"Die Gegenwart",
Magazin für blinde und sehbehinderte Menschen und ihre Freunde, Organ
des DBSV;
61. Jahrgang.
Redakteur: Dr. Thomas Nicolai
Redaktion "Die Gegenwart"
Rungestr. 19, 10179 Berlin
Tel.: (0 30) 28 53 87-13
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Herausgeber:
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV)
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Präsidentin: Renate Reymann
Geschäftsführer: Andreas Bethke
"Die Gegenwart" erscheint monatlich (Juli/August als Doppelnummer)
in Punktschrift
in Schwarzschrift
auf Kassette
auf CD ROM im DAISY-Format
im Internet ( ausgewählte Beiträge, www.dbsv.org )
Jahresbezugspreis 2007: 35 Euro für Inhaber der DBSV-Karte,
sonst 40 Euro,
Abonnenten unter 21 Jahren zahlen den halben Preis
Informationen über die Zahlungsmodalitäten gibt der
DBSV-Zeitschriftenverlag
Frau Wolff
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Einzugsermächtigung wird erbeten.
Hinweis: Kündigung des Abonnements für das Folgejahr sind bis Ende September vorzunehmen.
Bankverbindung:
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ: 100 205 00, Sonderkonto Zeitschriftenverlag
Konto-Nr. 3273301
Anzeigenpreise:
Private Kleinanzeigen bis zu einer Länge von 180 Zeichen
kosten pauschal 5 Euro.
Jedes Wort über diesen Umfang hinaus
kostet zusätzlich 50 Cent.
Kommerzielle Kleinanzeigen kosten 9,00 Euro pro Druckzeile.
Für Großanzeigen und Beilagen bitte Preisliste anfordern.
Redaktionsschluss und damit Anzeigenschluss ist jeweils der 1. des Vormonats (für die Januar-Ausgabe jeweils der 20.11.).
vielleicht musste auch mancher unter Ihnen nach dem Eintritt einer erheblichen Seheinschränkung davon überzeugt werden, Bücher jetzt zu hören und zu lernen, einen Kassettenrekorder zu bedienen. Das war nicht immer leicht, wie zahlreiche ehrenamtliche Helfer erzählen. Aber wer einmal die Kassette mit zugehörigem Abspielgerät für sich entdeckt hatte, wurde bald zum begeisterten Hörbuchfreund. Und jetzt soll die Kassette plötzlich nicht mehr gut genug sein, wieder etwas Neues lernen?
Für rund 1250 "Gegenwart"-Hörer ist DAISY längst Alltag, und ich glaube nicht, dass irgend jemand, der sich mit DAISY angefreundet hat, wieder zurück zur Kassette möchte. Erstklassige Wiedergabequalität, die leichtere Handhabbarkeit und die Möglichkeit, in der Zeitschrift oder im Buch zu blättern wie in einer gedruckten Ausgabe sind Vorzüge, die keiner mehr missen will. Kassettengeräte und noch früher Spulen-Tonband-Geräte musste man auch anschaffen und war froh über diese technischen Möglichkeiten. DAISY-Abspielgeräte sind heute weltweit bereits Hilfsmittel Nummer eins.
Einige der rund 500 kassettentreuen Abonnenten werden aber dennoch erschreckt aufhorchen, wenn sie erfahren, dass die Hörbüchereien Ende 2009 die Ausleihe von Hörbüchern auf Kassette beenden und auch die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe bis zu diesem Zeitpunkt die Umstellung auf DAISY-CD geschafft haben will.
Grund zur Sorge oder zur Trauer um die Kassette gibt es aber nicht, denn Hörbüchereien und Selbsthilfe werden viel dafür tun, dass möglichst alle in das "DAISY-Zeitalter" mitgenommen werden.
Dr. Thomas Nicolai
Das Seminar für die Frauenvertreterinnen der Landesverbände/vereine vom 20. bis 23.09. im AURA-Zentrum Bad Meinberg befasste sich mit Themen wie: "Behinderte Frauen in Europa" und "Zehn Jahre Amsterdamer Vertrag – was wurde erreicht"? Themen, die für alle Teilnehmerinnen sehr wichtig waren und aus denen sich an Frau Brigitte Triems, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Frauenrates und an Herrn Hans Kaltwasser vom DBSV sehr viele wichtige Fragen ergaben. Allen ist bewusst, dass weiterhin gekämpft werden muss, um Erreichtes zu erhalten und die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.
Das medizinische Thema: "Der gläserne Bauch" zum aktuellen Stand der pränatalen Medizin von Petra Marek zeigte im Wesentlichen auf, dass nicht immer alle Untersuchungen erforderlich und auch nicht nur positiv zu bewerten sind. Frau Marek ist MTA, Studynurse und Geburtsvorbereiterin und selbst schwerbehindert.
Ein sehr wichtiger Punkt des Seminars war, dass die Frauenvertreterinnen eine E-Mailliste erstellen werden, um sich gegenseitig über Veranstaltungen, wichtige Neuerungen u.Ä. auszutauschen.
Helga Neumann
Der Deutsche Behindertenrat (DBR) hofft auf das Engagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Stärkung der Rechte behinderter Menschen. Dies teilte der Vorsitzende des Sprecherrates des Deutschen Behindertenrates, Horst Frehe, nach dem Gespräch des Aktionsbündnisses der deutschen Behindertenverbände mit der Bundeskanzlerin am 18. September im Bundeskanzleramt mit.
"Wir freuen uns, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel zugesagt hat, die Ratifizierung der im Dezember letzten Jahres von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedeten UN-Konvention zum Schutz der Rechte behinderter Menschen so schnell wie möglich voranzutreiben. Das ist ein wichtiges Signal an behinderte Menschen in Deutschland und in der ganzen Welt, die nach wie vor erhebliche Benachteiligungen erleben müssen", erklärte Horst Frehe.
Vor allem im Bereich der schulischen Integration und der Herstellung einer barrierefreien Umwelt habe Deutschland noch viel aufzuholen. "Deshalb ist es auch unbedingt nötig, dass das Behindertengleichstellungsgesetz auf Bundesebene mit schärferen Zähnen ausgestattet wird. Denn viele Bahnhöfe, Busse und Bahnen und öffentliche Einrichtungen sind nach wie vor für behinderte Menschen in Deutschland nicht gleichberechtigt nutzbar", so Horst Frehe.
Der DBR erklärte, dass er den von der Bundeskanzlerin angekündigten Ratifizierungsprozess für die UN-Konvention auch weiterhin engagiert begleiten werde. "Bereits im bisherigen Prozess für die Entwicklung der Konvention hat es einen sehr engagierten und fruchtbaren Prozess der Zusammenarbeit zwischen Regierung und Behindertenverbänden gegeben. Wir hoffen, dass sich dieser auch bei der Ratifizierung und dann vor allem bei der Umsetzung der Konvention in Deutschland so fortsetzen lässt", erklärte Horst Frehe.
(Aus einer Pressemitteilung des DBR)
Der Fachausschuss für Informationstechnologie tagte vom 28. bis zum 30. September in Hannover.
Drei Studenten des Zentrums für blinde und sehbehinderte Studierende (BliZ) der Fachhochschule Gießen Friedberg informierten in Referaten und praktischen Demonstrationen über den aktuellen Stand der Zugänglichkeit grafischer Benutzeroberflächen unter dem Betriebssystem Linux: Während die reinen Vergrößerungsmöglichkeiten für stark sehbehinderte Nutzer noch immer selbst elementare Funktionen vermissen lassen, ist für Sprach- und Braille-Anwender der Screenreader ORCA für den GNOME-Desktop ein viel versprechender Ansatz.
Jedoch ist ORCA aufgrund mangelnder Stabilität und fehlender Funktionalität für den produktiven Einsatz noch nicht geeignet.
Die Referenten stellten ihren gemeinnützigen Verein LinAccess vor, dessen Ziel es ist, durch Förderung entsprechender Software-Projekte die Zugänglichkeit von Linux zu verbessern.
Die vom FIT initiierte Navigationstagung "Weitersehen drinnen und draußen – Chancen und Herausforderungen von Navigationssystemen für blinde und sehbehinderte Menschen" (29. November bis 1. Dezember 2007, Berlin) wurde weiter vorbereitet.
Hinsichtlich der Möglichkeit, barrierefreie PDF-Dokumente zu erstellen, gibt es zwei positive Entwicklungen.
Zum Einen existiert für Office 2007 ein kostenloses Zusatzmodul (Add-In), mit dem man ein logisch durchstrukturiertes Dokument als zugängliche PDF-Datei abspeichern kann.
Zum anderen demonstriert eine auf den Web-Servern der Projekte BIK ( www.BIK-Online.info ) und INCOBS ( www.incobs.de ) installierte angepasste Programmbibliothek, dass es möglich ist, eine Webseite "auf Knopfdruck" in ein barrierefreies PDF-Dokument umzuwandeln.
Erfahrungen mit Windows Vista, Office 2007 und kostenlosen/kostengünstigen Screenreadern (NVDA, System Access To Go und Thunder) wurden ausgetauscht.
Martin Jung
Mit welchen Tipps erleichtern Sie sich als blinde oder sehbehinderte Person Ihren Alltag? Zu diesem Thema erstellt Blindnews – ein nichtkommerzielles Nachrichtenportal zum Thema "Blindheit/Sehbehinderung" – in Kooperation mit dem Hessischen Koordinationsbüro für behinderte Frauen eine Informationssammlung.
Gesucht werden alle Ihre Tipps aus Bereichen des täglichen Lebens wie zum Beispiel "Freizeit", "Haushalt", "Mobilität".
"Damit unsere Sammlung möglichst umfassend wird, würden wir uns freuen, wenn uns viele blinde und sehbehinderte Menschen Ihre Tipps mitteilen, mit denen Sie sich die Gestaltung Ihres Alltags erleichtern", sagt Andreas Gördes, Redakteur von www.blindnews.eu .
Die eingesandten Tipps werden selbstverständlich anonymisiert und nach Zusammenstellung für alle interessierten Menschen zugänglich sein. Möchten Sie zur Erweiterung der Informationssammlung beitragen, schicken Sie Ihre Tipps – möglichst per E-Mail – an: alltagstipps@blindnews.eu .
Schriftliche Informationen aus Deutschland und der Schweiz senden Sie bitte an:
Hessisches Koordinationsbüro für behinderte
Frauen
Rita Schroll
Kölnische Str.99, 34119 Kassel
Schriftliche Informationen aus Österreich und Liechtenstein senden Sie bitte an:
BlindNews
Andreas Gördes
Märzstr.76/2/2,
1150 Wien.
Die Themen "Kommunikation" und "Hilfsmittel" stehen im Mittelpunkt der 3. Hilfsmittelausstellung für blinde und sehbehinderte Menschen, zu der am 16. November das LWL-Bildungszentrum Soest von 10.00 bis 16.00 Uhr einlädt. Unter dem Titel "Soest-Komm" stellen 22 Firmen Kommunikationstechnik und Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen aus. Den Rahmen bildet wieder das LWL-Berufskolleg am Hattroper Weg. Erstmals werden die Firmen ihre Neuheiten in Kurzvorträgen vorstellen, so dass die Besucher auf bequeme Weise einen Überblick über die Highlights bekommen. Das LWL-Berufsbildungswerk Soest wird sein neues Angebot zum Erwerb des Europäischen Computerführerscheins (ECDL) für blinde und sehbehinderte Menschen vorstellen. Abgerundet wird das Programm durch Info-Stände verschiedener Selbsthilfegruppen und -Verbände sowie des LWL-Integrationsamtes Münster. Der Eintritt ist frei.
Infos wie z.B. die Liste der vertretenen Firmen und Tipps zur Anreise finden Interessenten unter: www.lwl-bbw-soest.de
"Glück kann man teilen, Sorgen auch". Unter diesem Motto entsteht das Familientagebuch der Aktion Mensch, die dazu aufruft, eigene Tagebuchgeschichten bis zum 31. März 2008 einzureichen. Das Familientagebuch stellt Familien, in denen Menschen mit Behinderungen leben, in den Mittelpunkt. Beschrieben werden soll eine zusammenhängende Woche des Familienlebens. Die ansprechendsten Beiträge werden in einem Buch veröffentlicht. Die ersten drei Gewinner des Schreibwettbewerbs erhalten jeweils einen Reisegutschein über 1000 Euro.
Es werden nur Einsendungen mit ausgefüllten Teilnahmeunterlagen berücksichtigt, die unter www.diegesellschafter/familientagebuch oder www.bvkm.de zu finden sind.
Informationen und auf Wunsch auch eine Tagebuchvorlage erhalten Sie darüber hinaus beim
Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte
e.V.
Tel.: (02 11) 6 40 04-0
oder bei der Aktion Mensch
Tel.: (02 28) 20 92-391.
Das Veranstaltungsprogramm für 2008 ist jetzt im Internet abrufbar; es kann auch bei der AURA-Pension angefordert werden.
Ausgewählte Termine:
Kontakt:
AURA-Pension "Villa Rochsburg"
Tel.: (03 73
83) 83 800
Fax: (03 73 83) 83 80 25
E-Mail: villa@bsv-sachsen.de
Internet: www.villa-rochsburg.de
1. bis 3. Februar 2008: Trommelwochenende – "Rhythmus der Zeit, Rhythmus des Lebens, Rhythmus der Natur, Rhythmus in mir" für Neueinsteiger und Kenner.
Weitere Informationen und Anmeldung:
AURA-Hotel
"Ostseeperlen" Boltenhagen
Tel.: (03 88 25) 37 00
E-Mail: ostseeperlen@t-online.de
Internet: www.ostseeperlen.de
Der Hörspielworkshop beginnt am 30. Januar 2008. Das Krimiwochenende ist dann vom 1. bis 3. Februar 2008.
Ein ehemaliger Polizeibeamter wird kenntnisreich über den Kripo-Alltag berichten und Stephan Schnieder liest aus seinem spannenden Krimi. Im Hörspielworkshop wollen wir wieder ein eigenes Kriminalhörspiel produzieren und aufzeichnen. Es wird dann den Krimi-Experten präsentiert.
Informationen und Anmeldung:
AURA Hotel Timmendorfer
Strand
Tel.: (0 45 03) 600 20
E-Mail: timmendorfer-strand@aura-hotels.de
Das Leitungsteam der Jugendgruppe des BSV Mecklenburg-Vorpommern veranstaltet vom 22. bis 25. Februar 2008 in den Ostseeperlen das nächste bundesweite Jugendtreffen. Zu den Themen gehören: Angebote des Landeshilfsmittelzentrums aus Dresden, die Natur der Ostseeküste und gesunde Ernährung.
Informationen und Anmeldung:
AURA-Hotel "Ostseeperlen"
Boltenhagen
Tel.: (03 88 25) 37 00
E-Mail: Ostseeperlen@t-online.de
Anmeldeschluss: 20.01.2008.
Bei Rückfragen steht auch Katrin Schwemann zur Verfügung:
Tel.: (03 95) 5 66 40 56.
Haben Sie sich auch schon einmal mit der Frage beschäftigt, ob nicht ein Blindenführhund für Sie eine größere Mobilität bringen könnte? Dann haben Sie die Chance, ein Schnupperseminar, welches der Verein Lichtblicke e.V. in der Zeit vom 11. bis 13. Juli 2008 in Petersberg bei Fulda durchführt, zu besuchen.
Ziel des Seminars ist es eine Entscheidungshilfe für einen Führhund zu geben und die Möglichkeiten und Grenzen realistisch einschätzen zu können.
In Zusammenarbeit mit Führhundschulen und erfahrenen Führhundhaltern wollen wir Praxis mit dem Führhund im Führgeschirr vermitteln, Hundepflege und Verhalten im Freilauf verdeutlichen sowie theoretische Grundlagen in Hundeerziehung und Führhundausbildung erläutern.
Der Verein Lichtblicke beschäftigt sich seit elf Jahren mit allen Fragen rund um den Blindenführhund, die von der Selbsthilfe bis hin zur politischen Interessenvertretung reichen.
Nähere Informationen und das Programm finden Sie
unter
www.verein-lichtblicke.de oder telefonisch bei
Jutta Rütter
(0 30) 6 94 04 53
Renate Kokartis
Beim Tag der offenen Tür des Arbeits- und Sozialministeriums in Berlin präsentierte sich das Berufsförderungswerk Düren mit seinen Mobilitätsangeboten im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Berufsförderungswerke. Die stark sehbehinderte Sozialpädagogin Jenny Fischer hatte dabei eine ehrenvolle Aufgabe: Sie erläuterte dem Hausherrn, Vizekanzler Franz Müntefering, eingehend die Blindenschrift und den Gebrauch der entsprechenden Blindenschreibmaschine. Und dieser zeigte sich sehr wissbegierig: Nach der Einführung in die Blindenschrift konnte er seinen Namen in Punktschrift schreiben.
Kürzlich übten Mitarbeiter der Bahnhofsmission in Frankfurt am Main, wie sie blinde Fahrgäste am besten begleiten. Ihre Lehrer waren blinde Menschen, die es ja schließlich am besten wissen mussten. Dass die "Schüler" selbst einmal für kurze Zeit nichts sehen konnten (die Übungen erfolgten teilweise unter der Augenbinde) wird für nachhaltige Erfahrungen gesorgt haben.
Seit August diesen Jahres werden in der DKB-Arena des FC Hansa Rostock für blinde und sehbehinderte Besucher die Bundesligaspiele von einem Reporter geschildert. Die Reportagen werden über Kopfhörer übertragen. Schwerbehinderte, die im Ausweis das Merkzeichen Bl, H oder das aG sowie das Merzeichen B auf der Vorderseite des Ausweises haben, können für das Spieljahr 07/08 pro Spiel eine Karte zum Preis vom 5,00 Euro erwerben. Die Begleitperson kommt kostenlos ins Stadion. Die Eintrittskarten sind eine Woche vor dem Heimspiel in Rostock unter der Telefonnummer (03 81) 3 77 01 20 bzw. -121 in der Geschäftsstelle von Hansa Rostock zu bestellen. Hinweise, Vorschläge und Kritiken nimmt der Fanbeauftragte Herr Axel Klingbeil unter der Telefonnummer (01 75) 2 91 52 29 entgegen.
Zu Gast bei einer Konditorin kombinieren wir Genuss und Bewegung: Mit Cornelia backen wir herrlich duftendes (Weihnachts-)Gebäck (und noch viel mehr!), anschließend erkunden wir zu Fuß den mittelalterlichen Ort Dinkelsbühl mit seinen denkmalgeschützten Häusern und engen Gassen und die traumhafte Umgebung.
Termin: 29. November bis 2. Dezember 2007
Kontakt:
VisionOutdoor
www.visionoutdoor.de/programm_dinkelsbuehl.html
E-Mail: info@visionoutdoor.de
Tel.:
(05 21) 3 99 81 82
Winterzauber in Finnland mit Skilanglauf, Schneeschuhlaufen, Spazieren gehen, Hundeschlittenfahrt, Sauna, ein Besuch von Nurmes und mehr kann man bei der Winterreise von Frauenoutdoor erleben. Termin: 22. bis 31. Januar 2008.
Wandern auf Madeira und Kreta. Zu Fuß die vielfältige Landschaft der portugiesischen Blumeninsel erkunden – Lorbeerwald, Wasserfälle, höchster Berg und vulkanische Landschaft. Naturerkundungen, natursportliche Aktivitäten und kulturelle Exkursionen auf Kreta plus Gastfreundschaft im südlichen Griechenland; Termine: März/April 2008.
Kontakt:
FrauenOutdoor e.V.
www.frauenoutdoor.de/touren_fuer_blinde.html
E-Mail: info@frauenoutdoor.de
Tel.:
(05 21) 3 99 81 82
Reisen nach Andalusien oder Bamberg – Wandern in der Sierra Nevada und dabei Grenada und Sevilla kennen lernen – das ist ein Angebot von "Biblische Reisen" im Jahr 2008. Die elftägige Andalusienreise beginnt am 24. Mai. Im September kann man eine Woche lang "das 1.000-jährige Bamberg und seine Umgebung" erkunden.
Die Reiseausschreibungen versendet auf Wunsch
Ingobert
Wilke
Am Hirtenbach 35, 91361 Pinzberg
Tel.: (0 91 91) 9 52 95
Zwei Merkblätter der Bundesagentur für Arbeit gibt es jetzt auf einer CD: Teil 1 enthält die neuen Regeln des Arbeitslosengeldes II ("Hartz IV") einschließlich der Änderungen ab 2007. Der zweite Abschnitt informiert über die Förderung zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung.
Der ATZ-Infopool stellt Broschüren und Nachschlagewerke als CD im DAISY-Format bereit.
Vorschläge, Aufträge und Bestellungen:
www.blindenzeitung.de oder
telefonisch unter (0 55 31) 71 53
Lustige Silbenrätsel in Punktschrift. Die lustigen Silbenrätsel haben den Leserinnen und Lesern der stern-ZEIT-Blindenzeitschrift viel Freude bereitet.
Wir möchten daher auch den Leserinnen und Lesern, die nicht zu den Abonnenten der Zeitschrift gehörten, diese sehr gefragten Rätsel zugänglich machen und haben je Jahrgang einen Band in Punktschrift (Punktdruck 2007, Kurzschrift 1998, DIN A4, Drahtheftung) angefertigt. Lieferbar sind die Jahrgänge 1998 bis 2007, alle einzeln erhältlich.
Nähere Informationen:
VzFB
Tel.: (05 11) 9 54
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Lesefreude pur mit den neuen Fortsetzungsromanen in Punktschrift aus dem BIT.
Neben der preisgünstigen Fortsetzungsausgabe erhalten Sie beide aktuellen Bestseller auch als Komplettausgabe.
Weitere Infos und kostenlose Leseproben gibt es im
BIT-Zentrum
Tel.: (0 89) 5 59 88-140 (Frau Haidl) oder -144 (AB)
E-Mail: bit@bbsb.org
Die seit 1982 erscheinende Kulturzeitschrift "Leipziger Blätter"
gibt es seit Oktober 2007 erstmalig auch im DAISY-Format, zeitgleich mit
der Schwarzschriftausgabe für Sehende. Realisiert wurde das Projekt
durch die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
auf Initiative des Leipziger "Passage-Verlag", Herausgeber der "Leipziger
Blätter". Das Journal begleitet zweimal jährlich Architektur und
Denkmalpflege in Leipzig, das Buchwesen, die Stadtkultur, Geschichte und
Traditionen sowie die ökologische Stadterneuerung in kritischer und
aufwendig-anspruchsvoller Weise. Für die rund 400 Leipziger Nutzer der
DZB-Hörbücherei wurde die DAISY-Fassung der Zeitschrift einmalig
kostenlos versandt. Die Hörbücherei hält die Zeitschrift
fortan zur Ausleihe bereit. Weitere Interessenten können eine
Probe-Ausgabe kostenlos unter
Die Organisatoren fiebern dem freudigen Ereignis dermaßen entgegen, dass sich im Beitrag "Dreimal zehn Perlenschnüre an der Ostsee" in Ausgabe 10/2007 der Termin fälschlicherweise um eine Woche nach vorn verschoben hat. Die Jubiläumsveranstaltung findet statt vom 4. bis 8. April 2008. Inzwischen stehen auch die Akteure fest. Zu Lesungen und Gesprächen sind in Boltenhagen u.a. zu Gast: Christian Brückner, Thomas Brussig und Alexander Osang.
Nähere Informationen und Anmeldung bei:
AURA-Hotel
"Ostseeperlen" Boltenhagen
Tel.: (03 88 25) 37 00
E-Mail: Ostseeperlen@t-online.de
www.ostseeperlen.de
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Die einzelnen Ausgaben von dbsv-direkt finden Sie auch unter:
www.dbsv.org/direkt/2007_01.htm.
Der Bundesrat hat am 21. September dem Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerlichen Engagements zugestimmt. Durch Steuererleichterungen wird das Engagement der rund 23 Millionen ehrenamtlich Tätigen, Stifter und Spender in Deutschland weiter gefördert.
Das Gesetz erhöht unter anderem den Übungsleiterfreibetrag von bisher 1.848 Euro auf 2100 Euro. Für Einnahmen aus allen nebenberuflichen Tätigkeiten im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich wird ein allgemeiner Freibetrag in Höhe von 500 Euro eingeführt.
Auf Empfehlung des Bundesrates wurde zudem die Höchstgrenze für die zusätzliche steuerliche Begünstigung von Spenden in den Vermögensstock von Stiftungen auf eine Million Euro angehoben (vorher 307.000 Euro).
Weiterhin setzte sich der Bundesrat erfolgreich dafür ein, dass Bareinzahlungsbelege oder Buchungsbestätigungen eines Kreditinstitutes künftig als Nachweise für Zuwendungen bis zu einer Höhe von 200 Euro (vorher 100 Euro) genügen. Dies bedeutet vor allem für Vereine eine erhebliche bürokratische Entlastung.
Der größte Teil des Gesetzes tritt rückwirkend zum 1. Januar 2007 in Kraft. Die davon betroffenen Steuererleichterungen können also schon für das laufende Jahr geltend gemacht werden.
(Pressemitteilung des Bundesrates)
Verabschiedung der Europäischen Verordnung über die Rechte behinderter Fluggäste
Die "Verordnung (EG) Nr. 1107/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Juli 2006" regelt, wie ihr Name sagt, die "Rechte von behinderten Flugreisenden und Flugreisenden mit eingeschränkter Mobilität". Der größte Teil der Verordnung betrifft Hilfeleistungen in den europäischen Flughäfen und Hilfeleistungen in den Flugzeugen der europäischen Luftfahrtgesellschaften, sofern sie in Europa starten oder landen.
Dieser, wie gesagt, größte Teil der Verordnung tritt erst am 26. Juli 2008 in Kraft. Der kleinere Teil, konkret die Artikel 3 und 4, betrifft die Beförderungspflicht und ihre Ausnahmen, und ist bereits am 26. Juli 2007 in Kraft getreten.
Genau gesagt geht es um Hilfeleistungen und Vorkehrungen "unter der Verantwortung der Leitungsorgane von Flughäfen". Sie sind im Einzelnen in der Anlage I zur Verordnung aufgeführt und reichen räumlich bis ins Flugzeug hinein. Gesorgt wird für den Fluggast, unter anderem wenn er Hilfe auf den Wegen zum Einchecken und zum Platz im Flugzeug braucht und wenn er bei der Ankunft abgeholt werden muss. Auch werden die notwendigen Hilfen bei der Gepäckaufgabe und -annahme gewährt, sowie beim Verstauen und Wieder-Inbesitznehmen des Handgepäcks im Flugzeug. Zu den Leistungen gehört ferner die "Abfertigung aller notwendiger Mobilitätshilfen, wie elektrischer Rollstühle, am Boden" und die "Abfertigung anerkannter Begleithunde am Boden".
Voraussetzung für die Inanspruchnahme der genannten Hilfeleistungen ist ihre Anmeldung beim Luftfahrtunternehmen (oder dessen Beauftragten) oder beim Reiseunternehmen mindestens 48 Stunden vor dem Abflug. Kann diese Frist vom Behinderten nicht eingehalten werden, soll "im Rahmen des Möglichen nach besten Kräften" Hilfe geleistet werden. Weiterhin ist Voraussetzung das Erscheinen des Behinderten am ausgemachten Treffpunkt zur ausgemachten Zeit. Ist dergleichen nicht vereinbart, muss der Betreffende mindestens eine Stunde vor dem Abflug bei der Abfertigung, oder zwei Stunden vor dem Abflug an einem der für Behinderte vorgesehenen Treffpunkte sein. Im Hinblick auf Begleithunde heißt es in Artikel 7 (2): "Ist der Einsatz eines anerkannten Begleithundes erforderlich, so werden die entsprechenden Vorkehrungen getroffen, sofern dies dem Luftfahrtunternehmen (...) oder dem Reiseunternehmen in Übereinstimmung mit geltenden nationalen Bestimmungen über die Beförderung von Begleithunden an Bord von Luftfahrzeugen – sofern vorhanden – gemeldet worden ist."
Die Kosten für diese Hilfen sollen auf die so genannten "Flughafennutzer" umgelegt werden, das sind aber nicht die Fluggäste, sondern die Beförderungsunternehmen, die den Flughafen nutzen. Wer als Behinderter die genannten Hilfen in Anspruch nimmt, erhält sie also kostenlos.
Die "Hilfeleistung des Luftfahrtunternehmens" wird in der Anlage II der Verordnung beschrieben. Sie ist relativ begrenzt. Es geht dabei um die Vergabe der Plätze, um die Zugänglichmachung der "wesentlichen Informationen" und "erforderlichenfalls" um die Hilfe, die man braucht, um zur Toilette zu gelangen. Zu den Leistungen im Flugzeug gehört auch die "Beförderung anerkannter Begleithunde in der Kabine, vorbehaltlich der nationalen Vorschriften." Diese Serviceleistungen sind für den Fluggast ebenfalls "ohne Aufpreis" zu erbringen.
Artikel 3 besagt zunächst, dass das Luftfahrtunternehmen oder das Reiseunternehmen sich aus Gründen der Behinderung nicht weigern darf, "a) eine Buchung für einen Flug ab oder zu einem unter diese Verordnung fallenden Flughafen zu akzeptieren" oder "b) einen behinderten Menschen (...) an Bord zu nehmen, sofern die betreffende Person über einen gültigen Flugschein und eine gültige Buchung verfügt." Von diesem Grundsatz der Beförderungspflicht werden jedoch in Artikel 4 wichtige Ausnahmen zugelassen. Eine Verweigerung der Beförderung ist danach zulässig, "a) um geltenden Sicherheitsanforderungen, die in internationalen, gemeinschaftlichen oder nationalen Rechtsvorschriften festgelegt sind, nachzukommen" (hingewiesen wird ferner noch auf Rechtsvorschriften im Rahmen der staatlichen Betriebsaufsicht) und "b) wenn wegen der Größe des Luftfahrzeugs oder seiner Türen die Anbordnahme oder die Beförderung dieses behinderten Menschen oder dieser Person mit eingeschränkter Mobilität physisch unmöglich ist".
Unbefriedigend an dieser Regelung ist, dass die unter a) genannten Sicherheitsanforderungen sehr unterschiedlich sind und dass man nicht ausschließen kann, dass diese Anforderungen nicht nachvollziehbar, um nicht zu sagen diskriminierend sind. Ein Problem ist auch, dass man von den Sicherheitsanforderungen möglicherweise erst erfährt, wenn es zu spät ist und man schon mit seinem Gepäck oder mit dem Begleithund am Schalter steht. Immerhin sieht die Verordnung vor, dass die Luftfahrtunternehmen die Sicherheitsvorschriften öffentlich zugänglich zu machen haben. Vor allem aber gilt (Art. 4 Abs. 3 Satz 2): "Ein Reiseunternehmen gibt die Sicherheitsvorschriften und Beschränkungen bekannt, die für die von ihm veranstalteten, verkauften oder zum Verkauf angebotenen, in Pauschalreisen eingeschlossenen Flüge gelten."
Wird gegen die Vorschriften der europäischen Richtlinie verstoßen, kann sich der Betroffene beim jeweils Verantwortlichen beschweren, das heißt: beim "Leitungsorgan des Flughafens", wenn es um die Hilfen im Flughafen geht, oder beim Luftfahrtunternehmen, wenn es um die Buchung oder um die Hilfen im Flugzeug geht. Ist dessen Reaktion nicht zufriedenstellend, kann sich der Betroffene an die zuständige "Durchsetzungsstelle", in Deutschland das
Luftfahrt Bundesamt
Hermann-Blenk-Str. 26, 38108
Braunschweig
E-Mail: fluggastrechte@lba.de
wenden. Geschah der Verstoß im Ausland oder in einem ausländischen Flugzeug, so ist nicht das Luftfahrt Bundesamt, sondern die vom jeweiligen Staat benannte Durchsetzungsstelle zuständig (eine Adressenliste unter dem Namen "National Enforcement Bodies" ist im Internet zugänglich); man kann aber auch das Luftfahrt Bundesamt anschreiben und dieses leitet das Schreiben an die zuständige Stelle weiter. Die genannten Durchsetzungsstellen sollen sicherstellen, dass die Rechte der behinderten Fluggäste gewahrt werden. Schadensersatzansprüche der Fluggäste sind in der Verordnung nicht geregelt. Sofern es zum Verlust oder zur Beschädigung von Mobilitätshilfen geht, wird auf andere Rechtsgrundlagen verwiesen.
Die Verordnung verweist auf die Qualitätsstandards für Hilfeleistungen, die in einer internationalen Regelung (Code of Conduct in Ground Handling for Persons with Reduced Mobility) niedergelegt sind und schreibt entsprechende Schulungen des Personals vor. Darüber hinaus enthält die Verordnung Appelle – mehr möchte ich es nicht nennen – an die jeweils Verantwortlichen, bei der Gestaltung der Flughäfen, der Abfertigungsgebäude und der Flugzeuge, "so weit wie möglich" die Belange behinderter Menschen zu berücksichtigen.
Die von Behindertenorganisationen veröffentlichte Kritik an der Verordnung richtet sich vor allem gegen die Unverbindlichkeit der Regelungen. Außerdem wird das Thema "Barrierefreiheit" nicht ernsthaft angepackt, weshalb vor allem die Rollstuhlfahrer enttäuscht, um nicht zu sagen verbittert sind: Einerseits ein Nichts an Vorkehrungen für barrierefreie Wege, andererseits in den Flughäfen und Flugzeugen ein gewaltiger Aufwand an Hightech und an Design für alles mögliche. Ärgerlich – aber aufgrund der politischen Strukturen in der EU wohl unvermeidbar – sind die vielen Verweisungen auf nationale und internationale Vorschriften, denen man den Vortritt lässt. Hier wären zumindest verbindliche Mindeststandards dringend geboten gewesen. Ich denke vor allem auch daran, dass man die Luftfahrtunternehmen und die Reiseveranstalter hätte verpflichten müssen, wenigstens eine sichere Planung der Beförderung – etwa als Behindertengruppe, als alleinreisender Behinderter ohne Begleitperson, oder als Blinder mit Führhund – zu gewährleisten. Es bleibt also noch sehr viel zu tun. Die EBU muss, unterstützt von ihren Mitgliedsverbänden, ihre Lobby-Arbeit mit Nachdruck fortsetzen. Darüber hinaus ergeben sich aber noch weitere besondere Aufgaben. So ist zum Beispiel zu klären, was ein "anerkannter Begleithund" ist, und wie er international auszuweisen ist. Dass mit dieser Arbeit auf nationaler Ebene angefangen werden muss, versteht sich von selbst.
Thomas Drerup
Was hat es damit auf sich? Dieser Frage geht DBSV-Rechtsreferent Thomas Drerup nach:
Gemäß Paragraph 17 SGB IX können Leistungen für Behinderte auch in Form eines "Persönlichen Budgets" (PB) erbracht werden. Das heißt: Der Betreffende kann sich die von ihm benötigten Leistungen, auf die er nach anderen Rechtsvorschriften einen Anspruch hat, selber beschaffen und aus dem an ihn monatlich ausgezahlten Budget bezahlen.
Er kann sich somit den Leistungserbringer aussuchen. Er darf sich jedoch nicht Leistungen beschaffen, für die das Budget nicht bestimmt ist oder auf die er keinen Rechtsanspruch hat.
Voraussetzung ist, dass die Rechtsansprüche auf die einzelnen Leistungen festgestellt werden und dass diese Leistungen "budgetfähig" sind, das heißt: regelmäßig anfallen. In Betracht kommt das PB am ehesten bei den häuslichen Pflegehilfen, auf die der Betreffende nach Paragraph 36 SGB XI oder Paragraph 63 SGB XII Anspruch hat: Diese Pflegehilfen werden ja nicht nur kompakt im Rahmen einer stationären Pflege angeboten, sondern lassen sich auch einzeln bei ambulanten Diensten oder privaten Anbietern einkaufen. Dort ist das PB auch vorteilhaft und zwar sowohl für den Leistungsträger wie für den Leistungsempfänger: Der Leistungsträger hat Kostenvorteile (Vermeidung der teuren Heimkosten), der Leistungsempfänger hat Qualitätsvorteile (durch die persönliche Auswahl des Leistungserbringers bzw. durch sein Marktverhalten).
Ab 1. Januar 2008 ist Paragraph 17 SGB IX nicht nur eine Kann-Regelung, sondern gibt den Behinderten einen Anspruch darauf, dass die Leistungsform des PB gewählt wird. Die oben genannten Voraussetzungen (Ansprüche auf die einzelnen Leistungen und Budgetfähigkeit) müssen dann aber nach wie vor erfüllt sein.
Das PB ist weder eine Leistung zur Aufstockung des Blindengeldes noch eine solche, die das Blindengeld ersetzen könnte. Das Blindengeld ist ein frei verfügbares Budget, das im Unterschied zum PB nicht individuell bemessen wird und bei dem auch nicht die einzelnen Bedürfnisse und die Rechtsansprüche auf entsprechende Leistungen nachgewiesen werden müssen. Würde man beim Blindengeld so verfahren wie beim PB, so hätten wir es nicht nur mit einem immensen Prüfungsaufwand zu tun, es käme noch hinzu, dass sich die Prüfungsergebnisse als ungesichert und instabil erweisen würden. Es gilt daher, am Blindengeld als die für Blinde einzig adäquate Leistungsform festzuhalten.
Zu Leistungen, die blinde und sehbehinderte Menschen erhalten und die auch als Budget gewährt werden könnten, merkt Sozialreferent Reiner Delgado an: Da kommt nicht viel in Frage. Eine Möglichkeit könnte es bei der Arbeitsplatzassistenz geben. Zum Vorlesen der Post, Aktenverwaltung, Bedienung von Computerprogrammen und ähnlichem können Berufstätige mit Seheinschränkung eine Assistenzkraft bekommen. Wenn sie stattdessen ein festes Budget erhalten, um sich Hilfeleistungen selbst einzukaufen, könnten die Hilfen teilweise fachkundiger sein.
Z.B. könnte für Hilfe am Computer ein PC-Spezialist, für das Erstellen und Beurteilen von besonders gestalteten Dokumenten eine Werbeagentur und für andere Hilfen eine Bürokraft beauftragt werden. Blinde Musiker könnten ihr Assistenzbudget zum Teil dafür verwenden, sich Noten professionell in Blindennotenschrift übertragen zu lassen.
Noch interessanter könnte das Persönliche Budget für taubblinde Menschen sein. Diese haben in vielen Lebenslagen einen hohen Bedarf an Assistenz. Dieser wird z.B. in Einrichtungen wie dem Deutschen Taubblindenwerk abgedeckt. In den meisten Fällen zahlt dies die Sozialhilfe (Eingliederungshilfe). Wenn jemand aber zu Hause wohnen möchte, stehen ihm bisher keine Mittel für solche Hilfeleistungen zur Verfügung. Nun könnte er die Leistung, die andere taubblinde Menschen in einer Einrichtung bekommen, als Persönliches Budget beantragen.
Von der Präsentation des neuen DBSV-Jahrbuches in Nürnberg berichtet Christiane Klefisch, die als Autorin selbst zu den Gesprächspartnern des Abends gehörte.
Erzwingen lässt sie sich nicht, eine angenehme Atmosphäre, nur herstellen. Wenn es sie gibt, dann bleiben Begegnungen intensiver haften.
Dr. Thomas Nicolai, Redakteur des aktuellen DBSV-Jahrbuches, Mitarbeiter und Autoren sowie Hausherrin Angelika Lamml vom Beratungs- und Begegnungszentrum des Bayrischen Blinden- und Sehbehindertenbundes bescherten den Gästen in Nürnberg einen anregenden und informativen Abend im Sinne des Jahrbuch-Titels "Weitersehen 2008".
Mit feinem Humor, informativen Details und klugen Fragen entlockte Dr. Thomas Nicolai seinen Gesprächspartnern, darunter Christopher Werner, jugendlicher Autor einer kurzen Geschichte, sowie Schriftsteller Bernd Kebelmann, persönliche Ansichten, die das entspannt lauschende Publikum interessiert vernahm.
Was aber ist denn nun die Quintessenz des Abends, was lässt sich davon im Alltag gebrauchen?
Meinem Empfinden nach die Kette des Weitersehens – Weitergebens – Weiterkommens. Wenn wir weitersehen, lernen wir neue Aspekte kennen, verlieren unsere Vorbehalte und Ängste. Wenn wir weitergeben, teilen wir uns unserer näheren und ferneren Umwelt mit und schaffen Nähe. Dadurch kommen wir selbst und unsere Gesprächspartner weiter – mal ein kleines, mal ein meilenweites Stück. Zum Weiterkommen gehört für mich vor allem das gemeinsam sehen, stehen, sprechen und gehen.
In einer solchen Atmosphäre entfalten sich alle Variationen von persönlicher Strahlkraft, Begeisterung und Passion ebenso wie Eindrücke von Kummer, Zusammenbruch und Neuanfang.
Daraus besteht das Netzwerk, das es sich zu spinnen für uns lohnt, um stark, aber nicht einsam, ernsthaft, aber nicht düster durch unser Leben zu gehen. Dies gilt gleichermaßen für Menschen mit und ohne Handicap. Ganz nebenbei: Wo beginnt denn das behindert-Sein?
Ich halte es mit einem Ausruf eines Sehbehinderten aus Riesa, den ich im Berufsförderungswerk in Halle traf: "Lieber blind als gar nichts sehen ..."
Die "heißen Ohren" und rauchenden Köpfe löschte einfühlsam Armin Nembach mit den Klängen seiner Gitarre und schenkte den Gästen eine stimmungsvolle Reise durch Klangwelten von Stan Getz bis Santana.
Als auch die Führhunde der Gäste zum Ende der Gesprächsrunde ihren Schlaf auf dem Teppich unterbrachen und zustimmend grunzten, empfand ich die Veranstaltung als klein, fein und rundum gelungen. Beim anschließenden Empfang ließen sich noch Fragen klären und fröhliche Gespräche führen, abgerundet durch ein gemeinsames Glas Wein. Die Mitarbeiter des BBZ machten sich viel Mühe und ließen es uns gut gehen, dafür noch einmal herzlichen Dank.
Wer von uns nun aber nicht nur zurückschauen, sondern "Weitersehen 2008" möchte, der nimmt das Jahrbuch in die Hand, verschenkt, zitiert, liest, lässt lesen, schreibt vielleicht auch selbst etwas auf und spricht darüber, denn der Sinn der Sache liegt im "Weitersagen".
Einzelexemplare des Jahrbuches sind beim jeweiligen DBSV-Landesverein und deren Untergliederungen erhältlich; Einzelpreis 1,80 Euro.
Kontakt zur nächstgelegenen Beratungsstelle eines
DBSV-Landesvereins erhalten Sie unter der bundesweit einheitlichen
Rufnummer
(0 18 05) 666 456 (14 Cent/Min.).
Stückzahlen ab 50 können direkt bestellt werden
beim:
DBSV
Rungestraße 19, 10179 Berlin
gegenwart@dbsv.org
ebenso wie die aufgesprochene Version auf CD im DAISY-Format, Preis 2,00 Euro.
(Ein Mitschnitt der Veranstaltung wird auf der DAISY-CD veröffentlicht; in der Kassetten-Ausgabe gibt es Ausschnitte.)
Jedem Menschen jedes Buch zur selben Zeit zum selben Preis in derselben Qualität! So lautet die Vision des "DAISY Consortiums" und der "Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen Medibus". Solange diese Vision noch nicht Realität ist, brauchen Menschen, die Gedrucktes nicht lesen können, eine zugängliche Ausgabe, z.B. in Blindenschrift oder als Hörbuch. Diese Aufgabe wird seit Jahrzehnten von den Blindenschriftbibliotheken und Hörbüchereien wahrgenommen, da es solche Ausgaben im Handel nicht gibt. In den letzten Jahren hat sich das Lese- bzw. Hörerlebnis für blinde und sehbehinderte Nutzer durch das navigierbare DAISY-Buch positiv verändert und mit 200.000 DAISY-Abspielgeräten weltweit ist es das am meisten verbreitete Hilfsmittel. Produziert werden DAISY-Bücher in den Hörbüchereien und neue Bücher gibt es nur noch im DAISY-Format.
Darüber hinaus werden alte Titel von analogen Tonbändern und Kassetten in das DAISY-Format konvertiert. Die Mitglieder von Medibus haben in ihrer Jahresversammlung beschlossen, bis Ende 2009 ein Titelangebot von 30.000 DAISY-Hörbüchern anzustreben. Eine große Herausforderung, die viel Arbeitszeit und Geld kosten wird. Aber durch gemeinsame Anstrengungen wird es gelingen, den Hörbuchnutzern ein reizvolles Hörbuchangebot machen zu können. Ende 2009 wird dann der Verleih von Hörbüchern auf Kassette in allen Hörbüchereien gleichzeitig beendet. Dies mag für viele Nutzer ein Schock sein, aber die Kassettentechnik ist definitiv überholt. Es gibt keine Ersatzteile für Kassettenkopiergeräte, kaum noch Abspielgeräte und Leerkassetten werden fast unbezahlbar. Daher möchten die Mitglieder von Medibus alle Nutzer herzlich bitten, mitzuhelfen, dass der Übergang zum DAISY-Buch rasch vollzogen wird. Bereits für einen geringen monatlichen Mietpreis kann ein DAISY-Abspielgerät bezogen werden. Die überzeugende Klangqualität und die Möglichkeit, sich im Hörbuch gezielt bewegen zu können, hat schon viele Hörbuchnutzer, auch viele Seniorinnen und Senioren, überzeugt. Informieren Sie sich bei Ihrer Hörbücherei über DAISY und machen Sie mit! www.medibus.info
Elke Dittmer
Heiko Kunert (31, blind) fuhr die 1. Tour der 16. Tandem-Tour des DBSV mit, die vom 1. bis 9. September in Hamburg stattfand, und schildert seine Eindrücke als Copilot auf dem Rücksitz:
Mit meinem Stock taste ich mich, noch etwas müde – es ist Sonntag, 9.30 Uhr – über den Bahnsteig in Pinneberg. Ich höre andere Blindenstöcke klappern. "Möchtest Du auch zur 'Weißen Speiche'?", fragt mich ein Mann mit klarer Stimme. Ich schätze ihn auf 45. "Ich bin Rainer." Nach einer kurzen Fahrt mit dem Kleinbus führt mich dann Anke auf den Vereinsplatz der "Weißen Speiche". Ich höre viele Stimmen, Lachen und ein lautes Zischen. Ah, denke ich, ein Kompressor, also werden die Reifen schon aufgepumpt.
Eine laute Stimme erhebt sich: "Herzlich willkommen. Ich les schon mal die Tandem-Verteilung vor!", ruft Ernst Ullrich Staniullo. "Ist Heiko Kunert hier?", fragt der selbst blinde Tourenwart des Tandemclubs. "Ja, hier", rufe ich. "Du fährst mit Thomas Westphalen", sagt Staniullo, bevor er weitere Namenspärchen verliest.
Ein Mann kommt zügig auf mich zu. "Ich bin Thomas", sagt er mit einer ruhigen und trotzdem kräftigen Stimme. "Komm, wir gehen schon mal zu unserem Tandem", sagt er bestimmt. "Ich hatte bisher keinen Unfall", berichtet er. "Ich kann Dir aber keine absolute Sicherheit versprechen. Es kann immer mal was passieren." Gerade seine Ehrlichkeit macht ihn vertrauenswürdig. Ich bin der Copilot und sitze hinten. Thomas stellt meinen Sattel ein, und wir drehen eine Proberunde. Es klappt auf Anhieb. Thomas fährt seit zehn Jahren für den Tandemclub, das beseitigt meine letzte Nervosität. Jetzt freue ich mich auf die Tour, auf die Bewegung, auf die frische Luft und gut 50 Kilometer radeln durch Hamburg und das Umland.
Zunächst geht es durch Pinneberg, am Bahnhof vorbei, in ein Parkgelände. Ich spüre, wie der Untergrund weicher wird. Wir radeln Richtung Halstenbek. Thomas fragt, ob er mir die Umgebung beschreiben soll. Mir reicht es, gelegentlich einige Stichworte zu bekommen.
Ich genieße es, die Umwelt mit meinen Sinnen wahrzunehmen: Ich rieche die Frische des Krupunder Sees, ich höre, wie sich Eidelstedts Häuser neben mir erheben, Ich spüre die kühlen Schatten der Bäume im Niendorfer Gehege und höre das Rauschen in den Baumkronen. Ich spüre wie die Räder in den durchnässten Waldboden einsinken.
Thomas sagt mir hin und wieder, wo wir uns gerade befinden. Ansonsten plaudern wir über Gott und die Welt, wie es halt ist, wenn sich Menschen kennen lernen, die das gleiche Hobby haben. Dass er sehen kann und ich blind bin, scheint schnell keine Rolle mehr zu spielen.
Mal ruft Thomas seinen Freunden von der "Weißen Speiche" einen Witz zu, mal sprechen uns bayerische Mitfahrer an und haben eine Frage zu Hamburg, mal rauschen wir einfach so wortlos durch die Feldmark und genießen die frische Luft, die Sonne auf unserer Haut, die Bewegung.
Ich vergesse, dass wir durch eine Millionenstadt radeln, so grün und ruhig ist die Strecke, die Hartmut Bergmann ausgewählt hat. Erst als die Flugzeugturbinen aus Fuhlsbüttel hörbar werden, bin ich zurück in der Stadt. Ich freue mich, in Hamburg zu leben. Die Starts und Landungen werden immer lauter. Wir fahren an einer Startbahn vorbei. Plötzlich ruft Bergmann: "Halbe Stunde Pause. Um 13.00 Uhr geht es weiter!"
Zwei Stunden sind wir jetzt schon geradelt. Kaum zu glauben. Die Zeit verging wie im Flug. Während neben uns Geschäftsleute nach Frankfurt und Touristen nach Mallorca abheben, genießen wir unseren Kaffee, unser Brot, unseren Schokoriegel in der Sonne. Morgens hatte der Wetterbericht noch etwas von Starkregen erzählt. Die Regenjacke kann aber bis zum Schluss der Tour im Rucksack bleiben.
Die Pause zieht sich. Einen Reifen hat es erwischt. "Wir müssen auf Ludwig warten", verkündet Staniullo den über 50 Mitfahrern. Ludwig ist heut der sog. "Trekki". Er begleitet die Fahrer mit dem Shuttle-Bus und dem Tandem-Anhänger. Weitere Schäden gibt es aber nicht mehr. Und auch die Fahrer scheinen alle genügend Kondition mitgebracht zu haben: bis auf einen kleinen Wadenkrampf, geschieht nichts.
Ich fühl mich von Kilometer zu Kilometer frischer. Von Müdigkeit keine Spur. Ohemoor, Bönningstedt, Wulfsmühle, Hohenraden. Die Namen rauschen nur so an mir vorbei.
Am Ende bin ich stolz darauf, dass alles so gut geklappt hat, und ich freu mich über den abwechslungsreichen und gesunden Tag. Und das Chili Con Carne, das schon bereit steht, hab ich mir wirklich verdient.
Weitere fünf Tagestouren brachten den 14 auswärtigen Tandem-Teams Hamburg rundum näher, wobei die Streckenführung meist durch die Nachbarländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein verlief. Schön, dass immer etliche Hamburger Teams mitfuhren, so lernte man sich kennen und erfuhr eine Menge über die radlerfreundliche Gegend und über den Tandem-Club "Weiße Speiche", der als Organisator alles gut im Griff hatte.
Und dass die Tagestouren jeweils an einem anderen Ort starteten, zu dem man mit der S-Bahn fahren musste, war eine Bereicherung, denn so konnte einerseits der "Tandem-Radius" erweitert und andererseits das Verkehrsnetz der Hansestadt kennen gelernt werden.
Wichtige Stationen auf den insgesamt rund 400 Radkilometern waren die KZ-Gedenkstätte in Neuengamme, die Schiffsbegrüßungsanlage in Wedel, das Feuerwehrmuseum in Marxen und nicht zu vergessen Party-Timm, wo leckeres Grillgut auf die ausgehungerten Radler wartete, die kurz vor dem Ziel die einzige, aber kräftige, mit Hagelkörnern durchsetzte Volldusche während der ganzen Woche erhielten. Und weil man auf der Reeperbahn ja auch nicht gern allein ist, ging es bei der Stadtbesichtigung per Tandem Pärchenweise über die Meile und dann durch das riesige Hafengebiet. Bereits am tandemfreien Tag war der Hafen bei einer Barkassenrundfahrt besichtigt, erlauscht und errochen worden.
Den BSV Hamburg lernten die Teilnehmer beim Besuch im Louis-Braille-Center und beim Abschlussabend im Kulturhaus Lurup als freundlichen Gastgeber kennen.
Zu den kulturellen Angeboten gehörten neben den hervorragend vorbereiteten Touren das Musical "Stärker als die Dunkelheit", der "Dialog im Dunkeln" und spontan organisierte gesellige Runden mit hellem Gesang.
Den Organisatoren der 16. Tour ein herzliches Dankeschön.
Es soll auch im nächsten Jahr eine bundesweite Tandem-Tour geben, doch die "Goldene Klingel" konnte noch nicht an den nächsten Organisator weitergegeben werden, weil sich noch kein Verein bereit fand. Die Teilnehmer wünschen sich vom DBSV, dass er die Tradition der Tandem-Treffen fortführt und sich aktiv dafür einsetzt, dass rechtzeitig Ausrichter gefunden werden.
Heiko Kunert und Thomas Nicolai
Über eine Wanderwoche in der AURA-Pension Haus "Grünes Herz" in Georgenthal
Immer wieder hörte ich, dass der 168 Kilometer lange Rennsteig ein schöner Wanderweg, überwiegend im Wald gelegen, ist. Aufgrund dieser Information hatte ich den Wunsch, einmal einen Teil des Rennsteiges entlang zu wandern. So kam mir ein Angebot der AURA-Pension Haus "Grünes Herz" gerade recht.
In fünf Tagen wollten wir den Teil des Rennsteiges entlang wandern, der sich von Neustadt bis Hörschel erstreckte. Wir – das waren fünf blinde und sehbehinderte Menschen, drei Begleitpersonen und meine Führhündin Leena, die meist am Ende der zwischen 15 und 24 km langen Strecken noch die Fitteste von uns war.
Morgens wurden wir mit einem Kleinbus an unseren jeweiligen Start gebracht und am Ende unserer Wanderung wieder abgeholt. Wir bezwangen z.B. den großen Inselsberg. Hierfür mussten wir 200 Höhenmeter innerhalb 1,6 km hinter uns bringen.
Damit wir erst gar nicht müde wurden, verpflegten wir uns aus dem Rucksack, statt in die reichlich vorhandenen Gaststätten einzukehren.
Natürlich gibt es auf dem Rennsteig auch einige Gedenksteine mit Inschriften. So war es für uns Kultur- und Wanderinteressierte selbstverständlich, dass wir die Tafeln an den Gedenksteinen immer auch für eine kleine Lesepause nutzten.
Abends las uns Frau Pihan – Leiterin der Pension Haus "Grünes Herz" und unsere Wanderführerin – aus einem Buch über den Rennsteig noch weitere Angaben zu unserer jeweils zurückgelegten Wanderstrecke vor.
Leider durchkreuzte Dauerregen unseren Plan, sodass wir die Wanderung am 4. Tag abbrechen mussten.
Für diejenigen von Ihnen, die die Pension Haus "Grünes Herz" noch nicht kennen, noch ein paar Worte zum Haus.
Die Pension Haus "Grünes Herz" ist klein und dadurch sehr übersichtlich. Die Zimmer haben Telefon, Fernseher und Radiorekorder. Es gibt einen Club-Raum mit Bar, in dem auch eine Kassetten- und Braille-Bibliothek ist. Ein Auslaufplatz für Führhunde befindet sich in fünfminütiger Entfernung. Der Eingang vom Haus kann nicht verfehlt werden, zumindest nicht an Tagen, an denen es etwas windig ist, denn im Eingang hängt – zur Orientierung – ein Windspiel.
Der Ort ist ca. zehn Minuten Fußweg entfernt.
Da Frau Pihan – die ich übrigens in den fünf Tagen immer freundlich und als sehr engagiert erlebt habe – das Haus alleine betreibt, kann sie – abgesehen von den ausgeschriebenen Angeboten wie z.B. die zweimal jährlich stattfindenden Wanderwochen oder die angebotenen Ausflüge mit den hauseigenen Kleinbus – keine ehrenamtlichen Begleitdienste zur Verfügung stellen, so erfuhr ich auf Nachfrage.
Gegen eine Gebühr kann jedoch eine Begleitperson – z.B. für individuelle Ausflüge – gebucht werden. Blinden und sehbehinderten Menschen, die z.B. Sorge haben, sich im Haus nicht gut orientieren zu können, oder Menschen, die sich in einer kleinen, gemütlichen und freundlichen Pension erholen möchten, kann ich gut empfehlen, an einem Angebot in Georgenthal teilzunehmen, auch wenn sie keine Begleitperson haben.
Natürlich informiert Frau Pihan auch gerne telefonisch unter (03 62 53) 3 05-0 über Ihre Angebote und Urlaubsmöglichkeiten.
Rita Schroll