"Die Gegenwart",
Magazin für blinde und sehbehinderte Menschen und ihre Freunde, Organ
des DBSV;
61. Jahrgang.
Redakteur: Dr. Thomas Nicolai
Redaktion "Die Gegenwart"
Rungestr. 19, 10179 Berlin
Tel.: (0 30) 28 53 87-13
Fax: (0 30) 28 53 87-20
E-Mail: gegenwart@dbsv.org (auch für Anzeigen)
Herausgeber:
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV)
Rungestr. 19, 10179 Berlin
Tel.: (0 30) 28 53 87-0
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E-Mail: info@dbsv.org
Homepage: www.dbsv.org
Präsidentin: Renate Reymann
Geschäftsführer: Andreas Bethke
"Die Gegenwart" erscheint monatlich (Juli/August als Doppelnummer)
in Punktschrift
in Schwarzschrift
auf Kassette
auf CD ROM im DAISY-Format
im Internet ( ausgewählte Beiträge, www.dbsv.org )
Jahresbezugspreis 2007: 35 Euro für Inhaber der DBSV-Karte,
sonst 40 Euro,
Abonnenten unter 21 Jahren zahlen den halben Preis
Informationen über die Zahlungsmodalitäten gibt der
DBSV-Zeitschriftenverlag
Frau Wolff
Tel.: (0 30) 28 53 87-22
E-Mail: p.wolff@dbsv.org
Einzugsermächtigung wird erbeten.
Hinweis: Kündigung des Abonnements für das Folgejahr sind bis Ende September vorzunehmen.
Bankverbindung:
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ: 100 205 00, Sonderkonto Zeitschriftenverlag
Konto-Nr. 3273301
Anzeigenpreise:
Private Kleinanzeigen bis zu einer Länge von 180 Zeichen
kosten pauschal 5 Euro.
Jedes Wort über diesen Umfang hinaus
kostet zusätzlich 50 Cent.
Kommerzielle Kleinanzeigen kosten 9,00 Euro pro Druckzeile.
Für Großanzeigen und Beilagen bitte Preisliste anfordern.
Redaktionsschluss und damit Anzeigenschluss ist jeweils der 1. des Vormonats (für die Januar-Ausgabe jeweils der 20.11.).
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
in dieser Ausgabe finden Sie eine Stellenausschreibung; gesucht wird ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin in der Abteilung Verbandskommunikation des DBSV mit den Schwerpunktaufgaben Redaktion der "Gegenwart", des Jahrbuches "Weitersehen" und des Newsletters "dbsv-direkt".
Als langjähriger Redakteur betrifft mich diese Anzeige natürlich ganz persönlich. Am 1. April 2008 beginnt für mich die Ruhephase der Altersteilzeit, für die ich mich vor zwei Jahren entschieden habe. Bis dahin sollte also ein Nachfolger/eine Nachfolgerin eingearbeitet sein.
Bei der Ausstiegsfeier aus meinem Berufsleben kann ich auf 333 Ausgaben der "Gegenwart" anstoßen, die unter meiner Verantwortung entstanden sind, beginnend mit dem Heft 2/1979. Das waren dann auch 333-mal Hektik bei der Druckvorbereitung und 333-mal Freude über pünktliches Erscheinen.
Für Reflektionen wird später noch Gelegenheit sein, deshalb will ich es an dieser Stelle dabei belassen. Ich wünsche dem DBSV eine glückliche Hand bei der Auswahl des künftigen Redakteurs/der Redakteurin.
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich, dass "Ihre Gegenwart" weiter an Profil gewinnt. Bis zu meiner 333. Ausgabe werde ich mich noch darum bemühen.
Dr. Thomas Nicolai
Am 7. Oktober startet im Rahmen der bundesweiten Woche des Sehens die Aufklärungskampagne "Blindheit und Beruf", über die in der September-Ausgabe bereits informiert wurde. Nachstehend veröffentlichen wir eine zum Auftakt der Kampagne herausgegebene Pressemitteilung:
In Deutschland leben laut WHO-Report rund 1,25 Millionen blinde und sehbehinderte Menschen. 72 Prozent der Blinden im erwerbsfähigen Alter sind ohne dauerhafte Anstellung. Obwohl viele Betroffene erstklassige Qualifikationen und Abschlüsse mitbringen, verschlechtern sich ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt seit fünf Jahren kontinuierlich.
"Um diese Situation zu verändern, haben sich Bildungseinrichtungen und Organisationen für blinde und sehbehinderte Menschen im Oktober 2006 zum NBT zusammengeschlossen", so Dr. Michael Richter, Geschäftsführer des DVBS. Das Kürzel "NBT" steht für "Netzwerk berufliche Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen". Ab dem 7. Oktober koordiniert Richter für das NBT gemeinsam mit der bundesweiten Aktion "Woche des Sehens" eine groß angelegte Kampagne zum Thema "Blindheit und Beruf", die von der Bundesagentur für Arbeit unterstützt wird.
"Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen", so steht es im Grundgesetz (Artikel 12). Demnach kann schwindende Sehkraft nicht das berufliche Abseits bedeuten. Trotzdem haben viele blinde und sehbehinderte Menschen aufgrund ihrer Einschränkung Probleme im beruflichen Alltag. So darf die Berliner Rechtsanwältin Pamela Pabst ihren Traumberuf Strafrichterin aus Gesetzesgründen nicht ausüben. Auch der im Juli verhandelte Fall der Münchner Lehramtsstudentin Bettina Koletnig, der wegen ihrer Sehbehinderung der Abschluss ihres Studiums zunächst verweigert wurde, verdeutlicht die Vorbehalte der Arbeitgeber und letztlich die unserer Gesellschaft.
Blinde und sehbehinderte Menschen erwarten keine Fürsorge und kein Mitleid, sondern wollen ihr Leben selbstbestimmt und eigenverantwortlich gestalten. Renate Reymann, Präsidentin des DBSV sowie Mit-Initiatorin des NBT, setzt sich für soziale Absicherung, gesellschaftliche Integration und insbesondere berufliche Förderung der Betroffenen ein. "Das Ziel unserer Arbeit ist es, die hierfür erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen", sagt die selbst sehbehinderte Sachbearbeiterin. "Wo gesellschaftliche, politische oder technische Entwicklungen blinde und sehbehinderte Menschen benachteiligen, schaffen wir ein entsprechendes Bewusstsein und setzen uns für Veränderungen ein."
Ein positives Beispiel für die Integration von blinden und sehbehinderten Berufstätigen liefert der IT-Bereich. Hier werden neue Jobperspektiven geschaffen, beispielsweise mit den Berufsbildern Software-Entwickler, Web-Designer, Netzwerk-Administrator und Informatik-Kaufmann. Darüber hinaus entwickelt und produziert die Branche auch spezielle Arbeitsmittel wie Vorlesegeräte oder Blindenschrift-Displays. Mit diesen Hilfsmitteln arbeiten Menschen mit Seheinschränkungen heute in ehemals für sie nicht zugänglichen Berufen.
In dieser Rubrik erfahren Sie regelmäßig das Neueste über Vergünstigungen im Zusammenhang mit der DBSV-Karte.
Der Ausweis für Mitglieder in den Landesvereinen des DBSV stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und bringt zudem etliche Vergünstigungen für diejenigen, die ihn besitzen. Wichtig ist natürlich, dass alle Karten-Inhaber immer aktuell informiert sind. Dazu trägt auch bei, dass von den Web-Seiten der Landesvereine auf die DBSV-Seite verlinkt wird, wo es Aktuelles zu lesen und zu hören gibt.
Der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin weist beispielsweise folgendermaßen auf die DBSV-Karte hin: "Als ABSV-Mitglied haben Sie Anspruch auf den Mitgliedsausweis unseres Bundesverbandes. Hier erfahren Sie mehr über die Vorteile der DBSV-Karte!"
Die Worte "Vorteile der DBSV-Karte" sind dann der Link auf die Seite des DBSV www.dbsv.org/Internes/karte .
Ab 2008 gewährt die Deutsche Zentralbücherei zu Leipzig einen Rabatt von fünf Prozent auf alle Abonnements der durch sie herausgegebenen Zeitschriften. Für eine Legitimation ist lediglich die Übermittlung der DBSV-Kartennummer erforderlich.
Informationen dazu sowie zum gesamten Zeitschriftenangebot unter
Tel.: (03 41) 71 13-120
Fax: 0341 7113-125
E-Mail: verlag@dzb.de
www.dzb.de
Über eine Qualifizierungsmaßnahme für Berater der DBSV-Landesvereine
"Ich kam mit der Erwartung, mein vorhandenes Wissen aufzufrischen, aber ich habe auch viel Neues gelernt und vieles wurde sehr vertieft", so eine Teilnehmerin nach dem einwöchigen Seminar des DBSV Mitte Juni in Veitshöchheim im BFW Würzburg. Dieses Qualifizierungsangebot richtete sich an ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesvereine des DBSV, die blinde und sehbehinderte Menschen sowie deren Angehörige beraten. Insgesamt waren es 24 selbst betroffene Teilnehmer und 6 sehende Begleitpersonen aus 12 DBSV-Landesvereinen.
Es wurden Erfahrungen aus der Beratungspraxis der Teilnehmenden bei Hausbesuchen, in Beratungsstellen, am Telefon sowie bei Veranstaltungen eingebracht und besprochen, teilweise auch in praktischen Übungen wie Rollenspielen. "Das Seminar war lebendig und bestand nicht nur aus Vorträgen", so eine Teilnehmerin. Vor allem ging es um rechtliche Grundlagen aus der Pflege- und Rentenversicherung, Dienste und Einrichtungen für blinde und sehbehinderte Menschen sowie Geschichte, Aufgaben und Ziele des DBSV.
Sehr nützlich: Grundlagen eines Beratungsgesprächs wurden erarbeitet und Hausbesuche simuliert, ohne die so wichtige Nachbereitung und Möglichkeiten der Dokumentation der eigenen Arbeit zu vergessen.
Ein weiteres Hauptthema war die berufliche Integration, zu dem einzelne Schulungsstunden des BFW besucht werden konnten.
Die Teilnehmenden erarbeiteten sich in drei Arbeitsgruppen die Themenstellungen – "Nachteilsausgleiche für Blinde und Sehbehinderte", "Rehabilitation zur Bewältigung des Alltags" und "wichtige Elemente der Gesprächsführung". "Am interessantesten fand ich die Infos zur RBA und über die verschiedenen Augenkrankheiten", so eine Teilnehmerin. Auch für den wichtigen persönlichen Erfahrungsaustausch der Teilnehmenden untereinander war viel Raum. "Noch mehr gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Programms hätten mir für weiteren Austausch gefallen", empfahl die Teilnehmerin.
Nicht nur die sehr kompetente Arbeit der Fortbildungsleitung Otto Umscheid und Annette Dießner und der Referenten sondern auch das Tagungs- und Unterkunftsangebot des BFW Würzburg wurde von den Teilnehmern als sehr angenehm empfunden. Ein besonderer Dank galt dem freundlichen und hilfsbereiten Personal des Hauses.
Für März 2008 ist ein weiteres Seminar geplant. Das DBSV-Präsidium hat außerdem eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die Vorschläge erarbeitet, welche Aufgaben die Beratung der Vereine leisten soll. Damit soll gesichert werden, dass Ratsuchende mit Seheinschränkung bei unseren Vereinen immer gute Beratung finden.
Noch eine Einschätzung einer Teilnehmerin: "Mich hat ermutigt, dass nicht nur ältere Leute am Seminar teilgenommen haben, sondern auch viele jüngere. Die Beratung unserer Vereine hat also Zukunft."
Roswitha Röding, Annette Dießner,
Otto
Umscheid und Reiner Delgado
Die DBSV-Umfrage zu Computer und E-Learning bei blinden und sehbehinderten Menschen ist abgeschlossen. Die Ergebnisse bergen auch Überraschungen.
Im Januar hatte der DBSV zur Teilnahme an einer Befragung aufgerufen. Im Projekt E-YES zum E-Learning für blinde und sehbehinderte Menschen, an dem neun Partner aus fünf europäischen Ländern teilnehmen, sollte ermittelt werden, wie die Betroffenen am PC arbeiten und welche Interessen sie an E-Learning haben.
E-Learning ist elektronisch gestütztes Lernen unabhängig von Zeit und Ort mit Hilfe von CD-ROMs oder dem Internet. Fast 200 Personen haben an der DBSV-Befragung teilgenommen. Während die Gruppe der 30- bis 60-jährigen 2/3 der Teilnehmer bildeten nahmen je 35 Personen unter 30 und über 60 an der Befragung teil.
Über 2/3 der Befragungsteilnehmer sind blind, was auch in diesem Zusammenhang darauf hinweist, dass der DBSV seinen Kontakt zu sehbehinderten Menschen noch ausbauen kann. Es nahmen etwa 1/6 Hauptschulabsolventen, 1/3 mit mittlerer Reife und 50 Prozent Abiturienten teil. Nur etwa sieben Prozent der Teilnehmer sind arbeitslos.
Die Befragten nutzen zu 80 Prozent den PC schon seit über fünf Jahren, und das gilt ebenso für die Senioren über 60. Alle blinden Befragten nutzen eine Braille-Zeile, der meist verwendete Screenreader ist JAWS (40 Prozent), gefolgt von Blindows und VIRGO (je ca. zehn Prozent).
Die Befragten wählten auch aus verschiedenen Themen aus, zu denen sie etwas lernen wollten: Spitzenreiter dabei sind spezielle Computerkurse, und auch Sprachkurse schneiden gut ab. Die arbeitslosen Teilnehmer haben an allen Inhalten recht großes Interesse. Auch Empowerment – also die Stärkung der eigenen Interessenvertretung – erzielt hohe Werte, was den DBSV als Selbsthilfeorganisation natürlich freuen kann.
In dem von der Europäischen Union geförderten E-YES-Projekt soll nun eine E-Learning-Plattform für blinde und sehbehinderte Nutzer zugänglich gemacht werden. Eine solche Plattform enthält die Strukturelemente, die für E-Learning wichtig sind, wie Lehrtexte, Hörstücke oder Videos, Onlinetests und -prüfungen sowie Foren zum Austausch zwischen Lernenden und Lehrern. Einige dieser Plattformen sind auch als Open Source Programme konzipiert, d.h. die Entwickler arbeiten daran unentgeltlich und jeder kann das Programm kostenlos nutzen. Im E-YES Projekt soll dann auf einer barrierefrei gestalteten Plattform ein Beispielkurs eingestellt werden, der kostenlos genutzt werden kann.
Auf einer E-Learning-Konferenz im Mai beim BFW Düren präsentierten sich zahlreiche EU-geförderte Projekte zum E-Learning. Es wurde deutlich, dass inzwischen fast alle berufsbildenden Werke in Deutschland und Europa auch E-Learning für ihre Ausbildungsgänge nutzen. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass in Betrieben E-Learning eine zunehmende Rolle spielt, und darauf müssen auch blinde und sehbehinderte Berufstätige vorbereitet werden.
Interessant war auch die Vorstellung des kostenlosen Open Source Screenreaders Thunder, der vorgestellt wird unter www.bfw-dueren.de/projekte/dicomp-s.net
Reiner Delgado
Ein Seminar für die Jugendvertreterinnen und -vertreter der DBSV-Landesvereine und weitere Interessierte an Jugendarbeit veranstaltet der DBSV vom 25. bis 28.10.07 in Radeberg.
Zu den Themenschwerpunkten gehören akustische Medien in Theorie und Praxis und der Umgang mit Pflanzen (begrenzte Teilnehmerzahl).
Informationen beim
Sozialreferat des DBSV
Tel.: (0 30)
28 53 87-24
E-Mail: r.delgado@dbsv.org
Der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V. begeht am 12. Oktober sein 60-jähriges Jubiläum mit einer besonderen Feier und geladenen Gästen. Prominentester Gast und Redner ist der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff. Aus Anlass des Jubiläums gibt der Verband eine 124-seitige Broschüre unter dem Titel: "60 Jahre ein Streifzug durch die Geschichte der niedersächsischen Blindenselbsthilfe 1947-2007", auch in Hörfassung heraus.
Der Blindenverband wurde am 17. Oktober 1947 vor Vertretern der Blindenvereine aus dem Gebiet des Landes Niedersachsen in Osnabrück gegründet. Es schlossen sich die acht niedersächsischen Blindenvereine zum "Blindenverband Niedersachsen" (BVN) zusammen. Zum ersten Vorsitzenden und gleichzeitigem Geschäftsführer des BVN wurde Wilhelm Marhauer gewählt.
Der Verband setzte sich zur Aufgabe, die Not des einzelnen Blinden zu lindern und die Anliegen aller blinden Menschen als autorisierte Interessenvertretung zusammenzufassen und an geeigneter Stelle bei Behörden und sonstigen Institutionen vorzutragen und zu vertreten.
"Arbeit, Wohnung und Blindengeld", das waren die drei Grundforderungen, die zu dieser Zeit aufgestellt wurden.
Abwechslungsreiche oder besinnliche Adventswochen ab 29.11.: Schöne Ausflüge, Konzerte oder Vorlesestunden im Hotel.
Im Februar 2008:
Wir senden für jede Veranstaltung gerne eine ausführliche
Beschreibung zu.
Anruf genügt.
Tel.: (0 45 03) 600 20
E-Mail: timmendorfer-strand@aura-hotels.de
www.aura-timmendorf.de
Am 15. Oktober ab 14.00 Uhr findet im Rahmen der diesjährigen Makula-Woche der Pro Retina Deutschland e.V., Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen, im
Aura-Zentrum in Bad Meinberg
Oberförster-Feige-Weg
1
eine Hilfsmittelausstellung statt.
Firmen wie Baum-Elektronik (elektronische Lese- und Vorlesegeräte, Arbeitsplatzausstattung), IPD (sprechende Handys) und Synphon (Einkaufsfuchs) werden ihre Produkte vorstellen und auch Tagesgäste gerne beraten. Ein Optiker und ein Hörbuchverlag ergänzen das Programm.
Der BSV Mecklenburg-Vorpommern e.V. führt auch 2008 wieder sein deutschlandweit beliebtes Punktschrift/Kurssystem zum Erlernen der Braillevoll- und -kurzschrift sowie Computerkurse für Einsteiger und fortgeschrittene Anwender im AURA-Hotel "Ostseeperlen" Boltenhagen durch.
Die erste von fünf übers Jahr verteilten Kurswochen für das Erlernen der Braille-Schrift beginnt am 27.01.2008. Die Punktschrift- und Computerkurse werden gefördert.
Jetzt anmelden, damit die Planung erfolgen kann.
Für 2007 gibt es noch wenige Plätze für "Autogenes Training" (31.10. bis 04.11.) und für die Sehschule für Sehbehinderte (30.11. bis 02.12.).
Weitere Informationen zum Jahresprogramm 2008 erhalten Sie schon jetzt im AURA-Hotel und im Internet:
Tel.: (03 88 25) 37 00
E-Mail: ostseeperlen@t-online.de
Internet: www.ostseeperlen.de
Wie der Stephansdom in Wien sich von außen darstellt, können Blinde schon seit längerem an einem 1,30 Meter hohen Bronzemodell ertasten. Jetzt kann man auch wesentliche Teile des Inneren in einem Reliefplan erkunden, der vor Ort ausgeliehen oder erworben werden kann.
Wir lesen auf unserer Webseite Klassiker der Weltliteratur. Momentan lesen unsere professionellen Sprecher die "Bibel", Kafkas "Schloss" und Swifts "Gullivers Reisen". Die Downloads sind selbstverständlich kostenlos.
Wir denken, dass vielleicht einige sehbehinderte Menschen daran Interesse haben könnten und haben deshalb eine Vergrößerungsfunktion auf der Webseite eingebaut.
Unter der Internetadresse www.literatur-podcast.de finden Sie die Podcasts. Sie können aber auch bei Itunes oder anderen Podcatchern gefunden werden.
Weitere Bücher werden in der Zukunft gelesen werden, wie z.B. Mark Twain und "Der Schimmelreiter". Wir wollen diese Seite zu einem großen Literaturportal aufbauen.
Tina von Traben
E-Mail: mail@tinavontraben.com
Auf einer in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Blindenbund speziell erarbeiteten Route kann man Zürich mit allen Sinnen erleben.
Bereits im Herbst 2006 hatte der Schweizerische Blindenbund ausgewählte Reiseleiter von Zürich Tourismus im Umgang mit sehbehinderten Menschen geschult, so dass der spezielle Altstadtrundgang 2007 ins Programm genommen werden konnte. Die kostenpflichtige Gruppenführung (bis zu 20 Personen) dauert ca. zwei Stunden.
Informationen und Buchungen
Regionalgruppe Zürich
des Schweizerischen Blindenbundes
Richi Weissen
Tel.: 0041-44-942
00 33
richiweissen@blind.ch
Zürich Tourismus Tourist Service im Hauptbahnhof
8023 Zürich
Tel.: 0041-44-215 40 88
tourguide@zuerich.com
www.zuerich.com
In Punktschrift: "Das grüne Buch der Schönheit 2007" von Yves Rocher
Die Firma Yves Rocher hat – wie auch schon in den vergangenen drei Jahren – eine begrenzte Anzahl von Punktschrift-Exemplaren bei uns in Auftrag gegeben. In dieser Ausgabe finden Sie besonders viele neue Artikel für Mann und Frau. Fordern Sie Ihr kostenloses Exemplar bei uns an! Gern liefern wir auch an Vereine und Verbände zur Selbstverteilung an ihre Mitglieder mehrere Exemplare kostenfrei.
Nähere Informationen:
VzFB
Tel. (05 11) 9 54
65-32
Am 19.10. von 10 bis 18 Uhr und 20.10. von 10 bis 15 Uhr veranstaltet der ABSV, Auerbacher Str. 7 (am S-Bahnhof Grunewald) in Berlin die diesjährige Hilfsmittel- und Dienstleisterausstellung: Rund 35 Aussteller verschiedener Themenbereiche präsentieren nützliche Hilfsmittel sowie Dienstleistungs- und Beratungsangebote. Auch die etablierten Versandfirmen werden vertreten sein. Natürlich hat auch die Hilfsmittelberatungs- und -verkaufsstelle des ABSV während der gesamten Ausstellung geöffnet. Unter den Dienstleistungs- und Beratungsangeboten wird es Begleit- und Umzugsservices, Reiseangebote, Museumsführungen, spezielle Handwerkerleistungen, Blindenleitsysteme sowie Angebote der Hörbüchereien geben. Außerdem präsentieren sich die Koordinierungsstellen "Rund ums Alter", das Berufsbildungswerk Chemnitz, die Berliner Fachoptiker, das Förderzentrum, das Blindenhilfswerk und die Blindenwohnstätten Berlin.
Besucher, die ohne Begleitperson kommen, werden im Eingangsbereich unser Service-Team vorfinden, von dem sie Begleithilfe und Informationen erhalten.
Die Initiative "Dein Kino" präsentiert ab 11.10. ihren nächsten Kinofilm, Die Vorahnung, USA 2007, Regie Mennan Yapo mit Sandra Bullock u.a. mit Audiodeskription (und Untertiteln). Bundesweit sind inzwischen 32 Kinos mit der notwendigen Technik ausgestattet. Blinde und Sehbehinderte bekommen gegen Hinterlegung eines Pfands an der Kasse einen Kopfhörer und können damit die Audiodeskription parallel zum Filmton im Kinosaal hören. Die teilnehmenden Kinos und die genauen Vorstellungstermine werden ab ca. 08.10 auf der barrierefreien Homepage www.deinkino.de veröffentlicht. Die Audiodeskription wurde erstellt von BR und Hörfilm e.V. im Auftrag von Kinowelt. Weitere Mitglieder der Initiative sind DTS Digital Cinema, Sennheiser, Titelbild GmbH und Warner Brothers.
ICOCO media solutions produzierte für Berlin Chemie 80.000 CDs und markierte sie mit Braille-Schrift.
Blindenschrift auf der Hülle und auf der Oberfläche der CDs ermöglicht es blinden Menschen, die Medien zu unterscheiden, ohne dass sie sich selbst Markierungen aufkleben müssen.
Auf die CDs werden die Punkte mit einer speziellen Siebdrucktechnik aufgebracht. Zwei Ausgleichspunkte auf der gegenüberliegenden Seite des Braille-Schrift-Textes dienen dazu, eine Unwucht zu vermeiden, die das Abspielen im Laufwerk behindern könnte.
Die Broschüren sind für Diabetiker bestimmt und betreffen die besonderen Lebensvorkehrungen, die Betroffene treffen müssen. Diabetiker können sie unter der Telefonnummer (0 18 02) 666 333 kostenlos bestellen.
Der Tiefkühlservice Eismann hat seinen Produktkatalog jetzt auch als Daisy-CD herausgebracht. Das DAISY-System erlaubt nun schnellere Übersicht und gezielteren Vergleich einzelner Angebote.
Auskunft gibt
Alexandra Dörner
Tel.: (0 21 04)
21 95 40
E-Mail: alexandra.doerner@eismann.de
Bis zum 30. März 2008 findet im Historischen Museum der Pfalz die Familien-Mitmachausstellung "Das Alte Ägypten mit allen Sinnen" statt. Blinde und sehbehinderte Besucher haben die Gelegenheit, sich anhand des Tastsinns die antike Hochkultur von den ersten Pharaonischen Dynastien bis zur römischen Herrschaft selbstständig zu erarbeiten. Neben einem Wegleitsystem für Blinde begleitet ein Audioguide sicher zu den einzelnen Stationen der Ausstellung.
Nähere Informationen bei
Historisches Museum der
Pfalz
Domplatz 4, 67346 Speyer
Tel.: (0 62 32) 62 02 22
E-Mail: info@museum-speyer.de
www.museum.speyer.de
Der Landesblinden- und Sehbehindertenverband Rheinland-Pfalz e.V. bietet im Pfälzer Wald Urlaubsbungalows an. Die Preise für 2008 für zwei Personen, zuzüglich 3,00 Euro für jeden weiteren Gast. Mitglieder April bis Oktober 20,00 Euro, November bis März 15,00 Euro. Nichtmitglieder April bis Oktober 30,00 Euro, November bis März 20,00 Euro. Endreinigung zusätzlich: 25,00 Euro für zwei Personen, 30,00 Euro für drei Personen, 35,00 Euro für vier Personen.
Vermietung und Informationen bei
Reiner Seibert
Tel.:
(0 27 41) 2 15 51
E-Mail: reiner.seibert@gmx.de
Eine klangvolle Scheibe zur Weihnachtszeit (die schon 2006 entstanden ist) hat Reinhard Walter, der als blinder Tonmeister beim Rundfunk jahrzehntelang für ausgezeichnete Musikproduktionen sorgte, mit zahlreichen Künstlern aufgenommen. Die Zusammenstellung von Musik aus drei Jahrhunderten wird durch das Wechselspiel von Panflöte, Oboe, Orgel und Vokalbeiträgen zu einem besonderen Genuss in besinnlichen Stunden.
Mehr Informationen und Bestellung bei
Reinhard Walter
Tel.: (0 30) 5 13 81 92
E-Mail: reinhardwalter@onlinehome.de
Am 27. Oktober 2007 erscheint der mit Spannung erwartete siebte und wohl letzte Band von Joanne K. Rowlings Harry-Potter-Reihe. Wie beim vorigen Band haben Sprecher Peter Hawig und das gesamte Team der Norddeutschen Blindenhörbücherei in Hamburg es geschafft, wie durch Zauberhand den Titel auf magisch schnelle Weise als DAISY-Hörbuch zu erstellen.
"Harry Potter und die Heiligtümer des Todes"; Nr.
28511.
Norddeutsche Blindenhörbücherei e.V.
Tel.: (0 40)
227 286 0
Fax: (0 40) 227 286 20
E-Mail: nbh@blindenbuecherei.de
www.blindenbuecherei.de
Seit September stehen für blinde und sehbehinderte Besucher spezielle Führungen auf Audioguides und für Gehörlose Videoguides in deutscher Gebärdensprache zur Verfügung. Die zusätzlichen Beschreibungen beziehen sich auf ausgewählte Kunstwerke, aber vor allem auf die begreifbaren Objekte. Das Aufsichtspersonal des Landesmuseums ist geschult, Besucher mit Seheinschränkungen zu den Objekten zu begleiten.
An der Vorbereitung der barrierefreien Führungen zu den Highlights des Museums waren Betroffene einbezogen. Die Realisierung der Audiodeskription erfolgte durch Hörfilm e.V.
Nähere Informationen bei:
Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51, 55116 Mainz
Ursula Wallbrecher
Tel.: (0
61 31) 28 57-1 34
E-Mail: ursula.wallbrecher@landesmuseum-mainz.rlp.de
Beim Beitrag im Heft 07/08 der GW-Rubrik "Woche des Sehens": Schon ab ZWEI dabei, wurde bei den Partner der DVBS e.V. vergessen.
Der DBSV weist in einer Presseerklärung vom 28.08. auf unhaltbare Zustände bei der Versorgung von Augenpatienten hin.
Rudolf K. (74) sieht seine Umwelt nur noch schemenhaft, vor seinen Augen biegen sich Linien und Strukturen, die Orientierung im Alltag geht ihm verloren.
"Feuchte altersabhängige Makula-Degeneration" (AMD), so die Diagnose des Augenarztes. Rund 485.000 Betroffene leiden bundesweit an dieser Augenkrankheit (Quelle: "Der Ophtalmologe" 9/2006). Einem Teil von ihnen kann mit einem neuen Medikament geholfen werden – wenn Mediziner schnell handeln. Tun sie dies nicht, ist der Verlust der Sehkraft meist irreversibel. Jeder Tag zählt.
Am 24. Januar 2007 wurde das Arzneimittel Lucentis zugelassen, das in bestimmten Fällen eine Erblindung verhindern kann. Seitdem findet eine heftige Auseinandersetzung um die Kosten statt. Beteiligt daran sind das Pharmaunternehmen Novartis, die Krankenkassen und die Augenärzte. Erschwerend kommt hinzu, dass ein alternatives, jedoch nicht für die Anwendung am Auge zugelassenes, preiswerteres Medikament existiert. Der Streit hat dazu geführt, dass Lucentis ein halbes Jahr nach der Zulassung noch immer nicht zur Regelversorgung geworden ist.
Für die Augenpatienten ist eine äußerst unübersichtliche Situation entstanden. Je nach Augenarzt wird ihnen Lucentis, ein anderes Medikament oder gar das Abwarten empfohlen. Auch die Qualität der Verabreichung (es geht immerhin um eine Injektion in den Augapfel unter OP-Bedingungen) und die Höhe der verlangten Zuzahlung variieren erheblich.
Viele der Betroffenen (Durchschnittsalter über 70 Jahre) leben allein und sind nicht in der Lage, durch eigene Recherchen eine geeignete und qualitativ einwandfreie Therapie zu finden. "Während hier lautstark gestritten wird, erblinden in den Kulissen des Konfliktes still und leise die Betroffenen", fasst DBSV-Präsidentin Renate Reymann die Situation zusammen.
AMD steht für "altersabhängige Makula-Degeneration" und ist laut WHO mit Abstand die häufigste Erblindungsursache in Deutschland ("Der Augenarzt", Dezember 2005). Bei der so genannten "feuchten AMD" (20 Prozent aller AMD-Fälle) entstehen krankhafte Gefäße unter der Makula, so nennt man die Stelle des schärfsten Sehens. Die feuchte AMD führt zu Verzerrtsehen, Verlust der Lesefähigkeit und später Erblindung. Die Krankheit schreitet wesentlich schneller voran, als die trockene AMD, bei der Behandlung ist größte Eile geboten.
Lucentis ist der deutsche Handelsname für den Wirkstoff Ranibizumab, entwickelt von Genentech, in Deutschland vertrieben von Novartis. Lucentis ist das einzige in Deutschland zugelassene Medikament, das die Sehkraft von Patienten mit feuchter AMD im Durchschnitt verbessert, wie in diversen Studien eindeutig bewiesen wurde. Die Einzeldosis kostet 1.523,26 Euro, Verabreichung zu Beginn dreimal im Vierwochenabstand, danach individuelle Behandlungsfrequenz.
Avastin ist der deutsche Handelsname für den Wirkstoff Bevacizumab, entwickelt von Genentech, in Deutschland vertrieben von Genentechs Muttergesellschaft Roche. Avastin ist seit Frühjahr 2005 zugelassen, aber nur zur Behandlung von Darmkrebs. Roche hat kein Interesse an einer Zulassungserweiterung. Avastin wurde trotzdem auch zur Behandlung der feuchten AMD eingesetzt, eine derartige zulassungsüberschreitende Anwendung nennt man "Off-Label-Use" (OLU). Laut Rechtssprechung des Bundessozialgerichts (März 2002) kann OLU nur unter der Bedingung stattfinden, dass es keine zugelassene Behandlungsalternative gibt. Das bedeutet: Seit der Zulassung von Lucentis kann Avastin nicht mehr im OLU verabreicht werden.
Avastin wird aber nach wie vor verabreicht, Grund: Der Preis von Avastin wurde seinerzeit für den hochdosierten Einsatz gegen Darmkrebs kalkuliert, für die Behandlung der feuchten AMD braucht man gerade mal einen Bruchteil der Darmkrebs-Dosis. Aus einer Darmkrebs-Dosis kann man also viele Einzeldosen für die AMD-Behandlung gewinnen, Preis pro Einzeldosis zwischen 10 und 50 Euro, die Angaben variieren.
Risiken/Haftung: Im Rahmen des Zulassungsverfahrens wurden für Lucentis Studien durchgeführt, die ermittelten Nebenwirkungen, beispielsweise Augenschmerzen, stehen im Beipackzettel. Sollten sich Langzeitfolgen herausstellen, liegt die Haftung beim Unternehmen Novartis.
Für Avastin wurden – bezogen auf das Anwendungsgebiet feuchte AMD – keine Zulassungsstudien durchgeführt, Nebenwirkungen sind demzufolge "offiziell" nicht bekannt. In einem Vertrag, den einige Krankenkassen zur Avastinverabreichung abgeschlossen haben (siehe unten), werden Augeninnendrucksteigerungen, das Fortschreiten einer bestehenden Linsentrübung etc. genannt.
Ein Arzt, der nach dem 24. Januar 2007, sprich: nach der Zulassung von Lucentis, immer noch Avastin verabreicht, trägt das volle Haftungsrisiko. Ob die Versicherung des Arztes für Schäden aufkäme, die durch eine derartige Verabreichung entstehen, ist mehr als fraglich, wahrscheinlich müsste der Ausgang eines Gerichtsverfahrens abgewartet werden.
Novartis, weltweit der fünftgrößte Pharmakonzern, ist mit 30 Prozent an Roche beteiligt und steht wegen des Preises für Lucentis in der Kritik ("Kapitalismus pur!", Zitat Prof. Gerd Glaeske, Mitglied im Sachverständigenrat Gesundheitswesen, in den Tagesthemen vom 16. Mai 2007). Die Preisbildung ist nicht transparent, Novartis argumentiert mit Overhead-Kosten und Forschungskosten für Medikamente, die nicht die Marktreife erreichen. Auf den Vorwurf, die Gesamtkosten für Lucentis würden das Budget der Krankenkassen explodieren lassen (Beispielschätzung in der o.g. Tagesthemensendung: sieben Milliarden jährlich), hat der Konzern mit dem Angebot einer Deckelung der Kosten auf 315 Mio. jährlich bundesweit reagiert. Das Angebot wurde von den Kassen bisher nicht aufgegriffen.
Die Krankenkassen verhandeln mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, wie hoch die angemessene Vergütung für eine Injektion in den Augapfel ist. Die Verhandlungen finden im so genannten Bewertungsausschuss statt, dort soll eine "EBM-Ziffer" gebildet werden. ("EBM" bedeutet "Einheitlicher Bewertungsmaßstab", so heißt das Vergütungssystem für Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.) Sobald eine solche EBM-Ziffer gebildet ist, bedeutet das die Regelversorgung, der Arzt kann dann direkt mit den Krankenkassen abrechnen. (Im Moment muss vor jeder Verabreichung von Lucentis die Kostenzusage der Krankenkasse abgewartet werden.)
Einzelne Krankenkassen haben Verträge über die Verabreichung von Avastin abgeschlossen, siehe unten, Novartis hat dagegen juristische Schritte eingeleitet (Antrag auf einstweilige Anordnung beim Sozialgericht Nürnberg).
Die Augenarztverbände sprechen sich in einer gemeinsamen Erklärung (in "Der Ophtalmologe" 7/2007) für Lucentis als Medikament der ersten Wahl bei der Behandlung der feuchten AMD aus.
Einige Augenärzte haben aber mit Krankenkassen Avastin-Verträge unterschrieben, die a) trotz fehlender Voraussetzungen off-label-use bedeuten, b) in der so genannten "Patientenaufklärung" Lucentis als den "weniger effektiven therapeutischen Weg" bezeichnen, c) die entsprechenden Augenärzte finanziell belohnen. (Diese Verträge vergüten die Injektion in den Augapfel mit 400 Euro, der Berufsverband der Augenärzte (BVA) hat seinen Mitgliedern vorgeschlagen, eine solche Injektion einheitlich mit 300 Euro abzurechnen, die tatsächliche EBM-Ziffer, siehe oben, wird wahrscheinlich um einiges darunter liegen.)
Der BVA beklagt die "unbefriedigende Situation der Kostenvoranschläge und Kostenzusagen" und weist darauf hin, "dass der 'bürokratische Hürdenlauf' oftmals den optimalen Behandlungszeitpunkt verzögere und so irreversible Sehverschlechterungen bei Patienten einträten". (Ophthalmologische Nachrichten vom 09.07.2007)
(Ende der Exkurse)
Die Patienten sind die eigentlichen Leidtragenden. Auf dem Weg zum Medikament der ersten Wahl müssen sie zahlreiche Hürden überwinden:
Da die Patienten im Durchschnitt über 70 Jahre alt sind, ist bei vielen von ihnen ein Scheitern an diesen Hürden vorprogrammiert.
Solange Vertreter der Pharmabranche, der Fachärzte für Augenheilkunde und der Krankenkassen sich nicht auf einen standardisierten Weg der Kostenübernahme einigen, erblinden unbemerkt diejenigen, die sich aufgrund ihres Alters nicht wehren können. Die optimale Versorgung der Patienten scheitert am Streit ums Geld.
"Ist das deutsche Gesundheitssystem nicht in der Lage oder einfach nicht willens, moderne Therapien im Interesse der Patienten schnell einzuführen?", fragt Renate Reymann. "Die Regelversorgung automatisiert das Verfahren und sorgt für Qualitätssicherung. Und sie ist schlicht und ergreifend überfällig."
Rat und Hilfe im "Therapiechaos" finden Betroffene unter www.dbsv.org/makula
Viel Hörbares im Herbst gibt es in Schleswig-Holstein. Neben dem Theater mit Audiodeskription, "Ein Volksfeind" in Rendsburg am 14. Oktober, erwarten drei Filme mit Zusatzbeschreibung in Lübeck ihr Publikum.
Zum ersten Mal gibt es Hörfilme auf den "Nordischen Filmtagen", die vom 31.10. bis zum 04.11. in Lübeck stattfinden, wofür sich der Norddeutsche Rundfunk maßgeblich eingesetzt hat.
In Vorbereitung sind folgende drei Filme:
"1 :1" – Eine jugendliche Liebesbeziehung zwischen der Dänin Mie (Joy K. Petersen) und ihrem palästinensischen Freund Shadi (Mohammed-Ali Bakier) wird durch Unkenntnis, Misstrauen und eine Gewalttat zerstört.
"Die Katze" – Auf einer Seniorenfahrt lernen sich Margret (Hannelore Hoger), die Witwe eines Pleite gegangenen Fabrikanten, und Siegmar (Götz George), der proletarische, ehemalige Polier, kennen. Aus Angst vor dem Alleinsein entschließen sie sich schon kurz darauf zur Heirat. Siegmar zieht in Margrets Haus und bringt seine Katze mit.
"Das Mädchen und der Rapper" auch "The Beauty and the Bastard" – Nelli (Pamela Tola) ist eine brave Tochter, die den Wünschen ihrer Eltern nicht widersprechen mag. Die wollen, dass Nelli Medizin studiert, genau wie ihr Freund. Dabei träumt Nelli doch von einer Karriere als Sängerin.
Wie es bei allen Filmfestivals leider üblich ist, stehen die genauen Tage und Zeiten erst im Oktober fest.
Die genauen Termine sind zeitnah zum Festival abzufragen unter: www.filmtage.luebeck.de
Das Festival findet statt im
Cinestar – Filmpalast Stadthalle
Mühlenbrücke 11, 23552 Lübeck
Der Veranstaltungsort ist mit den Buslinien 2, 4, 6, 7, 9, 16 und 19 problemlos zu erreichen.
Damit genügend Plätze freigehalten werden und ausreichend "Guideports" zur Verfügung stehen, melden Sie sich bitte bei
Hela Michalski
Tel.: (0 48 81) 71 72
E-Mail: hw.michalski@t-online.de
Hela Michalski
Hörfilmbeauftragte im BSV
Schleswig-Holstein
Diesmal ganz anders, nämlich unter dem Motto: "Blinde Menschen verstehen."
Pünktlich um 10.00 Uhr morgens klingelte es an der Haustür, und der erste Geburtstagsgast erschien. Kurz darauf trudelten so nach und nach auch die restlichen Kinder ein. Meine Tochter hatte zu Ihrem 11. Geburtstag eingeladen.
Wie jedes Jahr hatten wir schon länger überlegt, was wir wohl dieses Jahr Kreatives mit den Kindern machen wollen. Nach einem Besuch im Nürnberger Erfahrungsfeld mit abschließendem Aufenthalt im Dunkelcafé, hatte meine Tochter für sich das Motto ihres Festes gefunden.
Für uns alle ein nachhaltiges Erlebnis, das tagelang für Gesprächsstoff sorgte, hatte das Dunkelcafé auf Lena eine "anregende" Wirkung. Immer öfter überlegte sie laut, wie man das für ein Kinderfest umsetzen könnte.
So nahm ich Kontakt mit Herrn Doubrava, dem Projektleiter des Dunkelcafés auf, und informierte mich im Internet über Spielmöglichkeiten. Die Anfrage wurde begeistert aufgenommen, und innerhalb kürzester Zeit waren wir mit Infos und Anschauungsmaterial versorgt.
Lena bastelte Einladungen für ein Geburtstagsfest zum Thema "Blinde Menschen verstehen", die mit dem Namen des jeweiligen Kindes versehen waren – selbstverständlich in Braille. Diesen galt es auswendig zu lernen bis zum Fest.
Der Tisch war gedeckt, und mit Braille-Namensschildern versehen. So musste jeder erst mal seinen Platz suchen. Die Kinder hatten gut gelernt. Keine zwei Minuten hat es gedauert, bis jeder seinen Platz gefunden hatte.
Lena lüftete nun endlich das "Geheimnis" – warum wir ein "Blindenfest" feiern. Erzählte von ihrem Erlebnis in Nürnberg, und dass sie ihren Gästen etwas von diesen Erfahrungen vermitteln möchte.
Also legten wir los. Zuerst wurden Braille-Alphabete verteilt, und jeder sollte einen kleinen vorgegebenen Text in Punktschrift übersetzen. Dazu hatten wir Braille-Leerblätter, wo einfach lauter leere sechser Kreise aufgedruckt sind, die man ausmalen kann.
Zwischendurch packte Lena ihre Geschenke aus. Die Reihenfolge, in der sie das tat wurde durch einen Klingelball bestimmt, den die mit Augenbinden versehenen "blinden" Kinder sich mit Namensangabe zurollten, in die Richtung, in der sie das betreffende Kind wähnten.
Anschließend ging es in die 2. Blindenschrift-Runde. Diesmal musste ein echter Braille-Text übersetzt werden. Die Fehlerquote war sehr gering. Und die sieben Mädchen und Lenas Bruder hatten so viel Spaß dabei, dass sie gleich Pläne schmiedeten, wie sie diese neue "Geheimschrift" in Zukunft anwenden könnten.
Beim anschließenden Geräusche-Memory galt es, aus 12, mit verschiedenen Materialien gefüllten Überraschungseierdöschen, die sechs zusammengehörigen Paare herauszuhören. Gespielt wurde es reihum wie Memory. Dabei kam es nicht darauf an zu hören, was drin ist, sondern was gleich klingt. Dennoch war die Neugier groß, und so gab es noch eine Raterunde, was es wohl sein könnte. Und das Meiste wurde sogar erraten. Drin waren Reis, Hülsenfrüchte Büroklammern, Reißzwecken u.ä.
Danach kam das Riechen an die Reihe. In Filmdöschen hatte ich Wattebäusche mit verschiedenen Düften beträufelt. Dabei bediente ich mich überwiegend reiner ätherischer Öle wie Pfefferminz, Zitrone, Orange, Lavendel etc.
Jeder sollte schnuppern und aufschreiben was er meinte zu erkennen. Am Ende wurde aufgelöst, und die Nasen fanden fast alles richtig heraus.
Interessant war, dass die Kinder oft mit Bildern arbeiteten. Also nicht auf das Wort kamen, aber ihre Assoziationen nannten. Z.B. "das riecht wie in der Sauna" (beim Nadelholzduft).
Dann war die Pizza fertig, die Lenas Papa derweil vorbereitet hatte, und alle ließen es sich schmecken.
Nach dem Essen gab's eine Aktiv-Runde. Erst mal sollte jeder aus einem Berg von Schuhen (mit Augenbinde) seine eigenen herausfischen, und anziehen. Dann wurden Aufgaben genannt, die in Bezug zum Raum und den anderen Kindern blind zu lösen waren. Z.B. im Kreis drehen und dann alle in einem Kreis sitzen und die Füße in die Mitte strecken. Oder im Kreis drehen, und dann alle zum Fenster zeigen. Hierbei merkten die Kinder, dass es gar nicht so einfach ist, ohne Sehvermögen die Orientierung zu bewahren.
Nun kam die Simulationsbrille zum Einsatz. Jedes Kind bekam eine Brille aufgesetzt, die eine sehr starke Sehbehinderung simuliert. Damit galt es nun Treppen zu laufen, über Hindernisse zu steigen, Eier auf dem Löffel zu balancieren u.ä. Immer wieder kamen Kommentare von den Kindern, wie es einem wohl ergeht, wenn man wirklich so sehbehindert ist.
Nachdem wir dann noch eine "Vertrauens-Polonaise" durch den Garten starteten, bei der immer das vorderste Kind sehend die Führung aller nachfolgenden blinden (Augenbinde) Kinder übernahm, näherten wir uns dem Höhepunkt des Tages – dem Dunkelcafé.
Der Raum war total abgedunkelt, der Tisch gedeckt. Jeder hatte einen trockenen Kuchen und einen halb gefüllten Becher an seinem Platz stehen. Die Kinder wurden mit Augenbinde in den Raum geführt und zu ihren Plätzen gebracht. Dabei hatten mein Mann und ich selbst größte Schwierigkeiten, obgleich wir ohne Augenbinden wenigstens Umrisse erkannten.
Die Kinder wurden instruiert, dass z.B. der Becher bei 12 Uhr steht, und alle schafften es, mit großer Vorsicht und Konzentration, ohne Kleckern zu essen und zu trinken.
Die Erfahrung, die sie dabei machten, war enorm. Jedes Kind war beeindruckt von dieser ungewöhnlichen Wahrnehmung. Von der Schärfung der verbleibenden Sinne, wenn man nichts mehr sieht. Die Kommentare und Gespräche bei Tisch waren klug und bewegend.
Dennoch waren alle froh, als sie wieder sehen "durften".
Zum Abschluss gab's dann noch ein Quiz über Herrn Weißstock und darüber, wie man sich Blinden gegenüber verhält. Dazu mussten die Kinder entsprechende Broschüren vorher durchlesen, und dann Fragen dazu beantworten. Auch diese Aufgabe wurde souverän von allen gemeistert. Als dann gegen 16.00 Uhr alle wieder abgeholt wurden, liefen sie ihren Eltern mit Infomaterial zur Blindenarbeit und zum Erfahrungsfeld entgegen und erzählten gleich drauflos, was sie alles erlebt hatten.
Für Lena und uns war es ein sehr gelungener Kindergeburtstag. Wir hatten das Gefühl mit Spaß und Spiel etwas zum Verständnis des Themas beigetragen zu haben. Das war es auf jeden Fall wert, etwas mehr Aufwand damit gehabt zu haben, als wenn man einfach in den nächstgelegenen Funpark o.Ä. fährt.
Kinder sind wissbegierig und sehr aufnahmefähig – insofern freut es uns, wenn vielleicht auch andere Familien durch diesen Bericht angeregt werden es uns nachzumachen.
Manuela Neuffer