflege, Stiftung für Blinde und Sehbehinderte,
22) Pro Retina Deutschland e.V.
23) Stiftung Blindenanstalt Frankfurt am Main,
24) Taubblindendienst e. V. Fachverband im Diakonischen
Werk der EKD für Taubblinde und mehrfachbehinderte Blinde,
25) Verband der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen e. V.
26) Verband für das Blindenhandwerk,
27) Verein zur Förderung der Blindenbildung e. V.,
28) Zentrum für Physikalische Therapie, Elisabeth-Dicke-Schule gGmbH
 

Beteiligungen und Mitgliedschaften

Der DBSV ist Gesellschafter folgender Gesellschaften mit beschränkter Haftung:
OSTDEUTSCHES BLINDENZENTRUMS gGMBH (OBZ), dessen Aufgabe die Planung, Durchführung und das Controlling über das neu zu errichtende Mobilitätszentrum für Blinde und Sehbehinderte, das als modernes Rehabilitationszentrum ein zentraler Anlaufpunkt in Deutschland werden soll.
ZENTRUM FÜR PHYSIKALISCHE THERAPIE (ELISABETH-DICKE-SCHULE) in Mainz: Diese in ihrer Art einzigartige Einrichtung bietet beste Voraussetzungen für eine qualifizierte Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister sowie zum Physiotherapeuten. Die Einzigartigkeit besteht in der gemeinsamen Ausbildung von Blinden, Sehbehinderten und Sehenden und ist deshalb Beispiel für ein gelungenes Integrationsmodell. Bedingt durch die verlängerten Ausbildungszeiten und den großen Bedarf an Maßnahmen zur Nachqualifizierung (vom Masseur zum Physiotherapeuten) wurde 1997 mit den Baumaßnahmen zur Modernisierung und Erweiterung der Einrichtung begonnen.
DEUTSCHES TAUBBLINDENWERK (DTW) in Hannover: Das DTW ist Träger des Deutschen Taubblindenzentrums in Hannover (Sonderschule, Internat, Wohnheim), das in Heidenoldendorf-Fischbeck eine Wohnanlage mit Werkstätten für Taubblinde und mehrfachbehinderte Blinde unterhält. Das DTW ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Taubblindeneinrichtungen Deutschlands (AGTB).
BLISTA BRAILLETEC in Marburg: Diese 1994 gegründete Gesellschaft, die sich vornehmlich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Braille-Druckmaschinen und Braille-Bogenmaschinen befasst, setzte ihr Konzept zur Konsolidierung durch bauliche Maßnahmen (Verkleinerung) und Personalabbau erfolgreich fort. Die gute Auftragslage von 1996 hatte auch 1997 Bestand und lässt hoffen, dass die Erwartungen, die die Gesellschafter in die Konsolidierung des Unternehmens gesetzt haben, in Erfüllung gehen.
DEUTSCHES BLINDENBILDUNGSWERK (DBBW) mit Sitz in Bonn: Diese vom DBSV mit dem Verband der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen betriebene Einrichtung war im Januar 1996 erstmals mit zwei hauptamtlichen Mitarbeitern ausgestattet worden und konnte ihr Bildungsangebot zwischenzeitlich stark ausbauen. Das DBBW, dessen Büro in Weil am Rhein ist, bot wiederum eine Vielzahl von Seminaren an, die ein vielfältiges Themenspektrum, von Kursen über Beratungsgespräche bis zu berufsbezogenen Seminaren, z. B. für Telefonisten, abdeckten. Als neuer Fernkurs kam 2000 ein Fernlehrgang zur neuen Rechtschreibung hinzu. Erfreulich groß war die Nachfrage bei der Fortbildung für blinde und sehbehinderte Schwerbehindertenvertrauensleute und bei den Internetkursen. Fester Bestandteil des Programms blieben (und bleiben) die Punktschrift- und Computerkurse.
Die Zusammenarbeit mit den vier weiteren Bundesverbänden der Blinden und Sehbehinderten in Deutschland - neben dem DBSV sind dies der BUND DER KRIEGSBLINDEN DEUTSCHLANDS (BKD) sowie der DEUTSCHE VEREIN DER BLINDEN UND SEHBEHINDERTEN IN STUDIUM UND BERUF (DVBS), die PRO RETINA Deutschland e. V. (PRD) und der BUND ZUR FÖRDERUNG SEHBHINDERTER (BFS) dokumentierte sich auch im Jahr 2000 in vielerlei Abstimmungsgesprächen, in der Arbeit ihrer gemeinsamen Fachausschüsse und in der inhaltlichen Abstimmung von Eingaben, Stellungnahmen und Resolutionen, die gemeinsame Belange berühren.
Da der Zugang zur Literatur für Blinde und Sehbehinderte erschwert ist, haben die Hörbüchereien und Blindenschriftdruckereien einen großen Stellenwert in der Förderung des kulturellen Lebens. Auch im Jahre 2000 stand hier das weltweite Projekt "Digital Audiobased Information System" (DAISY) im Vordergrund, das von der ARBEITSGEMEINSCHAFT DER BLINDENHÖRBÜCHEREIEN E. V. betreut wird. Ziel von DAISY ist die Entwicklung einer neuen Hörbuchgeneration, die sich nicht mehr wie bisher des Mediums der Audiokassette bedient, sondern eines verschleißfreien, digitalen Mediums wie der CD-Rom. Ein solches Medium bietet große Speicherkapazitäten und die Möglichkeit, gesprochene Literatur nach Hörerwunsch zusammenzustellen und durch elektronische Marken Lesezeichen zu setzen, die einen schnellen Zugriff auf die gewünschten Stellen ermöglichen. Hierzu soll ein handliches, leicht bedienbares Abspielgerät geschaffen werden. An dem deutschen Beitrag für DAISY beteiligte sich der DBSV.
Zur Klärung der lizenzrechtlichen Fragen zur Umsetzung von Literatur in Hör- und Braille-Büchern wurde die Mediengemeinschaft für Blinde und Sehbehinderte (MEDIBUS) gegründet. Mitglieder sind die Hörbüchereien, Blindenschriftbibliotheken, -druckereien und -verlage sowie der DBSV. MEDIBUS ist der alleinige Ansprechpartner für Verlage und Autoren bezüglich der Beschaffung von Aufsprache- und Drucklizenzen.
In den Organen der Deutschen Blindenstudienanstalt, des Vereins zur Förderung der Blindenbildung, des Berufsbildungswerkes Soest, des Berufsförderungswerkes Düren, des Zentrums für Physikalische Therapie in Mainz, des Deutschen Taubblindenwerkes, der Blista Brailletec, des Verbandes für das Blindenhandwerk, der Deutschen Blindenarbeit, der Arbeitsgemeinschaft der Blindenhörbüchereien, der Bundesarbeitsgemeinschaft "Hilfe für Behinderte", des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation, der Bundesvereinigung für Gesundheitserziehung, des Kuratoriums zur Verhütung von Blindheit, der Bundesarbeitsgemeinschaft "Werkstätten für Behinderte", des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (Gesamtverband), der Deutschen Behindertenhilfe/Aktion Mensch, der Hans-Calwer-Stiftung und des Deutschen Normeninstitutes wirken ehren- und hauptamtliche DBSV-Mitarbeiter verantwortlich mit. Vorstehende Aufzählung könnte ergänzt werden durch Mitwirkungen in weiteren Organisationen, die absprachegemäß durch Mitarbeiter des BKD oder des DVBS sichergestellt werden.
 
 

Öffentlichkeitsarbeit

Der Sehbehindertentag am 06. Juni ist auf dem Weg, zu einer Tradition zu werden. Gemeinsam mit dem Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin gegründet 1874 e.V. sowie mit den Regionalgruppen des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. und der Pro Retina Deutschland e.V. und der Arbeitsgruppe "Vergrößernde Sehhilfen" gestaltete der DBSV auf dem Wittenbergplatz in Berlin einen "Informativen Biergarten" in Verbindung mit einem Pressegespräch.
Zahlreiche Passanten nutzten die Gelegenheit, sich über die Belange Sehbehinderter zu informieren und einen kostenlosen Sehtest zu machen.
Um bei künftigen Aktionen im öffentlichen Raum noch mehr Aufmerksamkeit zu erreichen, müssen erheblich größere Mittel für die Werbung eingesetzt werden.
Das Schwerpunktthema "Kontraste helfen schwachen Augen" wurde bundesweit auf unterschiedliche Weise der Öffentlichkeit näher gebracht.
Mit Postern, Postkarten, Informationsblättern sowie mit der Broschüre "Besser sehen" hat der DBSV hilfreiches Material erarbeitet und für die Verbreitung vor Ort angeboten. Der Verwaltungsrat sah es als notwendig an, das Thema im Jahr 2001 in modifizierter Form noch einmal zum Schwerpunkt zu machen.
"Sechs Richtige" war das Motto des Tages des weißen Stockes. Mit dem gleichnamigen Kongress auf dem Gelände der EXPO 2000 in Hannover ist es gelungen, das Anliegen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und innerhalb der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe zu propagieren.
Das Thema Punktschrift war sehr geeignet, um die Medien zu interessieren. Aktionen in den Landesvereinen, insbesondere auch Punktschrift-Lesewettbewerbe, fanden gebührende Aufmerksamkeit.
Der DBSV stellte Druckvorlagen des Punktschriftalphabetes zur Verfügung, gab Poster und Postkarten, eine Rätselkarte und ein Lesezeichen mit Punktschrift-Alphabet heraus, gestaltete eine ansprechende 16-seitige Beilage der "Gegenwart" und sorgte für eine interessante Internetpräsentation zum Thema Punktschrift.
Der DBSV-Verwaltungsrat stimmte der Einschätzung zu, dass das Thema "Sechs Richtige" den Auftakt für eine Kampagne zur stärkeren Verbreitung der Punktschrift sein müsse. Für den Tag des weißen Stockes 2001 wurde als Schwerpunktthema beschlossen: "Immer eine Stocklänge voraus".
Bei der Augenärztlichen Akademie Deutschland in Düsseldorf gestaltete der DBSV gemeinsam mit den Berufsförderungswerken einen Informationsstand. Außerdem traten Vorstandsmitglied Dr.
Alfred Preuße sowie Elke Schaafhausen in Workshops auf. Für die Beteiligung im Jahr 2001 beschloss der DBSV-Vorstand, einen gemeinsamen Stand der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe zu gestalten.
Bei der REHA-Care International 2000 war der DBSV nicht vertreten, da er sich für die Beibehaltung des Zweijahresrhythmus ausgesprochen hatte, während die Messe jetzt jährlich stattfindet. Bei der REHA-Care 2001 bietet der DBSV seinen Korrespondierenden Mitgliedern die Möglichkeit, sich an einem Gemeinschaftsstand zu beteiligen. Bewährt hat sich die Regelung, dass der DBSV bei regionalen Messen durch die Präsenz von Landesvereinen vertreten wird. Dies sollte weiter ausgebaut werden.
Das DBSV-Jahrbuch 2001 fand wiederum großen Anklang bei den Leserinnen und Lesern. Die Vielfalt der Beiträge macht diese Publikation zu einer geschätzten Informationsquelle. Die Auflage von 25.000 Exemplaren war Ende 2000 weitgehend verkauft. Dem Spenden-Mailing wurde es, wie auch schon im Vorjahr, nicht mehr beigelegt. Über erweiterte Verbreitungsmöglichkeiten des Jahrbuches sollte nachgedacht werden.
Die Fotoausstellung "Wer nicht sieht, wird nicht geseh´n!" war u. a. in Berlin, im Saarland und in Sachsen zu sehen.
Neben den Medien zu den oben genannten Aktionstagen und zahlreichen aktualisierten Broschüren und Aktionsmitteln erschien die neue Publikation "FIT im Beruf", die Arbeitgeber darüber informieren soll, wie Blinde und Sehbehinderte am PC arbeiten.
Stark zugenommen haben die Anfragen von Journalisten zum Thema Blindheit und Sehbehinderung. Die häufigsten Recherchen beziehen sich auf den Zugang von Menschen mit Sehproblemen zu den neuen Medien.
Mit der Erweiterung der DBSV-Homepage wurde ein wichtiger Beitrag dafür geleistet, dass Interessenten sehr schnell den Kontakt zum DBSV herstellen konnten. Bekanntheit und Image des DBSV haben durch den verbesserten Internet-Auftritt gewonnen. Die DBSV-Homepage sollte weiter qualifiziert werden. Sie muss noch stärker nutzerorientiert gestaltet werden.
Das pünktliche Erscheinen und die inhaltliche Vielfalt der "Gegenwart" sowie das Bemühen der Redaktion um Aktualität und Leserfreundlichkeit sorgten für ein waches Interesse für das Organ des DBSV. Seit Ausgabe 1/2000 wird die "Gegenwart" in Punktschrift in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) gedruckt. Der Grund für die Neuvergabe des Auftrages war die damit verbundene erhebliche Kostenreduzierung. Die Aufsprache der Kassetten-Version erfolgt seit Ausgabe 6/2000 ebenfalls in der DZB, was zu einer spürbaren Qualitätsverbesserung führte. Das neue Layout mit sehbehindertenfreundlicher Schrift in der Schwarzdruck-Ausgabe fand bei den Leserinnen und Lesern allgemein Zustimmung.
 

Audiodeskription

Hörfilme im Fernsehen: Eigenproduzierte Hörfilm-Tonspuren realisieren die Sender BR (12 Filme), arte (12 Filme), NDR (6 Filme). Der MDR lässt seine Audiodeskriptionsmanuskripte beim Projekt Hörfilm ausarbeiten (6 Filme), der SWR lässt die komplette Hörfilm-Produktion beim Projekt Hörfilm durchführen (8 Filme). Hinzu kommen Wiederholungen über den Programmaustausch. Im Oktober 2000 war die Satellitenausstrahlung des BR für drei Wochen gesperrt; Ursache waren Beschwerden sehender Fernsehteilnehmer. Heftige Proteste der Hörfilm-Nutzer führten zur Wiederherstellung der Satellitenausstrahlung.
Das Hörfilm-Angebot des ZDF wird vom Projekt Hörfilm realisiert. Ein Teil der Produktion wird bei 3-sat ausgestrahlt, wodurch sich eine größere Reichweite ergibt (empfangbar auch über Satellit) sowie Sendeplätze in der Hauptsendezeit (20.15 Uhr) zur Verfügung stehen. Im Jahr 2000 zeigte das ZDF 25 Folgen der Serie "Ein Fall für Zwei", hinzu kamen 14 lange Spielfilme (5 ausgestrahlt bei 3-sat, 9 im ZDF).
Insgesamt hat sich das Angebot an Filmen mit Audiodeskription im deutschen Fernsehen im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt: 144 Hörfilm-Sendetermine in 2000, 78 im Jahre 1999. Die Steigerung des Angebots ist im Wesentlichen auf die neuen Produktionsmethoden des DBSV sowie die Ausstrahlung von Wiederholungen zurückzuführen.
Das Projekt Hörfilm des DBSV hat im Jahr 2000 61 Hörfilme realisiert. Davon wurden 50 Audiodeskriptionen komplett produziert inklusive Umsetzung im Tonstudio, vier Filme wurden öffentlich aufgeführt und für sieben weitere wurden die Textfassungen erstellt. Bei den 61 Hörfilmen handelt es sich um 32 lange Spielfilme und 29 Serienfolgen bzw. Kurzfilme mit einer Laufzeit von 45-50 Min. Im Vorjahr belief sich die DBSV-Produktion auf 38 Hörfilme (19 lange Spielfilme und 19 Serienfolgen). Das Gesamtangebot der vom DBSV erstellten Audiodeskription belief sich im Jahr 2000 auf rund 73 Stunden (1999: 45 Stunden), das bedeutet einen Zuwachs von gut 60%.
Ausbildung der Filmbeschreiber: Das Wochenend-Seminar-Konzept ist ergänzt worden um praxisorientierte Ausbildungseinheiten. Dabei wurden die in den vorangegangenen Jahren gemachten Erfahrungen umgesetzt. Der Einsatz von Dreierteams ist weitgehend alternativ. Als unabdingbar hat sich die Mitarbeit von blinden und sehbehinderten Filmbeschreibern erwiesen. Durch diese Umstrukturierungen hat sich die Anzahl der erstellten Audiodeskriptionen bei steigender Qualität deutlich erhöhen lassen. Für Ausbildungsseminare werden die Räumlichkeiten der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin genutzt.
Filmbeschreiber haben seit Anfang des Jahres die Möglichkeit, ihre Zweitverwertungsrechte durch die VG Wort wahrnehmen zu lassen und auf diesem Wege Wiederholungshonorare einzutreiben.
Das Medium DVD stellt aktuelle Kino-Produktionen mit Hörfilm-Tonspuren bereit, außerdem auch Filmklassiker. Über die Kooperation mit "Kinowelt" sind derzeit fünf Titel im Handel, drei weitere (u.a. "Dancer in the Dark") sind bereits produziert und werden im Laufe des Jahres zunächst in öffentlichen Videotheken als Leih-DVDs erhältlich sein und dann in den regulären Handel kommen. Derzeit wird in Kooperation mit dem DBSV daran gearbeitet, das Medium DVD durch eine spezielle Sprachsteuerung des gesamten Menüs noch attraktiver für Blinde und Sehbehinderte zu machen. Alle erhältlichen deutschsprachigen Hörfilm-Fassungen auf DVD sind vom Projekt Hörfilm produziert worden.
Die Pläne zur Digitalisierung der Fernsehlandschaft konkretisieren sich. Der DBSV ist auf Kongressen zum Thema präsent ("Digitalisierung und Konvergenz", "Startszenario 2000") und bringt dort die Interessen Blinder und Sehbehinderter ein.
Im Dezember verabschiedete der Bundestag einen Antrag von SPD/Bündnis 90-Die Grünen zum Thema "Barrierefreier Zugang Blinder und Sehbehinderter, Gehörloser und Hörgeschädigter zum Fernsehen". Gefordert wurde eine Ausweitung des Angebotes von Filmen mit Audiodeskription. Die Einführung einer Quote wurde thematisiert für den Fall, dass die Programmanbieter nicht eigenverantwortlich für behindertengerecht aufbereitete Programmanteile Sorge tragen. Die Bundestagsdebatte wurde vom Sender Phönix live übertragen.
Öffentlichkeitsarbeit / Info-Service: Das bisherige Angebot wurde hier um ein Info-Service-Telefon mit leicht einprägsamer Anwahl ergänzt, das neben den aktuellen Hörfilm-Sendeterminen auch kommuniziert sowie Hinweise zum Empfang von Hörfilmen und das Angebot des Hörfilm-Versandes bereithält. Zum Standard gehört die Verbreitung der Sendetermine über diverse Verteiler in zwei verschiedenen Text-Fassungen sowie die Belieferung der Videotexte von ARD und ZDF. Das seit 4/98 erscheinende "Hörfilm-Forum" der "Gegenwart" ist in eine vierseitige Beilage überführt worden.
Um den Hörfilm-Nutzern auch aktuelle Hörfilm-Kaufmedien anbieten zu können, hat der DBSV einen Hörfilm-Versand etabliert. Dort werden Videoproduktionen des DBVSV vertrieben sowie die im regulären Handel erhältlichen Hörfilme auf DVD.
Im Bereich der externen Öffentlichkeitsarbeit sind besonders hervorzuheben die Aufführung der Hörfilm-Fassung der Dokumentation "Mit anderen Augen - Sabriye Tenberken" im Rahmen des DBSV-Expo-Kongresses in Hannover sowie die Hörfilm-Aufführung des DEFA-Märchen-Klassikers "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" beim Märchen-Film-Festival in Rheine.
Die Hörfilm-Aufführungen der Berlinale haben zu einer besonders vielfältigen Berichterstattung in Presse, Radio und TV geführt (Berlinale 2000: Wettbewerbsbeitrag "Die Stille nach dem Schuss" von Volker Schlöndorff und im Kinderfilmfest "Die Farbe des Paradieses". Diese Aufführungen wurden realisiert vom DBSV aus Mitteln vom Deutschen Kinderhilfswerk, DeutschlandRadio, Media-Markt und ZDF.
 

Zeitschriften des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes

Trotz gestiegener Herstellungskosten konnte der DBSV die Abonnementgebühren weiter stabil halten. Die Kassettenausgabe "Die Gegenwart" besteht seit März 1996 in der Regel aus drei Kassetten. Die Abonnentenzahlen haben insgesamt leicht steigende Tendenz.
Der DBSV gab 2000 folgende Zeitschriften heraus:

* Die Gegenwart, Organ des DBSV, Magazin für Blinde, Sehbehinderte und ihre Freunde; erscheint 11mal jährlich (Juli/August als Doppelnummer);
Jahresbezugspreis : 66 DM. Sonderregelung: Schwarzschrift-Ausgabe für Bezieher in den neuen Bundesländern und im Ostteil Berlins 55 DM.
Abonnenten unter 21 Jahren zahlen bei Vorlage des Schwerbehinderten- bzw. Personalausweises jeweils die Hälfte des Jahresbezugspreises.
Ab Jahrgang 1993 ist die "Gegenwart" beim Referat Öffentlichkeitsarbeit Berlin auch als Jahrgangsdiskette erhältlich; Preis: 10 DM.
Die "Gegenwart" wendet sich an alle Blinden und Sehbehinderten, aber auch an deren Freunde und Bekannten sowie an diejenigen, die sich beruflich oder ehrenamtlich mit den Problemen blinder oder sehbehinderter Menschen befassen. Die Themenpalette reicht von Rechtsinformationen über die Vorstellung von Hilfsmitteln, über Erfahrungs- und Erlebnisberichte aus Freizeit und Beruf bis hin zur Debatte über verschiedene Aufgaben in der Rehabilitation.,Wissenswertes aus der Tätigkeit des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes sowie seiner 20 Landesvereine. Sportmeldungen, Kurzinformationen, Historisches, Literatur und Kunst sowie Rätsel und Humor gehören ebenso zum Profil der "Gegenwart".

* RITA, Zeitschrift für die blinde Frau; erscheint zweimonatlich;
Punktschrift: 36,- DM
Kassette: 36,- DM

* Die Handarbeitsbeilage zu RITA erscheint viermal jährlich;
Punktschrift: 11,- DM

* Der Taubblinde erscheint zweimonatlich; Punktschrift und Schwarzschrift; Abgabe nur an taubblinde Mitglieder, kostenlos.

* Tagesnachrichtenblatt für Taubblinde erscheint an jedem Werktag; Punktschrift; Abgabe nur an taubblinde Mitglieder, kostenlos

* Wir Führhundhalter erscheint zweimonatlich
Kassette: 24,- DM

* Bürojournal erscheint zweimonatlich;
Kassette: 36,- DM

* Pulsschlag, Zeitschrift für Masseure und medizinische Bademeister sowie Physiotherapeuten; erscheint zweimonatlich;
Kassette: 24,- DM
 
 

Internationale Arbeit

International vertritt der DBSV das deutsche Blinden- und Sehbehindertenwesen in der Weltblindenunion (World Blind Union, WBU) und auf europäischer Ebene in der Europäischen Blindenunion (European Blind Union, EBU), die ein Regionalmitglied der WBU ist. Mitglieder dieser Organisationen sind die Länder. Vertreter des DBSV arbeiten in den Kommissionen und Arbeitsgruppen der EBU mit; Vorstandsmitglied Norbert Müller ist Generalsekretär der EBU.
Einen besonderen Schwerpunkt der internationalen Arbeit bildete im Jahre 2000 die Vorbereitung blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland auf den Euro. Der DBSV setzte seine Mitwirkung in der Euro-Arbeitsgruppe der EBU fort und nahm am EU-Programm "PRINCE" teil. Zweck dieses Programms ist es, Verbrauchergruppen mit erschwertem Zugang zu Informationen durch Entwicklung und Bereitstellung von Informations- und Trainingsmaßnahmen in geeigneter Weise auf die Währungsumstellung vorzubereiten, um zu verhindern, dass die Einführung der Euro-Münzen und -Scheine zu einem Faktor der sozialen Ausgrenzung wird. Der DBSV entwickelte ein Seminarkonzept, erstellte eine Seminarmappe mit Schulungsunterlagen in einem für Blinde und Sehbehinderte zugänglichen Format, die jeder Multiplikator zur Nachbereitung erhielt, und bildete in Zusammenarbeit mit seinen Landesvereinen und Korrespondierenden Mitgliedern 464 Euro-Trainer aus. Inhaltliche Schwerpunkte der primär an den praktischen Bedürfnissen blinder und sehbehinderter Verbraucher orientierten Schulung waren neben der Vermittlung grundlegender Fakten zum Euro (z. B. der Umrechnungskurs, Auswirkung auf Preise, Gehälter, Renten), Kenntnisse der Gestaltungsgeschichte des Euro und der hierbei beteiligten europäischen Gremien unter Einschluss der Rolle der EBU, das Kennenlernen der Euro-Münzen und -Scheine sowie Probleme der neuen Währungssprache. Zweck der Seminare war es ferner, die Euro-Trainer mit einem Informations- und Medienpaket vertraut zu machen, das die Euro-Arbeitsgruppe der EBU erstellt hatte und das für die Beratungstätigkeit zur Verfügung stehen wird. Dieses Material umfasst neben einer Broschüre mit dem Titel "Vision Euro", die eine Anleitung zum Unterscheiden der Münzen und Scheine enthält und als Punktschrift- und Großdruckausgabe sowie als Hörkassette erscheinen wird, sogenannte Übungskits (Münz- und Notenmuster), Reliefdarstellungen der Noten mit Informationskassette und eine Reihe Euro-Spiele zur Gewöhnung an die neuen auf Euro und Cent lautenden Preise.
Das DBSV-Seminarangebot stieß bei den DBSV-Landesvereinen, Korrespondierenden Mitgliedern und Medien auf ein lebhaftes Interesse.
Ein weiteres herausragendes Ereignis im Jahr 2000 war die Teilnahme an der V. Generalversammlung der WBU in Melbourne, die unter dem Rahmenthema "Verändern, was es heißt, blind zu sein" stand. An den Verhandlungen nahmen 256 Delegierte aus 108 Ländern teil. Der DBSV war vertreten durch seinen Präsidenten Jürgen Lubnau sowie wichtigste Aufgabe der regelmäßig im Abstand von vier Jahren zusammentretenden Generalversammlung ist die Festlegung der allgemeinen Richtlinien, die sich die Union zur Erreichung ihrer Ziele setzt, die Wahl des Präsidiums ("Table Officers") sowie die Entgegennahme der Arbeitsberichte des Präsidenten, Generalsekretärs, Schatzmeisters und der Komitees.
Bei den Wahlen zum Präsidium gab es folgende Ergebnisse:
Präsidentin: Kristina Nordström, Schweden
1. Vizepräsident: Arne Husveg, Norwegen
2. Vizepräsident: William Rowland, Südafrika
Schatzmeister: Geoffrey Gibbs, Neuseeland
Generalsekretär: Enrique Sanz, Spanien.
Der von den Delegierten verabschiedete WBU-Aktionsplan 2000 - 2004 gliedert sich in drei Schwerpunktbereiche: 1.) Stärkung der Zusammenarbeit mit der UNO und deren Sonderagenturen sowie Bekanntmachung der WBU auf breitester Basis. 2.) Förderung der Bildung und Aufbau der Kapazitäten der Mitgliedsorganisationen unter Einschluss von Schulungsmaßnahmen für blinde und sehbehinderte durch die Vorstandsmitglieder Helga Neumann und Norbert Müller. Die weibliche Führungskräfte. 3.) Verbesserung der internen Organisationsstrukturen der WBU und Unterstützung von Entwicklungsländern.
Zur Erreichung dieser Ziele sieht der Aktionsplan eine Neuordnung der Komitees und Arbeitsgruppen vor. Künftig wird es fünf Komitees (Frauen, ältere Menschen, Jugend, Kinder und eingeborene Bevölkerungsgruppen) und drei Arbeitsgruppen geben (Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen, Erziehung/Empowerment/ Strukturen/Grundsatzfragen und Organisation/Strategie).
Darüber hinaus werden je nach Erfordernis sogenannte Ad-hoc-Gruppen gebildet, die sich mit speziellen Fragen wie z.B. Diskriminierung, Technologie und Sport befassen.
Der WBU-Generalversammlung war auch im Jahre 2000 ein Frauenforum vorgeschaltet, an dem Vertreterinnen aus 96 Ländern teilnahmen. In Diskussionen berieten die Delegierten Probleme der Gleichstellung der Geschlechter in den Gremien der WBU und der Gesellschaft. In zwölf Resolutionen wurden Eckpunkte einer künftigen Gleichstellungsstrategie festgelegt.
Eine immer wichtigere Aufgabe der internationalen Arbeit bildet die Einflussnahme auf die EU-Gesetze. Der DBSV unterstützte im Jahre 2000 die Lobbyarbeit der EBU insbesondere in Bezug auf den Richtlinienentwurf zum Urheberrecht und verwandten Schutzrechten in der Informationsgesellschaft. Blinde und Sehbehinderte haben heute Zugriff zum Informationsangebot des Internets, indem sie sich bestimmter Software bedienen. Die Rechtsinhaber gesetzlich geschützter, ins Internet gestellter Werke bedienen sich jedoch häufig technischer Schutzmaßnahmen (Kopiesperren), die die Anwendung der Bildschirm- Lesetechnologie erschweren bzw. die Konvertierung in ein für Blinde und Sehbehinderte lesbares Format verhindern. Der DBSV unterstützte hier nachhaltig die Forderung der EBU, dass die Richtlinie bestimmten Nutzergruppen wie z. B. Blinden und Sehbehinderten ein Ausnahmerecht einräumen muss, das den ungehinderten Zugang zu den Informationen ermöglicht.
Mit einer Eingabe beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Wohnungswesen unterstützte der DBSV ferner die Forderung der EBU, dass die Belange blinder und sehbehinderter Menschen in dem EU-Richtlinienentwurf über besondere Vorschriften für Kraftomnibusse aufgenommen werden und weitergehende nationale Vorschriften möglich bleiben sollten.
Der Austausch von Erfahrungen und Informationen zwischen den Spitzenverbänden der Blinden und Sehbehinderten in aller Welt gehört mit zu den wichtigen Aufgaben des DBSV. Der wechselseitigen Konsultation und Erörterung gemeinsamer Probleme dient das alljährlich stattfindende Vierländertreffen der Spitzenverbände der Blinden und Sehbehinderten Deutschlands, Luxemburgs, Österreichs und der Schweiz, zu dem im Jahre 2000 der DBSV nach Marburg eingeladen hatte. Beraten wurden neuere sozialpolitische Entwicklungen, die Jugendarbeit, der Euro, die Vorbereitung der WBU-Generalversammlung und wichtige Forschungsvorhaben (Internet).
Der DBSV konnte darüber hinaus auch im Jahre 2000 eine Vielzahl von internationalen Anfragen beantworten.
Eine deutsche Ausgabe des "EBU-Newsletter" erschien auch im Jahr 2000. Der "EBU-Newsletter" ist die Verbandszeitschrift der Europäischen Blindenunion und informiert vierteljährlich über wichtige Ereignisse und Termine des europäischen Blindenwesens. Seit Juli 1999 kann die Vierteljahresschrift außerdem auf der Webseite der EBU (www.euroblind.org) abgerufen werden. Die deutsche Ausgabe erhalten die DBSV-Vorstandsmitglieder und Landesvereine sowie die deutschsprachigen EBU-Mitglieder Österreich, Luxemburg und die Schweiz.
Die Arbeit des EBU-Büros in Paris und dessen Brüsseler Kontaktstelle förderte der DBSV im Jahre 2000 erneut mit 30.000 DM.
Im Jahre 2000 wurden auf internationaler Ebene die folgenden wichtigen Termine wahrgenommen:
- Arbeitsgruppe der EBU-Kommission für mehrfachbehinderte Blinde am 21. Januar in Bonn (Schlegel)
- Gespräch mit der australischen Blindenorganisation "Vision Australian Foundation" am 21. März in Bonn (Altmaier, Kaltwasser)
- Gespräch mit dem Exil-Präsidenten des Verbandes blinder Albaner im Kosovo, Berisha, am 23. März in Bonn (Kappallo, Kaltwasser)
- EDbN-Mitgliederversammlung mit Seminar, 17. bis 19. Mai in Ancona (Hepp)
- EBU-Vorstandssitzung, 20. und 21. Mai in London (Müller)
- Gespräch mit der belgischen Blindenorganisation "Licht en Liefde" am 23. Mai in Bonn (Später, Kaltwasser)
- Vierländertreffen, 2. bis 6. Juni in Marburg (Lubnau, Kappallo, Später)
- EBU-Kommission Mobilität und Führhunde, 10. bis 11. Juni in Liège (Roth)
- EBU-Kommission für Rehabilitation am 14. Juni in Helsinki (Cory)
- Gespräch mit Blindeninstitutsstiftung Ungarn am 28. Juni in Bonn (Altmaier, Kaltwasser)
- Informationsbesuch bei der Italienischen Blindenunion (UIC), 29. Juni bis 2. Juli in Rom (Lubnau, Reymann, Kaltwasser)
- EBU-Sehbehindertenkommission, 7. bis 9. Juli in Antwerpen (Reymann)
- EBU-Bildungskonferenz, 18. bis 20. Juli in Padua (Müller)
- DBSV-Seminare für Euro-Multiplikatoren, 28. August bis 15. Dezember (Kaltwasser)
- - EU-Podiumsdiskussion SIREN, 8. September in Marburg (Kaltwasser)
- EBU-Präsidium, 15. bis 17. September in Rom (Müller)
- Fachgespräch der EU-Kommission zum Euro am 18. September in Berlin (Kaltwasser)
- EBU-Kommission für mehrfachbehinderte Blinde und Sehbehinderte, 2. bis 5. November (Dr. Neugebauer)
- 2. WBU-Frauenforum, 16. bis 18. November in Melbourne (Neumann, Kaltwasser)
- 5. Generalversammlung der WBU, 20. bis 24. November in Melbourne (Lubnau, Müller, Neumann, Kaltwasser)
- EBU-Kommission für Mobilität und Führhunde, 1. bis 3. Dezember in Angers (Roth)
- EU-Verbindungskommission der EBU, 9. bis 10. Dezember in Osterode (Angermann)
 

Förderung der Entwicklungshilfe

Durch seine Mitgliedschaft in der Weltblindenunion (WBU) und in der Europäischen Blindenunion
(EBU) ist der DBSV in die Solidargemeinschaft des internationalen Blindenwesens eingebunden.
Er beteiligte sich daher erneut an den Bemühungen, die Lebensbedingungen für Blinde und Sehbehinderte in den Ländern der Dritten Welt und Osteuropas nachhaltig zu verbessern. Hierzu ist anzumerken, dass es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gegenwärtig weltweit ca. 45 Mio blinde und 200 Mio sehbehinderte Menschen gibt, von denen etwa 80 Prozent in den Entwicklungsländern leben.
Im Jahre 2000 förderte der DBSV Maßnahmen der Entwicklungshilfe mit einem Gesamtvolumen von über 52.000 DM. Dies entspricht einer Steigerung von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
- Anschaffung und Transport eines Kleinbusses für die moldawische
Blindenorganisation Salus Oculi im Wert von annähernd 12.000 DM
- Bereitstellung von 20 Punktschrift-Bogenmaschinen im Wert von über 11.400 DM
für Blinde und Sehbehinderte in verschiedenen Entwicklungsländern
- Zuschuss für die Teilnahme osteuropäischer Delegierter an den Verhandlungen
der WBU-Generalversammlung in Höhe von über 11.000 DM
- Zuschuss zur Mitfinanzierung der Blindenschule in Lhasa (Tibet) in Höhe von
10.000 DM
- Unterstützung Blinder und Sehbehinderter in den Philippinen durch Bereitstellung
von Punktschrift-Bogenmaschinen im Wert von über 5.000 DM
- Spende an die EBU in Höhe von 2.000 DM für blinde Serben im Kosovo
- Anschaffung einer Punktschrift-Bogenmaschine im Werte von 800 DM für die
Ausbildung einer blinden Schülerin des Blindenverbandes Bosnien-Herzegowina
Durch die Mitarbeit von Gerda Kloske im Vorstand des Komitees in der Bundesrepublik Deutschland zur Verhütung von Blindheit ist der Verband an dessen Entwicklungsprojekten wie der Weiterentwicklung der augenärztlichen, vor allem apparativen Versorgung der Bevölkerung in Entwicklungsländern beteiligt.
 

Dank für gute Zusammenarbeit

Am Schluss dieses Berichtes sagen wir allen herzlich Dank, die an der Erfüllung unserer Aufgaben mitgewirkt haben. Dies sind einerseits die Freunde und Förderer, die uns im vergangenen Jahr ideell durch Öffentlichkeitsarbeit oder Know-how und materiell durch Spenden und Erbschaften unterstützt haben, andererseits die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, seiner Landesvereine und ihrer Untergliederungen. Als Selbsthilfeverband ist die ehrenamtliche Tätigkeit eine tragende Säule unserer Verbandsarbeit im Dienste blinder und sehbehinderter Menschen. Die Bedeutung des Ehrenamts ist jedoch nicht nur für den DBSV, sondern für die gesamte Gesellschaft immens, weshalb 2001 als "Internationales Jahr der Freiwilligen" das Jahr des Ehrenamts geworden ist. Für den DBSV ist indessen seit seiner Gründung jedes Jahr ein Jahr des Ehrenamts.
Der kurzgehaltenen Dank am Ende dieses Tätigkeitsberichts steht in keinem Verhältnis zu der Bedeutung und dem Anteil an der zumindest ansatzweise skizzierten Verbandsarbeit. Ohne Freunde, Förderer, Helfer und Mitarbeiter auf allen Ebenen könnte unsere Selbsthilfeorganisation nicht existieren, weshalb die Kürze des Dankwortes nicht über seine Tragweite hinwegtäuschen sollte. Der DBSV bedankt sich aber auch bei den Vertretern anderer Verbände und Institutionen, von Behörden und Ministerien für die vertrauensvolle und konstruktive Mitwirkung in vielen Sachfragen und für das Verständnis, das sie den berechtigten Interessen blinder und sehbehinderter Menschen entgegengebracht haben.
 

Hinweis zum Schluss

Dieser Tätigkeitsbericht kann nur einen kleinen Einblick in die vielfältige Arbeit des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes geben. All denjenigen, die sich regelmäßig und detailliert über unsere Tätigkeit informieren möchten, empfehlen wir die Lektüre unserer Verbandszeitschrift "Die Gegenwart".

Genehmigt vom DBSV-Verwaltungsrat
 
 12. Mai 2001  

Inhaltsverzeichnis (ohne Frames)