Gegenwart 10 / 2005 - ausgewählte Beitträge

"Die Gegenwart" erscheint monatlich (Juli / August als Doppelnummer)

Jahresbezugspreis: 35 Euro (Abonnenten unter 21 Jahren zahlen den halben Preis).

Informationen über die Zahlungsmodalitäten gibt der DBSV-Zeitschriftenverlag
Frau Wolff
Tel.: (0 30) 28 53 87-22
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Inhaltsverzeichnis

Zu unserem Titelbild:
Unterwegs bei der 15. Tandem-Woche des DBSV.

Editorial

Wie heißt der 1000ste DAISY-Abonnent?

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

seit zwei Monaten gibt es mehr "Gegenwart"-Abonnenten, die sich für die DAISY-Ausgabe auf CD-ROM entschieden haben als Kassetten-Hörer. Und wie ich aus manchen Gesprächen heraushöre, überlegen nicht wenige "Kassetten-Fans", sich ebenfalls für DAISY zu entscheiden. Über die Vorzüge dieser Version wurde inzwischen so viel berichtet, dass ich mich hier kurz fassen kann. Außerdem sprechen die Abonnentenzahlen ja für sich.

Aber wer wird der 1000ste DAISY-Abonnent der "Gegenwart", den wir gern noch in diesem Jahr begrüßen würden? Ruhm und Ehre kann man damit sicher nicht gewinnen, aber ein DAISY-Abspielgerät. Ja, Sie haben richtig gelesen oder gehört:

Derjenige, der als 1000ster DAISY-Abonnent beim DBSV-Zeitschriftenverlag registriert wird und seine dann fälligen Abo-Gebühren bezahlt hat, bekommt ein DAISY-Abspielgerät "PTN 1" im Wert von mehr als 400 Euro, zur Verfügung gestellt von der Firma Handy Tech Elektronik GmbH, die die Handbücher zu all ihren Produkten inzwischen ebenfalls auf DAISY-CD anbietet. Vor der 1000 liegt aber noch die 975. Wer mit dieser "halbrunden" Zahl registriert wird, bekommt die "Gegenwart" ein Jahr lang kostenlos. Außerdem werden Probeabos für weitere Hörzeitschriften verlost.

DAISY ist also auch durch diese Aussichten recht verlockend.

Ihr Dr. Thomas Nicolai 

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Aufruf:

Demonstration am 8. Oktober in Erfurt

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und der Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen rufen alle blinden Menschen, ihre Angehörigen, Freunde und alle Mitbürger auf, sich am Samstag 8. Oktober ab 10.00 Uhr auf dem Busbahnhof neben dem Hauptbahnhof in Erfurt zu versammeln.

Von dort marschieren wir fünf Minuten vor 12.00 Uhr über den Gagarin-Ring zur Staatskanzlei, die Wegstrecke beträgt ca. 2,5 km. Seien Sie gemeinsam mit uns dabei, wenn wir am 8. Oktober mit einer machtvollen Demonstration den Verantwortlichen in Thüringen und ganz Deutschland zeigen, wie wichtig für uns der Erhalt des Blindengeldes ist. Denn eines ist sicher: Wird uns das Blindengeld in Thüringen weggenommen, ist dies der Anfang vom Ende dieses wichtigen Nachteilsausgleichs für blinde Bürgerinnen und Bürger auch in allen anderen Bundesländern. Wehren Sie sich, protestieren Sie mit. Nutzen Sie die Chance zu zeigen, dass blinde Menschen ab sofort nicht mehr zu übersehen sind.

Bringen Sie unbedingt Ihren weißen Stock, Ihr Blindenabzeichen, Armbinden, gelbe Basecaps und Schals sowie Ihren Blindenführhund mit. Bitte bringen Sie auch Plakate und Transparente mit, auf denen Sie die Forderung nach Erhalt des Blindengeldes deutlich machen.

Die Anreise ist per Bahn, Bus oder mit dem eigenen PKW möglich. Erfurt ist der zentrale Knotenpunkt aller Züge, aus dem gesamten Bundesgebiet. Auf den Bahnsteigen und in der Bahnhofshalle finden Sie gekennzeichnete Helfer, die Sie zum Stellplatz in unmittelbarer Nähe bringen bzw. Ihnen den Weg genau beschreiben können. Bitte kennzeichnen Sie Ihre Busse mit einem gelben Schild versehen mit drei schwarzen Punkten. Sie werden dann von den Ordnungskräften der Stadt durchgewunken. Nach dem Aussteigen der Demoteilnehmer werden die Busse auf einem zentralen Parkplatz abgestellt (genaue Angaben über die Parkmöglichkeit der Busse, werden aus verkehrstechnischen Gründen nachgereicht). Bei Rückfragen stehen Ihnen die Mitglieder des Org.-Kommitees Herr Uwe Haßkerl und Herr Matthias Schiedek unter folgenden Nummern zur Verfügung:

Uwe Haßkerl
Tel.: (0 36 03) 89 18 81
E-Mail: uwekurthass@web.de

Matthias Schiedek
Tel.: (03 66 03) 8 89 84
E-Mail: m.schiedek@freenet.de

Die E-Mails bitte mit dem Betreff: Erfurt Demo Blindengeld

Slogans zur Demo:

  1. Wir leben in einer dunklen Welt,
    Hände weg vom Blindengeld

  2. Unser Blindengeld soll bleiben,
    sonst werden wir Althaus vertreiben.

  3. Hände weg vom Blindengeld
    Blindengeld muss bleiben

  4. Tausche Blindengeld gegen Augenlicht

  5. Blindengeld, das könnt ihr glauben,
    das lassen wir uns nicht kampflos rauben

  6. Das Blindengeld wollt ihr uns nehmen,
    dafür solltet ihr euch schämen.

  7. Geht doch mal an die Großen ran
    und packt das Blindengeld nicht an!


Bildunterschrift: Bremen, Juni 2001: Damals konnte die Abschaffung des Landesblindengeldes verhindert werden.

Signale setzen

Der Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen e.V. (BSVT) hat seit Beginn der Unterschriftenaktion gegen die von der Landesregierung und der CDU-Landtagsfraktion geplante faktische Abschaffung des einkommens- und vermögensunabhängigen Landesblindengeldes Mitte Mai dieses Jahres rund 45.000 Unterschriften gesammelt, die am 15.09. an Sozialminister Dr. Klaus Zeh übergeben wurden.

"Wir betrachten die Aktion als großen Erfolg", sagte der Chef des BSVT im Anschluss an eine außerordentliche Landesvorstandssitzung in Gera, "weil so viele Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung durch die Unterschriften ihre Solidarität mit den blinden Menschen bekundet haben, wofür wir an dieser Stelle noch einmal allen sehr herzlich danken."

Und weitere gemeinsame Aktionen sind geplant. So wird BSVT-Vorsitzender Peter Och beispielsweise auf der Kundgebung der Arbeitsloseninitiative Thüringen (ALI) vor dem Landtag am 06.10. (Beginn 10.00 Uhr) sprechen und dabei gleichzeitig zur Beteiligung an der Demonstration am 8. Oktober in Erfurt aufrufen.

Im Gegenzug wird der Vorsitzende der ALI Herr Hofmann am 08.10. auf der Demo gegen die Abschaffung des Landesblindengeldes sprechen.

Der Landesvorstand des BSVT ruft dazu auf, ab sofort bis zu einer Entscheidung über die Zukunft des Landesblindengeldes jeden Dienstag von fünf vor hzwölf bis 13.00 Uhr vor allen Wahlkreisbüros der Thüringer CDU-Landtagsabgeordneten Mahnwachen von ca. 3 bis maximal 5 Betroffenen zu organisieren (natürlich mit Armbinden, weißen Stöcken, Mützen, Schals und Plakaten.

(Aus Mitteilungen des BSVT)

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DBSV-Nachrichten:

Beraten und beschlossen

Das DBSV-Präsidium tagte am 02.09. in Berlin. Nach längerer Pause wieder ein Interview mit Jürgen Lubnau:

Stichwort Blindengeld: Wie ist die Lage, was kann das Präsidium tun, um das Schlimmste zu verhüten?

Jürgen Lubnau: Wir haben nur noch drei Präsidiumssitzungen vor dem nächsten Verbandstag. Die größte Schwierigkeit ist im Augenblick das Blindengeld in Thüringen. Gespräche mit Entscheidungsträgern in Thüringen, mit dem Ministerpräsidenten, mit dem Sozialminister und mit Landtagsabgeordneten finden regelmäßig statt. Wir merken, dass wir Zustimmung von Bundestagsabgeordneten erhalten, aber nicht unbedingt aus dem Landtag, aus der Landesregierung schon gar nicht. Deshalb wird es auch am 08. Oktober eine große Demonstration in Erfurt geben, und ich bitte alle Leserinnen und Leser, nach Erfurt zu kommen, um deutlich zu machen: Wir stehen als große Familie hinter den Blinden und Sehbehinderten in Thüringen, um den Erhalt des Blindengeldes zu sichern.

In Niedersachsen werden Stimmen für das Volksbegehren gesammelt, da ist auch noch viel Arbeit nötig ...

Ja, wir können feststellen, dass unsere Freunde in Niedersachsen hervorragende Arbeit leisten. Sie haben ein großes Bündnis geschlossen. Und viele Organisationen außerhalb der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe unterstützen den BVN. Wir dürfen zuversichtlich sein, wenngleich die Hürde sehr hoch ist. Wenn das gelingt, wäre das ein deutliches Zeichen an die Politik, dass die Bevölkerung unsere Bemühungen unterstützt.

Was ist im Bereich der internationalen Arbeit in den letzten Monaten geschehen und was steht bevor?

Wir haben viele Gespräche geführt; es wurde der Gemeinsame Fachausschuss Europa gegründet. Es gab ein hoffnungsvolles Gespräch mit Herrn Verheugen. Es gab Gespräche mit dem Präsidenten des Allrussischen Blindenverbandes, Alexander Neumyvakin, und mit Colin Low, dem Präsidenten des RNIB in London - er ist auch Präsident der Europäischen Blindenunion. Bei diesen Erfahrungsaustauschen können wir trotz unserer reichen Tradition von anderen durchaus lernen.

Was ist oder was soll mit den Spenden für die Tsunami-Opfer geschehen?

Die Hilfsbereitschaft war sehr groß, dafür möchte ich allen danken. Und wir haben drei konkrete Projekte in Indonesien: Einmal die Unterstützung von Waisenkindern; hier ist uns eine neue und größere Zahl von Waisenkindern genannt worden, die unsere Unterstützung brauchen. Das werden wir über die Deutsche Blindenstiftung auch tun. Zum anderen werden Punktschrift-Maschinen nach Indonesien geschickt, und wir werden die Neugründung von Massagepraxen unterstützen, damit blinde und sehbehinderte Menschen ihr Leben wieder aus eigener Kraft finanzieren können. Es gibt eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der indonesischen Blindenorganisation, so dass wir sicher sind, dass die Gelder auch an die richtige Adresse kommen.

Das nächste Jahr bringt das Jubiläum 200 Jahre Blindenbildung. Inwieweit will und kann sich der DBSV hier engagieren?

Es gibt eine Allianz von Organisationen, die das Jubiläum organisiert. Der DBSV ist an entscheidender Stelle in Zusammenarbeit mit DVBS, VBS, ABSV und anderen Organisationen. Wir wollen, dass das Jahr 2006 zum Jahr der Bildung gemacht wird und das Jubiläum der Höhepunkt in diesem Jahr wird. Wir wollen deutlich machen, dass Bildung einen hohen Stellenwert für blinde und sehbehinderte Menschen hat.

Schon im Mai 2006 wird der DBSV-Verbandstag stattfinden. Kann ich davon ausgehen, dass ich nach dem 20. Mai ein Interview mit dem dann neu gewählten DBSV-Präsidenten Jürgen Lubnau führen kann?

Ich werde noch einmal kandidieren, um eine Kontinuität zu erreichen. Der DBSV-Verbandstag findet vom 18. bis 20.05. statt. Es wird wieder Arbeitsgruppen geben. Die Inhalte dieser Arbeitsgruppen werden von Dezember bis März in der "Gegenwart" vorgestellt. Und alle Leserinnen und Leser sind aufgerufen, sich an der Diskussion der Schwerpunktthemen rege zu beteiligen.

Dem Verbandstag wird eine Bilanz vorliegen, auch was die Finanzen angeht. Wie ist die jetzige Lage?

Der DBSV geht mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sehr sparsam um. Wir haben im personellen Bereich die Ausgaben deutlich reduziert. Es sind eine Reihe von Projekten angestoßen bzw. realisiert worden. Daran trägt der Geschäftsführer Andreas Bethke ein großes Maß an Verantwortung und an Initiative. Der Haushaltsplanentwurf wird dem Verwaltungsrat in Bremen vorliegen.

Verwaltungsrat wird ja schon im Oktober tagen. Welche Schwerpunkte sieht die Tagesordnung vor?

Wir haben diesmal einige Referenten und Gäste eingeladen. Dr. Rüdiger Leidner wird über Initiativen im Tourismus berichten. Die Senatorin für Soziale Angelegenheiten Frau Karin Röpke aus Bremen wird anwesend sein. Von der BAGSO Frau Roswita Verhülsdonk. Mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen hat sich eine intensive Zusammenarbeit entwickelt. Und wir werden die berufliche Rehabilitation wieder einmal zum Schwerpunkt machen. Dr. Zeißig vom BFW Düren und Herr Feser von der Nikolauspflege Stuttgart werden ihre Sicht der Dinge darlegen, und wir werden mit ihnen darüber diskutieren. Also ein wirklich umfangreiches Programm, wenn man auch noch an die anderen Tagesordnungspunkte denkt.

Die "Gegenwart" wird in ihrer Dezember-Ausgabe darüber berichten.

(Das Gespräch führte Dr. Thomas Nicolai; DAISY- und Kassetten-Version Originalton)

Musical über Schule, Liebe, Frust und Erfolg

Der DBSV sucht junge Leute mit Sehbehinderung, die mitmachen wollen.

Wenn im nächsten Jahr das Blindenwesen 200 Jahre Blindenbildung in Deutschland feiert, wird es viele hoch feierliche Veranstaltungen mit feierlichen Reden geben. Aber wo sind die Blinden, die heute noch die Schulbank drücken, die im unterricht sitzen und sich Gedanken über ihre Zukunft machen?

Ein Musical beschreibt, wie es Blinden früher ging, wie die ersten Schulen gegründet wurden und wie die Schüler bald schon anfingen, ihre eigenen Wege zu gehen, nicht immer zur Freude ihrer Lehrer.

Um das Musical aufzuführen, suchen wir nun junge Leute, die sehbehindert oder blind und nicht älter als 26 Jahre sind. Wir brauchen Sänger, Musiker und Leute, die schauspielern und tanzen können. Wenn ihr mitmachen wollt, schickt uns eine Hörprobe von euerem Können (CD, Kassette oder MP3), ein Bild von euch und eine kurze Beschreibung, wer ihr seid und was ihr so macht.

So soll das Projekt ablaufen: Im Januar 2006 erhaltet ihr Material zum Einüben eurer Parts (Texte, Noten, CDs). Im Frühling 2006 findet in Berlin die erste Probenwoche statt, Anfang September ist die zweite Probenwoche, die mit einer öffentlichen Generalprobe beim Jubiläumsfest der ersten deutschen Blindenschule in Berlin endet. Am 12. oder 13. Oktober 2006 ist in Berlin die Uraufführung. Alle Fahr- und Unterbringungskosten werden von uns getragen. Für die Proben und Aufführungen sind ausreichend Begleitpersonen da.

Und wovon handelt das Musical?

Anfang des 19. Jahrhunderts: Krauter, ein 14-jähriger blinder Junge, der sehr hart für sehr wenig Geld arbeiten muss, verliert seinen Job. Durch Zufall bekommt er einen Platz an der neugegründeten Schule für Blinde. Dort herrschen noch Sittsamkeit und Ordnung. Doch Krauter und die anderen Schüler lehnen sich auf und treffen sich abends heimlich im Keller, um zwielichtige Gassenhauer zu spielen und zu singen, und sie gründen eine Band. Dann kommt auch noch die Liebe ins Spiel! Krauter trifft ein Mädchen und verliebt sich in sie. Umrahmt wird die Handlung von Szenen mit zwei Jugendlichen am Laptop, die den Bezug zur Gegenwart herstellen. Wie das Ganze ausgeht, ob der blinde Krauter und das sehende Mädchen zusammenkommen und was aus der Band wird, das wird natürlich noch nicht verraten!

Im Musical werden viele Musikstile vorkommen: Rock, Hiphop, Punk, Klassik und mehr.

Meldet euch beim
DBSV-Sozialreferenten Reiner Delgado
Rungestraße 19, 10179 Berlin
Tel.: (030) 28 53 87-24
E-Mail: r.delgado@dbsv.org

Hörfilm-Preis

Der 4. Hörfilm-Preis des DBSV wird am 24.01.2006 unter der Schirmherrschaft von Mario Adorf vergeben.

Neben dem Hörfilm-Preis wird beim Festakt in Berlin ein Sonderpreis der Jury verliehen werden. Mit der Festlegung des Termins ist die Frist für die Einreichung von Vorschlägen verlängert worden. Noch bis zum 15.10.2005 ist es möglich, vorbildliche Initiativen, die zur Verbreitung und Weiterentwicklung der Audiodeskription beitragen, sowie besonders gelungene Hörfilm-Produktionen für die Auszeichnung vorzuschlagen. Den Aufruf zur Einreichung entsprechender Vorschläge hatte die "Gegenwart" in der Ausgabe 7/8/2005 veröffentlicht. Er ist auch auf der Homepage des DBSV zu finden; www.dbsv.org .

Über 1000 Veranstaltungen in einer Woche

Bargteheide, Berlin, Hannover, Karlsruhe, Münster, Bonn, Frankfurt am Main, Rheine, Stuttgart, München - das sind nur einige Städte und Orte, in denen in der Woche des Sehens vom 10. bis zum 15. Oktober größere Veranstaltungen rund um das Motto "Blindheit verstehen, Blindheit verhüten" stattfinden werden. Insgesamt sind mehr als 1000 einzelne Aktionen bereits im Veranstaltungskalender der Woche des Sehens eingetragen: Von Beratungen der Augenärzte zur Altersabhängigen Makuladegeneration über Dunkel-Cafès, Ausstellungen zum Thema Blindheit bis hin zu kostenlosen Sehtests der Augenoptiker. Von Tagen der offenen Tür der Augenkliniken über Vorträge zur Blindheitsverhütung in den Entwicklungsländern bis zu Automatentests unter der Augenbinde. Darüber hinaus wird quer durch die Republik von Berlin nach Stuttgart ein Bus der AMD-Alliance fahren, um Passanten über die Altersabhängige Makuladegeneration, die Blindheitsursache Nummer 1 in Deutschland, zu informieren. Auftakt der Woche des Sehens ist am 10. Oktober in Berlin eine große Fachtagung zur Blindheitsverhütung in Deutschland und in den Entwicklungsländern, zu der 300 hochkarätige Personen aus Politik, Krankenkassen, Blindenhilfswerken, Selbsthilfeverbänden und Medien erwartet werden. Am traditionellen Abschlusstag der Woche des Sehens, dem Tag des weißen Stockes am 15. Oktober, findet in Hamburg ein Symposium zu blinden- und sehbehindertengerechten Automaten statt - passend zum Thema des Tag des weißen Stockes in diesem Jahr: "Wie ist das, blind zu sein in einer Welt von Farben, Grafiken und Automaten". Eingeladen sind unter anderem kompetente Fachvertreter von Deutscher Bahn und Bankenverbänden.

Damit die viele Vorbereitungsarbeit der neun beteiligten Organisationen und vielen Engagierten vor Ort sich auch letztlich lohnt und die Veranstaltungen die notwendige Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit finden, wurden in den letzten Wochen weit über 1000 Journalisten angeschrieben und zur Berichterstattung über die Aktionen eingeladen.

"Die Termine stehen, die Medien sind sehr interessiert. Was uns jetzt noch fehlt, sind möglichst viele Besucher bei den Veranstaltungen", so Thomas Krieger, Leiter der Abteilung Verbandskommunikation des DBSV. "Deshalb möchten wir alle nicht sehenden, schlecht sehenden und gut sehenden Leser der Gegenwart einladen, möglichst zahlreich an den Aktionen in der Woche des Sehens teilzunehmen. Es lohnt sich auf jeden Fall. Welche Veranstaltung wo stattfindet, erfährt man am besten im Veranstaltungskalender auf der Internetseite www.woche-des-sehens.de im Bereich 'Veranstaltungsübersicht'".

Dr. Roland Zimmermann  

Hinweis

Die Broschüre "Ratgeber Recht" ist jetzt auch als Punktschrift-Version erhältlich. Die Publikation gibt Antworten auf rechtliche Fragen, die sich im Zusammenhang mit Blindheit und Sehbehinderung ergeben. "Ratgeber Recht" ist zusätzlich in Schwarzschrift, Kassette und im DAISY-Format auf CD-ROM erhältlich.

(Mindestbestellmenge Schwarzschrift beim DBSV 50 Ex.)

Bitte richten Sie Ihre Bestellung in schriftlicher Form (Schwarzschrift, Braille-Schrift, Fax oder E-Mail) an:

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.
Abt. Verbandskommunikation
Rungestr. 19, 10179 Berlin
Fax: (0 30) 28 53 87-20
E-Mail: gegenwart@dbsv.org

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In Kürze:

RehaCare in Düsseldorf

Wichtige Trends, gebündelte Informationen und Aktuelles rund um das Thema Rehabilitation - auf der RehaCare International vom 12.- 15. Oktober 2005 in Düsseldorf ist für jeden etwas dabei. Die drei nordrhein-westfälischen Landesverbände des DBSV (LBV, BSVN und BSVW) sowie das BBW Soest und das BFW Düren werden auf der international führenden Fachmesse für Menschen mit Behinderungen und Pflegebedarf vertreten sein und den DBSV vorstellen. Schwerpunkt ist die Präsentation des Projektes "Barrierefreie Dokumente", das der BSVW mit Unterstützung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW seit März 2005 anbietet. Aber auch der Integrationsfachdienst des BSVN und die Ausbildungsangebote des BBW Soest und des BFW Düren kommen nicht zu kurz.

In Halle 5 finden Sie außerdem neue Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen. Sie finden uns in Halle 5 auf Platz 5/B24, vom Eingang den dritten Gang (Mittelgang) rechts, zweiter Stand auf der linken Seite. Anreise vom Hauptbahnhof Düsseldorf mit der U-Bahn 78 in ca. 15 Minuten bis Haltestelle Arena, Messe Nord. Von dort aus gelangen Sie durch die Halle 7 zur Halle 5 (es gibt ein Blindenleitsystem vom Eingang Nord zur Halle 5).

Öffnungszeiten: 12. bis 14.10. von 10-18 Uhr, 15.10. von 10-17 Uhr.

Eintrittskarten können unter www.rehacare.de vorbestellt werden, die Tageskarte kostet 11 Euro, die ermäßigte Karte 6 Euro, die Begleitperson ist frei.

Blinde Menschen für Tests gesucht

Die Arbeitsgruppe Experimentelle Neurobiologie am Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Universität Bochum unter der Leitung von PD Dr. Hubert Dinse sucht im Rahmen einer größeren Untersuchungsreihe zum Tastsinn blinde Menschen ab 20 Jahren. In dieser Studie soll das Tastvermögen der Hand und dessen Veränderbarkeit durch Lernen näher untersucht werden. Ähnliche Versuche wurden bereits an jungen und alten Nichtsehbehinderten mit großem Erfolg durchgeführt. Die Tests werden in Bochum und Umgebung durchgeführt. Die Versuche können auf Wunsch in der eigenen Wohnung erfolgen. Der Zeitaufwand beträgt voraussichtlich vier halbe Tage, für die eine angemessene Aufwandsentschädigung gezahlt wird.

Interessenten melden sich bitte unter:
christine.heinisch@rub.de
Tel.: (02 34) 3 22 79 78

AURA-Pension Haus "Grünes Herz"


Nähere Informationen und Anmeldung bei
AURA-Pension Haus "Grünes Herz" Georgenthal
Tel.: (03 62 53) 3 05-0
E-Mail: Blindenerholungsheim-G@t-online.de

AURA Zentrum Bad Meinberg


Bitte fordern Sie unsere neue Hotelbroschüre an!
Hotel-Residenz AURA Zentrum
Tel.: (0 52 34) 90 40
Internet: www.aura-zentrum.de
E-Mail: info@aura-zentrum.de

AURA-Hotel Timmendorfer Strand

Vom 2. bis 4.12. Astrologieseminar.

In den Adventswochen bieten wir ein schönes Programm mit Vorlesen, Weihnachtsmärkten und Konzerten. Um den 1. Advent wird erlesenes Handwerk angeboten im Heilig-Geist-Hospital in Lübeck.

Am 2. Advent ist "Fischers Wiehnacht" mit Traditionsseglern aus dem Lübecker Museumshafen, am 3. Advent "Weihnacht im Eutiner Schloss" mit Musik und Kunsthandwerk.

Tel.: (0 45 03) 6 00 20
E-Mail: timmendorfer-strand@aura-hotels.de

AURA-Hotel "Ostseeperlen" Boltenhagen

Wieder selbstständig schreiben und lesen - welcher Blinde oder hochgradig sehbehinderte Mensch möchte das nicht? Der BSV Mecklenburg-Vorpommern e.V. führt auch 2006 ein 5-wöchiges Kurssystem zum Erlernen der Braillevoll- und -kurzschrift durch:


Nähere Informationen und Anmeldung bei
AURA-Hotel "Ostseeperlen" Boltenhagen
Tel.: (03 88 25) 37 00
E-Mail: ostseeperlen@t-online.de

"feel free" das Diabetesmagazin von Ypsomed auch auf Kassette

Viermal jährlich erscheint "feel free", das Diabetesmagazin von Ypsomed. Auf 24 Seiten enthält "feel free" viele Tipps und Informationen rund um ein gesundes Leben mit Diabetes. Für blinde und sehbehinderte Nutzer gibt es das Magazin jetzt auch auf Kassette. Der Bezug der Kassetten ist für Kunden von DiaExpert kostenlos. In allen anderen Fällen können die Kassetten bezogen werden bei:

Ypsomed GmbH
Otto-Volger-Str. 7c, 65843 Sulzbach/Ts.
Tel.: (0 61 96) 7 67 71-190
Fax: (0 61 96) 7 67 71-111
E-Mail: www.ypsomed.de

Zeitschrift "Der duftende Garten" auf Kassette

Die erste Ausgabe der Zeitschrift "Der duftende Garten" ist als Kassettenzeitschrift erhältlich. Zweimal jährlich soll sie erscheinen.

Bestellung bei:
Taubblindendienst e.V.
Tel.: (0 35 28) 43 97 0
Fax: (0 35 28) 43 97 21
E-Mail: info@taubblindendienst.de

Freifahrt in Schleswig-Holstein

Seit dem 01.06.2005 werden alle schwerbehinderten Menschen mit Wohnort in Schleswig-Holstein oder in einem anderen Bundesland, die einen Schwerbehindertenausweis und ein hierzu gehörendes Beiblatt mit gültiger Wertmarke besitzen, im gesamten ÖPNV in Schleswig-Holstein unentgeltlich befördert. Begleitpersonen werden wie allgemein üblich unentgeltlich befördert, sofern auf dem Ausweis "B" und der Satz "Die Notwendigkeit ständiger Begleitung ist nachgewiesen" eingetragen ist. Ein Übergang in die 1. Klasse ist gegen Zahlung des Aufpreises möglich.

"Kultur im Archiv"

Vom 06. bis 20.11. findet die Veranstaltungsreihe Anschauen - Anfassen zum Thema "Blinde und Taubblinde im Alltag" in der Geschichtswerkstatt/Behindertenarchiv in Dortmund statt. Lesungen, Informationsabende, ein Schachturnier sowie die Bilder für Sehende und Blinde von Margot Ende (LILI).

Nähere Informationen und Anmeldung bei
Geschichtswerkstatt/Behindertenarchiv
Tel.: (02 31) 41 22 42 o. 41 73 12
Internet: www.behindertenarchiv.de

Beispiele für Recht auf Elternassistenz gesucht

Im Rahmen der Kampagne "Recht auf Elternassistenz" sucht das Netzwerk behinderter Frauen Berlin Beispiele zur Situation behinderter Eltern in Bezug auf die Assistenzorganisation und -finanzierung bei der Kindererziehung.

In der von der Aktion Mensch geförderten Kampagne "Recht auf Elternassistenz" soll auch über Erfahrungen und Lösungsansätze behinderter Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder berichtet werden.

Die Geschichten und Erfahrungen sollen in Interviews journalistisch aufgearbeitet, auf der Internetseite zur Kampagne dokumentiert und veröffentlicht, sowie Politikern als Anreiz für Veränderungen zugänglich gemacht werden.

Nähere Informationen bei:
Dr. Sigrid Arnade vom Netzwerk behinderter Frauen Berlin e.V.
Krantorweg 1, 13503 Berlin
Tel: (0 30) 4 31 77 16
E-Mail: hgh-si@t-online.de

Hilfsmittel- und Dienstleisterausstellung

14.10. von 10 bis 18 Uhr und 15.10. von 10 bis 15 Uhr Haus der Berliner Blinden und Sehbehinderten, Auerbacher Str. 7 in Berlin-Grunewald, nur vier Minuten vom S-Bahnhof Grunewald (S7, S9, Bus 186 und M19), Info-Telefon (0 30) 8 95 88-0.

Informationstag

Am 14.12., 10 bis 16 Uhr, veranstaltet die Universität Dortmund einen Informationstag für behinderte und chronisch kranke Absolventinnen und Absolventen unter dem Thema Hochschulabschluss - und dann?

Nähere Informationen und Anmeldung bei der
Universität Dortmund
Fakultät Rehabilitationswissenschaften
DoBus - Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium
Emil-Figge-Str.50, 44227 Dortmund
Tel.: (02 31) 7 55-65 65
E-Mail: andrea.rietmann@uni-dortmund.de

Hörgefühle im Internet

Der Web-Radiosender "Radio4Handicaps" ging im September mit einer neuen Radiosendung für Blinde und Sehbehinderte an den Start. Einmal die Woche jeweils am Mittwoch von 20 bis 22 Uhr werden in der Sendung "Hörgefühle" Themen für und über Betroffene gesendet. So unter anderem Informationen zu Hilfsmitteln, Vorstellung von Hörbüchern und Fernsehtipps mit Audiodeskription. Mehr zu diesem Thema unter: www.radio4handicaps.de .

DZB aktuell: 7 Kalender für 2006


Auskünfte, Bestellungen unter
Tel.: (03 41) 71 13-119
E-Mail: info@dzb.de

Zugänglichkeit von Rehakliniken

Erfahrungsberichte über die Zugänglichkeit von Rehakliniken für blinde, gehörlose, amputierte und gelähmte Menschen hat das Hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen in Kassel ins Internet gestellt.

Diese Informationen sollen Frauen und Männern mit einer Behinderung helfen, für sie geeignete Einrichtungen zu finden. Außerdem sollen die Anbieter animiert werden, Barrieren für behinderte Besucher abzubauen.

Internet: www.fab-kassel.de/hkbf/rehakliniken.html

IRIS-Lehrgang

Vom 21.02. bis 04.03.2006 findet ein IRIS-Lehrgang für Menschen mit altersbedingter Makuladegeneration (AMD) in Timmendorfer Strand, statt. Sie haben Probleme, sind ängstlich und fühlen sich unsicher beim Spazierengehen, bei Überqueren von Straßen, beim Einkaufen oder beim Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel. Viele Tätigkeiten im Haushalt laufen nicht wie Sie sich das wünschen und dies alles aufgrund der Sehverschlechterung.

Nähere Informationen und Anmeldung bei
IRIS e.V.
Tel.: (0 40) 2 29 30 26

Punkte für das "Schwalbenäscht"

Als eines der wenigen behindertenfreundlich eingerichteten Restaurants der Stadt Lörrach haben die Wirtsleute des Café Restaurant "Schwalbenäscht" in Zusammenarbeit mit Jörg Nörenberg, dem Ersten Vorsitzenden und Gründer der Interessengemeinschaft (IG) Miteinander für Behinderte und Nichtbehinderte eine Speisekarte in Blindenschrift herausgebracht.

"Mir hat zwar noch niemand im Restaurant die Bitte abgeschlagen, mir die Karte vorzulesen. Aber es hält die Serviererinnen doch immer auf", beschreibt Nörenberg ein Motiv für die Speisekarte in Punktschrift.

VzFB aktuell

Ab sofort im VzFB erhältlich: Die bewährten und beliebten VzFB-Kalender in Punktschrift (Wochen-, Taschen- und Terminkalender).

Nähere Informationen:
Tel.: (05 11) 9 54 65 - 32

Neue Produkte bei ROSI

Kinderbuch Schnappi und seine Freunde, Hansestadt Lübeck Buch 4, Geschichte der Architektur (Romanik), neue Märchenbücher, Kinderkalender Biene Maja, Kalender Brücken Europas, Automobilkalender Volkswagen, neue Glückwunschkarten.

Nähere Informationen und Bestellung bei
Grenzenlos gGmbH, ROSI
Reißhausstr. 5, 99085 Erfurt (neue Anschrift)
Tel.: (03 61) 60 20 40

Broschüre "Soziale Sicherung im Überblick" zum Hören

Die Broschüre "Soziale Sicherung im Überblick" ist vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung kürzlich als kostenlose CD-Box aufgelegt worden. Sie beinhaltet insgesamt 6 CDs in deutscher Sprache, die auf jedem Computer mit entsprechender Ausrüstung und auch auf jedem CD-Player angehört werden können. Sie soll damit Menschen mit Sehbehinderung helfen, sich einen Überblick über die Sozialleistungen zu verschaffen.

Bestellung unter der
Nr. S 721:
E-Mail: info@bmgs.bund.de
Tel.: 0180-51 51 51 0 (12 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz)
Fax: 0180-51 51 51 1 (12 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz)

Die Bestellnummer für die Schwarzdruck-Ausgabe lautet A 721.

Empfehlungen für Eltern

Zusammen mit dem Fachbereich Sehbehindertenpädagogik der Humboldt-Universität hat die Beratungsstelle für Sehbehinderte Berlin Mitte Empfehlungen für den Umgang mit sehbehinderten, blinden und mehrfachbehinderten Kindern entworfen, die hilfreich für Eltern dieser Kinder sein können.

Die Anleitungen können aus dem Internet heruntergeladen werden unter www.reha.hu-berlin.de (kurzanleitungblind1.pdf, kurzanleitungmehrfach2.pdf, kurzanleitungsehbehindert3.pdf.)

Bundesweites Insuliner-Treffen

Das Treffen findet vom 29.10. bis 01.11. im Josef-Gockeln-Haus in Rahrbach bei Olpe statt.

Sehende Diabetiker haben verständlicherweise große Angst, der Blindheit zu begegnen. Hier gibt es eine emotionale Schranke: Erkennen zu müssen, dass Folgeschäden real werden. Diese Schranke verhindert, dass der Erblindende von einer Diabetikergruppe aufgefangen wird.

Die jährlichen Insuliner-Treffen in Rahrbach haben in der Vergangenheit stets dazu beigetragen, dass hier Barrieren abgebaut werden. Darum sollten auch in diesem Jahr wieder viele blinde Diabetiker nach Rahrbach zum Bundesweiten Insuliner-Treffen kommen.

Milina-Radio ab 01. Oktober voll am Start!

Nachdem bereits im Jahre 1991 in Berlin das 1. so genannte Blindenradio - ABSV-Radio seine Sendetätigkeit aufgenommen hatte und sich in der Zwischenzeit an weiteren Standorten wie z.B. Marburg, Hamburg, Würzburg oder auch im Ruhrgebiet Radioaktivzellen Sehgeschädigter gebildet hatten, ist nun die bundesweite Zusammenarbeit der bestehenden Projekte und ein neues Produkt dieser Zusammenarbeit zu vermelden.

Seit dem 01.10.2005 sendet www.milina-radio.de ein 24 Stunden Vollprogramm und freut sich auf Ihren Klick. Infos, Ohrwürmer und mehr! Also nicht einfach nur Dudelfunk der herkömmlichen Art, sondern ein informatives und abwechslungsreiches Programm, das sehende und Nichtsehende Menschen gleichermaßen anspricht, erwartet Sie. Mit Ihrer Hilfe und durch Ihre hoffentlich zahlreichen Anregungen möchten wir unser Programmprofil schärfen um so unser gemeinsames Ziel zu erreichen, Berührungsängste abzubauen und Brücken zwischen sehenden und nichtsehenden Menschen zu schlagen.

Kontakt:
Eberhard Dietrich
Ilbeshäuser Weg 18, 13435 Berlin
Tel. und Fax (0 30) 41 71 86 41
Mobil: 0171/3295880
E-Mail: eberhard.dietrich@onlinehome.de
Internet: www.milina-radio.de

Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen auf DVD mit Hörfilm-Fassung

Seit kurzem ist auch der zweite Kinofilm mit der Kulthexe Bibi Blocksberg mit Hörfilmfassung als DVD im Handel. Wie beim ersten Film (den es ebenfalls weiter zu kaufen gibt) wird die Hörfilmfassung von Ulrich Noethen gesprochen, der die Handlung aus der Sicht von Bibis Vater erzählt, den er im Film selbst spielt. Ulrich Noethen weist auch gleich nach Einlegen der DVD akustisch darauf hin, dass der Film eine Hörfilmfassung hat, die nach Drücken der Enter-Taste sofort startet.

Produziert wurde die Hörfilmfassung vom Bayerischen Rundfunk mit Unterstützung des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes BBSB und der Constantin Film. Beim BBSB; Tel.: (0 89) 5 59 88-0 ist die DVD auch käuflich zu erwerben. Sie ist auch überall dort erhältlich, wo DVDs verkauft werden.

"Kicker" und "Welt" als elektronische Blindenzeitung

Blinde und stark sehbehinderte Menschen können jetzt auch das Sportmagazin "Kicker", die Tageszeitung "Die Welt" und die Wochenzeitung "Welt am Sonntag" auf elektronischem Weg als Zeitung bekommen. Damit erweitert die Stiftung Blindenanstalt (SBA) in Frankfurt a.M. ihre Palette auf 13 Publikationen. Am 16. Oktober 1989 hatte die SBA mit der Frankfurter Rundschau (FR) die weltweit erste elektronische Tageszeitung für Blinde gestartet. Mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und der Süddeutschen Zeitung (SZ) sind weitere überregionale Blätter im Angebot.

Die Stiftung erhält von den Verlagen gleich nach Redaktionsschluss die Daten der aktuellen Ausgaben. Diese werden von drucktechnischen Steuerzeichen bereinigt und mit Schlagworten versehen. Die Bezieher können die Zeitung einfach nach Seiten, Überschriften oder Stichworten durchsuchen.

Die blinden und sehbehinderten Kunden zahlen den selben Abonnementpreis wie alle.
www.stiftung-blindenanstalt.de

(Aus einer dpa-Meldung von Keyvan Dahesch)

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Standpunkte:

DAISY - Schlüssel für die Braille-Schrift

Woher erfährt ein blinder Mensch ohne Punktschriftkenntnisse, wie die korrekte Schreibweise von Hartz-IV ist?

Dass vor dem "z" ein "t" steht, kann man nicht hören. Die Sprachausgabe am Computer sagt korrekt die Ziffer Vier an, über die römische Schreibweise gibt die Braille-Zeile Auskunft. Stellt sich dem Hörer von Hörbüchern die Frage: können die neuen DAISY-Bücher buchstabieren? Wie wir es ihnen beibringen werden, soll dieser Artikel zeigen.

DAISY (Digital Accessible Information System) ist bei Hörbuchfans derzeit in aller Ohr. Die Blindenbüchereien leihen schon seit einigen Jahren Hörbücher und Zeitschriften in dieser praktischen Form aus (die "Gegenwart" machte bekanntlich im Jahr 2003 den Anfang - die Redaktion). DAISY bietet aber nicht nur die Möglichkeit akustische Inhalte zu strukturieren und wiederzugeben. Neben dem gesprochenen Wort passt auch der buchstabengetreue Text des Werkes in das Angebot. Dieser Text kann vom Computer synthetisch gesprochen, auf der Braille-Zeile ertastet, per Braille- bzw. Schwarzschriftdrucker ausgedruckt und am kleinen Display oder am Großbildsystem angezeigt werden. International findet DAISY deshalb längst nicht nur im Hörbuchbereich praktische Anwendung sondern auch in der professionellen Umsetzung von Publikationen in den verschiedenen blinden- und sehbehindertengerechten Formaten. In Frankreich gibt es einen über das Internet nutzbaren Übersetzungsdienst, der ein Textbuch, das im DAISY-Format erstellt ist, in Braille- oder als HTML-Datei umsetzt.

In den USA überlässt man dank einer daraufhin entwickelten Gesetzgebung die erste Aufbereitung von Schulbuchliteratur denen, die das am besten können, den Schwarzschriftverlagen. "Nationales Gesetz zur Zugänglichmachung von Schulbuchliteratur heißt das Bundesgesetz, dass im Oktober 2004 vom US-Präsidenten vorgestellt wurde. Grundlage ist die Vereinbarung zwischen dem amerikanischen Verlegerverband, Blindenbüchereien und Selbsthilfeorganisationen, Satzdaten in strukturierter Form für eine schnellere Medienaufbereitung einzusetzen. Das dabei verwendete Format ist nichts anderes als das Herzstück des bei uns als DAISY Version 3 bekannten XML-basierten Konzeptes. Die Bildungslandschaft in Deutschland ist wie in den USA föderal. Die integrierte Beschulung, der wachsende Anteil mehrfachbehinderter Schülerinnen und Schüler sowie der massive Kostendruck stellen hohe Anforderungen im Bereich der adäquaten Medienversorgung. Ein blindes oder sehbehindertes Kind, das in die Schule am Heimatort geht und Blindenschrift, tastbare Reliefs und elektronische Vorlagen benötigt, kann in traditioneller Form nicht ausreichend mit Materialien versorgt werden. Der Arbeitskreis der schulischen Medienzentren schätzte auf seiner letzten Fachtagung ein, dass der 2003 geschlossene Vertrag mit dem Verband der Schulbuchverlage zwar erstmalig in Deutschland eine wichtige Grundlage für die Bereitstellung von Satzdaten zur Übertragung leistet, jedoch PDF- oder QuarkXPress-Daten nur eingeschränkt geeignet sind, um aus ihnen zeitnah und in hoher Qualität Materialien umzusetzen.

Im Jahr 2006 begehen wir das Jubiläum 200 Jahre Blindenbildung in Deutschland. Ein guter Anlass, die Initiative zur verbesserten Lehr- und Lernmittelversorgung blinder und sehbehinderter Schülerinnen und Schüler zu starten. Das US-amerikanische Beispiel zeigt, moderne föderale Zugänglichmachung von Lernmitteln heißt, innerhalb von 14 Tagen Werke zu übertragen und in verschiedenen Formaten aufzubereiten. In der vom DBSV koordinierten Initiative lohnt sich die Ausarbeitung und Verhandlung einer Vereinbarung von MEDIBUS mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die den Verfahrensweg festlegt, um dieses ehrgeizige Ziel umzusetzen. Kommen Blindenbüchereien und Medienzentren schneller an die erforderlichen Daten, so ist es möglich, wesentlich flexiblere Verfahren der Herstellung und Verbreitung von Blindenschrift, elektronischen Texten oder auch hörbaren Lernmaterialien zu entwickeln. Damit wird die DAISY-Technologie zu dem in der Überschrift beschriebenen modernen Türöffner für die Braille-Schrift und zum multimedialen Medienangebot blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland.

Dr. Thomas Kahlisch
Direktor der DZB Leipzig, Vorstandsmitglied von MEDIBUS

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Konferenz:

Für Wissenstransfer und Partnerschaft

Blinden- und Sehbehindertenpädagogen aus über 40 Ländern konferierten vom 14. bis 18. August in Chemnitz; ein Gespräch mit dem Vorsitzenden der ICEVI, Eberhard Fuchs:

Was ist das Anliegen der Konferenz?

Eberhard Fuchs: Wir bieten eine Konferenz an, die auf europäischer Ebene Ost und West, Süd und Nord ein wenig zusammenführen soll, um einen wie immer gearteten Austausch möglich zu machen unter qualitativ unterschiedlichen Systemen für blinde und sehbehinderte sowie mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche. Die ICEVI-Konferenz hat eine ganz eigene Wertstellung, schafft Verbindungen und schafft tatsächlich auch Weiterentwicklungen auch auf der Basis von Programmen, die uns die Politik vorgibt.

Das Programmheft der Konferenz ist ziemlich dick. Wo liegen die Schwerpunkte?

Schwerpunkte sind einmal - ich sage es auf englisch, weil wir ein englisch sprechender Verband sind - Assesment, das heißt eine Rundumdiagnostik für blinde, sehbehinderte und mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche, zum anderen Low Vision, also was geschieht mit denen, die sehbehindert sind? Wie sehen die Hilfen aus? Wie sieht die Umwelt aus? Was können wir tun, um die Möglichkeiten zu verbessern? Ein weiterer sehr wichtiger Punkt für uns ist Elternarbeit. Wie stehen Eltern zu pädagogischen Ansätzen? Wo verlangen sie mehr Engagement? Wo verlangen sie anders geartete Betreuung oder anders geartete Systeme? Ganz wichtig auch der ICT-Bereich - Informations- und Kommunikationstechnologie, aber auch O&M - Orientierung und Mobilität und Lebenspraktische Fähigkeiten. Diese und weitere Inhalte werden - bezogen auf unterschiedliche Altersgruppen - beleuchtet: Frühförderung, Schulzeit, Berufsbildung.

Die Teilnehmer kommen sicher aus Einrichtungen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen. Wie kommt man da auf einen Nenner? Wie kann man sich effektiv austauschen?

ICEVI hat es eigentlich schon immer auf sein Banner geschrieben gehabt, gerade den Ausgleich oder den Anschluss bei unterschiedlichen Systemen dadurch zu fördern, dass man Patenschaften eingeht; man spricht in Europa von so genannten twinning contacts. Es hat sich in der Tat so ergeben, dass gerade solche Konferenzen wie die jetzige hier eine gute Ausgangslage bilden, um solche twinning contacts zu schaffen. Ich kann Ihnen sagen, dass aus vorherigen Konferenzen heraus Systeme der Zusammenarbeit geschaffen wurden, die immer noch bestehen und sich weiter entwickeln. Es ist ganz klar: Sie finden unterschiedliche Bedingungen, weil sie unterschiedliche finanzielle Ressourcen haben, unterschiedlich ausgebildete Leute. Es ist nicht unser Ehrgeiz, alles gleich zu machen, aber es ist unser Ehrgeiz, Möglichkeiten zu bieten, dass Kollegen, die daran arbeiten, Visionen entwickeln, diese auch Schritt für Schritt zu erreichen versuchen. Und ich denke, das gelingt einmal mit solchen Konferenzen, und zum anderen auch mit Patenschaften und Partnerschaften quer durch Europa. Und das funktioniert.

Was wird nach der Konferenz bleiben? Wird es eine Dokumentation geben? Wird es bleibende Verbindungen geben, wie gerade angedeutet?

Die Dokumentation wird veröffentlicht auf unserer Web-Site, also online zur Verfügung stehen unter www.icevi-europa.org . Es wird eine CD gefertigt; wir haben nicht die finanziellen Möglichkeiten, den Bericht zu drucken. Wir haben jetzt schon Absichtserklärungen vorliegen, dass wir bestimmte Arbeitsbereiche mit Arbeitsgruppen belegen, die auch zwischen den Konferenzen tagen, zum Beispiel wollen wir den Bereich stärken, der mit Beruf und Berufsausbildung zu tun hat. Wir wollen der Frühförderung mehr Aufmerksamkeit widmen und auch den Mehrfachbehindertenbereich bedenken. Das sind einige wenige Punkte; es gibt viel mehr. Wir bieten auch zwischen den Konferenzen immer an, sog. Teatcher-Training-Seminars. Dabei geht es darum, wie die Lehrerausbildung in den einzelnen Ländern aussieht und wie sie verbessert werden kann.

Und auch da haben die Industrieländer durchaus einiges zu lernen zum Beispiel von Osteuropa. Diese Dinge gehen weiter. Regionale Fortbildungen, die der ICVEI in Gang setzt und auch unterstützt, wird es weiterhin geben; z.B. Frühförderkonferenzen in den Balkanstaaten, Computerkonferenzen in Zentraleuropa, Fortbildungen im Bereich Frühförderung quer durch Europa. All diese Dinge enden nicht mit einer Konferenz oder finden hier nur Berichtsstatus, sondern die Konferenz ist ein Innehalten, eine Bilanz, was haben wir gemacht und wohin wollen wir uns entwickeln.

Bei der Konferenz ist die blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe auch - in bescheidenem Maße - vertreten. Wie würden Sie diese Kontakte bewerten?

Ich bedaure etwas, dass die Selbsthilfe in Deutschland recht wenig vertreten ist. Herr Lubnau, der DBSV-Präsident war hier, aber ich würde mir noch mehr Engagement und Einmischen vom Blindenverband wünschen. Von ONCE aus Spanien sind beispielsweise 15 Kollegen dauerhaft bei der Konferenz dabei. Die Bedingungen sind anders, ich weiß das, man kann das nicht direkt vergleichen, aber ich würde mir wünschen, gerade weil der DBSV auf sein Banner geschrieben hat Erziehung und Bildung nur mit uns, dass wir in Zukunft mehr aufeinander zugehen, um solche Konferenzen möglicherweise auch gemeinsam zu planen, um noch mehr Interesse bei den Selbsthilfeverbänden und bei den professionellen Anbietern zu schaffen.

Nehmen wir das als Schlusswort. Ich danke für das Gespräch.

Die nächste Konferenz des ICEVI wird voraussichtlich 2009 in Dublin (Irland) stattfinden.

(Das Gespräch führte Dr. Thomas Nicolai; DAISY- und Kassetten-Version mit Originalton.)

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Mobilität:

Batman oder warum wir das Echo brauchen

Gelesen hatte ich von ihm zuerst im "Spiegel" - ein Blinder, der sich mittels Schnalzen der Zunge orientierte, selbst Fahrrad fuhr und im Gebirge allein kletterte.

Interessant klang das, unwahrscheinlich, Sensationsjournalismus, wieder ein blindes Wundertier mehr. Aber doch faszinierend und schließlich ist der "Spiegel" auch nicht die "Bild"-Zeitung. Aber was war dran an der Geschichte, was konnte er wirklich? Dann gab es mal ein paar Fernsehbeiträge. Und dann jüngst eine unverhoffte Gelegenheit für mich, ihn bei einem Vortrag persönlich kennen zu lernen.

Ein sehr jugendlich und offen wirkender Mann stand da vor mir. Nur sehr wenig deutsch sprach der aus Kalifornien stammende fast vierzigjährige Dan Kish, aber dank gekonnter Übersetzungshilfe für diesen Abend war es möglich, sich auf den Inhalt des Gesagten zu konzentrieren. Und das hatte überhaupt nichts mit Sensation und Effekthascherei zu tun. Wie er da so stand, erzählend, mit dem Blindenstock in der Hand, erinnerte er mich an einen Schulfreund. Schon als Kind, sagte Kish, bewegte er sich furchtlos und oft ohne Begleitung. Glück für ihn, dass seine Eltern ihn ließen, ihn nicht überbehüteten und seine Risikofreude nutzten und unterstützten. Kish war offensichtlich ein Orientierungstalent, wie es auch unter sehenden Menschen welche gibt. Die Angebote des Mobilitätsunterrichtes fand er eher langweilig, acht verschiedene Mobilehrer mühten sich mit dem eigenwilligen Jungen. Unbewusst hatte er schon frühzeitig die Orientierung mittels Echo für sich entdeckt. Schon als Kind war es Dan möglich, anhand des Echos einen Laternenmast von einem Baum zu unterscheiden, ohne Berührung versteht sich. Im Laufe seines Lebens hat er diese Technik enorm verfeinert und ihr mit einer Magisterarbeit auch die nötige wissenschaftliche Grundlage verschafft. Die Bedenken gegenüber einem Blinden, der sich ohne Begleitung mit scheinbar schlafwandlerischer Sicherheit bewegte, waren in der Öffentlichkeit ebenso groß wie das unwissende Anstaunen. Es brauchte eine Weile, ehe die Blindenlehrer in den USA Kish's Methode als seriös akzeptierten. Bis zu seinem Erscheinen war es für Blinde nicht möglich, als Mobilitätstrainer zu arbeiten. Aber Kish überzeugte mit seiner Technik der Echolocation so, dass er sogar zwei Zertifikate dafür erhielt und heute als Mobilitätstrainer tätig ist. Ihm ist es sehr wichtig, dass die von ihm verwendete Technik mit allen Chancen und Grenzen anerkannt wird. Wie auch beim Gehen mit dem Langstock ist ein gutes Training erforderlich. Kish ist ein Naturtalent, aber auch er hat die Orientierung mittels Zungeschnalzen seit frühester Kindheit geübt. Die wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg, für eine neue Stufe der Selbstständigkeit sind für ihn Fleiß, Mut, Geduld und Risikobereitschaft. Interessant seine Ausführungen zur Begleitung eines blinden Menschen. Kish sagt, dass es sehr wichtig ist, dass blinde Menschen, insbesondere natürlich Kinder, so oft wie möglich die Gelegenheit erhalten, sich ohne fremde Hilfe zu orientieren, ohne Begleitung Wege zu gehen. Nach seiner Auffassung gibt es heute oft auch ein Zuviel an Begleitung. Die Begleitung stellt immer auch, bei allen Vorteilen, eine Unterbrechung des Wahrnehmungsprozesses und vor allem des Erlernens von Wahrnehmung dar. Jeder selbstständige Gang dagegen schult diese Wahrnehmung um ein Vielfaches. Je häufiger die Möglichkeit und je herausfordernder der Weg um so besser. "Alleine laufen!" sollte darum die oberste Devise lauten.

Ob der Fledermausmann gespürt hat, wie das Echo aus dem Publikum zurückkam? Die Sympathien wuchsen noch bei einem "Hörexperiment". Die blinden Gäste der Veranstaltung zeigten Dan Kish, dass ihre auditive Wahrnehmung nicht die schlechteste war. Interessant dazu aber wiederum die Feststellung Kish's, dass nicht mangelnde auditive Wahrnehmung das Problem ist sondern deren Umsetzung. In Experimenten mit blinden Kindern wurde festgestellt, dass sie sehr wohl relativ schnell eine Säule akustisch wahrnehmen, aber die Schlussfolgerung, wie man daran vorbeikommt, viel langsamer verarbeiten. Also wieder ein Beweis: die Natur hat dafür gesorgt, dass für den Menschen eigentlich alles da ist - eben fünf Sinne. Wenn einer ausfällt, stehen die anderen noch zur Verfügung. Nur liegt es am Menschen selbst, diese Sinne auch entsprechend zu nutzen.

In der anschließenden Runde kamen noch so interessante Fragen wie "Warum ist das Schnalzgeräusch dem 'Tack, Tack" des Blindenstockes überlegen?". Die Frequenz der Echolocationstechnik ist höher und besser wahrnehmbar. Das Geräusch ist außerdem viel näher am Gesicht. Dennoch möchte Kish niemals auf die unterstützende Orientierung mit dem Langstock verzichten.

Lange Jahre hat es gedauert, ehe die Technik der, ich möchte es einfach mal "akustischen Orientierung" nennen, auch von der Fachöffentlichkeit anerkannt wurde. Bereits in den siebziger Jahren gab es im Bereich der Frühförderung Untersuchungen mit akustischen Brillen. Indem zweijährigen blinden Kindern Orientierung mittels Geräuschvermittlung ermöglicht wurde, konnten sie binnen weniger Wochen das Laufen erlernen. Leider gerieten diese Dinge immer wieder in Vergessenheit.

Mittlerweile hat Dan Kish eine eigene Organisation gegründet ( World Access for the Blind - http://www.worldaccessfortheblind.org/ ) und lehrt in Vorträgen seine Methode auch in Europa. Insofern ist der Vergleich zum Kino-Batman schon treffend, durch die Lüfte fliegen und immer dort sein, wo die Benachteiligten, in diesem Fall die in Unselbstständigkeit Befangenen Hilfe brauchen. Dass Echolokation keine Wunderwaffe ist, dass nicht jeder Blinde in der Lage sein wird, zukünftig ohne Begleitung seinen Weg zu gehen, dass das auch gar nicht Ziel der Sache ist, benötigt eigentlich keiner Worte. Faszinierend für mich an Dan Kish und seinem Können, dass er seine eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten versucht, an andere weiterzugeben, ihnen Mut zu machen. Ein Stück großartiger Selbsthilfearbeit, möchte ich sagen.

Susanne Siems 

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Projekt:

Sonderpreis durch BIK ermittelt

Beim diesjährigen Multimedia Award wurde wiederum ein Sonderpreis für Barrierefreiheit vergeben. Die Auszeichnung erfolgte durch das Projekt Barrierefrei informieren und kommunizieren (BIK). Ein Gespräch mit Karsten Warnke, BIK-Projektkoordinator:

Wer erhielt die Auszeichnung?

Karsten Warnke: Zum dritten Mal gibt es jetzt einen Sonderpreis Barrierefreiheit im Rahmen des Deutschen Multimedia Awards, der vom Kommunikationsverband und vom Bundesverband Digitale Wirtschaft veranstaltet wird. Wir freuen uns riesig, dass wir diesmal wieder dabei sein konnten. In die engere Auswahl waren 11 ganz hervorragende Kandidaten gekommen, deren Web-Seiten von BIK getestet worden sind. Der erste Preis ging an das Landesportal Baden-Württemberg, der 2. Preis an Tagesschau.de und der 3. Preis an das Rechenzentrum Erlangen.

Die sog. Shortlist umfasste 11 Einreicher, aus der drei Preisträger auszuwählen waren. Sicherlich gab es eine weitaus größere Zahl von Bewerbern?

Es gab insgesamt 25 Einreichungen. Neu in diesem Jahr, und das ist auch ganz gut genutzt worden, war eine Frist, in der die eingereichten Internetseiten noch nachgebessert werden konnten. Dadurch konnten sich einige Kandidaten noch steigern, so dass sie am Ende mit in der engeren Auswahl waren.

Ist bei den Ausgezeichneten nun alles in Ordnung oder gibt es auch bei denen noch Schwachstellen?

Wir haben ein Prüfverfahren und ein Bewertungssystem, bei dem maximal 100 Punkte erreicht werden können. Das wird nur selten erreicht, und insbesondere bei sehr komplexen Angeboten ist das im Grunde nur sehr schwer möglich. Es sind aber nicht nur die Prüfpunkte, die sich aus den Anforderungen der Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung des Bundes (BIT-V) ergeben, sondern es spielen natürlich auch die allgemeinen Kriterien der Jury des Multimedia Awards eine Rolle, und es spielt eine Rolle die Schwierigkeit der Aufgaben, die gelöst werden mussten. Also wenn Baden-Württemberg allein schon 20.000 Seiten hat und es kommen ständig neue Seiten dazu, dann ist das natürlich eine andere Herausforderung als wenn es sich um ein kleines überschaubares Angebot handelt.

BIK gibt es ja nun schon seit etwa 4 1/2 Jahren. In dieser Zeit hat sich eine Menge getan, und mit dem Bundesbehindertengleichstellungsgesetz scheint man hier auf einen guten Weg gekommen zu sein, was Barrierefreiheit in den digitalen Medien angeht. Aber der Berg, der noch vor uns liegt, ist doch sicherlich noch ziemlich hoch ...

Es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Viele sind natürlich ungeduldig: Wie langsam schreitet der ganze Prozess der Barrierefreiheit voran? Aber gerade der Multimedia Award oder auch der Biene Award machen deutlich, dass das Thema bei großen Anbietern angekommen ist - also über Bundesdienststellen, über Landesbehörden hinaus. Was Bundesdienststellen anbelangt, die ja gesetzlich verpflichtet sind, so haben wir Ende letzten Jahres einen Vergleichstest der Ministerien durchgeführt. Und wir können sagen: Das Thema ist angepackt worden. Es gibt auch schon hervorragende Ergebnisse, wenn ich zum Beispiel an die Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung denke oder an bundestag.de um nur diese stellvertretend herauszugreifen. Aber es muss da noch eine Menge getan werden. Gerade bei vielen untergeordneten Behörden und Dienststellen haben wir den Eindruck, dass das Thema dort noch gar nicht so richtig angekommen ist. Ich hoffe, dass unsere Beratung und unsere Unterstützung da noch mehr angenommen wird, um möglichst bald der Barrierefreiheit näher zu kommen.

Das Projekt BIK wurde in diesem Jahr quasi verlängert. Wer fördert das Projekt? Wo findet man Ansprechpartner?

BIK I ist zum 31.01. dieses Jahres beendet worden, und das Folgeprojekt BIK II läuft bis 31.01.2008. Was sich grundlegend geändert hat: Wir hatten bereits im letzten Jahr damit begonnen, unsere Dienstleistungsangebote kostenpflichtig zu machen. Das war wichtig, um die Nachfrage zu regulieren. Das hängt aber auch damit zusammen, dass aus der Ausgleichsabgabe, aus der das Projekt gefördert wird, keine Subventionierung von privaten Web-Agenturen erfolgen darf. Wir werden uns in BIK II verstärkt um die zugängliche Gestaltung von Intranet und betrieblich genutzten IT-Anwendungen bemühen. Wir hoffen mit unseren Aktivitäten Arbeitsplätze sichern oder fördern zu können.

Inzwischen gibt es ja auch eine Reihe von Agenturen und anderen Dienstleistern, die schon wissen, was Barrierefreiheit ist und wie man das weiter vermittelt. Hier gibt es doch inzwischen eine Reihe von kompetenten Ansprechpartnern, oder?

Ja, wir kooperieren mit einigen Web-Agenturen sehr erfolgreich. Die rechtlichen Voraussetzungen, die Bundesbehörden in die Pflicht nehmen, haben natürlich auch dazu geführt, dass die Web-Agenturen sich in öffentlichen Ausschreibungen darauf einrichten müssen, dass Barrierefreiheit ein wichtiges Thema ist.

Zu BIK findet man weiterhin Kontakt in Marburg, in Hamburg, in Berlin und in Hannover. Wir hoffen, dass wir im Zuge von regionalen Förderungen durch Bundesländer das Personal im Laufe der Projektzeit aufstocken zu können, um unsere Angebote im Rahmen der Umsetzung der Landesrechtsverordnungen erhöhen zu können.

Wie sieht es aus mit der Unterstützung von Vereinen im Blinden- und Sehbehindertenwesen, die natürlich gelegentlich auch Mühe haben mit ihren Web-Angeboten? Du sprachst von kostenpflichtiger Prüfung und Beratung - für Vereine sicher nicht ganz einfach. Gibt es da kulantere Möglichkeiten?

Ja, die Beratung, Prüfung und Unterstützung der Verbände der Blinden und Sehbehinderten ist weiterhin kostenlos. Da gibt es erfreulicherweise auch eine Tendenz, dass immer mehr Internetangebote der Landesvereine barrierefrei sind oder sich auf dem Weg dort hin befinden. Es gibt immer noch Seiten, da fehlt sicher das nötige Know-how. Da sind wir gern Ansprechpartner, und wir hoffen auch, dass wir bald einen Workshop für Web-Verantwortliche der Verbände anbieten können.

Wer sich näher informieren möchte, kann das jederzeit auf der - ich denke mal barrierefreien Web-Seite von BIK ...

Ja, diese Seite ist barrierefrei, wäre ja schlimm, wenn das nicht so wäre. Die Adresse ist: www.bik-online.info . Dort findet man u.a. den Test der Woche. z.B. haben wir einmal einige Krankenkassen getestet, einen Online-Shop oder die Arbeitsagentur. Ich denke, das lohnt sich, dort mal raufzugucken. Gerade für unseren Personenkreis ist es schon wichtig zu wissen, inwieweit bestimmte Angebote tatsächlich barrierefrei sind. Das ist kein Test, wo irgendjemand an den Pranger gestellt werden soll, sondern wir wollen eher Seiten zeigen, die den Anspruch der Barrierefreiheit haben und wo wir bestimmte Lösungen zeigen können.

Neu ist eine Kampagne 95 + - eine Referenzliste von Web-Agenturen, die die BITV unterstützen und mindestens 95 Punkte im Test erreicht hat. Auf diese Liste kann man verweisen, wenn gefragt wird, wer Barrierefreiheit umsetzen kann. Der BIT-V Test ist überarbeitet worden und wir haben noch eine Möglichkeit für Experten, eine Selbsteinschätzung vorzunehmen, auf der Grundlage eines Fragebogens.

Grundlage der BITV ist eine internationale Richtlinie. Die Rechtsverordnung ist eine Ergänzung zu Paragraf 11 des Behindertengleichstellungsgesetzes des Bundes.

(Das Gespräch führte Dr. Thomas Nicolai; DAISY- und Kassetten-Version Originalton.)

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Medizin:

Schwere Sehbehinderung durch Rauchen

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse belegen den Zusammenhang zwischen Rauchen und Altersbedingter Makuladegeneration (AMD). Vor allem, wer stark und über lange Jahre raucht, hat ein mindestens doppelt so hohes Risiko, an AMD zu erkranken, wie ein Nichtraucher. Das Risiko steigt auch mit zunehmendem Alter. Genetische Faktoren spielen zusätzlich eine Rolle.

In Australien wird in Fernsehspots und auf Zigarettenpackungen davor gewarnt, dass Rauchen zur Erblindung führen kann. Die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die Hauptursache für schwere Sehbehinderung im Alter. Die Makula ist das Zentrum der Netzhaut und für das scharfe Sehen und für Aktivitäten wie Lesen, Fernsehen und Autofahren wichtig. Für die Altersbedingte Makuladegeneration gibt es zur Zeit nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten. Die schwersten Formen der AMD werden in Deutschland der Erblindung gleichgestellt und als 100-prozentige Behinderung bewertet.

(Aus einer Pressemitteilung von ProRetina Deutschland e.V.)

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