"Die Gegenwart",
Magazin für blinde und sehbehinderte Menschen und ihre Freunde, Organ
des DBSV;
61. Jahrgang.
Redakteur: Dr. Thomas Nicolai
Redaktion "Die Gegenwart"
Rungestr. 19, 10179 Berlin
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Herausgeber:
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV)
Rungestr. 19, 10179 Berlin
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Präsidentin: Renate Reymann
Geschäftsführer: Andreas Bethke
"Die Gegenwart" erscheint monatlich (Juli/August als Doppelnummer)
in Punktschrift
in Schwarzschrift
auf Kassette
auf CD ROM im DAISY-Format
im Internet ( ausgewählte Beiträge, www.dbsv.org )
Jahresbezugspreis 2007: 35 Euro für Inhaber der DBSV-Karte,
sonst 40 Euro,
Abonnenten unter 21 Jahren zahlen den halben Preis
Informationen über die Zahlungsmodalitäten gibt der
DBSV-Zeitschriftenverlag
Frau Wolff
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Hinweis: Kündigung des Abonnements für das Folgejahr sind bis Ende September vorzunehmen.
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Jedes Wort über diesen Umfang hinaus
kostet zusätzlich 50 Cent.
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Redaktionsschluss und damit Anzeigenschluss ist jeweils der 1. des Vormonats (für die Januar-Ausgabe jeweils der 20.11.).
Der Verwaltungsrat des DBSV tagte am 11. und 12. Mai in Gera.
Nachstehend wichtige Beschlüsse und aus der Sitzung resultierende
Aufgaben:
Am Vortag des Verwaltungsrates fand eine Geschäftsführertagung statt, bei der es insbesondere um weitere Angebote für Inhaber der DBSV-Karte, um Gruppenverträge mit Versicherungen sowie um die Umstellung auf DAISY ging.
Gespräch mit Wolfgang Angermann, Mitglied des
DBSV-Präsidiums seit Mai 2006
Die Sitzung fand in Thüringen statt, einem Bundesland, das ab 2008 auch wieder Blindengeld auszahlen wird. Können wir uns in punkto Blindengeld nun zurücklehnen oder drohen da immer noch Probleme?
Wolfgang Angermann: Wir können zunächst einmal mit Genugtuung feststellen, dass es der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe gelungen ist, auch für das Land Thüringen das Blindengeld zurück zu erstreiten, nachdem uns das ja bereits in Niedersachsen gelungen war. Wir haben zwar in Thüringen kein Volksbegehren durchführen müssen, aber der Druck, der von der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe ausgegangen ist – insbesondere eben auch in Niedersachsen – hat auch in Thüringen zur Einsicht geführt.
Zurücklehnen können wir uns nicht, sondern wir müssen
auch in Zukunft sehr wachsam sein, was sich in den Haushalten der einzelnen
Länder tut und was für sozialpolitische Überlegungen in den
einzelnen Ländern stattfinden. Ich denke, es besteht im Moment nicht
die Gefahr, dass in einem Bundesland das Blindengeld auf Null gekürzt,
also ganz gestrichen wird. Die Bereitschaft blinder Menschen sich zur Wehr
zu setzen, lässt die Politik schon überlegen, ob es sich lohnt,
einen politischen Aufruhr vom Zaun zu brechen. Aber wir müssen darauf
achten, was sich in Bezug auf Kürzungen in den einzelnen Ländern
tut. Immerhin sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zur Zeit so, dass
man hoffen darf, dass nicht schon wieder – wie vor zwei,
drei Jahren – ein sehr rigoroser Sparkurs gefahren
wird.
Thüringens Sozialminister Dr. Klaus Zeh war Gast des Verwaltungsrates. Welche sozialpolitischen Akzente hat er denn in die Diskussion eingebracht?
Man konnte seinem Statement ein klares Bekenntnis zur Sozialpolitik entnehmen. Er hat auch mit großem Lob die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe im Zusammenhang mit dem Kampf um das Blindengeld bedacht. Mir scheint wichtig, dass er die Atmosphäre zwischen Politik und Selbsthilfe in der Auseinandersetzung um das Blindengeld als positiv bewertet hat. Er stellte in Aussicht, dass die Landesregierung auch in Zukunft eng mit der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe zusammenarbeiten will.
Ein wirklicher Erfolg ist der enge Kontakt, der sowohl in Niedersachsen
als auch in Thüringen zwischen unseren Landesverbänden und den
Landesregierungen hergestellt worden ist.
Dr. Gerhard Polzin, Präsident des früheren Blinden-und-Sehschwachen-Verbandes der DDR, war zu einem Vortrag eingeladen worden; Anlass war die Gründung des damaligen DDR-Verbandes vor 50 Jahren. Wie wurde dieser gut halbstündige Vortrag aufgenommen?
Für mich war das ein sehr interessanter Bilderbogen vom BSV der
DDR. Ich fand es erfreulich, dass Dr. Polzin nicht versucht hat, die Arbeit
unpolitisch darzustellen. Er hat auf der einen Seite die fruchtbare Arbeit
der Kreisorganisationen geschildert und das ehrenamtliche Engagement
hervorgehoben, auf der anderen Seite aber auch nicht hinter dem Berg damit
gehalten, unter welchen politischen Druck die Führung des
DDR-Verbandes stand. Wichtig schien mir seine Aussage, dass es ein Ziel der
DDR-Regierung war, den Verband nach innen schwach zu halten und nach
außen stark zu machen. Das internationale Wirken war für die
DDR-Regierung auch eine Prestigefrage. Und der Verband hatte in Europa und
darüber hinaus tatsächlich hohes Ansehen.
Kommen wir zu den Geschäften des Verwaltungsrates. Als Dokumente lagen vor der Jahresabschluss 2006 und der Tätigkeitsbericht. Was sind die wichtigsten Aussagen dazu?
Der DBSV hat nach vielen Jahren erstmals wieder einen ausgeglichenen
Haushalt vorlegen können. Das hat insbesondere zu tun mit
außerordentlichen Einnahmen, insbesondere mit einer Erbschaft. Auf
der anderen Seite ist an den Unterlagen erkennbar, dass die Vielfalt der
Arbeit zugenommen hat, was auch eine Ausgabensteigerung nach sich zieht.
Ich nenne nur die Stichworte Lobbyarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, die
Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Organisationen, die
Tätigkeit der Fachausschüsse und Kommissionen. All das kostet
Geld, ist aber sehr wichtig, um die Solidargemeinschaft der Blinden- und
Sehbehindertenselbsthilfe in Deutschland aufrecht zu erhalten und zu
stärken.
Ein Thema war die Mitgliederkarte, die es nun seit über einem halben Jahr gibt. Wie ist denn die DBSV-Karte in Hannover angekommen?
Viele Mitglieder sind sich noch nicht so ganz bewusst, was hinter dieser Karte steckt. Man findet heute ja viele Plastikkarten in seinem Briefkasten. Von daher ist zunächst einmal die DBSV-Karte eine unter vielen, was natürlich aber gar nicht der Fall ist. Die DBSV-Karte ist nicht mehr und nicht weniger als eine Art Familienpass, der dokumentiert: Wir sind eine Gemeinschaft von blinden und sehbehinderten Menschen, die ihre Interessen wahrnehmen will und kann. Dass mit der DBSV-Karte Dienstleistungen der Regional- und Landesvereine und des DBSV verbunden sein können, ist etwas, das wir nach und nach aufbauen wollen. Deshalb gibt es im Moment noch ein bisschen die Frage, was soll ich denn mit der Karte, wenn ich nicht gleichzeitig einen prozentualen Abschlag bei ganz vielen Einkäufen habe.
Es gibt aber schon jetzt einige Vergünstigungen: Fünf Prozent
Rabatt beim Einkauf in den Hilfsmittelzentralen VzFB Hannover und LHZ
Sachsen; ein gleiches Angebot der DZB wurde unterbreitet. In AURA-Hotels
wird man künftig als Inhaber einer DBSV-Karte einen günstigeren
Preis zahlen als Nichtmitglieder, Telefontarife, Sprachausgabe für
Handys, "Gegenwart" ...
Ausführlich wie selten wurde diesmal über die weitere Entwicklung von DAISY diskutiert, mit welchen Ergebnissen?
DAISY eröffnet für viele blinde und sehbehinderte Menschen,
insbesondere auch für ältere – den Zugang zu
Informationen, den sie bisher nicht hatten. Viele haben Vorbehalte vor
neuer Technik und stellen sich komplizierte Handhabungen und großen
Lernaufwand vor. In Wirklichkeit gibt es DAISY-Abspielgeräte, die so
schön einfach zu handhaben sind, dass sie gerade für ältere
Menschen sehr attraktiv sind. Es lohnt sich, DAISY noch bekannter zu
machen. DAISY ist wirklich etwas für alle und sollte zum Alltag
gehören.
Ein breit diskutiertes Thema war die Erholungsfürsorge für blinde und sehbehinderte Menschen. Hier stellt sich die Frage: Ist das ein Anliegen, was noch zeitgemäß ist oder reisen unsere Mitglieder lieber nach Mallorca oder noch weiter weg? Welche rolle spielen heute die Kur- und Erholungseinrichtungen und welche Rolle sollen sie künftig spielen?
Die Erholungseinrichtungen der Landesverbände verlieren mit
Sicherheit nicht an Bedeutung. Es wird unter blinden und sehbehinderten
Menschen immer etliche geben, die auf speziell für sie gestaltete
Angebote angewiesen sein werden. Wir sollten uns deshalb bemühen,
diese Angebote aufrecht zu erhalten. Wir, das ist weniger ein Appell an die
Blinden- und Sehbehindertenorganisationen, sondern an uns selbst, an uns
blinde und sehbehinderte Menschen. Wir müssen auch bereit sein, etwas
für die finanzielle Sicherung dieser Angebote zu tun. Wir müssen
die Angebote also annehmen und bereit sein, einen angemessenen Preis zu
zahlen. Wir dürfen uns nicht orientieren an lieb gewordenen
Subventionen. Wir müssen verstehen, dass die Blinden- und
Sehbehindertenorganisationen darauf angewiesen sind, ihre Einrichtungen
wirtschaftlich zu führen.
Abschließend zur internationalen Arbeit. Welche Akzente sind in der Europäischen Blindenunion derzeit aktuell? Wann gibt es einmal einen internationalen Behindertenausweis?
Der internationale Behindertenausweis steht und fällt mit der Bereitschaft der Mitglieder in der EU, ihre Sozialpolitik auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Mit einem Behindertenausweis sind ja auch die Wahrnehmung sozialer Rechte, Nachteilsausgleichen und Vergünstigungen verbunden. Und wie diese Vergünstigungen konkret aussehen, hängt von den sozialpolitischen Regelungen der einzelnen Länder ab. Deshalb ist es schwer, hier einen gemeinsamen Nenner zu finden.
Ich könnte mir dennoch vorstellen, dass das was in vielen westeuropäischen Ländern durch Abkommen geregelt ist, wie die Möglichkeit, günstiger zu reisen, indem die Begleitperson kostenlos mitfahren darf, in einem Ausweis festgehalten werden kann. Entscheidend wäre auch, dass der Ausweis den Behindertenstatus dokumentiert, der in den einzelnen Staaten auch unterschiedlich ist.
Uns beschäftigt im Moment sehr stark das Thema Postrichtlinie der EU. Die EU will ja den Postverkehr liberalisieren, d.h. viele private Betreiber von Postdiensten werden auf den Markt kommen. Und uns ist natürlich daran gelegen, die kostenlose Beförderung von Blindensendungen, insbesondere die Beförderung von Blindenschriftbüchern und Hörbüchern von den Bibliotheken zu den Nutzern und zurück, sicherzustellen. Wir hoffen, dass wir hier erfolgreich sein werden. Die Zeichen stehen aber nicht ganz so günstig. Wir haben eine ganze Reihe von europäischen Gremien, die uns in dieser Sache unterstützen, aber es gibt auch Bedenken, weil nicht in die Rechte künftiger Betreiber eingegriffen werden soll.
Ein weiterer Punkt ist die Fernsehrichtlinie. Hier versuchen wir auf EU-Ebene ein Recht auf Information für blinde und sehbehinderte Menschen hinein zu bringen, Stichwort Audiodeskription (mehr Hörfilme).
Zu den Rechten der Flugpassagiere gibt es inzwischen eine EU-Richtlinie. Das bedeutet, dass behinderte Menschen von den Fluggesellschaften Assistenz erwarten dürfen, außerdem Sicherheit auf den Flughäfen. Erfolgreich waren wir auch in Bezug auf das Urheberrecht, wo wir schon vor zwei Jahren in Deutschland einen Paragrafen erhalten haben, der es leichter als früher ermöglicht, Literatur in einem für Blinde und Sehbehinderte wahrnehmbaren Format anzubieten.
Die Europäische Blindenunion wird in diesem Jahr wieder eine
Generalversammlung haben, bei der das Präsidium neu gewählt wird.
Es wird eine erneute Umstrukturierung der Kommissionsarbeit geben. Ziel ist
es, besser als bisher projektorientiert arbeiten zu können, so dass es
gelingt, die Arbeit effektiver zu machen.
Ganz zum Schluss bitte einen Satz zur Atmosphäre im Verwaltungsrat, zum eigenen Erleben nach einem Jahr im DBSV-Präsidium.
Die Verwaltungsratssitzung ist sehr harmonisch verlaufen, wobei die Sachfragen natürlich mit der nötigen Beharrlichkeit auch einmal kontrovers diskutiert wurden, wo aber immer doch der Wunsch, eine gemeinsame Linie zu finden und zu behalten, im Vordergrund stand.
(Das Gespräch führte Dr. Thomas Nicolai, DAISY- und
Kassettenversion Originalton; auf der DAISY-CD ist Mitschnitt des Vortrages
von Dr. Polzin zu hören.)
In der Juni-Ausgabe hatte die "Gegenwart" über einige Schwerpunkte in der Arbeit des Gemeinsamen Fachausschusses für die Belange Sehbehinderter informiert. Weitere Gremien und Projekte nehmen sich dem vielfältigen Themenspektrum rund um die Sehbehinderung systematisch an:
Die Koordinationsstelle Leben mit Sehbehinderung hat sich auf ihrer 2. Tagung Anfang April 2007 sehr intensiv mit der Vorbereitung einer bundesweiten Tagung vom 24.04. bis 27.04.2008 in Bad Meinberg befasst. Ziel dieser Tagung soll es sein, ehrenamtlich tätige Personen der Sehbehindertenselbsthilfe zu qualifizieren. Dies soll nicht im Gegensatz zu den auf regionaler Ebene stattfindenden Weiterbildungen stattfinden, sondern eine fachspezifische Ergänzung der "allgemeinen" Weiterbildung.
Wichtig ist hierbei, dass gerade der Beratung hilfesuchender sehbehinderter Menschen breiter Raum eingeräumt werden wird, da auf diesem Feld noch erheblicher Nachholbedarf existiert.
Die Tagung wird allen Interessierten offen stehen.
Der Verbandstag des DBSV hat das Projekt Sehbehinderung/Patientenberatung beschlossen und das Präsidium im Nachgang dazu eine Begleitgruppe eingesetzt. Die Leiterin der Koordinationsstelle "Leben mit Sehbehinderung", Irmgard Badura, wird zukünftig in der begleitenden Projektgruppe Sehbehinderung mitarbeiten, um hier eine direkte Vernetzung zu gewährleisten.
Der DBSV hat Ende April 2007 einen Projektförderantrag bei "Aktion Mensch" zur Förderung der Sehbehindertenarbeit gestellt.
Zielsetzung des "Beratungsdienstes Auge" ist die nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation sehbehinderter Menschen und ihrer Angehörigen durch die Stärkung der Selbstbestimmung, der Selbstständigkeit und auch der Teilhabechancen im jeweiligen Lebensalter. Die Beratungs-, Unterstützungs- und Hilfeangebote sind arbeitsteilig von der Bundesebene bis in die Ortsebene zu gewährleisten. Sie beziehen sich auf die Bereiche: Medizin, Behinderungsverarbeitung, Hilfsmittel und andere Kompensationen, sowie Soziales und Recht. Mit dem Beratungsdienst wird eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, über deren Aufgaben näher informiert wird, sobald der Dienst seine Tätigkeit aufnehmen kann.
Wie kommen Piktogramme, die Hotels oder Gaststätten in die Kategorie "barrierefrei für blinde und sehbehinderte Gäste" einstufen, in den Hotelführer? Diese Frage blieb bis heute weitgehend unbeantwortet.
Eine über die Koordinationsstelle Tourismus des DBSV initiierte Anfrage bei den 90 als für blinde und sehbehinderte Gäste gemäß Kategorie C barrierefrei ausgewiesenen Hotels erbrachte folgendes Ergebnis: Von den 90 Hotels antworteten 58. Von diesen 58 kommen maximal neun unter großzügigster Bewertung überhaupt in eine Auswahl. Es erwies sich, dass einige dieser Hotels überhaupt keine Selbsteinstufung nach Kategorie C vorgenommen, aber im www.hotelguide.de/DE/pages/index.prl als barrierefrei für blinde und sehbehinderte Gäste geführt werden. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) wurde aufgefordert, der Sache auf den Grund zu gehen und Abhilfe zu schaffen.
Sollten in den Landesvereinen Erfahrungen hinsichtlich falscher Angaben für blinde und sehbehinderte Gäste im Hotel-Führer vorliegen, bitten wir um schnelle und konkrete Informationen unter h-k.peter@dbsv.org .
Mit Rundschreiben 25/2007 hat der DBSV die vom Gemeinsamen Fachausschuss für Umwelt und Verkehr erarbeitete Richtlinie für taktile Schriften – Anbringung von Braille- und erhabener Profilschrift und von Piktogrammen verbreitet.
Die Beschriftungen von Handläufen, Türen und Aufzugtableaus sowie von ergänzenden Lageplänen und Reliefs im Außenbereich mit Braille und erhabener Profilschrift sowie Piktogrammen dienen der Wegeleitung und Orientierung von blinden und hochgradig sehbehinderten Personen in Verkehrsanlagen und öffentlich zugänglichen Gebäuden. In Ergänzung zur Wegeleitung über taktile und visuelle Bodenindikatoren (siehe DIN 32984) ermöglichen sie blinden und sehbehinderten Menschen die unabhängige Benutzung von Verkehrsanlagen und öffentlichen Einrichtungen wie Rathäusern, Schulen, Kultureinrichtungen etc.
Diese Beschriftungen sind jedoch nur dann nutzbar, wenn sie zum einen durch ihre taktilen Eigenschaften leicht lesbar sind und zum anderen durch eine Anbringung an immer wieder kehrenden Orten überhaupt gefunden werden können. Diese Richtlinie trifft hierfür allgemeingültige Festlegungen.
Die Richtlinie kann über die DBSV Homepage unter www.dbsv.org/dbsv/GFUV.html#Stellung heruntergeladen werden.
"Weitersehen 2008" – Jahrbuch des DBSV; das
ist der neue Titel, unter dem das Jahrbuch des Spitzenverbandes für
2008 herausgegeben wird.
Damit greift es die Botschaft des Verbandskongresses aus dem Vorjahr auf. Ein etwas größeres Format (16 * 23 cm) bietet der Gestaltung bei angemessen großer Schrift mehr Möglichkeiten als in den Vorjahren.
Inhaltlich greift die Broschüre in mehreren Beiträgen das Thema der "Berufliche Eingliederung" auf, das auch das Schwerpunktthema der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe zur diesjährigen "Woche des Sehens" ist. "Weitersehen 2008" – das Jahrbuch des DBSV ist also hervorragend geeignet, die Öffentlichkeitsarbeit in der "Woche des Sehens" und am "Tag des weißen Stockes zu begleiten". DBSV-Landesvereine und ihre Untergliederungen werden die Broschüre bei Informationsveranstaltungen und Aufklärungskampagnen einsetzen. Jeder einzelne kann sie nutzen, um sie weiterzugeben – insbesondere im eigenen beruflichen Umfeld, aber natürlich auch – wie schon immer von vielen praktiziert – im Bekannten- und Freundeskreis, in der Nachbarschaft, beim Friseur, beim Haus- und beim Augenarzt, beim Optiker, in Ämtern ...; eben bei vielen Gelegenheiten.
Das Jahrbuch wurde und wird gern gelesen, das wird immer wieder bestätigt, und das gerade deshalb, weil diese Publikation die Interessenten nicht mit erhobenem Zeigefinger drangsaliert und auch nicht vereinsdogmatisch daherkommt, sondern magazinhaft, vielseitig, interessant, reich illustriert – als ein Mosaik von Geschichten und Fakten, in dem jeder etwas Interessantes und für ihn Erstaunliches erfahren kann.
Das Jahrbuch begleitet die Leserschaft oft auch längerfristig, denn das umfangreiche Anschriftenverzeichnis wird von vielen geschätzt, weil mitunter die eigene Oma oder ein Freund mit Sehproblemen zu tun hat, und da ist es schon gut, auf einen Blick zu erfahren, wo es Hörbüchereien, Hilfsmittelzentralen, Erholungseinrichtungen, Fachleute für Mobilität und Lebenspraktische Fähigkeiten, weitere spezielle Institutionen und Vereine gibt und wie man einen Ansprechpartner im nächstgelegenen Blinden- und Sehbehindertenverein erreicht.
Mit dem Grußwort begegnen wir An- und Einsichten des Schauspielers Mario Adorf, der von Anfang an Schirmherr bei den Galaveranstaltungen zur Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises ist. Von der Präsidentin des DBSV, Renate Reymann, erfahren wir viel Persönliches, zum Beispiel, wann sie ihr Tagwerk beginnt, wie ihr Fitness-Programm aussieht und dass sie in ihrer Dienststelle bereits einmal einen voll beladenen Postwagen zum Umsturz brachte und seither viel weniger Hindernisse im Weg stehen.
In lebendigen Geschichten haben wir Anteil an alltäglichen und außergewöhnlichen Begebenheiten, erzählt von und über blinde und sehbehinderte Menschen. Ein informatives Mosaik, humorvolle Episoden und besinnliche literarische Arbeiten machen den attraktiven Mix, illustriert mit aussagekräftigen Farbfotos und Zeichnungen, komplett.
"Weitersehen 2008" – das Jahrbuch des DBSV, wird
Anfang September 2007 ausgeliefert und im Rahmen einer
musikalisch-literarischen Talkrunde, voraussichtlich in der Beratungsstelle
des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes in Nürnberg am
18.09. öffentlich präsentiert.
Um bei dem zu erwartenden höheren Bedarf die Auflage genau bestimmen zu können, wird um schriftliche Bestellung bis zum 31.07.2007 gebeten.
Bestellungen ab 50 Exemplare können direkt an den DBSV gerichtet werden:
DBSV
Rungestraße 19, 10117 Berlin
E-Mail: gegenwart@dbsv.org
Fax: (0 30)
28 53 87-20
Die Auslieferung erfolgt dann direkt ab Druckerei.
Kleinere Stückzahlen und Einzelexemplare sollten über die Bezirksgruppen, Kreisorganisationen bzw. Ortsvereine bezogen werden.
"Weitersehen 2008" – das Jahrbuch des DBSV kostet 1,80 Euro, DBSV-Landesvereine und deren Untergliederungen zahlen 1,25 Euro.
"Weitersehen 2008" – das Jahrbuch des DBSV gibt es auch wieder in einer akustischen Version auf CD-ROM im DAISY-Format; Preis: 2,00 Euro.
Bestellungen ab 5 Exemplare können direkt an den DBSV gerichtet werden; kleinere Bestellmengen und Einzelexemplare sollten über die örtlichen Untergliederungen bezogen werden, die beim DBSV eine Sammelbestellung aufgeben können.
Dr. Thomas Nicolai
Ein Jahr nach dem Verbandstag des DBSV ist die Mitgliederentwicklung insgesamt negativ. Ende 2006 waren in den DBSV Landesvereinen 35.068 Mitglieder organisiert. Ein Jahr zuvor waren es 35.507. Bis zum Jahr 2010 soll die Mitgliederzahl um zehn Prozent wachsen. Nach der Rückwärtsentwicklung sind jetzt schon rund elf Prozent nötig, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Die Begleitgruppe des Projektes machte auf notwendige Schritte in einem Rundschreiben aufmerksam. Darin heißt es:
"Wir alle wissen, wie wichtig die Mitgliedergewinnung für den DBSV und seine Mitglieder ist. Wir brauchen Ehrenamtler, die unsere Arbeit weiterführen können, wir brauchen die Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge und, ganz wichtig, wir brauchen eine breite Masse der blinden und sehbehinderten Menschen hinter uns, um von den Ansprechpartnern in der Politik ernst genommen zu werden.
Deshalb hat der Verbandstag des DBSV das Projekt 2010 beschlossen und das Präsidium eine Begleitgruppe dazu eingesetzt, die diverse Aufgaben wahrnehmen soll. Die Begleitgruppe besteht zurzeit aus Angela Fischer vom BSV Sachsen, Helga Neumann und Gustav Doubrava aus dem DBSV-Präsidium, Manfred Scharbach vom ABSV Berlin und Volker Lenk aus der Geschäftsstelle des DBSV. Es geht uns nicht nur darum, das Projekt 2010 'in den Köpfen zu halten', wir wollen auch die Aktivitäten der Landesverbände unterstützen, indem wir für Synergie-Effekte sorgen und beraten, wenn es mit der Umsetzung hapert.
Wir möchten daran erinnern, dass das Projekt 2010 für das Jahr 2007 unter anderem eine Fortbildungsoffensive sowie Zielgruppenprogramme für Schüler und Menschen in Senioreneinrichtungen vorsieht, diese und weitere Maßnahmen sollen bis zum Jahresende einen Mitgliederzuwachs von drei Prozent bewirken ..."
Beim Verwaltungsrat in Gera waren die Maßnahmen zur Mitgliedergewinnung ein heißes Thema, denn Rezepte hat niemand, auch die Vereine nicht, die im letzten Jahr einen geringfügigen Zuwachs erreichen konnten. Aber an Erfahrungswerten mangelt es nicht, und Papiere zum Thema gibt es auch bereits genug – zum Beispiel einen Leitfaden zur Mitgliedergewinnung und die Ergebnisse der betreffenden Verbandstagsarbeitsgruppe.
Wie war das doch mit der Theorie? Sollte sie nicht die Massen ergreifen,
um Wirklichkeit zu werden. Vielleicht ist aber auch diese Erkenntnis nur
eine theoretische Überlegung.
Landesverein Mitglieder 2005 Mitglieder 2006 Berlin 2068 2072 Baden 501 503 Brandenburg 1128 1092 Bayern 8538 8484 Bremen 189 176 Hessen 1680 1666 Hamburg 1248 1255 Lippe 242 239 Mecklenburg-Vorpommern 935 886 Niedersachsen 3430 3378 Nordrhein 2680 2668 Ost-Baden-Württemberg 1501 1633 Rheinland-Pfalz 1691 1640 Sachsen-Anhalt 1519 1426 Südbaden 624 624* Schleswig-Holstein 1252 1244 Saarland 440 443 Sachsen 2187 2157 Thüringen 1259 1195 Westfalen 2390 2287 ges. 35502 35068
* da keine aktuelle Zahl vorlag, wurde die Zahl des Vorjahres wiederum eingesetzt.
Der DBSV bietet mit einer neuen Internetseite Augenpatienten einen
Wegweiser zur Therapie. Die nachstehende Pressemitteilung dazu gab der DBSV
anlässlich des Sehbehindertentages heraus:
Anlässlich des Sehbehindertentages am 6. Juni gibt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) praktische Hinweise für die Betroffenen der Altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD). "Bestehen Sie auf kurzfristiger Untersuchung!", heißt es beispielsweise auf der neuen Serviceseite des Verbandes ( www.dbsv.org/makula ), die aber unter anderem auch verrät, wie man die Qualifikation eines Augenarztes für dieses spezielle Gebiet testen kann.
Grund für die ungewöhnlichen Ratschläge ist die Situation nach dem Markteintritt neuer Medikamente. Ein Milliardengeschäft wird erwartet, Ärzte, Krankenkassen und Pharma-Industrie verhandeln auf unabsehbare Zeit über Preise, Tarife und Konditionen. DBSV-Präsidentin Renate Reymann findet diesen Schwebezustand unerträglich: "Es kann doch wohl nicht sein, dass AMD-Patienten auf eine klare Regelung warten, während in ihrem Auge womöglich gerade ein akuter Schub stattfindet", sagt sie. "Die Medikamente sind da, also erklären wir als Selbsthilfeorganisation den Menschen, wie sie drankommen."
Die Serviceseite berichtet über die neuen Behandlungsmöglichkeiten, informiert über Kosten und Erstattungsmöglichkeiten – und muss leider auch viele der ca. zwei Millionen AMD-Betroffenen in Deutschland enttäuschen. Mindestens 80 Prozent von ihnen leiden nämlich an der trockenen Form der AMD. Ihnen kann keines der neuen Medikamente helfen ...
Soweit die Pressemitteilung: informieren Sie sich unter www.dbsv.org/makula .
Ansprechpartner beim DBSV ist
Pressesprecher Volker
Lenk
E-Mail: v.lenk@dbsv.org
Tel.: (0 30) 28
53 87-14
Hinweis: Bezüglich der Kosten für eine Behandlung wird auf der Ratgeberseite u.a. festgestellt bzw. empfohlen:
Vom 7. bis zum 15. Oktober findet in diesem Jahr die "Woche
des Sehens" statt, die sich zu einer etablierten Aufklärungskampagne
im Gesundheitsbereich in Deutschland entwickelt hat. Erstmalig winkt
bereits beim Zusammenschluss von zwei Partnern ein Zuschuss.
Näheres dazu siehe unten.
Unter dem bekannten Motto "Blindheit verstehen, Blindheit verhüten"
soll die breite Öffentlichkeit erneut für die Belange blinder und
sehbehinderter Menschen sensibilisiert werden. Ein weiteres Ziel der
Projektwoche ist es, aufmerksam zu machen auf die Möglichkeiten der
Verhütung und Heilung von Augenerkrankungen und Blindheit bei uns und
in den Entwicklungsländern. Der DBSV ist wie in den fünf
Vorjahren aktiv dabei.
Blinde und sehbehinderte Menschen sind leistungsfähig und kompetent. Trotzdem sind viele von ihnen ohne Beschäftigung und nicht ins Berufsleben integriert.
Auf mögliche Berufsfelder aufmerksam zu machen,
Qualifizierungsangebote vorzustellen sowie potentielle Arbeitgeber zu
gewinnen, ist das besondere Anliegen für die Selbsthilfevereine und
-verbände in diesem Jahr. Geplant sind auch Kooperationen mit
Blindenbildungs- und Berufsförderungswerken.
Die Augenärzte und Augenkliniken beraten und informieren über
Diagnosemöglichkeiten und Vorsorgeuntersuchungen mittels modernster
technischer Geräte.
Die Kampagne "Vision 2020, das Recht auf Augenlicht" hat es sich zum
Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 die durch vermeidbare Augenkrankheiten
ausgelöste Blindheit weltweit zu überwinden. In diesem Jahr ist
die Aufmerksamkeit besonders auf die Kinder gerichtet. Aktionen im Rahmen
dieser Kampagne werden vor allem von der CBM, dem Hilfswerk der Lions und
dem Komitee zur Verhütung von Blindheit durchgeführt.
Das gemeinsame Auftreten der Woche-des-Sehens-Partner bei Veranstaltungen und auch in den Medien ist ein ausdrücklich erklärtes Ziel der Kampagne. Der Erfolg liegt unter anderem in der breiten Front der rund um das Sehen versammelten Partner begründet, die eine Öffentlichkeitswirkung schafft, welche ein einzelner Partner allein nie erzielen könnte. Deshalb sollte es im Interesse jedes Einzelnen liegen, diese Koalition mit Gemeinschaftsveranstaltungen für die Realisierung eigener Ziele und die der Kampagne zu nutzen. Der "Woche des Sehens" sind die gemeinsamen Aktionen ein wichtiges Anliegen, weshalb sie entsprechende Veranstaltungen finanziell fördert.
Neu ist in diesem Jahr, dass bereits beim Zusammenschluss von zwei Partnern der Woche des Sehens eine Veranstaltung mit 300 Euro gefördert werden kann. So zum Beispiel, wenn sich eine DBSV-Bezirksgruppe mit einem ansässigen Augenarzt oder einer DVBS- oder Pro-Retina-Gruppe zusammen findet. Voraussetzung ist, dass die Aktion eindeutig als Woche-des-Sehens-Veranstaltung gekennzeichnet ist.
Sie können sich entweder selbst um regionale Kooperationspartner
bemühen, indem Sie unseren speziell dafür eingerichteten Bereich
auf der WdS-Internetseite nutzen, oder Sie bitten mich um Hilfe bei der
Partnersuche. Auf der Internetseite erfahren Sie auch, welche
Organisationen als Partner zur Verfügung stehen. Anträge auf
Förderung können bis einschließlich 15. September 2007 bei
mir eingereicht werden. Eine finanzielle Unterstützung kann nur
erfolgen, wenn die einzelnen Kosten für Ihre Veranstaltung im Antrag
aufgeführt werden.
Bei der Planung von Aktionen sind der Fantasie wie immer keine Grenzen
gesetzt. Zahlreiche Ideen für kreative Aktionen sind auch in diesem
Jahr wieder im Aktionsleitfaden zu finden, der kostenlos in Schwarzschrift
oder elektronisch bei mir bestellt werden kann. Sie erhalten im Leitfaden
auch Tipps zur Vorbereitung und Vorgehensweise für eine erfolgreiche
Veranstaltung. Selbstverständlich geht er ausführlich auf die
drei Schwerpunktthemen der WdS ein.
Mein Name ist Petti West und ich bin die Projektkoordinatorin der diesjährigen "Woche des Sehens". Gern stehe ich Ihnen für Informationen, Anfragen und die Unterstützung bei der Organisation von Veranstaltungen zur Verfügung. Sie können mich telefonisch oder per E-Mail erreichen.
Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Internetseite.
Petti West
Projektkoordinatorin der Woche des Sehens
Telefon: (030) 28 53 87-28
E-Mail: p.west@woche-des-sehens.de
Internet: www.woche-des-sehens.de
Christoffel-Blindenmission (CBM), Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV), Berufsverband der Augenärzte (BVA), Deutsches Komitee zur Verhütung von Blindheit e.V., Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Hilfswerk der deutschen Lions (HDL e.V.), Pro Retina Deutschland e.V.
Das Musical "Stärker als die Dunkelheit", das anlässlich des Jubiläums 200 Jahre Blindenbildung in Deutschland entstand und am 12.10.2006 in Berlin Premiere hatte, wird am 08.09., 19.00 Uhr, und am 09.09. um 15.00 Uhr in Hamburg aufgeführt.
Ort:
Laeiszhalle – musikhalle
hamburg
Johannes-Brahms-Platz, 20355 Hamburg.
Veranstalter ist die Hamburger Blindenstiftung, www.blindenstiftung.de .
Eintrittskarten unter www.ticketonline.de , Vorverkauf an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder unter 018 05-44 70.
Der 8. Interdisziplinäre LowVision-Kongress findet vom 19. und 20.10.2007 in Würzburg statt. Das Zusammentreffen von Augenärzten, Augenoptikern, Rehabilitationsexperten, Kostenträgern, Hilfsmittelherstellern, Pädagogen, Vertretern der Selbsthilfe und weiterer Experten zeichnet den LowVision-Kongress aus.
Weitere Informationen bei:
LowVision-Stiftung gGmbH
Marktplatz 11, 97070 Würzburg
Tel.: (09 31) 30 47-8 96
info@lowvision-stiftung.de
www.lowvision-stiftung.de
Wie wichtig generell die Beratung in Apotheken für die Generation 50plus ist, zeigt eine Untersuchung aus dem Jahr 2006 mit rund 1000 befragten Personen. Danach wünschen 97% der über 50-Jährigen eine Beratung, wobei ein Drittel unaufgefordert und zwei Drittel aufgrund eigener Fragen beraten werden möchten.
Aus den Erfahrungen von Testgesprächen zum Thema "Diskrete Beratung in Apotheken" entwickelte die BAGSO sieben Tipps zur kundenorientierten und diskreten Beratung. Diese finden Sie unter www.bagso.de/gesundheit_apotheken.html .
Ob Menschen ein Thema unangenehm ist oder nicht, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Die BAGSO fordert daher, dass Gespräche in Apotheken grundsätzlich diskret verlaufen, d.h. andere Kundinnen und Kunden nicht mithören und -sehen können.
(Aus einer Pressemitteilung der BAGSO)
Für eine erweiterte klinische Studie werden Interessenten mit Retinitis Pigmentosa gesucht. Die IMI Intelligent Medical Implants GmbH, vormals IIP-Technologies GmbH, mit Sitz in Bonn startet eine weitere Studie mit dem intelligenten Retina Implantat System, das erblindeten Menschen mit Netzhautdegenerationen eine begrenzte Sehfähigkeit zurückgeben soll.
Ihre Teilnahme an dieser Studie kann dazu beitragen, eine neuartige Behandlungsmethode für Netzhauterkrankungen zu entwickeln, für die bislang noch keine Therapieform zur Verfügung steht.
Kontakt:
IMI, Silvia Bayer
Tel.: (02 28) 969 55-0
E-Mail info@intmedimplants.de
Am 12.07. findet im Gesellschaftshaus Sonneberg, Charlottenstr.5, 96515 Sonneberg von 10.00 bis 16.00 Uhr ein Informationstag mit Hilfsmittelausstellung statt. Die Kreisorganisation Sonneberg des BSV Thüringen e.V. hat dazu viele Anbieter von Hilfsmitteln sowie die DZB Leipzig, eine Führhundeschule, das BFW Würzburg, die Beratungsstellen Bamberg und Gera und andere eingeladen.
Nähere Informationen bei
Kreisorganisation
Sonneberg
Tel.: (0 36 75) 74 57 19
Information und Buchung:
Tel.: (0 45 03) 6 00 20
E-Mail: timmendorfer-strand@aura-hotels.de
Auch im Herbst lädt die Villa Rochsburg außer zu Wanderwochen wieder zu thematischen Treffen ein. In der Frauenwoche vom 10. bis 14.09. sind u.a. eine Modenschau, eine Typberatung, eine Fahrt zur Miniwelt in Lichtenstein und Kegeln geplant.
Ein Tanzkurs findet vom 29.10. bis 01.11.statt.
Nähere Informationen und Anmeldung bei der
Villa
Rochsburg
Tel.: (03 73 83) 83 80-0
E-Mail: villa@bsv-sachsen.de
Bitte fordern Sie unsere Hotelbroschüre für 2007 an!
Hotel-Residenz AURA Zentrum
Tel.: (052 34) 90 40
Internet: www.aura-zentrum.de
E-Mail: info@aura-zentrum.de
Anfragen und Reservierungen über
AURA-Pension
Georgenthal/Thür.
Tel.: (03 63 53) 3 05-0
Zum Jubiläum hat das AURA-Hotel eine Dokumentation zusammengestellt, die im Haus für alle Gäste ausliegt. Eine PowerPoint-Präsentation mit unterlegter Audio-Beschreibung sowie die gesprochenen Texte im MP3-Format sind bei der Einrichtung auf CD-ROM erhältlich.
AURA-Hotel "Ostseeperlen" Boltenhagen
Tel.: (03 88 25) 37
00
E-Mail: ostseeperlen@t-online.de
Vom 05. bis 13.10. bietet die Taichi und Ch'i-Kung Schule Gisa Anders in Zusammenarbeit mit der Stiftung Blindenanstalt Frankfurt a.M. einen Taichi-Kurs in Bagno Vignoni (Italien) für blinde und sehbehinderte Personen mit ihren Begleitern an. Von Seiten der Stiftung Blindenanstalt wird die Mobilitätstrainerin, Susanne Säum, die Reise begleiten.
Neben den Kursen ist Zeit für das Thermalbad, für Ausflüge und kulinarische Genüsse bei Wein und Käse.
Anmeldeschluss: 15.08.
Weitere Auskünfte bei:
TAICHI- und
CH'I-KUNG-SCHULE
Gisa Anders
Tel.: (0 60 02) 54 65
E-Mail: gisa_anders@arcor.de
oder
Stiftung Blindenanstalt
Ursula Hollerbach
Tel.: (0 69) 95 51 24-61
E-Mail: hollerbach@stiftung-blindenanstalt.de
Das TUI ReiseCenter in Bremen bietet für blinde und sehbehinderte Menschen eine eigens für diesen Personenkreis zugeschnittene Reise nach Thailand vom 20. bis 30.11. an.
11 Tage – Sondergruppenreise mit Lufthansa ab/bis Bremen.
Ein Land aus einer anderen SICHT, Thailand, erwartet Sie. Urlaub fühlen (den liegenden Buddha), schmecken (typisch thailändische Küche), riechen (den intensiven Duft der Lotusblüte), begegnen (den netten Menschen). Einige Stationen sind Bangkok, die Stadt der Engel, River-Kwai-Brücke mit Bahnfahrt, Nachtmarkt von Patpong, Wat Pra Keo des Königspalastes sowie eine einstündige traditionelle Thaimassage u.v.m.
Nähere Informationen und Anmeldung bei
TUI
ReiseCenter
Tel.: (04 21)43 60 93
E-Mail: 6119@tui-reisecenter.de
Der Frühbucherpreis gilt bis zum 20.07.
Am 10. sowie am 13.10., jeweils um 15.00 Uhr, finden spezielle Tastführungen für blinde und sehbehinderte Besucher statt.
Georg Kolbe war einer der erfolgreichsten deutschen Bildhauer der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Bei den Tastführungen geht es um Kolbes teilweise lebensgroße Bronzen im Skulpturenhof und Skulpturengarten des Museums. Im Mittelpunkt steht dabei die menschliche Gestalt und ihre Bewegung im Raum.
Anmeldung erforderlich
Am 25. und 27.07. findet jeweils um 11.00 Uhr eine Tastführung für Blinde und Sehbehinderte durch die Ausstellung "Angkor – Göttliches Erbe Kambodschas", die bis zum 29. Juli 2007 im Martin-Gropius-Bau in Berlin, Niederkirchner Str.7/Ecke Stresemannstr.110, zu sehen ist, statt. Es erwartet Sie eine Auswahl herausragender Kunstwerke aus brahmanischen Tempeln und buddhistischen Heiligtümern des 7. bis beginnenden 20. Jahrhunderts.
Anmeldung bei
Anja Winter
Tel.: (0 30) 76 76 99
09
anjawinter@ngi.de
(auch
Information und AB)
Scheinhardt, Saliha: Die Stadt und das Mädchen. Zu Hause und fremd zugleich: Das Leben einer jungen Frau zwischen zwei Welten, voller Schmerz, Sehnsucht und Rebellion. Die fesselnde Geschichte einer Türkin, die nach Deutschland kam, eines Mädchens, "für das nur Deutschland und die Türkei zusammen eine ganze Heimat ausmachen." Ref. Kurzschrift.
Nähere Informationen:
VzFB
Tel.: (05 11) 9 54
65-32
Radikale Analysen, bissige Besprechungen und engagierte Aufsätze aus sämtlichen Bereichen von (deutscher und internationaler) Politik und Kultur (Kunst, Musik, Literatur, Film etc.) bietet das monatlich in Hamburg erscheinende Magazin "Konkret".
Der Konkret-Verlag plant nun in Zusammenarbeit mit dem DVBS (Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf) ein eigenes Angebot der "Konkret" als Hörzeitschrift auf CD (im Daisy- bzw. MP3-Format) – ein Angebot nicht nur an blinde und sehbehinderte Interessenten.
Beginnend mit Heft 5/07 kann "Konkret" als Hörbuch (auf CD) abonniert werden – zu den gleichen Konditionen wie das gedruckte Heft.
Abonnements für die "Konkret"-Hörbuch-Edition können ab sofort abgeschlossen werden bei:
KVV Konkret Vertriebs GmbH & Co
Ruhrstr.111, 22761
Hamburg
Tel.: (0 40) 8 51 25 30
E-Mail: redaktion@konkret-magazin.de
Wer kennt ihn nicht, den blinden Detektiv Peter Lundt? In der Mailingliste des Verlages für Produktion, Vermarktung und Vertrieb von Hörbüchern "Hörformat" treffen sich Freunde der bekannten Hörspielreihe. Das Forum möchte vor allem blinden und sehbehinderten Fans die Möglichkeit zur Diskussion und zum Austausch bieten. Moderiert wird die Mailingliste von Stephan Merk. Zur Anmeldung gehen Sie auf die Seite: www.merkst.de/listen , dort aktivieren Sie das Kontrollkästchen zur Mailingliste "Hörformat" und tragen im Eingabefeld Ihre E-Mail-Adresse ein. Klicken Sie anschließend auf "Abschicken". Innerhalb der nachfolgenden 72 Stunden werden Sie in die Liste aufgenommen.
BlindNews.eu verbreitet tagesaktuell Nachrichten, die für blinde und sehbehinderte Menschen spannend, interessant und informativ sind. Die Zeitung enthält u.a. Meldungen aus den Bereichen Politik, Multimedia, Medizin und Kultur. Der Dienst bündelt diese Nachrichten und stellt sie im Internet in einem barrierefreien Format zusammen. Als besonderen Service bietet BlindNews.eu einen Newsletter an, der jeweils dienstags und freitags über die Ereignisse der Woche informiert. Alle News können auch in einem Feedreader gelesen werden. Die Meldungen werden in seriösen und professionell arbeitenden Nachrichtenquellen recherchiert.
Kontakt:
BlindNews
Andreas Goerdes
E-Mail: redaktion@blindnews.eu oder pressedienst@blindnews.eu
Internet: www.blindnews.eu
Ein Team des Open-Source-Projektes Loadstone-GPS entwickelt ein Navigationssystem, das es Blinden ermöglicht, sich via Handy in der Welt zu orientieren. Dabei kommt eine barrierefreie Navigationssoftware zum Einsatz, die auf das Mobiltelefon installiert werden muss. Das kostenlose Programm unterstützt in der aktuellen Version Handys mit dem Betriebssystem Symbian. Zusätzlich benötigt der Nutzer einen Screenreader, wie etwa "Talks" von Nuance Software oder "Mobile Speak" der Firma Code Factory. Um den vollen Funktionsumfang von Loadstone-GPS nutzen zu können, sollten ein Bluetooth-GPS-Empfänger sowie eine Speicherkarte für das Kartenmaterial vorhanden sein. Bei den Karten ist man auf frei verfügbares Material angewiesen. Zahlreiche Entwickler und Tester – selbst alle blind – arbeiten an diesem System und Stellen Informationen zur Verfügung. Die Entwickler von Loadstone-GPS suchen aber noch weitere Unterstützer. Jeder kann sich mit entsprechenden Kenntnissen an dem Projekt beteiligen.
Ansprechpartner für den deutschsprachigen Raum ist
Per Busch
E-Mail: per.busch@online.de
Informationen zum Stand des Projektes finden Sie im Internet in englischer Sprache unter: www.loadstone-gps.com
Literatur zum Thema "Hund", die auf Kassette, CD oder in Blindenschrift angeboten wird, hat Rita Schroll aufgelistet. Der Überblick ist über die Internetseite des Vereins Lichtblicke e.V. (Rubrik "Aktuelles") zugänglich und gliedert sich in die Abschnitte: Blindenführhund, Aufzucht und Haltung, Ernährung und Gesundheit, Erziehung und Verhalten sowie Unterhaltungsliteratur.
Internet: www.verein-lichtblicke.de
Die AG Biologische Psychologie und Neuropsychologie der Universität Hamburg beschäftigt sich mit der Frage, wie es blinden und sehbehinderten Personen gelingt, den (teilweisen) Verlust des Sehsinnes durch den Hör- und den Tastsinn zu kompensieren. Eine Studie beschäftigt sich mit der Sprachwahrnehmung bei Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit.
Für diese Studie werden sehbehinderte Personen, die in den ersten Lebensjahren relativ normal gesehen haben und die heute ein Sehvermögen von mindestens zehn Prozent haben, gesucht.
Nähere Informationen bei:
Lisa Putzar
AG
Biologische Psychologie und Neuropsycholgie, Universität Hamburg
Von-Melle-Park 11, 20146 Hamburg
Tel.: (07 61) 137 85 66
E-Mail: lisa.putzar@uni-hamburg.de
Internet: bpn.uni-hamburg.de
Am 08.09.2007 ist in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) wieder Tag der offenen Tür. Berühren, Staunen, Begreifen heißt es auch in diesem Jahr wieder von 10.00 bis 16.00 Uhr in Deutschlands ältester öffentlicher Blindenbücherei mit Druckerei. Die einzelnen Bereiche, wie der Verlag, die Blindenschriftübertragung, die Reliefherstellung, der Druck der Braille-Schrift wie auch die Herstellung eines DAISY-Hörbuchs werden anschaulich dargestellt und erfahrbar gemacht.
Nähere Informationen und Anmeldung unter
Tel.: (03
41) 7 11 31 31
E-Mail: Katja.Hoffmann@dzb.de
Internet: www.dzb.de
Unter dem Titel "Die schönsten Franzosen kommen aus New York" werden bis zum 15. Oktober französische Meisterwerke des 19. Jahrhunderts aus dem Metropolitan Museum of Art in New York in der Neuen Nationalgalerie ausgestellt. Gezeigt werden rund 150 Spitzenwerke der bedeutendsten Künstler des vorletzten Jahrhunderts.
Besucher erhalten bei Vorlage des Schwerbehindertenausweises am VIP-Eingang sofortigen Eintritt. Enthält dieser das Kennzeichen "B", gilt dies auch für die Begleitperson, die dann freien Eintritt hat. Der schwerbehinderte Besucher zahlt werktags 5 € und am Wochenende 6 €. Ein Audio-Guide kann gegen Gebühr ausgeliehen werden.
Öffnungszeiten:
dienstags und mittwochs 10
– 18 Uhr
donnerstags 10 – 22 Uhr
freitags bis sonntags 10 – 20 Uhr.
Die Neue Nationalgalerie befindet sich in der Potsdamer Straße 50, in 10785 Berlin, Nähe Potsdamer Platz.
Mehr Informationen, einschließlich der Verkehrsverbindungen, gibt es unter
www.neue-nationalgalerie.de
Info-Hotline: 0180-54 100
Das Forum finden Sie auf der Seite www.axenfeld-rieger.de . Dabei geht es um das Axenfeld-Rieger-Syndrom, eine seltene verehrbare angeborene Augenkrankheit, die man selbst nicht behandeln kann. Man kann nur die Folgeerscheinungen dieser Krankheit behandeln. Dies sind z.B. der graue und der grüne Star, Zahnfehlstellungen, Herzfehler und auch Schädigungen des Innenohres.
Der Stern gibt die Punktschriftausgabe ab Juli 2007 nicht mehr heraus. Viele Leser haben sich für den Erhalt eingesetzt und DBSV-Präsidentin Renate Reymann hat dem Stern ein Gespräch angeboten. Der Stand am 07.06.07 war:
Der Stern führt die Punktschriftzeitung nicht weiter, plant aber eine Hörausgabe. Der DBSV versucht mit dem Stern und weiteren Anbietern, eine Weiterführung der Punktschriftausgabe zu realisieren. Positive Signale dafür gibt es.
Schätzungsweise 3.500 Interessierte besuchten die sechste SightCity vom 9. bis 11. Mai in Frankfurt. 93 Aussteller präsentierten ihre Produkte und Dienstleistungen.
Um das neue Betriebssystem Windows Vista wird man sich im Berufsleben nicht drücken können. Auf der SightCity konnte jedoch noch kein Aussteller eine fertige deutsche Version eines Vista-kompatiblen Screenreaders oder einer Vergrößerungssoftware zeigen. Gleichwohl stehen mehrere Anbieter kurz davor:
An das neue Office 2007 wird man sich aufgrund des neuen Bedienkonzeptes und Designs gewöhnen müssen. Herr Behrendt von Papenmeier sagte in einem Interview mit INCOBS: "Es ist sicherlich für einen Neueinsteiger eine deutliche Verbesserung gegenüber dem alten Office-Programm. Für Jemanden, der schon über Jahre Office-Erfahrungen hat, bedeutet es, unabhängig davon, ob er blind oder sehbehindert ist, eine erhebliche Umstellung und einen nicht unerheblichen Trainingsaufwand."
In Deutschland sind Talks und Mobile Speak als Screenreader für Symbianhandys weit verbreitet. Konkurrenz taucht jetzt durch die Screenreader Smart Hal von Dolphin und Mobile Speak Pocket von Code Factory auf. Diese Screenreader eignen sich für so genannte Smartphone Handys, die nicht auf Symbian, sondern auf Windows Mobile basieren. Zur Datensicherung und zur Synchronisation wird bei diesen Handys Active Sync von Microsoft eingesetzt, das laut Jane Brassington von Dolphin Computer Access viel einfacher zu bedienen ist als die Data Suit von Nokia.
Am Stand der Firma Vision SAS konnte man das mobile Vorlesegerät Top-Braille bestaunen. Es besteht aus einer kleinen Handkamera mit einem Braille-Modul. Fährt der Anwender mit der Kamera z.B. über eine Buchseite, werden die einzelnen Buchstaben auf dem Braille-Modul angezeigt und eine französische Sprachausgabe spricht diesen Buchstaben. Ein marktreifes, deutschsprachiges Modell wird laut Hersteller derzeit entwickelt, gesucht wird noch ein deutscher Vertrieb. Sollte das Top-Braille dann im Alltag einsetzbar sein, wären Blinde in der Lage, an jedem Ort und zu jeder Zeit gedruckte Texte aller Art zu lesen.
"Pronto QS" ist der neue Mini-Organizer der Firma Baum Retec AG mit Sprachausgabe und Schwarzschrifteingabetastatur. Das Pronto QS kommt schlank daher und bietet laut Hersteller alle Funktionen, die von anderen Modellen dieser Serie bekannt sind, wie Notizfunktion, Taschenrechner, Terminverwaltung und Adressdatenbank. Alle Vario-Connect- sowie weitere Braille-Zeilen können per Bluetooth angeschlossen werden. Anwender haben somit die Wahl zwischen der Eingabemöglichkeit per Braille- oder Schwarzschrifttastatur; aber auch die Qual, sich für ein Gerät mit oder ohne integrierte Braille-Zeile entscheiden zu müssen.
Wer auf der SightCity 2007 nach brandneuen Braille-Zeilen suchte, wurde u.a. am Stand der Firma Tieman, international mittlerweile unter dem Firmennamen "Optelec" bekannt, fündig. Der ALVA Braille Controller (BC) 640 setzt nach Herstellerangaben neue Maßstäbe. Mit den Maßen 33,8 * 7,5 * 1,8 cm ist das Gerät im Vergleich zu den bisherigen ALVA-Modellen klein. Soll aus dieser Zeile aber ein echter "Controller" werden, mit dem man u.a. per Bluetooth den PC steuern kann, sind optional erhältliche Features notwendig. Auf dem optional integrierten USB-Speicher kann der bevorzugte Screenreader mit den persönlichen Einstellungen abgelegt werden. Mit Hilfe des vom Hersteller als "Braille Audio Feature Pack" bezeichneten, an den BC 640 ansteckbaren Zusatzmoduls kann der PC beispielsweise via Bluetooth-Verbindung von einem anderen Raum aus gesteuert werden. Eine Entfernung bis zu 100 Metern soll ohne Verbindungsabbrüche möglich sein.
Zur großen Auswahl der ausgestellten Bildschirmlesegeräte gehörten vielfach neue oder modifizierte Modelle bekannter Serien. Ein Beispiel ist das Videomatic RP von Reinecker, ein neueres Mitglied der Videomatic-Reihe. Dieses stationäre System wurde speziell für Retinitis-Pigmentosa (RP)-Betroffene entwickelt. Der Nutzer kann einen schwenkbaren Monitor ganz nah an sich heranziehen und das Bild bleibt auch bei kleineren Vergrößerungen scharf. Für den mobilen Einsatz bietet Reinecker Nutzern mit RP zudem das topolino capo.
Die schwedische Firma LVI zeigte aus der ebenfalls bereits bekannten MagniLink-Serie das MagniLink-Zip und das MagniLink S OCR. Das MagniLink Zip verfügt über einen 17-Zoll-Breitbild-Monitor und einen stabilen Kreuztisch. Obwohl es wie eine Ziehharmonika zusammengefaltet werden kann, ist es für den ständigen Einsatz am Schreibtisch stabil genug. Doch laden die 8 kg Gewicht trotz vorhandener Transporttasche nicht zum ständigen Herumtragen ein. Zum MagniLink S OCR gehört eine Kamera, mit der eine Vorlage nicht nur vergrößert, sondern auch eingescannt werden kann. Der Vorteil ist, dass Text oder Grafik hinterher für die elektronische Weiterverarbeitung, z.B. in Word, zur Verfügung stehen. Die OCR-Kamera kann mit einer Distanzkamera, die z.B. Tafelbilder überträgt, kombiniert und an einen Laptop angeschlossen werden. Produkte von LVI sind in Deutschland bei fluSoft, Handy Tech, Hedo Reha-Technik und IPD erhältlich.
Auch das überarbeitete Bildschirmlesegerät MyReader der Firma Humanware scannt Texte ein und ist z.B. bei Baum, Eschenbach, Handy Tech und Hedo Reha-Technik erhältlich. Es werden damit zwar keine Dateien zur Weiterverarbeitung produziert, dafür wird trotz Laufschriftfunktion kein PC gebraucht. Bei der neuen Version können bis zu zehn Seiten gleichzeitig verarbeitet werden.
Im Bereich der Vergrößerungskameras im Handtaschenformat, auch "E-Lupen" genannt, sind ebenfalls bereits bekannte Produkte verbessert worden. Viele der Geräte ähneln sich, die Leistungsunterschiede stecken im Detail. Beispiele hierfür sind das Compact+ von Tieman, die Quicklook von Ash Technologies, erhätlich z.B. bei Handy Tech und weimed und das SenseView von Baum. Die Displays aller drei Geräte sind 4,3 Zoll groß, das Gewicht liegt zwischen 221 g (SenseView) und 300 g (Compact+). Die Unterschiede liegen vor allem im Darstellungsbereich und bei der Betriebsdauer:
Diese drei sind nur Beispiele für weitere, ähnliche Geräte. Das Opal von Freedom Scientific zoomt stufenlos bis zu einer 6,6-fachen Vergrößerung und kann auch an einen Fernseher angeschlossen werden, z.B. im Hotelzimmer. Diese Funktion bietet auch die im letzten Jahr vorgestellte Maxlupe Mini Plus der Firma Reinecker, die durch einen zusätzlichen Sender das Bild kabellos überträgt.
Eins haben die E-Lupen jedoch gemeinsam: Sie sind kein Ersatz für ein Bildschirmlesegerät. Für den mobilen Betrieb mit einem Laptop gibt es von verschiedenen Herstellern Handkameras, z.B. von Ash, Bierley, LVI oder Steller.
Wer sich bei seinem Besuch einer solchen Messe für Fein- und Besonderheiten interessiert, der konnte mit dem Top-Braille, dem Pronto QS und dem ALVA BC 640 ziemlich innovative Produkte entdecken. Vor Windows Vista und den neuen Office-Anwendungen muss man sich, soweit das so kurz nach Erscheinen beurteilt werden kann, nicht fürchten. Allerdings werden Umstellungsbereitschaft und Geduld auf Anwenderseite vonnöten sein.
Durch die stetig steigende Besucherzahl steigt der Lautstärkepegel in den Hallen. Daher wäre für einige alleinreisende blinde Besucher ein Guide für den ganzen Tag – gegen entsprechende Bezahlung – vermutlich hilfreich.
Ein umfangreiches Rahmenprogramm bot das SightCity-Forum, organisiert von der Low-Vision-Stiftung und ACTO e.V. Täglich fanden hier Patientensymposien zum zentralen Thema AMD (Altersbedingte Makula-Degeneration) sowie Vorträge und Podiumsdiskussionen statt.
Nach einem Patientensymposium zur Eröffnung stellte Ina Oertel vom SFZ BBW Chemnitz das Projekt 1+11 vor. Die individuell auf den Klienten zugeschnittene Beratung richtet sich an blinde oder sehbehinderte Menschen, deren Arbeitsverhältnis gefährdet ist oder die bereits erwerbslos sind. Ziel ist die Umsetzung persönlicher Ziele zur Sicherung eines Beschäftigungsverhältnisses oder einer beruflichen Neuorientierung.
Auf der Podiumsdiskussion "Berücksichtigung einer Sehbehinderung und Blindheit in der ambulanten und stationären Pflege und in der Ausbildung von Pflegepersonal" diskutierte Moderator Prof. Dr. Werner Wahl (Universität Heidelberg) mit Vertretern aus der Altenpflege. Es wurde deutlich, dass die Situation von sehbehinderten und blinden alten Menschen in der Pflege und in der Ausbildung des Pflegepersonals kaum eine Rolle spielt. Weiterhin wurde die schlechte augenärztliche Versorgung in Pflegeeinrichtungen bemängelt. Zu einer Verbesserung kann es nach Meinung der Teilnehmer erst durch eine Sensibilisierung für das Thema kommen.
Am zweiten Messetag ging es um die Qualität der Beratung für blinde und sehbehinderte Menschen. In der Podiumsdiskussion "Qualifizierte Beratung in der Selbsthilfe, Ansätze und Lösungswege für einheitliche und flächendeckende Beratungsstandards" sprach Thomas Lilienthal von INCOBS mit Vertretern deutscher und schweizerischer Blinden- und Sehbehindertenverbände. Anders als in der Schweiz sind in Deutschland hauptsächlich ehrenamtliche Berater tätig. Das Angebot ist weder einheitlich noch flächendeckend, die Qualitätsunterschiede in der Beratung sind groß. Für eine bundesweite Qualitätssicherung werden nach Aussage der Verbandsvertreter derzeit bundesweite Standards durch den DBSV erarbeitet. Eine Grundlage dafür liefert ein Fortbildungskonzept des BBSB zur Qualifizierung ehrenamtlicher Berater. Dieses Fortbildungskonzept mit Abschlusszertifikat gibt den ehrenamtlichen Beratern Sicherheit bei ihrer Tätigkeit und schafft die gewünschten Qualitätsstandards. Künftige Themen für die Weiterentwicklung der Beratung sind die Aufgabenverteilung von haupt- und ehrenamtlicher Beratung, neue medizinische und gesellschaftliche Entwicklungen.
Mit dem Entwicklungsstand von GPS-Navigationstechnik und ihren Folgen beschäftigte sich der nachfolgende Vortrag: "Sozialtherapeutischen Implikation – Chancen und Möglichkeiten der Navigation." Ein gut entwickeltes Navigationssystem kann, so der Vortragende Dr. Klaus Mönkemeyer, für Sehbehinderte interessant sein. Zur Zeit ist eine Führung durch ein GPS jedoch noch problematisch, gerade in größeren Städten. Empfangsprobleme durch dichte Bebauung und in Tiefgaragen, Probleme an Ampeln und Baustellen oder verstellte Gehwege können hier zum Abbruch der Navigation führen.
In der abschließenden Podiumsdiskussion "Die Auswirkungen des neuen Hilfsmittelkataloges auf die Versorgung von blinden und sehbehinderten Menschen" wurde deutlich, dass die positiven und negativen Auswirkungen der Gesundheitsreform im Bereich der Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte noch nicht absehbar sind. Viele Teilnehmer befürchteten, dass die Qualität der Versorgung gefährdet sei, beispielsweise durch die Praxis der Ausschreibung. Als wichtig wurde die Gesprächsbereitschaft auf allen Seiten und eine Stärkung der Beratung – auch durch die Krankenkassen – hervorgehoben.
Carsten Albrecht, Heike Klamroth und Franziska Padge
Über eine Schule für blinde Kinder und Jugendliche
im Nordwesten Kenias
Als ich im Jahr 2005 erstmals die Ortschaft Katilu zu besuchen wünschte, machte mein Kollege Mike Ng'eno mich darauf aufmerksam, dass ich nun, bezogen auf meinen ansonsten nicht gerade sprichwörtlichen Mut, viele Kenianer hinter mir lassen würde – wenn ich denn bei meiner Bitte bliebe.
Mike Ng'eno informierte mich (wieder einmal) von dem Umstand, dass Kenia grob gesagt aus zwei Teilen besteht: Aus einem armen Süden und einem noch weit ärmeren Norden. Der Süden ist über weite Strecken niederschlagsreich – somit typisch für die Tropen: tiefgrün – der Norden besteht überwiegend aus Wüste oder wüstenähnlichen Gebieten. Die Infrastruktur im Norden ist, soweit überhaupt vorhanden, äußerst bescheiden. Eine Autofahrt ist nur mit LKW oder Geländewagen möglich. Der Nordwesten Richtung Turkanasee (früher: Rudolfsee) ähnelt weit mehr dem Süd-Sudan oder Äthiopien als dem Kenia, das manche Touristen kennen. Diese Schilderung Mikes wurde aber noch durch die Information ergänzt, dass die Gegend nördlich der Stadt Kitale, wo eigentlich der Norden beginnt, als "insecure" gilt (unsicher); es gäbe Banditen. Außerdem würden sich ab und an Kämpfer aus dem nahe gelegenen Uganda bei der Kenianischen Bevölkerung, vornehmlich Hirten, "mit dem Nötigsten versorgen". Sei's drum: Wir machten uns im Juli 2005 auf, den Standort Katilu zu besuchen. Wir hatten gehört, dass "eine Reihe von blinden Kindern" dort leben, einige von ihnen sogar in der dortigen Grundschule unterrichtet würden, aber über nahezu keine Hilfsmittel und die Lehrkräfte über keine blindengerechten Unterrichtsmittel verfügten. Vielleicht würde sich ja ein Projekt ergeben.
Wir machten uns auf, fuhren von Nairobi durch den landschaftlich wunderschönen Westen Kenias (man muss "nur" die Armut wegnehmen; dann ist es wunderschön) bis zu dem erwähnten Kitale. Dann änderten sich zwei Erscheinungen auf dem Weg nach Norden: Landschaft – es wurde immer trockener (semiarid region) – und "Stationen": Auf einmal gibt es immer mehr Straßensperren sowie kontrollierende Polizisten und Soldaten. Daneben sieht man an größeren Wasserlöchern einige Kamelherden.
An einem Checkpoint redete ein Officer recht lange auf Mike ein. Das Ergebnis konnte ich nach Abschluss dieses Gesprächs zur Kenntnis nehmen: Ein junger Soldat mit Gewehr stieg zu uns und begleitete uns für eine Strecke von gut 100 Kilometern; für diese Strecke benötigten wir rund drei Stunden Fahrzeit. Mit Begleitschutz zu fahren sei sicherer, so wurde uns bedeutet. Dies nahmen wir natürlich widerspruchslos hin. Beim Wunsch nach guter Fahrt brachte uns der Officer nahe, wie sehr sich der uns begleitende Soldat über die Finanzierung eines Mittagessens freuen würde. Die hierfür überaus üppigen zwei hatten wir natürlich auch noch.
Nach dieser Schilderung mag meine Erwartung nicht verwundern, auf äußerst ärmliche Verhältnisse am Projektort gefasst zu sein. Wir fanden zu unserer eigenen Überraschung die Abzweigung von der "Hauptstraße" nach Katilu. Kurz vor der Ortsgrenze stoppte ein Pick-up-Auto; diesem entstieg eine junge quirlige, geradezu leichtfüßig sich bewegende Nonne: Sr. Theresa, ca. 28 Jahre alt, Schulleiterin "unserer" Schule. Obwohl die Schule nicht in kirchlicher Trägerschaft arbeitet, hilft der Bischof der benachbarten Stadt Lodwar sozusagen mit einer "Planstelle" aus.
Wir fanden eine Schule vor, die selbst nach kenianischen Maßstäben äußerst arm ist; das Foto, das den Lehrer und das blinde Kind zeigt, spricht Bände, und in diesem entfernten Flecken haben die Lehrer blinde Kinder in die Schule aufgenommen und begonnen sie zu unterrichten. Blinde Kinder muss man hier im Distrikt aufsuchen; sie kommen nicht von selbst zur Schule. Aber wenn man die Dörfer oder einzelne Hütten besucht, findet man sie in erschreckend großer Anzahl. Gründe sind die Ernährungs- und die Hygienesituation sowie der Umstand, dass auf Grund von Verletzungen des Auges oft Erblindung eintritt, weil ein Augenarzt nicht binnen einer Woche erreichbar ist. Dies erklärt auch die hohe Anzahl blinder Kinder, weitaus höher als im Landesdurchschnitt und vor allem höher als bei uns (etwa acht- bis neunmal). Normalerweise werden die Kinder durchgefüttert oder – wenn es Verbindungswege zu anderen Dörfern gibt – bettelnd an den Wegrand postiert.
Wir haben also die Kinder und Lehrkräfte und andere Leute aus dem zugehörigen Ort vorgefunden. Wir wurden überaus herzlich empfangen. Trotz der Armut gibt es keine "offensichtliche Depression". Alle zeigten Initiative, ihr Los zu benennen, Ziele und Wege zu formulieren und eine wirkliche Kooperation anzubieten (eine Kooperation, die also nicht nur aus Nehmen besteht). Notwendig waren im Einzelnen
Wir gestatteten uns dann noch einen Abstecher zum Turkanasee, dem Ort der "Wiege der Menschheit", landschaftlich faszinierend, doch die Menschen bitterarm.
Bei der Rückreise wurden wir wieder unter beruhigenden Schutz gestellt. Wir sortierten später in Nairobi die Informationen und unsere Gedanken und legten das weitere Vorgehen fest. Zu Hause zurück, stellten wir einen Antrag beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Wir baten um eine Kofinanzierung dieses Projekts nach Maßgabe der Richtlinien des BMZ. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt das Ministerium zu einzelnen Projekten Bundesmittel. Zu unserer großen Freude nahm das Ministerium unseren Antrag in voller Höhe an: 63.361 Euro. Wenn wir die oben erwähnten Teile des Projektes betrachten, sind die aufzuwendenden Mittel wohl als äußerst gering zu bezeichnen. Stellen wir nun noch in Rechnung, dass das BMZ 75 Prozent der Kosten übernimmt, so kann man sagen, dass die DBHW-Spender für 15.840 Euro eine Schule für blinde Kinder errichten und ausrüsten. Nach der Bewältigung der notwendigen Formalien ging es dann an die Realisierung. Bei meiner nächsten Reise im Juli/August 2006 konnte ich dann schon das Projekt im Prozess sehen und fotografieren: Die Gebäude stehen, die Wassertanks sind geliefert, die Umzäunung ist vorgenommen, mit didaktischen Unterrichtsmitteln wird schon gearbeitet.
Eines zeigen die Bilder am Rande auch: Die Schule ist eine Grundschule, wird also von Kindern bis einschließlich der 6. Klasse besucht. Die blinden Kinder sind weitaus älter. Sie sind erst zur Schule gekommen, als ihren Eltern sinnfällig vor Augen gestellt wurde, dass es hier einen speziellen Unterricht für blinde Kinder gibt und (!) Lehrkräfte nahe bringen können, dass blinde Kinder durch die Schule später ihr Leben einmal eigenständig führen können.
So fährt man nach Katilu nach wie vor durch die Wüste. Doch aus der Wüste im Ort Katilu selbst wird für die blinden und sehbehinderten Kinder langsam so etwas wie eine kleine Oase. Diese Oase habe ich bei zwei weiteren Reisen – Verzeihung, aber ich sage es: genießen dürfen; denn inzwischen sind eine Reihe blinder Kinder aufgenommen worden. Kinder, die vorher zu Hause nur "behütet" wurden (man darf wohl auch sagen: "versteckt"), werden nun unterrichtet. Der Nachfolger von Sr. Theresa konnte bei der vier Stunden dauernden Einweihungsfeier Perspektiven schildern, die früher undenkbar gewesen wären: blinde Kinder lernen die Kulturtechniken und haben die Chance, später ihr Leben eigenständig zu gestalten.
Die nächsten Horizonte werden sichtbar: Am Nachmittag des Tages der Einweihungsfeier treffen wir die Leiterin der weiterführenden "Secondary School for girls" in Kakuma (noch etwas weiter nordwestlich Katilu). Sie war natürlich längst über unser Projekt informiert; sie fragte "logischerweise", ob wir denn wohl auch ihre Schule blindengerecht ausstatten würden ... Die Arbeit geht weiter.
Heribert Tigges
Projektleiter des Deutschen
Blindenhilfswerks, korporatives Mitglied des DBSV
Tel.: (02 03) 35 53
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Der Einbau eines Rußpartikelfilters in den Diesel wird mit 330 Euro Steuernachlass belohnt. Wie aber, wenn jemand von der KFZ-Steuerpflicht befreit ist? Die Lösung ist ein Rabatt auf die Werkstattrechnung. Dazu erklärt die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer in einer Pressemitteilung:
"Gesellschaftliche Teilhabe bedeutet auch, sich aktiv am Schutz der Umwelt beteiligen zu können. Moderne Behindertenpolitik befasst sich eben längst nicht mehr nur mit Fragen der Fürsorge oder dem Ausgleich von Nachteilen. Moderne Behindertenpolitik will Gleichstellung, Teilhabe und Selbstbestimmung ermöglichen. Mit dem Rabatt erhalten behinderte Menschen die gleichen Anreize wie nicht behinderte Menschen, am Umweltschutz teilzunehmen. Sie erhalten eine Ermäßigung für den Filtereinbau von bis zu 330 Euro, was den steuerlichen Vorteilen entspricht."
Die Behindertenbeauftragte sagt in ihrer Pressemitteilung, wie das geht: "Der Kunde oder die Kundin wendet sich an eine A.T.U.-Werkstatt und bittet um die Nachrüstung des Fahrzeuges mit einem Rußpartikelfilter. Gleichzeitig wird der aktuelle KFZ-Steuerbescheid eingereicht, anhand dessen die Steuerbefreiung deutlich wird. Bei einer 100%-igen Befreiung wird von der Werkstatt ein Nachlass von 330 Euro auf die anfallenden Kosten gewährt, bei 50%-iger Befreiung ein Nachlass in Höhe von 165 Euro. Der Rabatt wird direkt von der Rechnung abgezogen.
Die Regelungen betreffen alle behinderten Menschen, die im Besitz eines Schwerbehindertenausweises mit den Merkzeichen "aG", "H", "Bl", "G", "Gl" sind und denen eine (teilweise) Befreiung von der KFZ-Steuer gewährt wurde."