Editorial:
Urlaubszeit - eine Chance für die Sinne
Unser Standpunkt:
Halbzeit zwischen zwei Verbandstagen
Leserpost
Kontrovers:
Nachbarschaftshilfe nein danke
Hörtipp:
Vogel- und Tierstimmen auf CD/MC
Einrichtungen:
Sehbehindertengerecht, barrierefrei und sicher
Elternbriefkasten:
Spielzimmer mit Sehtest
Mobilität:
"Stufenpläne" im Treppenhaus
Im Beruf:
Gute Aufstiegschancen
Porträt:
Erblindeter Pädagoge schult in EDV
Wissenschaft:
Lernfähige Sinne
Berliner Bezirke:
Streifzug durch Charlottenburg-Wilmersdorf
Aus den Ländern
Persönliches
Unterwegs:
Schmunzelecke
Rätsel
Serie:
Blinde Musikerpersönlichkeiten - Helmut Walcha
Anzeigen:
Hörfilm-Forum:
Inhaltsangaben zu den oben aufgeführten Hörfilmen finden Sie
im Internet unter www.hoerfilm.de sowie
mit einem Vorlauf von etwa 1 Woche auf unserem Service-Telefon 030-21 99
77 11.
Gerne nehmen wir Sie in unseren e-mail-Verteiler auf, der sie monatlich
über alle Hörfilm-Termine und neu erscheinenden Kaufmedien informiert.
Deutsche Hörfilm gGmbH (DHG)
Tel. 030/23 55 73 40
Fax 030/23 55 73 433
e-mail: info@hoerfilm.de
Internet: www.hoerfilm.de
Zu unserem Titelbild:
Kinder malen barrierefrei - "Wie würdest du die Welt für
Menschen mit Behinderungen verändern?"
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
hat der Tag für Sie heute gut begonnen? Oder hat Sie die übliche Alltagshektik oder der "Gewohnheitstrott" gar nicht spüren lassen, dass wieder Stunden vor Ihnen liegen, mit denen man etwas Schönes anfangen kann?
Mir ging heute fast alles daneben: Wecker nicht gehört, Kaffee verschüttet, Schnürsenkel abgerissen, Lärm auf der Straße, Bahn weg, Baugerüst hartnäckig stehen bleibend, Computer mit Macke, sämtliche Anrufe auf meinen Apparat, Kantine mit Phantasiegerichten, Rückenschmerzen. Wie schnell lassen wir uns doch von einer kleinen Summe negativer Eindrücke beeinflussen; und wieder ist ein Tag vergangen ... Manchmal sogar ein Urlaubstag.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie jeden Ihrer Urlaubstage für sich und mit anderen so genießen und gestalten können, wie Sie es sich vorgestellt haben. Geben Sie doch Ihren Sinnen dabei eine größere Chance als im Alltagstrott. Wann haben Sie zuletzt auf einer Sommerwiese gelegen und dem Treiben rund um Sie herum zugehört? Belauschen Sie den Wind, wenn er die Grashalme nach seinem Willen verbiegt. Streicheln Sie die Erde, die nach Frische duftet. Verspeisen Sie Ihr Butterbrot an chemiearmer Luft. Nehmen Sie ein Fernglas und eine Lupe mit, wenn Ihnen diese Hilfsmittel noch nützlich sein können, und holen Sie alles dicht zu sich heran, was Sie interessiert. Das muss nicht nur auf großen Urlaubsreisen geschehen, sondern kann auch ganz in Ihrer Nähe passieren. Überreden Sie Ihre Kinder oder Enkelkinder dazu, sich mit Ihnen gemeinsam solche Momente der Ruhe zu verschaffen. Aber was erzähle ich Ihnen, das machen Sie ja sowieso. Nur ich fühlte mich heute so, als ob ich all das unbedingt brauchte, und zwar nicht nur im Urlaub.
Ihr Dr. Thomas Nicolai
Der alle vier Jahre stattfindende DBSV-Verbandstag ist das höchste
Organ unserer Organisation. Neben den Aufgaben, die Satzung zu ändern
und das Präsidium zu wählen, bestimmt der Verbandstag die Grundzüge
der Verbandspolitik, die vom Präsidium und vom Verwaltungsrat umgesetzt
werden.
Die Ergebnisse der vier Arbeitsgruppen des Verbandstags 2002 und die beschlossenen
Resolutionen werden kontinuierlich in konkretes Handeln umgesetzt. Liebe
Leserinnen und Leser, lassen Sie mich einige Beispiele nennen:
Qualifizierungsangebot für ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter in
den Verbänden (beginnend wahrscheinlich in der zweiten Hälfte
dieses Jahres).
Entwicklung eines umfassenden Leitfadens mit detaillierten Hinweisen zur
Mitgliedergewinnung und -aktivierung, der nun in den Landesverbänden
diskutiert werden soll.
Formulierung eines Konzepts für die Arbeit des DBSV in der europäischen
Union. Ein erstes praktisches Ergebnis dieser Arbeit sind die sieben Fragen
des DBSV an die deutschen Kandidatinnen und Kandidaten zur Europawahl.
Installierung eines neuen gemeinsamen Fachausschusses für Bildung und
Erziehung. Mit diesem Gremium wird unser Anspruch untermauert, dass Bildung
nicht ohne uns stattfinden darf.
Das Bundesgleichstellungsgesetz eröffnet die Möglichkeit Zielvereinbarungen
zu schließen, um die barrierefreie Teilhabe behinderter Menschen in
diversen Lebensbereichen durchzusetzen. Es gibt interessante Ansätze,
die wir auch mit verbandlichen Partnern diskutieren werden.
Die Arbeitsgruppe II hatte sich mit Chancen der Rehabilitation nach Verabschiedung
des SGB IX beschäftigt. Die mit diesem Gesetz verbundenen Hoffnungen
haben sich nicht erfüllt. In intensiven Gesprächen mit der Politik
und der Verwaltung wird eine praktikable Lösung für blinde und
sehbehinderte Menschen angestrebt.
In vielen Bundesländern wird von der Politik die Notwendigkeit und
natürlich die Höhe des Blindengeldes in Frage gestellt. Um unsere
Positionen künftig offensiver vertreten zu können, hatte der DBSV
für Ende Januar zu einer Blindengeldtagung eingeladen. Die Beratungen
im Plenum und in den Arbeitsgruppen haben im Ergebnis zu einem Eckpunktepapier
geführt, das uns ermöglicht, zu agieren statt wie bisher auf Angriffe
zu reagieren. Auch zu diesem Thema werden wir die Unterstützung von
Partnern einwerben.
Im vergangenen Jahr hat der Gesetzgeber eine Flut von Gesetzesvorhaben
auf den Weg gebracht. Eine Vielzahl von Stellungnahmen, Teilnahme an Anhörungen
und weitere Gespräche haben uns gefordert. Hervorzuheben ist, dass
ohne den gemeinsamen Arbeitskreis Recht - DBSV und DVBS sind hier vertreten
- die ungeheure Arbeit nicht hätte bewältigt werden können.
Nicht unerwähnt bleiben darf in einem Rückblick, dass der DBSV
im Jahre 2003 seine Geschäftsstelle von Bonn nach Berlin verlegt hat.
Verbunden mit der Verlegung war eine grundlegende personelle Neugestaltung
einschließlich der Geschäftsführung. Die vermutlich letzten
umzugsbedingten Arbeiten werden in den nächsten Wochen erledigt.
Die Zwischenbilanz zeigt, dass wir vorangekommen sind, aber noch nicht alles umgesetzt haben, was der Verbandstag 2002 angestoßen hat. Für die zweite Halbzeit bleibt noch genug zu tun!
Traditionsgemäß trafen sich im Mai die Repräsentanten der nationalen Blinden- und Sehbehindertenorganisationen aus Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz zu ihrem jährlichen Erfahrungsaustausch; diesmal in Winterthur (Schweiz). Den DBSV vertraten Jürgen Lubnau (Präsident) und Vizepräsidentin Renate Reymann.
Zu den Ergebnissen der Gespräche gehören Überlegungen,
Das Vier-Länder-Treffen 2005 wird Anfang Mai in Berlin stattfinden.
Der DBSV gab erstmals die Wahlhilfebroschüre "Wie man wählt: Europawahl", ein Kooperationsprojekt der Jugend im Sozialverband Deutschland "INTEG" und verschiedener Behinderten- und Sozialverbände, in Blindenschrift heraus. Sie wurde in insgesamt 1.700 Exemplaren an die DBSV-Landesvereine und etwa 70 Blindenwerkstätten versandt. Die Blindenschriftübertragung wurde während der Freizeit "Der heiße Draht" für junge Leute des DBSV im Mai in Berlin gemacht. Teilnehmer der Freizeit konnten sich so in den Techniken heutiger Punktschriftproduktion kundig machen.
Die Broschüre richtete sich an geistig und lernbehinderte Menschen. Sie gibt in leicht verständlicher Sprache die einzelnen Schritte der Wahl wieder.
Erstmals konnten sich nun auch geistig behinderte Menschen, die zusätzlich blind oder stark sehbehindert sind, über den Ablauf der Wahl informieren.
Neben der Broschüre gab der DBSV bundesweit Wahlschablonen heraus, die blinden und sehbehinderten Menschen helfen, selbständig und unabhängig von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.
INTEG bringt zu allen Landtags-, Bundestags- und Europawahlen entsprechende Broschüren heraus. Der DBSV plant zu allen bundesweiten Wahlen eine Punktschriftübertragung zu besorgen. Die Landesvereine sind aufgerufen dies für die Landtagswahlen zu tun.
Am 27.5. fand in den neuen Räumlichkeiten der DBSV-Geschäftsstelle in Berlin eine Sitzung des Koordinationsausschusses "Woche des Sehens" statt.
Auf der Tagesordnung standen - neben der Beantragung von Fördermitteln und Veranstaltungsgenehmigungen, die thematische Ausgestaltung der Aktionswoche, deren Ziel ist, das Bewusstsein für die Belange blinder und sehbehinderter Menschen sowohl in der Öffentlichkeit als auch im politischen Raum zu schärfen. Die Aktionspartner des DBSV dabei sind: Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS), Zentralverband der Augenoptiker (ZVA), Berufsverband der Augenärzte (BVA), Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Komitee zur Verhütung von Blindheit (Komitee), Hilfswerk der Deutschen Lions (HDL), Christoffel-Blindenmission (CBM) und Pro Retina (PRD). Die "Woche des Sehens" findet vom 9. bis 15.10. statt. Die diesjährige Schwerpunktregion ist Südwestdeutschland, wo die Tournee von Stuttgart (11.10.) über Ulm (12.10.), Mannheim-Ludwigshafen (13.10.), Saarbrücken (14.10.) nach Mainz (15.10.) führt. Über die Tournee hinaus, auf der sich mit Informationen und Aktionen die Partner der Aktionswoche präsentieren, sind Veranstaltungen im ganzen Land geplant.
Weitere Informationen und Aufrufe folgen demnächst bzw. sind Abrufbar unter: www.woche-des-sehens.de
Roland Zimmermann
Projektkoordinator "Woche des Sehens"
DBSV-Geschäftsstelle
Tel.: (0 30) 28 53 87-28
Fax.: (0 30) 28 53 87-20
E-Mail: r.zimmermann@dbsv.org
Am 26.5. erklärte der DBSV seinen Beitritt zu der am 6. Mai 2004 durch den Sozialverband VdK Deutschland e.V. angekündigten Aufnahme von Zielvereinbarungsverhandlungen über "Standardisierte Erfassung, Bewertung und Darstellung barrierefreier Angebote in Hotellerie und Gastronomie".
Die Vereinbarungen werden mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband e.V. und dem Hotelverband Deutschland (IHA) e.V. geführt werden.
Der DBSV will die berechtigten Interessen von blinden und sehbehinderten Menschen in die Verhandlungen einbringen, damit auch dieser Personenkreis barrierefrei die Angebote in Hotellerie und Gastronomie wahrnehmen kann.
Dieser Ratgeber für Menschen, die mit dem Verlust oder einer starken Einschränkung ihres Sehvermögens fertig werden müssen, ist jetzt in überarbeiteter Fassung neu erschienen. Die 72-seitige Broschüre im A5-Format will Betroffenen und ihren Angehörigen Mut machen. Das geschieht insbesondere durch praktische Tipps und Erfahrungsberichte zur Gestaltung des alltäglichen Lebens, zusammengestellt von Selbst-Betroffenen sowie von sehenden Rehabilitationsfachleuten. Die neue Ausgabe trägt - stärker als ihre Vorgängerinnen - den Belangen sehbehinderter Menschen Rechnung. Ein informatives Wissensmosaik von A bis Z sowie Ratschläge für blinde und sehbehinderte sowie für sehende Menschen ergänzen die Fachbeiträge. Das Heft ist durch zahlreiche Farbfotos ansprechend illustriert. Das umfangreiche Anschriftenverzeichnis kann Ratsuchenden in vielerlei Hinsicht weiter helfen.
Die inhaltliche Überarbeitung des Standardwerkes erfolgte auf Initiative des DBSV-Arbeitskreises "Rehabilitation zur Bewältigung des Alltags und Senioren".
Die Broschüre ist beim zuständigen Landes- oder Ortsverein bzw.
in einer Mindestbestellmenge von 50 Exemplaren bei der
DBSV-Geschäftsstelle
Frau Goetze
Tel.: (0 30) 28 53 87-11
E-Mail: publik@dbsv.org
erhältlich.
Deutsche EU-Parlamentarier wollen mit dem DBSV im Gespräch bleiben. Das ist vielleicht das wichtigste Ergebnis der Parteienbefragung zur Europawahl, die der DBSV in den vergangenen Wochen durchführte. Mit sieben Fragen hatte er sich an die Wahlkämpfer gewandt, um herauszufinden, wie sie die Zukunft behinderter Menschen in Europa gestalten wollen. Der DBSV wird den begonnenen Austausch mit den nun gewählten Parlamentariern fortsetzen, um darauf hinzuwirken, dass die Bedürfnisse von siebeneinhalb Millionen blinden und sehbehinderten Europäern Einfluss auf das Handeln unserer Volksvertreter bekommen. Es darf nicht wieder vorkommen, dass Behindertenpolitik in den Wahlprogrammen der Parteien praktisch nicht vorkommt. Die sieben Fragen des DBSV zur Zukunft behinderter Menschen in Europa und die darauf gegebenen Antworten finden Sie unter www.dbsv.org/europawahl/
Im Zusammenhang mit der Insolvenz der Stuttgarter Blindenbücherei wurde die DZB gebeten, den Punktschriftbestand (ca. 8000 Titel mit 17.000 Bänden) zu übernehmen und den Nutzern in Leipzig eine neue Leseheimat anzubieten. Die DZB bedauert die Schließung der Bücherei und damit einen weiteren Verlust an Vielfalt in der Bibliothekslandschaft für Blinde. Die Leser aus Stuttgart werden, wenn sie es wünschen, so schnell und unkompliziert wie möglich in das Leipziger Ausleihverfahren integriert. Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist es notwendig, jeden Leser in den nächsten Wochen einzeln anzuschreiben. Sie können sich auch selbst unter der Tel.: (03 41) 71 13-1 14 melden. Die Bestände aus Stuttgart werden nach und nach eingearbeitet.
Fünfzig prominente Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Medien beziehen im Internet Stellung zu Fragen aus dem 1000Fragen-Projekt zur Bioethik. Gleichzeitig ruft die Aktion Mensch über Plakate, Anzeigen und Kinospots die Bevölkerung auf, sich unter www.1000fragen.de an der Debatte zu beteiligen.
8.7. von 10 bis 17 Uhr auf der Hausausstellung der Firma Papenmeier zusammen mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein Bielefeld.
Veranstaltungsort:
Mövenpick Hotel Bielefeld
Am Bahnhof 3
33602 Bielefeld
21.8. von 11 bis 16.30 Uhr beim Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen
e.V., Regionalverein Braunschweig (Veranstalter).
Veranstaltungsort:
Hotel Restaurant Hoffmannshaus
Hoffmannsaal
Westerstr. 4
Wolfsburg-Fallersleben
Ausgestellt wird ein Querschnitt aus dem Hilfsmittelsortiment.
Der Blindenverein der Pfalz e.V. führt am 10.7. von 10 bis 16 Uhr im
Kolpinghaus "Neue Eintracht"
Kaiserslautern
Adolph-Kolping-Platz 9-11
seine Hilfsmittelausstellung durch. Die Aussteller präsentieren technische
und lebenspraktische Hilfsmittel sowie vergrößernde Sehhilfen.
Nähere Informationen unter Tel.: (06 31) 9 22 94.
Am 23.10. führt die Bezirksgruppe Schaumburg des BSVH in Bad Eilsen, im "Haus des Gastes", von 10 bis 18 Uhr eine Informations- und Verkaufsausstellung von Blinden- und Sehbehindertenhilfsmitteln durch.
Die DBSV-Freizeit für taubblinde Menschen im Aura-Hotel Saulgrub vom 25.9. bis 9.10. ist im Preis günstiger geworden. Es sind noch einige freie Plätze.
Nähere Informationen und Anmeldung beim
DBSV-Sozialreferat
Reiner Delgado
Rungestr. 19
10179 Berlin
Tel.: (0 30) 28 53 87-24
Fax: (0 30) 28 53 87-20
E-Mail: r.delgado@dbsv.org
Mit Bill Ramsey tritt einer der ganz großen Jazzer am 22.7. in Bad Liebenzell auf. Das RKH bietet ein abgerundetes Pauschalwochenende für diese Veranstaltung an. Vom 8. bis 15.8. kann man eine Woche lang "Den Schwarzwald hautnah erleben". Bei dieser Erlebniswoche bringt Sie eine Volkskundlerin unter Land und Leute und zu typischen Ausflugszielen in den südlichen Schwarzwald. Vom 29.8. bis 4.9. findet wieder ein Tanzkurs statt. Für Fortgeschrittene wird der Schwerpunkt auf lateinamerikanischen Tänzen sein und für Anfänger auf den Standardtänzen.
Anmeldungen direkt im
RKH
Tel.: (0 70 52) 9 20 40
oder unter E-Mail: info@rudolf-kraemer-haus.de
26. bis 29.11. "Schlafstörungen - was nun?" Referenten sind Fachärzte aus verschiedenartigen Schlaflaboren und ein blinder Psychologe.
14. bis 19.11. "Autogenes Training" für Anfänger. Richtig erlernt und angewandt, findet man innere Ruhe und seelische Stabilität.
Weitere Informationen und Anmeldungen:
AURA-Hotel "Ostseeperlen"
Boltenhagen
Tel.: (03 88 25) 37 00
E-Mail: ostseeperlen@t-online.de
Internet: www.ostseeperlen.de
16. bis 23.10. Zeit für's Moor,
23. bis 26.10. Selbstverteidigung für Frauen nach Wing Tsung,
30.10. bis 2.11. Sehbehindertenseminar,
30.10. bis 6.11. Handwerken rund ums Haus.
Neu: Die Kassette "Urlaub für die Sinne", die Informationen über das Haus und die nähere Umgebung gibt, ist kostenlos erhältlich.
AURA-Hotel Saulgrub
Kur- und Begegnungszentrum Saulgrub
Alte Römerstr. 41-43
82442 Saulgrub/Oberbayern
Tel:. (0 88 45) 99-0
E-Mail: saulgrub@bbsb.org
Internet: www.bbsb.org
Das Schauspiel "Das Käthchen von Heilbronn" von Heinrich von Kleist wird am 9.10.- wie berichtet - in Kiel mit Audiodeskription aufgeführt.
Neben dem Theaterbesuch werden touristische Angebote empfohlen: Tierpark Gettorf (ca. 12 km von Kiel). Dort wird bereits der "guideport" von Sennheiser, der auch im Kieler Schauspielhaus als Übertragungstechnik genutzt wird, erfolgreich eingesetzt.
Im Affenhaus ist die Beschriftung bereits vollständig mit Groß- und Punktschrifttafeln erfolgt. Tierpark Gettorf Tel.: (04 31) 70 73.
Das Freilichtmuseum Molfsee (ca. 17 km von Kiel) könnte ebenfalls ein lohnendes Ausflugsziel sein. Auf 6 ha sind 60 Gebäude aus dem bäuerlichen Leben der vergangenen Jahrhunderte originalgetreu wieder aufgebaut worden. Viele Gegenstände dürfen berührt werden.
Erfahrungen mit Gruppen blinder und sehbehinderter Besucher hat Karla von Studnitz; Tel.: (04 31) 65 16 84.
Kieler Fremdenführer sollen bis zum Oktober sensibilisiert werden, um bei Stadtführungen auf Bedürfnisse von blinden und sehbehinderten Gästen gezielter einzugehen.
Touristinformation Kiel: (0 18 05) 65 67 00.
Theaterkartenwünsche und Nachfragen richten Sie bitte an:
Hela Michalski
Tel./Fax: (0 48 81) 71 72
E-Mail: hw.michalski@t-online.de
Vorbestellung bis zum 10. August erforderlich.
Im Herbst 2003 hat der KVR Ruhr Grün eine Info-Reliefkarte für blinde und sehbehinderte Menschen der Öffentlichkeit übergeben. Auf der Tafel ist das Naturschutzgroßprojekt Bislicher Insel in Xanten mit seinen unterschiedlichsten Biotopen, wie z.B. verschiedene Wasserflächen, Obstwiesen, Wiesen und Weiden sowie Bereichen mit Auwaldentwicklung, dargestellt. Weiterhin sind Möglichkeiten zur Erschließung des Gebietes einschließlich des NaturForum Standortes abgebildet. Alle Informationen auf der Tafel sind in Braille-Schrift eingearbeitet. Eine 38-seitige, kostenlose Broschüre in Braille-Schrift dokumentiert die Geschichte der Obstwiesen am Niederrhein, den ökologischen Nutzen der Obstwiesen sowie ihren Schutz und Erhalt.
Nähere Informationen und Bestellung beim
KVR Ruhr Grün
Kronprinzenstr. 35
45128 Essen
Tel.: (02 01) 20 69-733
Führungen Tel.: (02 01) 20 69 724
E-Mail: piasecki@kvr.de
REHADAT, das Informationssystem zur beruflichen Rehabilitation, veröffentlicht im Internet unter www.rehadat.de ganz aktuell die Änderungen, die sich aufgrund des neuen Gesetzes zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen ergeben haben. Im Bereich Recht findet der Nutzer beispielsweise die veränderten Paragrafen des SGB IX, der Werkstätten- und der Ausgleichsabgabeverordnung. Weitere Neuigkeiten bei REHADAT sind die komplett erneuerten Informationen der Werkstätten für behinderte Menschen und der Einrichtungen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung.
Interessenten können die aktuelle REHADAT-CD-ROM unter der
Tel.: (02 21) 49 81-844 oder bei
gall@iwkoeln.de
bestellen.
WEB.DE ist offizieller Partner des Nationalen Paralympischen Komitees.
Das Karlsruher Internetportal WEB.DE (http://web.de) ist neuer offizieller Partner des Deutschen Behindertensportverbands (http://www.dbs-npc.de) im Team Deutscher Behindertensport (DBS) und des Nationalen Paralympischen Komitees für Deutschland.
Mit der Förderung und Unterstützung des Behindertensports und des sportlichen Miteinanders von behinderten und nicht behinderten Menschen in Deutschland verstärkt WEB.DE sein Engagement im Charity-Bereich und zeigt gemeinsam mit dem DBS neue Wege in der Kommunikation wichtiger gesellschaftlicher und sozialer Belange über das Internet auf.
Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben Deutschland, ISL, hat im Rahmen der Interessenvertretung behinderter und/oder chronisch kranker Menschen im gesundheitspolitischen Bereich auf ihren Internetseiten einen Link "Fallsammlung Gesundheitsreform" eingerichtet www.isl-ev.org/gmg-sammlung/
Hier können Betroffene ihre Erfahrungen und Probleme mit der Gesundheitsreform schildern. Von besonderem Interesse sind einzelne Härtefälle oder Auswirkungen von Entscheidungen bzw. Leistungskürzungen, die z.B. Ungleichbehandlungen einzelner Patientengruppen nach sich ziehen. Es geht aber auch um Probleme, die aus Unzulänglichkeiten und Barrieren aller Art im Gesundheitsbereich resultieren.
Die Einzelfälle sollen in gebündelter Form an entsprechende Stellen oder Ausschüsse weitergeleitet werden. Dazu ist eine konkrete Situationsbeschreibung mit dem Aufzeigen der Folgen für die betroffene Person hilfreich.
Anstelle einer E-Mail info@isl-ev.org können die Fallbeschreibungen auch als Brief oder als Fax eingesandt werden (0 36 41) 39 62 52.
Telefonische Mitteilungen können aus Kapazitätsgründen nicht entgegengenommen werden.
In Zusammenarbeit mit dem DVBS bietet der Reiseveranstalter Velociped jetzt auch Tandemtouren für blinde und sehbehinderte Radler an. Zum Auftakt wird Ende August 2004 eine siebentägige Lahn-Rhein-Fahrt von Marburg zur Lorelei stattfinden.
Information bei
Velociped
Alte Kasseler Str.43
35039 Marburg
Tel.: (0 64 21) 88 68 90
Fax: (0 64 21) 8 86 89-11
E-Mail: info@velociped.de
Internet: www.velociped.de
Mit wissenschaftlicher Begleitung durch die Fachhochschule Schmalkalden soll die Talsperrenregion am Rennsteig mit den Orten Oberhof, Luisenthal und Tambach-Dietharz barrierefrei gestaltet werden. Wandern für alle naturbegeisterten Menschen mit und ohne Behinderung ist eines der ersten Angebote in diesem Zusammenhang. Bis Ende Oktober können sie in geführten Gruppen den Thüringer Wald kennen lernen.
Routen und Programmablauf sind beim Veranstalter "Wirthweins Wanderwelt" erhältlich;
Tel.: (0 36 91) 72 35 40
Fax: (0 36 91) 72 35 41
E-Mail: info@wirthweins-wanderwelt.com
Internet: www.wirthweins-wanderwelt.com
Das im Verband der Behinderten Erfurt integrierte Equal-Projekt bietet im Jahr 2004 Tages- und Mehrtagestouren in schöne Teile Thüringens, aber auch in die Barockstadt Fulda, zum Ammersee oder zum Starlight-Express nach Bochum an.
Dazu steht ein speziell umgebauter und mit Lift für Rollstuhlfahrer ausgestatteter Autobus zur Verfügung, in dem bis zu acht Rollstuhlfahrer und weitere 18 Reisende Platz finden.
Nähere Informationen unter
Tel.: (03 61) 79 20 942 oder im
Internet: www.grenzenlos-ggmbh.de
Eingebettet in ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm fand am 17.4. die Hauptversammlung des Vereins "Bildung ohne Barrieren - Bildungsinstitut für Blinde und Sehbehinderte e.V." (BOB) in Bad Liebenzell statt.
Die steigende Mitgliederzahl und ein Ausbildungskurs für ehrenamtliche Punktschriftlehrer wurden vom bisherigen Vorsitzenden, Norbert Müller, besonders hervorgehoben.
Besonderer Wert soll künftig auf eine gute Öffentlichkeitsarbeit gelegt werden, um potentielle Mitglieder und Spender gezielt ansprechen zu können.
Zum 1. Vorsitzenden wurde Werner Sänger gewählt. 2. Vorsitzende: Rose-Marie Lüthi Kreibich.
BOB will weitere Themengebiete für ein interessantes Seminarangebot erschließen und langfristig auch grenzüberschreitend tätig werden. Die Gründung einer BOB-Gruppe in Österreich ist angedacht.
Die Aktion Tonband-Zeitung für Blinde bietet jetzt mehrere Zeitschriften auf CD ROM im DAISY-Format an: wöchentlich Auszüge aus "Focus", der Verbraucherratgeber Markt-Report, die Themenmagazine "Leben mit Kindern" und "Politik-Journal" sowie das "Küchenkarussell". Weiteres ist in Planung.
Blinde und stark sehbehinderte Bürger in Bremerhaven können jetzt Behördenpost in Blindenschrift bekommen. Die Stadtverwaltung habe sich dafür einen so genannten Braille-Schrift-Drucker im Wert von rund 2500 Euro angeschafft, teilte ein Sprecher der Stadt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa mit.
Nach dem neuen Bremer Gleichstellungsgesetz haben behinderte Menschen auf diesen Service einen Rechtsanspruch. Sehbehinderte Bürger können ihre amtlichen Briefe auch per E-Mail erhalten und selbst ausdrucken oder als Computer-Sprachdatei hören.
Das Buch "Durch Gleichberechtigung zur Selbstbestimmung" will Antworten auf die Fragen geben: Was ist zu tun, damit sich ein auf fremde Hilfe angewiesener Mensch zur Selbstständigkeit entwickeln kann? Und was steckt dahinter, wenn dieser Mensch in der einen Einrichtung schwierig und aggressiv, in der anderen aber friedlich und kooperativ ist?
Das Buch bietet hierzu praktische Hilfen. Es ist die Fortsetzung von "Anleitung zur Selbstständigkeit" aus den Niederlanden. Das 152-seitige Buch ist in Kooperation mit der Bundesvereinigung der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung entstanden. Es ist im Buchhandel unter der ISBN: 3-407-55990-9 erhältlich.
In der Ausgabe Juni der "Gegenwart" ist uns ein Fehler unterlaufen; Rubrik Sport: Torball, richtig muss es heißen ... Endstand Herren: 2. BSG Langenhagen.
Über die DBSV-Freizeit für junge Leute mit und ohne Sehbehinderung in Berlin berichtet Reiner Delgado:
"Als ich gehört habe, dass das Seminar angeboten wird, wusste ich gleich, dass das interessant werden würde", so eine Teilnehmerin. Diesem Anspruch gerecht zu werden war eine große Herausforderung.
Als roter Faden - oder eben heißer Draht - zogen sich die Themen Radio, Audiotechnik und Musikgeschäft durch das fünftägige Programm der Freizeit, zu der vom 19. bis 23. Mai 38 junge Leute von 13 bis 35 Jahre nach Berlin kamen.
Drei blinde Medienmacher erzählten den Teilnehmern von ihrem spannenden Berufsleben. Alain Forotti und Tanja Heinemann sind freie Musikjournalisten und betreiben eine Promotionagentur für Schlagerstars. Sie führen z.B. Interviews und verkaufen diese an verschiedene Radiosender, oder sie versuchen Sänger in die Hitparaden der Radioprogramme zu bringen. Ralf Hohn ist Programmleiter eines Privatsenders in Bayern. Damit ist er Redakteur und Life-Sprecher und wählt die Musik aus. Für die Teilnehmer war es ermutigend, was für blinde Menschen auch im Mediengeschäft mit den richtigen Hilfsmitteln möglich ist.
Ein Besuch beim Radio Berlin-Brandenburg gab Einblicke in die Arbeit eines großen Rundfunkhauses. Die jungen Leute konnten zuhören, wie das Programm des Radio Multi Kulti gemacht wird und inspizierten ein Fernseh- und ein ganz kleines Nachrichtenstudio ebenso wie den großen Sendesaal für Konzertaufnahmen.
Modellentwürfe des Reichstagsgebäudes und seiner Umgebung aus Styropor waren Gegenstand eines Kleingruppenangebots. Nachdem Teilnehmer den Reichstag selbst besuchten und dort auch andere Gäste interviewt haben befassten sie sich mit den ersten Ergebnissen einer Seminargruppe der TU Berlin. Hier konnten die blinden und sehbehinderten jungen Leute Einblicke in die Dimensionen des Gebäudes bekommen - und zwar im Ganzen genauso wie im Detail. Im Sommer 2006 soll ein Modell des Gebäudes im Reichstag aufgestellt werden. Neben diesen Eindrücken wurden auch Besuche bei der Ausstellung der "Terrakottaarmee" aus dem Grab des ersten chinesischen Kaisers, aus dem Pergamonmuseum und dem Museum Blindenwerkstadt Otto Weidt im Originalton festgehalten. Otto Weidt hat während der NS-Zeit durch Bestechung und Intrigen einigen seiner jüdischen Mitarbeitern das Leben gerettet.
Die gesammelten Originaltonaufnahmen wurden zu kleinen Radiobeiträgen verarbeitet. Dazu stand ganz unterschiedliche Technik zur Verfügung. Während zwei Kleingruppen den Tonschnitt im Studio des ABSV-Radios unter Leitung von Michael Baumeister machten, arbeitete eine weitere unter Anleitung des blinden Profi-Toningenieurs Reinhard Walter und zwei weitere Gruppen mit verschiedenen Computerprogrammen, die für blinde Menschen bedienbar sind. Die Arbeit mit Soundforge wurde von Hassan Karahasan vom Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte in Berlin betreut und mit dem Programm Cakewalk leitete Marco Steinebach von der Firma Odissa die Teilnehmer an.
Der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin strahlt mit seinem Radiosender jeden Samstag ein zweieinhalbstündiges Programm aus. Davon wurde eine Stunde mit den Beiträgen aus der Freizeit gestaltet. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Radios unter der Leitung von Jürgen Beer waren dabei sehr kooperativ und hilfreich und ermöglichten es so, dass auch die nicht ganz professionellen Beiträge der Freizeitgruppe gesendet wurden.
Jürgen Beer bot auch einen Besuch in seinem Geschäft für blindenfreundliche Unterhaltungselektronik an. Marco Steinebach informierte über den Musiktausch im Internet und stellte Computerspiele für blinde Nutzer vor - darunter auch Mississippi, das er selbst programmiert hat. Der Hörfilm "Good bye Lenin" wurde von der Deutschen Hörfilm gGmbH präsentiert. Eine kleine Gruppe übertrug die Broschüre "Wie man wählt" von INTEG, der Jugend im Sozialverband Deutschland, in Punktschrift. Vom Download der PDF-Datei aus dem Internet über die Umwandlung in Textformat und redaktionelle Bearbeitung sowie Braille-Umwandlung mit dem Programm HBS und Punktschriftdruck bis zum schneiden des Papiers, wurde alles von den Teilnehmern ausprobiert.
Von den vielen Attraktionen, die Berlin auch für blinde und sehbehinderte Besucher bietet, konnte nur ein Bruchteil angesehen werden. Das Programm war übervoll, sodass die Zeit für die Teilnehmer, um untereinander Kontakte zu knüpfen, fast zu kurz kam.
"Insgesamt waren es vier tolle Tage, die sehr voll gepackt waren und sicher noch vielen von uns lange in Erinnerung bleiben werden", meinte ein Teilnehmer und eine andere: "Ich konnte alles, was mich interessiert hat, kennen lernen. ... Hoffentlich wird im nächsten Jahr wieder so ein Seminar angeboten." Bei der nächsten Freizeit werden sicher auch bisherige Schwierigkeiten ausgeräumt, wie die Auswahl der Begleitpersonen und die Einhaltung des Zeitplans.
In einem Fragebogen gaben die Teilnehmer der Freizeit Noten. Der Gesamteindruck erhielt im Durchschnitt 2,3.
Eine detaillierte Auswertung der Freizeit, die auch als Planungshilfe für künftige Angebote für junge Leute dienen kann, wird noch erstellt und ist beim Sozialreferat des DBSV erhältlich. Die Radiobeiträge, die bei der Freizeit entstanden sind, werden auch auf der DAISY-Version der "Gegenwart" veröffentlicht.
Feierliche Einweihung des Pflegeheims "Jahresringe" am Spremberger Wiesenweg
Im Beisein des Brandenburgischen Sozialministers Günter Baaske weihte der Behindertenwerk Spremberg e.V. am 30. April 2004 feierlich das Pflegeheim "Jahresringe" ein. Das für 3,6 Millionen Euro komplett sanierte Gebäude beherbergt zwei modern ausgestattete Pflegestationen mit insgesamt 54 Betten und einen separaten Wohnbereich für betreutes Wohnen. Beide Pflegestationen sind sehbehinderten- und rollstuhlgerecht eingerichtet. An das Haus schließt sich eine freizügige barrierefreie Parkanlage und ein Demenzgarten an.
Das Altenpflegeheim "Jahresringe" gehört zu den ersten Betreuungsstätten für pflegebedürftige Menschen im Land Brandenburg, die hinsichtlich der Sicherheitsstandards ebenso ausgestattet sind wie Krankenhäuser.
Der Bund förderte das Projekt mit 1,15 Millionen Euro. Das Land Brandenburg unterstützte das Bauvorhaben mit 288.000 Euro. Baubeginn war der 21. Juli 2003.
In Berlin gibt es neben dem ABSV mit seinen vielfältigen Angeboten eine kommunale Beratungsstelle für Sehbehinderte mit einem besonderen Aufgabengebiet: die Betreuung sehbehinderter Kinder.
Säuglinge und Kleinkinder können noch nicht ausdrücken, was sie sehen; das macht die Untersuchung ihrer Sehkraft recht schwierig. Wenn beim Augenarzt oder in der Augenklinik festgestellt wurde, dass beim Kind eine Augenerkrankung besteht, die eine Sehbehinderung verursacht, sind die Eltern zunächst oft recht hilflos.
Es schießen viele Fragen durch den Kopf: Was bedeutet dies für uns? Wie stark ist die Einschränkung des Sehvermögens? Wie kann ich mein Kind fördern? Wie kann ich ihm sonst die Welt zeigen? Wird mein Kind normal Lesen und Schreiben lernen können, oder wird es später Blindenschrift lernen?
All diese Fragen bleiben nicht selten unbeantwortet, wenn die Eltern aus der Klinik nach Hause kommen. Oder es waren zu viele Informationen, um sich gleich alles merken zu können. Und viele Fragen entstehen erst in den nächsten Tagen, wenn langsam bewusst wird, was die Ärzte da eigentlich gesagt haben.
In der Berliner Beratungsstelle für Sehbehinderte wird das gesamte Feld der Fragen zum Leben mit der Sehbehinderung und zu den Möglichkeiten der Kompensation durch kompetente Fachleute beantwortet. Es ist eine kommunale Einrichtung, an die sich Betroffene direkt wenden können.
Im Team arbeiten eine Augenärztin (Leiterin der Einrichtung), ein Augenoptikermeister, eine Orthoptistin, drei Sozialarbeiterinnen und eine Sekretärin.
Hier geht es weniger um die Diagnostik der Augenkrankheit, sondern mehr um die Frage, wie das Leben im Alltag und die Schulbildung gestaltet werden können. Dazu braucht man zunächst das Wissen um die visuellen Fähigkeiten des Kindes. In der häufig hektischen Atmosphäre der Klinik oder Augenarztpraxis gelingt es oft nicht, eine Aussage darüber zu treffen.
Deshalb wird dem Kind hier im Kinderuntersuchungszimmer, in einer ruhigen Atmosphäre, manchmal auf dem Teppich sitzend und mit Spielzeug, die Zeit gegeben "aufzutauen". Dann kann der diagnostische Teil beginnen. Wir beginnen damit das Kind zu beobachten. Wohin wendet es sich, an welchem Spielzeug hat es Interesse. Wendet es sich überhaupt von der Mutter ab?
Es folgen Tests mit unterschiedlichen Lichtquellen und Materialien. An einer Lichtbox, mit der ein sehr helles Feld geschaffen werden kann, das auch bei stark eingeschränkter Kontrastempfindlichkeit noch ein nutzbares Sehen ermöglicht, wird getestet, ob das Kind unter diesen Bedingungen Interesse an Gegenständen und Formen hat.
Die Reaktion, auch das Desinteresse des Kindes, geben darüber Auskunft, wie viel das Kind vermutlich wahrnehmen kann. Ob das Sehen beeinträchtigt ist, oder eine Wahrnehmungsstörung vorliegt, lässt sich häufig erst mit der Prüfung der anderen Sinne unterscheiden. Denn die Frage, ob das Kind seine Aufmerksamkeit auf ein Stück Stoff, oder einen Ball in der Hand richten kann, oder auf ein Geräusch, gibt wichtige Hinweise, wie viel Aufmerksamkeit das Kind zielgerichtet leisten kann. Dies ist als Hintergrund zur Beurteilung der Sehleistung wichtig. Für diese Beurteilung braucht man viel Erfahrung, die die Mitarbeiter der Beratungsstelle in vielen Untersuchungen gesammelt haben.
Für die Eltern heißt dies, dass sie eine Aussage über das Sehvermögen ihrer Kinder bekommen, auch wenn diese noch nicht bei den standardisierten Tests mitmachen und das Ergebnis noch nicht in Zahlen ausgedrückt werden kann. Für die wichtige Frage, ob eine professionelle Frühförderung zur uneingeschränkten Entwicklung der kindlichen Fähigkeiten sinnvoll ist, kann hier eine Antwort gegeben werden.
Es ist auch die Zeit vorhanden, Fragen zur Erkrankung stellen zu können, für die im Zeitdruck der Klinik oder in der Augenarztpraxis kein Platz war. Durch das augenärztliche Wissen können auch medizinische Fragen, für die bisher keine Zeit blieb, beantwortet werden.
Es gibt viele Fragen zum Alltag: Wie kann ich mein Kind fördern? Womit lasse ich es spielen, damit es sich gut entwickelt? Wie viel darf ich mein Kind alleine ausprobieren lassen, darf es Roller fahren, auch wenn es immer wieder fällt?
Die Beantwortung dieser Fragen wird nie standardisiert möglich sein, viele Eigenschaften des Kindes müssen dabei berücksichtigt werden. Und durch den Blickwinkel verschiedener Berufsgruppen lassen sich dann, gemeinsam mit den Eltern, Antworten finden.
Wenn das Auge in seiner Funktion eingeschränkt ist, müssen die anderen Sinne verstärkt eingesetzt werden, das braucht Übung, wie alle anderen Fähigkeiten auch. Manche Kinder nutzen die anderen Sinne fast selbstverständlich, andere bleiben anscheinend auf den schlechten oder fehlenden Seheindruck der Augen fixiert. Das menschliche Gehirn hat unterschiedliche Bereiche, in denen die verschiedenen Wahrnehmungsarten und Bewegungsarten gesteuert werden. Und bei Einschränkung des einen Sinnes kann das Kind den Bereich im Gehirn, der für das Sehen vorgesehen ist, zu einem gewissen Grad auch für die anderen Sinne nutzen. So besteht nicht nur eine Einschränkung des Sehens, sondern es ist auch eine Stärkung der anderen Sinne möglich, in denen es anderen Kindern später überlegen sein kann.
Manches Kind benötigt dabei mehr Anleitung, die die Eltern nicht spontan leisten können. Sich in ein sehbehindertes Kind zu versetzen ist nicht leicht. Haben doch die Eltern selbst einst vieles selbstverständlich durch die Beobachtung ihrer Eltern gelernt. Und wer weiß schon, wie man ein sehbehindertes Kind anleitet?
Die optimale Nutzung der Sinneseindrücke zu fördern, und damit dem Kind ein weitgehend selbstständiges und auch erfolgreiches Leben zu ermöglichen, ist der Sinn einer jeden Frühförderung. Das Kind benötigt eine Anleitung, die Eltern nicht aus eigenem Gefühl und eigener Erfahrung leisten können.
In Jahrzehnten der Erfahrung mit sehbehinderten Menschen wurde ein vermittelbares Wissen über die Förderungsmöglichkeiten entwickelt. Und dies auch erst, nachdem sich ein anderes Bewusstsein für sehbehinderte Menschen entwickelt hatte.
Es ist wichtig Kontakt zu anderen Betroffenen herzustellen. Viele der alltäglichen Sorgen können von Betroffenen am Besten verstanden werden, deshalb weisen wir auf die weitergehenden Angebote des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin gegr. 1874 e.V. (ABSV) und der Elternselbsthilfegruppen hin. Es ist meist sehr entlastend zu wissen, dass man in dieser Situation nicht allein ist, und zu erfahren, wie andere eine Situation schließlich gut gelöst haben.
Wenn Fördermaßnahmen erforderlich sind, werden die Eltern informiert, welche Möglichkeiten es gibt. Bei Bedarf wird die professionelle Hilfe durch speziell ausgebildete Frühförderer vermittelt. Aber es werden auch erste Hinweise zum fördernden Umgang mit dem Kind gegeben.
Woran viele bei dem Gedanken an Sehbehinderung nicht gleich denken: wie viel meiner Gefühle kann das Kind mit seiner Wahrnehmung bemerken, und wie viel muss man ihm mit der Stimme mitteilen, damit es sich an den anderen orientieren kann? Sehende Menschen sind sich selten darüber bewusst, an welch feiner Mimik oder Bewegungen sie beim Gegenüber bemerken, ob dieser ihr Verhalten gutheißt, oder missbilligt. Wir leben und erleben unsere Gefühle weit häufiger spontan und wissen nicht, warum wir nun gerade so reagieren. Die Menschen sind nicht gewohnt sich ihre Gefühle bewusst zu machen, und sie in Sprache auszudrücken. Eine Leistung, die von Eltern der Kinder mit hochgradiger Sehbehinderung oder Blindheit wichtig wird, um das Kind schon frühzeitig auf die feinen Gefühlsunterschiede der anderen Menschen hinzuweisen. Natürlich bemerkt auch ein blindes Kind, wenn seine Eltern mit ihm böse sind. Dennoch entgeht ihm das feine Mimikspiel im Gesicht der Eltern, das schon frühzeitig leichtes Missfallen der Eltern anzeigt. Die Fähigkeit dies wahrzunehmen wird von Sehenden fast immer unbewusst genutzt. Und sehr viel Information über den anderen erfolgt dabei über die Eindrücke der Augen.
Jedes Kind möchte es seinen Eltern recht machen, möchte von seinen Eltern anerkannt werden. Gerade im Alter von einem Jahr orientiert sich das Kind extrem an seinen Eltern und deren "Sicht". Diese Sicht muss dem Kind wahrnehmbar sein, damit es sich an seinen Eltern orientieren kann.
Sehbehinderte Kinder werden in der Beratungsstelle in ihrer gesamten Entwicklungszeit begleitet. Deshalb entsteht schließlich die Frage: welche Schule ist die richtige für jedes einzelne Kind? Um diese Frage möglichst gut zu beantworten kommt eine erfahrene Lehrerin aus dem Sehbehindertenbereich regelmäßig in die Sprechstunde, und steht als kompetente Kraft für die Entscheidungshilfe zur Verfügung.
Nach Schuleintritt wird regelmäßig alle 1-2 Jahre überprüft, ob weitere Sehhilfen hilfreich eingesetzt werden können. Mit dem umfangreichen Spezialwissen des Augenoptikermeisters kann zu den verschiedenen Möglichkeiten zur Wiederherstellung der Lesefähigkeit durch optische oder elektronische Sehhilfen beraten werden. Fragen zu den Möglichkeiten der Computernutzung und der wegen der Sehbehinderung besonderen erforderlichen Ausstattungsmerkmale, werden beantwortet. Dies ist auch für die spätere Frage der Ausstattung des Arbeitsplatzes sehbehinderter Menschen wichtig. Dazu wird bei Bedarf eine Empfehlung geschrieben, die z.B. beim Integrationsamt oder dem Arbeitsamt vorgelegt werden kann, damit dies dann die Kosten für die besondere Arbeitsplatzausstattung übernehmen kann. Es stehen die unterschiedlichsten Hilfsmittel zur Erprobung zur Verfügung.
Zu den Sozialgesetzen beraten die Sozialarbeiterinnen. Es wird Hilfe bei Anträgen und Widersprüchen gegeben. Lebenspraktische Hilfsmittel werden gezeigt und können erprobt werden. Bei der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen können Hilfestellungen gegeben werden. Die Sozialarbeiterinnen bleiben mit den Eltern bei Bedarf in Kontakt, damit für das Kind möglichst wenig vermeidbare und Kraft raubende Probleme entstehen.
Schließlich hat das Kind die Schule erfolgreich abgeschlossen, und die Frage nach dem "richtigen" Beruf taucht auf. Manchmal müssen die eigenen Wünsche mit den realen Möglichkeiten abgeglichen werden. Es kann dann bei den entsprechenden Ausbildern nachgefragt werden. Die Berufsbildungswerke für Blinde und Sehbehinderte können dadurch gezielt angesprochen werden.
Bei der Notwendigkeit zur beruflichen Neuorientierung wird, durch die enge Kooperation mit dem Berufsförderungswerk Halle (BFW Halle), dessen Mitarbeiter in der Beratungsstelle erste Testungen durchführen, die Auswahl erleichtert.
Eine solche zeitaufwendige Beratung ist nur nach Voranmeldung möglich.
Nähere Informationen bei:
Bezirksamt Mitte
Beratungsstelle für Sehbehinderte
Reinickendorfer Str. 60b
13347 Berlin
Tel.: (0 30) 2 00 94-52 46
E-Mail: bfs@ba-mitte.verwalt-berlin.de
In der Retina-Implant-Entwicklung setzt man auf Marktforschung.
Mit einer auf freiwilliger Basis angelegten Fragebogenerhebung
begleitet das Bonner Medizintechnik-Unternehmen IIP-Technologies den Entwicklungsprozess
des elektronischen Retina Implants für Erblindete. Gesucht werden Personen,
die von einer Degeneration der Netzhaut betroffen sind.
Für derartige Erkrankungen gibt es weltweit bisher keine Therapie.
Das lernfähige Retina Implant soll insbesondere Menschen, die an Retinitis
Pigmentosa (RP) und dem verwandten Usher Syndrom erkrankt sind, ein begrenztes
Sehvermögen wiedergeben. Die Markteinführung ist für 2006
geplant; IIP-Technologies möchte aber bereits jetzt mit Betroffenen
in Kontakt treten, um deren Ideen und Wünsche in die Entwicklung einfließen
zu lassen.
Der Fragebogen ist in Papierform in Großdruck, auf Diskette oder per E-Mail erhältlich - es besteht auch die Möglichkeit zu einem Telefoninterview. Ein Fragebogen für Patienten sowie Informationen rund um das lernfähige Retina Implant können kostenfrei unter folgender Adresse angefordert werden:
IIP-Technologies GmbH
Frau Julia Heigrodt
Niebuhrstr. 1a
53113 Bonn
Tel.: (02 28) 9 69 55-0
E-Mail: heigrodt@iip-tec.de
Basis für die Entwicklungen des lernfähigen Retina Implants
von IIP-Technologies ist die Grundlagenforschung eines Netzwerkes von Partnern
aus Medizin, Wissenschaft und Technik. Unter anderem unterstützt die
Europäische Union das Forschungsvorhaben durch das Projekt "Healthy
Aims" im 6. Rahmenprogramm der EU mit dem Ziel, eine implantierbare
Sehprothese für erblindete Patienten infolge fortschreitender Netzhautdegenerationen
wie der Retinitis Pigmentosa zu entwickeln.
Das lernfähige Retina Implant der Firma IIP-Technologies wird aus externen
und implantierbaren Komponenten bestehen: Der Betroffene trägt eine
Brille, in die ein Kamera-Chip integriert ist. Die von der Kamera aufgenommenen
Bilder werden in einem Mikrocomputer (Pocket Prozessor), der in Form einer
Gürteltasche getragen wird, entsprechend umgewandelt und drahtlos in
das Augeninnere übertragen. Dort befindet sich eine flexible Folie
mit Empfängerchips, einer Stimulationselektronik und miniaturisierten
Elektroden zur Stimulation der innersten Netzhautschicht, der so genannten
retinalen Ganglienzellen.
Während zeitlich begrenzter Aufenthalte im Rehabilitationszentrum wird der Betroffene seine Sehwahrnehmung mit Hilfe eines computergestützten Dialogs in einem interaktiven Prozess optimieren können.
An der Uni Magdeburg begannen Professor Bernhard Sabel sowie Privatdozent Erich Kasten 1992, ein computergestütztes Training gegen Sehstörungen zu entwickeln. Sein Name: Visuelles Restitutionstraining (VRT). Es wird seit 1997 von der Firma Nova Vision angeboten.
VRT eignet sich für Patienten, die durch neurologische Erkrankungen (Schlaganfall, Hirntumor, Schädel-Hirn-Trauma) an Sehstörungen leiden. Beispiele: Alterssichtigkeit, Grüner Star, komplette Blindheit.
Dieses spezielle Training wird auf jeden Patienten genau zugeschnitten. Das Prinzip klingt einfach: Auf einem Computermonitor erscheinen Lichtpunkte, vor allem dort, wo die Patienten noch bestimmte Seh-Restfunktionen haben. Werden die Punkte erkannt, drückt man eine Taste. Ziel der Therapie: Schritt für Schritt sollen gesunde Nervenzellen die Aufgabe geschädigter Zellen übernehmen.
Das VRT gibt es bei
Nova Vision in Magdeburg
Tel.: (03 91) 6 36 00 50
www.novavision.info