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Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. |
Editorial:
Glückwunsch zum Silbernen
Lorbeerblatt
Von Dr. Thomas Nicolai
DBSV-Nachrichten:
Rechtsauskunft:
Behindertengleichstellungsgesetz
(BGG) in Kraft
Von Karl Thomas Drerup
Einrichtungen:
Aura mit
Brockenblick
Wiedereröffnung in Wernigerode
Rezension:
Jana Frey: Der verlorene
Blick
Vorgestellt von Susanne Siems
Der duftende Garten:
Madonnenlilie (lilium
candidum)
Von Ruth Zacharias
Beilagen:
Zu unserem Titelbild: "Klare Formulare" - lautet das Thema des diesjährigen Sehbehindertentages. Drei Plakate und eine Broschüre machen darauf aufmerksam.
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ist das kein schöner Zufall, dass ich gerade an dem Tag, da die
"Gegenwart" mit der Vorstellung des Schlosses Bellevue frisch
gedruckt auf meinem Schreibtisch lag, zum ersten Mal die "heiligen
Hallen" betrat. Und der Anlass war ein überaus erfreulicher: Die
Medaillen-Gewinner der Olympischen Winterspiele und der Paralympics
in Salt Lake City sowie der Deaflympics 2001 in Rom erhielten aus der
Hand des Herrn Bundespräsidenten Johannes Rau die höchste
deutsche Auszeichnung für sportliche Leistungen - das Silberne
Lorbeerblatt. Unter den Geehrten waren auch die überaus
erfolgreichen blinden bzw. sehbehinderten Teilnehmer an den
Paralympics Verena Bentele, Wilhelm Brem, Frank Höfle und
Alexander Schwarz.
Dass beim Defilee, bei dem auch Bundeskanzler Gerhard Schröder
und Bundesminister des Innern Otto Schily anwesend waren, behinderte
und nichtbehinderte Athleten geehrt wurden, schien in diesem
würdigen Rahmen schon fast selbstverständlich zu sein. Wie
sich die Zeiten doch geändert haben. Herzlichen
Glückwunsch!
Ihr Dr. Thomas Nicolai
DBSV-Nachrichten:
DeBliS war es noch
nicht
Von Dr. Thomas Nicolai
Der DBSV-Verwaltungsrat tagte am 26. und 27.04. in Schwerin. Tätigkeitsbericht und Finanzabschluss 2001 wurden bestätigt, der Vorstand entlastet, ein Grundsatzprogramm sowie ein Leitbild des DBSV verabschiedet, aber der Reihe nach:
Zwei Fakten gaben der Sitzung ein besonderes Gesicht: es war die
letzte vor dem DBSV-Verbandstag. Und ein neues Erscheinungsbild des
Verbandes stand zur Debatte. In den vier Jahren seit dem letzten
Verbandstag gab es nur wenige "Gegenwart"-Ausgaben, in denen nicht
die Stichworte Familiensinn und Projekt DBSV-Zukunft vorkamen. Der
Verbandstag wird Bilanz ziehen; der Verwaltungsrat war vielleicht
auch so etwas wie ein Stimmungsbarometer.
Während "Grundsatzprogramm" und "Leitbild" als Dokumente des
Zukunftsprojektes ohne Diskussion einstimmig angenommen wurden, gab
es zum künftigen Corporate Design, also zu einem neuen
Erscheinungsbild des DBSV, das sich auch in den Landesvereinen und
deren Untergliederungen wiederfinden soll, erwartungsgemäß
heftige Diskussion; und am Ende blieb erst einmal alles beim
Alten.
Im Herbst 2001 hatte sich der Verwaltungsrat dafür
ausgesprochen, ein einheitliches Erscheinungsbild von DBSV und
Landesvereinen anzustreben, um auch nach außen die
Zusammengehörigkeit deutlich zu machen. Damals bereits
kontrovers diskutiert, ob das internationale Symbol für
Blindheit (weißer Stockläufer auf blauem Grund)
unverändert als Logo beibehalten, modifiziert oder abgeschafft
werden sollte. Fachleute sollten Entwürfe erarbeiten und dabei
ggf. auch einen griffigeren Namen als gut wiedererkennbare Wortmarke
finden, mit dem sowohl der DBSV, die Landesvereine und auch die
Untergliederungen leben könnten.
Eine Arbeitsgruppe, zwei Werbeagenturen und externe Berater hatten
dem DBSV-Vorstand im März ihre Entwürfe vorgelegt, von
denen der Favorit jetzt dem Verwaltungsrat präsentiert
wurde:
DeBliS als Wortmarke (Kurzform für Deutscher Blinden- und
Sehbehindertenverband) mit einem neu gestalteten, überaus
dynamischen Stockläufer in der Farbe Orange - das war der
Vorschlag, mit dem sich der DBSV-Vorstand angefreundet hatte. Nach 1
1/2-stündiger Diskussion wurde nicht darüber abgestimmt,
weil sich abzeichnete, dass kein Konsens zu erreichen war. Kein
Vertreter eines Landesvereins sprach sich dafür aus, das
Erscheinungsbild in diesem Sinne zu verändern. Hauptargumente
dagegen waren:
DeBliS ist also noch nicht der große Wurf gewesen, auch wenn die werbetechnischen Argumente, vorgetragen vom Leiter der DBSV-Abteilung Verbandskommunikation, Thomas Krieger, nicht von der Hand zu weisen waren. Die Diskussion wird nach dem Verbandstag sicher weiter gehen.
Über einige Aspekte dazu sowie über weitere Schwerpunkte der Sitzung sprach ich mit Hans-Joachim Krahl und Wolfgang Bahn (Vorsitzender bzw. Geschäftsführer des BSV Sachsen-Anhalt) sowie mit Dr. Manfred Schmidt (Vors. des ABSV Berlin):
Zum Projekt Zukunft...
Hans-Joachim Krahl: Wir waren als Landesverband derjenige, der vor
langer, langer Zeit die ganze Diskussion mit angestoßen hat.
Damals haben wir nicht nur Freude, sondern auch Kritik geerntet. Mit
der Strategiekommission und der Erarbeitung der Zukunftspapiere sind
wir sehr viel weiter gekommen. Wir werden unsere eigenen Dokumente am
DBSV-Grundsatzprogramm sowie am Leitbild messen, sie entsprechend
aktualisieren.
Wolfgang Bahn: Das Thema Familie versuchen wir im Landesverband an die Basis zu tragen, damit die Familie auch in den Untergliederungen erlebbar wird. Der Name und das Stockmännchen waren dort noch kein Thema, da hat sich niemand am Namen gestört.
Dr. Manfred Schmidt: Wir haben kürzlich von unserem Mitarbeiter für die Öffentlichkeitsarbeit eine interessante Analyse gehört, die besagt: "Ich sehe beim ABSV keine Zukunftsvision." Wir müssen uns also mit der Zukunft befassen und werden die beiden DBSV-Papiere nutzen, um sie auf die Berliner Bedingungen herunterzubrechen.
Zu DeBliS
Dr. Manfred Schmidt: Der DBSV-Vorstand hat sich Gedanken gemacht und hat entsprechende Vorschläge eingeholt, das ist ja o.k., aber es ist noch nicht das, was wir brauchen.
Es wurde auch das Bauvorhaben Hirschgarten angesprochen. Wie seht
Ihr die Perspektive?
Hans-Joachim Krahl: Das Konzept ist aus unserer Sicht sehr gut und
könnte von allen getragen werden. Wir können nur hoffen,
dass dieses Vorhaben von der Politik in und um Berlin befördert
und getragen wird.
Wolfgang Bahn (Mitglied im Bauausschuss): Man glaubt gar nicht, welche bürokratischen Hürden es geben kann. Die Rahmenbedingungen sind jetzt sehr gut. Es gibt sicherlich auch Risiken, aber wir waren uns im Bauausschuss einig, dass diese zu meistern sind; einmal dadurch, dass die Zahl der Gesellschafter erweitert werden soll, zum anderen durch die Einbeziehung eines Investors.
Dr. Manfred Schmidt: Wir sehen das gelassen. Der ABSV würde das Projekt mit tragen, allerdings unter der Bedingung, dass die anderen das auch mit tragen.
Es kam zur Sprache, dass schon in diesem Jahr bei der
Bundestagswahl Wahlschablonen eingesetzt werden sollen. Wie stellt
sich das für Euch in Sachsen-Anhalt dar?
Hans-Joachim Krahl: Ich konnte mir das nie so recht vorstellen, zumal
wir schon Wahlzettel hatten, die so groß waren wie
Badetücher, sodass mir nicht klar ist, wie Zettel und Schablone
richtig übereinstimmen. Ich habe mich jetzt eines Besseren
belehren lassen und denke, dass viele, die selbständig zur Wahl
gehen wollen, ohne ihr Vertrauen einer Hilfsperson zu schenken, damit
umgehen können.
Jeder Einzelne muss seine Schablone zur Wahl mitbringen und wieder
mitnehmen, sodass die Anonymität gewahrt ist.
Man wird die Schablonen in der Geschäftsstelle bekommen
können, oder?
Wolfgang Bahn: Wir werden einen Teil hier haben und einen Teil in
unsere Untergliederungen geben, das entsprechend publizieren und auch
Kontakt mit unserem Landeswahlleiter haben, sodass alles organisiert
werden kann.
Bei der Anwendung des SGB IX gibt es allerorten Unsicherheiten.
Gibt es Erfahrungen bei der Finanzierung von
Rehabilitationsmaßnahmen zur Bewältigung des Alltags?
Wolfgang Bahn: Keine positiven. Die Kostenträger streiten sich
um die Zuständigkeiten.
Dr. Manfred Schmidt: Da gibt es überhaupt noch keine Klarheit. Das SGB IX schafft bestimmte Voraussetzungen, aber der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung hat uns gleich gesagt, ihr müsst das durchsetzen. Was das heißt ist ziemlich klar; das wird ein langer Prozess über Gerichtsverfahren und und und. Exakte Aussagen über die Finanzierung der Rehabilitation zur Bewältigung des Alltags kann man heute noch nicht sagen.
Wie sieht es in Berlin mit den Servicestellen aus?
Dr. Manfred Schmidt: Wir haben erste Erfahrungen mit den
Servicestellen, die nach SGB IX als gemeinsame Einrichtungen der
Reha-Träger gebildet werden sollen, an denen auch die
Behindertenorganisationen zu beteiligen sind. Die
Landesversicherungsanstalt wurde beauftragt, die Servicestellen zu
koordinieren, und wir hatten die LVA sehr früh in den
Landesbeirat für Behinderte eingeladen. Wir werden unsere
Vorstellungen einbringen. In der Praxis wird wohl eine
Beratungsstelle irgend einer Krankenkasse die Aufgaben der
Servicestelle übernehmen.
Was bedeutet dies für den Blinden bzw. Sehbehinderten? Die
Servicestelle ist ja sein Anlaufpunkt...
Dr. Manfred Schmidt: Ja, aber wer genau weiß, welcher
Reha-Träger zuständig ist, sollte gleich den direkten Weg
wählen. Wer nicht weiß, wer in einer bestimmten
Angelegenheit zuständig ist, geht zur Servicestelle, die die
Zuständigkeiten feststellt und uns dann mit einbeziehen soll.
Die Servicestellen in Berlin sollen Blinde und Sehbehinderte auf den
ABSV hinweisen.
Hoffen wir, dass sie das dann auch tun.
Weitere Informationen in Kürze:
DAISY. Der Direktor der DZB, Dr. Thomas Kahlisch, demonstrierte auf sehr anschauliche und unterhaltsame Weise das Prinzip der künftigen Generation digitaler Hörbücher. Im Herbst soll die probeweise Ausleihe von DAISY-Büchern beginnen.
DBSV-direkt. Regelmäßig wird der DBSV den Landesvereinen wichtige Kurzinformationen auf Tonträger zur Veröffentlichung in den Vereinsnachrichten zur Verfügung stellen.
BIK. Berrierefrei informieren und kommunizieren - so heißt ein Projekt, das helfen soll, Web-Seiten, CD-ROM und grafische Programmoberflächen auch für blinde und sehbehinderte Menschen zugänglich zu machen. Projektkoordinator ist Karsten Warnke (die "Gegenwart" wird noch ausführlich berichten).
Jugend. Das diesjährige DBSV-Jugendseminar findet vom 08. bis 10.11. in München statt. Aus Bayern war zu hören, dass sich dort aktive Jugendliche bereit erklären, für die Bundesjugendvertretung zu kandidieren.
Tag des weißen Stockes. Der diesjährige Tag des weißen Stockes wird in eine gemeinsame Aktionswoche von zehn im Bereich Blindheit/Sehbehinderung und entsprechender Prävention tätigen Organisationen eingebunden werden, die vom 10.10. (World Sight Day) bis zum 15.10. dauern wird. Unter dem Motto "Woche des Sehens - Blindheit vermeiden, Blindheit verstehen" wird eine Auftakt-Veranstaltung unter Federführung der Christoffel Blindenmission (CBM) und eine Abschluss-Veranstaltung unter Federführung des DBSV stattfinden. Der DBSV, die CBM, der Berufsverband der Augenärzte (BVA) und der Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) sind auch im Koordinierungsausschuss vertreten, der sämtliche Aktionsmittel federführend gestaltet.
Formulare im Fokus des diesjährigen Sehbehindertentages
Am 6. Juni wird das Thema "Zu klein Geschriebenes" im Mittelpunkt
des diesjährigen Sehbehindertentages stehen. Beispielhaft
für alle Drucksachen wird der DBSV dabei den Fokus auf die
sehbehindertengerechte Gestaltung von Formularen legen. Damit setzt
der Verband gleichzeitig einen ersten Prüfstein für die
Umsetzung des Anfang Mai in Kraft getretenen
Behindertengleichstellungsgesetzes, in dem die barrierefreie
Zugänglichkeit sämtlicher Verwaltungsdrucksachen
festgeschrieben ist. Ziel ist es, an diesem Tag
öffentlichkeitswirksam sämtliche behördlichen
Schriftstücke wie An- und Abmeldebescheinigungen, Anträge
auf den Schwerbehindertenausweis und Wohngeld, aber auch Formulare
der Arbeitsämter sowie wichtige Formulare der Wirtschaft wie
Bankbürgschaften und Versicherungsformulare unter die Lupe zu
nehmen.
Die zentrale Aktion des diesjährigen Sehbehindertentages wird am
6. Juni das Ausfüllen eines Formulars durch einen prominenten
Bundespolitiker mit aufgesetzter Simulationsbrille sein, zu der wir
die Presse eingeladen haben. An Aktionsmitteln hat der DBSV eine
Plakatserie mit drei Motiven entwickelt, die die Botschaft "Formulare
sehbehindertengerecht gestalten" grafisch interessant vermitteln.
Begleitend zu den Plakaten liegt eine Informationsbroschüre
bereit, in der die wichtigsten Grundsätze für eine
sehbehindertengerechte Gestaltung von Formularen, aber auch allen
Drucksachen generell, festgehalten werden. In vielen Zeitungen wird
der DBSV über Anzeigen auf den Sehbehindertentag und das Thema
hinweisen. Die Landesvereine, die Bezirksgruppen und die Ortsvereine
wurden aufgerufen, an diesem Tag die Verantwortlichen in den
Landesregierungen und den Rathäusern auf die
sehbehindertengerechte Gestaltung der behördlichen Drucksachen
öffentlichkeitswirksam anzusprechen.
Sämtliche Aktionsmittel können über die Landesvereine
bezogen werden. Die "Gegenwart" wird in ihrer nächsten Ausgabe
ausführlich über die Resonanz auf die Aktionen
berichten.
Thomas Krieger
Aus dem Reisetagebuch des Koordinators der Fachausschüsse im DBSV:
Jetzt bin ich fünf Monate im Amt und habe schon einiges von Deutschland gesehen und erlebt. In meinen Zuständigkeitsbereich fallen unterschiedliche Arbeitskreise, Koordinationsstellen und gemeinsame Fachausschüsse. Ich möchte Ihnen einen Einblick in die geleistete Arbeit geben, und des Weiteren auch vom Drumherum berichten. Über jede Sitzung wird ein Protokoll geführt, das den Landesvereinen zugesandt wird und wo ausführliche Informationen zu finden sind. Die Ausschussmitglieder sind für die Dauer von vier Jahren gewählt. In diesem Jahr endet mit dem DBSV-Verbandstag wieder ein Turnus und die Ausschüsse können sich neu zusammensetzen. Die Landesvereine im DBSV schlagen Delegierte aus ihren Reihen für diese ehrenamtliche Arbeit vor.
13.-17. Januar, Tagung der
Bürofachgruppenleiter im Aura-Hotel in Osterode
Ich war gerade fünf Tage im Amt und jetzt ging´s in den
verschneiten Harz. Satte 40 cm Schnee überdeckten alles und es
gefiel mir, den Winter noch einmal richtig mit zu kriegen (Das
Rheinland eignet sich nicht wirklich gut zum Erleben von
Winterfreuden). Das Aura-Hotel bietet eine hervorragende Verpflegung
und man merkt, dass Blinde und Sehbehinderte willkommene Gäste
sind. Auf der Tagung herrschte eine gute Stimmung, wobei der Umstand,
dass nur 8 von 20 Landesvereinen Delegierte entsandten, zum
Nachdenken anregte und einige darüber sehr enttäuscht
waren. Im Programm stellten sich die drei Berufsförderungswerke
Halle, Würzburg und Düren vor. Des Weiteren gab es einen
sehr lebendigen Vortrag über Pressearbeit, und ein wichtiger
Punkt war auch der Austausch der Delegierten über ihre Arbeit in
den Landesvereinen und auch an ihren Arbeitsstellen. Abends wurde
sich noch in geselliger Runde unterhalten und einige nutzten das
Saunaangebot des Hauses.
26. Januar,
Fachausschuss für die Belange Sehbehinderter (FBS),
Kassel
Meine zweite Dienstreise führte mich in meine alte Heimat
Kassel. Die Tagung fand in einem Gruppenraum des blauen Kreuzes statt
und der Charme dieses Ortes ist nicht die Mühe vieler Zeilen
wert. Der FBS ist ein gemeinsamer Fachausschuss unter der Regie des
DVBS. Der FBS versteht sich als Interessenvertretung sehbehinderter
Menschen und ist mit Delegierten aus den Bundesverbänden DVBS,
VBS, BFS, PRDV und dem DBSV bestückt. Beeindruckt hat mich das
Fachwissen der Delegierten, und ich finde es als äußerst
sinnvoll mit anderen Bundesverbänden zusammenzuarbeiten, um sich
auf breiter Front für eine Verbesserung der Lebensqualität
Blinder und in diesem Fall speziell der Sehbehinderten einzusetzen.
Der Tag der Sehbehinderten am 6. Juni ist auf Anregung des FBS
entstanden.
08.-09. Februar:
Gemeinsamer Fachausschuss für allgemeine Hilfsmittel (GFaH),
Hannover
Auch der GFaH ist ein gemeinsamer Fachausschuss, der von Vertretern
des DVBS, des BKD des VBS und des DBSV getragen wird. Regie
führt der DBSV. Die Hilfsmittelexperten im GFaH tagten im Herzen
von Hannover und diejenigen konnten sich glücklich
schätzen, die ihr Zimmer nicht zur Straße hin hatten.
Einige Firmen stellten Hilfsmittel vor. Auch die Teilnehmer stellten
sich gegenseitig neue Produkte des Hilfsmittelmarktes vor. Das geht
über Handys, Euro-Geldbörsen, sprechende
Programmzeitschriften bis hin zu der guten alten Punktschriftmaschine
im neuen Design.
15.-16. Februar:
Fachausschuss für Informations- und
Telekommunikationssysteme (FIT), Bielefeld
In schwindelerregender Höhe, über den Dächern von
Bielefeld haben wir getagt. Auch der FIT ist ein gemeinsamer
Fachausschuss, besetzt mit Computerexperten des DVBS, der PRDV, des
VBS, BKD und des ISCB. Nach der ersten Stunde Diskussion habe ich
mich gefragt ob hier eine andere Sprache gelernt wird. Unzählige
Englismen besetzten die Konversation und ich war sehr beeindruckt,
was für ein spezifisches Computerwissen hier aufgeboten wurde.
Der FIT hat auch schon einige Informationsbroschüren entwickelt
und demnächst werden zwei neue dazu kommen. Ich werde bestimmt
einige Zeit benötigen um mich an inhaltlichen Diskussionen
beteiligen zu können.
27. Februar - 03.
März, Arbeitskreis der Blindenführhundhalter,
Timmendorfer Strand
Im wunderschönen Aura-Hotel in Timmendorfer Strand erlebte ich
meine mittlerweile fünfte Tagung. In unmittelbarer
Strandnähe zeigte sich glücklicherweise auch der Himmel von
seiner sonnigen Seite. Mann, Frau und Hund hatten ihre Freude beim
Strandspaziergang. Die Tagung war gut besucht und inhaltlich ging es
unter anderem um die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und um
rechtliche Aspekte der Führhundeversorgung. Fast alle 20
Landesvereine des DBSV hatten Delegierte nach Timmendorfer Strand
entsandt und der jährliche Austausch fördert den
Zusammenhalt und auch die Handlungskompetenz. Jeder fungiert als
Multiplikator, da er die Informationen weiter in den
Landesarbeitskreis tragen wird.
01.-03. März: Gemeinsamer Fachausschuss Umwelt und Verkehr (GFUV) und Fachausschuss für die Belange Sehbehinderter, Bonn
An dieser Tagung konnte ich wegen Terminüberschneidungen
nicht persönlich teilnehmen. Einige Fragen ergaben sich auf
dieser Tagung. Per Rundschreiben fragte ich ab, wie viele Blinde und
Sehbehinderte die Beförderung ihres Tandems mit der Deutschen
Bahn nutzen / nutzen möchten. Fast täglich treffen
Schreiben ein.
Das Projekt "Barrierefrei Informieren und Kommunizieren" (BIK) wird
die Überprüfung der DB Internetseite in Bezug auf ihre
Blinden- und Sehbehindertenfreundlichkeit übernehmen. Eine
Anfrage bzgl. des Bahnhofs in Lüneburg konnte schnell
geklärt werden. Hier wurde nach eventuellen Störungen
unserer Personengruppe durch Piktogramme von und für
Geistigbehinderte gefragt. Hier handelt es sich um ein Projekt, in
das die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe involviert ist und man
keinesfalls von Störungen reden kann. Hier zeigt sich, dass es
sinnvoll ist, die Informationen fließen zu lassen, um ein
Festsetzen von Falschinformationen zu verhindern.
15.-17. März: Fachgruppenleitertagung der physiotherapeutischen Berufe, Bad Meinberg
Die Jahrestagung der Physiotherapeuten fand in Bad Meinberg statt.
Auch hier waren fast alle Landesverbände des DBSV vertreten.
Schwerpunktthema war Arbeitsplatzassistenz mit einer lebhaften
Diskussion im
Anschluss an den Vortrag. Als Zukunftsversion zeichnete sich für
uns der Wellness-Bereich als neue Arbeitsmöglichkeit ab. Jeder
Teilnehmer profitierte von dem gegenseitigen Austausch während
der Tagung und natürlich auch während der Nachbesprechung,
abends in gemütlicher Runde in der Hausbar.
Resümee
Ich bin begeistert von dem ehrenamtlichen Engagement der
Ausschüsse
und finde es sehr spannend in so unterschiedliche Themen einblicken
zu dürfen.
Besonders die Aura-Hotels haben als Tagungsorte bei mir einen sehr
guten Eindruck hinterlassen, und es ist umso erfreulicher, wenn man
das Nützliche mit dem Schönen verbinden kann. Die
nächste Sitzungsperiode beginnt im September und ich freue mich
auf neue Themen, neue Orte und neue Leute.
Dirk Jäger
Der bundesweite Wettbewerb "startsocial 2002" wurde wie im vergangenen Jahr als Initiative der Wirtschaft zur Förderung sozialer Projekte ins Leben gerufen. In diesen Jahr können sich bei "startsocial" Bürger und Bürgerinnen mit sozialen Projekten um eines von insgesamt 100 Beratungsstipendien bewerben. Nähere Informationen sowie die Bewerbungsunterlagen sind unter www.startsocial.de oder Tel.: (0 18 05) 77 78 77 zu erhalten.
"Sehen oder nicht Sehen", so heißt ein langer Abend zum
Sehbehindertentag in Kooperation des Freien Werkstatt Theaters in
Köln mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Nordrhein und
Pro Retina. Das Theaterstück "Molly Sweeney", das in der
"Gegenwart" bereits vorgestellt worden ist, wird aufgeführt,
eine Ausstellung des Ateliers für begleitendes Malen sowie ein
Gespräch mit Experten und dem Publikum über das Stück
sind geplant.
Nähere Informationen unter Tel.: (02 21) 32 78 17.
Die Wanderausstellung "Siehste!?" ist vom 25.04. bis 21.07. im
Leopold-Hoesch-Museum in Düren zu sehen. Die Kunstwerke sind
begreifbar sowohl für blinde als auch für sehende
Menschen.
Nähere Informationen unter Tel.: (02 21) 8 09-77 11.
Diese Ausstellung mit Workshop der Stiftung Blindenanstalt
Frankfurt am Main ist vom 22.06. bis 07.07. im Palmengarten,
Frankfurt, zu erleben.
Eintauchen in die reiche Welt der haptischen Wahrnehmung - dazu laden
die mit Sensibilität, Formgefühl und Fantasie gestalteten
Skulpturen blinder, sehbehinderter und sehender Mitglieder der
Werkstatt-Galerie 37 im Lesesaal des großen Palmenhauses in
Frankfurt am Main ein.
Dem Besucher, der seine Aufmerksamkeit bewusst dem Tastsinn zuwendet,
wird die Sensibilität dieses sonst durch den Sehsinn dominierten
Wahrnehmungsorgans unmittelbar deutlich. Fünf in die Ausstellung
integrierte Tastskulpturen lassen mit ihren unterschiedlichen
Bestandteilen eine Vielfalt an Materialien und Oberflächen
erfahrbar werden.
Im Workshop vor dem Palmenhaus können Besucher gemeinsam mit
Mitgliedern der Werkstatt-Galerie Kleinskulpturen selbst gestalten.
Wer möchte, kann dies auch unter der Augenbinde tun.
Zur Kommunikation zwischen Sehenden und Nichtsehenden regt auch die
Frankfurter Fotografin Ursula Hillmann mit ihrer umfangreichen Arbeit
,,Im Garten der Schwestern von Varanasi" an. Die Aufnahmen entstanden
2000 im Garten der Jeevan Jyoti School for the Blind, Aktha-Sarnath,
Indien, Schule und Internat für 129 blinde Kinder. Pflanzen,
Früchte und Blumen des Gartens werden in Farbe gezeigt. Daneben
stehen mit der Dunkelheit ihrer Lebenswelt korrespondierende
Schwarz-Weiß-Aufnahmen der sich darin bewegenden Kinder.
Die Ausstellungseröffnung, am 21.06. um 18 Uhr, wird durch
Schülerinnen der Jeevan Jyoti School for the Blind musikalisch
gestaltet.
Öffnungszeiten: Täglich von 10 bis 17 Uhr.
Nähere Informationen bei Heike-Marei Heß; Tel. :(0 69) 95
51 24-0.
Mobilitätseingeschränkte Menschen können jetzt im Internet die Angebote der DB AG direkt unter www.bahn.de/mobilitaetseingeschränkte/ ansteuern. Das Anmeldeformular für die Bestellung von Ein-, Um- und Ausstiegshilfen ist dort eingestellt. Für Senioren werden unter www.bahn.de/senioren/ einige wichtige Informationen angeboten.
Hilfsmittelausstellungen des VzFB
Mannheim, 08.06., von 10.00 bis 16.00 Uhr, beim Badischen Blinden-
und Sehbehindertenverein, Augartenstraße 55,
Dortmund, 13.06., von 09.00 bis 18.00 Uhr
VzFB-Hilfsmittelausstellung auf der "Mini-Cebit West" im
Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstr. 50 - 58, (direkt DO-Hbf).
Veranstalter ist der BSV Westfalen e. V.,
Düren, 28.06., von 12.00 bis 16.00 Uhr
anlässlich des 75-jährigen Bestehens des BSV Düren
e.V., Veranstaltungsort: Anna-Schoeller-Haus (Bastelraum, 1. Stock)
des RBV, Roonstr. 8, Düren. Ausgestellt werden Alltagshilfen und
ein Querschnitt aus dem Sortiment.
Weitere Informationen unter Tel. : (05 11) 9 54 65 - 0.
Hilfsmittelausstellung des Blindenvereins der Pfalz
Technische und lebenspraktische Hilfsmittel werden bei einer
Ausstellung des Blindenvereins der Pfalz am 08.Juni, 10.00 bis 16.00
Uhr, Gaststätte "Neue Eintracht", Kolpingplatz 11,
Kaiserslautern vorgestellt.
Nähere Informationen unter Tel.: (06 31) 9 22 94.
Unter diesem Motto findet am 06.07. (Beginn 15.00 Uhr) ein Vortragsnachmittag beim ABSV Berlin, Auerbacher Straße 7, statt (Eintritt: 3 Euro). Renate und Volker Burke berichten über ihre Weltumsegelung. Einige besondere Reisemitbringsel können mit den Händen erforscht werden. Um Anmeldung wird gebeten; Tel.: (0 30) 8 95 88-0.
Ferienwohnungen in Boltenhagen
Im modernisierten Haus Waldfrieden, direkt am Ostseestrand in Boltenhagen, stehen komplett ausgestattete Ferienwohnungen (jeweils 2 Zimmer mit Küche, Dusche, WC, Balkon) zur Verfügung. Termine in der Hauptsaison dürften inzwischen knapp sein; eine Anfrage lohnt aber immer. Besonders reizvoll ist die Ostsee aber auch in der Nebensaison. Nähere Informationen im Aura-Hotel Boltenhagen, Haus Seeschlösschen, unter Tel.: (03 88 25) 37 00.
Die Erholungs- und Begegnungsstätte des Ev. Blinden- und
Sehbehindertendienstes in Wernigerode hält ein vielfältiges
Urlaubsangebot bereit u. a. vom 18. bis 27.06. eine Wanderwoche
für taubblinde Menschen, vom 28.06. bis 08.07. ein Garten-,
Pflanzen- und Kräuterseminar, vom 09. bis 19.09. heißt es
für Blinde und Sehbehinderte "Wandern im Harz".
Nähere Informationen erhalten Sie bei: Erholungs- und
Begegnungsstätte Wernigerode, Gisela Hönicke; Tel.: (0 39
43) 5 64-4 00.
Aktiv und verwöhnt in Thüringen
Kurzurlaub für Blinde und Sehbehinderte bietet der
Tourismusverband "Thüringer Kernland" an. In Bad Langensalza und
Umgebung erleben die Gäste geführte Stadtrundgänge und
barrierefreie Nationalparkwanderungen. Der neu geschaffene
Naturerlebnispfad "Brunstal" dürfte ein besonderer
Anziehungspunkt sein. Zum Pauschal-Reise-Paket gehört auch ein
Wellness-Programm. Nach Absprache erhalten Alleinreisende Blinde und
Sehbehinderte die erforderlichen Hilfen.
Nähere Informationen unter Tel.: (0 36 03) 89 26 58.
"Attackes04" ist die einzige Tonbandzeitung, die von einem
Bundesligaverein (FC Schalke 04) unterstützt wird. Sie
enthält Artikel aus Vereins- und regionalen Zeitungen und von
der Redaktion geführte Interviews mit Spielern und
Verantwortlichen des Vereins.
Weitere Informationen erhalten Sie von Petra und Achim Töns;
Tel.: (02 51) 6 25 02 21 oder unter |www.attackes04.
Sommerzeit- Reisezeit: Informationen über Reiseweg und
Reiseziel mit Verzeichnissen von Autobahnanschlussstellen in
Deutschland (A1-14, 24, 27-29. 31, 93), Reiseführern national
und international (Bodensee, Rügen, Harz, Griechenland, Tirol,
Südtirol, Österreich, Kanarische Inseln, Mallorca,
Türkei, Tunesien), Atlas Deutschland und
Europa-Länderkarten, Reisebeschreibungen u. v. m.
Weitere Informationen unter Tel.: (03 41) 7 11 31 19.
Die vierte Broschüre aus der Reihe "Ethik und Behinderung" der LAGH Berlin e. V. zum Thema: "Fremdnützige Forschung an einwilligungsunfähigen Menschen" ist, auf Diskette oder per E-Mail erhältlich, bei LAGH Berlin e. V., Rungestr. 3-6, 10179 Berlin, Tel.: (0 30) 27 59 25 25, Fax: 27 59 25 26; E-Mail: lagh.berlin@t-online.de
Aus der Reihe "Knowware ohne Maus" ist jetzt das zweite Buch "Start ins Internet ohne Maus" erschienen. Die Funktionen werden in Schritt-für-Schritt-Übungen vorgestellt. Eine Begleitdiskette mit Webseiten erlaubt das Übungssurfen ohne Online-Kosten. Es ist in Großdruck bzw. als Textdatei erhältlich. Eine Braille-Version ist in Vorbereitung. Nähere Informationen unter Tel.: (0 89) 86 48 78 71.
Der Landesblindenverband Rheinland-Pfalz ist telefonisch unter (0 27 41) 2 15 51 zu erreichen. Die Fax-Nummer lautet (0 27 41) 93 37 71.
Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) in Kraft
Von Karl Thomas Drerup
Am 01.05. trat des BGG in Kraft; der DBSV-Rechtsreferent informiert:
Über die rechtspolitischen Aktivitäten von DBSV und DVBS
zum BGG wurde an dieser Stelle schon informiert (Die Gegenwart
2/2002). Jetzt gilt es zu berichten, was das Gesetz für den
einzelnen Behinderten konkret bringt. Da sind zunächst zu nennen
das Gebot der Barrierefreiheit und das Verbot der Benachteiligung
durch eine ohne zwingenden Grund vorgenommene unterschiedliche
Behandlung von Behinderten und Nichtbehinderten. Dieses Gebot und
dieses Verbot gelten allerdings noch nicht überall. Denn da der
Bundestag nur über Bundesrecht beschließen kann, nimmt das
BGG auch nur Bundesbehörden und solche öffentlichen Stellen
in die Pflicht, die Bundesrecht anwenden. Über entsprechende
Pflichten der Landesbehörden können nur die
Landesparlamente entscheiden. Das Bundesrecht setzt
Maßstäbe, an denen die Länder kaum vorbeikommen
werden.
Dieselbe Einschränkung gilt für 3 Ansprüche, die das
BGG in den Paragrafen 9, 10 und 11 dem Grunde nach regelt. "Dem
Grunde nach" bedeutet, dass wichtige Einzelheiten noch formuliert und
durch eigene Rechtsverordnungen in Kraft gesetzt werden
müssen.
Um welche drei Ansprüche geht es?
1. Wer hör- oder sprachbehindert ist - das kann auch ein Taubblinder oder ein Hörsehbehinderter sein - und wer in einem Verwaltungsverfahren gegenüber einer Bundesbehörde eigene Rechte wahrnimmt, hat Anspruch darauf, dass ihm auf Kosten der Behörde ein Gebärdendolmetscher bereitgestellt wird. Das gilt auch für andere geeignete Kommunikationshilfen, die ein Taubblinder oder Hörsehbehinderter braucht.
2. Wer als Blinder oder Sehbehinderter in einem Verwaltungsverfahren gegenüber einer Bundesbehörde eigene Rechte wahrnimmt, hat Anspruch darauf, dass ihm Bescheide, öffentlich-rechtliche Verträge und Vordrucke in Blindenschrift oder in einer anderen wahrnehmbaren Form bereitgestellt werden. (Es bleibt aber dabei, dass für den rechtsverbindlichen Inhalt und für Rechtsfristen allein die Kommunikation in Schwarzschrift maßgeblich ist.)
3. Internetauftritte und -angebote der Behörden sind so zu gestalten, dass sie von Behinderten uneingeschränkt genutzt werden können.
Zu den Einzelheiten haben DBSV, DVBS und der Bund der Kriegsblinden gemeinsam ihre Vorstellungen bei den zuständigen Ministerien eingebracht. Auch hier werden die Regelungen auf Bundesebene wichtige Vorgaben für entsprechende Landesregelungen sein.
Wichtig sind ferner Regelungen für Bundestags- und
Europawahlen, wonach blinde und sehbehinderte Wähler ihre Stimme
mit Hilfe einer Schablone abgeben können. Es gibt dann auch
solche Regelungen wie die, dass die Hochschulen dafür Sorge
tragen müssen, dass behinderte Studierende die Angebote der
Hochschule möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen
können. Prüfungsordnungen müssen die besonderen
Belange behinderter Studierender zur Wahrung ihrer Chancengleichheit
nutzen. Aus diesen Pflichten ergeben sich allerdings keine vom
betroffenen Studenten oder von einem Behindertenverband
einzuklagenden Ansprüche.
Andererseits wurden in einer Reihe von Fällen den
Behindertenverbänden verbesserte Mitspracherechte und
schließlich auch ein Verbandsklagerecht eingeräumt. Von
großer Bedeutung ist auch die Regelung über das Verfahren,
wie die Behindertenverbände mit Unternehmen und
Unternehmensverbänden Zielvereinbarungen zur Durchsetzung der
Barrierefreiheit aushandeln können. Es ist dies die einzige
Regelung, die in den Bereich des Zivilrecht hineinragt. Das BGG, um
es noch einmal klarzustellen, gilt nur für den Verkehr mit
Behörden. Es gilt nicht für den privaten Rechtsverkehr.
Hierfür soll noch ein eigenes zivilrechtliches
Antidiskriminierungsgesetz (ZAG) geschaffen werden.
Aura mit Brockenblick
Von Dr. Thomas Nicolai
Am 29.04. wurde in Wernigerode die Aura-Pension Brockenblick eröffnet:
Vor der Feierstunde Aufregung, denn Frau Daheim vermisste ein Blatt von ihrer Rede: Die Gäste, darunter Herr Hoffmann, der Oberbürgermeister von Wernigerode, hatten aber ausreichend Geduld und angesichts des modernisierten Hauses erfreulichen Gesprächsstoff, um die Minuten der Manuskriptsuche zu überbrücken.
Aus der Geschichte
Festrednerin Frau Daheim: Das Blindenerholungsheim Wernigerode
gehört zu den ältesten derartigen Einrichtungen in
Deutschland. Bereits 1905 begann die Blindenerholung in Wernigerode.
Mitte Mai 1917 erfolgte die Übersiedlung in den Amelungsweg 6,
in das Wirtschaftsgebäude, das heute nicht mehr steht. 1925
konnte der Reichsdeutsche Blindenverband (RBV) das sogenannte
Gartenhaus am Großen Bleek 46 erwerben, in dem bis zum letzten
Jahr noch Pensionsbetrieb durchgeführt wurde. 1930 übernahm
der RBV das Nachbargrundstück Amelungsweg 8, auf dem wir uns
jetzt befinden, sodass hier bis 1932 ein Bettenhaus mit 30
Plätzen errichtet werden konnte. Im Sommerhalbjahr wurde das
Heim ausschließlich für die Erholung genutzt, der
Pensionspreis betrug damals 2,75 Reichsmark. Besonders
bedürftige Blinde hatten Kost und Logie frei. Das Heim war
zugleich Ausbildungsstätte für Späterblindete. In den
Wintermonaten konnten jeweils 20 Neuerblindete die Blindenschrift,
lebenspraktische Fertigkeiten und ein klassisches Blindenhandwerk
erlernen. 1945 wurde das Heim von der sowjetischen Besatzungsmacht
konfisziert und gelangte dadurch in staatlichen Besitz. Seit 1951
wurde es mit einer Kapazität von 65 Betten als Blindenkurheim
genutzt.
Seit Ende 1990 stand dieses Haus (das Bettenhaus) leer, und es begann
ein zähes Ringen um den Erhalt der Einrichtung. Nach
vielfältigen Bemühungen ist es dem BSV Sachsen-Anhalt
gelungen, ab 01.08.1992 die Nutzungsrechte für diese Einrichtung
zu bekommen, zunächst konnte nur das Gartenhaus auf einfachstem
Niveau den Blinden und Sehbehinderten zugänglich gemacht
werden.
Im Mai 1995 erfolgte die kostenlose Rückübertragung der
Liegenschaft, die die Grundlage für ein neues Konzept bot...
Nach damaligen Vorstellungen sollte dieses Projekt bereits vor fünf Jahren realisiert werden. Bereits 1999 wurde eine Wohnanlage errichtet, und das Bettenhaus erhielt eine Teilsanierung. Zähes Ringen um Fördermittel kostete viel Zeit. Ein Drittel der Gesamtkosten wurde durch Eigenanteil, Spenden der Bevölkerung, von Betrieben, Stiftungen, aber auch von Blinden und Sehbehinderten aufgebracht. Am Ende ihrer Rede wies Frau Daheim auf die Namensänderung in Aura-Pension Brockenblick hin. Viele Gestaltungsideen im neuen Haus resultieren aus dem Erfahrungsaustausch der Aura-Hotels und -Pensionen.
Hans-Joachim Krahl: Erheben wir das Glas darauf, dass dieses Haus
immer ein gutes und angenehmes Dach ist für die Blinden und
Sehbehinderten, die hier Erholung oder Bildung suchen und die einfach
nur Wernigerode und den schönen Harz genießen wollen.
Ich denke, dass diejenigen, die hier Erholung finden, die
großen Anstrengungen würdigen, die hier geleistet worden
sind.
Claus Brehme, 35 Jahre Heimleiter: Ich freue mich, heute bei dieser Eröffnung dabei zu sein. Nun habe ich den Wunsch, dass dieses Haus mit all seinen Vorraussetzungen auch den richtigen Inhalt für unsere blinden Menschen bietet, dass sich hier eine Mitarbeit zusammenfindet, die für die Blinden zu jeder Zeit da ist, damit sie sich stets wohlfühlen, so wie das schon immer Tradition in diesem Haus seit 1916 gewesen ist.
Oberbürgermeister Hoffmann: Wir haben von der Stadt aus versucht, ein gutes Wort für dieses Vorhaben einzulegen, und ich darf mich dafür bedanken, dass Sie sich nicht entmutigen ließen, sodass es gelungen ist, dass blinde Menschen in Wernigerode ihren Urlaub verbringen können, sowohl hier als auch am Pulvergarten (Erholungsheim und Druckerei des Christlichen Blindendienstes).
Rundgang
Ich stehe mit der Leiterin, Frau Renate Peter, vor der
Aura-Pension Brockenblick und bin gespannt auf den Rundgang durch das
Haus, zu dem ich Sie natürlich gern mitnehme:
Frau Peter: Hier haben wir unser Schild "Aura-Pension Brockenblick"
mit einem Pfeil zur Rezeption. Gleich angrenzend ist ein
wunderschönes Waldgebiet mit dem Brehme-Weg, benannt nach dem
langjährigen Heimleiter. Der Weg ist blindengerecht gestaltet,
sodass man mit dem Langstock prima laufen kann.
Rechts neben der Aura-Pension befindet sich ein
Gebäudekomplex mit 21 behindertengerecht gestalteten Wohnungen,
in denen auch mehere blinde Bewohner zu Hause sind.
Nun gibt es einen Verbindungsgang zwischen den beiden Gebäuden.
Ist das nur ein architektonisches Element oder haben die Gebäude
tatsächlich etwas zu tun?
Frau Peter: Die sollten etwas miteinander zu tun haben und das werden
sie auch.
Es ist ein Verbindungsgang zwischen den Wohnungen und dem Heim. Wenn
wir eine Veranstaltung haben, bietet es sich ja an, dass die Bewohner
mit dazu kommen. Wir werden auch für die Bewohner
Ansprechpartner sein...
Im Gebäude:
Frau Peter: In der Mitte ist der Fahrstuhl, rechts geht es zu den
Wohnungen, links ist unser Heim, der Aufzug wird von beiden
benutzt.
Durch einen kleinen Flur, rechts und links Glas, komme ich zur
Rezeption. Was finde ich im Erdgeschoss?
Frau Peter: Vier Einzelzimmer und die Brockenstube für gesellige
Abende mit kleiner Bar, die ab 19.30 Uhr geöffnet ist. Das
Klavier fehlt noch; es muss noch restauriert werden.
Frau Peter: Ein besonders schönes Zimmer haben wir im Dachgeschoss - unser Brockenzimmer mit direktem Blick zum Brocken, heute ist er gut zu sehen.
Hier ein Doppelzimmer, in dem die Betten voneinander getrennt
stehen...
Frau Peter: Wir haben etliche Gäste, die wollen zwar ein
Doppelzimmer, aber kein Ehebett.
Hier im Dachgeschoss steht noch die Skulptur "Der Bürstenmacher"
von Dario Malkowski, die früher im Speisesaal stand.
Jetzt fahren wir in die Harzstube, was passiert hier?
Frau Peter: Hier kann man die Mahlzeiten einnehmen, Kaffee trinken,
auf die Terrasse gehen, auf der Tische und Stühle zum Verweilen
einladen.
Die 6 Doppel- und 9 Einzelzimmer sind alle unterschiedlich
gestaltet und den baulichen Gegebenheiten angepasst. Auch die
Größe ist verschieden. Alle haben eine Nasszelle, ein
verschließbares Wertsachenfach, ein Radio mit Kassettenteil,
ein Großtastentelefon und eine zweckmäßige
Raumausstattung. Ein Fernsehgerät kann man bei Bedarf ausleihen.
An eine kontrastierende Gestaltung wurde gedacht. Vor Beginn der
Treppen ist merklich anderer Fußbodenbelag eingebracht, sodass
man sich mit den Füßen gut orientieren kann.
In der kleinen Pension kann es schon mal passieren, dass die Leiterin
den Besen leiten oder die Kochtöpfe vor dem Überkochen
bewahren muss. Alle müssen sehr flexibel sein.
Ein Abholservice soll dauerhaft gewährleistet sein. Auch von zu
Hause soll Abholung möglich sein. Rollstuhlfahrer können
alle Räume befahren, die Bäder sind allerdings nicht mit
den nötigen Haltevorrichtungen ausgestattet.
Das Programm-Angebot wird sich entwickeln. Ein Skatturnier wird es
auf jeden Fall auch in diesem Jahr geben.
Aura-Pension Wernigerode, Amelungsweg 8, 38855 Wernigerode; Tel.: (0 39 43) 26 21-0, Fax: (0 39 43) 26 21-26.
Dankeschön, dann wünsche ich Ihnen immer zufriedene
Gäste und ein volles Haus
Frau Peter: Das wünschen wir uns auch.
Jana Frey: Der verlorene Blick
Loewe Verlag GmbH, Bindlach, 2002;
ISBN 3-7855-4198-8
Nach den ersten Seiten war ich skeptisch. Das Übliche schien
mich zu erwarten: eine blinde junge Frau, dunkle Brille, Stock,
gleich zwei Armbinden. Dann der Buchumschlag, ein junges
Mädchengesicht mit geschlossenen Augen, dazu im Klappentext die
Bemerkung "diese Geschichte ist tatsächlich passiert". Jedes
Klischee schien bedient, ich bereitete mich innerlich darauf vor, das
Buch ordentlich niederzumachen. Und jetzt, auf der letzten Seite des
Buches angekommen? Lassen Sie mich ein wenig davon erzählen,
denn ehrlich, mich hat die Geschichte beeindruckt.
Da ist Leonie, ein junges Mädchen - hübsch, mit
waldmeistergrünen Augen, fröhlich und zum ersten Mal so
richtig verliebt. Und da ist dieser verdammte Regentag und ein
Autounfall; und dann das Aufwachen im Krankenhaus und die
allmähliche Erkenntnis - sie ist blind. Sterben will sie, auf
jeden Fall niemanden um sich haben. Das ändert sich auch nicht,
als sie bis auf die Augen wieder vollkommen gesund ist.
Lebenskrisen hat jeder mal irgendwann zu bewältigen, meist kommt
man da wohl mit mehr oder weniger heiler Haut wieder raus. Aber wenn
man fünfzehn ist, trifft es einen besonders hart, unvorbereitet
und wie von hinten. Hier zeigt sich die Stärke der Autorin, sie
kann mitfühlen, sich hineindenken gerade in junge Menschen.
Oberflächliche Freundinnen, eine ängstliche Mutter und das
sich Verstecken vor den liebsten Menschen, all diese Dinge begegnen
uns in dem Buch.
Liegt es an meiner eigenen Zeit in einer Augenklinik, dass ich mit
Leonie verzweifelte, aufgab und auch wieder aus dem Schneckenhaus
rauskam? Ein klein wenig sicher, aber zum größten Teil
doch an dem sensiblen Stil der Autorin.
Auch wenn ein paar fachliche Details auf etwas wackligen Beinen
stehen, wie es in einem Menschen aussieht, der plötzlich "im
Dunkeln steht", das scheint die Autorin verstanden zu haben. Es ist
nicht in erster Linie die Erfahrung der Blindheit, die hier
transportiert wird. Vielmehr geht es um die Verzweiflung in einer
scheinbar ausweglosen Situation und um die Kraft, sich dort selbst
wieder rauszuziehen. Ein Buch, das sich im Zeitalter von Mc Donalds
und Spice Girls wohltuend als wirkliche Jugendkultur zeigt.
Verzeihen wir Frau Frey also bitte die bunte, tastbare Armbanduhr.
Leonie trifft für meinen Geschmack auch ganz zufällig etwas
zu viele Blinde in ihrer Umgebung. Aber ich verstand am Ende des
Buches, dass das Bild auf dem Umschlag wirklich ein Teil der
Geschichte war und nicht irgendein Klischee. Gut getroffen scheint
mir auch der Titel "Der verlorene Blick" - das Augenlicht hat Leonie
für immer verloren, den Blick für das zukünftige Leben
vorübergehend. Schön, dass uns die Autorin ein kleines
Happyend gönnt, warum auch nicht.
Bleibt die Frage, für wen dieses Buch geschrieben ist. Die
Autorin veröffentlichte bereits einige beachtenswerte Kinder-
und Jugendbücher. Mit Themen wie Homosexualität, Sekten
oder eben Behinderung möchte sie Jugendliche für diese
Bereiche sensibilisieren. Fast habe ich mich ein wenig geschämt
für die Skepsis am Anfang, denn ehrlich, wer, außer uns,
liest und versteht die Details so genau. Und wie oft lesen wir Dinge,
die offensichtlich scheinen, die wir aber nur halb oder gar nicht
verstehen? Ein Glücksfall scheint mir, wenn jemand seine eigene
Behinderung so gekonnt an Nichtbetroffene vermitteln kann. Gern
würde ich das Buch als Lektüre im Ethikunterricht
wiederfinden. Aber auch für Erwachsene ist es lesenswert, auch,
wenn wohl jeder mit seiner nachlassenden Sehkraft anders umgehen
mag.
Die Hörbücherei in Marburg hat die Genehmigung für die
Aufsprache beantragt. Sobald der Titel verfügbar ist, wird er
auch in den Bestand der Leipziger Hörbücherei aufgenommen
und dort ausleihbar sein. Mögen viele andaere
Hörbüchereien dieser Idee folgen.
Susanne Siems
Das Schaufenster
Beilage zur "Gegenwart" 6/7/2002
Liebe Leserinnen, liebe Leser, mit dieser Schaufensterausgabe
möchte ich mich von Ihnen verabschieden. Der Bummel durch ein
vielfältiges Angebot hat mich oft begeistert. Das Warenangebot
im Handel ist für Blinde und Sehbehinderte wenigstens zum Teil
gut zu nutzen. Mit dem Verbandstag des Deutschen Blinden- und
Sehbehindertenverbandes e.V. gebe ich meine Tätigkeit im
gemeinsamen Fachausschuss für allgemeine Blindenhilfsmittel auf.
Ich bedanke mich für Ihr Interesse und insbesondere für die
vielen netten Anrufe. Auch diesmal wünsche ich Ihnen viel Freude
beim Bummeln durch die Angebote.
Regina Haar
Und im Namen aller Leserinnen und Leser danken wir Regina Haar
für ihre langjährige redaktionelle Arbeit am
"Schaufenster". Vielen hat sie mit ihren kritischen Empfehlungen
tiefere Einblicke verschafft und damit zum geeigneten Hilfsmittel
verholfen.
Die Redaktion "Die Gegenwart"
1. Mikrowellen aus dem Handel
2. Neues aus dem Sony-Katalog
3. Hörbücher
1. Mikrowellen aus dem Handel
Exquisit WP 700 J 17, Solo-Mikrowelle weiß,
MW-Leistung 750 W, Drehteller, mechan. Timer 30 Min., 5
Leistungsstufen, Garraum 17 Liter, 2 rastende Drehschalter,
unverbindl. Preisempfehlung: 69,95 €.
LG MS-192 AS Silver, Solo-Mikrowelle silber,
MW-Leistung 800 W, Drehteller, mechan. Timer 60 Min., 5
Leistungsstufen, Garraum 19 Liter, HxBxT 28x48,5x35 cm, unverbindl.
Preisempfehlung: 99,95 €.
Sharp R-772 INOX, Pizza-Grill-Mikrowelle silber
MW-Leistung 900 W, Quarzgrill 1000 W, unt. IR-Grill 500 W, 5 Stufen,
12 Programme, Garraum 26 Liter, Drehteller 32,5 cm, Energiesparmodus,
einbaufähig, unverbindl. Preisempfehlung: 299,95 €.
Samsung CK-95 W, Heissluft-Mikrowelle weiss,
MW-Leistung 900 W, Grill 1300 W, Heißluft 1700 W, Garraum 26
Liter, HxBxT 31x51,7x51,7 cm, unverbindl. Preisempfehlung: 249,95
€.
2. Neues aus dem Sony-Katalog
Digitalkamera Sony DSC-P5
Farbtiefe 24 Bit (16,7 Millionen Farben), Sensor 1/1, 8" CCD-Chip mit
3.340.000 Bildpunkten, Dateiform JPEG (.jpg), TIFF (.tif) oder
MPEG-Video (.mpg), 8 Mbyte Wechselspeichermedium mitgliedert, ca.
1200 Aufnahmen bzw. 60 Dauerbetrieb pro Batterie-/ Akkufüllung,
alle oder einzelne Bilder lösbar, USB-Schnittstelle, Brennweite
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LCD-Minitor und optischer Sucher, Bildkontrolle über
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3. Hörbücher
"In Flammen" von Minette Walters, gelesen von Sascha Icks, erschienen
bei BMG Wort 2000, deutschsprachige Buchausgabe: 2000 Wilhelm
Goldmann Verlag, ungekürzte Ausgabe auf 3 CD, unverbindl.
Preisempfehlung: 24,50 €
In Sowerbrigde herrscht Aufruhr: Die 93-jährige Lavinia Fanshaw
und ihre Haushälterin Dorothy Jenkins wurden tot aufgefunden,
brutal mit einem Hammer erschlagen. Offenbar sind die beiden alten
Damen einem Raubmord zum Opfer gefallen, denn der Schmuck der
wohlhabenden Lavinia ist verschwunden. Sofort fällt der Verdacht
auf Patrick O`Riordan, einen arbeitslosen Iren, der mit seiner
Familie in dem kleinen Ort lebt. Einzig Siobhan Lavenham will nicht
glauben, dass Patrick zu der Tat fähig war...
"Der ewige Gärtner" von John Le Carré, gelesen von
Rufus Beck, erschienen im Ullstein Hörverlag, 6CD mit einer
Laufzeit von 459 Minuten, gekürzte Hörfassung,
unverbindliche Preisempfehlung: 31,00 €.
Justin Quayle, Diplomat im britischen Hochkommissariat von Nairobi,
ist begeisterter Hobbygärtner -bis zu dem Tag, an dem seine
junge Frau, die attraktive Tessa Quayle, ermordet aufgefunden wird.
Justin macht sich auf die Suche nach dem Mörder, und schon bald
muss er erkennen, dass die rebellische Tessa einem Komplott auf der
Spur war, in das nicht nur die mächtige Pharmaindustrie, sondern
auch britische Regierungskreise verwickelt zu sein scheinen. Doch
erst im Laufe seiner zunehmend brisanten Nachforschungen wird ihm
klar, wie wenig er die Frau, die er zu lieben glaubte, wirklich
gekannt hat und wie viel er ihr schuldig geblieben ist.
"Die falsche Fährte" von Henning Mankell, ein spannendes Hörspiel voll emotionaler Kraft mit den Stimmen von Hermann Beyer, Claudia Geisler, Peter Matic, Otto Mellies, Jens Wawrczek u.v.a., 3 MC mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 210 Minuten, unverbindliche Preisempfehlung: 20,50 €
Was hat die Selbstverbrennung einer jungen Frau mit dem bestialischen Mord am ehemaligen schwedischen Justizminister und der rätselhaft platzierten Leiche eines Kunsthändlers zu tun? Kommissar Wallander steht vor einem Rätsel. Er vermutet den Mörder im Kreise illegaler Kunstschieber. Hat er es mit einem Serienmörder zu tun? Die Zeit drängt, doch bei seinen Ermittlungen begibt sich Wallander auf eine falsche Fährte.
Serie:
Der duftende Garten:
Madonnenlilie
(lilium candidum)
Von Ruth Zacharias
Für Duftfreunde sind Lilien ein besonderes Geschenk, auch
wenn es dazwischen einen Störenfried gibt, das
Lilienhähnchen. Dieser rote flinke Käfer legt seine Eier
entlang am Schaft der Pflanze, aus denen dann kleine schwarze Raupen
schlüpfen, die die Blüten zerfressen. Blinde und
sehbehinderte Leute können diesen Störenfried nicht in
Schach halten, da er sich auf die Erde "plumpsen" lässt, wenn
eine Hand sich ihm nähert. Dennoch müssen wir auf diese
edlen Düfte nicht verzichten, denn Lilien lassen sich sehr gut
in Kübeln kultivieren, die auf dem Balkon oder auf der Terrasse
stehen können. Diesen Duft möchte man ohnehin in der
Nähe haben, etwa so, dass er durch die geöffnete Tür
oder durch das Fenster ins Zimmer strömt, besonders am Abend bis
in die späte Nacht hinein.
Seit Jahren habe ich Lilien ohne Störenfriede auf meinem Balkon:
Die Königslilie (lilium regale) mit ihrer Blütezeit im
Juli, die Prachtlilie (lilium speciosum, nicht so anfällig
für das Lilienhähnchen) mit ihrer Blütezeit in der
zweiten Augusthälfte.
Lilien sind in ihrer Form und Gestalt für tastende Hände
ein ästhetisches Erleben vom ersten Austrieb bis zur
Samenbildung. Die Blütenfülle ist jedes Jahr eine weitere
Freude und Überraschung.
Drei Pflanzen wachsen in einem Kübel mit einer Größe
von 30 cm Höhe und 25-30 cm im Durchmesser, in gleichem Abstand
im Dreieck gepflanzt. In diesem Kübel können sie
draußen gut überwintern. Falls dies nicht gelingt, kauft
man im Februar oder März neue Pflanzen in Gartengeschäften
vor Ort und beginnt von neuem.
Die Madonnenlilie braucht einen Kübel für sich allein, in
dem sie 3-5 Jahre bleiben kann, bevor sie umgepflanzt werden muss.
Sie vermehrt sich durch Tochterzwiebeln, sodass sie Platz braucht. 12
bis 15 cm tief muss sie gepflanzt werden, da sie - wie auch andere
Lilien - am Schaft über der Zwiebel zusätzlich Notwurzeln
bildet, die verkümmern, wenn sie nicht tief genug gepflanzt
wurden.
Für Madonnenlilien gibt es ein sicheres Erkennungszeichen. Sie
ist die einzige Lilie, die im Herbst ihre Grundblätter als
Rosette ausbildet, die Frost und Kälte gut durchstehen.
Schon jetzt freue ich mich auf den wunderbaren Duft im Juni, der
für mich zu den drei Blütendüften gehört, die
sich nicht vergleichen und beschreiben lassen: Edelwicke, Tuberose,
Madonnenlilie haben keine Konkurrenten.
Die Madonnenlilie (auch weiße Lilie genannt) ist sowohl in
ihrer Farbe als auch in ihrem Duft vollkommen. Seit Jahrtausenden
kennen sie die Menschen, lieben und verehren sie als Symbol für
Reinheit, Schönheit und Harmonie. Bei Walahfried von der
Reichenau (827) wird sie in "Hortulus" als Heilpflanze erwähnt.
Wild wachsend findet man sie in Südeuropa und im Orient in
gleicher Vollkommenheit; gärtnerische Züchtungskunst hat
sie nicht verschönern können. Im Juni/Juli erscheinen am
kahlen Schaft 5- bis 20-blütige Trauben mit weißen
trichterförmigen Blüten. Je nach Wärme und
Feuchtigkeit blühen sie nacheinander auf, duften schwach am Tag
und entfalten nach 19.00 Uhr bis spät in die Nacht hinein ihren
einzigartig schönen Duft. Der Duft kann zu stark werden, aber
nur dann, wenn zu viele an einer Stelle stehen, der Garten zu klein
ist oder schon andere Dufter in der Nähe wachsen. Die
Madonnenlilie muss für sich allein stehen und duften, auf gar
keinen Fall in der Nähe von Rosen und Nelken.
Lilium candidum ist nur in Spezialhandlungen zu bekommen; für
uns mit guten Erfahrungen auch im Klein- und Einzelversand bei Klare
& Sackmann, Tel.: (0 44 80) 16 50.
Bestellt werden muss sie jetzt, gepflanzt werden müsste sie Ende
August/September, denn ohne Blattrosette im Herbst gibt es keine
Blüten und kein Duftvergnügen 2003.
Nähere Informationen bei der Autorin; Tel.: (0 35 28) 4 39
70.
Rücktitel: Madonnenlilie - das Symbol für Schönheit
und Harmonie.