Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.

Die Gegenwart 11 / 01 im Internet

Ausgewählten Beiträgen der aktuellen "Gegenwart"

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Editorial
Neues Geld und neue Preise

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

den Euro kennen die meisten von Ihnen inzwischen schon ziemlich gut, und auch den Umrechnungskurs haben wir schnell gelernt. Die neuen Preise aber werden noch eine Weile gewöhnungsbedürftig sein. "Haste ma ne Mark" wird dann zu "Haste ma n Euro". Und wer ihn hat und dem Frager bereitwillig in die Hand legt, gibt ihm genau 1,95583 Mark.

Während man an der Straßenecke immer noch selbst entscheiden kann, ob man den Euro verschenkt oder nicht, sieht es im Einzelhandel ganz anders aus. Hier wird man genauer hinsehen oder hinhören müssen, um sich nicht von den

scheinbar niedrigen Preisen täuschen zu lassen. Im Umrechnungszeitalter (also in den ersten Monaten des nächsten Jahres) wird wohl hier und da ein bisschen drauf gepackt.

Bei den Zeitschriften des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e. V. gibt es keine "Mogelpackung". Der DBSV-Vorstand hat die Preise wie folgt festgelegt:

Der Jahresbezugspreis für die "Gegenwart" beträgt im Jahr 2002 33 Euro. Das sind umgerechnet 64,54239 DM. Dem Betrag von 66 DM würden 33,234.. Euro entsprechen. Mit so krummen Zahlen will und kann natürlich niemand rechnen. 34 Euro hätte eine "schleichende" Erhöhung gebracht (34 x 1,95583).

Die Sonderregelung für Bezieher der Schwarzdruck-Ausgabe in den neuen Bundesländern entfällt. Auch hier gilt der einheitliche Preis von 33 Euro.

Weiterhin zahlen Abonnenten unter 21 Jahren den halben Preis: 16,5 Euro.

Das Patenschaftsabonnement, das Landesvereine und deren Untergliederungen abschließen sollten, wenn sie wollen, dass die "Gegenwart" in Institutionen und Einrichtungen gelesen wird, beträgt 15 Euro.

RITA (Punktschrift und Kassette) je 18,00 Euro

Handarbeitsbeilage (Punktschrift) 6,00 Euro

Wir Führhundhalter (Kassette) 12,00 Euro

Bürojournal (Kassette) 18,00 Euro

Pulsschlag (Kassette) 12,00 Euro

Die Zeitschriften für Taubblinde gibt der DBSV weiterhin kostenlos ab.

Die Europreise der weiteren DBSV-Publikationen und Aktionsmittel sind der aktualisierten Publikationsliste zu entnehmen, die Ende des Jahres veröffentlicht wird.

Wenn wir über neue Preise informieren, so darf man nicht nur an den Umrechnungskurs und an das neue Geld denken. Trotz gestiegener Kosten für die Herstellung von Zeitschriften, Broschüren und Informationsblättern hat der DBSV-Vorstand beschlossen, die Preise stabil zu halten und sogar leicht zu senken, weil der Spitzenverband weiß, wie dringend notwendig Informations- und Aufklärungsschriften für die Öffentlichkeitsarbeit in den Landesvereinen und deren Untergliederungen gebraucht werden und dass die DBSV-Zeitschriften ein unersetzbares Bindeglied in der "DBSV-Familie" sind.

Deshalb legen wir großen Wert darauf, dass die DBSV-Produkte auch genau dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Noch immer kennt die große Mehrheit der Blinden und Sehbehinderten die "Gegenwart" nicht. Die meisten Mitarbeiter in Einrichtungen des Blinden- und Sehbehindertenwesens nehmen sie nicht zur Kenntnis. Für manche Behörden und Institutionen wären Informationen aus unserer Zeitschrift von großem Interesse, aber sie bekommen die "Gegenwart" nicht. Ähnlich sieht es mit weiteren Publikationen und Aktionsmitteln aus.

Sie persönlich, liebe Leserinnen und Leser, können dazu beitragen, dass das vom DBSV herausgegebene Informationsmaterial an die richtigen Stellen kommt. Sprechen Sie dieses Thema bei Veranstaltungen Ihrer Bezirksgruppe, Ihrer Kreisorganisation bzw. Ihres Ortsvereines an! Werben Sie für die "Gegenwart" unter der Mitgliedschaft! Beteiligen Sie sich an der Verbreitung des DBSV-Jahrbuches!
Für Ihr Mittun sage ich an dieser Stelle herzlichen Dank.
Ihr Dr. Thomas Nicolai


DBSV-Nachrichten:

Ein Abend mit Lebenslust

Zwei heitere und besinnliche Stunden hatten rund 60 Gäste am 17.09., als das DBSV-Referat Öffentlichkeitsarbeit das Jahrbuch 2002 und die CD Lebenslust des Kulturensembles vorstellte. Der Moderator hatte sich ein abwechslungsreiches Konzept ausgedacht, das pointenreich umgesetzt wurde. Interviews mit den Mitstreitern im Redaktionsteam Helga Neumann und Hans-Peter Engel über das Anliegen und die Entstehungsweise des Jahrbuches, mit dem Leiter des DBSV-Kulturensembles Reinhard Tschache über die musikalische Arbeit mit dem großen Chor, mit Tonmeister Reinhard Walter über Tricks und Kniffe bei der Aufnahme und beim Aufpolieren schöner Stimmen, mit Jahrbuch-Autorin Ingrid Engel über Jugenderlebnisse im Internat einer Blindenschule, mit Solist Manfred Scharbach über das Verhältnis von Singen und Pfeife rauchen...; alles war nicht nur angemessen kurz, sondern vor allem kurzweilig. Dafür sorgten die prima Zwischentöne, einerseits Probenmitschnitte des Ensembles, andererseits ein Beitrag aus dem Jahrbuch sowie einige Titel von der lebenslustigen CD, vor allem aber Reinhard Walter am Flügel, Brigitte Hoffmann als Gesangssolistin und etliche Mitglieder des Kulturensembles.

Witzig und vieldeutig wurde der zweite Teil des Abends, als Eulenspiegel- und jetzt auch Jahrbuch-Autor Hansgeorg Stengel mit seinen Wortspielen und Epigrammen aufwartete. Dass die meisten Teilnehmer auch nach dem offiziellen Teil noch zwei Stunden zusammenblieben, mag für die gute Stimmung im Haus des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin, wo der DBSV gewissermaßen zu Gast war, sprechen. Vielen Dank.
Dr. Thomas Nicolai (Berichterstatter und Moderator)
Bilder: 1. Der Moderator interviewt Hansgeorg Stengel
2. Gesangssolistin Brigitte Hoffmann, begleitest von Reinhard Walter am Flügel.

Bahntarife werden neu geregelt

Im Herbst nächsten Jahres will die Deutsche Bahn AG ihr neues Tarifsystem, das vor einigen Monaten vorgestellt worden ist, einführen. Der DBSV hatte sich mit der Anfrage an die Bahn gewandt, ob die BahnCard auch künftig an Behinderte zu einem ermäßigten Preis abgegeben wird.

Dies ist leider nicht der Fall. Die BahnCard 2. Klasse wird dann zwar mit 60 Euro recht preiswert abgegeben, zusätzliche Sonderregelungen für Behinderte und Senioren gibt es bezüglich der BahnCard dann aber nicht mehr. Die BahnCard 1. Klasse kostet dann 150 Euro.
Über weitere Einzelheiten des neuen Tarifsystems wird die "Gegenwart" rechtzeitig informieren.

Fußball im Radio

Vor Beginn der Bundesliga-Saison hatte sich der DBSV erneut an die ARD gewandt, um nochmals auf die Belange blinder und sehbehinderter Fußballfreunde aufmerksam zu machen und um insbesondere zu unterstreichen, dass eine ausführliche Berichterstattung im Hörfunk notwendig ist.

Im Antwortschreiben des ARD-Vorsitzenden Fritz Pleitgen heiß es u. a.:

..."Ich darf Ihnen versichern, dass wir uns der besonderen Bedeutung des Mediums Radio für blinde und sehbehinderte Menschen sehr bewusst sind. Das betrifft auch die Berichterstattung über die Spiele der Fußball-Bundesliga."

Und unter Bezugnahme auf den Streit um die Übertragungsrechte vom Sommer schreibt Fritz Pleitgen weiter:

"In dieser Situation haben wir uns nach Gesprächen mit dem DFB (Deutscher Fußball-Bund) und der DFL (Deutsche Fußball Liga GmbH) zu einer Vereinheitlichung des Sendeschemas entschlossen... Der Umfang der Live-Berichterstattung aus den Stadien wird damit allerdings bei der Mehrzahl der Landesrundfunkanstalten keineswegs reduziert... Sie können also versichert sein, dass Sie bei uns nach wie vor kein Tor verpassen werden. Im Gegenteil. Sie haben sicher bemerkt, dass wir mit Beginn der Saison nicht nur am Spielende, sondern auch schon zur Halbzeit eine Bundesliga-Konferenz schalten.

Die gerade beschriebene Problematik (Rechtefragen) ist im Übrigen nicht auf die Fußball-Bundesliga beschränkt. Immer häufiger versuchen vor allem Veranstalter von attraktiven Sportereignissen, unser Recht auf freie Berichterstattung zu beschneiden. Hier sind wir auf Unterstützung durch Vereine wie den Ihren angewiesen. Ich denke, es ist unser gemeinsames Interesse, dass wir auch in Zukunft von möglichst vielen Veranstaltungen im Radio berichten können."

DBSV per E-Mail

Das Referat Öffentlichkeitsarbeit des DBSV ist unter folgenden E-Mail-Adressen zu erreichen:
gegenwart@dbsv.org (für Einsendungen an die Redaktion "Gegenwart" einschließlich Anzeigen)
publik@dbsv.org (für Bestellungen von Publikationen und sonstiger Post)
info@dbsv.org (allgemeine Post an die DBSV-Geschäftsstelle in Bonn)

Bitte beachten: Die frühere E-Mail-Adresse gegenwart@bln.de wurde abgemeldet.

Redaktionsschluss für die Ausgabe 01/2002 der "Gegenwart"

Um den normalen Produktionsablauf für alle Erscheinungsformen der "Gegenwart" sicher stellen zu können, ist der Redaktionsschluss (gleichzeitig Anzeigenannahmeschluss für die Ausgabe 01/2002 bereits der 25.11.2001. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Die Redaktion

Braille-Zeilen lernen die traditionelle 6-Punkt-Blindenschrift

Damit wird Computer-Braille im Büroalltag überflüssig.

Im vergangenen Jahr ist unter der Federführung des DBSV ein vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA) finanziertes Projekt zur "Darstellung von Basis-Braille, Voll- und Kurzschrift auf Braille-Zeilen" angelaufen. Die Durchführung übernahm die Firma Papenmeier, die sich als einziger Hilfsmittelhersteller in der Lage sah, ein solches Vorhaben in die Tat umzusetzen. Die Projektergebnisse liegen jetzt vor und geben Anlass zur Hoffnung, dass in Zukunft zumindest die Anwender herkömmlicher Bürosoftware unter Windows auf 8-Punkt-Computerbraille ganz verzichten können. Außerdem dürfte die kontroverse Diskussion über den Einsatz der Euro-Braille-Schrift in der Grundschule bald der Vergangenheit angehören.

Mit der Software, die an alle Screen-Reader angepasst werden kann, lassen sich die traditionellen Schriftsysteme des 6-Punkt-Braille darstellen. Dabei werden die Regeln der Blindenschriftsystematik vollständig eingehalten, d. h. Zahlen wird das Zahlenzeichen, Großbuchstaben die Punkte 4,5 bzw. 4,6 und - in der Kurzschrift - den Buchstaben c, q und ß der Punkt 6 vorangestellt. Für sehende Kollegen bzw. den Grundschullehrer ergeben sich im Vergleich zum Euro-Braille keinerlei Einschränkungen, da sich an der Bildschirmanzeige nichts ändert.

Im Modus "Basis-Braille" erscheinen die Zeichen in "vollster Vollschrift", d. h. auch ohne die Kürzungen "ie", "sch" usw. Diese Einstellung eignet sich vor allem für das Erlernen der Punktschrift. Erfahrene Leser werden den Kurzschriftmodus bevorzugen, bei dem der eingegebene Text sofort in Kurzschrift übersetzt wird.

Die Übersetzungssoftware steht allen Anwendern und Herstellern kostenlos zur Verfügung. Letztere müssen allerdings die Module in die unterschiedlichen Screen-Reader "einbauen". Nutzer des Programms "JAWS 3.70" haben es unabhängig von der Bezugsfirma besonders leicht. Eine erste Vorversion des Übersetzers ist bereits eingebaut. Die aktuelle Fassung einschl. Installationsanleitung kann auf der Homepage von Papenmeier kostenlos heruntergeladen werden: http://www.papenmeier.de/reha/research/basisbraille.htm. Auch die aktuelle Version des Screen-Readers "Virgo" ist bereits mit der Übersetzungssoftware ausgestattet.

Um alle Entwickler und Vertreiber der Screen-Reader-Programme von der Bedeutung der neuen Software zu überzeugen, empfehlen wir allen interessierten Anwendern, Kontakt mit den jeweiligen Hilfsmittelfirmen aufzunehmen. Je mehr Personen ein Update mit Basis-Braille-, Voll- und Kurzschriftübersetzer verlangen, desto leichter fällt den Firmen die Entscheidung für die Einbindung der Module.
Martin Altmaier

Bauvorhaben Berlin-Hirschgarten

In der September-Ausgabe hatten wir über den Stand der Bauvorbereitungen in Berlin-Hirschgarten berichtet und unsere Leserinnen und Leser dazu aufgerufen, das Vorhaben durch zweckgebundene Spenden an ihren Landesverein bzw. an die Ostdeutsche Blindenzentrum gGmbH zu unterstützen. All denen, die sich bisher an der Aktion beteiligt haben, sei an dieser Stelle bereits recht herzlich gedankt. Gleichzeitig erneuern wir den Spendenaufruf. Für Überweisungen von Spenden an das OBZ gilt jetzt folgende Bankverbindung:
Ostdeutsches Blindenzentrum gGmbH
Bank für Sozialwirtschaft
Konto-Nr.: 3188008
BLZ: 100 205 00

Nachzutragen bleibt noch, dass sich die OBZ umbenennen will. Sie heißt künftig Rehabilitations- und Mobilitäts-Zentrum gGmbH (RMZ).

Presseerklärung

des DBSV und des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS)
zur Verbändeanhörung für das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (Behindertengleichstellungsgesetz - BGG).

Behördenbescheide künftig auch in Blindenschrift?

Am 4. Oktober fand in Berlin die Verbändeanhörung für das BGG statt. Noch in diesem Jahr, so wurde den anwesenden Verbänden versichert, wolle die Bundesregierung ein solches Gesetz in die parlamentarische Beratung einbringen.

"Ein gutes Gleichstellungsgesetz", erklärte der Vertreter der Selbsthilfeorganisationen Blinder und Sehbehinderter Klaus Hahn, "muss maßgeblich dazu beitragen, die Lebenssituation blinder und sehbehinderter Menschen ganz praktisch zu verbessern". So müssten Internetseiten und digitale Anwendungen allgemein zugänglich gemacht und Wahlzettel mit Schablonen versehen werden. Bescheide müssten in einer blinden- und sehbehindertengerechten Form angefordert werden können. Für den Zuständigkeitsbereich des Bundes sehe der aktuelle Gesetzentwurf hier ermutigende Lösungen vor.

In der Anhörung forderten die Behindertenverbände, den Entwurf weiter zu verbessern. Für die Blinden- und Sehbehindertenorganisationen verlangte Hahn die Zulassung zum Verbandsklagerecht, ein allgemeines Zutrittsrecht für Blindenführhunde, Nachteilsausgleiche bei der Literaturbeschaffung und bei Prüfungen im Studium sowie das uneingeschränkte Recht, in Flugzeugen auch ohne Begleitung reisen zu können. "Ob für blinde Schulkinder oder sehbehinderte Senioren: für sie alle brauchen wir endlich auch ein Recht darauf, Litaratur ohne Lizenzprobleme zugänglich machen zu können", hob Hahn hervor und ergänzte: "Auch ich will endlich meinen Wahlzettel bei Bundestagswahlen ohne fremde Hilfe ausfüllen können".


In Kürze

Seminarangebote des DBBW

Das Deutsche Blindenbildungswerk gGmbH (DBBW) bietet nachfolgende Fortbildungsveranstaltungen an:

19. bis 26.01.02 "Einführung in Windows", Aura-Hotel Kur- und Begegnungszentrum Saulgrub, Zielgruppe sind alle Arbeitnehmer und Personen mit privaten Rechnern.

26.01. bis 02.02.02 "Einführung in Word", Aura-Hotel Kur- und Begegnungszentrum Saulgrub, Zielgruppe sind alle Arbeitnehmer und Personen mit privaten Rechnern.

02. bis 09.02.02 "Einführung in das Internet" Aura-Hotel Kur- und Begegnungszentrum Saulgrub, Zielgruppe sind alle Arbeitnehmer und Personen die die vielfältigen Möglichkeiten des Internets nutzen möchten.

Nähere Informationen erteilt das DBBW unter der Tel.-Nr. (0 76 21) 79 92 30.

Mitteilung des DBBW

Das in der September-Ausgabe unter der Rubrik In Kürze vom Deutschen Blindenbildungswerk (DBBW) angekündigte Seminar "Elektrizität und Elektronik" findet aus Mangel an Beteiligung nicht statt. Es wird auch zu keinem Zeitpunkt wiederholt.

Große Nachfrage nach Telefonmarketern

Für den Anfang Januar des kommenden Jahres beginnenden neuen Lehrgang "Fachkraft für Telefonmarketing" kann das Berufsförderungswerk Düren noch vier freie Plätze anbieten. Der Lehrgang dauert sechs Monate und endet mit der IHK-Prüfung. Schwerpunkte der Ausbildung, die ein sechs- bis achtwöchiges externes Praktikum beinhaltet, sind das Training der Gesprächsvorbereitung und -führung, die Stimm- und Sprechtechnik und Rhetorik sowie der sichere Umgang mit einer Datenbank.

Der neue Lehrgang wendet sich sowohl an Telefonisten oder Arbeitnehmer mit vergleichbarer Berufserfahrung als auch an Arbeitslose, die sich neu qualifizieren wollen.

Nähere Auskünfte bei: Helmut Stahl; Tel.: (0 24 21) 59 82 03.

Hilfsmittelausstellung

Der BSV Mecklenburg-Vorpommern lädt am 08.11. zu einer Hilfsmittelausstellung von 10.00 bis 17.00 Uhr in die Stadthalle Rostock ein.

Nähere Informationen erhalten Sie unter Tel.: (03 81) 7 78 98 12.

Hilfsmittelausstellung

Der BSV Hamburg führt seine Hilfsmittelausstellung Trends und Technik für zu Haus am 10.11. von 10.00 bis 18.00 Uhr durch.

Weitere Informationen unter Tel. (0 40) 20 94 04 11.

Ausstellung

Die 5. Fachausstellung Altenhilfen mit Produkten und Dienstleistungen für die Altenhilfe findet vom 21. bis 23.11. in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden statt.

Interessenten wenden sich an: Projekt-Team Altenpflegetage; Tel.: (0 69) 82 36 93 49.

Veranstaltungen im "Haus Hubertus"

Im "Haus Hubertus" in Mündersbach finden folgende Veranstaltungen statt:

19.11. - Pasta, Pizza ... - Kulinarische Reise durch Italien;

30.11. bis 02.12. - Familienwochende.

Nähere Auskünfte bei: "Haus Hubertus"; Tel.: (0 26 80) 9 51 00.

Auf den Spuren von Thomas Mann

Das Aura-Hotel "Alfons-Gottwald-Haus", Timmendorfer Strand bietet vom 23. bis 28.01.2002 einen "Literarischen Spaziergang" durch die Orte an, die das Leben und Werk von Thomas Mann geprägt haben.

Ebenfalls lädt das Aura-Hotel zu Fischers Wiehnacht - das Ereignis im Norden - ein. Es findet vom 06. bis 11.12. statt.

Nähere Informationen unter Tel.: (0 45 03) 6 00 20.

"Villa Rochsburg" wieder eröffnet

Nach umfassender Sanierung und Modernisierung begrüßt die Aura-Pension "Villa Rochsburg" - die Bildungs- und Erholungseinrichtung des Blinden-und-Sehbehinderten-Verbandes Sachsen - ab 1. November 2001 wieder ihre Gäste. Für das Winterhalbjahr ist ein vielseitiges Programm vorbereitet. Dies sind einige Punkte daraus:

- 01. bis 29.11.: Schnupperaufenthalte zu Schnäppchenpreisen - Preissenkung 10 %! Sofort buchen!

- 02. bis 08.12.: Aktiv und fit im Alter - von der gesunden Ernährung über Entspannungsübungen bis zur Errichtung eines Testaments, vieles, was unsere Senioren besonders interessiert.

- 10. bis 15.12.: Der Fluch der bösen Tagen - Spannendes, Wissenswertes und Nützliches aus Kriminaldienststellen, Gerichtssälen und Gefängniszellen - eine "Fall" für Sie?!

- 11. bis 17.01.2002: Frauen unter sich - Klamotten und Klatsch, Kosmetik und Konfliktbewältigung, Kulinarisches und Kundenrechte und und und

- 18. bis 25.01.2002: Rochsburger Kabarettwoche - Begegnungen mit Kabarettisten, Besuche sächsischer Kabaretts, Kramen in Tonarchiven...

- 04. bis 08.02.2002: Eine Woche voll Musik - Zuhören und genießen, singen, spielen und entspannen

Weitere Informationen und Anmeldungen (ab sofort) bei:
Aura-Pension "Villa Rochsburg", Schlossstr. 17, 09322 Lunzenau OT Rochsburg;
Tel.: (03 73 83) 8 34 01, Fax: / 8 34 99 (Frau Herrmann und Frau Weser)

Kursangebot

Ein Kompaktkurs - Shiatsu - auch eine neue Art des Sehens - findet am 17.11. von 10.00 bis 17.00 Uhr in der Volkshochschule Stuttgart statt.

Nähere Informationen bei Frau Fischer, Tel.: (07 11) 48 10 68.

Kultur im Dunkeln

"blindekuh", das Restaurant im Dunkeln, in Zürich, hat nicht nur kulinarische, sondern auch kulturelle Leckerbissen verschiedenster Richtungen anzubieten. So stehen u. a. im Dezember Gospel-Jazz, Tipps und Anregungen, wie Sie die Kunst des Flirtens erlernen können und ein Musikabend mit dem kleinsten Instrument der Welt, dem "Trümpi", auf dem Programm.

Nähere Informationen erhalten Sie unter Tel.: (00 41 1) 4 21 50 50.

Musiker aufgemerkt

Ist das neu erworbene Keyboard noch so schön einfach zu bedienen wie das alte? Kann man ohne hinzugucken die vielen aufregenden Möglichkeiten hervorzaubern? - Oder bleibt da manches ein Wunschtraum, weil Displays beobachtet, Menüs durchwandert werden wollen; und weil die Augen schwächer sind als die Ohren bleibt uns mancher interessante Klang oder Rhythmus verborgen? Das Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte ist an Erfahrungsberichten und Vorschlägen interessiert, um zu ermitteln, wie moderne Keyboards beschaffen sein sollten, um auch künftig Blinden das Musizieren zu ermöglichen.

Nähere Auskünfte bei: Lothar Rehdes
Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte gGmbH;
Tel.: ( 0 30) 7 90 13 69 36

Neues Angebot

Das Projekt ROSI des Verbandes der Behinderten, Kreisverband Erfurt bietet Deutschland-Karten (Bundesländer, Gebirge, Flüsse u. a.) und insbesondere für blinde und sehbehinderte Kinder die Märchenbücher "Rotkäppchen" und "Der süße Brei" an.

Daneben sind die Kalender für 2002 zum Thema "Hauptstädte Europas" weiter vorrätig.

Bestellungen, Informationen, Anregungen oder Rückfragen sind unter der
Tel. (03 61) 7 92 09 41 möglich.

Jahrestagung des AK EDV

Der Arbeitskreis EDV des DBSV führt seine 23. Jahrestagung vom 23. bis 25.11. in Petersberg-Almendorf durch. Zum Programm gehören die Themen: "Berufsbilder in der EDV...", "Workshop JAVA - erste Schritte in der Programmiersprache", "SAP R3 New-Dymantion products", "Zugang und Bedienung von SAP R3". Am 25.11. findet die Mitgliederversammlung statt.

Nähere Informationen und Anmeldung bei Lothar Huge; Tel.: (0 51 51) 92 50 66.

Publikationsangebot

Die Landesarbeitsgemeinschaft Hilfe für behinderte Menschen Berlin (LAGH) bietet auf Diskette nachfolgende Broschüren aus der Reihe Ethik und Behinderung an:

- Dokumentation einer Fachtagung

- Bioethik

- Ärztliche Kunst und medizin-politische Verantwortung

Bei Zusendung einer Diskette an die LAGH, Frau Borchert, Rungestraße 3 - 6, 10179 Berlin; Tel.: (0 30) 27 59 25 25 erhalten Interessenten die gewünschten Broschüren.

BIT-Angebot

Soeben im BIT erschienen:

Lohnsteuer 2001 - Kleiner Ratgeber, erschienen in München; Muffins & more (witzige Gebäckideen aus den USA), erschienen bei Gräfe und Unzer, München;

FENG SHUI gegen das Gerümpel des Alltags, erschienen bei Rowohlt, Reinbeck, 2001, Vulkantouren in Italien, erschienen bei Ott Verlag, Thun, 1999; Burgund, erschienen bei DuMont, Köln, 2000; Böhmerwald - die schönsten Tal- und Höhenwanderngen, erschienen bei Bergverlag Rother, München, 1996.

Diese Titel können auf Hörkassetten erworben werden.

Weitere Informationen unter Tel.: (0 89) 5 59 88-134.

Berichtigung

In der September-Ausgabe hatten wir über das Jubiläum des Lippischen Blindenvereins berichtet. In der Schwarzdruck-Ausgabe wurde dabei versehentlich ein Bild verwechselt. Bei dem veröffentlichten Bild handelt es sich nicht um das Porträt von Helmut Holländer, sondern von Jürgen Walpert.


 Aus aller Welt

Leitstreifen in Shanghai
Von Rolf Zimmermann

Vor einigen Monaten besuchten wir unsere Tochter und deren Familie in Shanghai. Diese Großstadt mit ihren angeblich 17 Millionen Einwohnern scheint die größte chinesische Baustelle zu sein. Ganze Siedlungen werden abgerissen, neue Wohngebiete entstehen, Straßen und Parks werden neu angelegt und überall wird gehämmert, gebohrt und bepflanzt. Viele neue Bürgersteige sind mit Leitstreifen ausgestattet, die gut mit dem Stock zu ertasten und für Sehbehinderte kontrastreich gestaltet sind. Auch an den U- und S-Bahn-Stationen des spärlich ausgebauten Streckennetzes sind diese Orientierungshilfen vorhanden. Die Hauptbeförderung der Menschenmassen verlagert sich deshalb auf Busse und Taxis, die in unzähliger Menge vorhanden sind.

Das gesamte Stadtbild differenziert sich in alte chinesische Viertel, Häuser im Kolonialstil und moderne, teilweise futuristische Gebäude, die vom schnellen Wachstum der letzten Jahre zeugen, wobei das 420 Meter hohe Jin Mao mit 88 Etagen und der Fernsehturm mit seinen 468 Metern die höchsten Bauwerke darstellen.

In der 7. Klasse der Deutsch-Französischen Schule, die unser Enkel besucht, wurde gerade das Thema Blinde und Sehbehinderte durchgenommen, und ich informierte die Kinder über das Leben als Blinder, Blindenschrift, Organisationen etc.. Ihr Interesse war so groß, dass sie erst bemerkten, dass die zwei Stunden vorbei waren, als der Lehrer seine Unterlagen einpackte.

Der Sekretärin unseres Schwiegersohnes ist es dann auch gelungen, die Adresse der Shanghaier Blindenschule ausfindig zu machen, und wir statteten dieser Einrichtung einen unangemeldeten Besuch ab, wo unsere Tochter mit Chinesisch, Englisch, Händen und Füßen unsere Absicht einer Besichtigung deutlich machen konnte und die Englischlehrerin uns herumführte.

1912 wurde die Schule für Blinde gegründet und beherbergt nun seit 1990 auch Klassen für Sehbehinderte. Von den ca. 200 Schülern, die vom Kindergarten bis zur 10.Klasse unterrichtet werden, wohnen zwei Drittel im dazugehörigen Internat.

Diese Einrichtung, die vom Staat und von der Stadt finanziert wird, aber trotzdem noch Schulgeld von den Angehörigen bezahlt werden muss, ist mit einer großen Bibliothek, Küche für den Kochunterricht, Computern, auch mit Braille-Zeile und Demonstrationsmaterial wie z.B. ausgestopften Tieren und menschlichen Modellen zum Auseinandernehmen, um auch innere Organe befühlen zu können, ausgestattet. Blindenschriftmaschinen konnten wir allerdings keine entdecken.

Da im Chinesischen neben den üblich gebrauchten Schriftzeichen auch eine Art Lautschrift, genannt Pinyin, mit lateinischen Buchstaben existiert, ist es den Blinden möglich, diese anzuwenden, und wir wurden Zeugen, wie die Kinder der 3. und 4. Klasse in rasender Geschwindigkeit mit den Tafeln schreiben, da diese während unserer Anwesenheit gerade mit den Hausaufgaben beschäftigt waren.

Um den Tastsinn besser zu schulen, wird extrem viel Wert auf den Kunstunterricht gelegt, wo die Kinder leichtere Flechtarbeiten, Basteleien mit Papier und Arbeiten aus Ton ausführen. Beeindruckt bestaunten wir wunderbar gelungene, leicht gebrannte, unlasierte Tonfiguren.

Am Ende unserer Führung entpuppte sich das Gezwitscher, was an ein überfülltes Vogelhaus erinnerte, als Musikunterricht. Nach Aufforderung der Lehrerin gab einer der Schüler das Kommando und es wurde mausestill. Die Darbietung eines mehrstimmigen Stückes mit Block- und chinesischen Querflöten, sowie der anschließende Gesang durch Klavier und Flöten begleitet, bildete einen schönen Abschluss des interessanten Tages, den wir mit Beifall honorierten.

Erika-Picht-Maschinen für Blinde auf den Philippinen

Im vergangenen Jahr hatte der DBSV zehn Erika-Picht-Maschinen für Blinde auf den Philippinen gespendet, die kürzlich im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der Ephpheta Foundation for the Blind vom deutschen Botschafter, Herrn Herbert Jess, überreicht wurden. Über das Ereignis berichteten zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften. Die Maschinen werden der Ausbildung blinder Rehabilitanden an sechs verschiedenen Einrichtungen zugute kommen. Auf den Philippinen, einem aus 7.100 Inseln bestehenden Archipel, leben schätzungsweise 850.000 blinde und sehbehinderte Menschen, zwei Drittel von ihnen auf dem Lande. Die Ausbildung, die Blinde an den Rehabilitationseinrichtungen erhalten, beschränkt sich nicht mehr nur auf den Masseurberuf und das traditionelle Blindenhandwerk. Zunehmend spielt auch die Arbeit am Computer eine wichtige Rolle. Im Dankesschreiben der Blindenstiftung heißt es: "..Diese Maschinen werden künftig blinden Programmierern eine wertvolle und unerlässliche Hilfe bei ihrer Ausbildung sein. .The Ephpheta Foundation for the Blind möchte auf diesem Wege dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband auch im Namen seiner blinden Rehabilitanden ihren tiefempfundenen und aufrichtigen Dank übermitteln."
Hans Kaltwasser


Im Beruf

Fachberater für sehbehinderte und blinde Menschen

Die Arbeit mit blinden und sehbehinderten Menschen stellt hohe Anforderungen an die Fachlichkeit und an das persönliche Engagement der damit betrauten Mitarbeiter. Neben dem Studium des Lehramtes an Sonderschulen bietet in Deutschland bisher nur die Ausbildung zur Rehabilitationsfachkraft für Blinde und Sehbehinderte - Orientierung und Mobilität und/oder Lebenspraktische Fertigkeiten und Kommunikation - die Möglichkeit, sich speziell auf die Arbeit mit diesem Personenkreis vorzubereiten.

Das Institut für Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter (IRIS), Hamburg, bietet nun in Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte in Soest eine zweijährige, berufsbegleitende Weiterbildung zum/zur Fachberater/in für sehbehinderte und blinde Menschen an. Die Weiterbildung wird in vier Phasen durchgeführt, die jeweils gegliedert sind in ein geleitetes Selbststudium, theoretische und praktische Unterweisung sowie ein begleitetes Praktikum in einem einschlägigen Arbeitsfeld.

In der ersten Phase wird schwerpunktmäßig medizinisches und optisches Basiswissen vermittelt, das zum Verständnis von Sehbehinderungen und ihren Auswirkungen erforderlich ist. Entsprechend findet das erste Praktikum verbindlich im medizinischen Bereich statt. Die weiteren drei Phasen sind vorwiegend technischen, sozialen und pädagogischen Fragen gewidmet: Es werden Kenntnisse über rechtliche Grundlagen, für blinde und sehbehinderte Menschen bedeutsame Institutionen und ihre Dienstleistungen sowie Kenntnisse und Fertigkeiten für die praktische Arbeit mit sehbehinderten Menschen auf der Basis der jeweiligen beruflichen Qualifikation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vermittelt. Dazu gehören u. a. die Anliegensabklärung, Hilfsmittelversorgung und Methoden der Beratung. Schließlich werden sie mit den besonderen Belangen einzelner Klientengruppen vertraut gemacht, die in den Praktika vertieft werden können.

Die Weiterbildung wurde unter Mitwirkung von Prof. Sven Degenhardt, Universität Hamburg, und Frank Laemers, Universität Dortmund, entwickelt und richtet sich an Personen, die beruflich mit blinden und sehbehinderten Menschen befasst sind, insbesondere an Sozialarbeiter/innen, Ausbilder/innen, Erzieher/innen und Altenpfleger/innen sowie Augenoptiker/innen und Orthoptistinnen. Sie beginnt im Februar 2002, umfasst insgesamt 600 Stunden und endet im Oktober 2003 mit einer Abschlussprüfung. Die Unterweisungseinheiten finden in Hamburg und Soest statt und sind zeitlich festgelegt, während die Praktika individuell geplant und durchgeführt werden. Die Kursgebühr beträgt 5100,-- Euro zuzüglich der Kosten für Materialien, Reisen, Unterbringung und Verpflegung.
Weitere Informationen zur Weiterbildung erhalten Sie bei:
Institut für Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter IRIS
Bachstraße 30,
22083 Hamburg;
Tel.: (0 40) 2 29 30 26,
Fax: (0 40) 22 59 44,
E-Mail: IRIS-Hamburg@Compuserve.com.

Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte Soest,
Hattroper Weg 57,
59494 Soest;
Tel.: (0 29 21) 6 84-2 28
Fax: (0 29 21) 6 84-1 09,
E-Mail: bbwsoest@lwl.org.

Finanzverwaltung rechnet anders

Zwischen dem Berufsförderungswerk Düren und der Finanzverwaltung in Nordrhein-Westfalen gibt es seit vielen Jahren eine intensive Zusammenarbeit. Zahlreiche blinde und sehbehinderte Absolventen des BFW haben in Finanzämtern als Telefonisten oder als Finanzwirte eine dauerhafte Anstellung bekommen.

Erfolgreiche Rehabilitation steht für Dr. Harald Noack, Staatssekretär im Finanzministerium NRW, vor gerechneter Wirtschaftlichkeit. Das betonte er bei einem Besuch im BFW, in dessen Verlauf er selbst einmal eine Simulationsbrille aufsetzte, um einen persönlichen Eindruck davon zu bekommen, wie Sehbehinderte ihre Umwelt wahrnehmen.
(Aus einem Bericht von Karl-Albert Esser)
Bild: Ausbilder Fritz Werner erläuterte Staatssekretär Dr. Noack (Zweiter von rechts) gemeinsam mit Geschäftsführer Dr. Zeißig die EDV-gestützte Telefon-Lehranlage.

PROBAT

Mit diesem Projekt will das BFW Düren ein spezielles Tutorprogramm für blinde Computeranwender entwickeln, das eine ausführliche Bedienungsanleitung beinhaltet, in der die möglichen Anwenderprobleme und Fragestellungen von Microsoft Word 2000 behandelt werden sollen.
(Aus einem Bericht von Karl-Albert Esser)

Köpfe aus Ton

Das BFW Düren ist jetzt reicher an Kunstwerken. In einem Projekt mit der Aachener Werkstatt "Outsider-Art" formten Rehabilitanden mit reichlich Fingerspitzengefühl Porträt-Köpfe aus Ton. Die Arbeiten dienen nun der künstlerischen Ausgestaltung der Einrichtung und dürfen auch von Besuchern mit geschlossenen Augen ertastet werden.
(Aus einem Bericht von Rolf Dörr)
Bild: Mit Fingerspitzengefühl entstehen die Porträts.

Einblicke mit Simulationsbrille

Auszubildende der IT-Berufe der Deutschen Telekom lernten das Berufsförderungswerk Würzburg unter der Simulationsbrille kennen und versuchten sich unter diesen Bedingungen auch am Mittagstisch. Viel Spaß gab es beim gemeinsamen Torballspiel.
(Aus einem Bericht von Simone Tolle)
Bild: Auch hier: Fingerspitzengefühl ist gefragt...


Medien

Die Wiege des deutschen Rundfunks
Von Holger Baasch

In Königs Wusterhausen bei Berlin (per S-Bahn erreichbar) gibt es nicht nur eine gymnasiale Blindenschule und das Jagdschloss des Soldatenkönigs, sondern an historischer Stätte ein Sender- und Funktechnikmuseum.

Der Rundfunk, für uns Blinde und sehbehinderte das bedeutendste Medium überhaupt, erfuhr im letzten Jahrhundert eine rasante Entwicklung.

Im Juli 1897 erste erfolgreiche funktelegrafische Versuche von Prof. Georg Staby und Dr. Graf von Arco vom Turm der Heilandskirche in Sakrow über den Jungfernsee zur 1,6 km entfernt gelegenen Matrosenstation bei Potsdam. 1903 errichtete die neugegründete Firma Telefunken in Nauen bei Berlin einen Funksender mit einer Reichweite von 3.000 km, der jedoch nicht rundum, sondern nur von einem Empfänger abgehört werden konnte. 1911 beschloss die Oberste Heeresleitung, eine Militärfunkstation auf dem Windmühlenberg bei Königs Wusterhausen zu erstellen. Die Antennen wurden zunächst durch Ballons in die Höhe gebracht, dann wurden vier 30-Meter-Holztürme gebaut, später folgten Stahlgittermasten bis zu 243 m Höhe. Forciert wurde die Entwicklung durch die Firmen Lorenz und Telefunken, sodass funktelegrafische Verbindungen zu allen Heereseinheiten und zu sämtlichen Auslandsstationen und Schiffen weltweit möglich wurden.

Bedingt durch den Versailler Vertrag übernahm 1919 die Deutsche Reichspost den "Funkerberg" in Königs Wusterhausen. Gefördert durch den Staatsekretär Dr. Hans Bredow begann nun nach der militärischen die zivile Nutzung in Form von kulturellen Wort- und Musiksendungen. Bereits am 22. Dezember 1920 wurde zum ersten Mal in Deutschland Musik und Sprache in Form eines kleinen Weihnachtskonzertes ausgestrahlt, wovon sogar noch eine Aufnahme existiert, die im Funktechnikmuseum zu hören ist. Auch die Mikrofone wurden laufend verbessert. So konnte am 8. Juni 1921 die Oper "Madame Butterfly" aus der Berliner Staatsoper live übertragen werden und die erste Liverede aus dem Reichstag, in Berlin genannt "Quatschbude", am 18. August 1922.

Da die Rundfunkgebühr infolge der Inflation monatlich 350 Milliarden Mark betrug, waren im Dezember 1923 lediglich 467 Hörer registriert (die Zahl der Schwarzhörer ist nicht bekannt). Die Gebühr betrug dann - und das jahrzehntelang -

2 Mark. Die Hörerzahl stieg sprunghaft an und erreichte die Zahl von 2,5 Millionen. Die zwölf Großsendemasten reichten bald nicht mehr aus. Drei Kilometer südlich von Königs Wusterhausen in Zeesen entstand eine neue Anlage mit einem Langwellensender. Da dieser in ganz Deutschland empfangen werden konnte, bekam er den legendären Namen "Deutschlandsender". Zusätzlich wurden dort zwei Kurzwellensender mit Richtstrahler nach Übersee gebaut, deren Radioprogramme ab 1931 in der ganzen Welt gut empfangen werden konnten.

Nach der Machtübernahme durch das Hitler-Regime 1933 und Verstaatlichung der Rundfunkgesellschaft wurden viele Mitarbeiter entlassen, darunter auch

der "Vater des Rundfunks", Dr. Hans Bredow.

Der NS-Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, erkannte sofort die enorme Bedeutung des Rundfunks für die Verbreitung der NS-Ideologie. Dazu diente die Herstellung des ,,Volksempfängers" für 65 Mark und ab 1938 - damit kein Auslandssender gehört werden konnte - der DKE, der "Deutsche Kleinempfänger", für 35 Mark, hinter vorgehaltener Hand "Goebbels-Schnauze" genannt (beide Geräte sind in der Ausstellung vorhanden).

Im April 1945 besetzte die Rote Armee die intakte Einrichtung in Königs Wusterhausen und überließ diese den ostdeutschen Organen, während die Sendeeinrichtungen in Zeesen demontiert und die Fundamente und Gebäude gesprengt wurden. Der Sendebetrieb für den mitteldeutschen Raum wurde von Königs Wusterhausen aus bald wieder aufgenommen.

Nach der Wende übernahm die Deutsche Telekom AGK die Einrichtungen auf

dem "Funkerberg" und vermietete diese an die Deutsche Welle, an DeutschlandRadio, RTL und ORB-Antenne Brandenburg.

Mit der Begründung, dass eine Umweltgefährdung der Bevölkerung durch "Elektrosmog" nicht auszuschließen wäre, wurde der Sendebetrieb nach und nach abgebaut, wozu auch die 100-KW-Kurzwellensender gehörten.

Heute befindet sich an dieser historischen Geburtsstätte des deutschen Rundfunks ein äußerst interessantes Technik-Museum, das mit erklärender Führung zu besuchen, unbedingt lohnenswert sein dürfte.

Von der Brandenburgischen Schule für Blinde und Sehbehinderte in Königs Wusterhausen wurde für das Museum ein kleiner Museumsrundgang in Punktschrift erarbeitet.

Adresse: Sender- und Funktechnikmuseum Königs Wusterhausen, Funkerberg, Sendehaus 1, 15711 Königs Wusterhausen; Telefon: (0 33 75) 29 47 55.


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